Juramama „Es gibt kein einziges Gesetz in Deutschland, das exklusiv in den Körper von Männern eingreift.“

Die Juramama schreibt einen Artikel zu dem Recht der Frauen auf Abtreibung und einige Passagen darin finde ich so bescheuert, dass ich sie, auch weil sie als „bester Text für den „goldenen Blogger“ nominiert war, gerne noch kommentieren möchte:

Um das also voranzustellen: Das Recht, ganz alleine über die Funktionen des eigenen Körpers zu bestimmen, muss endlich ganz grundsätzlich und überall nicht nur für Männer gelten, sondern auch für Frauen. Denn nur der Teil der Menschheit der über eine Gebärmutter verfügt, kann schwanger werden. Der andere Teil kann im Stehen akkurate Figuren in den Schnee pinkeln und das ist nicht nur in Wacken oder im Stau eine männlich einzigartige und von mir schwer beneidete Körperfunktion.

Es gibt kein einziges Gesetz in Deutschland, das exklusiv in den Körper von Männern eingreift.

Also abgesehen davon, dass man ihm einfach so die Vorhaut abschneiden darf, wenn die Eltern religiös sind. Oder was man diesen männlichen Körper zur Bundeswehr einberufen kann und zu Gewaltmärschen etc verpflichten kann.

Die Abtreibungsvorschriften greifen noch nicht einmal „in den Körper ein“. Sie verhindern allenfalls, dass eine Frau nach einer gewissen Zeit der Schwangerschaft und wenn sie gewisse formelle Anforderungen nicht erfüllt hat, wie die Beratung, in die körperlichen Prozesse eingreift. Das ein Mann als Vater die Schwangerschaft beendet verhindern sie übrigens vollkommen. Er kann sich in keiner Form den sich daraus ergebenden Pflichten entziehen, die im wesentlichen eine Arbeitspflicht begründen, die sogar über die normale Arbeitszeit hinausgehen kann. Das Abtreibungsrecht ist im Verhältnis zum Mann nicht eine Benachteiligung, es ist eine deutliche, deutliche Besserstellung. Letztendlich meckert sie hier, dass sie nicht noch besser gestellt wird als Männer, indem Frauen noch länger abtreiben können bzw Ärzte mtitteilen dürfen, dass sie Abtreibungen vornehmen. Und auch wenn ich finde, dass das Verbot, diese Eingriffe als von einem angebotene Dienstleistung zu erwähnen, ruhig abgeschafft werden kann, ist ihr Vorhalt, dass Frauen mit einem MEHR an Rechten schlechter gestellt werden als die Männer, geradezu bizarr.

Kein Gesetz „schützt“ den Mann vor etwas, zu dem sein männlicher Körper biologisch exklusiv in der Lage ist.

Es schützt auch kein Gesetz die Frau vor etwas, zu der der weibliche Körper biologisch exklusiv in der Lage ist. Denn der weibliche Körper treibt nicht von sich aus ab und wenn er das macht, dann ist es nicht strafbar.

Kein Gesetz knüpft eine Entscheidung über etwas, was nur ein männlicher Körper kann, an Strafbarkeiten oder Beratungen.

ja, wer hätte je die Zeugung eines Kindes an potentielle Strafbarkeiten geknüpft. Gab es da nicht mal diese nette Kopie von Schreiben des Jugendamtes, wo die Mutter zur Geburt des Kindes gratuliert worden ist und auf Beratungsangebote hingewiesen worden ist und dem Vater Fristsetzungen zur Unterhaltszahlungen gesetzt worden sind, bei Androhung einer Klage.

Und der Mann bekommt eben noch nicht einmal eine Beratungsmöglichkeit etwa mit der Mutter, wenn sie nicht zustimmt. Er kann sich nicht einschalten und deutlich machen, dass er die Abtreibung (oder das Kind) will.

Und wenn er ihr heimlich eine Pille danach ins Essen mischt, weil sie sie nicht nehmen will, dann braucht er eher selbst eine Beratung bei einem Rechtsanwalt ganz zu schweigen davon, dass er eine Fehlgeburt herbeiführt.

§ 218
Schwangerschaftsabbruch
(1) 1Wer eine Schwangerschaft abbricht, wird mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft. 2Handlungen, deren Wirkung vor Abschluß der Einnistung des befruchteten Eies in der Gebärmutter eintritt, gelten nicht als Schwangerschaftsabbruch im Sinne dieses Gesetzes.

(2) 1In besonders schweren Fällen ist die Strafe Freiheitsstrafe von sechs Monaten bis zu fünf Jahren. 2Ein besonders schwerer Fall liegt in der Regel vor, wenn der Täter

1.
gegen den Willen der Schwangeren handelt oder

2.
leichtfertig die Gefahr des Todes oder einer schweren Gesundheitsschädigung der Schwangeren verursacht.
(3) Begeht die Schwangere die Tat, so ist die Strafe Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder Geldstrafe.

(4) 1Der Versuch ist strafbar. 2Die Schwangere wird nicht wegen Versuchs bestraft.

 

Es gibt hier keinen mildernden Paragraphen: „Begeht der Vater die Tat…“ obwohl da ein Produkt seines Körpers, seiner Gene heranwächst, auch wenn er das Kind genau so gerne loswerden will wie die Mutter.

Warum sind eigentlich Samenspenden in Deutschland erlaubt, Eizellspenden aber verboten. Was genau macht Eizellen eigentlich heiliger oder wertvoller als Spermien und warum „schützen“ wir hier nur die Frau und nicht den Mann vor sich selbst und den Folgen? Wo ist die externe Konfliktberatung  für den Spermaspender?

Das ist wirklich … nicht so intelligent.

Der Unterschied liegt ja wirklich auf der Hand.  Muss man einer Mutter wirklich erklären, dass an Sperma sehr leicht ranzukommen ist, an noch funktionierende Eizellen aber nicht?

Während man für Spermaspender einen Becher und evtl ein paar Pornomagazine braucht, und Sperma quasi ein „Verbrauchsgut“ ist, welches eh immer wieder nachproduziert wird, braucht man für eine Eizellenspende zunächst eine medikamentöse Stimulation der Eizellen, damit mehrere heranreifen, die dann unter Narkose mit einer Punktation entfernt werden.

Die Hormonstimulation ist körperlich und seelisch sehr belasten und kann zu einem Überstimulationssyndrom führen kann. Der spätere Eingriff zur Entnahme ist mit Narkose- und Thromboserisiken verbunden. Auch Gewebeverletzungen sind möglich.

Insofern beugt das Verbot einer Kommerzialisierung der Eizellenspende vor, ebenso wie man (und hier auch: Mann) seine sonstigen Organe nicht spenden darf.

Auch die Einsetzung der Eizelle bietet einiges an Risiken,  was den Vorgang noch problematischer macht. Es gibt also zumindest für den Unterschied leicht nachvollziehbare Gründe, die nicht allein darauf beschränkt sind, dass man Frauen eben einfach gerne was verbieten will (was nicht bedeutet, dass die Eizellenspende verboten bleiben sollte, sie ist ja auch in anderen europäischen Ländern erlaubt, aber so zu tun als gäbe es keine Unterschiede ist doch wenig überzeugend.

 Oder umgekehrt: Kein Gesetz stellte es jemals unter Strafe, nicht mal zu konservativsten Zeiten, wenn sich ein fruchtbarer Mann unter 40 die Samenleiter durchtrennen wollte. Ich bezweifle eine Mehrheit im Bundestag, nicht mal unter Beteiligung der aktuell lächerlichsten SPD seit Gründung der SPD, für ein Gesetz, das Männer dazu verpflichtet zusätzlich zu dem Arzt seines Vertrauens in eine „pro Familia“ Beratungsstelle zu latschen und bei Kerzenschein und Keksen darüber zu reden, ob „seine zumutbare Opfergrenze“ wirklich überschritten ist, da er mit seiner Entscheidung fraglos zukünftiges Leben verhindert.

Da dürften die gleichen Regeln wie bei einer Eileiterdurchtrennung oder Abklemmung gelten.

Es ist eben in diesem Fall auch kein drittes Element im Spiel, das Baby, welches schon einen gewissen Entwicklungstand hat.

Eine Vasektomie ist ja reversibel. Das stimmt. Aber auch eine Frau kann nach einem Abbruch erneut schwanger werden und es gehört nun mal zum Körper der Frau, dass sie zusätzlich zu den Eizellen noch einen Uterus hat, der aus Spermium und Eizelle überhaupt einen Menschen machen kann. „Eine Frau kann sich ja auch die Gebärmutter entfernen lassen“ ist eben nicht dasselbe. 

Sie muss sich ja auch nicht die Gebärmutter entfernen lassen, die Eileiter abklemmen reicht.

Wir haben eine Zusatzfunktion und die gehört alleine uns. Das macht die Mächtigen dieser Welt, die Herrscher über das geltende Recht, schon immer wahnsinnig, ohne dass sie die Verantwortung, die damit einhergeht, jemals tragen wollen würden oder trugen.

Was ist das genau? Narzissmus? Verfolgungswahn? Es ist ja nun nicht so, dass es rein Männer sind, die Abtreibungen kritisch sehen. Eine große Anzahl Frauen ist ebenfalls sehr konservativ und hat das immer mitgetragen.

Und ein Großteil der Mänenr sieht es im übrigen genauso wie viele Frauen. Ganz davon ab, dass Gesellschaften schon immer Verantwortung für Kinder getragen haben und Frauen unterstützt haben. Und Männer natürlich auch.

Was ist denn mit den weiteren körperlichen Eigenheiten, die nur Männer draufhaben? Spermien produzieren um Leben zu ermöglichen, zum Beispiel. Kein einziges deutsches Gesetz limitierte jemals Masturbation auf dreimal pro Woche, weil sonst moralisch übermäßig viel Lebenspotential in Kleenex Taschentüchern verendet. Oder verteilte Berechtigungsscheine, falls es doch mal mehr Palme-schütteln sein muss.

Faszinierend wie das jemand für einen schlauen Gedanken halten kann. Lediglich der Vollständigkeit halber muss ich hier zunächst das klassische Video „every sperm is sacred“ einstellen:

Es verhindert auch keiner, dass eine Frau sich Sperma aus dem Geschlecht wischt, eine Spülung ansetzt oder die Pille danach einwirft. Nur eben, wenn man eine tatsächliche Abtreibung vornehmen muss, dann werden nach der Rechtsprechung des BVerfG eben auch die Rechte des Kindes geschützt. Weil sich dort eben bereits ein neues Wesen gebildet hat. Das muss man nicht teilen. Aber man muss da doch den Unterschied zu Sperma erkenne. Und das gerade als Juristin, die ja nun mit der Rechtsprechung zu Art 2 GG vertraut sein sollte.

Es hat in der Geschichte einige kirchlich motivierte Ansätze gegeben, die männliche Masturbation zu verteufeln, jedoch ging es hier im Kern um genau das, worum es bei den sexuellen Rechten der Frauen heute noch immer geht: Die Macht sowas verbieten zu können. Macht hat nämlich unter anderem derjenige, der die Fortpflanzung kontrollieren kann und tiefe menschliche Bedürfnisse unter seine Herrschaft zwingt. Eine historische Konstante. Gesetzlich legitimierte Sanktionen aber gab es in unserer europäischen Rechtsgeschichte immer nur für Frauen, wenn Sexualität nicht allein der Fortpflanzung diente oder in einer ungewollten Schwangerschaft endete. Kein Gesetz in der Geschichte bestrafte jemals ausschließlich den Mann, der eine Frau schwängerte und verschonte die Frau. Umgekehrt fand das allerdings ständig statt. Unehelich oder ungewollt schwangere Frauen sind Jahrhundertelang reihenweise freiwillig von einer Klippe gesprungen und bringen noch heute ihre Babys heimlich auf Flughafentoiletten zur Welt, weil sie Recht und Gesellschaft fürchten mussten. Ich kenne keine Story, in der ein Mann von christlichen Fundamentalisten auf dem Scheiterhaufen verbrannt, von islamistischen Fundamentalisten geehrenmordet wurde oder lieber den Freitod wählte, weil er eine Frau versehentlich geschwängert hatte. Im Zweifel brannten, starben oder sprangen beide. 

