Frauen sind diskriminiert vs. Frauen sind nicht bereit für das Geld die Einschränkungen im Privatleben hinzunehmen

Im Prinzip schon häufiger so angedacht, ich wollte es aber noch mal formulieren:

Zum „Gender Pay Gap“ gibt es verschiedene Sichtweisen:

  • Die eine Sicht wäre, dass Frauen weniger Geld bekommen für die Arbeit, die sie machen.
  • Die andere Sicht, dass Frauen nicht im gleichen Maße oder zumindest nicht für das gleiche Geld bereit sind Einschränkungen in ihrem Privatleben mit Geld abkaufen zu lassen

Bei der zweiten Formulierung kommt man zu genau dem gleichen Ergebnis, aber diesmal sind die Frauen die wählerischeren und die Männer verkaufen sich schlicht für bestimmte Arbeiten billiger oder sind überhaupt bereit bestimmte Arbeiten mit sehr hohen Zeitansatz durchzuführen.

Die eine These würde quasi nur die Arbeit an sich bewerten. Die erste These würde quasi „Intersektional“ auch darauf abstellen, was man dafür in anderen Bereichen opfert.

Es wäre insofern eine gesamtheitliche Betrachtung, in der Frauen einfach nicht bereit sind für das gleiche Geld die entsprechenden Einschränkungen hinzunehmen oder nicht bereit sind dafür in einem Bereich zu arbeiten, der sie weniger interessiert.

39 Gedanken zu “Frauen sind diskriminiert vs. Frauen sind nicht bereit für das Geld die Einschränkungen im Privatleben hinzunehmen

  1. Aber nur wenn Frauen diskriminiert werden, können Feministinnen ihre Darseinsberechtigung begründen. Deswegen werden sie einen Teufel tun und aufhören Frauen als Opfer darzustellen. Schließlich hängt schon bei zu vielen der Job davon ab.

  2. Es braucht 1-Satz Antworten auf feministische Behauptungen.

    Mein Vorschlag für den GPG: „Die Klage über den GPG ist nichts als die Empörung darüber, dass der Chefarzt mehr verdient als die Putzfrau“

    Entweder, das Gegenüber gibt zu, dass es gute Gründe für Gehaltsunterschiede gibt oder es macht sich lächerlich.

  3. Die zweite Begründung kann aus moderner feministischer Sicht nicht sein, da
    1. Die Männer schuld sein müssen
    2. Die Frauen das Opfer sein müssen.

    Nur eine Weltsicht, in der Frauen erniedrigte Opfer sind, die sich hilfesuchend an höhere Instanzen wenden, damit dort per Quote untergebrachte Gesinnungsgeno*Innnen Halt und Zuneigung im Sinne des modernen Feminismus geben und vernichtende Urteile über schuldige, vorzugsweise weiße Männer sprechen, ist akzeptabel.

    Niemand ist interessiert an starken Frauen, die selbst Entscheidungen über ihr Leben treffen. Ist viel praktischer, wenn die arm und schwach sind. Hat drei Generationen Feministinnen gebraucht, bis sie es kapiert haben.

  4. Meine Frau fing an. Bakteriologie zu studieren (nicht zuletzt auf Wunsch ihres Vaters, der Lehrer war). Nach einem jahr wechselte sei zu Pädagogik und Psychologie, weil sich nicht vorstellen konnte, ihr ganzes Arbeitsleben in einem Labor zu verbringen.

    Heute ist sie Kindergärtnerin (der kolumbianische Studienabschluss wird nicht voll anerkannt in Deutschland) und mag ihre Arbeit. Allerdings beklagt sie sich über die schlechte bezahlung.

    So ähnlch dürfte es in den meisten Fällen liegen. Männer und Frauen sind eben unterschiedlich und haben unterschiedliche Interessen und Bedürfnisse, was sich in der Berufswahl äußert.

    • „weil sich nicht vorstellen konnte, ihr …“

      Klassischer Fall, den jeder kennt, der schon mal Berufsberatung gemacht hat, s.
      Berufswahlkriterien, -Präferenzen und die Unterschlagung nichtmonetärer Vergütungen

      Warum sich viele Heranwachsende – nicht nur Frauen, aber die besonders – für **vordergründig** schlecht bezahlte Berufe entscheiden, liegt ganz klar an nichtmonetären Vergütungen und subjektiv beurteilten (Negativ-) Merkmalen der Berufstätigkeit. Je reicher eine Familie bzw. der soziale Kontext ist, desto mehr spielen diese Merkmale eine Rolle, weil Geld weniger wichtig wird.

