Margarete Stokowsky zu Zizek, Jordan Peterson und der Panik, dass Männern die Kontrolle über Frauen und Sex entgleitet.

Margarete Stokowsky meint, dass Männer Angst vor der weiblichen Sexualität haben:

Man kann ja viel über Feministinnen sagen, aber dass man von ihnen derzeit wenig hört, wäre gelogen. Ein viel beachtetes Buch der Philosophin Kate Manne ist kürzlich auf Deutsch erschienen, es heißt „Down Girl“ und untersucht die Logik der Misogynie.

Eine der Hauptthesen Mannes ist, dass man Frauenhass besser versteht, wenn man ihn nicht als Eigenschaft einzelner Personen betrachtet, sondern als systematisches gesellschaftliches Phänomen: „Eine solche Feindseligkeit muss nicht zwangsläufig eine unmittelbare Grundlage in der (…) Psyche eines einzelnen Akteurs haben. Institutionen und andere gesellschaftliche Umgebungsfaktoren können ebenfalls selektiv abschreckend, ‚eisig‘ oder feindselig gegenüber Frauen sein.“ Eine relativ simple Einsicht, die in der Diskussion zum Equal Pay Day viel hätte helfen können.

Klar, wenn man auf die Gruppe schaut und dann einfach nur auf Unterschiede zwischen den Gruppen, dann war es in der Tat schon immer einfacher einer anderen Gruppe die alleinige Schuld an allem zuzuschieben und „Strukturen“ am Werk zu sehen.  Das ist im Feminismus nichts neues. Ich zitiere mal eine Besprechung des Werkes auf Amazon:

Cornell Assistant philosophy professor and feminist author Kate Manne has produced a jargon-laden polemic arguing that misogyny has been institutionalized in Western society as an enforcer of social norms that oppress women in a systematic way. The result, according to Manne, is that women are kept down, systematically discriminated against, objectified and oppressed by men for the purpose of extracting „feminine coded goods and services“ such as sex and care giving from women without appropriate consent or compensation. When women seek their own autonomy, power and status in society misogynist tactics are used to suppress, slap down and literally or metaphorically strangle them. Manne leaves women in this state of righteous victimhood concluding that she is pessimistic that the patriarchial establishment of Western cultures can be changed. She identifies the victims (women and girls) and the oppressor (male misogyny) but identifies neither any cause nor any solution. The book is simply a list of ways in which Manne’s „patriarchy“ victimizes females and rewards males.

Manne never asks how this may have come about or even clearly defines what the „Patriarchy“ is, simply accepting the blurry concept thrown around in feminist writing generally. The word „Patriarchy“ serves the same function here as the word „Establishment“ in the 1960s and 1970s and the phrase „Military Industrial complex“ did in the 1950s and 1960s. Although never described, it is made to seem as though it has a set of social rules and dogmas very much analogous to a kind of „Protocols of the Privileged Elders of the Male Sex“. For Manne male oppression is a useful straw man, but she offers no vision of how to change the social order to eliminate female oppression and create an equal society where women are empowered rather than suppressed.

This brings us to the central weakness of Manne’s argument. She does not address where the cultures she complains of came from. How her culture of misogyny evolved, does not even seem to be of interest to her. Manne dismisses the existence of meaningful biological sex differences, by saying that there is no control group of women and men brought up in an equal society to do experiments on. She therefore throws out in one sentence all of the scientific findings of anthropology, evolutionary biology, evolutionary psychology and behavioral genetics regarding biological sex differences.

This is a key flaw because Manne does not recognize the fact that culture co-evolves with biology. The fact that all cultures have some differential treatment of males and females does not mean much to Manne. And these cultural differential treatment of men and women are of course all different interpretations of biological differences. Men and women have always cooperated and traded with each other for the things they cannot provide for themselves, including sex, resources, shelter and security. And many traditionally focused women are still very comfortable trading „feminine coded goods“ for financial security. But worse still, Manne argues that she does not even want to know about biological sex differences because, even if true, they could be weaponized to the disadvantage of women. She concludes by writing that biological sex differences should be disregarded and men and women should be treated identically because even if that is unjustified it would help right the wrongs the „patriarchy“ has inflicted on women since time immemorial. Until Manne comes to grips with biology, she will never find the roots of either her „patriarchy“ or of the better social norms needed to replace it.

The effect of all this is to demonize males and make women into helpless victims. We can do better than that. And women deserve more credit. They are not just disempowered victims. Western cultures have evolved enormously toward a balance of male/female equality of opportunity. There is a long way yet to go and one thing we can do to start is by passing the Equal Rights Amendment to the US Constitution.

Klingt nach dem üblichen Feminismus. Aber es ist kein Wunder, wenn es dann Stowkowski gefallen hat.

Ein anderes frisch übersetztes Buch ist „I’m every woman“ der Comiczeichnerin Liv Strömquist (lesen Sie hier die Kritik von SPIEGEL ONLINE). Sie erzählt von berühmten männlichen Genies, allerdings aus der Sicht der Frauen, die an ihrer Seite beziehungsweise in ihrem Schatten lebten und nicht selten darunter litten.

Weil Leistungen von Männern eben immer nur durch die Unterdrückung der Frau gelingen können!!!11

Aber auch insofern wieder ein typischer Stowkowski-Artikel. Sie reiht eigentlich immer irgendetwas mit einem vagen Bezug zusammen und verbindet es mit Floskeln wie „der Feminismus ist ganz schön aktiv“

Apropos Genies und Leid. Die Fülle neuer feministischer Publikationen ist nicht für jeden erträglich. Auftritt Slavoj Zizek! Stop in the name of love, so könnte man seinen Text in der „NZZ“ übertiteln, wenn er nicht schon den wenig subtilen Titel hätte: „Soll denn nun auch alles Erotische entzaubert werden? In was für langweiligen Zeiten leben wir eigentlich?“

Der Philosoph ist entsetzt von der Vielzahl neuer feministischer Werke, die sich mit dem weiblichen Körper beschäftigen. Hier ein Buch mit Vulva-Bildern, dort Workshops über weibliche Genitalien: Hölle. Manchmal sind es eben doch einzelne, sehr konkrete Akteure, die es nicht gut verkraften, wenn Frauen tun, worauf sie Lust haben.

Zizek stellt fest, dass Feministinnen nur eins im Sinn haben: „Die männliche Fetischisierung der Vagina als das ultimativ mysteriöse Objekt der (männlichen) Begierde muss überwunden werden. Anstelle dessen soll die Vulva für Frauen zurückerobert werden, in all jener Komplexität, die frei ist von sexistischen Mythen.“

Der Text von Zizek ist leider hinter einer Paywall, insofern kann ich nichts dazu sagen. Aber er hätte recht, wenn es nur darum geht, dass der Feminismus das erotische entzaubern will.

Die Frauen wollen sich also die Vulva zurückerobern und das ist natürlich frech ohne Ende. Zizek zählt als Beispiel ein Buch der bereits oben genannten Liv Strömquist auf. Auf Deutsch heißt es „Der Ursprung der Welt“, eine Graphic Novel zur Kulturgeschichte der Vulva und der Menstruation. Es geht darin um alle möglichen Tabus im Zusammenhang mit Genitalien, um Klassiker der Tamponwerbung (immer mit blauem „Blut“ und nie mit rotem), um Schönheitsoperationen (bei Männern: untenrum alles größer, bei Frauen: alles kleiner), und auch wenn man ganze Regalmeter von Literatur über Sexualität gelesen hat, lernt man darin noch etwas Neues. Würde ich sagen. Zizek sagt: Schwierig, da noch einen hochzukriegen.

Das Feministinnen auf eine wohl auch den meisten Frauen wenig zusagenden Art und Weise von Menstruation und dem Herumzeigen des Blutes besessen sind, hatte ich auch schon in einigen Artikeln:

Und das da gerne eine Unterdrückungsgeschichte reingedeutet wird, dass Leute kein  Menstruationsblut gezeigt bekommen möchten, war da auch Thema. Wie Stömquist das in dem Buch aufarbeitet kann ich aber nicht sagen.

