Margarete Stokowski regt sich über Junggesellenabschiede und den Gedanken, dass Frauen in Beziehungen Macht haben könnten auf

Eine Feministin kann es natürlich nicht ertragen, wenn eine Frau irgendwo Macht haben soll und Männer nicht. Denn das passt nicht in ihr Weltbild, selbst mit einer Kanzlerin seit etlichen Jahren, denn Macht dürfen immer nur Männer haben. Sonst ist die Opferrolle dahin.

Dementsprechend stößt es Stokowski über auf, dass Männer auf Junggesellenabschieden so tun als würde da ein Mann in der Ehe nicht mehr der Unterdrücker sein:

Die klassische Form des Junggesellenabschieds besteht allerdings immer noch aus einer kleinen Gruppe Männer, die sich schlecht gekleidet schlecht benimmt

Wer nicht Teil dieses kleinen, für die Länge einer Nacht bestehenden Stammes ist, wendet sich meist instinktiv und zu Recht von dem Elend ab, aber man verpasst dann auch die Gelegenheit, alle Mythen zum Thema Ehe einmal vollständig durchperformt zu sehen: eine Veranstaltung, bei der so getan wird, als gehe für den Mann nun das wilde und schöne Leben zu Ende, bevor er sich – warum eigentlich? – in den Herrschaftsbereich einer Frau begibt, die ihn von nun an aus romantischen Gründen knechten wird.

Oder wie Jens Friebe in seinem Buch „52 Wochenenden“ mal schrieb: „Junggesellenabschied! Dieses grandiose Fest! Diese Zäsur im Leben eines Mannes, welche rituell die pagane Periode sorgloser Ausschweifung, die es nicht gegeben hat, von der Phase ernst und treu bewahrten Eheglücks trennt, die es nicht geben wird.“

Ich fand die Junggesellenabschiede auf denen ich bisher war eigentlich immer recht lustig. Man kommt ja häufig noch einmal mit alten Freunden und Bekannten zusammen, trinkt etwas, zieht durch eine Stadt, endet in einem Stripclub etc. Klar macht man ein paar Witze, dass jetzt die freie Zeit vorbei ist, „ein Ring sie zu knechten“ etc das gehört natürlich dazu, aber üblicherweise freut man sich ja für den meist schon lange vergebenen, gerade wenn er eine nette Freundin/bald Frau hat, wenn er in diese neue Phase kommt und es ist ein normales Aufziehen. Es passt natürlich aber auch zur evolutionären Theorie, wenn man die Rolle spielt, dass man ein ganz toller Hecht ist, der eigentlich jede Frau haben könnte und er nun „eingefangen“ wird und sich auf eine Bindung einlässt.

Nun ist es natürlich so, dass Frauen diesen Brauch auch betreiben und dabei nicht unbedingt sympathischer auftreten als Männer, was ihr gutes Recht ist. Meinen privaten Studien zufolge ist dabei der abergläubische Anteil zentraler als bei Männern. Es gibt zum Beispiel – als Alternative oder Zusatz zum Brautstraußwerfen – den Brauch, dass alle unverheirateten Frauen, die am Junggesellinnenabschied teilnehmen, im Hochzeitsschuh der Braut unterschreiben, und diejenige, deren Name nach der durchgetanzten Hochzeit noch am lesbarsten ist, wird die nächste sein, die heiratet.

ich kenne den Brauch nur beim Hochzeitsschuh und dort auch so, dass alle, die weggerubbelt sind, demnächst heiraten, aber Hochzeitsbräuche sind ja etwas sehr lokales.

So sagen die Weisen und die Beautyblogs. Ich kenne kein vergleichbares Ritual für Männer, was aber auch logisch ist, denn wenn man Hochzeit so versteht wie in dunklen Zeiten erdacht wurde, ist die Frau diejenige, die erstens ihrem Schicksal ergeben warten muss, bis irgendein Dödel sie fragt, und zweitens diejenige, die vom Heiraten als Frau so komplett erfüllt wird, dass ihr ganzes vorheriges Leben nur als vorfreudige Erwartungsphase dieser schönen Zeit gilt, die dann auf sie wartet.