Das ist auch eine gewagte These. Natürlich werden schon massenhaft Männer getötet worden sein, weil sie eine Frau geschwängert haben oder auch nur mit ihr geschlafen haben.

Selbst in der Bibel finden sich Passagen dieser Art: 5 Buch Moses 22:13 ff

23 Wenn ein unberührtes Mädchen mit einem Mann verlobt ist und ein anderer Mann ihr in der Stadt begegnet und sich mit ihr hinlegt,
24 dann sollt ihr beide zum Tor dieser Stadt führen. Ihr sollt sie steinigen und sie sollen sterben, das Mädchen, weil es in der Stadt nicht um Hilfe geschrien hat, und der Mann, weil er sich die Frau eines andern gefügig gemacht hat. Du sollst das Böse aus deiner Mitte wegschaffen.
25 Wenn der Mann dem verlobten Mädchen aber auf freiem Feld begegnet, sie festhält und sich mit ihr hinlegt, dann soll nur der Mann sterben, der bei ihr gelegen hat,
26 dem Mädchen aber sollst du nichts tun. Bei dem Mädchen handelt es sich nicht um ein Verbrechen, auf das der Tod steht; denn dieser Fall ist so zu beurteilen, wie wenn ein Mann einen andern überfällt und ihn tötet.
27 Auf freiem Feld ist er ihr begegnet, das verlobte Mädchen mag um Hilfe geschrien haben, aber es ist kein Helfer dagewesen.

Seine Verteidigungsmöglichkeiten scheinen mir da recht eingeschränkt nach den Vorschriften. Es reicht, dass sie hätte schreien können, auch wenn sie nicht geschrien hat und eben auch, wenn sie nichts dagegen hatte, mit ihm da Sex zu haben.

Es dürften auch genug Hexer verbrannt worden sein, die mittels ihrer Magie oder des Teufels Hilfe eine Frau verführt hatten oder andere Spiele dieser Art.

Wie man in weiteren Passagen der Bibel sieht war die „Strafe“ der Männer mitunter auch schlicht, dass sie diejenige heiraten und damit für immer versorgen mussten. (was auch die Strafe der Frau sein kann aber eben dazu diente, dass diese versorgt ist)

Aber auch ansonsten wurden Männer in vielen Bereichen weitaus schwerer bestraft, Männer durften eher gefoltert werden, eher grausam hingerichtet etc.

Richtig ist natürlich, dass die Jungfräulichkeit der Frau stärker beschützt worden ist als die des Mannes und das eine Schwangerschaft natürlich ein leichter Beweis der nicht mehr Jungfräulichkeit war, welches es bei einem Mann für die Schwängerung nicht gab. Hintergrund ist eben, dass das Prinzip der Vatersicherheit und der alte Grundsatz „Sperm is cheap, eggs are expensive“ mal wieder zuschlagen. Das ist wenig mysteriös, es ist eher schlichte Biologie.

Frauen waren ihren Kindern schon immer faktisch zum Unterhalt verpflichtet, denn sie mussten das geschützte Leben finanziell durchbringen. Die Väter dagegen waren bis weit in das 20. Jahrhundert hinein nur ihren ehelich gezeugten Kindern zum vollen Unterhalt verpflichtet. Mit unehelichen Kindern waren sie rechtlich bis 1970 nicht einmal verwandt! 1 9 7 0 ! Das war keine Diskriminierung von Vätern, sondern sollte sie hauptsächlich vor Ansprüchen der unehelichen Kinder, also vor einem Erbrecht dieses Kindes und vor vollen Unterhaltszahlungen bewahren.

Natürlich kann es auch eine Diskriminierung von Männern sein. Und natürlich schützte es hauptsächlich die Frau und die ehelichen Kinder, denn „den Mann vor einem Erbrecht des Kindes zu bewahren“ verschleiert etwas, dass der Mann dazu sterben musste.

Es beschützte die „Sittlichkeit“ und die Familie und beugte auch einer Reduzierung des Einkommens der Ehefrau vor.

Die Mutter eines unehelichen Kindes sollte für ihre „voraufgegangene, unsittliche Handlung“ bestraft werden.“ – so steht es in den Motiven für den entsprechenden damaligen Paragraphen im BGB. Der deutsche Staat verweigerte der Mutter als Strafe für ihr unverantwortliches Handeln, einfach unverheiratet schwanger zu werden, also unter Anderem einen vollen Unterhaltsanspruch des Kindes. Der Unterhaltsanspruch, den sie tatsächlich hatte, wurde nur bis zum 16. Geburtstag des Kindes gezahlt und zudem in der Höhe lustigerweise nicht danach bemessen, wie reich oder arm der Vater war, sondern wie die originäre Vermögenssituation der Mutter aussah.

Interessant, dass sie das als Beeinträchtigung sieht: Warum sollte sie mehr Geld für die Betreuung des Kindes bekommen, wenn der Vater besonders reich war? Sie baut nichts mit ihm gemeinsam auf wie es in der Ehe sein soll. Die Idee, dass man ihr ihren Verdienstausfall ersetzt scheint da ja durchaus nicht fernliegend.

Da freilich uneheliche Kinder mit dem Hausmädchen der Normalfall und mit der reichen Industrieerbin eher die Ausnahme waren, sieht man auch hier schön, wieviel Wert dem „geschützten Leben“ im Bauch einer ungewollt schwangeren Frau schon immer zukam. Aber damit nicht genug, nicht mal das Sorgerecht hatte die Mutter des unehelichen Kindes. Das Sorgerecht für dieses Kind wurde zwar nicht dem Vater, aber stattdessen automatisch auf einen Amtsvormund übertragen. Nur ausnahmsweise und „auf Antrag“, der sorgfältig vom Gericht geprüft wurde, durfte der Mutter eines unehelichen Kindes ab 1961 ein Elternrecht zugestanden werden. Sie hatte schließlich eindrucksvoll bewiesen, keine besonders verlässliche Person zu sein, da muss man die Kinder vor ihrem Einfluss schützen.  Das wurde erst 1970 nach unfassbaren Querelen geändert, uneheliche Kinder als „mit dem Vater verwandt“ erklärt und damit ein Unterhaltsanspruch und ein Erbrecht manifestiert. Die Väterrechtler von damals nannten sich übrigens „Verband der Unterhaltsverpflichteten für uneheliche Kinder in der BRD“ und kommentierten diese Verpflichtung mit dem Ergebnis des „größten Schieber- und Hurenstaates, der jemals auf deutschem Boden bestanden hat.“ Soviel zum schützenswerten Leben und um was es eigentlich geht: Geld.

Und da reitet sie so auf den Männern rum, dabei erkennt man da ja ganz gut, dass diese eigentlich in diesem Bereich ein eigenes Interesse an einer Abtreibungsmöglichkeit der Frau haben und nicht etwa der Feind sind, sondern weit eher Verbündete der abtreibenden Frau. Das scheint der Juramama aber irgendwie unvorstellbar: Sie baut eine feindliche Linie auf, Männer gegen Frauen. Männer versagen der Frauen Rechte, einfach weil sie Angst vor deren Gebährfähigkeit haben. Männer halten Frauen zurück. Frauen sind benachteiligt.

Eine interessante Form der Benachteiligung, bei der man mehr Rechte und mehr Einfluss auf den Vorgang hat als der Andere.

 

 

 

119 Gedanken zu “Juramama „Es gibt kein einziges Gesetz in Deutschland, das exklusiv in den Körper von Männern eingreift.“

  1. Ein paar Anmerkungen:
    1. Dass das Leben des ungeborenen Kindes in dieser Argumentationslinie ignoriert wird und lediglich als eine Art Fortsatz der Mutter betrachtet wird, empfinde ich in seiner Empathielosigkeit und Egozentrik als sehr entlarvend.
    Die Kernfrage bei der Abtreibung ist doch „Wann beginnt menschliches Leben?“ und nicht „gehört das mir also kann das weg wenn ich es will.“ Ein Mensch gehört nicht der Mutter, sondern sich selbst.
    2. Diese Diskussion ist mal wieser typisch für den amerikanisierten Feminismus, denn wir sind hier mit unserer Gesetzgebung doch recht offen. Auch wenn das Werbeverbot und seine Konsequenzen diskutabel sind.
    3. Die Eizellenspende ist tatsächlich gar nicht so wild. In der Reproduktionsmedizin werden ja Eizellen auf Vorrat gemacht und eingefroren. Diese werden dann weggeworfen, falls nicht mehr gebraucht. Sie einer anderen Frau mit Kinderwunsch einzupflanzen, wäre nicht so das Problem, sondern ist Standard in der Reproduktionsmedizin.

    • Entschuldigung für den Doppelpost, aber in der Argumentationslinie möchte ich noch auf folgendes Szenario hinweisen:
      Impfgegnerin verweigert Sohn Impfung gegen Mumps. Sohn bekommt Mumps und wird unfruchtbar.

      Stark vergleichbar. Quasi eine fahrlässige Sterilisation des Jungen.

      • Nein, keine fahrlässige Sterilisation des Jungen. Ein Kind, das beim Sport/Spiel verunglückt, ist ja auch nicht fahrlässige Tötung.
        Im Gegenteil sind die (sogar mitunter tödlichen) „Nebenwirkungen“, die Impfungen hervorrufen können, fahrlässige Tötung oder gefährliche Körperverletzung mit Todesfolge.

  2. „Es gibt kein einziges Gesetz in Deutschland, das exklusiv in den Körper von Männern eingreift.“

    Wollte ich gerade im Originalartikel kommentieren bis mir aufgefallen ist: habe ich im Dezember ja schon.

    Mal ganz einfach gefragt:
    Was macht diese Frau eigentlich beruflich in ihrer Kanzlei, dass sie § 1631d BGB nicht kennt?

    • Oder die Möglichkeit zur chem. Kastration pädokrimineller pädophiler Männer. Ich find’s gerechtfertigt — genauso wie unsere (grenzwertig lasche) Abtreibungsgesetzeslage.

  3. Irgendwie ist dieser Feminismus wie eine Krankheit, die das Hirn angreift. Warum sind die Feministinnen unfähig zu verstehen, dass da in ihrem Bauch eine neuer Mensch nesteht, der seinerseits Rechte hat? Das ist nichts, was man einfach wegschneiden kann wie eine Warze oder zu lange Fingernägel.

    Der einzig zu diskutierende Punkt ist, ab wann dem Fötus Rechte zukommen, aber diese Diskussion will man nicht führen, weil sie zu einer Einschränkung der Rechte der Mutter führt, und Feministinnen haben bekanntlich ein Recht auf alles, was sie haben wollen.

    In sofern ist es schon konsequent, nicht etwa ein liberaleres Abtreibungsrecht zu fordern, sondern die völlige Streichung des Paragraphen. Frauen sind ja die Guten und würden niemals etwas schlechtes tun, also auch keine Spätabtreibung vornehmen.

    • Es ist der Hass, der ihr Hirn, ihre Logik und die Empathie auffrist.
      Als „Emanzipation“ sehen die Feministinnen dann das Schwelgen in Hassorgien, in denen sie sich über andere stellen und diese auf Teufel komm heraus versuchen zu demütigen. Dazu dienen ihnen dann die absurdesten Vorwürfe, wie sie hier mal wieder formuliert wurden.

        • Was sollen dann die sinnlosen und unlogischen Angriffe auf andere? Eine einfache Egozentrik sieht doch nur sich selbst (per definitionem). Wenn diese Egozentrik aber zu Narzissmus ausgeufert ist, dann muss eine Narzisstin auch das andere schlecht machen und der Hass wird dann ganz schnell zum Selbstzweck, wie so häufig im Feminismus und bei dieser „Juramama“.

        • @Thorben Meyer:

          Man kann bei einer Schwangerschaft aber nicht den eigenen Körper vom ungeborenen Leben trennen. Ich kann nicht nur für das „Recht auf den eigenen Bauch“ sein, weil dieses Recht während einer Schwangerschaft immer mit dem Fötus darin kollidiert. Wie man diese Kollision auflöst ist bekanntlich umstritten, aber es ist nicht möglich, einfach nur „für das Recht am eigenen Körper“ zu sein.

