„Man bumping“ oder „Patriarchy Chicken“: Männer, die erwarten, dass Frauen ihnen ausweichen

Bento greift mal wieder feministisches auf: Männer würden angeblich Frauen nicht ausweichen und wenn es die Frau nicht selbst macht, dann würden die Männer sie eben umrennen, weil sie davon ausgehen, dass die Frau ausweichen muss. Die Autorinnen wollen das testen:

Die Regeln: Ich versuche, gerade meinen Weg zu gehen, wenn jemand auf mich zukommt – und nicht auszuweichen. Denn Frauen machen öfter Platz – und sie sollten es nicht tun müssen. (New Statesman)
In der Sozialwissenschaft ist das kein Geheimnis: Schon Studien aus den 90er-Jahren von Ursular Nissen und Robert Gifford belegen, dass Jungs im öffentlichen Raum deutlich körperbetonter handeln als Mädchen. Sie haben ein dominanteres Territorialverhalten, Mädchen seien dagegen weniger raumgreifend, sagen die Forscher.

Erste Versuche:

Ich nutze gleich die erste Chance auf einer Fußgängerbrücke. Zwei Männer laufen auf mich zu, ich atme tief durch und laufe schnurstracks auf sie zu. Wir kommen uns immer näher, noch näher, zu nah – und dann weiche ich doch aus. Mist. 
Nächster Versuch: Diesmal richte ich mich auf und überquere selbstsicher eine Ampel. Der Mann direkt gegenüber scheint das zu bemerken – und macht einen weiten Bogen um mich. Dann versuche ich es mit Menschengruppen: eine jüngere Männergruppe und eine ältere gemischte Gruppe mit Männern und Frauen. In beiden Fällen machen mir alle Platz. Ich fühle mich kurz ein bisschen wie Moses, der das Wasser teilt.

Es scheint also mit der richtigen Körpersprache durchaus zu klappen.

Und vor allem glaube ich, den Trick rausgefunden zu haben: Je selbstbewusster ich auftrete, je mehr ich meinen Blick geradeaus richte und den Kopf gehoben halte, desto mehr Menschen weichen mir aus.Kurz vor der Fußgängerzone kommt es dann allerdings fast zum Crash. Ein etwa zwei Meter großer Mann, Mitte 50, kommt auf mich zu. Im allerletzten Moment mache ich einen Satz zur Seite, um nicht von ihm angerempelt zu werden. Auch an der nächsten Ampel muss ich einem Mann, diesmal Mitte 30, quasi aus dem Weg springen.
Es kostet Überwindung, nicht auszuweichen. Und ich habe offenbar zu viel Angst vor der direkten Kollision, als dass ich es durchziehen würde – im Gegensatz zu den Männern. Ich muss mich zusammenreißen!Nach etwa 15 Minuten habe ich schon Bekanntschaft mit fünf Männerschultern gemacht. Das Ganze ist ein bisschen wie Mario Kart, wenn man gezielt mit dem Auto die Aktionskisten ansteuert.Einmal bleibt ein etwa 25-jähriger Mann direkt vor mir stehen und wartet ab, ob ich zur Seite trete. Ich mache es nicht, er geht vorbei. Dasselbe passiert mir wenige Minuten später, als ein 1,95-Mann mit Cap und zerissener Jeans solange stehen bleibt, bis ich doch den Schritt mache.

Eine Beobachtung: Während Männer noch warten, sind mir Frauen längst ausgewichen. 

Es scheint also – was ja eigentlich nicht überraschend ist – eine Art Statusding zu sein. Einer muss ausweichen, wenn beide ausweichen und das zur selben Seite, dann bringt es wenig. Männer machen das anscheinend nach dieser Darstellung eher von Einzelfall zu Einzelfall aus, Frauen hingegen geben eher nach und weichen aus.

Interessant wäre ob auch bei den Männern eher der kleinere ausweicht, was dann eine interessante Regel wäre, bei der Frauen schlicht häufiger verlieren.

Ich vermute mal Statuszeichen verändern das ganze ebenfalls: Die Frau erkennbar höheren Standes oder im deutlichen Businesslook und dem Ausdruck von Status wird wahrscheinlich auch eher nicht ausweichen müssen.
Mich würde ein Erforschung der Regeln tatsächlich mal interessieren, die das Problem lösen, dass am besten einer ausweicht.

kennt da jemand was?