Er sagt es natürlich feiner, es ist immer noch Feuilleton, aber manchmal ist Feuilleton auch nur Stammtisch mit Fachbegriffen, eine geadelte Version dessen, was der kleine Mann von der Straße nur grummeln kann, bis er erleichtert in der Zeitung liest, dass es von seinem Sexismus auch eine intellektuelle Version gibt.

Entmystifizierung der Exkremente?

„Ist dies wirklich ein Fortschritt?“, fragt Zizek angesichts des Versuchs, etwas mehr Wissen über weibliche Geschlechtsorgane unters Volk zu bringen: „Wenn ja, dann sollten wir diesen Gedanken konsequent zu Ende führen und auch Exkremente entmystifizieren und entfetischisieren.“

Man kann durchaus dafür sein, dass Leute über ihre Geschlechtsorgane und die anderer Bescheid wissen, aber dennoch keine Spermaergüsse, Menstruationsblut oder andere Ausscheidungen des Körpers sehen wollen.

Interessant. Wo es doch allen Studien zufolge immer noch Männer sind, die die Kulturtechnik des unverlangt eingesandten Dick Pics in den letzten Jahren so konsequent durchgesetzt haben, dass kaum eine heterosexuelle Frau noch unbepimmelt soziale Medien benutzen kann.

Ich habe bisher noch nie einer Frau ein unverlangtes Dick Pic übersandt und ich vermute, dass das den meisten Männern so geht. Aber wenn man Männer als Gruppe sieht, dann haben eben DIE MÄNNER eine Kulturtechnik des Dick Pics Versenden entwickelt.

Auch ein merkwürdiges Argument: Ihr versendet doch auch Dick Pics und wir wollen das nicht, da können wir doch auch Menstruationsblutbilder zeigen.

Nun wäre es eigentlich nicht besonders erwähnenswert, wenn ein knapp 70 Jahre alter Philosophieprofessor von feministischer Popkultur überfordert ist. Hier das Genie, da die Genitalien, dazwischen blankes Unverständnis. Diese ungeheure Kränkung, dass nicht nur die Sonne nicht um die Erde, sondern auch die Frau nicht mehr um den Mann kreist.

Mit Charme eines Waldschrats

Natürlich ist es auch ein bisschen lustig, wenn ausgerechnet Zizek Feministinnen vorwirft, die Sexyness des weiblichen Körpers zu zerstören, während sein eigener Kultstatus bei Linken und Philosophiestudenten unter anderem darauf beruht, dass er den Charme eines wetternden Waldschrats versprüht – ein Auftreten, das eine Frau sich nie erlauben dürfte, wenn sie auch nur einen Fuß in den Kultur- oder akademischen Betrieb setzen wollte.

Lustig ist es aber vor allem auch, dass Zizek allerlei Psychoanalyse und kritische Theorie auffährt, um am Ende auch nur zu sagen, was alle #MeToo-Kritiker sagen, die Angst haben, dass ihre Flirttechniken nicht mehr als Lifehacks durchgehen: „Das Ergebnis ist nicht eine neue Freiheit, sondern die graue Realität, in der Sex vollkommen unterdrückt wird.“

Auch klassischer Feminismus: Ihr wollt ja nur in Ruhe belästigen können! Was euch eigentlich nicht daran gefällt jedes Ansprechen einer Frau als Belästigung einzustufen und „enthusiastic Consent“ einzuführen, ist, dass damit eure Belästigungen von Frauen, die ihr als Patriarchen ganz selbstverständlich findet, bewahren wollt.

Vollkommen ausgeblendet wird, dass auch bereits genug Frauen eine entsprechende Kritik am Feminismus der heutigen Zeit formuliert haben, etwa Schauspielerinnen um Catherine Deneuve

Dann kommt etwas Jordan Peterson-Bashing, was auch ein typisches „zum nächsten Thema springen“ ist, wie es häufig in ihren Artikeln vorkommt. Einfach mal was andeuten oder raushauen ohne da mal in die Tiefe zu gehen.

Ein anderer Intellektueller, der fürchtet, dass es mit dem Sex bergab gehen könnte, ist Jordan Peterson, ein Psychologe, der von Rechtsextremen gefeiert wird und kürzlich in der „Zeit“ erklären durfte, dass Männlichkeit für Ordnung steht und Weiblichkeit für Chaos. Petersons claim to fame ist es, dass er sich 2016 von den Plänen der kanadischen Regierung unterdrückt fühlte, ein Gesetz einzuführen, das Transgender vor Diskriminierung durch falsche Bezeichnungen schützen soll. Peterson befand sich davon in seiner Redefreiheit eingeschränkt.

Peterson erklärt in jedem Interview, dass ihn Rechtsextreme gerade nicht feiern, sondern er auch von dieser Seite erheblich angegriffen wird. Und auch die Aussage an sich stimmt so nicht:

Er hat nicht gesagt, dass Männer Ordnung und Frauen Chaos sind. Er weist zu Recht darauf hin, dass in der religiösen Mythologie Ordnung / Gesellschaft meist als symbolisch männlich und Chaos / Natur als symbolisch weiblich dargestellt wird. Das gilt auch für die moderne Populärkultur; die Gesellschaft wird als Patriarchat bezeichnet, und die Natur als Mutter Natur. „Vater Natur“ macht einfach keinen Sinn, auch wenn wir nicht verstehen, warum.

Er nennt zwei mögliche Gründe, warum dies der Fall ist. Erstens, in den meisten Arten sind es die Weibchen, die Nachkommen gebären, was ein Akt der Schöpfung ist. Veränderung, Schöpfung und Zerstörung, die Elemente des Chaos sind, werden daher mit Frauen in Verbindung gebracht. Zweitens üben menschliche Frauen die sexuelle Selektion aus, und in darwinistischer Hinsicht ist die Natur das, was auswählt. Deshalb sind Frauen für Männer buchstäblich die Natur.

Sowohl Männer als auch Frauen sind eine Kombination aus Männlichkeit und Weiblichkeit, Ordnung und Chaos. Niemand ist reine Ordnung oder reines Chaos, obwohl man mehr von einem sein kann als das andere.

Insofern ist die Gleichsetzung von Frauen mit „Chaos“ keineswegs ein wichtiger Bestandteil seiner Ansichten, es ist nur etwas, was er als eine Gleichsetzung vorfindet.

Diese Gleichsetzung findet sich aber ja durchaus auch im Feminismus: Der Mann, der einschränkende Systeme und Strukturen schafft, der Feminismus, der diese Strukturen durchbrechen will, Freiheit für alle aus der schlechten Ordnung der Männer, nicht mehr zwei klare Geschlechter, sondern hunderte, ein Spektrum, keine Zuordnung mehr, die Auflösung der klaren Strukturen, der Ordnung eben. Statt dessen Abstellen auf Gefühle, richtig ist nicht, was die Logik sagt, was überprüfbar und in ein System einzuordnen ist, sondern was man sein will, was man für richtig hält, was derjenige zB als Unterdrückung ansieht.

Fürs „Zeit“-Feuilleton ist das nicht abstoßend genug, ihm nicht in einem langen Interview zu hofieren. „Heute ist er ein Star der Maskulinisten, die die Männlichkeit gegen die Anfeindungen des Feminismus verteidigen – und der rechtsextremen Alt-Right-Bewegung. Zum Gespräch in Zürich erscheint Jordan Peterson im eng geschnittenen Dreiteiler. Er habe, erklärt er, stark abgenommen, seit er sich ausschließlich von Fleisch ernähre.“

Auch hier wieder eine sehr billige Darstellung. Er hat natürlich ein sehr breites Publikum, gerade weil er eben Selbsthilfe im Programm hat, Gedanken, wie man sein Leben in den Griff bekommt und die Verantwortung für dieses übernimmt. Die Alt-Right-Bewegung hat damit auch ihre Probleme, weil sie eben auch eine Identitätspolitik sind, die er ebenso angreift, wie linke Idenititätspolitiken. Auch diese sollten nach seiner Meinung „ihr Zimmer aufräumen“.