Es sind ja in der Tat meist die Frauen die Warten, dass der Mann sie irgendwann fragt. Das ist ja keine Sache aus alter Zeit, dass ist schlicht die Realität in den meisten Beziehungen. Und es dürften auch weit eher Frauen sein, die bei einer Hochzeit ihre größte Fantasie erfüllen. Wer eine Hochzeit plant, der wird mehrfach hören, dass das wichtigste auf dem Fest die Braut ist, der Bräutigam ist weit weniger entscheidend. Es ist ein Tag, an dem sie in einem wunderschönen Kleid absolut im Mittelpunkt steht. Viele Männer könnten sich denke ich weit eher als die meisten Frauen damit anfreunden, dass man das alles etwas formloser macht, für das Kleid keine 1.000+ € ausgibt und das Geld dann für andere Sachen verplant, aber das ist etwas, was man bei den meisten Frauen nicht wirklich durchbekommt.

Warum ist es der Mann, der den Antrag macht? Weil er eben eher überzeugt werden muss, diese rechtliche Verpflichtung einzugehen.

Weil das Abendland so eine zivilisierte, ausdifferenzierte Gesellschaft ist, gibt es für Junggesellen- und Junggesellinnenabschiede spezielle Kleidungsstücke, wahlweise T-Shirts mit Aufdruck oder Peniskostüme. (Vulvakostüme für Junggesellinnen: bisher nicht gesichtet.) Auf den T-Shirts steht dann zum Beispiel: „Veni vidi vici, sie kam, sah und siegte“, dazu drei Bildchen: ein fröhlich feiernder alleinstehender Mann, dann ein Hochzeitspaar, dann eine Frau, die einen knienden Mann an einer Hundeleine hält.

Oder, im Star-Wars-Look: „Das wars. Ich heirate. Möge die Macht mit mir sein.“ Und: „Das wars: Heiraten du wirst, vorbei die schöne Zeit jetzt ist.“ Oder: „Das wars. Jetzt hat sie die Macht.“ Oder: „Heute: Ledig. Morgen: Erledigt.“ Oder: „JGA. Bräutigam. Meine letzten Stunden in Freiheit.“ Oder: „Junggesellenabschied. Game over“, dazu wieder ein kniender Mann vor einer Frau.

Klar, das evolutionäre Bild ist eben in der Hinsicht günstiger beim Mann für solche Bilder.

Und das eben für Männer und Frauen:

 

 

Man muss nicht unbedingt in Psychologie und Literaturwissenschaften promoviert haben, um die Message interpretieren zu können: Haha, die Ehe, dieses Quasimatriarchat, in dem Männer nichts zu sagen haben. Lustig. Also lustig, in einem Land, in dem nur sechs Prozent der Hochzeitspaare sich entscheiden, den Namen der Frau anzunehmen. In drei Vierteln der Fälle nimmt die Frau den Namen des Mannes an. Ein Zeichen ihrer geheimen Herrschaft?

Und da beginnt das Spiel mit selektiven Statistiken: Klar kann man annehmen, dass derjenige, der seinen Namen aufgibt weniger zu sagen hat. Das muss aber gar nicht so sein. Gerade auch in einer konservativen Rollenverteilung kann einiges an Macht für die Frau liegen. Die Namensübernahme sagt nichts darüber aus, wer in der Beziehung die Hosen anhat. Sie kann dennoch eher die sein, die sich in einem Streit durchsetzt, die eher Stress macht, wenn ihr etwas nicht gefällt und die eher Druckmittel hat wie aggressives Schweigen, Liebesentzug, Genervtheit, Motzen etc.

Sehr geheim allerdings, diese Frauenherrschaft. Nicht mal die Frauen merken etwas davon. Bis 1997 war Vergewaltigung in der Ehe erlaubt, und heute stirbt immer noch jeden zweiten bis dritten Tag eine Frau in Deutschland, weil ihr Partner oder Ex-Partner sie tötet. Bei Gewalt in Beziehungen sind Frauen mit Abstand die häufigsten Opfer: 98 Prozent bei Vergewaltigung und sexueller Nötigung, 80 Prozent bei Mord, 75 Prozent bei Verletzungen mit Todesfolge.