(es auf ein Männerproblem oder toxische Männlichkeit oder Männer die meinen, dass sie immer mehr Wert sind als eine Frau zu reduzieren erscheint mir wenig überzeugend)

 

67 Gedanken zu “„Man bumping“ oder „Patriarchy Chicken“: Männer, die erwarten, dass Frauen ihnen ausweichen

  1. Ich kenne es eher umgekehrt. Liegt vielleicht auch an Körpersprache. Ich hatte früher immer Blick zum Boden gesenkt und gebeugte Haltung.
    Endergebnis: ich war 185cm groß und eig über 100kg , wenn ich kleinen Mädchen von 160cm nicht aus dem Weg sprang würde ich gerempelt.
    Oft danach sogar beschimpft, warum ich nicht gucken kann. Frau kann ja nicht ausweichen.
    Früher dachte ich auch, das geht gegen mich als Mann und wurde oft aggressiv. Habe dann oft Streit angefangen , warum man mich anrempeln und dann beschwert.

    • Ich kann bestätigen, daß Frauen Männern nur in Notsituationen ausweichen.

      Bereits vor Jahren haben wir (3 Männer, alle über 1,90m) den Versuch gemacht, uns in Fußgängerzone der Innenstadt aufzubauen und uns da zu unterhalten. Ergebnis: Frauen sind regelmäßig in die stehende Gruppe eingerannt. Dies tat kein Mann. Das Ergbnis ist völlig verträglich mit der Hypothese, daß Frauen in unserer Gesellschaft einen höheren Wert haben.

      In Berlin habe ich den letzten Monaten einen neuen Trend beobachtet: Frauen sehen mich als heranjagenden Radfahrer kommen und treten vom freien Bürgersteig auf den Radweg ohne erkennbaren Anlaß – vermutlich in der Intention, sich was darauf einzubilden, wenn ich sie nicht umfahre, sondern ausweiche – was natürlich Quatsch ist, denn kein Mensch fährt freiwillig einen anderen ohne Not und Grund um.

      • Wieso ohne Grund? Wenn sie dich durch ihr „Ausscheren“ gefährdet, ist das durchaus ein Grund, sie umzufahren. Was mit vier Rädern kein Problem wäre (abgesehen davon, dass man die Karre nicht wieder richtig sauber kriegt), ist mit dem Fahrrad natürlich nicht ganz ungefährlich.

        Ansonsten wäre ein leichtes Touchieren im Schritttempo gar nicht so verkehrt, damit solch nette Damen lernen, dass sich die Welt nicht nur um sie dreht.

    • Kann ich bestätigen. Besonders rabiat scheinen mir auch Mütter mit Kinderwägen zu sein. Ansonsten halte ich mich auch auf einem Gehweg an die StVO. Ich halte mich einfach möglichst rechts. In der Hoffnung, dass die anderen Passanten es genauso handhaben.

        • Von „Radfahren“ hab ich nichts gesagt. Ob es ein juristisches „Rechtsgeh-Gebot“ auf Gehwegen gibt kann ich nicht sagen, denn ich bin kein Anwalt. Ich sage lediglich, dass ich mich AUCH auf dem Gehweg an ein Prinzip halte, dass sich im Strassenverkehr bewährt hat.

      • Mütter mit Kinderwagen. Da fallen mir zwei Geschichten im Bus ein.
        1) Ich stehe im Bus, eine schwangere Frau kommt. Neben mir ist Platz, da ich alleine da stehe, sie verlangt, dass ich aussteige , damit sie den Bus verlassen kann.
        2) auch Bus, eine Frau mit Säugling da. Bus ist ihr zu voll. Sie brüllt rum, der Fahrer soll Leute rauswerfen , damit sie mehr Platz hat.

        • Etwas ähnliches ist mir vor kurzem passiert: Ich stieg in die nahezu leere Strassenbahn ein. Sie war vielleicht zu 10% belegt. Daher setzte ich mich in die Nische mit drei hochklapbaren Sitzen. Diese Sitze sind laut Hinweisaufklebern für Behinderte, Kinder, Kinderwagen, Fahrräder und ältere Leute vorgesehen. Da die Bahn aber nahezu leer war, sah ich keinen Konflikt und setze mich dort hin. Zeitgleich mit mir stieg eine ältere Frau ein, die keine 5 Sekunden, nachdem ich mich hinsetzte, meinen Platz für sich beanspruchte. Es war offensichtlich, dass sie auf Konfrontation aus war und bei einem Widerstand meinerseits zur Eskalation bereit war. Zum einen, weil sie sich nicht dafür interessiert hatte, ob ich ggf. ebenfalls ein Anrecht hatte, dort zu sitzen. Zum anderen weil nicht nur die restliche Strassenbahn fast leer war sondern vor allem auch die anderen 2 Behindertensitzplätze direkt neben mir. Um des lieben Friedens Willen habe ich mich dann einfach zwei Sitze weiter hingesetzt.

