Die Angst als Mann als merkwürdig und unerwünscht wahrgenommen zu werden, Leistungsanfoderungen und Einsamkeit

Auf Reddit wurde ein Text eines F->M Transsexuellen eingestellt, den ich interessant finde:

Hier der Text, übersetzt mit deepl:

In Schwierigkeiten, seit ich anfing, als Mann durchzugehen.
Ich bin ein sehr ruhiger, nachdenklicher und emotional sensibler Trans-Kerl, der seit ich als Mann durchgehe, zu kämpfen hat.
-Ich hatte immer Angst, mit Leuten zu reden, aus Angst, als „gruselig“ oder seltsam oder räuberisch zu enden, bevor mir ein passing gelang, aber jetzt ist es doppelt so hoch.
Ich bin entsetzt, dieses Bild zu sein, das ich in meinem Kopf von diesem autistischen Kerl sehe, der versucht, mit Leuten zu reden, obwohl niemand ihn mag…. als Mädchen nahm ich für selbstverständlich an, dass die Leute immer noch denken würden, dass ich okay oder nicht gruselig bin, egal was ich tue.
-Ich bin sehr egalitär und mag die Idee nicht, dass „Männer Frauen umwerben müssen“ oder dass Männer dominanter sein müssen, aber ich habe Mühe zu erkennen, dass ich buchstäblich für immer allein sein werde, wenn ich diese Dinge nicht tue.
-Ich merke, dass Männer es in der Welt nur dann „schaffen“, wenn sie in irgendeiner Weise talentiert sind, wohingegen ich, wenn ich ein Mädchen geblieben wäre, mir keine Sorgen machen müsste, ob ich nichts getan hätte, weil ich immer noch beliebt und geschätzt würde.
Ich bereue es nicht, Testosteron überhaupt begonnen zu haben, weil ich mich viel weniger dysphorisch fühle, mit meinem jetzigen Aussehen, aber gleichzeitig habe ich schreckliche soziale Angst und es ist  5000x schwieriger, als Mann mit sozialer Angst zu leben. Verdammt.

Da taucht einiges auf

  • Frauen haben es leichter mit anderen in Kontakt zu kommen und aufgenommen zu werden
  • Das klassische „Werbeverhalten“ bei dem der Mann aktiv sein muss und Dominanz anziehend wirkt stellt Anforderungen an den Mann
  • Männer werden eher nach Leistung beurteilt

Das sind denke ich Punkte, die auch von vielen Männern so wahrgenommen werden.

In einem weiteren Kommentar heißt es dazu:

Sounds like you’re getting that authentic socially awkward man experience unfortunately. The fear of coming off weird and creepy is super common and can be paralyzing for men because people often jump to that conclusion about us. Unfortunately you’ve also come to the realization that many of us do that if you don’t overcome these inhibitions and learn how to initiate interactions with other people and women in particular you’re likely be alone as well. I went through years of my life feeling that way and then I came to the realization that who fucking cares.
I didn’t want to be alone so I learned to not care what other people thought and I forced myself out of my shell. I had to overcome my fears of interaction with other people because I knew I didn’t want to be alone and I knew I couldn’t rely on other people initiating things for me and continuing to be passive. I wanted a life and a partner and the only way I was ever going to do that was to overcome my fears and find a way to make it happen. It was hard I struggle the lot and had many awkward interactions but eventually I got better at interacting with people. You can do it too but it’s not going to be easy and the biggest enemy you have to overcome is yourself. I can’t tell you how to do it because that something that everyone has to figure out for themselves but it can be done if this is truly what you want out of life.
Being a man can be awfully lonely sometimes because people often jump to the worst conclusions about you but the trick is to not let That get you down. You don’t have to be perfect you just have to do your best and hopefully you can grow out of your shell and get what you want in life..

Was sagt ihr dazu?

30 Gedanken zu “Die Angst als Mann als merkwürdig und unerwünscht wahrgenommen zu werden, Leistungsanfoderungen und Einsamkeit

  1. In diesem Kontext bedeutet »passing« nicht »sterben« 🙂 »Passing as a man« übersetzt man wohl sinnvollerweise mit »als Mann auftreten« (wörtlich »als Mann durchgehen«).