      • @mitm

        Man darf auch nicht vergessen, dass Frauen sich für ein extrem begrenztes Spektrum an Ausbildungsberufen und Studiengängen entscheiden.

        Wie eng, wird einem erst bewusst, wenn man die „25 häufigsten Ausbildungsberufe“ noch ein mal genauer aufschlüsselt:
        https://www.boeckler.de/52370.htm#

        Hier wird zwar korrekt berichtet, „im Jahr 2015 entfallen rund drei Viertel (76 Prozent) aller von Frauen, aber weniger als zwei Drittel (63 Prozent) aller von Männern neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge.“
        Diese Diskrepanzen hören sich zwar erheblich, nicht aber gravierend an.

        Schaut man jedoch vergleichend auf die TOP 10 und TOP 5, dann zeigt sich erst das ganze Dilemma:
        Anteil der TOP 10 Ausbildungsberufe an ALLEN Ausbildungsberufen:
        Frauen: 56,8%
        Männer: 37,2%

        Anteil der TOP 5 Ausbildungsberufe an ALLEN Ausbildungsberufen:
        Frauen: 38,1%
        Männer: 22,3%

        Es versteht sich von selbst, dass man das eigenhändig errechnen muss, denn der Befund ist dramatisch: Beinahe 4 von 10 jungen Frauen entscheiden sich also für lediglich 5 Ausbildungsberufe, über die Hälfte für einen von zehn!

        Feministinnen sollten in erster Linie Werbung für die heilige „Vielfalt“ beim eigenen Geschlecht machen – das Problem ist aber, die akademischen Feministinnen kommen aus dem identisch einfältigen weiblich-akademischen Spektrum.
        DAS ist das eigentliche Problem.

        Woher sollen die Vorbilder für Alternativen denn kommen, wenn das Spektrum an weiblichen Vorbildern sich aus einer papierdünnen Anzahl von Studiengängen und Berufen rekrutiert?

        • Der eigentliche Witz ist, daß sich diese Konzentration auf wenige geschlechtstypische Lieblingsberufe trotz jahrzehntelanger und millitonenteurer Werbung, u.a. von Arbeitgebern, nicht geändert hat.

          Daraus kann man zunächst folgern, daß die überwiegend femistisch geprägten Theorien, die den Werbemaßnahmen zugrundeliegen (angeblich fehlende Role-models usw.), offenbar insg. falsch und unbrauchbar sind.

          Ferner, daß sich die Berufswahlkriterien von Frauen und Männern offenbar nachhaltig unterscheiden, genauso wie die statistischen Unterschiede zwischen Männern und Frauen bei den grundlegenden Persönlichkeitseigenschaften.

          Beispielsweise scheint mit der Wunsch, im Beruf etwas menschliches zu bewirken und sozial Wichtiges zu tun, bei Frauen deutlich höher als Kriterium gewichtet. Und das, obwohl man ihnen seit Jahren einbleut, sie sollen nur auf den Verdienst achten.

          • @mitm

            „Daraus kann man zunächst folgern, daß die überwiegend femistisch geprägten Theorien, die den Werbemaßnahmen zugrundeliegen (angeblich fehlende Role-models usw.), offenbar insg. falsch und unbrauchbar sind.“

            100% ACK.

            Sie sind falsch, unbrauchbar und schädlich.
            Ich bin inzwischen der festen Überzeugung, wenn man die Einstellung der Mädchen ändern will, muss man sich an die Väter wenden.
            Wir müssen die Väter von unseren Argumenten überzeugen – die müssen bspw. die Mädels auf die nächste „Maker Faire“ mitschleifen und am Ball bleiben, was sie auch können.

            Der feministische Ausredenkalender wird gar nichts bewirken, weil es noch nicht einmal um MINT geht, sondern überhaupt darum, das Frauenboot zu verlassen.
            Es ist nämlich voll.

            Wir brauchen Einfluss, wir brauchen Geld für Veränderung.
            Ohne uns ändert sich NICHTS.