Auch hier wieder hoch selektiv: jeden zweiten oder dritten Tag sind 182 bzw 121 Frauen, bei 40.000.000 Frauen eine verschwindend geringe Zahl. Und auch hohe Anteile an den Opfergruppen sind vollkommen egal, wenn die Opfergruppe an sich sehr klein ist. Die Zahlen sagen schlicht nichts aus. Schon gar nicht wer die Macht in einer Beziehung hat. Selbst wenn extreme Männer einen Streit eher körperlich eskalieren lassen können Frauen die Macht haben, wenn sie den Streit eher „seelisch eskalieren“ lassen.

Diese Zahlen vom Bundeskriminalamt enthalten zwar alle Formen von Beziehungen, das heißt, sie gelten nicht nur für Ehen. Die Idee, dass Frauen besonders mächtig würden, sobald sie sich an einen Mann binden, stützen sie aber definitiv nicht. „Die größte Gefahr für eine Frau, im Erwachsenenalter getötet zu werden, gehe meist von ihrem Ehemann oder sonstigen Intimpartnern aus“, stand neulich im SPIEGEL.

Sie werden mächtig, weil es mit der Heirat meist ernst wird: Haus, Kinder etc, unter Berücksichtigung von Zugewinn, Versorgungsausgleich, Unterhalt und seinem hohen Risiko seine Kinder nach einer Trennung  nicht bei sich zu haben.

Männer hingegen profitieren von der Ehe laut vielen Studien in vielerlei Hinsicht. Verheiratete Menschen leben im Schnitt insgesamt länger. Verheiratete Männer benehmen sich sozialverträglicher und leiden besonders unter Scheidungen: Das Ende einer Ehe wirkt sich auf Männer gesundheitlich schlechter aus als für Frauen.

Oder gesunde Männer werden eher geheiratet, kranke eher verlassen. Die Kausalität kann hier auch genau umgekehrt verlaufen.

Das heißt nicht, dass es für Männer keine negativen Folgen der Ehe gibt. Ein gesundheitliches Risiko für verheiratete Männer, das sich in Studien finden lässt, ist, dass sie tendenziell mehr zu Übergewicht neigen.

Ja, und die sonstigen Risiken, die er nicht hätte, wie etwa Unterhalt und Zugewinnausgleich und Versorgungsausgleich etc blendet sie einfach mal aus.

Das einzig ehrliche Junggesellenabschieds-Shirt wäre demnach: Bald bin ich fett, aber immer noch mächtig. Stößchen!

Eine wirklich einfache Art zu denken.

Konservativismus oder Feminismus? (Gastartikel)

Gastartikel von Daniel

Vorbemerkung: Dieser Beitrag entstand in einem geschlossenen Forum, in welchem die Frage aufkam, ob Diskriminierungen von Männern zum Beispiel als Väter vor den Familiengerichten tatsächlich auf Feministinnen zurückgehen oder nicht doch auf „Konservative“. Ein konservativer Familienrichter hänge nun mal der Vorstellung an, dass das Kind zur Mutter gehöre, und der Vater für das Geldverdienen verantwortlich sei. Dazu verfasste ich folgenden Beitrag:

Konservativismus oder Feminismus?
Um gleich dein Hauptargument aufzugreifen, wonach für die von mir angeprangerten Zuständen mehr Konservative als Feministinnen verantwortlich seien:
too long; didn’t read
Wenn sich „Konservative“, nur dort finden lassen, wo ihre Motive mit denen der Feministinnen übereinstimmen, zum Beispiel vor Familiengerichten, sonst aber so gut wie nirgends, lautet die logische Schlussfolgerung daraus nicht, dass diese „Konservativen“ (Männer) tatsächlich konservativ sind, sondern dass es sich vielmehr um (männliche) Feministen handelt.
 