    • @El_Mocho

      Frauen nehmen vor allem keine Abtreibung vor, sondern sie veranlassen andere Menschen, diese Abtreibung vorzunehmen.
      Der Narzissmus beginnt m.E. dort, wo die Autorin ihre Moral schlicht als allgemeine Moral setzt.

      Weil sie sich weigert anzuerkennen, dass sich ein eigenständiges Lebewesen in ihr entwickelt, welches ab einem bestimmten Entwicklungsstadium eigene Rechte besitzen könnte, müssen alle anderen Menschen genau diese, ihre Perspektive einnehmen.
      Sie verlangt ja faktisch, dass ein Kind auch in einem Entwicklungsstadium einer Frühgeburt abgetrieben werden kann – was wenigstens Tod auf ihr Verlangen ist.
      Natürlich ist sie zu feige, das klar zu benennen.

      Dass Ärzte, ihren eigenen moralischen und ethischen Prinzipien folgend, einen enormen Aufwand betreiben, um bspw. das Leben von Frühgeborenen zu retten, ist aus ihrer Perspektive völlig zweitrangig.
      Aus ihrer Perspektive kann es keine Kollision moralischer und ethischer Perspektiven geben, denn aus ihrer Sicht sind diese Ärzte keine Menschen, sondern bloße Werkzeuge.

      Dieses Recht, andere Menschen als reine Exekutoren ihrer Wunschvorstellungen zu sehen, leitet sie wiederum aus dem individuellen Besitz am Kind ab, demgegenüber alle anderen Rechte und moralische Erwägungen aller anderen Menschen zurückzutreten haben.

      Ich glaube ja, bei diesem Vaginamonolog über die ganz besonderen Rechte von Frauen, die sich allein aus ihrer Biologie ableiten lassen sollen, kommt der Feminin-ismus im Feminismus besonders klar zur Geltung.

      • „Aus ihrer Perspektive kann es keine Kollision moralischer und ethischer Perspektiven geben, denn aus ihrer Sicht sind diese Ärzte keine Menschen, sondern bloße Werkzeuge.“

        Während es zweifellos richtig ist, dass Feministinnen andere – insbesondere Männer – nicht als Menschen, sondern als zu-funktionierende-Einheiten ansehen, ist das nicht auf Feministinnen beschränkt. Ich hatte im letzten halben Jahr viel mit Handwerkern zu tun und die gaben mir quasi alle das Feedback, wie erfrischend es ist, von mir als Menschen gesehen zu werden und dafür respektiert zu werden, dass sie in ihrer Situation, jede Woche genug Aufträge für 80 Stunden Arbeit zu haben, den besten Kompromiss erreichen zu wollen.
        Diese Art von Respekt ist anscheinend in Deutschland selten geworden. Handwerker sind im Kopf des normalen Kunden Funktionseinheiten, und weniger als perfekte Leistung zeugt von fehlerhaften Einheiten, die reklamiert gehören.

        Man kann sich natürlich darüber streiten, ob diese Respektlosigkeit bei Frauen mehr als bei Männern grassiert und dann nochmal, ob Feministinnen auch unter den Frauen noch besonders hervorstechen.

        So oder so folgt das „menschliche Werkzeug“ nicht aus dem moralischen Solipsismus. Wenn frau es für vollkommen ausgeschlossen hält, dass es eine andere Einschätzung der Lage als „moralisch richtig“ geben könnte als ihre, dann ist es ja gerade der menschliche Arzt, der mit Freuden ihre moralisch richtige Entscheidung mit tragen würde.

          • @El_Mocho

            Ja, und man stelle sich einen Unternehmer vor, der sagt: „Was ich mit meinem Besitz und meinen sprechenden Werkzeugen mache, geht nur mich etwas an, da hat mir niemand reinzureden! Und genau so einen Staat will ich; der nämlich diese, meine Perspektive gegen alle anderen Bürger vertritt und durchsetzt! Jedes Wiederwort ist übrigens der pure Hass gegen Unternehmer und muss betraft werden.“

            Ich glaube, der Faschismusvorwurf wäre nicht weit weg…

      • @ crumar

        Ja, da hatte auch Lucas Schoppe schon so manches drüber geschrieben über diese „Fähigkeit“, jede andere Position als die eigene auszublenden oder rundweg als illegitim abzutun. Ärzte und Krankenschwestern, die, vor allem nach dem gewünschten Wegfall von Fristsetzungen, quasi fertige kleine Menschen aus dem Mutterleib entfernen sollen; was in denen so vor sich geht spielt keine Rolle. Die sollen sich mal nicht so anstellen. Und Menschen, die auch nur den leichtesten Reflex verspüren, sich darüber Gedanken zu machen, ab wann menschliches Leben als solches zu werten ist, sei es aus religiösen, ethischen oder einfach nur juristischen Gesichtspunkten, sind eh alle durch die Bank nur Frauenhasser. Dass auch dies alles Sichtweisen sind, die in einer demokratischen Gesellschaftsordnung schlicht und ergreifend toleriert und beachtet werden müssen, gilt nicht, wenn es um irgendwas mit Frauenrechten geht.

        Das Pikante an der Sache mit diesem, wie Christian sehr gut aufgedröselt hat, teilweise an Engstirnigkeit und Denkverweigerung kaum noch zu überbietendem Pamphlet ist ja, dass das, zumindest mutmaßlich, von einer Juristin stammt. Aber gleichermaßen ist dies nicht überraschend, wenn man sich mal anhört, was für unfassbaren Rotz Damen vom „Juristinnenbund“ regelmäßig absondern. Da wird auch die Auslegung z. B. von ein und demselben Grundgesetzesartikel permanent dem angepasst, wie es speziell Frauen am besten zum Vorteil gereicht. Da verstoßen dann auf einmal geschlechtsneutral abgefasste Paritätsregelungen, die man zuvor noch selbst ganz toll fand, gegen das Grundgesetz, sobald sie in irgendeinem Bereich zur Bevorzugung von Männern führen. Für mich ein Musterbeispiel, wie Ideologie das Hirn aussaugen kann. Da werden Sachen, die man sich mühevoll über Jahre angeeignet hat, mal eben vollends über Bord geworfen und durch Stumpfsinn und Egozentrismus ersetzt. Und das Schlimmste daran: solche Personen werden als Anwälte, Rechtssachverständige und eventuell sogar Richter auf die Menschheit losgelassen.

        • @Billy

          Ich glaube, wir sind seeehr prinzipiell einer Meinung. 😉

          „Für mich ein Musterbeispiel, wie Ideologie das Hirn aussaugen kann. Da werden Sachen, die man sich mühevoll über Jahre angeeignet hat, mal eben vollends über Bord geworfen und durch Stumpfsinn und Egozentrismus ersetzt.“

          Ich glaube nicht, dass es sich hier „nur“ um feministische Ideologie handelt.
          Hier artikuliert sich m.E. ein gynozentrischer Narzissmus, der schon früher existiert hat und zu dem der bürgerliche Feminismus logisch kompatibel ist.
          Dass sie bspw. aus der generativen Potenz der Frau ein umfassendes Besitzrecht am Kind ableitet, das hat ihnen nicht der Feminismus beibringen müssen. Diese Überzeugung hatten sie bereits vorher.
          Historisch war dies jedoch nicht schon immer so, sondern es wurde früher juristisch so geregelt, dass die Kinder automatisch zum Mann gehören.

          „Aber gleichermaßen ist dies nicht überraschend, wenn man sich mal anhört, was für unfassbaren Rotz Damen vom „Juristinnenbund“ regelmäßig absondern.“

          Ja. Bei den dort geäußerten Vorstellungen für ein ganz, ganz, ganz neues Sexualstrafrecht kamen sie auch auf die putzige Idee, das Alter für konsensuelle Sexualität auf 18 festzulegen.
          Ade Jugendsexualität – der Muff von 1000 Jahren…

          Falls sich das durchsetzen sollte, würde ich übrigens allen Männern schon einmal raten, die erste oder damalige Freundin wegen Vergewaltigung anzuzeigen.
          Man weiß ja nie, wie die Verjährungsfristen aussehen werden, nicht wahr.
          Wer zuerst anzeigt, hat jedenfalls gewonnen! 🙂

          • Interessant finde ich in dem Zusammenhang, sowohl im Familien-und Freundeskreis als auch online, die Entrüstung und moralische Empörung, wenn man sich für die Möglichkeit einer Opt-Out-Regelung für zwangsgevaterte Männer ausspricht. Wo vorher noch alle Dämme hinsichtlich §218 ff. gebrochen werden sollten, herrscht plötzlich große Sorge ums Kindeswohl.

          • @Radaffe

            Ja, weil im Bewusstsein der bürgerlich/kleinbürgerlichen Frau keine Konstellation vorstellbar ist, in dem das, was ausschließlich sie will, auch tatsächlich nur von ihr zu verantworten und zu bezahlen ist.
            Frauen haben weiterhin keine individuellen Nachteile, die durch individuelle Entscheidungen herbeigeführt worden sind, sondern sie wurden und werden gesellschaftlich benachteiligt.

            So hört sich das an in den Worten von Juramama:
            „Der Unterhaltsanspruch, den sie (Anm. die uneheliche Mutter) tatsächlich hatte, wurde nur bis zum 16. Geburtstag des Kindes gezahlt und zudem in der Höhe lustigerweise nicht danach bemessen, wie reich oder arm der Vater war, sondern wie die originäre Vermögenssituation der Mutter aussah.“

            Wie kann man nur den Unterhaltsanspruch der Frau daran bemessen, was sie selbst an Einkommenseinbußen durch ein Kind qua eigener Erwerbsarbeit hinzunehmen hätte?
            Das ist völlig unvorstellbar.
            Weil der Rechtsanspruch auf Teilhabe am Einkommen des Vaters wg. Vagina völlig offensichtlich für sie ist.
            Es ist klar wie Kloßbrühe, die materielle Versorgung ihres Kindes orientiert sich nicht an ihrem – jemals zu erzielendem – Erwerbseinkommen, sondern an seinem.
            Oder anders herum: Dass die Kostenseite des Kindes nicht ihr Ding ist, ist ihre Grundeinstellung, ihr default.
            Jede andere Einstellung ist natürlich Frauenhass.

      • @ Crumar&El_Mocho:
        „was wenigstens Tod auf ihr Verlangen ist.“
        Allerdings auf Verlangen Dritter, das gilt es im Kinterhopf zu behalten, denke ich.
        Nebenbei habe ich mich beim Lesen des Eingangsposts immer wieder und immer deutlicher gefragt, wieso dieses Individuum sich nun ausgerechnet „Juramama“ nennen mag. Kann es sein, daß die sich wirklich irgendwann mal in einer akademischen Schwatzbude für Juristik herumgetrieben hat? Und falls ja, warum wurde dieser Studiengang nicht abgeschafft und durch einen komplett neuen, sagen wir mal „Recht, Gesetz und richterliches Geschwafel für Anfänger und Weggelaufene“ ersetzt? Wo man dann erstmal ein paar Grundlagen und relevante Unterscheidungen im kinderpädagogisch kompatiblen Format beigebracht und mit entsprechenden Übungen versehen angeboten bekommt, so daß man nach erfolgreichem Abschluss dann für den weiteren Studiengang „Praktische Juristik“ zugelassen werden kann. Voraussetzung für beides wäre Teilnahme/Prüfung im am/im Förderkurs „Was ist eigentlich common sense?“.

        Oder anders gefragt: Aus welchen beschützenden Werkstätten ist die ausgebrochen?
        Oder: Sollte die medizinische Forschung mal ein Projekt starten: „Welche Erregerarten können Feminismus verursachen und wie sind sie zu behandeln?“

        Ich habe ja nun schon von jeder Menge durchgeballerter sog. Juristen gehört gelesen und auch solche in der Praxis erlebt, aber dieses etwas übertrifft alles, was mir bis jetzt vor die Sensorik geeiert ist.
        Inhaltlich too much to list, da kann es doch nur noch um die zukünftige Zurückdrängung und präventive Abwehr gehen.
        I’m shocked!

        Und das betrifft „nur“ die akademischen und juristischen Aspekte. Über den Zusatz „-mama“ mag ich da noch nicht anfangen nachzudenken!

