Mal wieder: „Wir sind gar keine Männerhasser, ihr seid nur voller toxischer Männlichkeit“

Aus Anlass des Women March äußert sich eine Feministin zum Verhältnis des Feminismus zu Männern:

Schawinski wirft ihrem Artikel Sexismus gegen Männer* vor, denn «toxische Männlichkeit» bedeute ja nichts anderes als «Männer sind (prinzipiell) giftig».

Nein, Herr Schawinski, «toxische Männlichkeit» bedeutet nicht «Männer sind giftig». Man versteht darunter bestimmte gesellschaftliche Erwartungen davon, wie Männer* zu sein und sich zu verhalten haben. Dass ein «richtiger» Mann keine Gefühle zeigt, sich an Schlägereien beteiligt oder mit möglichst vielen Frauen* schläft. Und dass er als Mann nichts dafür kann, denn «Jungs sind nun mal einfach so»: emotionslos, aggressiv, triebgesteuert. Diese Vorstellungen sind «toxisch», da sie einerseits Männer* dazu zwingen, einem Bild zu entsprechen, mit dem sie sich nicht unbedingt identifizieren können. Und andererseits, weil sie in aggressivem Verhalten (oder sogar Gewalt) gegen andere resultieren können.

Was geht es eigentlich Frauen an, wenn ein Mann keine Lust hat besonders gefühlsbetont zu sein und statt dessen lieber mit vielen Frauen schlafen möchte? Ist daran irgend etwas schädlich? Selbst wenn er sich mit anderen Männern raufen möchte (was die wenigsten Männern überhaupt regelmäßig vorhaben) wäre das, wenn der andere das auch will, erst einmal seine Sache.

Natürlich steht es ja jedem Mann offen anders zu leben und sich eine Clique von Männer zu bilden, die gerne Gefühle zeigen und nicht mit vielen Frauen schlafen wollen und nicht von Raufereien halten. Die meisten Jungs werden das dann eben für ihre Sache halten, auch wenn die ganz harten und die ganz weichen sich dann vielleicht nicht super verstehen. Es gibt ja genug Männer.

Aber ein solches Bild von Männern an sich will sie ja nun wirklich nicht positiv nennen oder? Es ist ungefähr so negativ-klischehaft wie es eine Aussage wäre wie „Wir haben nicht gegen Polen. Nur nichts gegen toxische Polenhaftigkeit. Dieses dauernde Autoklauen und das anstiften anderer dazu, dass ist doch wirklich schädlich für alle“. Natürlich könnte ein Pole auf den Gedanken kommen, dass er da beleidigt ist, weil es als verpflichtendes Klischee keineswegs auf die Mehrheit der Polen zutrifft.

Die meisten Männern zeigen durchaus Gefühle, wenn sie es für richtig halten, etwa Liebe gegenüber ihrer Freundin/Frau, Verbundenheit mit ihren Freunden, Freude und Begeisterung wenn ihr favorisierter Sportverein gewinnt, Hilfsbereitschaft und Dankbarkeit, so zu tun als würden nur Frauen Emotionen kennen, weil sie eher mal heulen ist doch arg übertrieben.

Und auch wenn viele Männer sehr gerne mit sehr vielen Frauen schlafen würden, leben die meisten ja in Partnerschaften, in der sie mit einer Frau schlafen. Die Bonobowelt ist weit von der Realität entfernt, ebenso wie die gewünschten 64 Sexualpartner

Ob Schawinski im Vorfeld der Sendung lediglich schlecht recherchiert hatte, oder ob er absichtlich provozierte, um die Einschaltquoten zu erhöhen, sei dahingestellt. Fest steht, dass er mit seiner Meinung nicht alleine ist. Ob in den Kommentarspalten der Tageszeitungen oder am Küchentisch mit Freund*innen, wer sich als Feminist*in outet, wird oft als Männerhasser*in abgetan.

Weil viele Feministinnen Männerhasser sind. Und wenn sie das nicht sind, dann ist es ihnen evtl nur nicht bewußt, wie viel Hass die feministischen Theorien transportieren. .