Und er isst auch nicht einfach so nur Fleisch, sondern er fing damit an, weil es seiner Tochter half, die eine bestimmte Krankheit hatte und nach vielen Versuchen mit verschiedenen Diäten damit Beschwerdefrei wurde. Da auch er davon betroffen war versuchte er dann die gleiche Diät. Aber das ist natürlich eine Geschichte, mit der man weit weniger verteufeln kann.

Misogynie verbindet Rechte mit Linken

Diese lebendige Karikatur einer Männerrechtlers erklärt im Interview, dass Linke und Feministinnen nicht froh genug sind über den Segen des Patriarchats: „Es gibt nicht genug Dankbarkeit. Sie verhungern nicht, ich auch nicht. Wir haben keine Pest, wir haben keinen Krieg, es gibt keine verdammten Straßenkrawalle. Die Leute nehmen das alles als gegeben hin. Sie beklagen sich über das repressive Patriarchat.“

Das ganze Zitat wäre:

„Betrachten wir die symbolische Repräsentation – sagen wir Ordnung-Männlichkeit. Sie teilt sich in zwei gleich mächtige archetypische Unterkategorien, eine ist positiv, die andere negativ. Die positive ist der weise König, die negative der Tyrann. Der Tyrann allein, glauben die Radikalen, sei unsere Kultur. Aber das ist nicht nur so – man kann es fälschlicherweise so sehen, weil jede Kultur auch ein Monster ist. Die menschliche Geschichte ist vom ersten Tag an von Blut und Katastrophen gezeichnet. Jede soziale Struktur bringt auch Schreckliches hervor. Aber man sollte das Kind nicht mit dem Bade ausschütten. Die Radikalen kritisieren das Patriarchat nur für seine blutige und brutale Seite. Aber was ist die Alternative? Es ist mir egal, dass das Patriarchat als repressiv charakterisiert wird. Es macht mir Sorgen, dass es ausschließlich als repressiv charakterisiert wird. Das ist nicht akzeptabel. Es gibt nicht genug Dankbarkeit. Sie verhungern nicht, ich auch nicht. Wir haben keine Pest, wir haben keinen Krieg, es gibt keine verdammten Straßenkrawalle. Die Leute nehmen das alles als gegeben hin. Sie beklagen sich über das repressive Patriarchat. Sie haben keine Ahnung, wovon sie da reden.“

Das ist aus meiner Sicht etwas ganz anderes als das, was im Stokowski vorwirft. Er führt an, dass die guten Seiten im Patriachat nicht erkannt werden, dass die Welt also besser ist als behauptet wird bzw das mit dieser Struktur auch etwas gutes erreicht wird und man schauen muss ob andere Strukturen dies ebenfalls erreichen können.

Kein Krieg, keine Krawalle, kein Widerspruch des „Zeit“-Interviewers. Stattdessen viel Platz für Beobachtungen wie diese: „Aber gerade die radikale Linke hat einen Knoten in der Unterhose wegen der sexuellen Übergriffe. Die #MeToo-Bewegung ist überall. In 20 amerikanischen Staaten haben wir Gesetze, die die ausdrückliche Zustimmung zu Sex regeln.“ Ja, grausame Zeiten, in denen man Leute nicht ungefragt vögeln darf.

Der längere Absatz auch hier:

Außergewöhnlich interessant dabei ist, dass Sexualmoral auf dem ersten Blick etwas für Konservative, für Traditionalisten wie mich zu sein scheint. Aber gerade die radikale Linke hat einen Knoten in der Unterhose wegen der sexuellen Übergriffe. Die #MeToo-Bewegung ist überall. In 20 amerikanischen Staaten haben wir Gesetze, die die ausdrückliche Zustimmung zu Sex regeln, und es gibt sexuelle Verhaltensregeln an den Universitäten, nach denen Sie jeden kleinen Schritt in einer intimen Beziehung vorher mündlich verhandeln müssen. Das gute alte sexuelle Tabu, das wir glaubten, los zu sein, manifestiert sich bei der radikalen Linken noch stärker, und das heißt doch was.

Es geht im also darum, dass gerade die Linke hier eine bestimmte Sexualmoral entwickelt, die eben Sexualität erheblich reguliert und einschränkt und von den meisten Menschen wohl so auch nicht nachvollzogen werden kann. Sex als etwas schmutziges und gefährliches.

So verschieden Zizek und Peterson auf den ersten Blick wirken – hier der Star der Linken, da der Star der Rechten -, so nah sind sie sich in der Panik, dass Männern die Kontrolle über Frauen und Sex entgleitet. Und wenn heute gefragt wird, wie die Linke und die Rechte jemals wieder in einen Dialog treten können, so ist das vielleicht die lang ersehnte Lösung: vereint in Misogynie. Eine gemeinsame Veranstaltung von Zizek und Peterson soll im April in Toronto stattfinden. „Happiness: Capitalism v. Marxism“ ist der Titel, die günstigsten Tickets kosten aktuell um die 500 Euro.

Es ist eben mal wieder ein sehr vereinfachter Blick auf die Dinge. Tatsächlich werden auch die meisten Frauen kein Menstruationsblut sehen wollen und ich denke das letzte was Frauen wollen, ist das sie pausenlos enthusiastische Zustimmung zu sexuellen Handlungen signalisieren wollen oder das jeder Schritt beim Sex mündlich ausgehandelt werden soll.

Stowkowski zeichnet das alte Bild: Die Frauen repräsentiert durch den Feminismus gegen die (alten, weißen) Männer repräsentiert durch das Patriarchat.
Tatsächlich steht der Feminismus in vielen Fällen schlicht gegen Männer und Frauen.

47 Gedanken zu “Margarete Stokowsky zu Zizek, Jordan Peterson und der Panik, dass Männern die Kontrolle über Frauen und Sex entgleitet.

  1. Tja der Böse Feminismus. Manche Männer denken dann: ab nach Thailand, wo die Frauen noch besser sind . Aber das ist ein Trugschluss naiver Jünglinge, denn wie
    Anon Nymous richtig schreibt:
    Der Punkt ist, dass im ärmeren Ausland die Frauen nicht anders sind wegen ihrer Nationalität, sondern weil du nicht als Mensch betrachtet wirst sondern als Geldscheissendes Ticket in ein besseres Leben. Sobald die „andere Frau“ das erreicht (Heirat, Aufenthalt, Frist abwarten, Scheidung), ist sie eben nicht anders… sie zieht dich hier übern Leisten und bemüht sich nen Braten in die Röhre geschoben zu bekommen, egal ob von dir, um Geld zu bekommen ohne was tun zu müssen außer eben Mutter zu sein und ganz eine moderne Frau sein zu können. Kenn genug Männer die nur als Schlüssel für angenehmes Leben in Deutschland missbraucht wurden. Ob Thailänderin, Tadschikin oder weiß der Geier woher die kommt spielt keine Rolle, denn hierzulande wird sie sich immer an die Gesellschaft anpassen und ihre Rechte ausnutzen um sich einen persönlichen Vorteil zu verschaffen, das ist nur menschlich….

    • Die Chancen stehen gut, dass die alten weißen feministischen Frauen aussterben. Außerdem ist es unappetitlich, der Oma Stokowsky zum Thema Sex und Menstruationsblut zuhören zu müssen. Der Knoten in der männlichen Unterhose stellt sich automatisch beim Lesen ihrer Texte ein. Ihr Verhalten hat etwas frivol Pädophiles: eine alte Frau redet anzüglich über Sex und insinuiert mit Sätzen wie:
      „Ja, grausame Zeiten, in denen man Leute nicht ungefragt vögeln darf. “
      dass sie noch zu den Menschen gehörte, die davon betroffen wären. Der Satz hätte lauten müssen:
      „Ja, grausame Zeiten, in denen alte, weiße feministische Frauen, sich ungefragt und anzüglich, jungen Menschen aufdrängen und zum Thema Vögeln berät.“ Wenn es denn wenigstens so wäre, dass ihr Voyeurismus noch von einer, zwar längst verblassten, aber authentisch erfahrenen Erotik begleitet wäre – aber davon ist hier so wenig zu ahnen oder zu spüren, wie bei einer Gouvernante.