        • Sie ist Rechtsanwältin…

          Und übrigens auch Mutter. Ich glaube, ich habe sie heute oder vor einigen Tagen im TV gesehen, zum Thema Abtreibung.

      • …was wenigstens Tod auf ihr Verlangen ist.

        Nein, ist es nicht. Es ist Tötung auf Verlangen. Tod klingt in diesem Zusammenhang viel zu passiv, also ob das Sterben einfach so passieren würde bzw. zugelassen werden würde.
        Das wird es aber nicht – es wird aktiv gehandelt, um ein beginnendes menschliches Leben zu beseitigen.
        Wobei „beginnendes menschliches Leben“ eigentlich auch wieder falsch formuliert ist. Denn es ist ja bereits ein lebender Organismus entstanden, der in jedem Fall menschlich ist.

    • Naja. Eben da findet ja die qualifizierte Debatte statt „Was ist ein Mensch und ab wann beginnt das Mensch sein?“.

      Und da gibt es ja durchaus unterschiedliche Interpretationen der Sachlage.

      • Hier stoßen zwei Positionen aufeinander. Einmal die feministische „Mein Bauch gehört mir“, die die Rechte des werdenden Menschen ignoriert, und auf der anderen Seite die abtreibungskritische (am klarsten vertreten von der katholischen Kirche) „Abtreibung ist Mord“. Nach dieser ist bereits die Zygote von Ei- und Samenzelle ein Mensch, da aus ihr ein Mensch werden kann, und die Mutter hat hier keinerlei Rechte dem Fötus gegenüber.

        Beide sind erkennbar unvereinbar miteinander, und es ergeben sich hier schwierige moralphilosophische Fragen.

        Ich niege zu einer utilitaristischen Auffassung, nach der die Schmerzempfindlichkeit des Fötus als Kriterium für die Legitimität einer Abtreibung genutzt werden sollte.

        • Deshalb sind Recht und Biologie bei Femis so verhasst. Denn deren Definition kommt bei größtmöglicher Objektivität immer darauf zurück, daß streng genommen vom Individuum ausgegangen werden muß, spätestens nach der ersten Teilung nach Fusion von Ovum und Spermium. Weshalb es also lediglich um den faulstmöglichen Kompromiß gehen kann, was ich insofern auch für den vernünftigsten Ansatz halte, da es die Bandbreite der zu beachtenden Aspekt am weitesten ausdehnt ( bspw. medizinische und soziale Indikation, in Abwägung zu rechtlicher o. gesetzlicher und richterlicher Interpretierbarkeit. Nebenbei vermute ich, daß ich da mit den Überlegungen der zuständigen Leute gegen Ende des letzten Jahrtausends ziemlich umfassend übereinstimme.

        • Nach dieser ist bereits die Zygote von Ei- und Samenzelle ein Mensch, da aus ihr ein Mensch werden kann

          Ein vollständig entwickelter Mensch werden wird.
          Es wäre mir neu, dass eine Frau schon mal ein Schwein ausgetragen hat, weil Ei- oder Samenzelle es sich kurz vorher noch mal überlegt haben.

          • Nun ja. „Kann“ in dem Sinne, dass auch nach der Vereinigung eine Fehlgeburt stattfinden kann. Was nach seriösen Schätzungen bei 60% der Empfängnisse passiert. Bei der Hälfte der Empfängnisse bemerkt die Frau nicht einmal, dass sie im Begriff war, schwanger zu werden/sein. die restlichen 10% sind die 20% der bemerkten Schangerschaften, die zur Fehlgeburt führen.

    • Naja, Föten sind nicht in dem selben Sinne Mensch wie jemand dreißigjähriges. Das sollte man auch im Kopf behalten.

      Dass Feministinnen auch fordern, dass Frauen ungestraft ihren Gatten umbringen dürfen, ist daher noch mal eine andere Nummer.

      • Nuja, ich kann im selben Gustus auch argumentieren, dass ein 70 jähriger Komapatient, der nie mehr aufwachen wird aufgrund was weiß ich welcher schäden, auch nicht mehr im selben Sinn Mensch ist wie ein gesunder 30 Jähriger.
        Sollen wir dieses Fass wirklich aufmachen?

        • Nicht „wir“ im Sinne jetzt und hier, aber Sterbehilfe ist ein Fass, das durchaus geöffnet gehört.

          Zu wieviel Aufwand und Opfern sind Menschen verpflichtet, um einen anderen Menschen am Leben zu erhalten, der prinzipiell nicht alleine lebensfähig ist? Wie lautet die Antwort, wenn es ausgeschlossen ist, dass sich an dem Zustand was ändert?

          Das sind ebenso wie die Frage um die Abtreibung KEINE Fragen mit einer einfachen Antwort.

          Wenn du meinst, du hättest eine einfache und klare Antwort, liegst du falsch.

          • @only me

            „Nicht „wir“ im Sinne jetzt und hier, aber Sterbehilfe ist ein Fass, das durchaus geöffnet gehört.“

            Ja, da wäre ich durchaus auch für eine Legalisierung. Natürlich müsste man das vernünftig ausgestalten. die Niederlande haben da glaube ich eine Lösung. Kennt die jemand?

          • „Das sind ebenso wie die Frage um die Abtreibung KEINE Fragen mit einer einfachen Antwort.

            Wenn du meinst, du hättest eine einfache und klare Antwort, liegst du falsch.“

            Das sollte quasi zum „Naturgesetz“ erhoben werden! Differenzierungsunfähigkeit als Ausschlussgrund in der institutionellen Praxis. Wer bei komplexen Fagen einfache – binäre gar – Antworten hat, darf höchsten Formblätter, bspw. zur Erteilung von KFZ-Nummernschildern, nach klar definierten Vorgaben ausfüllen!

          • @fiete:

            Wer bei komplexen Fagen einfache – binäre gar – Antworten hat, darf höchsten Formblätter, bspw. zur Erteilung von KFZ-Nummernschildern, nach klar definierten Vorgaben ausfüllen!

            YMMD! 😀
            Ich unterstütze diesen Vorschlag voll und ganz!

          • „Ja, da wäre ich durchaus auch für eine Legalisierung. Natürlich müsste man das vernünftig ausgestalten. die Niederlande haben da glaube ich eine Lösung. Kennt die jemand?“

            wiki hat dazu natürlich was: https://de.wikipedia.org/wiki/Sterbehilfegesetz_(Niederlande)

            Ich fand den Beitrag hier gerade in Gänze lesenswert:
            https://www.zeit.de/2018/08/aktive-sterbehilfe-niederlande-selbstbestimmung-kritik/komplettansicht

            Und dann in Auszügen:
            „156 junge Erwachsene baten die Levenseindekliniek 2017 um Sterbehilfe, ein Anstieg von 63 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Sieben von ihnen bekamen von der Organisation tatsächlich auch Sterbehilfe, während diese 2016 lediglich in zwei Fällen geleistet wurde. …

            Es gab dabei im letzten Jahr in den Niederlanden viel Aufmerksamkeit für junge Erwachsene, die ihr Leben beenden wollen. So bekam Ende Januar eine 29-jährige Niederländerin, die unter psychischen Problemen litt, Sterbehilfe von der Levenseindekliniek. Dabei ließ sie sich von niederländischen Fernsehsender RTL Nieuws in den Wochen vor der Sterbehilfe begleiten und filmen, um das Tabu, das auf Sterbehilfe für Patienten mit psychischen Problemen liegt, zu durchbrechen. Schon vorher hat sie ihren Wunsch, Sterbehilfe zu erhalten, offen im Internet mitgeteilt und erntete dafür sowohl viel Unterstützung als auch Kritik. In einer Petition wurden rund 10.000 Unterschriften gesammelt, um sie von der Sterbehilfe abzuhalten. …

            Nach dem Tod einer 19-Jährigen aus Uden (Provinz Nordbrabant), die nach Missbrauch an einer posttraumatischen Stressstörung litt und sich mit einem Mittel, das sie im Internet kaufte, ums Leben brachte, flammte eine hitzige Diskussion über Jugendliche und junge Erwachsene auf, die ihr Leben beenden wollen, aber keinen Arzt aufsuchen.

            Ihre Eltern protestierten daraufhin in Interviews gegen den einfachen Zugang zu tödlichen Mitteln im Internet. Sie gaben der Organisation Coöperatie Laatste Wil (CLW, deutsch „Kooperation Letzter Wille“) Schuld, da diese die Verfügbarkeit solcher Mittel öffentlich bekannt gemacht habe. Die CLW verkündete im September letzten Jahres, dass sie ein legal käufliches Mittel unter ihren Mitgliedern austeilen wolle, sodass diese ihr Leben „human“ beenden könnten.

            Mittlerweile hat die CLW das Verbreiten dieses Mittels gestoppt. Die Generalstaatsanwaltschaft drohte, die „Käufer“ dieses Mittels zu verfolgen“

            https://www.uni-muenster.de/NiederlandeNet/aktuelles/archiv/2018/0503Sterbehilfe.html

            Wäre ich nicht ohnehin schon gegen aktive Sterbehilfe eingestellt, erschiene mir das niederländische Beispiel wohl als sehr abschreckend.

          • „Nicht „wir“ im Sinne jetzt und hier, aber Sterbehilfe ist ein Fass, das durchaus geöffnet gehört.“

            Grundsätzlich Zustimmung.
            Es ist aber keine einfache Diskussion. Worauf ich aufmerksam machen wollte, dass hier durchaus die selben oder vergleichbare Argumente eine Rolle spielen werden.

            @Chris
            „Ja, da wäre ich durchaus auch für eine Legalisierung. Natürlich müsste man das vernünftig ausgestalten.“

            In Deutschland ist die Diskussion immer noch durch die Euthanasie-Programme der Nazis belastet. Grundsätzlich ist das auch tatsächlich ein Problem, sobald man mit sowas anfängt: Wer bestimmt die Grenze, und wird sich die Grenze vielleicht schleichend verschieben, wenn man mal angefangen hat, Lebenswertes- und Unwertes Leben zu klassifizieren?
            Was sind die Missbrauchsmöglichkeiten? Und wenn es in dem Bereich um Missbrauch geht, kostet er eben Menschenleben.

            „Zu wieviel Aufwand und Opfern sind Menschen verpflichtet, um einen anderen Menschen am Leben zu erhalten, der prinzipiell nicht alleine lebensfähig ist? Wie lautet die Antwort, wenn es ausgeschlossen ist, dass sich an dem Zustand was ändert?“

            „prinzipiell nicht alleine Lebensfähig“ war z.B. Stephen Hawking die letzten Jahrzehnte seines Lebens nicht mehr. Der Aufwand, den man mit ihm und für ihn betrieben hat, war ganz beträchtlich, es war immer klar, dass sich da nichts mehr bessert, sondern es nur immer schlechter wird.
            Er war allerdings bei Bewusstsein und wollte definitv leben.
            Du wolltest einen solchen Fall sicher nicht gemeint haben, aber du merkst, wie schnell man da mit Begriffen wie „nicht alleine Lebensfähig“ aufs Glatteis geraten kann.

            Wenn man den zusätzlichen Fall der Bewustlosigkeit hinzunimmt, also den Fall, wo der Betroffene seinen Willen selbst nicht mehr äußern kann:

            Der gehört tatsächlich zu den „einfacheren“ Fragen in dem Bereich.
            Um da für dich selbst, also den Umgang mit dir in einem solchen Fall Klarheit zu verschaffen, solltest du eine Patientenverfügung hinterlegen.
            https://de.wikipedia.org/wiki/Patientenverf%C3%BCgung
            Hast du schon eine?
            Mit Patientenverfügung ist das grundsätzlich handhabbar. Problematisch wird die Frage, wenn eine solche nicht vorliegt.

            „Das sind ebenso wie die Frage um die Abtreibung KEINE Fragen mit einer einfachen Antwort.

            Wenn du meinst, du hättest eine einfache und klare Antwort, liegst du falsch.“

            Glaubst du denn, du hättest welche?
            Liegt die einfache Antwort in der Legalisierung, wie Chrisitan andeutet?