Wir sind keine Männerhasser*innen

Daran sind nicht nur die anderen schuld. Denn Feminismus ist nicht immer selbsterklärend. Ich kann gut verstehen, dass Männer* (und auch Frauen*), die sich bisher kaum mit Geschlechterfragen auseinandergesetzt haben, «toxische Maskulinität» im ersten Moment mit Männerfeindlichkeit assoziieren. Dass sie sich unter «dem Patriarchat» nicht viel vorstellen können. Oder dass sie Angst haben, des «mansplaining» beschuldigt zu werden, wenn sie sich dann doch in eine Diskussion einschalten wollen.

„Toxische Männlichkeit“ ist auch Männerhass. Etwas verkleideter Männerhass, aber einer Gruppe pauschal schlechte Eigenschaften zu unterstellen, an denen die Welt zugrundegeht, wenn diese Gruppe im wesentlichen ein friedliches hochproduktives Leben führt hat eben starke Elemente von Hass.

Das man sich unter dem Patriarchat nichts wirklich vorstellen kann außer das Männer irgendwie Frauen unterdrücken oder es zumindest besser haben als diese oder die Welt zu ihrem Vorteil eingerichtet haben macht es auch nicht weniger Hassfrei.

Ebenso wenig wie die Verwendung eines sexistischen Begriffs wie Mansplaining, der gerne dazu genutzt wird Männern die Berechtigung zu nehmen, sich zu äußern und Aussagen ohne Beachtung ihres Inhalts aufgrund des Geschlechts abzulehnen.

Trotzdem schreiben wir häufig lieber «Fuck Patriarchy» auf unsere Transparente, statt zu sagen, was wir damit meinen und was wir damit erreichen wollen. Nämlich Gleichberechtigung für alle*, nicht die Bevorzugung der Frau*.

Erheiternd. Gleichberechtigung für Frauen gibt es ja schon. Sie müsste nicht groß gefordert werden. Tatsächlich wird eher Gleichstellung verlangt und jeder Unterschied in den Bereichen in dem er vorteilhaft für Männer ist wird als Unterdrückung angesehen:

Es sind weniger Frauen in Führungspositionen? Unterdrückung!

Man muss in einer Führungsposition in einem harten Wettbewerb stehen und 60-70+ Stunden die Woche hart für das Geld arbeiten? Toxischer Maskulismus, warum nicht das gleiche Geld für einen Teilzeit-Führungsjob ?

 

Feminist*innen sind keine Männerhasser*innen. Und Männer* sind im Feminismus willkommen.

Mhmm. Ja. Ganz willkommen.

Ernsthaft, wie wenig Ahnung hat sie von der Männerfeindlichkeit des Feminismus?

Das müssen wir immer und überall klarstellen, auch wenn es manchmal anstrengend sein kann. Und wir müssen unsere Diskussionen so führen, dass sie alle* abholen – und nicht nur diejenigen, die sowieso schon dabei sind. Theoretische Begriffe sollen nicht als Totschlagargumente gelten. Um das klar zu machen, brauchen wir Feminismus nicht nur in der Theorie, sondern auch in der Praxis.

Der ganze Feminismus besteht nur aus theoretischen Begriffen als Totschlagargument. Die Theorie baut auf einem starken Gut-Böse Schema auf. In einer Kategorie immer binär angelegt und auf die ganze Gruppe erstreckt. Der eine ist privilegiert und muss seine Privilegien abbauen. Der andere ist benachteiligt und kämpft einen gerechten Kampf gegen die Privilegierten.

Vom Alltagssexismus zum Alltagsfeminismus

Das bedeutet vor allem, dass wir uns nicht nur über Geschlechterrollen unterhalten. Sondern auch, dass wir im Alltag daraus ausbrechen. Doch das fällt Männern* noch immer deutlich schwerer als Frauen*. Noch immer ist es gesellschaftlich stigmatisiert, wenn Männer* in der Öffentlichkeit weinen, sich die Fingernägel lackieren oder lieber zum Ballett als zum Fussballspiel gehen.

Warum sollte ich mir auch meine Fingernägel lackieren wollen? Und Ballett ist nun auch nicht gerade spannend, auch wenn ich nicht der größte Fußballfan bin.

Aber das sind ja absolute Kleinigkeiten. Die Welt wird nicht besser, wenn man sich die Fingernägel lackiert und zum Ballett geht.