    Man sollte keiner automatischen Übersetzung blind vertrauen, auch Deepl nicht! 🙂

    • Danke für den Einwand! Der Teil im Text kam mir auch sehr merkwürdig vor, ich bin aber nicht auf die Idee gekommen, dass auch dort bereits das später im Text – wohl wegen der Anführungszeichen – nicht übersetzte „passing“ gebraucht und von deepl etwas unpassend übersetzt worden ist. So macht der Part dann auch tatsächlich Sinn. Wobei mir die Übersetzung auch etwas komisch erscheint.

      Andererseits weiß man ja, dass Menschen, die mit derlei individuellen Problemlagen zu kämpfen haben, eine Tendenz zu einer bisweilen dezent überdramatisierenden Wortwahl haben. Insofern habe ich beim Lesen erst versucht, es mir irgendwie unter der Prämisse verständlich zu machen.

    • Das Wort passing (away) im Sinne von sterben ist schon ein religiös verbogener Euphemismus, der das Übergehen der Seele aus der materiellen Welt in die übernatürliche Welt (Himmel) darstellt.

    • „Herzlich Willkommen Bub.“

      Genau.
      Herzlich Willkommen im Paradies des real existierenden Patriarchats.
      Jetzt reicht es nicht mehr, mit dem Fuß aufzustampfen und zu schreien: „Ich will es aber haben!“, oder mit ein bisschen Tränen die Umwelt zu erpressen.
      Jetzt heißt es: „Ärmel hoch und arbeiten!“

  2. @djadmoros: Kam mir auch sehr seltsam vor. Danke für die Erklärung!

    Der Reddit-Link funktioniert leider nicht („you broke reddit“), jedoch auch nicht, wenn ich nach der Überschrift google und dann auf Googles Link klicke – Serverprobleme? Mit dem „gruselig“ habe ich nämlich ich Schwierigkeiten.

    -Ich bin sehr egalitär und mag die Idee nicht, dass „Männer Frauen umwerben müssen“ oder dass Männer dominanter sein müssen, aber ich habe Mühe zu erkennen, dass ich buchstäblich für immer allein sein werde, wenn ich diese Dinge nicht tue.

    Tja, ich weiß nicht, ich bin kein dominanter Mann und habe weder das Gefühl, dass ich einer sein müsste/sollte, noch dass die Mehrheit der Männer sonderlich dominant sind. Das würde ja in einer Gesellschaft mit großen Gruppen auch nicht funktionieren. Ruhige, nachdenkliche und sensible Typen (bin ich selbst nicht) gibt es auch unter Naturmännern. Versucht hier jemand einem grotesken Klischee zu entsprechen?

    Männer gibt es mit ganz unterschiedlichen Temperamenten.

    Ein Mädchen kann man auch nicht ein Leben lang bleiben, sondern wird irgendwann eine Frau. Frauen, die mir begegnen, sind bei mir auch nicht alleine deswegen beliebt und geschätzt, weil sie weiblich sind. Einsame Frauen und Mädchen gibt es auch. Die Probleme sind im Konkreten anders gelagert, als bei Männern, aber dass sie es generell leichter haben, denke ich nicht.

    • „Dominant“ erfasst es tatsächlich nicht ganz, es ist eher ein „durchsetzungsstark“ oder „zielgerichtet“, etwas was man mit „der weiß, was er will“ beschreiben könnte. Das mögen sehr viele Frauen, weil sie sich dann einfach anhängen können.

      Ich war bei meinen ersten Gehversuchen extrem zurückhaltend, auch weil mir viele Sachen einfach auch tatsächlich nicht wichtig sind, und ich dachte: die Frau kann das ruhig selbst entscheiden. Irgendwann hat sie mich dann mal richtig angeblafft, ob ich denn keinen eigenen Willen hätte und was mit mir nicht stimmen würde… das hab ich dann nie wieder so gemacht 🙂

      Ein Mädchen kann man auch nicht ein Leben lang bleiben, sondern wird irgendwann eine Frau. Frauen, die mir begegnen, sind bei mir auch nicht alleine deswegen beliebt und geschätzt, weil sie weiblich sind. Einsame Frauen und Mädchen gibt es auch.

