Gendersprache wird überwiegend abgelehnt

Ein interessanter Artikel zu einer Umfrage in der FAZ:

Befürworter der gendergerechten Sprache erhoffen sich davon unmittelbaren Nutzen für die Gleichstellung von Frauen.

Auf die Frage, für wie wichtig oder unwichtig die gendergerechte Sprache für die Gleichstellung der Frau sei, antworteten nur 27,1 Prozent der befragten Männer beziehungsweise 27,9 Prozent der befragten Frauen mit „sehr wichtig“ oder „eher wichtig“.

Über 60 Prozent halten sie dagegen für „sehr unwichtig“ oder „eher unwichtig“.

Selbst bei den Anhängern der Grünen, die der Gendersprache ähnlich wie SPD-affine und Jüngere näher stehen, finden 60 Prozent die Gendersprache „sehr unwichtig“ oder „eher unwichtig“. Aufschlussreich ist, dass es keine nennenswerten Unterschiede in der Auffassung von Frauen und Männern, beim Bildungsgrad oder zwischen Ost und West gibt. Die Ablehnung steigt leicht mit zunehmender Bildung.

Interessant ist in jedem Fall, dass es keinen wesentlichen Unterschied zwischen Männern und Frauen gibt. Bei beiden findet sie ca 27 Prozent wichtig.

Allerdings ist das immer noch eine wesentlich größere Zahl als ich gedacht hätte. Es wäre interessant die Umfrage selbst zu sehen, weil es sicherlich auf die Fragestellung ankommt. Wenn jemand weiß, wo man sie findet, bitte Bescheid sagen

16 Gedanken zu “Gendersprache wird überwiegend abgelehnt

  1. Seit 30 Jahren wird das Binnen-I verwendet.

    Hat es was gebracht? Falls ja, dürfte es keiner eingestehen, denn dann würden wir es ja nicht mehr brauchen. Falls nein, würde es auch niemand eingestehen.

    Insofern ist das *en die konsequente Fortsetzung von religiösem Aberglauben. Wir brauchen das, weil die Hohepriester*Innen das sagen. Aus keinem anderen Grund.

    Und wo wir grad bei Sprache sind: Toll finde ich auch, dass die Trans-Leutesich sich jetzt im angelsächsischen mit Singular „they“ anreden lassen. Früher nannte man das Pluralis Majestatis.

    • „konsequente Fortsetzung von religiösem Aberglauben“

      Es ist magisches Denken in Reinform. Man glaubt, dass Sprache tatsächlich Realität schafft. Diese Leute glauben anaolog auch an die Existenz rein „sozial konstruierter“ Geschlechter und Rassen und dass Wissenschaft iA nur ein Unterdrückungsinstrument in diesem Zusammenhang ist.
      Es ist pure Polit-Esoterik. Die seltsamerweise praktisch nie herausgefordert wird und mittlerweile mainstream geworden ist und wegen ihres invasiven und konspirativen Charakters sich institutionell breitgemachen konnte wie Krebs. Und jetzt wollen sie der Mehrheit ihren Aberglauben oktroyieren. Ihre paranoide Wahnwelt verheisst nichts Gutes für die Mehrheitsgesellschaft, die man zutiefst verachtet und meint an die Kandarre nehmen zu müssen (um ihr die „toxische Männlichkeit“ auszutreiben etwa).

  2. Ich sehe das auch als eine erschreckend hohe Zahl die das Orwell-sprech für wichtig halten. Das ist die Fragestellung natürlich wichtig.

    • Da gibt es bestimmt eine sehr hohe Korrelation zu „Greta Jüngern“ und „Wage Gap Glaubern“

      Ein Viertel ist zu doof, sich beim Nasebohren nicht selbst zu verletzen und viele davon arbeiten in Politik und Presse; damit müssen wir irgendwie lernen umzugehen . Ändern können wirs nicht.

    • früher (vor der Erfindung des Wischdaumens) gab es mal eine Schreibgerät namens Füllfederhalter, das sollte konsequenterweise Füllfedsiehaltsie heißen.
      Man denke dabei auch darüber nach, Warum es Erfindung und nicht SIEfindung heißt, wobei komischerweise heißt es ja wiederum Erlaubnis, wenn man etwas gestattet bekommt. Seltsam auch warum es erben und nicht sieben heißt. Einleuchtend ist hingegen wieder Erwerbstätigkeit, nicht Siewerbstätigkeit.

  3. Bei den Befürwörter/sie/es_Innen ist möglicherweise ein Teil davon einfach opportunistisch und hält es für angebracht, die als „progressiv“ etikettierte Antwort zu geben.
    Wer benutzt tatsächlich diese sogenannte „gendergerechte Sprache“ konsequent? Da liegt der Anteil, so vermute ich, im tiefen einstelligen Prozentbereich oder noch tiefer.

  4. https://www.tagesspiegel.de/politik/schwarzer-trifft-stokowski-kramp-karrenbauer-ist-eindeutig-feministischer-als-merkel/24185604.html

    Alice Schwarzer zum Thema:

    „Wir sollten uns davor hüten, eine bestimmte Sprache vorzuschreiben. Es stimmt zwar: Sprache ist der Stoff, in dem wir fühlen und denken. In den 70er Jahren mussten wir Feministinnen erstmal dafür sensibilisieren, dass es oft nur die männliche Form gibt und die Frau in der Sprache gar nicht vorkommt. Als Journalistin weiß ich aber auch, dass Sprache lebendig ist und man sie sprechen können muss. Einen Unterstrich oder ein Sternchen im Wort kann ich nicht sprechen. Das verhunzt die Sprache.“

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