          • Was ich im Fall von Behinderten und evtl. auch Alten auch unterstütze.
            Wieso sollte man den Menschen zumuten, ein Recht einzufordern? Was in unserer Gesellschaft ja leider nicht mehr ganz ungefährlich ist.
            Generell wäre da gegen ja fast nichts einzuwenden, in der „Bringschuld“ bist allerdings du.

            Ich finde es, insbesondere weil ich als Ex-Chauffeur mal akut betroffen war, absolut asozial, wenn jemand unberechtigt auf einem Behindertenparkplatz parkt. Dabei interessiert es mich auch nicht, wenn die Fahrerin im Auto sitzt und auf ihre Passagiere (Kinder?) wartet.
            Besonders toll finde ich dann die Leute, die sich auch noch mit ihrer Karre so hinstellen, dass sie gleich zwei von drei Parkplätzen blockieren.

  2. Oh, das Spiel spiele ich jeden Morgen. Unfreiwillig. Auf dem Weg zur U-Bahn. Dummerweise sind zwei Schulen in meiner Nähe, und ich muss einen relativ Schmalen Durchgang zwischen zwei Häusern genau in die entgegengesetzte Richtung passieren, in der die Schüler morgens zu (dummerweise) genau „meiner“ Zeit auch durch müssen.

    Anfangs gab’s dauernd Kollisionen. Aber inzwischen kommt das eher selten vor. Wahrscheinlich, weil ich inzwischen mit so ziemlich jedem einmal zusammengestoßen bin. Wobei das kein „Machtkampf“ à la „wer weicht wem aus?“ sondern vielmehr Unaufmerksamkeit ist – die Jugend von heute guckt halt einfach nicht nach vorne. Die kleben morgens schon mit dem Gesicht an ihren Wisch-Bildschirmen. Alle. Unfassbar. Sogar beim Treppensteigen. Wenn’s doch mal kracht, gibt’s erfreulicherweise kein Gemotze, höchstens überraschtes Gemurmel. Gut, ich muss nun echt keinen erziehen, aber Kommentare in Richtung „nach vorne gucken beim Laufen wäre mal ne Maßnahme“ kann ich mir dann doch nicht verkneifen.

    Im üblichen Feierabend-Gedrängel ist das nicht so krass, aber zu den Schulweg-Zeiten sieht man selbst bei denen, die auf einen zukommen, kaum noch Gesichter. Wundert mich echt, dass da nicht viel mehr passiert. Die laufen auch mit Blick auf den Bildschirm über die Straße. Total blind, im Pulk.

    Komische Zeiten ….

  3. Erinnert mich an einen „Witz“: 😉

    Feministin: Ich gehe Idioten niemals aus dem Weg!
    Mann: Ich schon… 😀

    Ich bin mittlerweile durchaus geneigt, einfach mal im Weg stehen zu bleiben. Das allerdings unabhängig vom Geschlecht des Gegenüber. Es ist doch immer wieder toll, in erschreckte Gesichter zu blicken, weil manche Menschen lieber aufs Handy schauen als dahin, wo sie hingehen. 😉

    Letztendlich bin ich aber lieber der Klügere und gebe nach (bis ich der Dumme bin?), anstatt mich auf Geplänkel einzulassen. Im Vorbeigehen einen Spruch zu drücken, reicht mir meist völlig.
    Alles andere kostet eh nur Zeit. Und die ist mir zu wertvoll.

  4. Funktioniert hervorragend mit türkischen, arabischen – also moslemischen – Frauen. Die weichen immer aus und sehen einem auch nicht in die Augen. Was für eine Welt!

    • … ich behaupte mal ganz keck, dass die, die in der Presse gerne „Männer“ genannt werden – besonders, wenn’s mehrere sind – durchaus anders auf solche Spielchen reagieren. Das geht nicht oft gut.