            Ist die Niederländische Lösung eine gute?
            Die Kritik daran, auch nach Einführung und praktischer Erfahrung damit, finde ich durchaus substantiell.
            Die von Semikolon verlinkten (nur weil sie von Semikolon sind, sind sie noch lange nicht verkehrt) Artikel klingen nach einer Art Einführung von Suizid auf Krankenschein.
            Anstatt zu behandeln, dürfen sich die Patienten gepflegt auf Anforderung umbringen lassen.
            Soll ich das einen guten Weg finden?
            Ich finde das ist eine „einfache Lösung“.
            Zu dieser Niederländischen „einfachen Lösung“ hab ich mindestens Fragezeichen.
            Ich weiß nicht, ob ich das mitsamt den Begleiterscheinungen so für uns haben will. Ich denke eher nicht, bin aber nicht sicher.

            Was müsste am Niederländischen System geändert werden?
            Weiß ich auch nicht.

            Eins weiß ich aber:
            Bei der Niederländischen Lösung spielt weder die Frage eine Rolle, ob das „im selben Sinne ein Mensch“ sei, noch die Frage, ob er „alleine Lebensfähig“ ist. Lediglich der Umstand, dass „der Zustand des Patienten aussichtslos“ sei wird erwähnt, was ich mal mit „keine veränderung bzw. Verbesserung zu erwarten“ in übereinstimmung sehe.

            Diese Aspekte finden sich aus gutem Grund nicht in dem Gesetz, und aus gutem Grund sind sie in Deutschland über Patientenverfügungen geregelt, die eine bewusste Entscheidung des Patienten zu einem Zeitpunkt erfordern, in dem diese noch möglich ist. Die niederländische Regelung konzentriert sich ebenfalls auf die freiwillige Entscheidung des Betroffenen. Das niederländische Gesetz hat auf die von dir vorgebrachten Fälle überhaupt keine Lösung, die sind nicht von diesem Gesetz erfasst.

            Denn genau solche Entscheidungen darüber, ob „etwas“ noch „im selben sinne Mensch“ sei und „alleine Lebensfähig“ sei, geht in der Tendenz in Richtung von Euthanasie-Programmen, wenn dabei der Wille der Betroffenen nicht mehr eingeholt wird, sondern „über“ sie entschieden wird.
            Denn genau an der Linie verläuft die Entscheidung zu „Lebensunwertem Leben“, und genau dehalb und genau an der Grenzlinie wird es immer problematisch.

          • „Wer bestimmt die Grenze, und wird sich die Grenze vielleicht schleichend verschieben, wenn man mal angefangen hat, Lebenswertes- und Unwertes Leben zu klassifizieren?“

            Zunächst einmal bei Geschäftsfähigkeit derjenige, der Sterben will. Ansonsten soll jeder in einer (notariellen) Patientenverfügung jemanden bestimmen können, der es entscheidet (ggfs unter Bedingungen wie starke zum Tode führende Erkrankung mit Schmerzen)

          • „Geschäftsfähigkeit“ ist ein interessantes Kriterium.
            Volle Geschäftsfähigkeit hat man in D ab 18 Jahren.
            https://de.wikipedia.org/wiki/Gesch%C3%A4ftsf%C3%A4higkeit_(Deutschland)

            Ich habe meine Schwierigkeiten damit, wenn Junge Leute mit 18 Jahren wegen psychischer Probleme Sterbehilfe in Anspruch nehmen wollen, wie das offenbar in den Niederlanden gerade zunimmt.
            Die Frage nach der minderung der Geschäftsfähigkeit wegen psychischer Beeinträchtigung sollte jedenfalls stärker gewichtet werden, als das offenbar in den Niederlanden der Fall zu sein scheint.
            https://de.wikipedia.org/wiki/Gesch%C3%A4ftsf%C3%A4higkeit_(Deutschland)#Gesch%C3%A4ftsunf%C3%A4higkeit_wegen_psychischer_Beeintr%C3%A4chtigung

            Ansonsten: gibt es Patientenverfügungen ja bereits.
            Die Leute müssten die Möglichkeit aber auch nutzen, eine zu schreiben.

          • „Ich habe meine Schwierigkeiten damit, wenn Junge Leute mit 18 Jahren wegen psychischer Probleme Sterbehilfe in Anspruch nehmen wollen, wie das offenbar in den Niederlanden gerade zunimmt.“

            psychische Probleme können ja auch gegen die Geschäftsfähigkeit sprechen. Das ist dann ein krankheitsbedingter Sterbewunsch (zB Depression). Da würde ich als Sterbehelfer sehr vorsichtig sein.

          • Du teilst also meine Bedenken mit dem Norwegischen Modell, das genau diese bahn grade fährt?

            Das Gesetz selbst sagt dazu wenig aus, aber dennoch hat es in der Praxis genau diese Richtung genommen.
            Wie kann man verhindern, dass ein solches Gesetz sich in eine Richtung verselbständigt, an die man nicht genug gedacht hat?

            Wie man sieht, sind das in den Niederlanden mit den jungen psychisch kranken und den alten dementen mindestens zwei sehr unterschiedliche Zweige, in denen das mMn aus dem Ruder läuft.

          • @maddesacht

            „Wie kann man verhindern, dass ein solches Gesetz sich in eine Richtung verselbständigt, an die man nicht genug gedacht hat?“

            Mir würde jetzt erst einmal einfallen, dass die Sterbehilfe bei Leuten ohne tödliche oder bald tödliche Krankheit eine besonderen Prüfung auf Geschäftsfähigkeit bedarf, die eine Gesamtabwägung der Gründe vornehmen muss. ggfs dann mit Genehmigung der weiteren Behörde.
            Wobei das eine interessante Frage ist: Springen solche Leute nicht eher irgendwo runter oder nehmen eine Überdosis pillen als sich dann an einen Sterbehelfer zu wenden?

          • Wer sind „solche Leute“?
            Ich nehme an du redest von den psychisch kranken.
            Mit vorbehalt jain.

            Ich nehm mal Bezug auf den bemerkenswerten Fall, dass Antidepressiva immer mal wieder im Verdacht stehen, suizid zu fördern.
            Wie kommt das?
            Eine Erklärung, die zumindest einen Teil davon erklären könnte, geht so:
            Der tiefste Punkt in einer Depression ist nicht dort, wo sich Leute umbringen.
            Es geht noch viel tiefer runter.
            Leute sind dann nicht mehr in der Lage, sich selbst umzubringen.
            Sie bekommen entschlüsse nicht mehr umgesetzt.
            Sie werden immer handlungsunfähiger.
            Die Behandlung mit Antidepressiva bringt dann zwar erst mal eine Verbesserunng – aber wenns dumm läuft, kehrt zuerst die Handlungsfähigkeit wieder, die sie in die Lage versetzt, sich selbst umzubringen, bevor es ihnen gut genug geht, sich nicht mehr umbringen zu wollen.
            „bring du mich um, ich kann’s nicht“ dürfte bei solchen Fällen von beantragter Sterbehilfe durchaus eine Rolle spielen.
            Abgesehen davon, dass da ein Gesetz einen sozialverträglichen Rahmen bereitstellt, bei dem man sich weniger verantwortlich für das Leid Hinterbliebener fühlen muss.

          • „Wer sind „solche Leute“?
            Ich nehme an du redest von den psychisch kranken.“

            Eine Selbsttötung einfach so nimmt ja nun auch keiner vor. Wobei es eben auch das gute Recht eines jeden ist, dass zu machen (Selbstmord ist ja nicht strafbar). Und nur bei den Kranken wäre es ja ein Mißbrauch

          • Bzw:
            Die wichtigere Frage ist, in bezug auf eher jüngere und eher psychisch kranke Sterbehilfe-toten in den Niederlanden:
            Würden diese Leute dann Suizid begehen, wenn es kein Arzt für sie macht?
            Oder trauen sie sich das nicht?
            Würden sie ansonsten also noch leben?
            Und:
            Wie „aussichtslos“ ist bei einem jungen Menschen eine psychische Erkrankung denn tatsächlich?

          • Noch erschreckender ist das, was in dem Zeit-Artikel unter der zwischenüberschrift
            „Tötungen von Demenzpatienten haben sich vervierfacht“ steht.
            https://www.zeit.de/2018/08/aktive-sterbehilfe-niederlande-selbstbestimmung-kritik/komplettansicht

            Wie massiv sich da ein Klima verändern kann und zu welcher Form von Druck das führen kann, verdichtet sich sehr deutlich in dem Zitat:
            „“Es ist deine Wahl weiterzuleben, dann darfst du auch nicht jammern.““

            Ehrlich, geht’s noch?
            Wenn du hier rumjammern willst, bring dich halt um? (bzw. lass dich halt umbringen?)

      • Voller Überzeugung das Töten von Menschen rechtfertigen, ist nun wirklich nichts besonderes. Nur findet man sich irgendwann in doch etwas fragwürdiger Gesellschaft.

        Jeder kann seine Meinung haben, aber wer Abtreibung gutheißt, hat kein Recht irgendjemanden darüber zu belehren was moralisch ist und was nicht. Und gerade das tun Feministen sehr gerne.

        • „Jeder kann seine Meinung haben, aber wer Abtreibung gutheißt, hat kein Recht irgendjemanden darüber zu belehren was moralisch ist und was nicht. Und gerade das tun Feministen sehr gerne.“

          Ich finde Abtreibung gut. Und warum sollte ich dann nicht in anderen Punkten auch mit einer moralischen Wertung richtig liegen? Was hätte das eine mit dem anderen zu tun

          • Ein kaputter moralischer Kompass (aus meiner Sicht) wird ja nicht nur in einer Frage schlechte Ergebnisse liefern. Moralische Ansichten entstehen ja nicht zufällig.

            Tatsächlich ging es mir aber hier nur um das „belehren“ der klassische erhobene Zeigefinger. Das werde ich von niemandem ernst nehmen, der das Töten von ungeborenen Kindern gut findet.

          • Und wo wir beim Thema sind, warum ist es deiner Meinung nach okay ein ungeborenes Kind zu töten nicht aber eines, welches seit fünf Minuten auf der Welt ist. Wo liegt die Grenze und warum?

          • @Hendrik
            “Moralische Ansichten entstehen ja nicht zufällig”.
            Nun einfach nur “Moral” zu schreien ist nicht ausreichend, du wirst schon sagen müssen auf was deine Moral basiert. Und nein die hast du nicht selbst entwickelt, du hast im besten Fall mehrere Aspekte aus mehreren Philosophien adaptiert.

            Das ist soweit in Ordnung und gerechtfertigt, aber einfach nur “Moral” schreien zieht halt auch nicht.
            Und es ist nie, NIE, eine gute Idee anderen den Mund verbieten zu wollen auf Basis von “du bist ideologisch nicht rein genug”.

    • Oh wei, die Frage, wer in einer notorisch nicht-eindeutig-entscheidbaren Frage denn nu wirklich eindeutig recht hat, wurde grad wieder bei voller Flamme auf den Herd gestellt.

      Bye-Bye Thread.
      Dieser Kommentarstrang ist für heute verloren.

      Dabei geht es doch eigentlich nur darum, DASS die Frage nicht klar und eindeutig zu beantworten ist und somit ohne den geringsten Zweifel ein Kompromiss nötig ist, so dass alle, die sagen „Aber ICH habe recht und du bist schlecht“ sich eigentlich unzivilisiert verhalten.

      • Warum ist denn deiner Meinung nach ein ungeborenes Kind kein Mensch bzw. verdient nicht Lebensschutz? Ich habe noch kein überzeugendes Argument gehört. Nur so ein Blödsinn wie „Mein Körper, meine Entscheidung „

        • @Henrik
          abgesehen davon, dass du meinen Punkt weitgehend ignorierst und versuchst, mich doch wieder auf die inhaltliche Ebene zu zerren…

          Als „Vorspiel“ zu meiner Antwort: Nenne mir doch bitte ein anderes zwischenmenschliches Verhältnis, das mit dem Verhältnis zwischen Schwangerer und Fötus zu vergleichen wäre und führe gleich mit an, inwiefern der Vergleich hinkt.

          • So Sachen wie Form sind für mich uninteressante Nebenkriegsschauplätze. Entweder wir diskutieren Inhalt oder wir sparen uns beide die Zeit.

