Margarete Stokowsky zu Zizek, Jordan Peterson und der Panik, dass Männern die Kontrolle über Frauen und Sex entgleitet.

Margarete Stokowsky meint, dass Männer Angst vor der weiblichen Sexualität haben:

Man kann ja viel über Feministinnen sagen, aber dass man von ihnen derzeit wenig hört, wäre gelogen. Ein viel beachtetes Buch der Philosophin Kate Manne ist kürzlich auf Deutsch erschienen, es heißt „Down Girl“ und untersucht die Logik der Misogynie.

Eine der Hauptthesen Mannes ist, dass man Frauenhass besser versteht, wenn man ihn nicht als Eigenschaft einzelner Personen betrachtet, sondern als systematisches gesellschaftliches Phänomen: „Eine solche Feindseligkeit muss nicht zwangsläufig eine unmittelbare Grundlage in der (…) Psyche eines einzelnen Akteurs haben. Institutionen und andere gesellschaftliche Umgebungsfaktoren können ebenfalls selektiv abschreckend, ‚eisig‘ oder feindselig gegenüber Frauen sein.“ Eine relativ simple Einsicht, die in der Diskussion zum Equal Pay Day viel hätte helfen können.

Klar, wenn man auf die Gruppe schaut und dann einfach nur auf Unterschiede zwischen den Gruppen, dann war es in der Tat schon immer einfacher einer anderen Gruppe die alleinige Schuld an allem zuzuschieben und „Strukturen“ am Werk zu sehen.  Das ist im Feminismus nichts neues. Ich zitiere mal eine Besprechung des Werkes auf Amazon:

Cornell Assistant philosophy professor and feminist author Kate Manne has produced a jargon-laden polemic arguing that misogyny has been institutionalized in Western society as an enforcer of social norms that oppress women in a systematic way. The result, according to Manne, is that women are kept down, systematically discriminated against, objectified and oppressed by men for the purpose of extracting „feminine coded goods and services“ such as sex and care giving from women without appropriate consent or compensation. When women seek their own autonomy, power and status in society misogynist tactics are used to suppress, slap down and literally or metaphorically strangle them. Manne leaves women in this state of righteous victimhood concluding that she is pessimistic that the patriarchial establishment of Western cultures can be changed. She identifies the victims (women and girls) and the oppressor (male misogyny) but identifies neither any cause nor any solution. The book is simply a list of ways in which Manne’s „patriarchy“ victimizes females and rewards males.

Manne never asks how this may have come about or even clearly defines what the „Patriarchy“ is, simply accepting the blurry concept thrown around in feminist writing generally. The word „Patriarchy“ serves the same function here as the word „Establishment“ in the 1960s and 1970s and the phrase „Military Industrial complex“ did in the 1950s and 1960s. Although never described, it is made to seem as though it has a set of social rules and dogmas very much analogous to a kind of „Protocols of the Privileged Elders of the Male Sex“. For Manne male oppression is a useful straw man, but she offers no vision of how to change the social order to eliminate female oppression and create an equal society where women are empowered rather than suppressed.

This brings us to the central weakness of Manne’s argument. She does not address where the cultures she complains of came from. How her culture of misogyny evolved, does not even seem to be of interest to her. Manne dismisses the existence of meaningful biological sex differences, by saying that there is no control group of women and men brought up in an equal society to do experiments on. She therefore throws out in one sentence all of the scientific findings of anthropology, evolutionary biology, evolutionary psychology and behavioral genetics regarding biological sex differences.

This is a key flaw because Manne does not recognize the fact that culture co-evolves with biology. The fact that all cultures have some differential treatment of males and females does not mean much to Manne. And these cultural differential treatment of men and women are of course all different interpretations of biological differences. Men and women have always cooperated and traded with each other for the things they cannot provide for themselves, including sex, resources, shelter and security. And many traditionally focused women are still very comfortable trading „feminine coded goods“ for financial security. But worse still, Manne argues that she does not even want to know about biological sex differences because, even if true, they could be weaponized to the disadvantage of women. She concludes by writing that biological sex differences should be disregarded and men and women should be treated identically because even if that is unjustified it would help right the wrongs the „patriarchy“ has inflicted on women since time immemorial. Until Manne comes to grips with biology, she will never find the roots of either her „patriarchy“ or of the better social norms needed to replace it.