Zum Teil aber hast Du recht: Solche Dinge wie etwa die Wehrpflicht oder „Das Kind gehört zur Mutter“ gehen auch auf eine konservative Haltung zurück, sie wird und wurde aber von Frauen und Feministinnen mitgetragen.
Um mein Eingangsargument zu verdeutlichen: Wo sind die ganzen „Konservativen“ in der Legislative, Exekutive und Judikative? Und in der „vierten Gewalt“? Wo sind die „Konservativen, die sich dafür aussprechen, dass die Frau für den Haushalt zuständig ist und der Mann für das Geldverdienen? Wo hast Du das Letzte Mal ein entsprechendes Plädoyer in einem Leid-Medium gelesen? Wo sind die „Konservativen“ die als Journalisten und Gesetzgeber eine Politik betreiben, nach der sowas wie Scheidung eine nahezue Unmöglichkeit ist? Wo sind die Konservativen, die erklären, dass z.B. Frauen im Militär nichts verloren haben? Warum finden sich scheinbare Konservative nur in den Familiengerichten, sonst aber nirgendwo?
Um ein weiteres Beispiel zu nennen: Eva Herman. Diese vertrat bekanntlich ein konservatives Familienmodell, aber nahezu alle Medien waren weniger damit beschäftigt, ihre Haltung zu fördern, als sie vielmehr als Rechtsradikale zu verleumden, die angeblich die Familienpolitik der Nazis gelobt hätte (entsprechende Lügen dürfen nicht mehr verbreitet werden, Herman gewann die einschlägigen Prozesse, die Massenmedien berichteten… nicht.) Nicht sonderlich „konservativ“.
Das heißt, sowohl in den genannten Institutionen wie auch vor den Familiengerichten sind weniger „Konservative“ als vielmehr Feministinnen unterwegs. Und dass manche Feministinnen wünschen, dass sich der Vater mehr in die Familie einbringt: Das gilt nur vor der Trennung. Such doch spaßeshalber mal nach Feministinnen, die diese Postion auch nach der Trennung vertreten. Spoiler: Die gibt es nicht.
Um bei den Trennungen zu bleiben: Es ist schlimm, seine Kinder zu verlieren. Genderama berichtet dazu:

(…) Der gesamte Prozess bei Familiengerichten beruht auf der Sichtweise, dass Väter wertlos sind, dass ihre Liebe wertlos ist und dass sie nicht zählt, weil sie nicht denselben menschlichen Wert wie Frauen haben. Wenn man zu sagen versucht, dass man seine Kinder liebt, kommt das so schlecht an wie ein schwarzer Mann vor einem Gerichtshof in Alabama vor hundert Jahren, der sagte „Ich bin ein menschliches Wesen.“ So eine einfache Äußerung wird man nicht tolerieren, weil sie den Irrtum und die Vorurteile im Gerichtssystem aufzeigt.

Ich habe die Verhöhnung eines fairen Gerichtsverfahrens mitangesehen, wenn immer die Interessen eines Mannes in Konflikt mit den Interessen einer Frau gerieten. Ich habe selbst miterlebt, wie Beweise ignoriert und Gesetze beiseite gewischt werden. Familiengerichte handeln allein auf der Grundlage von Behauptungen der Mutter, und selbst wenn sich diese Behauptungen später als falsch herausstellen, werden die dadurch verursachten Konsequenzen ausgeführt. SozialarbeiterInnen, die während der Aussage der Mutter eifrig mitgeschrieben haben, legen den Stift hin, wenn der Mann damit an der Reihe ist zu berichten. Das ist genau die Sorte von Dingen, die im tiefen Süden der USA vor hundert Jahren passiert sind, und so wie damals erkennt man sie nicht als falsch.

 
 
Und Matussek, Autor von „Die vaterlose Gesellschaft“
dokumentiert in dem Vorwort der Neuauflage seines Buches:

Mein Buch beklagt aber auch den allgemeineren Skandal, daß wir in einer Gesellschaft leben, in der die feministischen Doktrinen vielleicht nicht mehr an der Oberfläche Schaum schlagen, dafür aber abgesackt sind in die Strukturen und wirkungsvoller dort sind, in einer ganz selbstverständlichen männerfeindlichen Alltagspraxis der Ämter, der Politik, der Medien.
Daß sich das in den sieben Jahren sei dem ersten Erscheinen des Buches nicht geändert hat, habe ich selbst im Ausland zu spüren bekommen.

Im letzten Jahr erhielt ich in London, wo ich mit meiner Familie lebte, Besuch von einer Redakteurin des „arte“-Kanals, die einen Film über Väter-Initiativen und Aktivisten drehen wollte, und mich als den „Missionar der deutschen Männerbewegung“, als der ich von „Stuttgarter Zeitung“ einst tituliert wurde, befragen wollte.