            Was die Frage zu zwischenmenschlichen Beziehungen mit dem Thema zu tun hat, ist mir schleierhaft. Oder rechtfertigen bestimmte Beziehungen das Töten von Menschen? Etwa islamische Ehrengesetze oder das Recht über Leben und Tod des Familienvaters im römischen Rechts.

          • Warum sollte ich etwas beantworten was meiner Ansicht nach nichts mit dem Thema zu tun hat? Das ist schlicht ein Versuch das Thema zu wechseln. Da werde ich nicht darauf anspringen

          • Ich fasse zusammen:

            Du hats zu einem offenischtlich* kontroversen Theme eine unverrückbare Meinung.

            Du bist NICHT bereit, über die Reichweite und Bedeutung der von dir verwendeten Begriffe zu diskutieren

            Daraus folgend: Du bist NICHT bereit, deine Meinung zu überprüfen, indem du deine Perspektive wechselst.

            Du sprichst allen, die inhaltlich NICHT mit dir übereinstimmen, jegliche moralische Kompetenz ab.

            Alter, so treten religiöse Fanatiker auf, nicht rationale Diskutanten.

            Und genau das meinte ich oben: Wer so auftritt wie du, kann zu einer Kompromissfindung nichts beitragen, weil er Grundlagen einer zivilisierten Auseinandersetzung verweigert.

            Du machst nichts anderes, als hier immer wieder „Ich habe RECHT, und wer dem nicht zustimmt, ist des TEUFELS“ zu rufen.

            Schau dir die Diskussionsführung von maddes8t als Kontrast an: Abwägung jeder Abwägung, nichts, was nicht in die Waagschale geworfen werden könnte, keine a-priori Gewissheit.

            Wieviel deutlicher kann man noch machen, dass dieses Thema keine einfache wahr/falsch Antwort hat, sondern nur über Kompromisse und Schadensbegrenzung zu lösen ist?

          • In welchem Kontext ist es erlaubt einen Menschen zu töten?

            Außer Selbstverteidigung fällt mir nichts ein.

            Wenn wir schon moralistisch an die Sache rangehen, dann wirst du mit dieser Schiene gegen die Wand fahren. Es gibt schlicht kein Szenario wo das töten eines Menschens gerechtfertigt wäre, daher zieht das “zwischenmenschliche Verhältnis” nicht.

          • Zwei Fragen:

            1. Ist ein Fötus im uneingeschränkten Sinne ein Mensch?
            (Außerhalb religiöser Überzeugungen ist die Antwort NICHT „Ja, klar“)

            2. Wenn sich ein Lebewesen IN DIR einnistet, ist es dann nicht eine Form von Notwehr, diesen Zustand zu beenden?
            (Außerhalb religiöser Überzeugung ist die Antwort NICHT „Nein, auf keinen Fall“)

          • „In welchem Kontext ist es erlaubt einen Menschen zu töten? Außer Selbstverteidigung fällt mir nichts ein.“

            Ist das nicht im Endeffekt ein Spiel mit Worten? Bei der Abtreibung ist es ja recht offensichtlich erlaubt. Das ist inzwischen die Mehrheitsmeinung in der Bevölkerung und verursacht im gegensatz zu den USA keine großen Debatten.

            Ob man das unter den Ansatz bringt, dass es eben noch kein voller Mensch ist sondern einer im entstehen oder ob man einfach annimmt, dass das Leid zu groß ist, wenn man leute zwingt Kinder zu bekommen, dass ist dabei eigentlich relativ egal

    • Die moralistische Debatte ist bereits geschlagen worden, es geht eigentlich um eine gesellschaftliche Debatte.

      Abtreibungen gab es auch vor der Öffnung des Abtreibungsverbotes, und es sieht so aus als hänge dies direkt mit der Erfindung der Pille und der de-facto Abschaffung des Heiratszwangs zusammen.

      Coltaine hatte dazu ein gutes Video gemacht, “Biology, Culture, Ideology” oder so ähnlich.

      Es beschreibt die Zusammenhänge zwischen Pille, fallenden Geburtenraten, fallenden Heiratsraten, Kriminalitätsraten und Abtreibungsgesetzen.

      Es sind zwar nur Korrelationen, aber es ist interessant zu sehen.

  4. Man beachte die Reaktionen auf die Preisverleihung:

    „Das Universum und menschliche Dummheit sind unendlich. Obwohl… beim Universum bin ich mir nicht sicher.“

  5. Meine Freundin sagt, ich soll mir nicht dauernd die feminismuskritischen Texte bzw. Blogs reinziehen. Nach deren Lektüre neige ich zu Missmut und Verägerung. Ganz unrecht hat sie nicht. Wenn ich den preisgekrönten Text lese, dann erfasst mich ziemlich schlechte Laune und Unverständnis. Aber Feminismus ist nicht für uns Leser hier, aber für alle anderen „außerhalb“ nur ein kleiner Teil ihrer Alltagsrealität. Das Problem ist aber, dass der Feminismus auch deswegen so wirkmächtig ist, weil er eben „unter dem Radar“ hindurchfliegt. Und über Gesetzgebung und „top down“ durchgesetzte Praktiken eben doch zunehmend auf den Alltag der Menschen einwirken wird.

    • Das ist eben das Problem: keiner sagt was, keiner macht was und am Ende frisst sich der Hass durch alles wie Flusssäure. Und natürlich gefallen sich alle in der allermoralischsten Pose.

      Sorgen wir dafür, dass sie am Ende den Schaden tragen, den sie da anrichten und zur Verantwortung gezogen werden, zumindest vor der Geschichte.

      Nein, es sind nicht die „Sieger“, die das bestimmen, das können sich die Feministinnen nur erhoffen. Hassideologien enden immer im Verderben, sicher auch diesmal.

      • Nein, das wird nicht passieren denn der Feminismus ist ja eigentlich nur ein anderes Wort für weiblichen Solipsismus, welcher integraler Bestandteil des Menschen ist. Wir können ihn nur vernichten wenn wir ihn zur Blüte treiben bis er alles vernichtet und sich damit auch selbst auslöscht. Wie ein Bakterium welches alles auffrisst und damit dann seine eigene Umgebung so sehr vergiftet, dass es selber an seinen eigenen Ausscheidungen vergeht.

        • Feminismus ist nur ein Teil der progressiven Bewegung, die eine totalitäre Weltanschauung realisieren will, und sonst nichts. Entweder läuft sich das von alleine tot oder es wird im Bombenhagel untergehen. Das Zeug dazu, die Welt zu erobern hat das bestimmt nicht.

          • Das ist immer schon der Fehler in deinem Posts gewesen, du siehst alles nur durch die ideologische Brille. Mit Ideologie hat der Feminismus aber gar nichts zu tun, vielmehr mit Evolution. Der Feminismus ist die wahre Natur der Frau, nicht mehr und nicht weniger, um ihn zu vernichten müssen die Träger verschwinden und das würde die Menschheit auslöschen. Darum kannst du ihn zwar mit Gesetzen unterdrücken oder ihn in Low-Tech Gesellschaften davon abhalten auszubrechen aber nie zerstören wenn du nicht auch das weibliche zerstörst.

          • Ich würde den Feminismus weniger als Ideologie begreifen, sondern als *Weltanschauung*, die schnell Ideologien produziert. Für mich ist das eine typische rechte und reaktionäre Weltanschauung, von der es vor dem 2. WK sehr viele Strömungen gab. Nach dem 2. WK hat man dann die Nazis als die einzigen Rechten gesehen und hat den Irrtum gemacht das alte rechte Denken als „progressiv“ und „links“ wiederzubeleben — das ist die Geschichte der Grünen! Und der Grund für unsere Malaise heute.
            Der Feminismus mag weiblichen Neigungen entgegenkommen, ihn als biologischen Ausdruck zu verstehen, ist mE vollkommen falsch.

        • Ja, hab ich mir auch schon mal gedacht. Es müsste doch möglich sein, die verschiedenen Feminismus- und Genderideologie-Strömungen gegeneinander „aufzuhetzen“/auszuspielen. Dazu müsste man ihnen aber vielleicht verdeutlichen, wo sie sich in grundlegenden Punkten gegenseitig widersprechen. Dann finden sie ihre Erzfeindinnen untereinander und lassen die Männer in Ruh – die dann subtil per Themensetzung und Argumenthervorhebung etc. den Diskurs lenken können. 😀 Genauso müsste man die verschiedenen konkreten Medienformate/-leute in ihren Differenzen herausstellen, damit es den sich als feministisch bezeichnenden Lesern schwerer fällt, heute diesem und morgen jenem zuzustimmen, obwohl sich die Positionen gegenseitig logisch ausschließen … Vielleicht lernen sie dann auch dadurch, dass sie knallhart zum Überdenken und Neufinden der eigenen Position „gezwungen“ werden, etwas differenzierter und faktenbasierter zu denken. (Hach, mich würd’s freuen! :-))

    • Ich empfehle dir das selbe. Statt dessen empfehle ich dir lieber die Grundlagen des Menschlichen Verhaltens zu studieren, dann verstehst du den Feminismus, Frauen und Männer besser und ärgerst dich nicht mehr. Vermutlich wirst du ein MGTOW werden und einen starken Nihilismus entwickeln aber ärgern tust du dich nicht mehr.
      Mir ist es egal was Feministen machen, mir ist es auch egal ob jemand vor meiner Nase vom Auto überrollt wird oder morgen ein Atomkrieg in Europa beginnt – alles menschliche Verhalten ist eh nicht von Dauer. Vermutlich werden wir eh in wenigen Jahrzehnten nicht mehr existieren, weshalb also darüber ärgern? Sollen die Feministen machen was sie wollen, auch sie können ihrem Schicksal nicht entkommen.

      • Ja, wenn die Bombe ausgerechnet da fällt, wo Menschen leben (das sind die, die anders als Tiere ihre Triebe kontrollieren können) … dann ist natürlich Hopfen und Malz verloren.

    • Feminismus, oder regressivistischer Feminismus, wie wir ihn heute haben, ist nicht unterm Radar, der ist ganz platt und offen.

      Er ist einfach Teil der regressiven Linken, die heute so viel Medienmacht hat, und von den Leuten gehasst wird.

      Deine Freundin hat recht, tu dir das nicht ständig an. Und ja ich habe auch meine Probleme dieses Prinzip einzuhalten.

  6. Das Impressum:

    „Die Goldenen Blogger ist eine Veranstlatung von Thomas Knüwer, Franziska Bluhm, Christiane Link und Daniel Fiene.“

    https://die-goldenen-blogger.de/?page_id=55571

    Ob die dem Moers Tantiemen zahlen? Ihr Logo ist ja klar an seine Comicfigur „kleine Arschloch“ angelehnt ….

    Überhaupt, wenn man diesen von ihnen ausgezeichneten Text sieht: was für eine monströse unfreiwillige Selbstparodie ist das denn 😀 😀

  7. … und wieder das Gedankenspiel: wenn Männer schwanger werden könnten…
    In unserer Gesellschaft?
    Wenn Männer schwanger werden könnten, dann hätten wir längst einen Artikel 12b im GG, die Gebährpflicht. Natürlich NUR für Männer.

    • Und für offene Grenzen, Immigration. Freihandel hassen sie aber als „Neoliberalismus“….

      Sie sind gegen *alles* Eigene. Allerdings – wenn es um „Bio“ geht, dann sind sie plötzlich wieder völkische Blut und Boden Fundamentalisten, die das „Natürliche“ wollen.

      Das sind menschenfeindliche Fanatiker, die sich eine esoterische bessere Welt zusammengesponnen haben, voller schwülstigem Kitsch.

      • Ich verwette den Hintern meiner scharfen Nachbarstochter, das entspricht deren Weltbild.

        Solange man drüber lachen kann, sehenswerte 59 Minuten pures Crazy Horse Shyte vom Feinsten.

      • Umweltschutz, Immigration, Abtreibung und Tierschutz sind alles Sachthemen die in keinerlei Gegensatz zu „menschenfreundlich“ stehen.

        Merkwürdige Ansichten.