      Abgesehen davon, sind wir hier Zeuge des Gipfelpunktes einer inkompetenten Denke, die sch bei den Wellen des Feminismus stets am Anfang des feministischen Abschwungs zeigt: das Reden von der Vagina. Das war in den 70ern des letzten Jahrhunderts genauso, bis eine Judith Butler die Vulvafixierung des Feminismus mit dem konstruierten Geschlecht zerschossen hat. Aber von diesen Einsichten ist der geistige Mitläufer des missgünstigen Feminismus – Margarete – so weit entfernt, wie die anale Phase eines Kleinkindes von der entwickelten Geschlechtsbeziehung zwischen einem Mann und einer Frau.

      Petersonsche Sätze wie:

      „Das gute alte sexuelle Tabu, das wir glaubten, los zu sein, manifestiert sich bei der radikalen Linken noch stärker, und das heißt doch was.“

      zeigt die Auswirkung dieser reine Tussi-Denke, die von Merkmalen wie Ursache-Wirkung, Zusammenhang und System befreit ist. „Das gute alte sexuelle Tabu“, wie er schreibt, ist von ihm nicht ironisch gemeint. Er will dessen Geltung. In der banalen Variante wurde es wieder von feministischen Tussis in Universitäten reinstalliert und nicht, wie er insinuiert, von radikalen, marxistischen Linken. Er denkt, Feminismus und Marxismus würden beide unabhängig voneinander zur Reinstallation des sexuellen Tabus gelangen – das ist falsch. Marxismus löst das Tabu auf und der im Aufschwung begriffene Feminismus bedient sich dieser Auflösung, um den weißen Männern an den Karren zu fahren, reinstalliert es aber umgehend, wenn der materielle Hunger der feministischen Anvantgarde befriedigt wurde (Posten in Politik und Universitäten) und das Fußvolk den Feminismus wieder übernommen hat, was seine Ineffektivität und sein Absterben besiegelt. Margarete ist eine von diesen mediokren Leichenverwaltern. Die Führer des postmodernistischen Feminismus haben sich klug der linken Konzepte bedient und die linke, männliche geistige Elite (wenn es so etwas konzeptionell überhaupt gibt) zu Bettvorlegern gemacht. Das Dummy Margarete erkennt in ihrer beachtlichen Weisheit ein Verbindungsglied zwischen ganz rechts und ganz links – Mysoginie – und ist damit wieder am Anfang und wir werden jetzt so zwischen 10 – 20 Jahre warten, bis die nächsten Generation von Mittelschichtsweibern, die sich in der Mitte ihres Lebens befinden wird, alte linke Konzepte ausgräbt, ummodelt und dem staunenden Publikum (inklusive linker männlicher Pudel) das Bild der, dann wieder ganz neuen, Powerfrau vor die Nase hält. Diese Powerfrau wird dann dem Rest der Gesellschaft vorwerfen, sie auf ihre Vulva zu reduzieren und die Frau als Chaos, als Ausdruck unberechenbarer Sexualität auszugrenzen. Die dann nachgewachsene Generation ist dann wieder ganz neu, naiv und unausgelaugt und bereit zur feministischen Ausbeutung.

      • @Klopfer

        Das hast du recht – ich habe sie verwechselt. Macht aber nichts, meine Argumentation ist auch gültig, wenn ich das Attribut „alt“ wegnehme. Feministinnen sind Massenware – sie unterscheiden sich kaum.

    • Hier Ist klar davon auszugehen dass Sie von der Tatsache das kein klar denkender Mann sie auch nur mit der Beiszange anfassen würde schliesst, das Männer die weibliche Sexualität kontrollieren.
      Wenn die einen abkriegt, dann muss das schon einer sein, den es vor rein gar nichts graut.

    • In einem ganz allgemeinen Sinne haben wir das, da wir uns die weibliche Sexualität schlichtweg nehmen könnten. Es ist nicht so als hätten Frauen dem irgendwas entgegenzusetzen.
      In der Realität werden Männer dies aber durch Gesetze und soziale Normen regulieren, da es sonst immer zu Krieg und Streit kommt, was die gesamte Gemeinschaft destabilisiert.

      Ein Roundabout Way um zu sagen: Stimmt du hast recht.

  2. Die Frau heißt Margarete Stokdofsky, nicht Stokowsky. Bitte für die Zukunft merken.

    Als liberaler Mensch finde ich, dass Stokdofsky in einem Punkt recht hat. Der Herr Professor mag bedauern, dass Leute Untenrumbücher schreiben, aber was geht’s ihn an? Ist deren gutes Recht.

    • Als liberaler Mensch solltest Du aber auch den Unterschied zwischen „Bedauern äussern“ und „Verbot fordern“ kennen.

      Warum sollte er nicht sein Bedauern über eine Entwicklung in der Gesellschaft, deren Teil er ist, die ihn also sehr wohl etwas angeht, äussern? Keines der Untenrumbücher wurde verboten, Jordan Petersons Bücher hingegen werden aus Buchhandlungen entfernt …

  3. „Erstens, in den meisten Arten sind es die Weibchen, die Nachkommen gebären, was ein Akt der Schöpfung ist. Veränderung, Schöpfung und Zerstörung, die Elemente des Chaos sind, werden daher mit Frauen in Verbindung gebracht.“

    Ach, Peterson. Da hat er aber offensichtlich das Konzept „Gott“ übersehen, welches in den dominierenden monotheistischen Religionen eben nicht weiblich assoziiert wird.

    „Zweitens üben menschliche Frauen die sexuelle Selektion aus, und in darwinistischer Hinsicht ist die Natur das, was auswählt. Deshalb sind Frauen für Männer buchstäblich die Natur.“

    Ist das so?

    • Es könnte natürlich sein, dass Jordan Peterson einfach nur ein weit überschätzter Schwätzer ist, der in gewissen männlichen Kreisen nur deshalb Kultstatus genießt, weil er ihre Seele schmeichelt.

      • Nun ich denke das er zu Beginn wirklich nur gegen die Einschränkung des Rechts protestiert hat und dabei festgestellt wie gut er beim breiten Publikum ankommt.
        Da war dann die Geschäftsidee gebohren und die kann man eindeutig als vollen Erfolg ansehen.

  4. So nebenbei etwas zu J. Peterson. Ein Freund von mir bekam eine Karte zu seiner Vorstellung (in Zürich glaub ich war das) geschenkt von einem, der total Fan von Peterson ist und der lieber mit jemandem zusammen dahin gehen wollte. Das Buch hatte er ihm auch gleich noch geschenkt. Mein Freund war davon nicht begeistert, ging aber dann hin. Er sagte, die ganze Chose sei ihm vorgekommen wie in einer Sekte. Nur mal so als kleine Bemerkung nebenbei.

    • Sekte heißt, dass eine Clique das Denken vorgibt und das Fußvolk folgt. Eine alleinstehende Führungsfigur mit seinen Anhängern reicht nicht, um eine Sekte zu bildern. Dann wäre er ein Idol. Weißt du, ob sich um Peterson herum so etwas gebildet hat, also ich meine Jünger, Rekrutierer, Geldeintreiber, die autorität einen einheitlichen Denkstil durchsetzen? Würde mich interessieren. Was ich auch interessant finde, dass sowohl Linke, als rechte Nationalisten Peterson nicht mögen, weil für die Linken Peterson ein Vertreter des Zionismus ist und für die Rechten ist er ein subversives U-Boot, das die weiße Rasse dekonstruiert. Möglicherweise vertretet er (unabsichtlich) einen neuen Konservatismus, eine Mischung aus rechts und links, der sich aus mehreren Baukästen bedient.