Sie wollte, wie sie sagte, auch den Männern und ihren Anliegen einmal Gehör verschaffen, ganz fair. Mir gefiel das.

Meine Frau bewirtete sie und ihr Team mit Kaffee und Kuchen, und mein Sohn stellte einige aufgeregte Fragen, die die Redakteurin allerdings eher unwirsch beantwortete. Sie konnte nicht so mit Kindern. Und sie legte Wert darauf, daß er bei der anschließenden Filmerei nicht zu sehen war, nicht er, nicht meine Frau.

Sie wollte mich allein. Sie wollte mich grimmig, vor meinem Computer. Dann fragte sie nach den militanten Väter-Aktivisten in London, nach der Wirkung meines Buches in Deutschland, nach meinen Lesereisen, nach den Männern, die meine Lesungen besuchten, nach wütenden Männern in der Situation kompletter Ohnmacht – ich hatte auf meinen Lesereisen mit Hunderten von ihnen Kontakt.
Ich antwortete ihr, ich erklärte, ich plädierte leidenschaftlich für mehr Gerechtigkeit, und ihr Nicken sah aus, als nicke sie aus Mitgefühl.

Drei Monate später lief der Film. Er lief unter dem Titel: „Wenn Väter sich rächen“. Er zeigte ein Sammelsurium von Männern, die als vereinsamt, neurotisch oder als schlechte Verlierer charakterisiert wurden, und ich war ihr Einpeitscher. Die Interviews wechselten immer wieder mit düsteren Szenen ab, in denen ein Mann ein Mädchen verführt und anschließend vergewaltigt. Die Botschaft war klar: Die in dem Film gezeigten Männer wurden als Gewalttäter vorgeführt, besonders die, die in Scheidung und im Streit mit ihren Ex-Frauen lebten.

Man muss sich das vorstellen: Für dieses plumpe, verhetzte Machwerk war der öffentlich rechtliche Sender „arte“ bereit, ein Produktionsteam nicht nur nach London, sondern nach Paris, ja sogar nach Kanada reisen zu lassen, wo es sich Interviews von Väter-Aktivisten erschlich, die in dem Beitrag dann verleumdet wurden.
[…]

Preisfrage: Ist diese Filmemacherin nur „konservativ“ oder nicht doch feministisch?

Und damit wäre ich auch beim nächsten Punkt: Macht.

Ist diese Feministin, Filmemacherin machtlos, eine einsame Figur am Rande der Gesellschaft, deren Stimme nicht gehört wird, oder agiert sie aus einer machtvollen Position heraus mit der milliardenschweren Institution des Staatsfunks im Rücken? Sowas ist nicht die Ausnahme. Frauen oder Feministinnen werden allgemein als machtlos wahrgenommen. Es hat aber was mit Macht zu tun, wenn man z.B. in Parteien, in Aufsichtsräten oder Behörden Frauenquoten durchsetzt. Und dass Frauen vor dem Familiengericht die Macht haben, wurde wohl deutlich. Oder auch der „Orden der weißen Feder„: Frauen die Männer beschämten, wenn sich diese nicht auf dem Schlachtfeld abschlachten ließen. Das beißt sich etwas mit der feministischen Theorie der historischen Unterdrückung der Frau durch den Mann. Einem Unterdrücker ist es herzlich egal, was der bzw. die Unterdrückte von ihm hält. Tatsächlich war diese Macht der Frau, den Mann in die Rolle des Soldaten zu pressen, so groß, dass er sein (kostbares) Menschenleben opferte. Dasselbe gilt für die traditionelle Rollenverteilung: Mann für das Geldverdienen, Frau für Haushalt und Kinder war nicht gegen sondern mit dem Willen der Frau, das ist auch der Grund dafür, warum dieses Rollenmodell heute noch immer nicht ausgestorben ist, oder um noch mal die führende Feministin Simone de Beauvoir anzuführen: Frauen sollten nicht das Recht haben, zu Hause zu bleiben und die Kinder großzuziehen, weil sich sonst zu viele dafür entscheiden. Die durchschnittliche Frau war nicht weniger mächtig oder machtlos als der durchschnittliche Mann, und in ihrer Rolle als Mutter hat sich auch großen Einfluss auf ihre Söhne ausgeübt. Und dieser Einfluss war offenkundig nicht: „Wenn dich jemand in den Kriegsdienst zwingen will, desertiere, fliehe!“ Ein weiteres Beispiel für die Macht des Feminismus ist das totalitäre Programm namens „Gender-Mainstreaming“:

http://kellmann-stiftung.de/index.html?/beitrag/Bock_Gender.htm

Nächster Punkt: Verhöhnen von Leiden. Ja, das hat was mit der konservativen Tradition zu tun, wonach der Mann „hart“ sein muss. Ich führte dazu ja bereits die Evolutionspsychologie an. Das spricht aber für meinen Punkt über die gesamtgesellschaftliche Mitgefühlskälte gegenüber Männern. Aber das wird von Feministinnen weitergeführt. Google mal nach „Male Tears“ und schau die all die schönen Bildchen an. Nachwuchsfeministinnen empfehlen einem, zu „heulen“ und sich einen „Dauerlutscher“ zu kaufen, während sie so süße Männertränen schlürfen, die etwas Reiferen hingegen sprechen von einer „Opferideologie“. Um dazu noch mal auf das Sorgerecht zurückzukommen (und nebenbei nochmal die Verantwortung der Feministinnen in den Blick zu nehmen):

Ganz gewiss seien die Probleme des Sorgerechts

„nicht dem Feminismus zu Last zu legen (…), wie die Antifeministen das tun.“ (30)

 

Kein Wort davon, dass die reaktionären Strukturen des deutschen Familienrechts und der Ausgrenzung der Väter wesentlich der Lobbyarbeit solcher Organisationen wie dem VAMV, der de facto ein Mütterverband ist, zu verdanken ist – und dem Widerstand, der insbesondere von Frauen in den rot-grünen Fraktionen fairen Neuregelungen des Sorgerechts entgegengebracht wurde – und auch kein Wort davon, dass die Ausgrenzung von Vätern von Feministinnen als „Befreiung“ (Anita Heiliger) verkauft wurde. Selbst noch in massiven Privilegien erscheinen Frauen bei Rosenbrock allein als unschuldige Leidtragende einer umfassenden patriarchalen Gewalt, die gerade erst abgebaut werde.

Den Gedanken, dass auch Männer und Jungen gesellschaftlich benachteiligt werden können, tut er hingegen als „Opferideologie“ ab.

https://man-tau.com/2013/09/13/rechte-kerle-rosenbrock-gesterkamp-kemper/

Männliche Tränen sind bei Feministinnen nur dann erwünscht, wenn sie nicht der feministischen Agenda zuwiderlaufen. Ein Trennungsvater, der weint, wird nicht begrüßt sondern niedergemacht. Dass man hier oder dort mal den weinenden Mann fordert, hat was mit der „Dekonstruktion“ von Männlichkeit zu tun – aber dieser Artikel ufert jetzt schon aus.

Anne Gesthuysen zu der Frage, ob Frauen wollen, dass ihr Mann zugunsten der Familie aussetzt und sie Karriere machen können

Manndat hat eine interessante Stelle aus einer Talkshow zitiert:

Anne Gesthuysen, die Frau von Frank Plasberg, hatte irgendwann die Moderation des ARD Morgenmagazins zugunsten der Familie aufgegeben und führt dazu an:

Es war ja so, dass mit zunehmendem Alter unseres Kindes das mit dem Morgenmagazin einfach nicht mehr familienkompatibel war. Also haben wir gemeinsam diskutiert, und ich habe dann irgendwann damit aufgehört. Und gestern Abend habe ich mich zum ersten Mal – weil…  Man sagt dann immer so: Ja, die armen Frauen, und selbstverständlich ist es so, dass die Frauen zurückstecken und nie die Männer.

Jetzt hab ich mich gefragt, was wäre eigentlich passiert, wenn mein Mann mir gesagt hätte: Okay, pass auf, ich höre auf mit „Hart aber fair“ und du machst weiter. Hätte ich das angenommen? Und ich fürchte, ehrlich gesagt: Nein, hätte ich nicht.