        • Ja, erst einmal wirkt es alles wunderbar. Doch befasst man sich mal tiefer mit der Materie, dann sieht man die Misanthropie als durchgehendes Leitmotiv.
          Bei mir war es übrigens ein sehr langer Prozess des Einsehens und geradezu gegen meine Einstellung.

        • Für einen emotionalen Menschen mag das merkwürdig sein, rationale Menschen werden aber fragen: Was bedeutet das konkret?

          Einfach Frage: Findest du die massenhafte Ansiedlung von Han-Chinesen in Tibet zur Ausrottung der tibetischen Sprache und Kultur “menschenfreundlich”? Das ist ja “Immigration”.

          Wenn ja, dann schieb dir deine Menschenfreundlichkeit sonst wohin 🙂

          Oder: Ein Stück Mist wird nicht dadurch besser das ich ein Schleichen drumwickle.

  8. Ist nicht alleine die Existenz eines Männerkörpers wie Gott ihn schuf an fast allen Orten in Deutschland eine Straftat, im Gegensatz zur Ordnungswiedrigkeit, die sich aus der Rippe schaffen lässt?

  9. „auch wenn ich finde, dass das Verbot, diese Eingriffe als von einem angebotene Dienstleistung zu erwähnen, ruhig abgeschafft werden kann,“

    und Du assistierte, straffreie Abtreibung selbst als weibliches Recht begreifst, sowie außerdem noch gegen das derzeitige, vollständige Verbot der Eizellenspende bist, argumentierst Du an der Stelle wenn überhaupt nur sehr verhalten für diese, Deine Überzeugungen.

    Das finde ich bemerkenswert.

  10. Gehe ich eigentlich recht in der Annahme, dass Christian sich dagegen verwehren würde, aus dem vorliegenden Pamphlet seine konkrete Agenda abzuleiten?

  11. Mir war der Text schon im Dezember aufgefallen, weil ich es bemerkenswert fand, wie viele – und fast ausschließlich: Frauen – darüber begeistert waren. Es ist ein unglaublich schlechter, unehrlicher Text mit grausamen Konsequenzen, und er ist eine Ressentimentschleuder.

    Auffällig ist ja schon die Besonderheit, dass der „Goldene Blogger“-Text die besonderen Möglichkeiten überhaupt nicht nutzt, die ein Blogtext im Vergleich zu einem herkömmlichen Zeitungstext hat. Bei keiner der vielen Behauptungen wird durch irgendeinen Link ein Nachweis möglich gemacht.

    Das allerdings passt auch zum narzisstisch-infantilen Ich-mach-mir-meine-Welt-so-wie-sie-mir-gefällt dieses Textes – wer versucht, Behauptungen nachzuweisen, muss sich ja irgendwie mit der Welt beschäftigen, und darum geht es hier gerade nicht. Zwei Beispiele.

    „Im letzten Jahrhundert kam dann Gustav Radbruch, der kurz vor der Machtergreifung Hitlers eine deutlich liberalere Form als wir sie heute haben forderte: Die reine Fristenlösung. Aber da kam der schnauzbärtige Irre und brockte uns das ein, was wir in diesem Zusammenhang seitdem nur in Deutschland auf diese absurde Art ausbaden müssen.“

    Tatsächlich hatte Radbruch mit anderen SPD-Abgeordneten 1920 die Forderung nach einer Straflosigkeit der Abtreibung in den Reichstag eingebracht, die aber nicht etwa später von Hitler wieder kassiert wurde – sondern die gleich erfolglos war. Es ging Radbruch ausdrücklich um eine Lösung, wie wir sie heute haben und wie die Jurama sie bekämpft – keine Legalisierung, sondern eine Straflosigkeit der Abtreibung. Wörtlich sagte er:

    „Völlig fern liegt uns die individualistische Begründung bürgerlicher Frauenrechtlerinnen für die Aufhebung der Abtreibungsstrafe, daß jedermann unbedingt freier Herr seines Körpers sei.“
    https://de.wikipedia.org/wiki/Schwangerschaftsabbruch

    Das heißt, Juramama beruft sich hier auf jemanden, der ihrer Position ausdrücklich und klar widerspricht. Die Nazis wiederum waren derjenigen, die „den Vätern das Alleinentscheidungsrecht entzogen“ – nicht zugunsten der Mütter, aber zugunsten des Staates. https://www.focus.de/panorama/welt/urteile-chronologie-die-entwicklung-des-sorgerechts_aid_537541.html Der deutschen Mutter war der deutsche Staat als ideeller Vater an die Seite gestellt („dem Führer ein Kind“), der reale Vater wurde ja dann eh an der Front verheizt. Es ist offensichtlich, dass heute weder Abtreibungsgegner noch Väterrechtler (zwei völlig unterschiedliche Gruppen), sondern die Vertreterinnen einer Mütterlichkeitsideologie an diese Tradition anschließen.

    Zweites Beispiel: „Väterrechtler knüpfen ihre oftmals berechtigte Wut über unzureichenden Umgang mit ihren Kindern ganz wesentlich an einen einzigen, rechtshistorisch relativ neuen Umstand: Sie sind gesetzlich dazu verpflichtet für ihre Kinder vollen Unterhalt zu bezahlen und sie zu beerben.“
    Die Fantasie, Vätern ginge es allein um das Geld, ist eine Projektion von Mütteraktivistinnen, für die ihrerseits ein Vater allein eine finanzielle Funktion hat. Ihre eigene Geldfixiertheit unterstellen sie den Vätern, von denen sie das Geld zu bekommen haben.

    Natürlich gab es keine Väterbewegung, bevor nicht die „elterliche Gewalt“ 1969 ganz bei den Müttern lag und bevor durch die Reformen des Scheidungsrechtes Väter nach Trennungen fast grundsätzlich akzeptieren mussten, dass die Kinder bei der Mutter blieben. Zudem änderten sich die Familienformen – dass Paare unverheiratet zusammen lebten, war lange Zeit sogar gesetzlich fast ausgeschlossen (Kuppeleiparagraf, abgeschafft erst 1973), heute ist es eine Normalität – der sich aber das Kindschaftsrecht in Deutschland bis heute nicht angepasst hat.

    Es ist hier aus ungeklärten Gründen selbstverständlich, dass Juramama die krassen Zitate der „Väterrechtler“, die sie bringt, nirgendwo nachweist – ich habe sie gesucht, aber nicht gefunden. Egal, so sind sie halt, die Väterrechtler, wissen wir doch eh alle. Es passt auch, dass Juramama auf das Geld fixiert bleibt und diejenigen Aspekte unerwähnt lässt, die notwendig mit einer Einschränkung der mütterlichen Position verbunden wären.

    „Weil diese exklusiv weibliche Kompetenz und dieses „schützenswerte Leben“ faktisch immer nur zu ganz großer Scheiße und zu rechtlich und gesellschaftlicher Diskriminierung geführt hat“ Das ist ebenfalls Quatsch. Ich organisiere z.B. selbst Schwangerschafts- und Mutterschutzvertretungen und die Vertretungen der Elternhzeit, die meist von den Frauen genommen wird – das bedeutet einen enormen Einsatz und Mehrarbeit für viele, meist für Männer. Sämtliche Mutterschutzmaßnahmen, so richtig wir sie finden, müssen durch andere getragen und finanziert werden. Mal ganz abgesehen von den Unterhaltsansprüchen, die Frauen – auch wenn sie unverheiratet waren – noch jahrelang nach der Geburt eines Kindes haben.

    Es verlangt ja nichtmal irgendjemand irgendeine Dankbarkeit dafür, es wäre aber schon wichtig, dass die egomane Juramama irgendwann realisiert, dass das nicht alles nur „ganz große Scheiße“ ist. Sie steckt Vorteile, die andere für sie erarbeiten müssen, kommentarlos ein und beklagt lediglich lautstark und brachial, dass es nicht noch mehr davon gibt.

    Unehrlich ist schon die Überschrift. Es geht nicht um den §219, das Werbeverbot, sondern um den §218, das Verbot der Abtreibung. Unehrlich ist auch das Ende: „Ein Abbruch der Schwangerschaft muss erlaubt sein und nach drei Monaten müssen besondere Gründe vorliegen, wie sie auch jetzt schon vorliegen müssen.“ Das ist dann ihr Schluss. Dass ein Abbruch der Schwangerschaft nicht legal, aber straffrei ist, geht auf ein Urteil des Bundesverfassungsgerichts zurück, nach dem eine Legalisierung der Schwangerschaft ausgeschlossen ist https://man-tau.com/2018/12/17/abtreibung-jusos/ . Das Gericht bezieht sich dabei ausdrücklich auf Artikel 1 des Grundgesetzes, der auch mit Zweidrittelmehrheit nicht geändert werden kann. Eigentlich müsste eine Anwältin sowas wissen.

    Der zweite Teil ihrer Forderungen ergibt sich überhaupt nicht aus dem Text. Dort dreht sich alles darum, dass niemand das Recht habe, in den Körper der Frau einzugreifen, was hier bedeutet: eine Abtreibung zu untersagen. Was aber wäre denn, wenn Ärzte im vierten Monat feststellen würden, dass keine „besonderen Gründe“ vorliegen und daher eine Abtreibung nicht in Frage kommt – die Abtreibung der Frau also untersagt würde? Das ist ganz genau das, wogegen Juramama eben gerade einen langen Text lang mit großer Wut argumentiert hat.

    Die Forderungen sind also nicht realisierbar, und sie ergeben sich nicht aus der Argumentation. Das ist hier aber völlig egal, weil es eh niemals darum geht, verschiedene Interessen abzuwägen. Tatsächlich spielt auch das Kind – wie ja schon Christian und mehrere Kommentatoren feststellen – keine Rolle. Juramama argumentiert, als wäre das Kind ein Blinddarm, und als wäre ein bösartiger irrationaler patriarchaler Staat auf die verrückte Idee gekommen, bei Frauen willkürlich Operationen wegen einer Appendicitis zu untersagen.

    Sämtliche Argumente des Textes ließen sich in drei Worten zusammenfassen: „Ich will aber!“ Scheinplausibel werden diese Argumente lediglich durch das permanent aufgefahrene Ressentiment, dass Männer es allüberall viel besser hätten als Frauen – begleitet von einem manifesten Desinteresse an den realen Lebenssituationen von Männern.

    Tatsächlich geht es an keiner Stelle um Leidvermeidung, sondern lediglich darum, die Position der werdenden Mutter absolut zu setzen und alle anderen Beteiligten dafür zu instrumentalisieren. Das ist ein reaktionäres, archaisches Frauenbild, das in eine moderne Gesellschaft überhaupt nicht passt: Die Frau als Wächterin am Tor zum Leben, die ganz nach eigenem Willen entscheiden kann, wen sie durchlässt und wen nicht.

    Es ist schon deprimierend zu sehen, wieviele Frauen – und wohl auch Männer – von solch einem unehrlichen, dahergesodderten, faschistoiden Rotz begeistert sind.

        • Schön, daß Du Dir die Zeit genommen hast, @Lucas. Ich habe da einfach keinen Bock mehr drauf, mich mit solchen mittelalterlichen Spökenmärchen zu befassen.
          Und ja, ich sage es ja schon seit bald zehn Jahren mehrfach jährlich, bei passender Gelegenheit:
          Der heilige Mutterfeminismus ist DER direkte Nachfolger des Mutterkreuzfetischismus unter’m Adolf.
          Die Variationen sind lächerlich gering und vermutlich nix als meist erlogene Ausreden, um nicht sofort zum gleichen Verein gerechnet zu werden.