  5. Keine andere hat die zweite These so gut dargelegt, wie Antje Schrupp: „Diese Entwicklung ist gleichzeitig auch ein Lehrstück dafür, warum es gefährlich ist, feministische Ideen in Rechtsformen zu gießen: Zu leicht wird dann nämlich der Spieß umgedreht, und aus dem Recht von Frauen, auch mit Kindern erwerbstätig zu sein, wird ratzfatz eine Pflicht. Ist ja schließlich nur gerecht. Und ihr habt es ja selbst so gewollt.“ https://antjeschrupp.com/2011/08/03/vater-recht-abschaffen-kindererziehung-steuerfinanzieren/?fbclid=IwAR1SCyEzLV2BD7SCslK-BhtOsKMwNWIoMUMbUXL-HSR73Nnl3fXJgwXFIzk

    Ja wo kämen wir da hin, wenn wir Gleichberechtigung hätten? Dann müssten Frauen arbeiten und dürften sich nicht mehr wollen trauen zu arbeiten!

    Dass sich solche Mentalitäten unbemerkt breitmachen in unserer Gesellschaft, ist leider auch ein „Verdienst“ männlicher Gleichgültigkeit und Kavalier-Mentalität. Z. Zt. haben wir 18% der Haushalte als hauptamtlich „alleinerziehend“. Ob sich das ändern wird, wenn die 40%-Marke erreicht wurde?

  6. Es ist für viele Frauen schlicht nicht wichtig, viel Geld zu verdienen. Im immer noch vorherrschenden Familienmodell ist der weibliche Verdienst nur ein Zubrot. Das schafft Freiheiten, die man sonst nicht hätte und kann anderen Interessen nachgehen. Ist übrigens ein sich selbst verstärkender Kreislauf.. wird eine Branche weiblicher, gibt es weniger Forderungen nach höheren Löhnen und der Bereich rutscht ab. Und ja, das ist nicht fair (für mich gibt es keinen Grund, warum Gymnasiallehrer so viel mehr verdienen sollten als Grundschullehrer z.B.). Das hat aber imho nix mit einer Männerherrschaft zu tun, sondern damit, dass der Erwerbsdruck ungleich verteilt ist.

    • Und ja, das ist nicht fair (für mich gibt es keinen Grund, warum Gymnasiallehrer so viel mehr verdienen sollten als Grundschullehrer z.B.).

      Nicht?
      Also ich habe irgendwie das Gefühl, dass man mit Grundschulwissen nicht weit kommt in der 11. oder 12. Klasse eines Gymnasiums.
      Vielleicht liegt da ja ein Grund, wieso Grundschullehrerinnen weniger verdienen als ihre Kolleginnen am Gymnasium.

          • @Mario
            Auch Grundschullehrer haben Abitur. Und dazu ein Studium.
            Das ist exakt das Wissen, das für das Abitur vermittelt werden muss.
            Okay, es ist nicht verkehrt, ein Stück weiter über den Tellerrand geguckt zu haben im eigenen fachbereich als nur das Abiturswissen, aber ich sehe nur bedingt sinn darin, dass ein Mathelehrer quasi ein Mathematikstudium absolvieren muss.
            Etwas mehr pädagogik-kenntnisse würden hingegen einigen Gymnasiallehrern durchaus gut tun (bzw. deren Schülern).

          • Also, ich würde lieber nur Mathearbeiten (Deutscharbeiten, …) in der 2. Klasse korrigieren, als in der 13. Klasse. Der Aufwand dürfte doch erheblich geringer sein.

            Auch die Menschenführung sollte im Durchschnitt bei halbstarken Pubertierenden unangenehmer werden als bei eher niedlichen kleinen 7. jährigen Kindern, die man oft noch erreichen bzw. begeistern kann und den man selten etwas wirklich übel nehmen kann (ok, hier gibt es auch Ausnahmen).

            Wenn ich zwischen den beiden Jobs wählen müsste und für beides gleich bezahlt werden würde, würde ich 100% die Grundschuldlehrertätigkeit vorziehen und als weniger fordernd empfinden.

