Many Shades of Gender – Ein FAQ zu den Gender Studies: Männer sind doch auch Opfer, warum befassen sich die Gender Studies nicht damit? (5)

Paula-Irene Villa, Genderprofessorin, hat ein FAQ zu Mythen über die Gender Studies erstellt. Ich wollte sie nach und nach hier besprechen:

Heute:

Männer sind doch auch Opfer, z.B. ist die Suizidrate bei Männern höher als bei Frauen, ihre Lebenserwartung ist geringer als die von Frauen, sie sind auch Opfer von Gewalttaten. Warum befassen sich die GS nicht damit?

Auch das ist letztendlich wieder ein Strohmann. Denn eigentlich geht es doch um die Theorie, ob die Gender Studies überhaupt männliche Diskriminierungen anerkennen und in ihrem System unterbringen können.
Das besagt ja im wesentlichen das Folgende, wenn man auf den intersektionalen Feminismus als gegenwärtig im Feminismus vorherrschende Auffassung abstellt:

  • Ein Diskriminierung von Männern ist nicht möglich, denn Diskriminierung erfordert Macht + Vorurteile der diskriminierenden Gruppe (Power + Prejudice).  Männer sind aber selbst die Gruppe mit der Macht, innerhalb der Kategorie Geschlecht sind sie allein privilegiert, daher können sie nicht von struktureller Diskriminierung betroffen sein.
  • Alle Nachteile (nicht: Diskriminierungen, die gibt es nicht wegen des Geschlechts) die Männer haben, sind damit lediglich Nachteile, die aus dem von ihnen errichteten System, also dem Patriarchat, herrühren („Das Patriarchat schadet auch Männern„)

Wenn sie das so ausgeführt hätte, dann wäre es zumindest eine faire Darstellung gewesen.

Was kommt:

Tatsächlich wird insgesamt in den Gender Studies weniger – manche Kolleg_innen in den Gender Studies meinen auch: zu wenig – zu Männlichkeit und zur Situation von Männern geforscht als zu Frauen. Was jedoch nicht bedeutet, dass Männer und Männlichkeiten übersehen würden. Vielmehr hat sich seit ca. 20 Jahren ein ganzer Strang innerhalb der Gender Studies etabliert (https://www.bpb.de/apuz/144861/wie-aus-jungen-maenner-werden?p=all; für die Geschlechtergeschichte vgl. Martschukat/Stieglitz 2018), der (manchmal: ‘kritische’) Männlichkeitsforschung betreibt (Schölper 2008).

„Kritische Männerforschung“ ist eben üblicherweise genau das oben angesprochene: Wie das Patriarchat Männern schadet und was sie machen können, um das Patriarchat zu stürzen, allen Vorteilen zu entsagen und damit ein besserer Mensch zu werden.

Männerforschung in den Gender Studies beschäftigt sich damit mit folgenden Themen:

  • Wie funktioniert die Aufrechterhaltung des Patriarchats und der toxischen Männlichkeit und die Unterdrückung der Frau
  • Wie können Männer die von ihnen verursachten Nachteile des Patriarchats beheben, indem sie das Patriarcht beseitigen, bzw inwiefern ergeben sich aus dem Patriarchat Nachteile für Männer an denen sie selbst schuld sind
  • Männer die aus ihren Rollen als böse klassische Männer ausbrechen und damit auch etwas das Patriarchat stürzen
  • warum sind Männer zwar schlecht, aber Männer, die gleichzeitig in anderen Kategorien nichtprivilegiert sind, dennoch nicht so toxisch wie weiße, heterosexuelle Männer

Dabei geht es um sehr viele sehr unterschiedliche Themen, etwa

Diese Liste ließe sich noch sehr, sehr lange fortsetzen. Das heißt, es wird reichlich zu Männern geforscht, auch zu ihren Risiken oder Benachteiligungen. Mehr Forschung geht allerdings immer.

