Narzissmus und SJWs

Jordan Peterson hatte bei verschiedenen SJWs, die lautstark und ohne diskutieren zu wollen seine Veranstaltungen gestört haben, angeführt, dass dahinter aus seiner Sicht eine Form des Narzissmus steckt.

Auch in einer Diskussion hier war das schon einmal aufgetaucht (von Leszek):

Mein bisheriger Eindruck ist, dass wenn wir eine psychologische Perspektive auf den in westlichen Gesellschaften vorherrschenden radikalen Feminismus anwenden, drei Aspekte berücksichtigt werden sollten:

  • Einmal, wie oben erwähnt, (pathologischer) Narzissmus (der m.E. oft die Form eines Opfernarzissmus und/oder Moralnarzissmus annimmt).
    Mein Eindruck ist übrigens, dass zusätzlich dazu auch histrionische Persönlichkeitstendenzen im vorherrschenden Feminismus überrepräsentiert sind. (…)

Nach der Wikipedia ist Narzissmus:

Der Ausdruck Narzissmus steht alltagspsychologisch und umgangssprachlich im weitesten Sinne für die Selbstverliebtheit und Selbstbewunderung eines Menschen, der sich für wichtiger und wertvoller einschätzt, als urteilende Beobachter ihn einschätzen. In der Umgangssprache bezeichnet man eine stark auf sich selbst bezogene Person, die anderen Menschen weniger Beachtung als sich selbst schenkt, als Narzissten.[1] Der umgangssprachliche Gebrauch des Wortes „Narzissmus“ schließt meist ein negatives moralisches Werturteil über die betreffende Person ein.

Aus dem Artikel zur narzisstischen Persönlichkeitsstörung und den dortigen Kriterien:

Mindestens fünf der folgenden Kriterien müssen erfüllt sein:[4]

  1. Hat ein grandioses Gefühl der eigenen Wichtigkeit (z. B. übertreibt die eigenen Leistungen und Talente; erwartet, ohne entsprechende Leistungen als überlegen anerkannt zu werden).

Da scheinen mir die SJW-Themen und die intersektionalen Theorien in der Tat ein sehr fruchtbares Feld zu sein. Es erlaubt einem einen ungemein wichtigen Kampf gegen „das Patriarchat“ oder „den Rassismus“ zu führen ohne wirklich etwas zu machen und alle Schuld auf andere abzuladen und es passt auch gut zu der von zB Männern geforderten Unterwürfigkeit, mit der diese eigene Sünden hinterfragen sollen.

Natürlich hätte es für einen Narzissten den Nachteil, dass er schnell in eine Kategorie fällt, in der er privilegiert ist, etwa eine weiße Feministin oder ein männlicher Feminist. In der Eigenschaft müsste dann wieder einiges an Schuld anerkannt werden und Überlegenheit anderer. Wobei genug Feministen sich ja dennoch als Überlegen ansehen, weil sie für das Gute kämpfen

2. Ist stark eingenommen von Fantasien grenzenlosen Erfolgs, Macht, Glanz, Schönheit oder idealer Liebe.

Das berauschende Gefühl sich in einem Mob auf die falschen stützen zu können und von oben herab deren Sündigkeit herausstellen zu können, die allgemeine „Call-out-Cultur“ und die Möglichkeit immer noch ein Mehr verlangen zu können, immer noch vorzuhalten, dass andere es immer noch falsch machen, ist da sicherlich verführerisch. Gerade dann, wenn diverse Regeln den eigenen Anspruch richtig zu liegen absolut absichern, etwa Deutungshoheit etc.

3 Glaubt von sich, „besonders“ und einzigartig zu sein und nur von anderen besonderen oder angesehenen Personen (oder Institutionen) verstanden zu werden oder nur mit diesen verkehren zu können.

Das ist denke ich in der dortigen Szene weit verbreitet, weil man dort davon ausgeht, dass nur sie die unterdrückenden Strukturen erkannt haben und alle anderen nicht. Immerhin sind für viele dort ein Großteil der Frauen nicht in der Lage die Realität zu erkennen, sie sind in einem „verinnerlichten Sexismus“ gefangen. Dazu beitragen dürfte auch die stark verkomplizierte Sprache, die einen „Elitendiskurs“ vortäuscht.