The effect of all this is to demonize males and make women into helpless victims. We can do better than that. And women deserve more credit. They are not just disempowered victims. Western cultures have evolved enormously toward a balance of male/female equality of opportunity. There is a long way yet to go and one thing we can do to start is by passing the Equal Rights Amendment to the US Constitution.

Klingt nach dem üblichen Feminismus. Aber es ist kein Wunder, wenn es dann Stowkowski gefallen hat.

Ein anderes frisch übersetztes Buch ist „I’m every woman“ der Comiczeichnerin Liv Strömquist (lesen Sie hier die Kritik von SPIEGEL ONLINE). Sie erzählt von berühmten männlichen Genies, allerdings aus der Sicht der Frauen, die an ihrer Seite beziehungsweise in ihrem Schatten lebten und nicht selten darunter litten.

Weil Leistungen von Männern eben immer nur durch die Unterdrückung der Frau gelingen können!!!11

Aber auch insofern wieder ein typischer Stowkowski-Artikel. Sie reiht eigentlich immer irgendetwas mit einem vagen Bezug zusammen und verbindet es mit Floskeln wie „der Feminismus ist ganz schön aktiv“

Apropos Genies und Leid. Die Fülle neuer feministischer Publikationen ist nicht für jeden erträglich. Auftritt Slavoj Zizek! Stop in the name of love, so könnte man seinen Text in der „NZZ“ übertiteln, wenn er nicht schon den wenig subtilen Titel hätte: „Soll denn nun auch alles Erotische entzaubert werden? In was für langweiligen Zeiten leben wir eigentlich?“

Der Philosoph ist entsetzt von der Vielzahl neuer feministischer Werke, die sich mit dem weiblichen Körper beschäftigen. Hier ein Buch mit Vulva-Bildern, dort Workshops über weibliche Genitalien: Hölle. Manchmal sind es eben doch einzelne, sehr konkrete Akteure, die es nicht gut verkraften, wenn Frauen tun, worauf sie Lust haben.

Zizek stellt fest, dass Feministinnen nur eins im Sinn haben: „Die männliche Fetischisierung der Vagina als das ultimativ mysteriöse Objekt der (männlichen) Begierde muss überwunden werden. Anstelle dessen soll die Vulva für Frauen zurückerobert werden, in all jener Komplexität, die frei ist von sexistischen Mythen.“

Der Text von Zizek ist leider hinter einer Paywall, insofern kann ich nichts dazu sagen. Aber er hätte recht, wenn es nur darum geht, dass der Feminismus das erotische entzaubern will.

Die Frauen wollen sich also die Vulva zurückerobern und das ist natürlich frech ohne Ende. Zizek zählt als Beispiel ein Buch der bereits oben genannten Liv Strömquist auf. Auf Deutsch heißt es „Der Ursprung der Welt“, eine Graphic Novel zur Kulturgeschichte der Vulva und der Menstruation. Es geht darin um alle möglichen Tabus im Zusammenhang mit Genitalien, um Klassiker der Tamponwerbung (immer mit blauem „Blut“ und nie mit rotem), um Schönheitsoperationen (bei Männern: untenrum alles größer, bei Frauen: alles kleiner), und auch wenn man ganze Regalmeter von Literatur über Sexualität gelesen hat, lernt man darin noch etwas Neues. Würde ich sagen. Zizek sagt: Schwierig, da noch einen hochzukriegen.

Das Feministinnen auf eine wohl auch den meisten Frauen wenig zusagenden Art und Weise von Menstruation und dem Herumzeigen des Blutes besessen sind, hatte ich auch schon in einigen Artikeln:

Und das da gerne eine Unterdrückungsgeschichte reingedeutet wird, dass Leute kein  Menstruationsblut gezeigt bekommen möchten, war da auch Thema. Wie Stömquist das in dem Buch aufarbeitet kann ich aber nicht sagen.

Er sagt es natürlich feiner, es ist immer noch Feuilleton, aber manchmal ist Feuilleton auch nur Stammtisch mit Fachbegriffen, eine geadelte Version dessen, was der kleine Mann von der Straße nur grummeln kann, bis er erleichtert in der Zeitung liest, dass es von seinem Sexismus auch eine intellektuelle Version gibt.

Entmystifizierung der Exkremente?

