Johnny Depp, Amber Heard, angebliche häusliche Gewalt und #MeToo-Anschuldigungen zur Karriereförderung

Johnny Depp wehrt sich gegen Anschuldigungen, dass er Amber Heard geschlagen hat (siehe auch bei Arne):

Earlier this month, it was reported that Depp was suing his ex-wife for $50 million over her allegations of domestic abuse—allegations she addressed in a 2018 op-ed for the Washington Post. Depp’s lawsuit referred to Heard’s claims as nothing more than an „elaborate hoax,“ and presented evidence that suggested Depp was the one who endured physical abuse during the marriage—not the other way around.

„The op-ed depended on the central premise that Ms. Heard was a domestic abuse victim and that Mr. Depp perpetrated domestic violence against her,“ the complaint reads. Though Heard’s Washington Post piece didn’t specifically name Depp, attorneys said the implications are „categorically and demonstrably false.“ The suit also states that Heard’s abuse allegations „have been conclusively refuted by two separate responding police officers, a litany of neutral third-party witnesses, and 87 newly obtained surveillance camera videos.“

Gerade die Überwachungskameras wären natürlich hoch interessant. Denn das dürfte dann ein sehr schwer zu entkräftender Beleg sein.

Aber auch Zeugenaussagen dazu könnten einiges an Gewicht haben.

The lawsuit refers to an alleged incident in which Heard threw a bottle of vodka at Depp, resulting in an injury that required hand surgery. The suit also accuses Heard of punching Depp as he was in bed, kicking him on numerous occasions, and even staging her own attacks.

„Unaware that members of Mr. Depp’s security team (including an 18-year veteran of the Los Angeles County Sheriff’s Department) were mere feet away, Ms. Heard falsely began yelling, ‚Stop hitting me, Johnny,‘“ court documents state. „The interaction culminated with Ms. Heard making false allegations that Mr. Depp struck her with a cell phone, hit her and destroyed the penthouse. There were multiple eyewitnesses to this hoax.“

Man fragt sich natürlich wie sie die Sicherheitsleute nicht bemerkt haben will. Kamen die dann rein und stellten fest, dass er gar nicht in ihrer Nähe war? Oder erneut Sicherheitskameras?

Depp’s legal team believes Heard fabricated her claims in an effort to propel her career as the #MeToo movement was in full swing.

Das hätte natürlich was, wenn man es nachweisen könnte. Schon weil es eine sehr häufige Anschuldigung ist, bei der immer wieder gesagt wird, dass das doch niemand machen würde.

„Ms. Heard also knew that her elaborate hoax worked: As a result of her false allegations against Mr. Depp, Ms. Heard became a darling of the #MeToo movement, was the first actress named a Human Rights Champion of the United Nations Human Rights Office, was appointed ambassador on women’s rights at the American Civil Liberties Union, and was hired by L’Oreal Paris as its global spokesperson,“ the lawsuit states.

War das die direkte Folge davon? Wäre interessant. Es würde jedenfalls auch mal wieder zeigen, dass einen Star als Mann zu haben hoch interessant sein kann um die Karriere zu fördern. Und das Sex dazu eben sehr erfolgreich eingesetzt werden kann.

„This frivolous action is just the latest of Johnny Depp’s repeated efforts to silence Amber Heard,“ Heard’s attorney Eric M. George told Deadline about the defamation suit. „She will not be silenced.“

George continued: „Mr. Depp’s actions prove he is unable to accept the truth of his ongoing abusive behavior […] But while he appears hell-bent on achieving self destruction, we will prevail in defeating this groundless lawsuit and ending the continued vile harassment of my client by Mr. Depp and his legal team.“

Angeblich begründet Depp die Forderung von 50 Millionen damit, dass sie seine Karriere ruiniert hat. Die dürfte allerdings inzwischen schon vorher ziemlich am Boden gewesen sein. Seine letzten Filme waren meine ich im wesentlichen Flops. Aber dennoch ein sehr interessanter Prozess