    • Hab ich genau die entgegengesetzte Erfahrung. Türkische Frauen mit Kinderwagen und noch 3 Blagen im Schlepptau stehen und gehen wo sie wollen, ohne die geringste Rücksicht ob sie wem anders den Weg versperren. Gern auch auf dem Radweg. Gern auch im Pulk.

    • Finde terade die (saudi) arabischen Touristen v. A. auffällig nur die Frauen, gehen nie, aber wirklich nie aus dem Weg. Da rempel ich mal, macht denen gar nix aus. Voll normal. Die rempeln eher als aus dem Weg zu gehen. Die deutschen Muslimas werden sogar aggressiv.
      Männer gehen schüchtern ausm Weg. Oder wollen eben keinen Kontakt, keine Konfrontation. Bei Handyzombies bleib ich manchnal absichtlich stehen bis es zur Kollision kommt. Soll er/sie mal checken, wie er hier öffentlich rumläuft.
      Bei der Jugend ist männlich oder weiblich Furz, wenn die im Pulk laufen und/oder sich noch gegenseitig schubsen. Frauen allgemein kollidieren wohl öfter auch unteteinander, weil jede der andern ausm Weg gehen will und man aus Versehen doch die gleiche Richtung nimmt.

  5. Da ich das bisher nie für ein Problem gehalten (von Ausnahmen abgesehen) habe, habe ich nicht sonderlich darauf geachtet. Kinderwagen, gehbehinderten Personen und Leuten mit viel Gepäck weiche ich grundsätzlich aus, sonst eher wie es sich ergibt.

    Was mir aber aufgefallen ist:
    Wenn ich mit meinem Mann in stark belebten Gebieten unterwegs bin, und wir es eilig haben (z.B. Bahnhof, Flughafen), dann zieht er einfach voraus, ohne sich von anderen stoppen oder auch nur ablenken zu lassen.
    Ich habe dann genug damit zu tun, mich in seinem Kielwasser zu halten.

    We brake for nobody.

    • Nun auf belebten Gebieten geht mach ich das genauso wie Dein Mann, ich weiß wo ich hin will und möchte den Punkt so schnell wie möglich erreichen. Da jedes anrempeln Zeit kostet wird also einfach die Lage auf dem Weg sondiert und entsprechend der anderen Bewegungsvektoren der Weg durch die Masse gebahnt, das funktioniert fast immer gut, nur hin und wieder gibt es Jemand der unerwartete Bewegungen ausführt, wenn man das Umfeld im Blick hat, dann reagiert man halt entsprechend.

      Die Smartphone gesteuerte Fraktion ist da eigentlich recht gut einzuschätzen, die laufen ja auch immer wieder gegen irgendwelche Hindernisse die Sie nicht wahrgenommen haben. (Lustig war der neue Bauzaun am Bahnhof der den kürzesten Weg wegen arbeiten steht, den haben Sie in der Zwischenzeit mit grell weißer Plane verziert)

      Das es manchmal jedoch nette Zeitgenossen gibt die irgendwie aufzeigen wollen, das Sie mehr Wert haben und man Ihnen entsprechend auszuweichen hätte, ist mir auch schon aufgefallen.
      Das sind zum einen die „ich bis so furchtbar Unterdrückt“ Fraktion und zum andern die Herren die Kartoffelsäcke im Schlepptau haben.

        • Also ich meinte schon die Fälle wo die Zeit echt knapp ist, also z.B. wo man den Flughafen/Bahnhof betritt und schon klar ist, das man den Flieger/Zug nur noch mir Glück bekommt.
          Da kommt man mit Geschwindigkeitsanpassung und kleinen Ausweichern schneller durch als wie wenn man irgendwo anrempelt, oder irgendso ein Kasperl meint sich aufmanteln zu müssen.
          Wobei ich meistens alleine Unterwegs bin und daher wenig Erfahrung habe wenn mir da jemand nachfolgen muss, dass hat sicher einen Einfluss und die Lücken durch die man schlüpfen kann müssen klar grösser sein.