Wobei das ein sehr schwacher Beleg dafür ist, dass Männer schwerer ausbrechen. Die meisten Frauen hätten genau so Probleme damit aus ihrer Rolle in bestimmte Richtungen auszubrechen. Bei einigen fängt das damit an eine Bohrmaschine in die Hand zu nehmen oder mal eben nicht zu heulen, wenn es etwas rauer zugeht. Einfach mal einen Spruch wegzustecken statt sich darauf berufen, dass man eine Frau ist und deswegen so etwas gegen einen nicht statthaft ist. Genug Frauen würden schon nicht bereit sein eine Woche ungeschminkt durch die Gegend zu laufen und ihr „wahres Gesicht“ zu zeigen.

Noch interessanter wird es dann, wenn es um die Partnerwahl geht und die Frage wie attraktiv so ein beständig gefühlezeigender Mann ist, der aller (toxischen) Männlichkeit entsagt hat.

Und daran haben auch Frauen* (selbst die emanzipierten unter uns) einen Anteil. Denn auch Frauen* können sexistisch sein.

So beispielsweise, wenn sie erwarten, dass der Mann* beim ersten Date bezahlt, denn das sei ja «Tradition». Wenn sie ihrem tränenüberströmten Sohn raten, «seinen Mann zu stehen», statt ihn in den Arm zu nehmen und ihm zuzuhören. Oder wenn sie einen «starken» Partner suchen, der sie beschützt. Damit stehen sich Frauen* selbst im Weg: Denn, wenn es ein «starkes Geschlecht» gibt, gibt es per Definition auch ein «schwaches». Neue Frauenbilder und neue Männerbilder bedingen sich gegenseitig.

Eben: So hart wie der typische Mann wollen Frauen gar nicht leben. Vielen gefällt es ganz gut, dass „weichere“ Geschlecht zu sein und sie haben nichts gegen eine Arbeitsteilung. Sie mögen einen starken Partner und müssen an dessen Seite auch nicht unterlegen sein, denn Weiblichkeit ist nicht schwach im Sinne von Unterlegen.

Das ist nicht zuletzt relevant für die Gewaltdebatte. Um Gewalt gegen Frauen* (und Männer*) zu bekämpfen, reicht es nicht aus, die Gewalttat an sich zu verurteilen. Wir müssen in Frage stellen, dass körperliche Überlegenheit und aggressives Verhalten noch immer als besonders «männlich» gelten. Natürlich wird nur eine Minderheit «starker» Männer* effektiv auch gewalttätig. Das relativiert aber nicht die Tatsache, dass die Ursache vieler Gewalttaten in der Vorstellung liegt, dass ein «richtiger» Mann* eben auch mal zuschlägt. Diese Vorstellung ist erlernt, nicht naturgegeben: Sie wird Jungs vom Kindesalter an in Büchern und in Spielfilmen, im Sport und auf dem Spielplatz vermittelt. Will heissen: Sie ist sozial konstruiert. Und daher veränderbar.

Gar nicht männerfeindlich diese Vorstellung einfach mal so als typisches Männerbild auszugeben. Es gilt immer noch weit eher „Ein Mann schlägt keine Frauen“. Noch niht mal, wenn sie ihn schlägt. Gewalt war immer schon weitaus eher gegen andere Männer gerichtet, aber auch das ist im wesentlichen passe, Wettbewerbe werden heute nicht mehr über körperliche Gewalt ausgetragen und ein zuschlagender Mann außerhalb der Notwehr gilt weit eher als primitiv, sofern er nicht Frauen beschützen soll.

Wir leben in einer Gesellschaft mit einer sehr sehr niedrigen Gewaltrate. Einer der niedrigsten in der Geschichte jemals. Im Feminismus wird so getan als würden sich alle Männer pausenlos kloppen.

Solidarität statt Geschlechterfronten

Um traditionelle Männlichkeitsvorstellungen zu verändern, müssen wir im Kleinen, Alltäglichen ansetzen. Unsere Freunde, Söhne und Mitarbeiter wissen lassen, dass sie nicht «stark» sein müssen, um als «richtige» Männer* zu gelten. Unseren eigenen Alltagssexismus reflektieren. Und uns mit Männern* solidarisieren, die aus traditionellen Rollenbildern ausbrechen wollen. Frauen* müssen sich nicht nur gegenseitig, sondern auch die Männer* «empowern» – und es ihnen dadurch leichter machen, dem Teufelskreis der toxischen Männlichkeit zu entkommen.