Also erstmal hätte ich gedacht: Wow, toller Typ – oder doch nicht? Ich weiß es nicht. Nee, ich glaube, in Wahrheit ist es oft so, dass Frauen zwar immer noch arbeiten wollen, ich glaub, dass Mütter, dass die arbeiten, ist gar nicht erst das Thema.  Aber ob sie die große Karriere machen, in Führungspositionen gehen, das liegt nicht nur an einer gläsernen Decke, dass sie es nicht machen, sondern zum Teil auch, weil sie es nicht wollen, weil sie auch was von ihren Kindern haben wollen.

Das ist eine Einsicht, die leider im Feminismus und der ganzen Diskussion um dieses Thema zu kurz kommt. Der Wunsch der Frauen Zeit mit ihren Kindern zu verbringen statt im Büro/auf der Arbeit zu sein, weil sie das wichtiger finden und als etwas sehen, was nicht etwa eine Last ist, sondern ein Privileg, welches sie nicht einfach so aufgeben.

Bernd Stelter – Frau kommt auf die Bühne, weil sie Witz über Doppelnamen nicht erträgt

 

Many Shades of Gender – Ein FAQ zu den Gender Studies: Männer sind doch auch Opfer, warum befassen sich die Gender Studies nicht damit? (5)

Paula-Irene Villa, Genderprofessorin, hat ein FAQ zu Mythen über die Gender Studies erstellt. Ich wollte sie nach und nach hier besprechen:

Heute:

Männer sind doch auch Opfer, z.B. ist die Suizidrate bei Männern höher als bei Frauen, ihre Lebenserwartung ist geringer als die von Frauen, sie sind auch Opfer von Gewalttaten. Warum befassen sich die GS nicht damit?

Auch das ist letztendlich wieder ein Strohmann. Denn eigentlich geht es doch um die Theorie, ob die Gender Studies überhaupt männliche Diskriminierungen anerkennen und in ihrem System unterbringen können.
Das besagt ja im wesentlichen das Folgende, wenn man auf den intersektionalen Feminismus als gegenwärtig im Feminismus vorherrschende Auffassung abstellt:

  • Ein Diskriminierung von Männern ist nicht möglich, denn Diskriminierung erfordert Macht + Vorurteile der diskriminierenden Gruppe (Power + Prejudice).  Männer sind aber selbst die Gruppe mit der Macht, innerhalb der Kategorie Geschlecht sind sie allein privilegiert, daher können sie nicht von struktureller Diskriminierung betroffen sein.
  • Alle Nachteile (nicht: Diskriminierungen, die gibt es nicht wegen des Geschlechts) die Männer haben, sind damit lediglich Nachteile, die aus dem von ihnen errichteten System, also dem Patriarchat, herrühren („Das Patriarchat schadet auch Männern„)

Wenn sie das so ausgeführt hätte, dann wäre es zumindest eine faire Darstellung gewesen.

Was kommt:

Tatsächlich wird insgesamt in den Gender Studies weniger – manche Kolleg_innen in den Gender Studies meinen auch: zu wenig – zu Männlichkeit und zur Situation von Männern geforscht als zu Frauen. Was jedoch nicht bedeutet, dass Männer und Männlichkeiten übersehen würden. Vielmehr hat sich seit ca. 20 Jahren ein ganzer Strang innerhalb der Gender Studies etabliert (https://www.bpb.de/apuz/144861/wie-aus-jungen-maenner-werden?p=all; für die Geschlechtergeschichte vgl. Martschukat/Stieglitz 2018), der (manchmal: ‘kritische’) Männlichkeitsforschung betreibt (Schölper 2008).

„Kritische Männerforschung“ ist eben üblicherweise genau das oben angesprochene: Wie das Patriarchat Männern schadet und was sie machen können, um das Patriarchat zu stürzen, allen Vorteilen zu entsagen und damit ein besserer Mensch zu werden.