      Das schon, es gibt auch da welche, die irgendwie quer liegen. Vorausgesetzt sie sind nicht hässlich, müssen die aber normalerweise auch nicht groß an sich arbeiten, hin- und wieder ausgehen und sich kompatible Kreise suchen, reicht normalerweise für eine Verpartnerung. Notfalls dann halt ein Kontaktportal. Das gestaltet sich bei Männern mit nicht extrovertiertem Charakter m.E. schon schwieriger, weil Auffallen, auf eine Frau zugehen und Möglichkeiten schaffen, für die halt doppelt schwierig ist, aber i.d.R. notwendig, gerade wenn sie eine Frau haben wollen, die nicht genau das Gegenteil ihres Charakters ist 🙂
      Bei Singlebörsen sind die aber meist doppelt chancenlos, wenn sie noch keine Erfahrung haben…

      • „reicht normalerweise für eine Verpartnerung. “

        Das sind dann aber jene, die mit 30 oder 40 in Scharen zum Psychiater laufen, weil sie sich das mit der Partnerschaft doch irgendwie anders vorgestellt haben. Die müssen dann, viel zu spät, lernen, dass auch Frau an sich arbeiten muss, um ihr Leben aktiv zu gestalten.
        Und damit meine ich nicht die übliche Jammerei wegen des Aussehens, sondern den Charakter.

        • Nicht unbedingt. Meine Schwägerin war so eine Zurückhaltende, meine Frau auch. Im Prinzip sind das oft recht angenehme Partnerinnen, weil sie sich naturgemäß nicht unbedingt in den Mittelpunkt drängen und keine besonders hohe Ansprüche an ihre Freizeitgestaltung haben, anders als z.B. typische Partyweibchen.

          Die Ansprüche an eine gute Partnerin sind ja nicht so besonders hoch: sie muss mit dem Mann klar kommen, einen Teil des Haushaltes übernehmen und optimalerweise irgendwann Kinder gebären. Das bekommen die meisten von denen sogar besser hin, als die extrovertierte und übermässig selbstbewusste Fraktion.

          • „Nicht unbedingt. “

            Hallo Captain Obvious.

            Es gibt viele Frauen, die sich in jungen Jahren nie so richtig Gedanken darüber gemacht haben, mit welcher Sorte Mann sie zusammen sein wollen, denn es war ja immer irgendwie einer da.
            Im schlimmsten Fall sind sie dann mit 40 mit drei Kindern von drei verschiedenen Vätern alleinerziehend.

            Es geht nicht um extrovertiert. Es geht um Verantwortung für die Weichenstellung im eigenen Leben übernehmen.

            Wenn du nun aber sagst, dass deine Frau nie an sich gearbeitet hat und auch nie Verantwortung übernommen hat dafür, mit wem sie zusammen ist, dann hat sie wohl einfach dusel gehabt.

      • Während man sich auf den Standpunkt stellen kann, dass einige Männer eine wesentlich größere Anzahl an Frauen sexuell befriedigen kann, ist bei Partnerschaft die (serielle) Monogamie nach wie vor das beherrschende Konzept. Das bedeutet, dass es für nahezu jeden allein bleibenden Mann auch eine alleinbleibende Frau geben muss. Für Frauen mag die Partnersuche eventuell weniger anstrengend sein, aber die Wahrscheinlichkeit zu scheitern, ist nicht niedriger.

  3. Ich vermute hier eher ein Persönlichkeitsproblem als ein Geschlechterproblem.
    Wer auf der Neurotisch-Skala ganz oben und auf der Extrovertiert-Skala ganz unten liegt, der hat in jedem Fall Probleme im Leben. Dass das als Mann noch ein Stück härter wirken mag, ist anzunehmen, würde ich aber nicht überbewerten wollen. Als Frau würde er wahrscheinlich nur an männliche Arschgeigen geraten und erst 10 Jahre später feststellen, dass es eine gute Idee gewesen wäre, an seinen persönlichen Schwächen zu arbeiten.