Um mal ein paar Texte herauszugreifen:

Muslim masculinities: what is the prescription of the Qur’an?*

Orientalist art and literature have historically associated Islam with violence, but since the 1990s, this association gathered greater depth. Muslim men started to be stereotyped as terrorists, and various armed Muslim groups further cemented this stereotype. Although committing violence, for religion or other causes, is not limited to Muslim men, recent developments reinforced the popular notion that Islam encourages male violence. This paper examines the message of Muslim masculinities conveyed in the Qur’an – the sacred text that is regarded by Muslims as the word of God and as the highest authority for moral guidance. The content analysis of the Qur’an reveals at least five salient character traits that may be taken as prescriptions of masculinities. These traits – submissiveness, altruism, righteousness, steadfastness and combativeness – however, are not only overlapping but are also contradictory, depending on the institutional context in which the people are acting, as well as their religious status (e.g. prophet, believer, hypocrite, etc.). Thus, the message of the Qur’an is complex, and it can be put into practice properly only when it is examined and absorbed holistically.

Da wäre dann die Botschaft, dass muslimische Männer dem Koran nach gar nicht gewaltbereit und aggressiv sein sollen, sondern viele positive Eigenschaften haben sollen. Der Koran will also gar nicht den toxischen Mann, sondern eigentlich den geradezu feministischen Mann

Zwischen Vorbild und Verdacht
Wie Männer im Erzieherberuf Männlichkeit konstruieren

​Politik und Eltern fordern zunehmend mehr Männer in Kindertagesstätten, gleichzeitig lösen männliche Erzieher nach wie vor Irritationen aus, da sie mit gängigen Männlichkeitsmustern brechen. Während sie einerseits v. a. für Jungen als Vorbilder umworben werden, gibt es andererseits durchaus auch Misstrauen den Männern gegenüber. In dieser Studie über das ‚Doing Masculinity‘ männlicher Erzieher untersucht Anna Buschmeyer die Zuschreibungen an Männer und Männlichkeit im Erzieherberuf sowie deren Auswirkungen auf das Arbeitshandeln und trägt zur Differenzierung der Sicht auf Männlichkeit bei. Es wird deutlich, dass Erzieher sehr unterschiedlich mit den Anforderungen an ihr ‚Mann-Sein‘ umgehen. Diese Unterschiedlichkeit greift die Autorin über die Entwicklung des Typus alternativer Männlichkeit, als Ergänzung zu Connells Modell hegemonialer Männlichkeit, auf und macht sie dadurch empirisch und theoretisch sichtbar.

Erzieher sind nicht einfacher Männer, sie brechen das Männerbild auf und können – wenn sie den richtigen Typus bilden – gute Männer sein

Jungen als Bildungsverlierer?

Über Jungen in der Schule wird aktuell viel geredet, eine umfassende wissenschaftliche Auseinandersetzung steht jedoch bislang noch aus. Der Stand der Jungenforschung erweist sich als empirisch und theoretisch wenig fundiert, ein systematischer Bezug auf die Schule als Institution fehlt weitestgehend.
Dieses Buch zeigt aktuelle Perspektiven im Anschluss an das Habituskonzept auf und stellt Bezüge zwischen Schule, Jungen und Peerkultur aus nationaler und internationaler Sicht her. Die wissenschaftlichen Erkenntnisse zeigen, dass Jungen eine höchst heterogene Gruppe sind und dass das vereinfachte Bild der Jungen als Bildungsverlierer nicht haltbar ist.

Frauen sind auch eine höchst heterogene Gruppe was das Gehalt angeht. Daraus lässt sich allerdings das vereinfachte Bild herleiten, dass Frauen Gehaltsverlierer sind.

19 Gedanken zu “Many Shades of Gender – Ein FAQ zu den Gender Studies: Männer sind doch auch Opfer, warum befassen sich die Gender Studies nicht damit? (5)

    • „Gender Studies“ als eigenständige Richtung gibt es erst neuerdings undr sehr wenig. Es sind und waren immer schon in unterschiedlichen Fachbereichen angesiedelte Forschungen, die sich mit Geschlecht befassen.

      • Es geht nun mal um diese Frage hier:
        Ein FAQ zu den Gender Studies: Männer sind doch auch Opfer, warum befassen sich die Gender Studies nicht damit?

        Man kann dann nicht die Forschung fremder Fachbereiche für sich reklamieren. Zumal es ja an Publikationen der Gender Studies nicht mangelt. Auf diese trifft die Kritik eben voll zu.

  1. An Villa kann man gut studieren, wie feministische Propaganda funktioniert, wie Sachverhalte durch einen frame verschleiert, verbogen und in das komplette Gegenteil verwandelt werden.