Nur das die eben gar nicht toxisch ist und da nicht viel auszubrechen ist. Weil sie ein falsches Bild von Männlichkeit zeichnet. Das Verhalten der meisten Männer ist vollkommen okay und sie tun niemanden etwas. Sie müssen sich nicht ändern und können so bleiben wie sie sind.

Männlichkeit und Weiblichkeit müssen gleichermassen diskutiert werden. Doch damit neue Rollenbilder nicht nur auf dieser Diskussionsebene verharren, sondern in den Alltag Einzug halten, müssen alle* daran teilnehmen. Wir Feminist*innen müssen Männer* als gleichberechtigte Partner – und nicht bloss als Sympathisanten – an unseren Demos und Podiumsdiskussionen willkommen heissen. Wir müssen unsere Botschaft so klar wie möglich formulieren, damit sie bei allen* ankommt. Wir müssen gemeinsam auf die Strasse, um unser Recht auf Rollen und Identitäten einzufordern, die von der «traditionellen» Geschlechternorm abweichen. Denn nur so kommen wir zu unserem Ziel: zu einer toleranten, gleichberechtigten und gewaltfreien Gesellschaft.

Aber nur solange sie einsehen, dass es toxische Männlichkeit gibt. Was die meisten eben gar nicht so sehen und das durchaus zurecht. Sobald man sie darauf anspricht ist es dann bei den meisten Feministinnen vorbei mit der Gleichberechtigung: Die erfordert eben erst, dass man deren Ideologie akzepiert.

29 Gedanken zu “Mal wieder: „Wir sind gar keine Männerhasser, ihr seid nur voller toxischer Männlichkeit“

    • Der Feminismus will z.B. den Begriff Feuerwehrmann abschaffen und gendern, auch wenn der Frauenteil dort sehr gering ist, aber bei Begriffen wie Mörder, Täter, Vergewaltiger vergessen Feministinnen selbst dann regelmäßig das gendern auch wenn sie es im gleichen Text an anderer Stelle mit positiven Begriffen tun.
      Feministinnen benennen schlechte Verhaltensweisen nach Männern auch wenn Frauen diese ebenfalls zeigen, tun sowas aber nie bei Frauen. Ziel ist natürlich diese schlechten Verhaltensweisen direkt mit Männer in Verbindung zu bringen. Aber solche Doppelstandards haben natürlich überhaupt nichts mit Männerhass zu tun. Feministinnen haben schon geschlechtsunabhängige politische Programme verhindert, weil die hauptsächlich Männern geholfen hätten,, haben sowas aber noch nie gemacht wenn es Frauen hilft oder sogar komplett sexistisch darauf begrenzt ist nur Frauen zu helfen. Es echt kaum zu glauben dass das der Autorin nicht auffällt.

      Und bei so gut wie jeder Tierart verwenden Männchen öfters Gewalt, aber nur beim Menschen ist das sozial konstruiert? Wieder einmal ein feministischer Text mit einem Haufen falscher oder unbewiesener Behauptungen. Ja, was hat die Wahrheit Feministinnen in letzter Zeit auch jemals gebracht?

  1. Da kann man doch nur sagen:
    Wir Männer nehmen uns das Recht heraus, selbst zu definieren, was richtige Männer sind. Wir bedenken Input von Leuten, die uns mögen.

    Aber wer Männer verunglimpft, auf Grund ihres Geschlechts benachteiligen möchte und ein negativ geprägtes Männerbild hat, der braucht nicht erwarten, dass seine Meinung ernst genommen wird und in die Justierung unseres Männerbilds mit einfliesst.

    Ob jemand gegenüber Männern negativ eingestellt ist, können dabei auch nur Männer feststellen.

  2. Die meistwiderlegte Verschwörungshypothese der Welt.

    Die einzig nachgewiesene unausgesprochene männliche Absprache weltweit ist, dass man nicht jede Form weiblicher (und verweiblichter) Massengeistesdegeneration nicht so nennt.

