Gillette Venus und Bodypositivity

In dem Tweet darunter:

Venus is committed to representing beautiful women of all shapes, sizes, and skin types because ALL types of beautiful skin deserve to be shown. We love Anna because she lives out loud and loves her skin no matter how the “rules” say she should display it

Beschränkungen und Verbote als Vorteile

Im Rahmen der Geschlechter Diskussion werden von Feministinnen gerne verschiedenste Verbote angeführt, um eine Unterdrückung darzustellen.

Es wird dabei gerne abstrakt ausgeführt, dass ein Verbot immer ein Nachteil ist, weil es die Handlungsfreiheit einschränkt. Ein Verbot kann aber auch ein Vorteil sein, wenn es einen hindert, etwas zu tun, was man auch gar nicht tun möchte, was aber andere vielleicht von einem verlangen könnten

Das allereinfachste Beispiel dafür wäre ein Militärdienst. Hier wurde in einer Diskussion tatsächlich schon eingewandt, das ist eine Benachteiligung von Frauen gewesen ist, dass sie nicht zum Militär durften. Mein Einwand, dass diesen Nachteil sicherlich im ersten und zweiten Weltkrieg, in den Schützengräben von Verdun oder an anderen grausam Schlachten,v iele Männer sehr gern gehabt hätten wurde dann schlägt mit dem Einwand weggewischt, dass es dennoch ein Nachteil sei, weil sie ja keine Wahl habe

Bei der Gegenüberstellung eines Verbots für eine Gruppe und einer Pflicht für die andere Gruppe ist der Vorteil dann, wenn die Pflicht belastend ist, relativ klar.

Auch bei einer freien Wahl kann aber eine Einschränkung durchaus vorteilhaft sein. Wenn beispielsweise Frauen zu anderen Zeiten davon ausgegangen sind, dass es richtig und wichtig ist, dass sie sich um die Kinder kümmern und dass sie auch gar nicht einer Erwerbsarbeit nachgehen wollten, beispielsweise Frauen der Oberschicht, die niemals im Leben mit einer Dienstmagd tauschen wollten, dann kann es für sie zur Wahrung dieses Recht ein großer Vorteil sein, wenn keine Frau arbeiten kann und insoweit durch die Arbeit anderer Frauen dieses Recht nicht ausgehöhlt wird.

Verbote können insoweit eine disziplinierende Wirkung innerhalb einer Konkurrenz haben. Ein klassisches Beispiel dafür wären Arbeitszeitgesetze oder andere Einschränkungen innerhalb einer Konkurrenz. Beispielsweise sind die Doping Regeln letztendlich Verbote einer freien Entscheidung, die bewirken, dass man auf eine gesündere Art miteinander konkurriert und nicht über die freie Entscheidung und den daraus resultierenden Wettbewerbsvorteil quasi gezwungen wird dopingmittel zu nehmen.

Wer innerhalb bestimmter Geschlechterrollen leben möchte, für den kann es ein Vorteil sein, wenn er auch gar nicht außerhalb dieser leben darf. Schlicht weil ihm da nicht vorgehalten werden kann, dass er es sich beispielsweise in den Geschlechterrollen bequem macht.

Vielleicht wären einige Frauen, die den Druck spüren, sowohl eine Karriere zu machen als auch eine gute Mutter und keine Rabenmutter zu sein, durchaus froh, wenn bestimmte Schutzvorschriften ihnen erlauben würden den Beruf zu vernachlässigen ohne sich dafür rechtfertigen zu müssen. Vielleicht wären umgekehrt einige Karrierefrauen froh, wenn es eine Pflicht geben würde, seine Kinder mit einem Jahr in eine Kinderkrippe zu geben und sie erst am Abend wieder abzuholen.

Verbote müssen insofern nicht stets gegen die Gruppe gerichtet sein, die sie betreffen. Sie können auch von dieser Gruppe verteidigt werden, weil es ihnen ein Verhalten ermöglicht, welches ein Großteil oder eben ein radikaler Teil dieser Gruppe für vorteilhaft hält.

Demzufolge wurden Arbeitsverbote auch durchaus von Frauengruppen verteidigt, die daneben an führten, dass darunter die Kinder leiden würden etc.

Eine Betrachtung, nach der ein Verbot stets ein Unterdrückung der Gruppe ist, muss daher den tatsächlichen Gegebenheiten nicht gerecht werden. es kann sich immer lohnen auch zu hinterfragen, ob dadurch andere Interessen abgesichert werden.

Natürlich kann das Verbot aus späterer Sicht ein großer Nachteil sein oder einzelne zu stark eingeschränkt haben. Aber es kann auch von Teilen der Gruppe gewünscht gewesen sein.