18 Gedanken zu “Johnny Depp, Amber Heard, angebliche häusliche Gewalt und #MeToo-Anschuldigungen zur Karriereförderung

  1. Eine (sehr lange) Zusammenstellung des Falls findet ihr hier:
    https://drfuckyou.blog/2018/11/18/facts/amp/?__twitter_impression=true

    In diesem Fall ist offensichtlich, dass Frau Heard ihr Vorleben – partnerschaftliche Gewalt in einer gleichgeschlechtlichen Liebesbeziehung, die von ihr ausging – gezielt „ausgeblendet“ hat.
    Während keine der ehemaligen Partnerinnen von Herrn Depp ein gewalttätiges Verhalten zu berichten hatte.

    Auf youtube hat „Incredibly Average“ in drei Videos in (bewundernswerter) detektivischer Kleinarbeit die Frau Heard stützenden Zeugenaussagen und ihre Aussagen selber auseinander genommen.

    Hier zur Einführung:

    Den Vogel im detektivischen Sinne abgeschossen hat er allerdings mit diesem Teil eines Videos, in dem er das medial ausgeschlachtete Foto analysiert, das Frau Heard als geschlagenes Opfer darstellt. In dem unglücklicherweise durch eben dieses Foto klar wird, es handelt sich um eine Inszenierung:

    Angesichts der Summe, die Herr Depp in dieser Sache aufruft wird m.E. klar, es geht ihm nicht um Schadenersatz, denn Frau Heard wird diese nicht bezahlen können.
    Hier wird ein spektakulärer Betrag eingefordert, um seine Reputation wieder herzustellen und wenn er gewinnt, wird es eine Publikation nach der anderen treffen, die in seinem Fall verleumderisch berichtet hat.

    Frau Heard gehört ganz offensichtlich zu dem Teil der weiblichen US-Bevölkerung, für den gilt: „Don´t stick your dick in crazy!“ – eine krankhafte Narzisstin.

    • Die Videos habe ich mir kürzlich auch angeschaut, wollte ich auch gerade selber schon empfehlen. Alleine die Demonstration der manipulierten Social Media Postings – Hammer. Die Rekonstruktion der Räumlichkeiten und ihrer Bedeutung wirkt auf mich schon fast wie aus einer Krimiserie. Respekt.

      Was die Summenhöhe betrifft, Depp soll „Für Fantastic Beasts“ alleine noch 20 Millionen bekommen haben. Alleine darauf basierend würde ich schon vermuten, das er sogar mehr von Heard verlangen könnte. Ich denke aber auch, dass es ihm im wesentlichen ums zurückschlagen (im juristischen Sinn natürlich) geht.
      Ich habe aber noch keinerlei Analyse was Erfolgsaussichten etc betrifft gelesen, ich bin gespannt was Rekieta Law (auch auf Youtube) dazu sagen wird, der ist derzeit stark in einem Fall in „C-Tier“ Hollywood (Anime-Industrie) involviert und haut allenthalben recht interessante Analysen dazu raus.

      • „Ich denke aber auch, dass es ihm im wesentlichen ums zurückschlagen (im juristischen Sinn natürlich) geht.“

        Falls er diese Beweismasse tatsächlich hat, dann wächst danach kein Gras mehr. Vortäuschen einer Straftat dürfte das kleinere Problem sein.
        Auch wenn in den USA Frauen noch so gnädig behandelt werden, aus dieser Nummer kommt sie nicht mehr raus.

        „Ich habe aber noch keinerlei Analyse was Erfolgsaussichten etc betrifft gelesen“

        Ich bin gespannt, ob sein Team Tipps in Sachen Youtube erhalten wird. Wenn die Zeugen ihre Falschaussagen um die Ohren gehauen bekommen werden, ist eigentlich nur die Frage, ob es sich wirklich um eine mit Deutschland vergleichbare „eidesstattliche Versicherung“ handelt. Falls es so ist, handelt es sich um eine Straftat, auch die Anstiftung zu einer solchen ist (hier) eine Straftat.