        • Es ist definitiv so wie im Artikel beschrieben! Ich achte schon sehr lange auf diese Phänomen. Es gibt zwei Vorfahrts-Regeln aus meiner persönlichen Erfahrung:
          1. groß vor klein
          2. Mann vor Frau
          Ob sich Regel 1 automatisch auf Regel 2 auswirkt, mag sein. Ich selbst, weiblich, kaum 1,60 m „groß“ werde oft zum Ausweichen gezwungen. Ich lasse es aber auch gerne darauf ankommen, nur um meine Beobachtung immer und immer wieder bestätigt zu bekommen. Oft wünsche ich mir dann, dass die Größeren doch einfach mal einen Tag aus meiner Perspektive erleben sollten. Abgesehen von den Dingen, die man einfach nicht erreichen kann (Halteschlaufen im ÖPNV bspw.) ist es geradezu unverschämt, wie oft mein Gegenüber wie selbstverständlich erwartet, dass ich kleiner Mensch mir den Umstand eines anderen Weges zu machen habe. Isso, kann ich leider nur sagen…

          • Das kann ich so nicht bestätigen.
            Kleiner Tipp: Probier’s das nächste Mal – statt es „drauf ankommen“ zu lassen – mit einem freundlichen Lächeln. Das wirkt manchmal Wunder.

            Was den ÖPNV betrifft:
            Die Abmessungen in den Fahrzeugen sind für durchschnittlich große Menschen konzipiert. Es liegt im Interesse der Betreiber, möglichst viele Fahrgäste bei konstantem Platzangebot gleichzeitig transportieren zu können, weshalb der Platz/Person möglichst knapp bemessen ist.
            In einem voll besetzten Bus haben also kleine Personen sogar Vorteile. Denen passiert es z.B. nicht, dass der Abstand zwischen eigenem Sitz und Vordersitz geringer ist als die benötigte Oberschenkellänge.
            Wenn du nicht an die Halteschlaufen heranreichen kannst, so kannst du dich ja an Sitzen oder Stangen festhalten. Es gibt dafür genügend Möglichkeiten.
            Oder besuche mal Südostasien, und fahre dort mit öffentlichen Bussen.

            Oft wünsche ich mir dann, dass die Größeren doch einfach mal einen Tag aus meiner Perspektive erleben sollten.

            Die haben alle mal als Kind diese Perspektive erlebt.

      • Sich zu zweit nebeneinander durch eine Gruppe wühlen, funktioniert meistens nicht. Man nimmt sich am besten an die Hand und einer geht voraus und bahnt sich seinen Weg. Wenn man’s eilig hat, ist das ganz normal, finde ich.

        Zumindest hab ich’s mit meinen Freundinnen bisher immer so gemacht. Dabei war übrigens nicht immer ICH derjenige, der vorausgelaufen ist. Putzig … wenn ich mich so zurückerinnere … Ich war meistens vorne, wenn wir irgendwohin wollten (Bus oder Bahn erwischen, Termin etc.). Meine Freundin war meistens vorne, wenn wir von irgendwo wieder weg wollten.

        🙂

    • Interessant, bei mir ist es meine Frau die einfach mal in eine Richtung loszieht ohne sich umzusehen.
      Die letzten Male habe ich mir angewöhnt einfach mal stehen zu bleiben.

      Zum Glück kam Sie bisher immer wieder zurück 🙂

      • Wenn es nicht zu zeitkritisch ist, lasse ich mich auch schon mal absichtlich zurückfallen, um zu sehen, wie lange es dauert, bis er merkt, dass ich nicht mehr hinter ihm bin.
        Bisher hat er das noch jedesmal in akzeptabler Entfernung realisiert.

  6. Mich würde interessieren, auf welcher Seite sie auf dem Fußgängerweg gelaufen ist.
    Was ich in den letzten Jahren verstärkt bemerkt habe, sind Menschen beiderlei Geschlechts, die mir mit der allergrößten Selbstverständlichkeit auf der rechten Seite des Bürgersteigs entgegen kommen.
    Ohne dass es einen Grund für dieses Verhalten geben würde.

    Mein Trick ist, keinen Augenkontakt zu suchen, sondern bewusst einen anderen Punkt jenseits des Bürgersteigs anschauen und einfach weiterlaufen.
    Klappte bisher immer.

    • Das mache ich zumindest auf dem Fahrrad, seitdem ich einmal mit einem entgegen kommenden Fahrradfahrer kollidiert bin, weil wir, durch Blickkontakt, immer wieder auf die selbe Seite auswichen bis wir schließlich ineinander rasselten. War einerseits lustig, aber auch schmerzhaft. Augenkontakt vermeiden und weiter fahren (und natürlich rechts halten) klappt dagegen immer hervorragend.

      Bin ich zu Fuß unterwegs, weiche ich oft aus, das macht mir nichts. Die meisten Leute laufen doch eh so vorausschauend, dass sich die Frage, wer Platz macht gar nicht erst stellt.