      • Also ich war ja nicht da. Er hat das nicht weiter begründet sondern nur so ein Gefühl geäussert, weil die Verehrung für Peterson ihm ziemlich übertrieben vorkam, eben so, wie Jünger einen Guru verehren. Ich will hier nicht behaupten, das sei nun eine Sekte und es war von meinem Kollegen auch nicht so gemeint.

      • Eine alleinstehende Führungsfigur mit seinen Anhängern reicht nicht, um eine Sekte zu bildern.

        Die Praxis widerlegt dich recht deutlich. Mir fällt auf Anhieb keine Sekte ein, die nicht von einer alleinstehenden Führungsfigur gegründet wurde.
        Dass solche „Idole“, dann eine Gruppe williger Unterstützer um sich versammeln, die seine Macht und die Sekte weiter ausbauen, ist ja kein Widerspruch.

      • Meinetwegen. Der Sektenbegriff ist weit. Ich meinte Sekte in dieser engeren Bedeutung:

        „Eine kommunikative Verständigung über die Grundlagen des Lebens gilt ihr als blasphemisch und gefährlich. Zur Vermittlung der „wahren Lehre“ benötige sie organisatorisches Handeln und präge über die indoktrinierende Institution nicht nur das Weltbild der einzelnen Menschen, sondern auch deren Sprache in einer Weise, die die Verständigung mit Außenstehenden erschwere“ (Wikipedia)

        Im weiteren Sinn ist Sekte zum Beispiel einfach eine Gruppe von Menschen, die einem anderen Glauben haben, als der Mainstream. Insofern wäre das Urteil von oben (die Anhänger von Peterson bildeten eine Sekte) einfach nur der Hinweis, dass die bei der Veranstaltung von Peterson anwesenden Personen sehr überzeugt von seinen Ideen waren und nicht bereit schienen, diese Ideen in Frage zu stellen. Auf der anderen Seite könnte das Urteil auch bedeuten, dass der, der das Urteil sprach, die Ideen von Peterson als unangemessen empfand und nicht bereit war, seinen Standpunkt zu reflektieren und dann – mittels Projektion – seine Ablehnung rationalisierte, indem er die Gruppe um Peterson als Sekte bezeichnete.

        Meine Frage zielte hierauf. Ich nehme nämlich nicht an, das Petersons Anhänger in der Lage wären, eine Sekte zu gründen, einfach weil hierfür notwendige einfachste organisatorische Handlungen nicht vorgenommen werden (zum Beispiel: regelmäßiges Treffen der Anhänger zur Einübung des Petersonschen Katechismus).

        Wie dem auch sei – ist wohl alles nicht so wichtig. Wichtiger finde ich die Frage, ob das Motiv von Peterson die Verhinderung des Erwachens der weißen Bestie ist, also einer gewalttätigen nationalen Rechten, ein Erwachen, das er infolge seiner eigenen psychologischen Analysen vorhersagt, nämlich den Aufstand der Weißen gegen den Werte- und Kulturverfall (Postmodernismus, Feminismus, Globalisierung, Emanzipation)

    • P. ist bei CAA unter Vertrag.
      Die MeToo Talentagentur.
      P. wird wie nicht wenige Snakeoil Salesman stark von Alpha-Brain Joe Rogan gepusht.

      Jordanetics lauschen.

    • Nur weil du das Wort „Sekte“ erwähnst heißt das noch nichts, es heißt auch recht wenig wenn ich deinen Bekannten einrech „Cuck“ nenne ohne irgendwelche weiteren Details. Ok?

  5. Mein Vorschlag ist, Stokowski (eigentlich alle Feministinnen/Frauen) rückwärts zu lesen, denn so ist der Text konstruiert worden.
    Es geht ihr um die Mobilisierung von „starken Gefühlen“ und Affekten mit Hilfe von Falschdarstellungen, guilt by association und wüsten Spekulationen, die Verschwörungstheorien nicht nur streifen.

    Diese Vorgehensweise hat ein Kalkül: „So verschieden Zizek und Peterson auf den ersten Blick wirken – hier der Star der Linken, da der Star der Rechten -, so nah sind sie sich in der Panik, dass Männern die Kontrolle über Frauen und Sex entgleitet.“ verwurstet sie offensichtlich die „Hufeisentheorie“, wonach radikale Rechte und radikale Linke sich auf einander zu bewegen.

    Unterstellt wird damit, beide hätten das gemeinsame Interesse, die Kontrolle über Frauen und deren Sexualität aufrecht zu erhalten.
    Unterstellt wird weiterhin, Kontrolle über Frauen und deren Sexualität sei das eigentliche Ziel des „Patriarchats“.

    Dem setzt sie am Anfang entgegen: „Die Frauen wollen sich also die Vulva zurückerobern und das ist natürlich frech ohne Ende.“
    Wer sich lange genug mit feministischer „Theorie“ auseinandergesetzt hat weiß natürlich, dass die neueste, rein modische Bezeichnung des weiblichen Geschlechtsteils eine lange Tradition hat.

    Als es noch um die gute alte Vagina ging, entstanden bspw. die „Vagina-Monologe“:
    Ende 1996 führte Eve Ensler selbst das Stück als Solo-Performance erstmals im the HERE Arts Centre, einem kleinen Theater in New York, auf. Dort sah es David Stone, ein Produzent großer Broadway-Shows, der es in ein Off-Broadway-Theater brachte, wo es dreieinhalb Jahre gespielt wurde. Inzwischen ist The Vagina Monologues berühmt. Eve Ensler wurde dafür mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, darunter 1997 mit dem Obie Award.“ (Wiki)

    Künstlerisch noch früher aufgegriffen wurden diese Thematik in der Installation „The Dinner Room“ der feministischen Künstlerin Judy Chicago (Herv. von mir), „die die Geschichte der Frauen in der westlichen Zivilisation symbolhaft darstellt. Es gibt 39 aufwendig eingedeckte Sitzplätze für mythisch und historisch berühmte Frauen, die entlang eines dreieckigen Tisches angeordnet sind. Sacajawea, Sojourner Truth, Eleonore von Aquitanien, Theodora I., Virginia Woolf, Susan B. Anthony und Georgia O’Keeffe gehören zu den Gästen.
    Jeder Platz umfasst Keramik-Besteck, einen Kelch sowie einen individuell gestalteten handbemalten Porzellanteller mit einem darunter liegenden, in einer Vielzahl von Techniken ausgeführten Tischläufer mit eingesticktem Namen und Goldumrandung. Jeder Teller, mit Ausnahme desjenigen von Sojourner Truth, ist, in Anlehnung an die anatomischen Variationen einer Vulva und ihrer poetischen Umschreibung als Blume, passend zum charakteristischen kulturellen Beitrag oder Erkennungszeichen der Eingeladenen gestaltet.“ (Wiki)
    Diese Installation wurde erstmals 1979 ausgestellt.

    Inklusive der feministischen Selbsthilfegruppen seit Anfang/Mitte der 70er, die sich mit dem Spekulum auf die Suche nach der eigenen Weiblichkeit begaben, hat die „Zurückeroberung der (JETZT NEU!) der Vulva“ eine über vierzig Jahre währende Geschichte.
    Sie ist selbstverständlich eine ungebildete feministische Rotzgöre, aber sie muss dem Publikum auch eine Geschichte als neu und revolutionär verkaufen, die erwiesenermaßen keine ist.
    Ohne behaupteten „Tabubruch“ (neu und mit verbesserter Rezeptur) ist die Macht der Vulva einfach nur eine weitere narzisstisch-feministische Nabelschau.