    • Wow finde ich voll gut und kann da nir zustimmen. Frauen lassen sich wohl eher passiv vom Bild leiten, und ja, sie mpssen auch funktionieren, stark sein, sozial, small talk, lächeln, freundlich und hübsch und nicht zuuu sexy sein,Kinder,Küche, Arbeit fröhlich hinkriegen. Dünn sein etc.
      Ja am Ende ist es eine Persönlicheitssache und Charakter, wie man es mit sich und den anderen ausmacht. Es sind zwei paar Schuhe. Männlein und Weiblein.

      • „sie mpssen auch funktionieren, stark sein, sozial, small talk, lächeln, freundlich und hübsch und nicht zuuu sexy sein,Kinder,Küche, Arbeit fröhlich hinkriegen. Dünn sein etc.“

        Ich weiß nicht, „Küche“ können die meisten doch mittlerweile weniger als Männer. wo sie stark sein müssten, weiß ich auch nicht, im Gegenteil, sie kokettieren doch sogar mit Schwäche, weil das Männer anzieht. Mit Kindern müssen sie erst können, wenn sie bereits einen Mann haben. Dünn sein, schafft mittlerweile kaum noch eine, das teilen sie mit den Männern, die auch immer schwabbeliger werden.

        Es konzentriert sich doch sehr darauf, irgendwie „hübsch“ auszusehen, das ist die Kernkompetenz, wenn Frau einen Mann abhaben will. Da das mit den straffen Schenkeln und dem flachen Bauch, Dank Softdrink und Sofasurfing oft nicht klappt, wird halt umso mehr geschminkt und in Boutiquen und möglichst dunklen Diskos herumgehangen. Irgendwie sozial umgänglich zu sein, insbesondere sich mit anderen Frauen zu vertragen, die alle Nase lang herumzicken, ist vermutlich noch die größte Herausforderung.

        • Ich überlege gerade, welche Frauen überhaupt klassisch weibliche Fähigkeiten haben.
          Klassische männliche Attribute als Ernährer hat aber auch keine.

          • Das ist auch eher so meine Erfahrung. Kochen können die allermeisten eigentlich nicht. Auch ansonsten ist es mit effektiver Hausarbeit nicht so weit her bei vielen. Ist ja auch nicht so schlimm. Aber darauf kann man sich dann eben auch nicht ausruhen

  4. Den Kommentaren von „user unknown“, „only_me“ und „rockbertus“ schließe ich mich inhaltlich an!
    Das weinerliche Selbst-Mitleid des „Trans-Manns/FzM-Transsexuellen“ zeigt mir, daß „der Knabe“ sich bestenfalls im pubertären Zustand befindet, aber bislang keineswegs erfolgreich an sich gearbeitet hat, eine gereifte erwachsene Persönlichkeit zu werden.
    Vor einigen Jahrzehnten wäre es bei damals fehlenden etablierten Behandlungs-Strukturen undenkbar gewesen, mit derlei Persönlichkeits-Defiziten transitionieren zu können! Für mich macht das o.g. Beispiel einmal wieder deutlich, daß das inzwischen etablierte Diagnose- und Behandlungs-Konzept dysfunktional ist.
    Im übrigen ist ein erfolgreiches Passing für MzF-Transsexuelle bei erst postpubertär beginnender Transition sicher um einiges schwieriger, komplizierter, und aufwändiger!
    Merke: auch Frauen haben´s nicht immer leicht!

  5. Na jetzt kommt mal, mal etwas Solidarität oder zum. Nachsicht.

    Immerhin zerlegt ja wohl nichts nachhaltiger die Vorurteile gegenüber Männern als mal so wie 99,9% der Männer leben zu müssen.

    Auch wenn sie sich darüber auslassen wie hart doch die männliche Libido an der Leine zerrt (HARHAR), immerhin haben so geborenen Jahrelang Zeit uns darann zu gewöhnen und die entsprechende Ausdauer zu entwickeln.

  6. Und gerade weil die Anforderungen an uns viel höher sind als an Frauen sind wir so geil. Wir brechen nicht zusammen wenn es Schwierigkeiten gibt und wir können dort überleben wo jede Frau in kürzester Zeit zugrunde geht.

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