  7. „Die Frau erkennbar höheren Standes oder im deutlichen Businesslook und dem Ausdruck von Status wird wahrscheinlich auch eher ausweichen.“

    @Christian: Wolltest du nicht das Gegenteil schreiben? So eine Top Business Frau teilt die Menge tatsächlich wie Moses das Wasser.

    Ansonsten: Eine höfliche Geste oder ein freundliches Lächeln schaden nur selten und man vergibt sich doch nichts, wenn man ein bisschen auf seine Mitmenschen achtet. Außer wen das Gegenüber provokant und demonstrativ im Weg steht / geht (so wie die Madam im Artikel).

  8. Kommt mir gestellt vor. Ich glaube nicht, dass Männer und Frauen da anders ticken. Wenn ich von mir selbst ausgehe, gibt es eine Art Regelset, nach dem ich entscheide:

    1) Wer läuft links, wer rechts? wenn ich auf der linken Seite laufe, also sozusagen auf der Gegenfahrbahn, weiche normalerweise ich aus.

    2) Wer schaut wen an? Schaut die entgegenkommenden Person mich nicht an, gehe ich davon aus, dass sie abgelenkt ist und weiche aus.

    3)Ist links/rechts unentschieden und wir schauen uns an, weiche ich nach rechts aus und erwarte von der anderen Person, dass sie das (in ihrer Richtung) ebenso tut. Bei Leuten mit chronischer Links-Rechts-Schwäche, stößt man zusammen.

    4)Weicht eine andere Person zuerst aus, bleibe ich natürlich auf Spur. Mag sein, dass Frauen, Kleinere, Schüchterne usw. schneller ausweichen, normalerweise achtet man ja auf sowas nicht, es ist ein eher unterbewusster Mechanismus.

    Missachtet man das obige Regelset, wird man vermutlich Probleme bekommen.

    Hätte Bento ein ernstliches Interesse daran gehabt, die Ausgangshypothese zu prüfen, hätten die erstmal unvoreingenommen einen Gehweg beobachten müssen, Abstände und Ausweichverhalten analysieren usw. aber darum geht es denen natürlich nicht…

  9. Nervig, alles wird auf eine Geschlechterproblematik geschoben! Typisch Feminismus. Das Ausweichen bzw. Nichtausweichen hängt einfach – das sage ich jetzt als Improtheaterspieler – mit dem Status zusammen. Wenn ich einen Hochstatuts haben UND ausstrahle, dann wird man mir in der Regel ausweichen, wenn man mich wahrnimmt. Wer allerdings auf sein Smartphone starrt, wird weder Frau, Mann, drittem Geschlecht oder Laternenpfahl ausweichen!

      • Es gibt zweifelsohne Situationen, in denen es wirklich einen Kampf gibt, wer zuerst ausweicht. Meiner Einschätzung nach ist das äusserst selten der Fall. In den meisten Fällen lassen die die Motive nicht eindeutig ermitteln. Ich habe z.B. einen überdurchschnittlich schnellen Gang. Daher muss ich ständig Slalom gehen. Sei es um zu überholen. Sei es um auszuweichen. Da entwickelt sich eine Gewöhnung, felxibler auf den Verkehr zu reagieren. Die Wahrscheinlichkeit, dass ich ausweiche ist daher per se erhöht. Dann kommt noch dazu, dass ich kein „Hans-guck-aufs-Handy“ bin. Viele andere Menschen hingegen schon. Soll ich da jedes Mal eine Diskussion mit mir unbekannten Menschen starten? Also, letztlich, zeugt dieser interpretatorische Rahmen („Statusgerangel“) schon von einer eher verzerrten Wahrnehmung.

    • Das Ausweichen bzw. Nichtausweichen hängt einfach – das sage ich jetzt als Improtheaterspieler – mit dem Status zusammen. Wenn ich einen Hochstatuts haben UND ausstrahle, dann wird man mir in der Regel ausweichen, wenn man mich wahrnimmt.

      Das ist auch erstmal nur eine Hypothese. Normalerweise analysiert man sein Gegenüber auf dem Gehweg nicht auf seinen Status hin. Wer allein auf dem normalen Fußweg unterwegs ist, hat i.d.R. sowieso keinen 🙂

  10. Ich würde eine Wette anbieten, dass folgender Zusammenhang besteht:

    Diese Frauen finden eine bestimmte Sorte Mann attraktiv.
    Diese Sorte Mann weicht nicht aus.
    Andere Männer bleiben diesen Frauen nicht in Erinnerung.
    Daher gehen diese Frauen davon aus, dass Männer nicht ausweichen.