    Sie schreibt: „Tatsächlich wird insgesamt in den Gender Studies weniger – manche Kolleg_innen in den Gender Studies meinen auch: zu wenig – zu Männlichkeit und zur Situation von Männern geforscht als zu Frauen. Was jedoch nicht bedeutet, dass Männer und Männlichkeiten übersehen würden.“

    Faktisch ist „Männerforschung“ nur feministischer Wurmfortsatz und setzt alle feministischen Prämissen unhinterfragt voraus.
    Wer die Dichotomie von „opression“ und „privilege“ inhaliert, muss dessen Rollenmodell als Zuweisung nach Geschlecht fraglos akzeptieren: Nur Männer genießen (unverdiente) Privilegien, nur Frauen werden unterdrückt PUNKT

    Mit dieser absurden Lächerlichkeit konnte man bisher eine ganze Berufskarriere gestalten.

    Sie fabuliert: „Ein genauerer Blick zeigt dabei – wie üblich – jedoch ein komplexeres und nuancierteres Bild. Junge Frauen machen einerseits gegenwärtig pro Kohorte im Schnitt einen leicht höheren Anteil der Abiturient_innen aus. Jungs haben andererseits, dies zeigen neuere Studien, bereits in der Grundschule häufiger Probleme als Mädchen: sie wiederholen häufiger die Klasse oder erhalten weniger häufig die Empfehlung zum Gymnasium. Manche Studien sehen sogar eine Diskriminierung dahingehend, dass gleiche Leistungen bei Jungen im Vergleich zu den Mädchen etwas schlechter bewertet werden.“

    Die „Komplexität“ existiert nur in ihrem Kopf. Nachweisbar werden Jungen bei gleicher Leistung schlechter und bei besserer Benotung gleich bewertet und das durchgängig ab dem ersten Schuljahr bis zum Abitur.
    Die Noten ergeben zudem das Schema einer „genderisierten“ Bevorzugung: Die Maßstäbe werden bspw. in Mathe in der Benotung gesenkt, um Mädchen sehr gute Noten zu ermöglichen.
    Bei als weiblich verstandenen Kompetenzen (Sprache, Biologie) ist die Benachteiligung für Jungen drastisch und kann – bei gleicher Leistung – eine ganze Note betragen.

    Dass sich diese Diskriminierung auf die Motivation der Schüler auswirkt, denen man diese Probleme macht, ist offensichtlich.
    Natürlich ist das kein Thema.

    Sie hingegen: „Es gibt, so lässt sich empirisch begründet vermuten, tatsächlich einen strukturellen bias – ein eingebautes Vorurteil – im Schulsystem Deutschlands, das gewisse Fähigkeiten, gewisses Verhalten und gewisse Interessen stärker belohnt als andere und dies deckt sich mit geschlechtlichen Stereotypen“

    WOHER stammen denn diese Stereotypen? WER hat denn die Vorurteile erst in das Schulsystem gebracht und eingebaut? Sie tut so, als wäre die Dämonisierung von Männlichkeit und die Interpretation von typisch jungenhaftem Verhalten als zu bekämpfende „toxische Männlichkeit“ vom Himmel gefallen, statt Kernbestandteil feministischer Propaganda zu sein.
    Jeder Vorteil, den Mädchen heute genießen, ist auf dem Rücken von Jungen errungen worden, die systematisch vernachlässigt worden sind.

    Weiter: „Studien weisen allerdings insgesamt darauf hin, dass für Deutschland nach wie vor gilt, dass Schichtzugehörigkeit und Bildungsgrad der Eltern die maßgeblichen Variablen für schulische Erfolge sind (…). Sie überlagern Geschlecht – was aber nicht bedeutet, dass Geschlecht keine Rolle spiele. Verdichtet hieße das: der Sohn von gut verdienenden Akademiker_innen-Eltern in einer reichen Stadt hat weitaus bessere Chancen in der Bildungslaufbahn als die Tochter prekär beschäftigter Eltern mit niedrigem Bildungsabschluss auf dem Land.“

    Totaler Unsinn, Verschleierung des wahren Sachverhalts: Ist Klasse das entscheidende Merkmal des Bildungserfolgs, so vergleiche ich die Töchter von a. Akademikern und b. prekär beschäftigten Eltern.
    Ist Geschlecht das entscheidende Merkmal des Bildungserfolgs, so vergleiche ich die Tochter und Sohn von a. Akademikern und b. prekär beschäftigten Eltern.