          • @xyz
            Richtig ist zwar, dass kleinere Kinder „begeisterungsfähiger“ sind, aber eben auch nur für Dinge, zu denen sie eine gewisse Bereitschaft zur Begeisterungsfähigkeit mitbringen.
            Wenn Kinder mal gegen irgendwas aversionen entwickeln, dann kriegst du die auch nicht mehr dafür „begeistert“, und schon Grundschüler sind durchaus geübt darin, evtl. manipulationsversuche der „begeisterungs-förerung“ gnadenlos zu durchschauen und zu torpedieren.

            Eine Schulklasse ist nicht wie ein Verein, wo üblicherweise grundsätzlich interessierte Kinder teilnehmen, sondern zwangsweise zu einem Thema alle, auch die, die nicht interessant sind und manche partout nicht interessieren.

            Insofern hat die Grundschule durchaus ihre eigenen und erheblichen Schwierigkeiten, und ich nehme an, du hast davon keine Einblicke.

            Richtig ist weiter, dass die halbstarken Pubertiere am unangenehmsten werden können.
            Aber nach der Logik müssten eigentlich die Realschul- und Hauptschul-Lehrer am besten bezahlt werden (ist aber nicht so), denn dort hört die Schule genau nach diesem Alter auf. Die Arbeitszeit des entsprechenden Lehrers befasst sich also ganz überwiegend mit dieser Altersstufe.
            Bei Gymnasiasten kommt danach noch die Zeit des Abiturs, in dem die Schüler schon wieder deutlich vernünftiger werden und über Vernunft ansprechbar sind. Der Gesamtanteil der Zeit, in dem sich Gymansiallehrer mit Pubertieren auseinandersetzen müssen, ist also definiitv geringer als bei Haupt-und Realschule.

            Offenbar vertraut man dieser Vernunft sogar soweit, dass imr Gymansiallehrer-Studium pädagogische Inhalte nach wie vor fast nicht vorhanden sind – irgendwie scheint das da überflüssig zu sein. Auch wenn der größte Teil der Gymansiasten-Zeit sich vor der mittleren Reife abspielt und somit ebenfalls die Zeit der Pubertiere umfasst.

          • @xyz: hier in BW ist die Grundschule mit der Hauptschule verbandelt.. pubertierende Hauptschüler sind sicherlich nicht leichter als Gymnasiasten.
            Die Mathearbeiten zu korrigieren.. das nimmt sich gerade in Mathe nix. Ergebnis und Weg stimmt oder nicht. Das Argument greift vielleicht bei Deutschaufsätzen eher. Ich persönlich würde lieber Menschen Kurvendiskussionen statt Buchstabenmalen beibringen, fiele mir deutlich leichter.
            Ich für meinen Teil finde den Grundschulteil der Schule doch schon sehr verantwortungsvoll. Hier werden mit die wichtigsten Weichen gestellt. Klar, auf den weiterführenden Schulen wird auch noch umgestellt, aber Dinge, die man in der Grundschule nicht packt, sind extrem schwer wieder aufzuholen….

        • Es gibt noch einen andern Grund, warum Gymnasiallehrer höher besoldet sind als Grundschullehrer: Mit dem Fachwissen, das sie haben (besonders MINT-Fächer, Pädagogik, Psychologie … man habe die verschiedenen speziellen Schulfächer beruflicher Gymnasien vor Augen) – oder das sie als potentielle Studenten schon teilweise haben und bei der Studiengangwahl bei manchen Studiengängen zum eigenen Vorteil als Anforderungserfüllung verwerten können wie bspw. Latein bei Jura oder Medizin – , können sie in anderen Berufszweigen fußfassen, wo sie ein paar Jahre später oder schon sofort mehr verdienen könnten als nur auf Grundschullehrerniveau, im Gegensatz zu Grundschullehrern (für letztere bleibt nur eine geringe[re] Auswahl übrig), oder aber im Vorhinein bei der Studienwahl, wo überlegt wird, wo sie mit ihren intellektuellen Fähigkeiten (und Interessen) welches Wissen – oder welche Wissensvertiefung – und welche intellektuellen Kompetenzen erwerben/ausbauen wollen, um es bzw. sie dann im für sie jeweils in Frage kommenden Berufsbereich anzuwenden bzw. zur Geltung und schließlich auch zur monetären Vergeltung kommen zu lassen. Das Ausmaß an Fähigkeit und Bereitschaft zum fachlich spezifischen Wissenenserwerb – oder zu einer solchen Wissensvertiefung – und zum Kompetenzerwerb/-ausbau eines Gymnasiallehrers (in spe) ist nun mal höher als dasjenige eines Grundschullehrers (in spe).