„Ist dies wirklich ein Fortschritt?“, fragt Zizek angesichts des Versuchs, etwas mehr Wissen über weibliche Geschlechtsorgane unters Volk zu bringen: „Wenn ja, dann sollten wir diesen Gedanken konsequent zu Ende führen und auch Exkremente entmystifizieren und entfetischisieren.“

Man kann durchaus dafür sein, dass Leute über ihre Geschlechtsorgane und die anderer Bescheid wissen, aber dennoch keine Spermaergüsse, Menstruationsblut oder andere Ausscheidungen des Körpers sehen wollen.

Interessant. Wo es doch allen Studien zufolge immer noch Männer sind, die die Kulturtechnik des unverlangt eingesandten Dick Pics in den letzten Jahren so konsequent durchgesetzt haben, dass kaum eine heterosexuelle Frau noch unbepimmelt soziale Medien benutzen kann.

Ich habe bisher noch nie einer Frau ein unverlangtes Dick Pic übersandt und ich vermute, dass das den meisten Männern so geht. Aber wenn man Männer als Gruppe sieht, dann haben eben DIE MÄNNER eine Kulturtechnik des Dick Pics Versenden entwickelt.

Auch ein merkwürdiges Argument: Ihr versendet doch auch Dick Pics und wir wollen das nicht, da können wir doch auch Menstruationsblutbilder zeigen.

Nun wäre es eigentlich nicht besonders erwähnenswert, wenn ein knapp 70 Jahre alter Philosophieprofessor von feministischer Popkultur überfordert ist. Hier das Genie, da die Genitalien, dazwischen blankes Unverständnis. Diese ungeheure Kränkung, dass nicht nur die Sonne nicht um die Erde, sondern auch die Frau nicht mehr um den Mann kreist.

Mit Charme eines Waldschrats

Natürlich ist es auch ein bisschen lustig, wenn ausgerechnet Zizek Feministinnen vorwirft, die Sexyness des weiblichen Körpers zu zerstören, während sein eigener Kultstatus bei Linken und Philosophiestudenten unter anderem darauf beruht, dass er den Charme eines wetternden Waldschrats versprüht – ein Auftreten, das eine Frau sich nie erlauben dürfte, wenn sie auch nur einen Fuß in den Kultur- oder akademischen Betrieb setzen wollte.

Lustig ist es aber vor allem auch, dass Zizek allerlei Psychoanalyse und kritische Theorie auffährt, um am Ende auch nur zu sagen, was alle #MeToo-Kritiker sagen, die Angst haben, dass ihre Flirttechniken nicht mehr als Lifehacks durchgehen: „Das Ergebnis ist nicht eine neue Freiheit, sondern die graue Realität, in der Sex vollkommen unterdrückt wird.“

Auch klassischer Feminismus: Ihr wollt ja nur in Ruhe belästigen können! Was euch eigentlich nicht daran gefällt jedes Ansprechen einer Frau als Belästigung einzustufen und „enthusiastic Consent“ einzuführen, ist, dass damit eure Belästigungen von Frauen, die ihr als Patriarchen ganz selbstverständlich findet, bewahren wollt.

Vollkommen ausgeblendet wird, dass auch bereits genug Frauen eine entsprechende Kritik am Feminismus der heutigen Zeit formuliert haben, etwa Schauspielerinnen um Catherine Deneuve

Dann kommt etwas Jordan Peterson-Bashing, was auch ein typisches „zum nächsten Thema springen“ ist, wie es häufig in ihren Artikeln vorkommt. Einfach mal was andeuten oder raushauen ohne da mal in die Tiefe zu gehen.

Ein anderer Intellektueller, der fürchtet, dass es mit dem Sex bergab gehen könnte, ist Jordan Peterson, ein Psychologe, der von Rechtsextremen gefeiert wird und kürzlich in der „Zeit“ erklären durfte, dass Männlichkeit für Ordnung steht und Weiblichkeit für Chaos. Petersons claim to fame ist es, dass er sich 2016 von den Plänen der kanadischen Regierung unterdrückt fühlte, ein Gesetz einzuführen, das Transgender vor Diskriminierung durch falsche Bezeichnungen schützen soll. Peterson befand sich davon in seiner Redefreiheit eingeschränkt.

Peterson erklärt in jedem Interview, dass ihn Rechtsextreme gerade nicht feiern, sondern er auch von dieser Seite erheblich angegriffen wird. Und auch die Aussage an sich stimmt so nicht:

Er hat nicht gesagt, dass Männer Ordnung und Frauen Chaos sind. Er weist zu Recht darauf hin, dass in der religiösen Mythologie Ordnung / Gesellschaft meist als symbolisch männlich und Chaos / Natur als symbolisch weiblich dargestellt wird. Das gilt auch für die moderne Populärkultur; die Gesellschaft wird als Patriarchat bezeichnet, und die Natur als Mutter Natur. „Vater Natur“ macht einfach keinen Sinn, auch wenn wir nicht verstehen, warum.