    Ergibt sich bei diesem Vergleich in beiden Fällen eine Besserstellung von Mädchen, dann kann man davon ausgehen, Jungen werden nach Geschlecht und Klasse diskriminiert.
    Haargenau das ist auch der Fall – zusätzlich hat der Junge schlechte Karten, hat er einen Migrationshintergrund.
    Auch Jungen mit Migrationshintergrund gehören übrigens zur Gruppe der Jungen.
    Auch schwule Jungen sind Jungen.

    Ihr Resümee: „Menschen sind immer durch die gleichzeitige Zugehörigkeit zu mehreren Gruppen und Differenzen sozial positioniert. An solchen Beispielen zeigt sich die Intersektionalität von sozialen Positionen:
    Diese Klischee-Figuren zeigen: Bildungsverläufe sind maßgeblich von Variablen wie Geschlecht, Region, Migrationshintergrund, Schichtzugehörigkeit geprägt – wie genau und was dies bedeutet, dies ist komplex.“ ist keins.

    Sie wirft mit „Komplexität“ um sich, weil sie ihre „sozialen Identitäten“ so sortiert hat, dass auf keinen Fall ihre Eingangsprämissen in Gefahr geraten.
    Die feministische Verwendung von Intersektionalität im Sinne der Propaganda muss das komplette Gegenteil der empirischen Realität aufzeigen.
    Genau deshalb sind diese Feministinnen und Genderistinnen auch die nützlichen Idiotinnen dieses Systems.

    • „Bildungsverläufe sind maßgeblich von Variablen wie Geschlecht, Region, Migrationshintergrund, Schichtzugehörigkeit geprägt“

      interessant, wie sie diese Variablen nach ihrer eigenen Wertungsskala Sortiert, welche ihr am wichtigsten sind – und dass diese Reihenfolge ziemlich genau umgekehrt ihrer realen Bedeutung verläuft.

      • @maddes

        SEHR GUTE Beobachtung!

        Aber sie geht lediglich so vor, wie auch alle anderen intersektionalen Feministinnen. In den APA Guidelines für Frauen und Mädchen wird es noch offensichtlicher, wenn der APA ethics code zitiert wird:

        „As directed by the APA ethics code (APA, 2002b), psychologists “recognize that fairness and justice entitle allpersons to have access to and benefit from the contributions of psychology and to equal quality in the processes, procedures, and services being conducted by psychologists” (p. 1062). In addition, psychologists are aware of and respect cultural, individual, and role differences, including those

        Jetzt kommt die Aufzählung:
        „based on age, gender, gender identity, race, ethnicity, culture, national origin, religion, sexual orientation, disability, language and socioeconomic status, and consider these factors when working with members of such groups.“ (APA, 2002b, S. 1063)

        „Socioeconomic status“ ist auf dem letzten Platz!

        Jeder, der ernsthaft glaubt, irgendein Marxist wäre daran beteiligt gewesen, hat einen Sockenschuss.

        • Der sozioökonomische Status wird nur aus folkloristischen Gründen angeführt, damit sie sich als die Erben der politischen Linken darstellen können. Da muss das einfach noch mit rein. Die primären Kategorien aber sind biologische.
          Der intersektionale Feminismus und die US-Demokraten haben fusioniert, sozusagen. Die Strategie, seit Obama, um die Republikaner zu schlagen ist die Mehrheit der Frauen plus (v.a ethnische) Minderheiten für sich zu gewinnen und sich damit eine Mehrheit zu sichern. Dieser Mist wird 1:1 von den hiesigen Dumpfbacken übernommen. Die Rolle der schwarzen Minderheit in den USA wird dann so eben mal den Migranten zugewiesen.

          • @Pjotr

            „Der sozioökonomische Status wird nur aus folkloristischen Gründen angeführt, damit sie sich als die Erben der politischen Linken darstellen können.“

            Korrekt. Und wenn man sie nicht mehr benötigt, dann werden einzelne Begriffe eben umdefiniert.
            In den Apa guidelines für Männer bewegt man sich schon in der Einleitung weg von „hegemonic“ – was ja Connell von Gramsci „übernommen“ hatte (ein Witz) – und bemerkt nur lapidar, heute würde das „dominant“ heißen. Hau weg die Folklore!
            Wobei bei deren unklarer Definition noch nicht einmal ein Unterschied zwischen „Dominanz“ und „Mehrheit“ existiert, weil die Merkmale biologische sind.
            Es ist keine Problem, den Deutschen „weiße Dominanz“ vorzuwerfen, weil plus 90% der Bevölkerung nun einmal weiß sind.