    Dieses Grundprinzip (plus Projektion) erklären 80% aller Klagen von Mein-Feminismus-Feministierenden.

      • Das stimmt, tagtäglich zu beobachten.

        Das schlimme ist ja, dass die Leute (wurscht ob w/m), nicht wissen, dass das mitunter ein Grund sein kann wieso ein potentieller Täter genau einen selbst und nicht andere angreift, blöd anmacht, anspricht, sexuell belästigt, ausraubt etc. etc.

        Durch die richtige Körpersprache lässt sich sehr viele solcher Situationen vermeiden. Aber so etwas auch nur vorzuschlagen gilt ja bei manchen Menschen schon als victim blaming.

        • „Victim blaming“ ist auch sowas, da tappe ich ständig ins meeeega Fettnäpfchen, weil ich irgendwas sage, von dem ich eigentlich dachte, es wäre gesunder Menschenverstand.
          Du bist also nicht allein.

      • Auch viele Frauen. Die meisten Leute die ich sehe haben eine schlechte Körperhaltung. Hier ein Tipp für alle die Frauen beeindrucken wollen – eine gute Körperhaltung mag vor 100 Jahren nix besonderes gewesen sein, heute bist du damit der Einäugige unter den Blinden.

  11. Für mich ist der territoriale und räumliche Aufenthalt im öffentlichen Raum im Wesentlichen eine Frage zivilisierten Verhaltens. Daraus eine Streitfrage machen zu wollen ist unzivilisiert. Mir ist allerdings aufgefallen, dass Frauen häufig (fast zwanghaft) ihre „Sichtbarkeit“ inszenieren, z.B. stehen sie mit Vorliebe im Weg, zu zweit oder dritt raumgreifend mitten auf dem Bürgersteig und tratschen. Ob das etwas mit Eitelkeit, mangeldem räumlichen Vorstellungsvermögen oder feministischem Sendungsbewusstsein zu tun hat ist mir nicht klar, aber halte es für „typisch weiblich“.

    • Ja, das ist mir auch schon oft aufgefallen. Gern im Supermarkt, mitten im Gang, so dass man nicht vorbeikommt. Scheint eine mentale Überlastung zu sein, die stellen sich derart auf ihr Gegenüber ein, dass sie das Drumherum nicht mehr wahrnehmen. Wie der Mythos entstehen konnte, dass Frauen „multitasking“-fähiger als Männer wären, weiß ich wirklich nicht.

      Fällt mir auch beim Auto-fahren immer wieder auf, dass überdurchschnittlich viele Frauen sich z.B. nicht mit einem Wink bedanken, wenn man ihnen einen Gefallen tut. Ich glaube nichtmal, dass das Unhöflichkeit ist, entweder es hat ihnen nie jemand beigebracht oder die sind einfach dermaßen mit dem Handling des Autos beschäftigt, dass da einfach sonst nichts mehr geht. Wenn ich mir die Unsicherheit meiner Frau anschaue, halte ich Letzteres für wahrscheinlich. Ist natürlich nicht bei allen so, Verteilung, Glockenkurve usw.

      • Ahhh, siehste, dann bist Du so ein netter Mensch, der mich öfters Mal trotz Rushhour reinwinkt (siehe Kommentar unten).
        Von mir gibt’s immer einen dankenden Wink, ich schätz das sehr.

    • Frauen haben echt ein Talent dafür, mitten im Weg zu stehen.

      Heute auf der Treppe zum/vom Bahnsteig – Umsteigebahnhof (an dem viele Leute ganz gerne ihren Anschlusszug kriegen möchten) – Der nach unten strömende Pulk wurde durch die zu geringe Breite der Treppe eh schon gebremst, da greift ne Frau (wie wir alle abwärts gehend) zwei Reihen weiter nach vorne, tippt zwei (ebenfalls abwärts gehenden) Freundinnen auf die Schulter – und anstatt nach dem „Hallo! Was machst Du denn hier?“-Geträller einfach weiter bis nach unten zu gehen und sich dann dort zu unterhalten – bleiben die stehen. Alle drei!

      Da sind Leute fast umgefallen, deswegen.