    Zizek greift diese Historie leider nicht auf, gibt in seinem Artikel in der NZZ jedoch zu bedenken:
    „Das bringt uns zurück zu den Versuchen, die Vulva zu «entmystifizieren». Um ein altes Sprichwort zu verwenden: Jene, die dies tun, merken nicht, dass sie das Kind mit dem Bade ausschütten. Die Attacke der Feministinnen auf die Idee der Vagina als ein fetischisiertes Objekt der männlichen Begierde ist also auch eine Attacke auf die Grundstruktur der Sublimierung, ohne die es das Erotische gar nicht gäbe – was dann noch bleiben würde, wäre eine langweilige gewöhnliche Welt, in der keine erotische Spannung mehr zwischen Menschen existierte. Die «entfetischisierten» Organe würden die Feministinnen dann als das ausgeben, was sie sind: Körperorgane. (…) Das Ergebnis ist nicht eine neue Freiheit, sondern die graue Realität, in der Sex vollkommen unterdrückt wird. Ist es das, was wir wollen?“
    https://www.nzz.ch/feuilleton/slavoj-zizek-feministinnen-rauben-dem-weiblichen-koerper-den-reiz-ld.1462142 (die „repressive Entsublimierung“ hat er allerdings missverstanden)

    Anders herum: Wenn Brüste, Vulva und Vagina „entmystifiziert“ werden sollen und bloße Körperteile sind, worauf basiert dann die „Sexyness des weiblichen Körpers“, was ist seine materielle Grundlage?
    Bemerkenswert ist, Stokowski behauptet einen Versuch der (patriarchalen) Kontrolle über die weibliche Sexualität unter Aussparung der Funktion, den diese Kontrolle hat, weil auch „weibliche Sexyness“ – ihr zufolge – keine Funktion (und keine materielle Grundlage) hat.

    Damit wird im Grunde die „Sexyness des weiblichen Körpers“ zu einer Erfindung des Patriarchats.
    Nur mit diesem schrägen Weltbild lassen sich die Versuche der Kosmetikindustrie, körperliche Merkmale von Frauen zu betonen oder zu kaschieren, Brüste durch Dekolletes herauszustellen, Hüften durch passgenaue Kleider zu modellieren etc. als internalisierte Frauenfeindlichkeit und nicht als Mittel intrasexueller Konkurrenz verkaufen.
    Die kapitalistische Kosmetikindustrie verkauft aber nur vordergründig ein Produkt.
    Sondern das Produkt hat eine Funktion, die Verwendung des Produkts folgt einem Ziel und erst durch die Verwandlung des Ziels in ein Bedürfnis entsteht als Wunsch und Nachfrage eine Ware, die frau konsumieren kann.

    In einem „Emma“-Artikel von 2010 kann die identische Verschwurbelung am Beispiel von „Sex and the City“ nachvollzogen werden (Herv. von mir): „Die Wandlung der befreiten Sexualität zur Unterdrückung von Frauen ist nirgendwo besser zu sehen als bei den geheimen Stars der Serie: den Schuhen. Bei „Sex and the City“ hatten die Schuhe einen symbolischen Status – sie symbolisierten eine emanzipierte und selbstbewusste Weiblichkeit.“
    Wie sieht die feministische Verarbeitung aus? Notgedrungen: „Die Sexualität der Frauen geriet außer Kontrolle, oder besser gesagt, unter die Kontrolle jener, die sie manipulierten, um mit ihr Geld zu verdienen.“
    https://www.emma.de/artikel/sex-and-city-wir-wollten-doch-nur-sexy-sein-265121

    Man kann symbolischen Status erwerben und – der Wunschfabrik des patriarchalen Kapitalismus sei Dank – das ist möglich.
    Aber die Macht des symbolischen Status hat sie den Objekten verliehen, weil diese repräsentieren, wie sie gerne gesehen werden will. Niemand muss sie unterdrücken – sondern nur davon überzeugen, mit dem symbolischen Status des Objekts eignet sie sich gleichzeitig eine „emanzipierte und selbstbewusste Weiblichkeit“ an, die sie überstreift/anzieht.
    Sie selbst hat also „befreite Sexualität“ in ein Symbol=Produkt verwandelt, das sie dann kaufen kann.
    So funktioniert weiblicher Konsumerismus.

    Aber natürlich darf man diesen Akt nicht Selbstunterwerfung nennen, ich überlese auch großzügig folgenden Satz, in der zur Funktion ihrer Sexyness steht: „Sexualität sollte gleichzeitig unser Schild und unsere Waffe sein.“
    Nein, es handelt sich vielmehr um – feministischen Ausredenkalender umblätter – patriarchale Kontrolle.

    Zum Glück ist Stokowski ganz anders, wenn sie fordert: „Frauen wollen ihre Vulva zurück“, denn bekanntlich ist diese patriarchaler Besitz und wird Frauen nur hin und wieder zum Eigengebrauch zugestanden (vorzugsweise zum nicht konsensuellen Sex und zur Menstruation).
    Bis dahin kann man das „viel beachtetes Buch der Philosophin Kate Manne“ kaufen oder „I’m every woman“ der Comiczeichnerin Liv Strömquist“, in dem vorzugsweise behandelt wird, warum jedes Problem einen Penis hat.
    Dies symbolisiert nämlich eine emanzipierte und selbstbewusste Weiblichkeit.
    Jetzt aber wirklich, echt jetzt!

    • Natürlich startet und endet der feninistische Sexismus regelmässig bei der Vergöttlichung der Geschlechtsorgane. Dass die Fetischisierung dann noch den „anderen“ untergeschoben werden soll, ist Folge des übersteigerten paranoid-narzisstischen Chauvinismus dieser Sexisten.

      Schön, dass du diese alten Beispiele zusammengetragen hast! Ich würde wetten, dass der ganz alte Feminismus der vorletzten Jahrhundertwende hier auch etwas zu bieten hätte. (Habe ich allerdings noch nie wahrgenommen.)

      • @Alex

        Vielen Dank!
        Aber nein, das ist auf/nach der zweiten Welle des Feminismus entstanden, die in der Aufklärungsliteratur Ende der 70er und Anfang der 80er gipfelte.
        Mir ist nicht richtig klar, ob Stokowski und Konsorten einfach kein historischen Kenntnisse haben oder ob sie diese Vorarbeiten verdrängen müssen, um sich selbst als Tabu-Brecherinnen zu inszenieren.
        Ich mutmaße jedoch, ersteres ist korrekt.

        Und ja, die Historie der „Vergöttlichung der (weiblichen) Geschlechtsorgane“ ist beeindruckend und ebenso die Fähigkeit „der Gesellschaft“ Unkenntnis über diese zu unterstellen, welche es wiederum erfordert, gerade jetzt über die Vaginavulva zu reden – im Modus Vagina-Monolog.

        • Klar, vordergründig ist der sexistische Kult um die Geschlechtsorgane parallel mit der „sexuellen Befreiung“ zusammenfallend und daher denkt man, dann ist das entstanden. Eine Art sexueller Befreiung gab es aber schon weit vorher, schon vor der Photographie gab es Aktmalerei, eine Art früher Pornographie. Und damals schon könnte daher der Feminismus das für das Abfeiern des Geschlechts genutzt haben. Ich werde da jetzt die Augen offen halten, das finde ich einfach spannend 🙂

          „Mir ist nicht richtig klar, ob Stokowski und Konsorten einfach kein historischen Kenntnisse haben oder ob sie diese Vorarbeiten verdrängen müssen, um sich selbst als Tabu-Brecherinnen zu inszenieren.“

          Dass Feministinnen immer so tun als würden sie das Rad neu erfunden haben, ist absoluter Standard. Daher muss man letzteres annehmen, das mit dem „Tabu“-Brechen geht ja nicht anders zu vermitteln. Leider sagt das natürlich nichts über den konkreten Einzelfall, Stokowski könnte daher auch einfach nur ignorant sein. Im Grossen und Ganzen sind die Feministinnen das sicher nicht.

          • @Alex

            „Eine Art sexueller Befreiung gab es aber schon weit vorher, schon vor der Photographie gab es Aktmalerei, eine Art früher Pornographie.“

            Mit der These wäre ich vorsichtig, denn Aktmalerei musste über Jahrhunderte ohne weibliche Modelle auskommen.