  3. Monique Ligtenberg behauptet:

    „Und Männer* sind im Feminismus willkommen.“

    Die Leiterinnen des „Women´s Mach“ heissen besonders einen Mann willkommen („Grösster aller Zeiten“): Louis Farrakhan, ein misogyner Extremstrassist und Antisemit.

    Mehr muss man von diesem Feminismus von heute nicht wissen. Feminismus beruht auf purem und fanatischen Hass, dem alles untergeordnet wird, sogar die Rechte der Frauen!

  4. Klassisch auch: Feministinnen definieren was sexistisch und frauenverachtend ist. Es ist allein an dem ‚Opfer‘ zu entscheiden ob sie beleidigt ist oder nicht. Frauen die da einer anderen Meinung sind, leiden nur unter internalisieren Frauenhass.
    Aber wenn Feministinnen alle Männer über einen Kamm scheren und negative stereotypieren, sind Männer die das kritisieren, Jammerlappen (Ironie ist bei Feministinnen eh verschwendet), Beweis für die Fragilität von Männlichkeit (rede doch mal über deine Gefühle) und wahrscheinlich das eigentliche Problem. Feministische Männer haben mit dieser Generalisierung kein Problem, also liegt der Fehler bei den Kritikern.

    Man kann dann auch im direkten Zusammenhang mit einer männerverachtenden Aussage einer Feministin, sogar mit einer Verlinkung auf diese Aussage, etwas vergleichbares über Frauen ablassen, z.B. die toxische Weiblichkeit, Kinder als Besitz anzusehen, mit dem man Geld von einem Mann erpressen kann, und für diese gelten dann wie selbstverständlich von den gleichen Leuten sofort wieder andere Maßstäbe. Da ist man dann ein frauenhassendes Arschloch.

  5. Man bekommt ja Augenkrebs vor lauter Gendersternen in diesem Text. Nach dem ca. 20 Stern habe ich aufgehört zu lesen, wegen sexueller Belästigung.

    Binnen-I be gone versagt hier leider.

    Zur Form paßt der Inhalt: durchgängig altbekannte feministische Propaganda. [Gähn]

    Ich habe noch kurz in ein paar andere Texte auf dieser Webeseite gesehen – jeder zweite rappelvoll mit Gendersternen. Die Seite scheint eine feministische Propagandaschleuder zu sein. Ich frage mich immer, wie lange es normale Menschen (die sich nicht schon länger mit dem Thema befassen) es auf so einer Seite aushalten und ob sie merken, wie massiv sie hier desinformiert werden.

    • Die Vorteile von diesem Gendersprech sind doch:
      a) man weiß sofort, welches Ideologiegebäude die AutorInnen pflegen
      b) der Unwille, solche Texte überhaupt zu lesen, ist quasi eingebaut
      c) die Ideologie wird immer mehr auf Sprachregelungen und Buzzwords reduziert, womit die Substanzlosigkeit zunehmend sichtbarer wird
      d) die Anhänger isolieren sich sozial, indem sie sich ihre eigene Sprache schaffen

    • @mitm:
      „Zur Form paßt der Inhalt: durchgängig altbekannte feministische Propaganda. [Gähn]“

      Schon, aber in der abgespeckten Anfängerlockversion. Fortgeschrittene, starke Karrierefemis, wie Schickse, Stockdoofski u.s.w. scheißen dadrauf. Die sagen offen, daß Männer per se einfach nur giftige Arschlöcher sind ….
      Das ist wenigstens ehrlich!

    • Sehr spät, ich weiß, aber evtl. kann mir trotzdem noch ein Experte eine Frage dazu beantworten: Warum verwendet sie das Gendersternchen konsequent auch bei „alle*“? Wer wird durch ein normales „alle“ ausgegrenzt oder unsichtbar gemacht, wen umfasst „alle“ nicht?

  6. Der Begriff „toxisch“ impliziert einen gesunden Körper, dem durch die Einwirkung einer Substanz Schaden zugefügt wird. Der Begriff „toxische Männlichkeit“ bezieht den Schaden auf die Allgemeinheit, er kann also nur so etwas wie einen „gesunden Volkskörper“ meinen. Das vielschichtige und komplexe soziale Phänomen Kriminalität wird auf ein vermeintliches „Gift“ reduziert, welches eine Bevölkerungsgruppe in sich trägt und in den „gesunden Volkskörper“ eintragen soll.