          • Ich kenne den Fall – übrigens sehr gut auf youtube von TL;DR dargestellt.

            Wetten würde ich auf den Ausgang nicht, aber jedes Gericht reagiert extrem vergrätzt auf falsche Zeugenaussagen und die Inszenierung einer Straftat.
            Siehe den aktuellen Fall des Herrn Smollet, der wiederum nur die Spitze eines Eisbergs an vorgetäuschten Straftaten darstellt, die wir in den letzten Jahren präsentiert bekommen haben.

          • Herrn Smollet, wie du sagst.

            Vielleicht wenn es Richterinnen sind, denen eine gehörige Portion Missgunst innewohnt.
            Solange Heard so aussieht,

            kriegt sie den Tittenbonus und Pussy Pass, was dann letztendlich zu keiner wirklich Strafe führen wird.

        • „Vortäuschen einer Straftat dürfte das kleinere Problem sein.“
          Nach dem formalen Stand der Polizei gab es doch gar keine Straftat, weil das „öffentliche Opfer“ Amber Heard die ensprechenden Hebel gar nicht in Gang gesetzt hat, oder verstehe ich das falsch. Lt. dem letzten Video von Incredibly Average waren das immer nur Drohungen von Amber Heard, entsprechende Aussagen bei der Polizei zu machen. Für mich klingt das so, als wäre die „temporary restraining order“ mit den entsprechenden Erklärungen ein separater Ablauf, und durch die Einigung der Parteien gab es dann auch gar keine weitergehenden Ermittlungen. Ansonsten wäre ja die Frage, warum selbige gegen Depp zu nichts geführt haben.
          Smollett hat dagegen nach den Berichten direkt gegenüber der Polizei falsche Angaben gemacht, die sich dann entsprechend auf Tätersuche gemacht hat. Heard hat das vermieden.

  2. Angeblich begründet Depp die Forderung von 50 Millionen damit, dass sie seine Karriere ruiniert hat. Die dürfte allerdings inzwischen schon vorher ziemlich am Boden gewesen sein.

    Sie dürfte aber auf jeden Fall auch nachträglich deutlich beschädigt worden sein.
    Nehmen wir den aktuellen Fall R. Kelly, dann sieht man doch recht deutlich, wie einfach Frauen Männer mit Gewalt- und Vergewaltigungsvorwürfen, kurzum mutmaßlichen Falschbeschuldigungen, sozial und beruflich langfristig ruinieren können.

    Und das gilt eben auch und insbesondere, bevor es zu einer Anklage, geschweige denn Verurteilung gekommen ist. Dann hat aber prinzipiell die Unschuldsvermutung zu gelten. Dann Verträge und anderweitige Vereinbarungen einseitig nicht einzuhalten – oder im Fall von Kelly oder MJ die Musik nicht mehr zu spielen bzw. in vorauseilendem Gehorsam Konzerte abzusagen, ist ein absolutes No-Go.

    Hier kann man eigentlich nur jedem Mann den Klageweg empfehlen!
    Und genau das macht der Depp hier goldrichtig!

  3. Er scheint ja wirklich einiges an Beweisen zusammengetragen zu haben: Videos, Fotos, Zeugenaussagen und sogar eine Aussage von Heard das sie ihn misshandelt hat. Dürfte auf jeden Fall interessant werden.

  4. Den Fall verfolge ich auch sehr gespannt. Beeindruckend, wie Depp all die Zeit stillgehalten und sich kaum geäußert hat, während die Öffentlichkeit ihn als den Teufel darstellte, weil er wohl währenddessen sorgfältig an der Sicherung und Sortierung der Beweise und der Vorbereitung seines juristischen Gegenschlags arbeitete.