      Und von den Tratschtanten im Supermarkt wollen wir gar nicht reden, Gang eh schon so eng, dass mit Ach und Krach zwei Einkaufswagen nebeneinander durchpassen – aber kaum kommen sich zwei Bekannte entgegen … tja, dann geht’s in keine Richtung weiter.

  12. Mal was anderes, als ich noch gearbeitet habe, bin ich täglich viel Stadtverkehr gefahren und habe festgestellt, dass entgegen der Klischeemeinung, Männer sehr viel freundlicher Auto fahren.
    Die winken einen eher mal rein oder lassen einen raus, halten sich ans Reißverschlussprinzip, lassen einen an beschissen einsehbaren Stellen rückwärts ausparken, stellen im Stau vorausschauend nicht die Kreuzung zu oder Einfahrten usw
    Frauen halten oft einfach drauf, gemäß dem Motto „Hier komme ich, mach‘ Platz!“ Das nervt.

    • Das ist auch mein Eindruck: Die meisten Männer fahren umsichtig und kooperativ. Natürlich gibt es krasse Ausnahmen.
      Zwar achten viele Frauen sehr darauf, dass sie „nichts falsch“ machen, aber darüber hinaus wird oft wenig darauf geachtet, dass der Verkehr fließt. Als ob keine Hirnressourcen mehr dafür übrig wären, für andere Autofahrer mitzudenken..
      Wenn jemand z.B. links abbiegt und sich ohne Not derart beknackt hinstellt, dass der ganze nachfolgende Verkehr mit warten muss, dann ist es meistens eine Frau..
      Der Trend zum Familienpanzer (SUV) macht es nicht besser.

      • Das ist auch mein Eindruck: Die meisten Männer fahren umsichtig und kooperativ.

        Das liegt am vielgescholtenen Testosteron.
        Das macht nämlich nicht, zumindest nicht nur, aggressiv, wie medial ständig behauptet wird, sonder fördert die Kooperationsbereitschaft.

  13. Der Schluss des Artikels ist in meinen Augen symptomatisch:
    „ich könnte machen, dass die anderen mir ausweichen. Aber das ist mir zu anstrengend. Deswegen sollten doch bitte die anderen mir einfach so ausweichen.“

    Typische, feministisch/millennial Vorgehensweise.
    1. Nicht bereit, selbst etwas zu tun
    2. Erwarten dass andere / eine höhere Instanz dafür sorgt das sich was ändert
    3. Die Lösung, die Männer haben, ist nichts wert
    4. Die weibliche Seite wird automatisch als „richtig“ definiert. Anstatt zu sagen: „Frauen, seid nicht solche Weicheier, sondern behauptet Euren Platz!“
    5. Die Welt soll sich den Frauen anpassen, d. H. Frauen sollen umsonst bekommen, was Männer sich erarbeiten / erkämpfen

    Auf deutsch: mädchenhaftes Rumgeheule. Wer Status und Rang nicht haben will und nicht erkämpfen will, der hat auch keinen.

  14. Ahhh, siehste, dann bist Du so ein netter Mensch, der mich öfters Mal trotz Rushhour reinwinkt (siehe Kommentar unten).
    Von mir gibt’s immer einen dankenden Wink, ich schätz das sehr.

  15. „Denn Frauen machen öfter Platz“

    Das ist eine Behauptung. Wo ist der Nachweis? Der Link auf den New Statesman liefert auch nur eine vergleichbare Geschichte einer Frau mit ähnlichen unbelegten Behauptungen.

    Und wenn man, wie die Frau hier, schon oft vorzeitig ausweicht, wie kann man dann behaupten das der Mann nicht ausgewichen wäre. Hatte er überhaupt eine Chance zu reagieren und wenn sie sowieso schon ausgewichen ist, warum soll er dann auch noch eine Ausweichbewegung machen.

  16. Ich selbst weiche eigentlich nie aus. Ich mag das nicht und habe besseres zu tun. Wenn ein Aufprall unvermeidlich ist, dann bleibe ich aber unter Umständen stehen und sehe den anderen vorwurfsvoll aus.

  17. Als ich ein Mann war habe ich den Leuten ins Gesicht geguckt und der Blick ging in 90 % der Fälle zu Boden, dann wusste ich, dass sie ausweichen würden. Aber auch sonst bin ich aus Prinzip nicht ausgewichen und wurde vllt alle paar Tage mal angerempelt. War nach der Bundeswehr aber auch immens kräftig.

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