            „Der intersektionale Feminismus und die US-Demokraten haben fusioniert, sozusagen.“
            Ja. Die SPD möchte eine globale „progressive Allianz“ u.a. mit den Demokraten eingehen bzw. aufbauen.

            „Dieser Mist wird 1:1 von den hiesigen Dumpfbacken übernommen. Die Rolle der schwarzen Minderheit in den USA wird dann so eben mal den Migranten zugewiesen.“

            Die Dumpfbacken möchten gerne USA spielen, weil sie nur noch abschreiben/kopieren/plagiieren müssen.
            Sie können sich so die Theorien und Haltungen der progressives leihen und spielen deren Rollen unter deutschen Bedingungen. Einfach lächerlich.
            Es gibt mehrere Minderheiten in den USA; ich glaube die Türken würden gerne Schwarze spielen, sollten sich m.E. mit hispanic begnügen. 😉

            Ernsthaft: Das lustige an der hiesigen Bemühung Migration zu normalisieren ist, die bereits in den 80ern und 90ern erfolgte Rückführung der „Spätaussiedler“ geschah unter dem Vorzeichen, man würde Deutsche wieder nach Deutschland holen.
            Diese Gruppe umfasst heute 3,2 Millionen, ist also größer als die der Türken mit 2,8 Millionen.
            Genau diese Gruppierung sind im Normalisierungsdiskurs auf einmal KEINE Deutschen mehr, sondern Migranten.

            Wie die Zählweise für den prozentualen Anteil an der Bevölkerung erfolgt: Heiratet ein Deutscher/Migrant mit eigener Fluchterfahrung eine Deutsche, dann haben wir einen Haushalt mit Migrationshintergrund.
            Haben diese zwei Kinder, dann sind es Kinder mit Migrationshintergrund ohne eigene Fluchterfahrung.
            Aus einem Deutschen mit Migrationshintergrund hast du spielend vier gemacht.
            Alle haben einen deutschen Pass und sind farbig wie ein Weißbrot im Mondschein, aber so kommen die Prozente zustande, mit denen sie hausieren gehen!

            Diese progressiv/linksidentitären Unsinn nehmen dann wiederum Rechtsidentitäre auf und beklagen die Überfremdung/Umvolkung = zwei Dumpfbackenfraktionen spielen sich gegenseitig die Bälle zu.

  2. „Die wissenschaftlichen Erkenntnisse zeigen, dass Jungen eine höchst heterogene Gruppe sind…“

    Merke: Frauen ( besonders feministische, quere und Lesben ) sind DIVERS, also gut
    Männers sind HETEROGEN, also schlecht

  3. Es gibt ein Update von Shawn Smith (den Christian hier auch kürzlich zitierte) zu den APA Guidelines. Ist zwar USA, passt aber m.E.

    Er hat sich die Quellen der APA Guidelines angeschaut.
    Um einen Aspekt rauszugreifen: Das Wort „Testosteron“ kommt nicht einmal vor. Die Wörter „Oppression“ und „Patriarchy“ mehrfach. Beide werden weder in den Guidelines selbst, noch in den Quellen sinnvoll definiert.

    Wer Lust auf 20 Minuten englisch hat:

    • Interessant, aber er hat das Kernproblem nicht verstanden.
      Seiner Eingangs geäußerten Ansicht nach kommt Biologie etc. nicht in den APA Guidelines vor.

      Doch kommt sie, denn die „Privilegien“ sind rein biologisch, wie auch nach biologischen Merkmalen hin benachteiligt wird.
      Wobei statt „Benachteiligung“ generell „diskriminiert“ wird oder gleich volle Kanne „unterdrückt“.

      Auch in den APA Guidelines für Frauen und Mädchen findet man die gleiche, unwissenschaftliche Vorgehensweise: Definitionen, die nichts definieren, vage Begriffe, die durch hyperbole Sprache aufgebrezelt werden, jegliche Beweisführung auf der Basis der empirischen Realität unterbleibt.