          • @Jo
            “ Mit dem Fachwissen, das sie haben (besonders MINT-Fächer, Pädagogik, Psychologie … man habe die verschiedenen speziellen Schulfächer beruflicher Gymnasien vor Augen)“
            Ja, es gibt tatsächlich berufliche Gymnasien mit Profilfächern Padagogik und Psychologie.
            Für alle anderen Gymansiallehrer gilt, dass alle anderen Schularten pädagogisch besser ausgebildete Lehrer haben. Und zwar ERHEBLICH besser ausgebildet. Pädagogik kommt im Studium für Gymnasiallehrer fast nicht vor.

            Insofern sind die Voraussetzungen, als Grundschulehrer auch mal irgend was mit erwachsenenbildung zu machen, gar nicht so schlecht – pädagogische Konzepte haben die reichlich kennen gelernt, und zwar nicht ausschließlich welche für die Grundschule.

            Ansonsten:
            Du willst zum Ausdruck bringen, dass wir die Gymnasialehrer quasi mit Absicht bezüglich ihres Unterrichtsfaches überqualifizieren, damit sie jederzeit damit drohen können, in andere Berufe abzuwandern, damit wir ihnen dafür dann mehr Geld bezahlen müssen? Anstatt ihnen ein bisschen mehr Pädagogik beizubringen?
            Was heißt schon „ein biscchen mehr“: Überhaupt „ein bisschen“ wäre manchmal schon nicht schlecht.?

          • Genau – du lässt die Leute erst jahrelang studieren und einen Abschluss machen, und dann wenn sie fertig sind, werden sie zum ersten mal seit ihrer eigenen Schulzeit mit echten Schülern konfrontiert, und zum ersten mal mit Pädagogik konfrontiert – genau so läufts.
            Keine Ahnung, wie man das nicht irrsinnig finden kann?
            Warum kann Pädagogik nicht Studieninhalt sein?
            Ist das für Gymnasiallehrer wirklich soo belanglos?
            Ärzte müssen im Studium Famulieren. Auch an Pädagogischen Hochschulen, wo die sonstigen Lehrer ausgebildet werden, wird Pädagogik bereits im Studium vermittelt. Ein referendariat haben die übrigens trotzdem noch. Ist doch Quatsch, Pädagogik erst nach dem Studium zu machen.
            Vielleicht sollte sich so mancher angehende Gymnasialehrer noch mal überlegen, ob Lehramt wirklich das richtige ist, weil ein pädagogischer Beruf eigentlich nicht passt?
            Den Eindruck habe ich bei Gymnasialen öfter als bei anderen Schularten.
            Aber wenn man ein komplettes Studium schon abgeschlossen hat, ist so eine Entscheidung schwerer zu treffen.

          • Ich halte es allein schon für Quatsch, dass man als Lehrer fast die ganze Ausbildung abgeschlossen hat bevor man dss erstemal echt in Kontakt mit dem Alltags des Berufs kommt.
            Da Pädagogik ein wesentlicher Bestandteil des Berufs ist sollte das meiner Meinung nach im ganzen Studium ein Bestandteil sein, der entsprechend der geplanten Laufbahn auf die besonderen Erfordernisse aufbaut.
            So wie in z.B. Elektrotechnik mit allgemeinen Elektronischen Grundlagen beginnt und dann immer mehr auf die Ausrichtung eingeht

    • „Es ist für viele Frauen schlicht nicht wichtig, viel Geld zu verdienen“

      Es ist für viele Frauen schlicht nicht notwendig, viel Geld zu verdienen.

  7. Au weia. Ich kannte Juramama noch gar nicht … Da musste ich jetzt lange und viel lesen. Bin ich froh, dass ich gleich wieder nette Aufsätze und Kurzgeschichten lesen kann. Danke für die Aufbereitung an dieser Stelle.