Männerforschung in den Gender Studies beschäftigt sich damit mit folgenden Themen:

  • Wie funktioniert die Aufrechterhaltung des Patriarchats und der toxischen Männlichkeit und die Unterdrückung der Frau
  • Wie können Männer die von ihnen verursachten Nachteile des Patriarchats beheben, indem sie das Patriarcht beseitigen, bzw inwiefern ergeben sich aus dem Patriarchat Nachteile für Männer an denen sie selbst schuld sind
  • Männer die aus ihren Rollen als böse klassische Männer ausbrechen und damit auch etwas das Patriarchat stürzen
  • warum sind Männer zwar schlecht, aber Männer, die gleichzeitig in anderen Kategorien nichtprivilegiert sind, dennoch nicht so toxisch wie weiße, heterosexuelle Männer

Dabei geht es um sehr viele sehr unterschiedliche Themen, etwa

Diese Liste ließe sich noch sehr, sehr lange fortsetzen. Das heißt, es wird reichlich zu Männern geforscht, auch zu ihren Risiken oder Benachteiligungen. Mehr Forschung geht allerdings immer.

Um mal ein paar Texte herauszugreifen:

Muslim masculinities: what is the prescription of the Qur’an?*

Orientalist art and literature have historically associated Islam with violence, but since the 1990s, this association gathered greater depth. Muslim men started to be stereotyped as terrorists, and various armed Muslim groups further cemented this stereotype. Although committing violence, for religion or other causes, is not limited to Muslim men, recent developments reinforced the popular notion that Islam encourages male violence. This paper examines the message of Muslim masculinities conveyed in the Qur’an – the sacred text that is regarded by Muslims as the word of God and as the highest authority for moral guidance. The content analysis of the Qur’an reveals at least five salient character traits that may be taken as prescriptions of masculinities. These traits – submissiveness, altruism, righteousness, steadfastness and combativeness – however, are not only overlapping but are also contradictory, depending on the institutional context in which the people are acting, as well as their religious status (e.g. prophet, believer, hypocrite, etc.). Thus, the message of the Qur’an is complex, and it can be put into practice properly only when it is examined and absorbed holistically.

Da wäre dann die Botschaft, dass muslimische Männer dem Koran nach gar nicht gewaltbereit und aggressiv sein sollen, sondern viele positive Eigenschaften haben sollen. Der Koran will also gar nicht den toxischen Mann, sondern eigentlich den geradezu feministischen Mann

Zwischen Vorbild und Verdacht
Wie Männer im Erzieherberuf Männlichkeit konstruieren

​Politik und Eltern fordern zunehmend mehr Männer in Kindertagesstätten, gleichzeitig lösen männliche Erzieher nach wie vor Irritationen aus, da sie mit gängigen Männlichkeitsmustern brechen. Während sie einerseits v. a. für Jungen als Vorbilder umworben werden, gibt es andererseits durchaus auch Misstrauen den Männern gegenüber. In dieser Studie über das ‚Doing Masculinity‘ männlicher Erzieher untersucht Anna Buschmeyer die Zuschreibungen an Männer und Männlichkeit im Erzieherberuf sowie deren Auswirkungen auf das Arbeitshandeln und trägt zur Differenzierung der Sicht auf Männlichkeit bei. Es wird deutlich, dass Erzieher sehr unterschiedlich mit den Anforderungen an ihr ‚Mann-Sein‘ umgehen. Diese Unterschiedlichkeit greift die Autorin über die Entwicklung des Typus alternativer Männlichkeit, als Ergänzung zu Connells Modell hegemonialer Männlichkeit, auf und macht sie dadurch empirisch und theoretisch sichtbar.

Erzieher sind nicht einfacher Männer, sie brechen das Männerbild auf und können – wenn sie den richtigen Typus bilden – gute Männer sein

Jungen als Bildungsverlierer?

Über Jungen in der Schule wird aktuell viel geredet, eine umfassende wissenschaftliche Auseinandersetzung steht jedoch bislang noch aus. Der Stand der Jungenforschung erweist sich als empirisch und theoretisch wenig fundiert, ein systematischer Bezug auf die Schule als Institution fehlt weitestgehend.
Dieses Buch zeigt aktuelle Perspektiven im Anschluss an das Habituskonzept auf und stellt Bezüge zwischen Schule, Jungen und Peerkultur aus nationaler und internationaler Sicht her. Die wissenschaftlichen Erkenntnisse zeigen, dass Jungen eine höchst heterogene Gruppe sind und dass das vereinfachte Bild der Jungen als Bildungsverlierer nicht haltbar ist.

Frauen sind auch eine höchst heterogene Gruppe was das Gehalt angeht. Daraus lässt sich allerdings das vereinfachte Bild herleiten, dass Frauen Gehaltsverlierer sind.