      Sie behaupten sich mit Referenzen die genauso vorgehen und eine unbewiesene Behauptung auf die andere stapeln.
      Dieser Vorgang wird als Theoriebildung ausgegeben.
      Zum Schluss geht es dann voll SJW (S. 959 f) zur Sache – wohlbemerkt bereits 2007.
      An den APA Guidelines für Frauen und Mädchen kann man übrigens genau nachvollziehen, wann sich der intersektionale Feminismus in diesem Fachbereich durchgesetzt hat, nämlich 1997-99 (s. S. 958).

      BEIDE guidelines sind unwissenschaftliche junk-science.

      • Sie behaupten sich mit Referenzen die genauso vorgehen und eine unbewiesene Behauptung auf die andere stapeln.
        Dieser Vorgang wird als Theoriebildung ausgegeben.

        Das geht mir bei denen schon lange auf den Keks. Ihre „Argumentation“ erschöpft sich meist auf den Hinweis, dass eine andere Gendertante den gleichen Unsinn auch schon behauptet und in ihrer Trivialliteratur verewigt hat. Oder noch besser: es wird auf eine Hohepriesterin verwiesen, Butler, oder Beauvoir, ja sogar eine Schrupp tut es zur Not, womit die Behauptung dann den Status einer ex cathedra verkündeten Wahrheit erlangt.

        Ach, und crumar, wie läufts denn so mit deiner Querfront? Wird das mal was oder wie? 🙂

        • „Ach, und crumar, wie läufts denn so mit deiner Querfront? Wird das mal was oder wie?“

          Hilfst du mir bitte mal auf die Sprünge?!

          „Ihre „Argumentation“ erschöpft sich meist auf den Hinweis, dass eine andere Gendertante den gleichen Unsinn auch schon behauptet und in ihrer Trivialliteratur verewigt hat.“

          Ja, sie bilden ein Zitierkartell, das durch die schiere Menge von Unsinn zu überzeugen weiß.

          Sie haben sich faktisch vor 20 Jahren auf Intersektionalismus und Multikuturalismus als theoretischen Bezugsrahmen festgelegt, es gibt thematisch ein paar feministische Klassiker in diesem Rahmen, aber im Grunde wurde alles neu interpretiert und in diesen integriert.

          Dabei wurden die Klassiker sorgfältig aller sozioökonomischen und politischen Bestandteile entledigt.
          Der ursprüngliche Ansatz des Intersektionalismus in den USA war explizit der Zusammenhang von Klasse, Geschlecht und Ethnie – mit der Perspektive der Überwindung des kapitalistischen Systems.
          Nun ist Kapitalismus mehr oder weniger deckungsgleich mit alten, weißen Männern.

          Sie haben die Systemperspektive also einerseits personalisiert und andererseits die Politik in ihrer manichäisches Schema von „privilege“ und „opression“ gepresst, in das man hineingeboren wird.
          Die toxische, weiße Männlichkeit, die alles vergiftet, ist analog zur Erbsünde gedacht.
          Es ist unheimlich, wie attraktiv diese Denkweise des bürgerlichen Feminismus für von Frauen dominierte Fachbereiche ist, zumal es sich offensichtlich um eine dem Antisemitismus nahe stehende Denkweise handelt.

          Ich habe mich oft gefragt, warum ihnen das nicht selber auffällt, aber uns dafür um so mehr.
          Kann sein, dass wir in Deutschland eine andere Empfindlichkeit entwickelt haben.

          • Tatsächlich haben wir eine Querfront. Von ganz links bis ganz rechts ist alles auf den Schutz der heiligen Mumu der letzten Tage, a.k.a Alleinerziehende geeicht.
            Ich kenne keine Parteien mehr, sondern nur noch Feministen – so in etwa ist die Lage. Wenn man sich einer Querfront gegenüber sieht, dann muss man zwangsläufig als „Querfrontler“ operieren, den man ist immer der Oppositionelle. Ich weiss, Querfront hat im historischen Kontext einen üblen Beigeschmack. Das war hier nicht gemeint.

  4. Auf die kritische Männerforschung zu verweisen, um zu belegen, dass man sich auch um das Leid von Männern kümmert, erinnert mich etwas an Ebenezer Scrooge, der erklärt, er täte genug für die Armen, indem er mit seinen Steuern Arbeitshäuser und Gefängnisse finanziere.

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