    Ich bin sehr gespannt, wie es weitergeht. Es wird nicht ausreichend, über Jahre gepflegte und mit staatlicher Unterstützung zementierte Vorurteile über häusliche Gewalt aufzuweichen, könnte aber zumindest einen Anfang dazu darstellen. Vor allem interessiert mich, ob Heard nun auch die „Damnatio memoriae“ trifft, mit der man ja Spacey oder Jackson zuleibe rückt.

    Die Wellen in der Presse sind ja bislang vergleichsweise klein und die ersten „Das ist eigentlich nur schlimm, weil es die Maskunazis nutzen, um ihr faschistoides Instrument der Unschuldvermutung zu rechtfertigen“-Stimmen hat man natürlich auch schon gehört.

    Dass die UN ihre moralischen Posten von einer Gewalttäterin vertreten lassen, passt natürlich zu ihrer diesbezüglichen EInbindung des Irans.

    • Bei der UN kann man sich Fragen, ob die denken das Länder, in denen Menschen bestimmte Rechte nicht haben, ihre Einstellung ändern, wenn man sie ins Komitee holt. Ansonsten sieht die Aufnahme vom Iran, wo es Frauen verboten ist in der Öffentlichkeit zu tanzen, in das Women’s Rights Comittee schon ein bißchen wie blanker Hohn aus.

  5. Also die Aussage Depps Karriere war ja schon vorher am Ende, ist, glaube ziemlich albern. Vor Fluch der Karibik war er auch gerade nicht auf dem Höhepunkt der Karriere. Eine Hauptrolle zwei Jahre zuvor in dem mäßig erfolgreichen eher künstlerisch interessanten „From Hell“ und Blow davor pro Jahr einige eher kleine Rollen in Filmen, die ich teilweise nicht mal kenne. Wenn Amber Heards Anschuldigungen da gekommen wären, wäre er kaum eine Blockbusterbesetzung geworden. Aber wenn man sich die Diskussionen zum Beispiel über fabelhafte Tierwesen ansieht, ob man Depp nach den Bechuldigungen jetzt für den 2. Teil noch besetzen kann, etc. Wer weiß wie viele solche Diskussionen hinter verschlossenen Türen in Hollywood abliefen, bei denen er aus interessanten Projekten heraus gekickt wurde, wegen der Angst um negative Publicity. Das kann man als Außenstehender kaum abschätzen. dann die aussergerichtliche einigung, bei der er sicherlich schon einige Kröten geschluckt hatte, um die Schäden für seine Karriere zu minimieren und das Stigma des Frauenschlägers loszuwerden, und gerade wo sich nach tierwesen zwei alles wieder normalisiert und er gerade 5 Filme in der Pipeline hat, kommen wieder die Vorwürfe? Ich kann verstehen, dass er sie dafür jetzt bluten lassen will.
    Erfolg kann sch in der Branche ganz schnell zum Positiven oder negativen wenden, wie man im negativen bei Kevin Spacey sieht, der immer noch einer der ganz großartigen Schauspieler ist, der aber auf einen schlag zur Persona non gratta wurde, den man aus Angst vor der Kinokasse aus einem Film geschneidet, und dessen letzte Film wo er noch eine nebenrolle gespielt hat, gerade mal 139 Besucher am ersten Wochenende hatte.

  6. „Man fragt sich natürlich wie sie die Sicherheitsleute nicht bemerkt haben will. …“

    Sicher wusste sie es. Bleibt nur die Schlussfolgerung, dass deren Abwesenheit Heard völlig egal war! Was ja zu einer völlig hemmungslosen und gewalttätigen Psychotante, wie sie hier erscheint, passen würde.

    Solche soziopathischen Figuren sind genau das Sykophanten-Millieu, welches „Me Too“ hervorgebracht hat.

    Wir warten auch noch auf Gerichtsfestes zum Fall Weinstein. Da wird doch *sicher* eine ellenlange Liste von Straftaten zusammenkommen und 1000 Jahre Knast für Weinstein. Oder? Oder?!

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