4. Verlangt nach übermäßiger Bewunderung.

Würde ich bei einigen Feministinnen und Feministen so sehen

5. Legt ein Anspruchsdenken an den Tag (d. h. übertriebene Erwartungen an eine besonders bevorzugte Behandlung oder automatisches Eingehen auf die eigenen Erwartungen).

Spiegelt sich schon in diversen Wünschen  nach einer eigenen Sprache, die zwingend zu berücksichtigen ist, in Pronomen, die man sich merken soll und die man zwingend gebrauchen soll und die einen zu etwas besonderes machen, in Verboten von allem und in der Hervorhebung alles weiblichen („Menstruationsblut muss überall gezeigt werden dürfen, weil es weiblich und damit toll ist“ oder „Tampons müssen eine niedrigere Mehrwertsteuer als Babywindeln haben, weil Frauen sie benutzen“ oder „Frauen müssen überall gleich stark vertreten sein, etwa auch im Parlament, obwohl sich weitaus weniger Frauen in Parteien engagieren“ etc)

6. Ist in zwischenmenschlichen Beziehungen ausbeuterisch (d. h. zieht Nutzen aus anderen, um die eigenen Ziele zu erreichen).

Man könnte hier anführen, dass diverse Gruppen als Opfer dargestellt werden müssen, auch wenn dies diesen eher schadet als wirklich nützt, damit die SJWs einen gerechten Kampf führen können. Desweiteren passt dazu die Behandlung von Männern die gefälligst ihre „Privilegien“ aufgeben sollen ohne das Frauen ihrerseits etwas machen sollen um die Lage zu ändern (etwa andere Jobs wählen oder mehr Überstunden etc).

7.Zeigt einen Mangel an Empathie: Ist nicht willens, die Gefühle und Bedürfnisse anderer zu erkennen oder sich mit ihnen zu identifizieren.

Dazu zitiere ich noch mal Lucas Schoppe:

“Das Objektfifizierungsargument ist schwach.” Ich finde es ohnehin schwach, auch in anderen Zusammenhängen. Natürlich nehmen wir einander als Objekte wahr – als was denn sonst? Zu denken, ich würde einen anderen Menschen ganz als Subjekt wahrnehmen können, als würde ich die Welt ganz aus seiner Perspektive sehen – das wäre anmaßend. Es geht probeweise, als Gedankenexperiment – aber trotzdem bleibt der andere Mensch immer auch ein Objekt.

Für Mead ist das sogar der Beginn der Reflexionsfähigkeit und der zivilen Kompetenz – zu lernen, sich auch selbst als Objekt wahrnehmen, sich nämlich durch die Augen der anderen sehen zu können. Eben das ist etwas, was feministische Positionen in der Regel verweigern – die sind festgetackert in der eigenen Perspektive.

“I bathe in male tears” – DAS ist wirklich eine Objektifizierung, die widerlich ist. Statt das zu sehen, wird eine bekloppte Doppelmoral aufgefahren: “Ich genieße den Schmerz, das Leid von anderen” – das ist super, eine tolle emanzipatorische Botschaft. “Ich finde andere schön.” – SEXIST PIG, objektifizierendes Arschloch!

Wer das Leid von anderen genießt und damit noch prahlt – der besteht tatsächlich darauf, dass der andere Mensch ganz Objekt bleiben muss, dass er auch nichts anderes sein darf, dass seine Perspektive niemals zählt. Wer andere schön findet und das zeigt, kann hingegen zugleich problemlos auch deren Perspektiven wahrnehmen.

Objektifizierend ist also gerade die feministische Perspektive, die mit ihrem Gerede von Definitionsmacht und Patriarchat die Perspektiven von Männern (und von nicht-feministischen Frauen) ausgrenzt und diffamiert. Das merken deren Protagonistinnen nur nicht – eben weil sie gar nicht in der Lage sind, sich selbst ab und zu auch mal mit den Augen anderer zu sehn.