Er nennt zwei mögliche Gründe, warum dies der Fall ist. Erstens, in den meisten Arten sind es die Weibchen, die Nachkommen gebären, was ein Akt der Schöpfung ist. Veränderung, Schöpfung und Zerstörung, die Elemente des Chaos sind, werden daher mit Frauen in Verbindung gebracht. Zweitens üben menschliche Frauen die sexuelle Selektion aus, und in darwinistischer Hinsicht ist die Natur das, was auswählt. Deshalb sind Frauen für Männer buchstäblich die Natur.

Sowohl Männer als auch Frauen sind eine Kombination aus Männlichkeit und Weiblichkeit, Ordnung und Chaos. Niemand ist reine Ordnung oder reines Chaos, obwohl man mehr von einem sein kann als das andere.

Insofern ist die Gleichsetzung von Frauen mit „Chaos“ keineswegs ein wichtiger Bestandteil seiner Ansichten, es ist nur etwas, was er als eine Gleichsetzung vorfindet.

Diese Gleichsetzung findet sich aber ja durchaus auch im Feminismus: Der Mann, der einschränkende Systeme und Strukturen schafft, der Feminismus, der diese Strukturen durchbrechen will, Freiheit für alle aus der schlechten Ordnung der Männer, nicht mehr zwei klare Geschlechter, sondern hunderte, ein Spektrum, keine Zuordnung mehr, die Auflösung der klaren Strukturen, der Ordnung eben. Statt dessen Abstellen auf Gefühle, richtig ist nicht, was die Logik sagt, was überprüfbar und in ein System einzuordnen ist, sondern was man sein will, was man für richtig hält, was derjenige zB als Unterdrückung ansieht.

Fürs „Zeit“-Feuilleton ist das nicht abstoßend genug, ihm nicht in einem langen Interview zu hofieren. „Heute ist er ein Star der Maskulinisten, die die Männlichkeit gegen die Anfeindungen des Feminismus verteidigen – und der rechtsextremen Alt-Right-Bewegung. Zum Gespräch in Zürich erscheint Jordan Peterson im eng geschnittenen Dreiteiler. Er habe, erklärt er, stark abgenommen, seit er sich ausschließlich von Fleisch ernähre.“

Auch hier wieder eine sehr billige Darstellung. Er hat natürlich ein sehr breites Publikum, gerade weil er eben Selbsthilfe im Programm hat, Gedanken, wie man sein Leben in den Griff bekommt und die Verantwortung für dieses übernimmt. Die Alt-Right-Bewegung hat damit auch ihre Probleme, weil sie eben auch eine Identitätspolitik sind, die er ebenso angreift, wie linke Idenititätspolitiken. Auch diese sollten nach seiner Meinung „ihr Zimmer aufräumen“.

Und er isst auch nicht einfach so nur Fleisch, sondern er fing damit an, weil es seiner Tochter half, die eine bestimmte Krankheit hatte und nach vielen Versuchen mit verschiedenen Diäten damit Beschwerdefrei wurde. Da auch er davon betroffen war versuchte er dann die gleiche Diät. Aber das ist natürlich eine Geschichte, mit der man weit weniger verteufeln kann.

Misogynie verbindet Rechte mit Linken

Diese lebendige Karikatur einer Männerrechtlers erklärt im Interview, dass Linke und Feministinnen nicht froh genug sind über den Segen des Patriarchats: „Es gibt nicht genug Dankbarkeit. Sie verhungern nicht, ich auch nicht. Wir haben keine Pest, wir haben keinen Krieg, es gibt keine verdammten Straßenkrawalle. Die Leute nehmen das alles als gegeben hin. Sie beklagen sich über das repressive Patriarchat.“

Das ganze Zitat wäre:

„Betrachten wir die symbolische Repräsentation – sagen wir Ordnung-Männlichkeit. Sie teilt sich in zwei gleich mächtige archetypische Unterkategorien, eine ist positiv, die andere negativ. Die positive ist der weise König, die negative der Tyrann. Der Tyrann allein, glauben die Radikalen, sei unsere Kultur. Aber das ist nicht nur so – man kann es fälschlicherweise so sehen, weil jede Kultur auch ein Monster ist. Die menschliche Geschichte ist vom ersten Tag an von Blut und Katastrophen gezeichnet. Jede soziale Struktur bringt auch Schreckliches hervor. Aber man sollte das Kind nicht mit dem Bade ausschütten. Die Radikalen kritisieren das Patriarchat nur für seine blutige und brutale Seite. Aber was ist die Alternative? Es ist mir egal, dass das Patriarchat als repressiv charakterisiert wird. Es macht mir Sorgen, dass es ausschließlich als repressiv charakterisiert wird. Das ist nicht akzeptabel. Es gibt nicht genug Dankbarkeit. Sie verhungern nicht, ich auch nicht. Wir haben keine Pest, wir haben keinen Krieg, es gibt keine verdammten Straßenkrawalle. Die Leute nehmen das alles als gegeben hin. Sie beklagen sich über das repressive Patriarchat. Sie haben keine Ahnung, wovon sie da reden.“

Das ist aus meiner Sicht etwas ganz anderes als das, was im Stokowski vorwirft. Er führt an, dass die guten Seiten im Patriachat nicht erkannt werden, dass die Welt also besser ist als behauptet wird bzw das mit dieser Struktur auch etwas gutes erreicht wird und man schauen muss ob andere Strukturen dies ebenfalls erreichen können.

Kein Krieg, keine Krawalle, kein Widerspruch des „Zeit“-Interviewers. Stattdessen viel Platz für Beobachtungen wie diese: „Aber gerade die radikale Linke hat einen Knoten in der Unterhose wegen der sexuellen Übergriffe. Die #MeToo-Bewegung ist überall. In 20 amerikanischen Staaten haben wir Gesetze, die die ausdrückliche Zustimmung zu Sex regeln.“ Ja, grausame Zeiten, in denen man Leute nicht ungefragt vögeln darf.

Der längere Absatz auch hier:

Außergewöhnlich interessant dabei ist, dass Sexualmoral auf dem ersten Blick etwas für Konservative, für Traditionalisten wie mich zu sein scheint. Aber gerade die radikale Linke hat einen Knoten in der Unterhose wegen der sexuellen Übergriffe. Die #MeToo-Bewegung ist überall. In 20 amerikanischen Staaten haben wir Gesetze, die die ausdrückliche Zustimmung zu Sex regeln, und es gibt sexuelle Verhaltensregeln an den Universitäten, nach denen Sie jeden kleinen Schritt in einer intimen Beziehung vorher mündlich verhandeln müssen. Das gute alte sexuelle Tabu, das wir glaubten, los zu sein, manifestiert sich bei der radikalen Linken noch stärker, und das heißt doch was.

Es geht im also darum, dass gerade die Linke hier eine bestimmte Sexualmoral entwickelt, die eben Sexualität erheblich reguliert und einschränkt und von den meisten Menschen wohl so auch nicht nachvollzogen werden kann. Sex als etwas schmutziges und gefährliches.

So verschieden Zizek und Peterson auf den ersten Blick wirken – hier der Star der Linken, da der Star der Rechten -, so nah sind sie sich in der Panik, dass Männern die Kontrolle über Frauen und Sex entgleitet. Und wenn heute gefragt wird, wie die Linke und die Rechte jemals wieder in einen Dialog treten können, so ist das vielleicht die lang ersehnte Lösung: vereint in Misogynie. Eine gemeinsame Veranstaltung von Zizek und Peterson soll im April in Toronto stattfinden. „Happiness: Capitalism v. Marxism“ ist der Titel, die günstigsten Tickets kosten aktuell um die 500 Euro.

Es ist eben mal wieder ein sehr vereinfachter Blick auf die Dinge. Tatsächlich werden auch die meisten Frauen kein Menstruationsblut sehen wollen und ich denke das letzte was Frauen wollen, ist das sie pausenlos enthusiastische Zustimmung zu sexuellen Handlungen signalisieren wollen oder das jeder Schritt beim Sex mündlich ausgehandelt werden soll.

Stowkowski zeichnet das alte Bild: Die Frauen repräsentiert durch den Feminismus gegen die (alten, weißen) Männer repräsentiert durch das Patriarchat.
Tatsächlich steht der Feminismus in vielen Fällen schlicht gegen Männer und Frauen.

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