            Damit: „Eine Art sexueller Befreiung gab es aber schon weit vorher“ bin ich aber einverstanden.
            Es gab in der kurzen Zeit einer blühenden Arbeiterbewegung und nach der russischen Revolution auch Versuche einer sexuellen Befreiung, die musste Angesichts von relativ unzuverlässigen sexuellen Verhütungsmitteln aber zaghaft bleiben.
            Massenproduktion von Kondomen allerdings schon während des ersten Weltkriegs – die allerdings in erster Linie mit der Intention der Verhütung von Geschlechtskrankheiten.

            Man muss daher zur „sexuellen Revolution“ sagen, sie konnte nur nach der Erfindung und massenhaften Verbreitung der Pille stattfinden.

            „Stokowski könnte daher auch einfach nur ignorant sein. Im Grossen und Ganzen sind die Feministinnen das sicher nicht.“

            Das glaube ich wiederum nicht wirklich – sie ist so, wie auch ihre Generation ist.
            Laurie Penny 32 Jahre, Stokowski ist 33, Teresa Bücker 35, Anne Wizorek 38 – der intellektuelle Abstand dieser drei zur 44-jährigen Flaßpöhler ist gigantisch.
            Sophie Passmann – 25 Jahre alt – zeigt, das Niveau ist durchaus nach unten offen.

          • @djad, danke!
            aus der Rezension Nr. 1 (und das Folgende):

            „Wie eng die Entwicklung der sexuellen Freiheit mit der Ausweitung der Medien im 18. Jahrhundert im Zusammenhang steht, zeigt Kapitel 6. Zwar kursierten bereits ein Jahrhundert zuvor Bilder, Texte und Druckgraphiken mit anzüglichen und pornographischen Inhalten, ihr Gebrauchsradius war jedoch begrenzt. Mit der Ausweitung des Druck- und Pressewesens konnten Medienerzeugnisse einem immer breiteren Publikum zugänglich gemacht werden (S. 355). …..“ … und

            „Die bis heute große Faszination von Sex und Prominenz in den Medien wurde, so der Autor, im 18. Jahrhundert begründet (S. 374). Es entstand ein großer Markt für Erotika, fiktive Briefe und biographische Beschreibungen über bekannte Schauspielerinnen und Prostituierte, nicht selten von Männern gefälscht, um zu unterhalten, aber auch als politische Waffe gegen prominente Zeitgenossen eingesetzt (S. 401).“

            Damals wird die verherrlichende Darstellung der weiblichen Geschlechtsorgane und ihre esoterische Verklärung entstanden sein, da habe ich keine Zweifel!
            Vielleicht gibt es das sogar schon in der Renaissance.

          • @djad

            Ich hatte mir folgendes schon gedacht: „In der Vielfalt liegt jedoch auch eine Schwäche des Buches, denn sie wirkt zuweilen beliebig, wenn es darum geht, die Gründe für die ‚Revolution’ des sexuellen Verhaltens seit der Aufklärung plausibel zu machen. Überdies wird das Fachpublikum eine systematische Darlegung der Untersuchungsmethode und des Quellenmaterials sowie einen aussagekräftigen wissenschaftlichen Apparat vermissen.“

            Es wirkt auf mich, als würde durch die Lektüre von de Sade und Fanny Hill die Sexualität dieser Epochen erschlossen werden können. Eher nicht.

          • @crumar:

            »Es wirkt auf mich, als würde durch die Lektüre von de Sade und Fanny Hill die Sexualität dieser Epochen erschlossen werden können. Eher nicht.«

            Dabhoiwala nennt zwei Faktoren für die »Initialzündung« dieser sexuellen Revolution, die ich plausibel finde, nämlich zum einen die Zerstörung der alten kirchlichen Kontrollinstanzen durch den Puritanismus des 17. Jahrhunderts und zum anderen die besondere Situation der Großstadt London ab der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts, die schon früh das moderne, »anonyme« Stadtleben mit seinen ebenfalls geringen sozialen Kontrollmöglichkeiten vorwegnimmt. Für diese Argumente reicht es allerdings, das erste Drittel des Buches zu lesen, der Rest ist ein bunter Sittenspiegel, auf den auch Deine »Fanny Hill«-Einschätzung zutreffen dürfte. Mich hat das Buch vor allem deshalb fasziniert, weil ich der Ansicht bin, dass die Bedeutung der Frühaufklärung für die Grundlegung der Moderne immer noch unterschätzt wird (das betrifft auch mein Dauerthema, die Kritik an dem Versuch, die Moderne als »Patriarchat« zu deuten, dazu knöpfe ich mir derzeit Carole Patemans »The Sexual Contract« vor), und da finde ich mich von Dabhoiwala bestätigt.

          • @djad

            „Zerstörung der alten kirchlichen Kontrollinstanzen durch den Puritanismus des 17. Jahrhunderts und zum anderen die besondere Situation der Großstadt London ab der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts, die schon früh das moderne, »anonyme« Stadtleben mit seinen ebenfalls geringen sozialen Kontrollmöglichkeiten vorwegnimmt.“

            Das finde ich schwierig.
            1. Wie würdest du denn vor diesem Hintergrund Oliver Cromwell einordnen?
            2. „Großstadt London“?

            „Die Große Pest von London in den Jahren 1665 und 1666 war die letzte und zugleich eine der folgenschwersten Pestepidemien Großbritanniens. Rund 70.000 Einwohner Londons starben, was etwa einem Fünftel der Bevölkerung entsprach. Unmittelbar auf die Pestepidemie folgte eine weitere Katastrophe: Vom 2. bis 5. September 1666 zerstörte der Große Brand von London rund vier Fünftel der Stadt, darunter die meisten mittelalterlichen Bauten. 100.000 Einwohner wurden obdachlos, nach offiziellen Angaben sollen aber nur neun Personen in den Flammen ums Leben gekommen sein.“
            Wikipedia

            Zur gleichen Zeit hatte Paris m.W. DOPPELT so viele Einwohner.
            Das ist angelsächsische Geschichtsschreibung.

          • @crumar:

            »1. Wie würdest du denn vor diesem Hintergrund Oliver Cromwell einordnen?«

            Cromwell repräsentiert doch den Puritanismus, den ich erwähnt hatte. Den Puritanern sind die alten Kirchengerichte zu lasch, weshalb sie sie abschaffen. Als dann ihre eigene Herrschaft auch abgeschafft wird, lässt sich die traditionelle Sittenüberwachung nicht mehr ohne weiteres restaurieren.

            »2. „Großstadt London“?«

            Die Bevölkerung wächst anschließend freilich wieder stark an und beläuft sich 1750 auf 675.000, wir reden ja von einem längeren Zeitraum.

            »Das ist angelsächsische Geschichtsschreibung.«

            Schon möglich, und ich fände es auf jeden Fall spannend, Dabhoiwalas Fragestellung auch auf andere europäische Nationen, insbesondere Frankreich, anzuwenden.

    • Diese Vorgehensweise hat ein Kalkül: „So verschieden Zizek und Peterson auf den ersten Blick wirken – hier der Star der Linken, da der Star der Rechten -, so nah sind sie sich in der Panik, dass Männern die Kontrolle über Frauen und Sex entgleitet.“

      Genau so muss das sein, wenn man genau zwei Analyseategorien – männlich und weiblich – kennt. Das einzige Merkmal, das für Strohdoofski relevant ist, ist das Geschlecht und da sind beide gleich. Mehr weiss das Fräulein nicht und mehr will sie auch nicht wissen. Sie zelebriert ihre eigene Beschränktheit und merkt rein gar nichts.

      verwurstet sie offensichtlich die „Hufeisentheorie“, wonach radikale Rechte und radikale Linke sich auf einander zu bewegen

      Hier überschätzt du – verehrter Subcommandante – Strohdoofski. Auch wenn die Hufeisentheorie nicht sonderlich ergiebig ist, so würde es doch bedeuten, das Fräulein habe sich darüber jemals Gedanken gemacht und Schlussfolgerungen in ihren Text eingebaut. Das ist nicht der Fall, auch wenn der Gedanke naheliegend ist.