  8. Da scheint sich auch nichts zu ändern. Die Tochter von guten Freunden ist jetzt Anfang 20 und wohnt in einer Mädels WG. Das sind prima junge Frauen, aber jede einzelne strebt einen Beruf an, von dem sie genau weiß, dass der Verdienst maximal für eine kleine Wohnung und 2 Katzen reicht.

    Da ich nicht dann ausgehe, dass die alle keine Kinder haben wollen, ist also unausgesprochen die Erwartung eingepreist, dass sich da schon ein Mann findet, der die ehrenvolle Aufgabe der Erwerbsarbeit weitgehend übernimmt. Und wir reden hier von Kindern von Akademikern in einer westdeutschen Großstadt, die nicht mal im Traum daran denken würden, ihre Töchter irgendwie klein zu halten. Eher ganz im Gegenteil.

  9. Ich denke es spielt eine entscheidende Rolle für das Selbstverständnis und die Lebensplanung, dass Frauen einen wesentlichen Vorteil gegenüber Männern haben: sie haben die Wahl. Sie können aufgrund ihrer sexuellen Macht den Partner wählen und sie können wählen, ob sie berufstätig, in Vollzeit, Teilzeit oder Hausfrau und Mutter sein wollen. Da Männer diese Wahlmöglichkeiten nicht haben ist ihre Perspektive von vornherein auf Leistung und Konkurrenz zum Broterwerb ausgerichtet. Die einzige Wahlmöglichkeit, die Männer haben ist die für eine Partnerin und Familie zu sorgen, oder darauf zu verzichten.
    Frauen sind gewohnt wählerisch zu sein und haben es nicht nötig sich auf Leistung und Konkurrenz zu fokussieren und können durch Einsatz ihrer sexuellen Macht Vorteile und Annehmlichkeiten einfordern. Diese haben sie in Gesetzesform gegossen (Scheidungsrecht, Versorgungsrechte etc.). Insofern ist die GPG Konstruktion eine false flag Operation, die der Feminismus forciert um weiter Bevorzugungen für Frauen zu erreichen.

  10. Ich arbeite ja in einem akademischen Beruf mit typischerweise überdurchschnittlicher Bezahlung und einem hohen Bedarf an Eigeninitiative, (Selbst)organisation und Engagement. Frauenanteil (ca. 10% – die Daten, die ich in öffentlich zugänglichen Quellen gefunden habe, sind ca. 10 Jahre alt).

    Mein Partner und ich sind bereit, uns in diesem Maße und für das damit verbundene Geld (und die damit verbundenen Inhalte) bereit, Einschränkungen in unserem Privatleben mit Geld (und erhöhter Arbeitszufriedenheit dank interessanter Aufgaben etc.) abkaufen zu lassen. Und ja, ich sehe das in einer langfristigen, festen Beziehung als Entscheidung beider Partner – wir haben gegenseitig auch Nachteile davon, dass der andere stark eingespannt ist, zeitlich/örtlich nicht immer verfügbar etc.

    Zu zweit klappt das alles relativ gut. Schwierig wird es, wo Kinder ins Spiel kommen. Es gibt nämlich schlicht kaum ein Angebot, mit dem ich Privatleben (aka Kinderbetreuungszeit) gegen Geld eintauschen könnte. Das örtliche Jugendamt hält jede Fremdbetreuung von Kindern unter 2 Jahren, die über 30 Stunden pro Woche hinausgeht, für kindeswohlgefährdend (O-Ton einer Mitarbeiterin). Da das soziale Umfeld (öffentliche Stellen, Kollegen, Kunden, …) eine Reduktion der Arbeitszeit bei einem Mann stärker sanktioniert als bei einer Frau, werden wir uns wohl darauf festlegen, dass ich es bin, die weniger „Einschränkung im Privatleben“ hinnimmt. Ich sehe es allerdings eher so, dass ich mehr uninteressante Betreuungsaufgaben übernehmen muss und wäre bei anderen Rahmenbedingungen, die meinen Partner nicht für seinen Einsatz bei der Betreuung gleichfalls, und ggf. stärker als mich, sanktionieren, jederzeit bereit, mir diese „Einschränkungen des Privatlebens“ zu Gunsten des Jobs „gegen Geld abkaufen“ zu lassen.

    Wie wir vorgehen, ist ein gemeinsam gefundener Kompromiss, keiner von uns beiden kann so etwas alleine entscheiden.

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