Wie man in Parteien Karriere macht: mit vielen Stunden Mitarbeit

Die FAZ berichtet über eine Studie, die Parteien untersucht hat und dort festgestellt hat, dass es im wesentlichen am geringen Frauenanteil in den Parteien liegt, dass Frauen seltener in den Parteien vertreten sind. Frauen hätten es – wenn sie dann erst einmal in die Partei eintreten – sogar einfacher.

Dann nehmen sie auch noch dazu Stellung welche Parteimitglieder nach oben kommen:

Die Selbstselektion, von der Schüttemeyer spricht, greift demnach an zwei Stellen des Prozesses der Kandidatenaufstellung – beim Eintritt in die Parteien und bei der Bereitschaft, zu kandidieren. Über das weitere Fortkommen von Frauen entscheiden dann maßgeblich andere: Die Parteimitglieder küren die Kandidaten, die Wähler erteilen die Mandate für den Bundestag und die Landtage.

Nach Auffassung der Forscher des kürzlich von Halle nach Berlin umgezogenen Instituts, das von der Hamburger Stiftung Wissenschaft und Demokratie getragen wird, gibt es so etwas wie den idealen Kandidaten: „Viel Engagement sowie optimalerweise unterrepräsentierte soziodemographische Merkmale“, sagt Hellmann.

Stichwort Engagement: Die Befragungen der Wissenschaftler ergaben auch, dass der Erfolg einer Parteilaufbahn vor allem davon abhängt, wie viel Zeit die Person der politischen Arbeit zu widmen bereit und in der Lage ist. Parteimitglieder, die letztlich nicht aufgestellt wurden, gaben an, im Durchschnitt 32 Stunden pro Monat für die Politik aufgewendet zu haben. Jene, die nominiert wurden, dabei aber eher geringe Chancen hatten, engagierten sich demnach etwa 37 Stunden. Ganz anders jene, deren Kandidatur von vornherein als aussichtsreich galt. Sie widmeten der Parteiarbeit im Schnitt mehr als 85 Stunden im Monat – die typische „Ochsentour“ ist also überaus zeitintensiv, und es liegt auf der Hand, dass nicht jeder dieses Pensum leisten kann. An dieser Stelle muss man den Befund der Selbstselektion relativieren: Schließlich bestimmen berufliche und private Verpflichtungen darüber, wer sich überhaupt in einem ausreichenden Maß in der Partei engagieren kann, und da haben Männer in einigen Fällen vermutlich bessere Voraussetzungen als Frauen. „Der Zugang zu politischen Ämtern steht vor allem denen offen, welche die Anforderungen besser mit ihrem Privatleben verbinden können“, sagt Hellmann. Geringverdiener und Alleinerziehende haben schlechte Karten. „Da gibt es ein gewisses Maß an sozialer Schließung.“

85 Stunden im Monat, das bedeutet ca. 20 Stunden die Woche. Es macht also aus einer 40 Stunden Woche eine 60 Stunden Woche.

Wenn man sich in der Zeit für die Kinderbetreuung entschieden hat wird das in der Tat schwierig. Es schneidet dann ganz erheblich in die Zeit, die man neben dem Job noch hat.

Natürlich könnten das Frauen ebenso leisten wie Männer, wenn sie ihr Leben entsprechend einrichten. Die Frage dürfte in der Tat sein, ob sie das wollen.
Dazu verweise ich auch noch einmal auf diese Grafiken:

Arbeitsstunden Bereitschaft idealer Job

Arbeitsstunden Bereitschaft idealer Job

In der Bereitschaft sehr viel Stunden auf die Karriere zu verwenden liegt ein sehr großer Geschlechterunterschied. Das wirkt sich dann auch in der Politik aus