    Das nenne ich faschistoid.

    „Wir meinen nicht Männer, sondern Männlichkeit“ ist reichlich dämlich, wenn man eben von Toxizität spricht. Es sollen ja alle Männer eine allenfalls mehr oder weniger große Dosis des „Giftes“ sozial eingeprägt bekommen haben, womit man also eine Wesenhaftigkeit impliziert.

    Man könnte zwar mit einiger Berechtigung davon sprechen, dass manche Ideologien „toxisch“ sind, allerdings meint man dabei die Ideologie – und nicht bestimmte Bevölkerungsgruppen. Feminismus geht allerdings einen Schritt weiter und fabuliert, dass die angebliche Gruppe „Männer“ die „toxische Männlichkeit“ schafft und aufrecht erhält, um ihre „Privilegien“ abzusichern.

    Man stelle sich mal vor, PEGIDA würde von „toxischer Arabizität“ fabulieren.. Die geistige Grundlage wäre allerdings die Gleiche: Es gibt doch so etwas wie eine Arabische Identität, und vormoderne und Gewalt legitimierende Religion ist dort häufiger anzutreffen. Und überhaupt: 90% der Terroranschläge werden von Arabern verursacht!
    Finden sie den Fehler, liebe FeministInnen.

  7. lol

    „toxische Männlichkeit“ ist kein Männerhass.

    Aber kaum zweifelt man mal im Einzelfall an, dass Frauen nicht noch mehr Zucker in den Arsch geblasen werden muss, ist das immer gleich Frauenhass.

  8. Nein, Herr Schawinski, «toxische Männlichkeit» bedeutet nicht «Männer sind giftig». Man versteht darunter bestimmte gesellschaftliche Erwartungen davon, wie Männer* zu sein und sich zu verhalten haben.

    Das gibt der Ausdruck „toxische Männlichkeit“ aber nicht her. „Toxisch“ ist ein Adjektiv. Es charakterisiert also das Nomen „Männlichkeit“. Also entweder bedeutet dieser Ausdruck, dass Männlichkeit per se giftig ist oder – weniger wahrscheinlich-, dass es eine „toxische Untermenge“ von „Männlichkeit“ gibt.

    „Toxische Männlichkeit“ ist eine Attributierung von „Männern“ und nicht (!) eine Beschreibung von Erwartungshaltungen, die Dritte an Männer richten.

    • „Man versteht darunter bestimmte gesellschaftliche Erwartungen davon, wie Männer* zu sein und sich zu verhalten haben.“

      Passt doch! Allerdings nur auf die feministischen Subgesellschaften.

    • Der für mich offensichtlichste Beleg dafür, dass diese Schönfärberei (soweit man in der herrschenden Orthodoxie die Sicht auf Männer schönfärben kann) eine Lüge ist, ist die Erklärung, man*** könne zwar „toxische Männlichkeit“ so und so verstehen, aber es wäre ja ganz anders gemeint. Diese Erklärung kommt von Leuten, die ein „man“ in einem Satz nicht als allgemeine inklusive Formulierung akzeptieren können und extrem viel Wert auf eine präzise sprachliche Ausgestaltung von Begriffen legen, die schon fast neurotisch genannt werden könnte. Und diese Menschinnen wundern sich dann über Missverständnisse, die bei dem Begriff „toxische Männlichkeit“ entsteht und erklären, das wäre alles nicht so gemeint. Kann ich irgendwie nicht glauben.

      • Auf die „Missverständnisse“ haben es diese feministischen Hasspredigerinnen von vorne herein angelegt, das sind „diskursive Vermeidungsstrategien“, um nicht gleich als bigotte Hasskappe abqualifiziert werden. Die Antisemiten haben ganz vergleichbare Strategien drauf, um ja nicht als Judenhasser zu erscheinen. Standard ist, das Ziel des Hasses in Gut und Böse aufzuteilen und die gute Seite als Schutzschild und Ablenkung zu benutzen: die eigentlich besserungsfähigen Männer. Das ist natürlich nicht echt gemeint und daher werden diese „Verbündeten“ letzlich auch immer rundgemacht.

