Selbermach Samstag 230 (09.03.2019)

Welche Themen interessieren euch, welche Studien fandet ihr besonders interessant in der Woche, welche Neuigkeiten gibt es, die interessant für eine Diskussion wären und was beschäftigt euch gerade?

Welche interessanten Artikel gibt es auf euren Blogs? (Schamlose Eigenwerbung ist gerne gesehen!)

Welche Artikel fandet ihr in anderen Blogs besonders lesenswert?

Welches Thema sollte noch im Blog diskutiert werden?

Für das Flüchtlingsthema gibt es andere Blogs

Ich erinnere auch noch mal an Alles Evolution auf Twitter und auf Facebook.

Es wäre nett, wenn ihr Artikel auf den sozialen Netzwerken verbreiten würdet.

Wer mal einen Gastartikel schreiben möchte, der ist dazu herzlich eingeladen

Die sieben weltweit befolgten moralischen Regeln

Eine Studie will sieben moralische Regeln gefunden haben, die weltweit beachtet werden. Es sind die folgenden:

Auf Englisch:

  1. Help your family
  2. Help your ‚group‘
  3. Return favours
  4. Be brave
  5. Defer to superiors
  6. Divide resources fairly
  7. Respect the property of others.

Und als Übersetzung hinterher:

  1. Helfen Sie Ihrer Familie
  2. Helfen Sie Ihrer „Gruppe“.
  3. Gefälligkeiten zurückgeben
  4. Seien Sie tapfer
  5. Füge dich sozial höher Gestellten
  6. Ressourcen gerecht verteilen
  7. Respektiere das Eigentum anderer.

Man merkt sofort, dass diese Regeln leicht mit evolutionären Prinzipien in Einklang zu bringen sind und das sie zudem Konflikt bieten.

1.

„Helfe deiner Familie“ ist evolutionär verständlich: Sie teilen die meisten Gene mit dir und ihnen zu helfen ist damit evolutionär vorteilhaft. Zudem bietet die Familie auch aus den gleichen Gründen häufig die beste Gewähr dafür, dass sie das helfen erwidern. Noch klarer ist es bei der „Kernfamilie“ und dem eigenen Nachwuchs: Wer keinen Nachwuchs hervorbringt und bei dem der Nachwuchs nicht seinerseits wieder Nachwuchs möglichst guter „Qualität“ hervorbringt, dessen Gene werden sich schwerer im Genpool anreichern und eher aussortiert werden

2.

Die Gruppe steht dann an zweiter Stelle, weil sie eben die nächste Stufe ist, auf der Kooperation am ehesten mit reziproker Kooperation belohnt wird. Wer die Gruppe als kooperatives Spiel betrachtet, bei dem man zusammen mehr leistet als es jeder Einzelne alleine könnte, kann diesen Mehrwert erstellen und andere dazu motivieren ebenfalls daran mitzuarbeiten und damit auch den Wert für einen selbst erhöhen.

3.

Das wäre quasi die dritte Stufe: Wenn jemand kooperativ spielt, dann spiele auch kooperativ, damit eine Zusammenarbeit entsteht und er nicht das Gefühl hat, dass du ihn ausnehmen willst oder alle Vorteile nur für dich behalten willst. Nur so kann letztendlich Kooperation entstehen,

4.

Das wäre die Einordnung in eine gesellschaftliche Hierarchie. Natürlich nicht absolut, auch der Rebell hat seinen Platz indem er die Hierarchie innerhalb bestimmter Grenzen testet. Aber wer (gerade in kleineren Gruppen) eine bewährte und richtig aufgebaute Hierarchie stört ohne sie tatsächlich in Frage stellen zu können, der schadet letztendlich allen, indem er Statuskämpfe unnötig veranlässt.

6.

Bei der Verteilung von Ressourcen nach „Gerechtigkeit“ dürften bereits ganz verschiedene Ansichten bestehen. Es kann durchaus gerecht sein, wenn höher gestellte oder wichtigere mehr bekommen. Es kann auch gerecht sein, wenn sich Leistung lohnt. Und selbst die unglaubliche Anhäufung von Vermögen, wie heute bei den Superreichen, kann gerecht sein, wenn es innerhalb des Systems dadurch den Leuten besser geht und sie für ihre Mitarbeit entsprechend gerecht bezahlt werden und ihrerseits die (theoretische) Chance haben reich zu werden.
Anderen schwebt dann vielleicht bei gerecht eher eine noch stärkere Umverteilung vor als sie jetzt schon durch Steuern geschieht, etwa ein „jedem nach seinen Bedürfnissen“ oder gar ein „jeder muss gleich viel haben“ oder ein „niemand darf absurd viel Geld haben“.
Natürlich ergeben sich auch Konflikte mit den oberen Regeln: Ist es gerecht in der Verteilung, wenn Leute Vermögen erben, die sie nicht selbst erarbeitet haben oder ist die Regel eins wichtiger, nachdem man seiner Familie geben soll? Und auch bei der Gruppe werden etwa „Refugee Welcome“ Leute andere Vorstellungen haben, wie der Reichtum eines Landes zu verteilen ist als weniger linke Personen.

7.

Was dann die Diskussion gleich zum nächsten Punkt bringt: Eigentum des anderen akzeptieren beißt sich für einige mit der gerechten Verteilung. Das Eigentum überhaupt besteht erscheint dann vielleicht einigen schon merkwürdig. Aber ohne Eigentum ensteht eben auch kein Frieden und es lohnt sich Arbeit weitaus weniger.

Was sagt ihr zu den Regeln?