 

8. Ist häufig neidisch auf andere oder glaubt, andere seien neidisch auf ihn/sie.

Dazu kann man wunderbar auf „männliche Privilegien“ auf der einen und „fragile Männlichkeit“ auf der anderen Seite verweisen. Es wird Ergebnisgleichheit gefordert ohne das man „Anstrengungsgleichheit“ möchte.

9 Zeigt arrogante, überhebliche Verhaltensweisen oder Haltungen.

Wo sollte man da anfangen? SJWs sehen sich im Besitz der absoluten Wahrheit, diskutieren nicht, sondern belehren allenfalls, fordern absolute Deutungshoheit ein und das die anderen gefälligst die Welt für sie besser machen sollen, weil es nicht ihre Sache sei, da etwas für zu tun, wenn sie es wollen sondern die anderen es ihnen gefälligst geben sollten.

Ein anderes Modell nimmt nach der Wikipedia die Bewertung wie folgt vor:

Im Alternativmodell des DSM- 5 ist die NPS charakterisiert durch Schwierigkeiten in der Identität, Selbststeuerung, Empathie und Nähe, zusammen mit spezifischen maladaptiven Persönlichkeitsmerkmalen in der Domäne Antagonismus. Es müssen Bedingungen A und B erfüllt sein.[35][36]

A. Mittelgradige oder stärkere Beeinträchtigung im Funktionsniveau der Persönlichkeit, die sich durch typische Schwierigkeiten in mindestens zwei der folgenden Bereiche

manifestiert:

  1. Identität: Übermäßiger Vergleich mit anderen zur Selbstdefinition und Selbstwertregulation; übertriebene Selbstüber- oder -unterschätzung oder schwankend zwischen den Extremen; die Emotionsregulation hängt stark von Fluktuationen im Selbstwertgefühl ab.
  2. Selbststeuerung: Die persönliche Zielsetzung orientiert sich am Erlangen von Anerkennung durch andere; die persönlichen Maßstäbe sind unangemessen hoch, um sich als außergewöhnlich erleben zu können, oder zu niedrig aus einer überzogenen Anspruchshaltung heraus; die Person ist sich oftmals eigener Motivationen nicht bewusst.
  3. Empathie: Eingeschränkte Fähigkeit, die Gefühle und Bedürfnisse anderer Personen zu erkennen oder sich mit ihnen zu identifizieren; übertriebene Ausrichtung auf die Reaktionen anderer, jedoch nur, wenn diese als wichtig für die eigene Person betrachtet werden.
  4. Nähe: Zwischenmenschliche Beziehungen sind weitgehend oberflächlich und dienen der Selbstwertregulation; die Gegenseitigkeit ist eingeschränkt durch geringes echtes Interesse an den Erfahrungen anderer und durch das vorherrschende Bedürfnis nach persönlichem Gewinn.

B. Vorliegen der beiden folgenden problematischen Persönlichkeitsmerkmale:

  1. Grandiosität (eine Facette der Domäne Antagonismus): Anspruchshaltung, entweder offenkundig oder verborgen; Selbstbezogenheit; starkes Festhalten an der Überzeugung, besser zu sein als andere; herablassende Haltung gegenüber anderen.
  2. Suche nach Aufmerksamkeit (eine Facette der Domäne Antagonismus): Übermäßiges Bestreben, aufzufallen und im Zentrum der Aufmerksamkeit anderer zu stehen; Verlangen nach Bewunderung.

Das passt aus meiner Sicht auch sehr gut zu vielen Ausprägungen im Feminismus. Gerade das beständige Virtue Signalling passt zur Selbststeuerung und die Identität und der Vergleich mit anderen hat dort auch seinen festen Platz, eben so die Vorstellung, dass man eine starke Anspruchshaltung haben kann und die starke Selbstbezogenheit und die Suche nach Aufmerksamkeit.

Das muss natürlich nicht bedeuten, dass alle SJWs Narzissten sind. Aber es ist denke ich ein Umfeld, in denen Narzissten sich schnell sehr heimisch fühlen können.