    • Dann müsste man sowieso die Frage stellen wer „Gesellschaft“ ist.
      In diesem Fall werden die Feministen wohl einsehen, das es zwei Geschlechter gibt, heißt Männer und Frauen.

      Erwarten Männer jetzt voneinander toxisch zu sein?
      Glaube ich nicht, man steht ja in Konkurrenz zueinander.
      Ergo wird die Forderung nach „giftigkeit“ wohl von den Frauen kommen.

      Und gemäß der weiblichen Unterverantwortlichkeit wird sie das wohl abstreiten 🙂

      Ein bisschen tun sie mir schon leid, diese ganze Verantwortung, die Frau eigentlich nicht haben will, ist schon drückend.

  9. „Was geht es eigentlich Frauen an, wenn ein Mann keine Lust hat besonders gefühlsbetont zu sein und statt dessen lieber mit vielen Frauen schlafen möchte? Ist daran irgend etwas schädlich?“

    Üblicherweise kann nichtmal eine Frau mit vielen Männern schlafen, ohne bei zumindest einem Teil dieser dadurch emotionalen Schaden anzurichten. Und die Realisierung dessen überrascht nicht selten – weil man uns schließlich erzählt hat, Männer hätten ein unkomplizierteres Verhältnis zu Sex als Frauen. Eine zumindest halbwegs attraktive Frau kann in ihrer promiskuitiven Phase jedoch zuverlässig feststellen, dass körperliche Intimität mit einer Mehrzahl an Partnern, die ihr selbst einen wahrlich gigantischen Ego-Push verpassen kann, auf der anderen Seite tatsächlich oft Verliebtheitsgefühle triggert, mit denen man dann halt irgendwie umgehen muss (zumal es i.A. nur dann bei einem einmaligen Erlebnis bleibt, wenns eher mies war).

    Mit Jordan Peterson: „There’s nothing harmless about sex“

  10. Ich analysiere mal nur eine kurze Passage aus dem Text und wüsste gerne, ob ihr meine Meinung teilt.

    „Natürlich wird nur eine Minderheit «starker» Männer* effektiv auch gewalttätig. Das relativiert aber nicht die Tatsache, dass die Ursache vieler Gewalttaten in der Vorstellung liegt, dass ein «richtiger» Mann* eben auch mal zuschlägt.“

    Bei oberflächlicher Betrachtung könnte man die Aussage für richtig halten. Der erste Satz stimmt, allerdings macht das Wort „effektiv“ stutzig. Was sollte „nicht effektiv gewalttätig zu werden“ bedeuten?
    Die Antwort liegt vielleicht im zweiten Satz verborgen. Hier werden gekonnt (oder aus Doofheit, ich weiß es nicht) wahr und falsch vermischt.
    Stimmt es, dass die Vorstellung, ein richtiger Mann müsse „eben auch mal“ zuschlagen, verbreitet ist? Ja. Ist das die Ursache „vieler“ (gemeint vermutlich so vieler, dass es relevant ist) Gewalttaten? Nein. Was die Autorin nämlich unterschlägt, ist, dass der Einsatz von Gewalt durch Männer gesellschaftlich nur akzeptiert ist, wenn diese Gewalt in guter Absicht unternommen wird – um Schwächere zu schützen oder aus Notwehr. Dann wird von Männern tatsächlich erwartet (in der Wortwahl der Autorin: es existiert die Vorstellung), aktiv zu werden, auch unter Inkaufnahme eines persönlichen Risikos. Die eigennützige Anwendung von Gewalt durch Männer ist aber sozial geächtet. Nirgendwo wird akzeptiert, wenn ein Mann in der S-Bahn gewaltsam einen Sitzplatz einfordert; wohl aber wird erwartet, dass er sich helfend einmischt, wenn einige Rowdys eine alte Dame belästigen. (Wie gesagt, dass Verhalten der Rowdys wird nicht akzeptiert, und das wissen diese auch.)
    Indem die Autorin diese wichtige Unterscheidung nicht vornimmt, gelingt es ihr, einen Aspekt männlichen Rollenverhaltens (die Fähigkeit und Bereitschaft, Gewalt einzusetzen) pauschal in ein schlechtes Licht zu rücken. Vielleicht meint sie, wenn sie von „effektiv gewalttätig“ im ersten Satz spricht, nur Gewalttaten aus egoistischen Motiven – die gesellschaftlich erlaubten (und erwarteten!) Gewalttaten denkt sie nicht mit. Dann müsste ihr aber auch klar sein, dass die implizite Behauptung des zweiten Satzes – ein richtiger Mann müsse auch mal zuschlagen sei eine verbreitete Vorstellung (und deshalb eine Ursache vieler Gewalttaten) – falsch ist.