      • @Pjotr

        Da könntest du durchaus recht – ich weiß es nicht.
        Nach der Diskussion mit Flaßpöhler zu urteilen scheint sie wirklich eine Theorie zu verwenden, die ihrer intellektuellen Fähigkeit entspricht.
        Colttaine hat ja – etwas gehässig – zu den weiblichen „Präferenzen“ angemerkt, es wäre bezeichnend, dass die intellektuellen beruflichen Anforderungen um so niedriger, desto weiblicher wären.
        Was er damit natürlich meinte ist, ihr IQ formt diese Präferenzen.

        Ich habe den SAT-Test von 2017 auf seine Theorie hin ausgewertet, weil dort die „Intended College Major“ nach erreichten SAT-Punkten aufgeschlüsselt werden.

        Erster bis dritter Platz:
        Mathematics and Statistics 1228
        Physical Sciences 1186
        Multi/Interdisciplinary Studies 1160
        Platz 16:
        Area, Ethnic, Cultural, and Gender Studies 1084
        Platz 22:
        Psychology, General 1055
        Platz 26:
        Education 1032

        Zu deiner und eurer Überraschung sicherlich auf Platz 4:
        Social Sciences 1146
        auf beinahe einer Ebene mit:
        Computer and Information Sciences and Support Services 1143
        Engineering 1140

        Man könnte also – ganz vorsichtig – annehmen, der intersektionale Feminismus hat nicht ohne Grund die feminisierenden Massen ergriffen. Es ist die ihnen gemäße Art und Weise die Welt zu sehen und zu begreifen, weil sie es anders leider nicht können.

        Ich stelle das als Hypothese einfach mal in den Raum. 🙂

      • @uepsi

        Ähhh, nein.
        Die Vulvavagina gehört ganz der Frau.

        Meine alternative Betrachtungsweise als Beispiel: Der Stokowski-Feminismus erzählt dir, die chirurgischen Korrekturen an den Schamlippen der Frau verdanken sich den unmöglich zu erfüllenden… (du kennst den Text).

        Wenn man jedoch Schamlippenkorrektur (Verkleinerung) als zu konsumierendes Produkt betrachtet, also als Endpunkt, dann kann ohne Patriarchat ausgekommen und zurückrechnet werden, welches Bedürfnis für die Erzeugung und Darstellung einer bestimmten Form von Sexyness verantwortlich ist.

        Überlegt man sich zudem, in welcher Situation die Schamlippen von anderen zu sehen sind, dann gibt es zwei Möglichkeiten: Die Frau ist nackt oder die Frau ist leicht bekleidet.
        Dank der Existenz sozialer Medien zur ausufernden weiblichen Selbstdarstellung tippe ich auf die zweite Variante und auf Bikini-Unterteile.

        Mit sichtbaren Schamlippen verweist die Selbstdarstellung samt Vulva auf ein tatsächlich existierendes Sexualorgan, ohne sichtbare Schamlippen eben nicht.
        Eine Vulva mit sich deutlich abzeichnenden Schamlippen im Bikini verweist auf ein tatsächliches, reales, alltägliches Körperteil, welches sich dadurch nicht mehr das Objekt der Begierde eignet.
        Was Zizek als aktuelle feministische „Entmystifizierung“ der Vulva beklagt, wird durch den operativen Eingriff jedoch wieder hergestellt, ergo wird die Vulva durch den operativen Eingriff wieder re-mystifiziert.

        Was durch den Bikini verdeckt wird, kann wieder Objekt männlicher Begierde werden, gerade weil die Sexyness der Selbstdarstellung nicht mehr auf Sex verweist.
        Es entsteht so, was ich Facebook-Vagina genannt habe, die ebenso symbolischer Status ist, wie die Schuhe bei „Sex and the City“.

        M.E. handelt es sich hier also a. um einen Gegenstrategie zu der der feministischen Schwestern unter b. der Voraussetzung des Zwangs zur permanenten Selbstdarstellung in den sozialen Medien und c. verschärfter intrasexueller Konkurrenz.

        Die hohl drehenden Vorstellungen von „Sexyness“ sind rein weibliche und basieren auf weiblichen Bedürfnissen und Wünschen (s. oben, befreite Sexualität, die man kaufen kann).
        Leider gar nichts davon hat mit den Wünschen von Männern (/dem Patriarchat) zu tun.
        Es geht nicht um deine speziellen Vorlieben oder Abneigungen, du bist nur ein beliebiger Platzhalter in diesen narzisstischen Vorstellungen.

      • Ah, ich sehe gerade, ich habe zur Verwirrung beigetragen!

        „Zum Glück ist Stokowski ganz anders, wenn sie fordert: „Frauen wollen ihre Vulva zurück“, denn bekanntlich ist diese patriarchaler Besitz und wird Frauen nur hin und wieder zum Eigengebrauch zugestanden (vorzugsweise zum nicht konsensuellen Sex und zur Menstruation).“
        Hier fehlt /sarcasm off

        Hier fehlen folgende Hervorhebungen, die ich jetzt hinzugefügt habe:
        „Bis dahin kann man das „viel beachtetes Buch der Philosophin Kate Manne“ kaufen oder „I’m every woman“ der Comiczeichnerin Liv Strömquist“, in dem vorzugsweise behandelt wird, warum jedes Problem einen Penis hat.
        Dies symbolisiert nämlich eine emanzipierte und selbstbewusste Weiblichkeit.
        Jetzt aber wirklich, echt jetzt!“

        Womit ich sagen will/wollte, im Grunde ist der Vorgang identisch.

  6. Was die beiden Autorinnen in ihren Büchern an Männern vorführen, ist ein Gruselkabinett von Despoten, Exhibitionisten, Mördern und Arbeitswütigen, die im Schatten der Nacht zu den Huren eilen. (…) Es geht um die Reduktion eines ganzen Geschlechts auf abartige Spießgesellen, die ‚immer gleiche Witze‘ erzählen, ’ständig beleidigt, gekränkt oder zornig‘ und ‚unter sich hilflos‘ sind, ‚in hysterische Zustände‘ verfallen, ‚glotzäugig und heiser Kellnerinnen nachstarren‘, ’ständig über Busen und Beine‘ reden und, weil sie offenbar darüber noch nicht genug reden konnten, sich auch noch Bücher mit nackten Frauen kaufen.

    https://genderama.blogspot.com/2019/03/spd-frauen-gegen-radhelm-reklame-news.html

  7. Eines kann man mit Sicherheit sagen: Ihr tut der der guten Maggy zuviel der Ehre an. Gemessen an ihrer intellektuellen Integrität ist die einzig akzeptable Reaktion: gelassen Ignorieren. Mehr ist nicht drin.

    • Nö!
      Gelassen ignorieren bedeutet, sie gewähren zu lassen.
      Irgendwelche labilen, dümmlichen Mädchen glauben ihr ihren Schwachsinn vielleicht noch.

      Und wenn ich schon mal dabei bin. Strohdoofsky hat Angst vor der männlichen Sexualität?
      Dabei hätte gerade sie vermutlich keinen Grund dazu. 😉

      • Aber dass hier auf dem Blog eine Gegendarstellung praktiziert wird, änderst doch nichts daran, dass die von dir erwähnten „labilen, dümmlichen Mädchen“, seien sie nun weiblich oder männlich, ihr den Schwachsinn glauben, den sie ja d o r t lesen, wo sie sich produziert/produzieren lässt. Oder irre ich mich da?

  8. Menstruationsblut… Spannend auch die Feministinnen, die sich das ins Gesicht schmieren und dann auf Twitter teilen.

    Da weiss dann jeder vernünftige Mann gleich, um wen er einen grossen Bogen machen muss. Auch ich musste an Exkremente denken, als ich das gesehen habe.

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