    Wie gesagt, ob das Absicht oder Dummheit ist, kann man nur spekulieren. Jedenfalls ist das Ganze alles andere als ordentlich zu Ende gedacht.

    • „Was sollte „nicht effektiv gewalttätig zu werden“ bedeuten?“

      *latent* gewalttätig. Sie trauen sich nur nicht, sind aber gewalttätig, wenn die Bedingungen passen…

      „Was die Autorin nämlich unterschlägt, ist, dass der Einsatz von Gewalt durch Männer gesellschaftlich nur akzeptiert ist, wenn diese Gewalt in guter Absicht unternommen wird – um Schwächere zu schützen oder aus Notwehr.“

      Die lebt in einer ganz anderen Vorstellungswelt. In der sind die Männer eben gewalttätig, „effektiv“ oder „latent“ und schaffen einen gesellschaftlichen Konsenz, nein eine Diktatur der Vorstellung, dass ein Mann eben zuschlägt. In diesem feministischen Paralleluniversum gibt es keine „Notwehr“ und kein Erbarmen mit dem Schwächeren. Das ist nämlich nicht vorgesehen, es sei dann durch die *Frauen*!

      „Die eigennützige Anwendung von Gewalt durch Männer ist aber sozial geächtet.“

      Das wird vollkommen und ganz *den Frauen* und ihrer grenzenlosen Carearbeit zugeschrieben. Das ist namlich die Alternative zur „toxischen Männlichkeit“.

      „Indem die Autorin diese wichtige Unterscheidung nicht vornimmt, gelingt es ihr, einen Aspekt männlichen Rollenverhaltens (die Fähigkeit und Bereitschaft, Gewalt einzusetzen) pauschal in ein schlechtes Licht zu rücken.“

      Das will die so. Das ist Feminismus, der gebietet das so zu sehen.

      „Jedenfalls ist das Ganze alles andere als ordentlich zu Ende gedacht.“

      Feminismus ist reiner Irrationalismus. Der zentrale Glaube ist immer: Frauen gut, Männer schlecht. Und dann kann man um den heissen Brei reden, wie es gerade geht, „Gleichberechtigung“ fordern, wenn man Privilegien meint, den Männern „Privilegien“ unterstellen, die sie behalten wollten (obwohl sie es sind, die welche einfordern), etc. Immer den Männern das unterstellen, was man will…

      Das Ganze klappt sogar erstaunlich gut….

    • Was die Autorin nämlich unterschlägt, ist, dass der Einsatz von Gewalt durch Männer gesellschaftlich nur akzeptiert ist, wenn diese Gewalt in guter Absicht unternommen wird – um Schwächere zu schützen oder aus Notwehr. Dann wird von Männern tatsächlich erwartet (in der Wortwahl der Autorin: es existiert die Vorstellung), aktiv zu werden, auch unter Inkaufnahme eines persönlichen Risikos. Die eigennützige Anwendung von Gewalt durch Männer ist aber sozial geächtet.

      Das läßt sich an unzähligen Beispielen illustrieren. Man muß sich dazu nur mal die ganzen Hollywood-Blockbuster der letzten Jahrzehnte anschauen. Bevor sich ein Held brutal und gewalttätig durch den Film „metzeln“ darf, wird ausführlich dessen Legitimation dafür dargelegt. Und die Legitimation in diesen Filmen erfolgt häufig dadurch, dass irgendein „Bösewicht“ sich an seiner Familie oder seinen Protegés vergangen hatte.

      Ebenfalls häufig zu beobachten: Die Helden werden zu Beginn als betont harmlose Zeitgenossen dargestellt. Sympatische Familienmenschen (Väter) oder zurückgezogen lebende Aussteiger, die aufgrund irgendeines starken Auslösers plötzlich zum Berserker werden und für die gerechte (sic!) Rache sorgen.

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