          Als ich noch auf FB rumgeeiert bin und dort immer mal in entsprechende Gruppen reingelinst habe ( auch mal in geschlossene, da in denen oftmals ein paar ganz vernünftige Damen aus Unglauben reingegangen sind, die mir die Geschichten, die dort herumgingen erzählt haben; manche haben auch mal heimlich ein paar Screenshot gezogen, um nicht als Spinner dazustehen ), bin ich auch direkt mit solchen Durchgeknallten in Kontakt gekommen und deren Mantra war immer das gleiche ( kurz sinngemäß zusammengefasst ): Die heilige Mama schenkt DAS Leben, das deshalb ihr, und nur ihr gehört und nur von ihr unmittelbar geliebt und vollumfänglich zum Menschen gemacht werden kann. Und der Mann beweist seine Liebe zur Mama, indem er sie umsorgt, beschützt und mit allem überhaupt möglichen reichlich beschenkt. Um das Kind braucht und darf er sich gar nicht wirklich kümmern, da für dessen Schutz, auch gegen den Vater nunmal die Mama die göttlich bestimmte einzig richtige ist, was mamaliebende Väter von Natur aus auch selbstverständlich begreifen und gar nichts anderes wollen.
          Und auch die Rolle des Staates ist kaum verändert. Das Kind wird zwar nicht mehr dem Führer geschenkt, aber da es per se ein Geschenk für alle ist, muß der Staat die Verpflichtungen von Papa und Führer natürlich sowieso wahrnehmen, erfüllen, überwachen und notfalls auch mit Gewalt erzwingen. Und eben deswegen darf er die heilige Mama auch niemals anzweifeln oder gar ihrer göttlichen Aufgabe „Frevel“ zufügen.

          Juramama ist sicher so eine, wie aus ihrem kaum verhohlenen Text recht klar ablesbar ist und oftmals denke ich, daß „unser Semiinkubatorchen“ hier sich auch nur nicht traut offen dazu zu stehen.
          Anders ist für mich nicht nachvollziehbar, wie selbst das wenige formelle Rechtswissen, welches im üblichen Jurastudium gelehrt wird, so nahezu vollständig von ihr verdrängt werden kann.

    • „Es ist hier aus ungeklärten Gründen selbstverständlich, dass Juramama die krassen Zitate der „Väterrechtler“, die sie bringt, nirgendwo nachweist – ich habe sie gesucht, aber nicht gefunden.“

      Oh, da helf ich Dir gern. Nachfolgenden Passus:

      „Nur ausnahmsweise und „auf Antrag“, der sorgfältig vom Gericht geprüft wurde, durfte der Mutter eines unehelichen Kindes ab 1961 ein Elternrecht zugestanden werden. Sie hatte schließlich eindrucksvoll bewiesen, keine besonders verlässliche Person zu sein, da muss man die Kinder vor ihrem Einfluss schützen. Das wurde erst 1970 nach unfassbaren Querelen geändert, uneheliche Kinder als „mit dem Vater verwandt“ erklärt und damit ein Unterhaltsanspruch und ein Erbrecht manifestiert. Die Väterrechtler von damals nannten sich übrigens „Verband der Unterhaltsverpflichteten für uneheliche Kinder in der BRD“ und kommentierten diese Verpflichtung mit dem Ergebnis des „größten Schieber- und Hurenstaates, der jemals auf deutschem Boden bestanden hat.“ Soviel zum schützenswerten Leben und um was es eigentlich geht: Geld. Schon immer bedauerte man die Situationen dieser Frauen aufrichtig und fand sie oft „irgendwie ungerecht“, aber das Argument, dass diese Rechtslagen viele Jahrhunderte untermauerte, ist nicht nur ähnlich, sondern identisch mit dem Subtext, der unter unserer aktuellen Debatte liegt: „Sie hätte ja nicht mit ihm schlafen müssen.“

      bitte mit diesem Text hier vergleichen:
      http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-44931061.html

      • Danke dafür. Aber das ist aus einem Spiegel-Artikel, der offenkundig dem Vätetverein überhaupt nicht wohl gesonnen ist – und vor allem: Es ist auch dort nur ein Zitat. Als Teilsatz, dessen Kontext nicht klar ist und dessen Quelle nicht angegeben wird. Lediglich dass der VDU sich so geäußert habe, ist da aufgeführt – was immer das heißen mag.

        • Ich hab da noch einen hübschen Text für Dich, formuliert wohl von der Autorin Petra Kipphoff anlässlich der Gründung eben jenes Vätervereins im Jahre 1968:

          „Unehelicher Vater zu sein, ist nämlich schon lange kein Spaß mehr: Wie alle Minoritäten wird auch diese Gruppe immer mehr in die Defensive gedrängt.

          Da ist zunächst der Fortschritt der Naturwissenschaften, der diesen so gern erlangten und, so ungern innegehabten Status, dessen Hauptprivileg bislang die Anonymität war, höchst feststellbar gemacht hat.

          Aber auch sonst haben sich die Zeiten zuungunsten der leicht außerhalb der Legalität Zeugenden verändert: Während früher die unehelichen Mütter nur darauf sahen, irgendwie untertauchen zu können, scheuen sie sich heute nicht, renitenten Männern recht öffentlich ein geldforderndes Amt auf den Hals zu hetzen. Damit nicht genug, haben sie sich seit einem Jahr zum „Verband lediger Mütter“ zusammengerottet (vom Verein unehelicher Kinder, auch eine Errungenschaft neueren Datums, nicht zu reden).

          Diesen ledigen Müttern nun wollen die keineswegs immer ledigen Väter auf ihre Art beistehen, wollen dafür sorgen, daß endlich die im Grundgesetz garantierte Gleichberechtigung von Mann und Frau ganz zum Zuge kommt, zu deutsch: daß Mann und Frau zu gleichen Teilen für die Versorgung der Kinder aufkommen sollen. Denn, und wer könnte das nicht verstehen, den unehelichen Vätern graust’s vor dem im vergangenen September vom Bundeskabinett verabschiedeten Gesetzentwurf, der eine gewisse Erbberechtigung des unehelichen Kindes und eine Erweiterung der Unterhaltspflicht über das (bisher als Grenze geltende) 18. Lebensjahr hinaus bis zur Beendigung der Ausbildung vorsieht.

          Und das ist nun freilich auch hart. Den Zorn der legitimen Trauerfamilie bei der Testamentsvollstreckung, den wollte der unehelich Verblichene allenfalls noch im Grabe überstehen.

          Aber daß jetzt nicht nur die legitime Tochter im 14. Semester Kunstgeschichte, sondern auch noch der illegitime Sohn im 17. Semester Soziologie finanziert werden muß, das ist zu viel.

          In dieser Not will man sich an den (den fatalen Gesetzesentwurf vorantreibenden) Justizminister Heinemann wenden. Uns freilich schiene es nützlicher, wenn die drei unehelichen Vereine, Väter, Mütter und Kinder, sich entschließen könnten, sich in einer Dachorganisation zusammenzufinden. Auf dieser quasi familiären Ebene ließen sich die leider unvermeidbaren Kontroversen doch wahrscheinlich schneller und wirkungsvoller austragen. Und wenn dadurch dann unehelichen Vätern die Sache zu lau, das Vereinsleben zu farblos wird, dann könnten sie (oder doch zumindest einige von ihnen) doch gleich noch einen Verein gründen: den der zu kurz gehaltenen Väter ehelich geborener Kinder. Nur Mut!

          Was auch immer hier erreicht wird oder nicht: Die unehelichen Väter dürfen unserer weiteren Aufmerksamkeit und Anteilnahme gewiß sein.“

          https://www.zeit.de/1968/03/uneheliche-vaeter-ev/komplettansicht

          How on earth was this piece intended to come across, I wonder^^

          • Krasse Sache. Da haben sich vor über einem halben Jahrhundert ca. ein Promille aller unehelichen Väter zu einem Verein zusammengeschlossen …

          • Tja, da frickelt das Brutmaschinchen, nicht zum ersten und sicherlich nicht zum letzten Mal, das irrste was sie im Netz finden konnte, zu einer ( hust! ) „Quellenlage“ zurecht, möglicherweise direkt aus so einem Mutterkultforum kopiert, welches sie eh im Nebentab gerade offen hat ….

    • >>> Dass ein Abbruch der Schwangerschaft nicht legal,
      >>> aber straffrei ist, geht auf ein Urteil des
      >>> Bundesverfassungsgerichts zurück, nach dem eine
      >>> Legalisierung der Schwangerschaft ausgeschlossen
      >>> ist https://man-tau.com/2018/12/17/abtreibung-jusos/ .
      >>> Das Gericht bezieht sich dabei ausdrücklich auf
      >>> Artikel 1 des Grundgesetzes, der auch mit
      >>> Zweidrittelmehrheit nicht geändert werden kann.
      >>> Eigentlich müsste eine Anwältin sowas wissen.

      Ich habe weder den Text der RAin, noch des BVerfG gelesen, so dass ich möglicherweise jetzt am Thema völlig vorbeischreibe, aber es stimmt nicht, dass der Abbruch der Schwangerschaft nicht legal sei. Das wird oft falsch dargestellt, da das Gesetz hier eine Stufenregelung vorsieht.

      So beschreibt § 218a StGB ausdrücklich in Absatz 1 den Fall, wann der Straftatbestand des § 218 StGB „nicht verwirklicht“, wann also eine rechtlich völlig legale Abtreibung vorliegt. Voraussetzungen sind lediglich, dass die Abtreibung in den ersten 12 Wochen erfolgt, vom Arzt durchgeführt wird und eine Beratungs-Bescheinigung vorliegt. Also nichts, was sonderlich schwer einzuhalten wäre und eben die Rechte des Kindes zumindest auf dem Papier noch marginalst berücksichtigt.

      Es handelt sich hier eigentlich nur um Pseudovoraussetzungen, so dass jedes Kind, das nach Vorstellung der Frau farblich nicht zu ihrer Handtasche passen wird, unproblematisch völlig legal innerhalb der ersten 12 Wochen abgetrieben werden kann. Dem Kind hat im Rahmen der verfassungsrechtlichen Güterabwägung mit der Handtasche der Frau somit das Nachsehen und wird vom Gesetzgeber als nur marginalst schützenswert betrachtet, indem seine Vernichtung halt von Ärzten vorgenommen werden muss.

      Und so gibt es nach dem Gesetz somit verschiedene Stufen:

      Stufe 1) (= § 218a Abs. 1 StGB) die Abtreibung ist völlig legal und nicht lediglich nur straffrei, sondern erfüllt ausdrücklich nicht einmal den Tatbestand des § 218 StGB, wenn die Abtreibung innerhalb der ersten 12. Wochen nach Beratung vom Arzt durchgegeführt wird

      Stufe 2) (= § 218a Abs. 2 StGB) nach den 12 Wochen erfüllt die Abtreibung zwar grundsätzlich den Tatbestand des § 218 StGB, ist aber strafrechtlich nicht rechtswidrig, also ähnlich wie bei einer Notwehr gerechtfertigt, wenn die Abtreibung von einem Arzt vorgenommen wird und wenn die Abtreibung angezeigt war, um eine Gefahr für den körperlichen oder seelischen Gesundheitszustandes der Schwangeren abzuwenden. Die Frau muss also nur einen Arzt finden, der ihr bescheinigt, dass das Kind eine schwerwiegende Beeinträchtigung für ihren seelischen Gesundheitszustand wäre.

      Stufe 3) (= § 218a Abs. 4 S. 1 StGB): wenn man mit dem rein hypothetischen Makel leben kann, dass man zwar illegal handelt, aber „nur“ nicht bestraft wird, dann ist der Weg über Absatz 4 noch einfacher. Wer keinen Skrupel hat, ein Kind zu töten, wird dieser rein theoretische Makel auch kaum noch stören. Wer also die ersten 12 Wochen und die Möglichkeit des § 218a Abs. 1 StGB verschlafen hat, der kann auch noch bis zur 22 Woche mit den gleichen Marginalvoraussetzungen wie in Abs. 1 (= vom Arzt durchgeführt + Beratung) das Kind fachgerecht entsorgen lassen.

      Stufe 4) (= § 218a Abs. 4 S. 2 StGB): Da der Gesetzgeber der völligen Überzeugung ist, dass Frauen nicht eigenverantwortlich handeln zu können, hat der Gesetzgeber noch eine Möglichkeit geschaffen, selbst der unfähigsten aller unfähigen Frauen, die alle vorigen Stufen der Straffreiheit verpennt haben, noch einen weiteren Weg zu eröffnen. So überlässt der Staat es einfach dem Richter, nicht nach § 218 StGB bestrafen zu brauchen, wenn die Frau sich z.Zt. der Abtreibung in besonderer Bedrängnis befunden hat. Und da die Gesellschaft bei Frauen ja schon per se Mitleid empfindet, dürfte sie regelmäßig auch hier noch gute Chancen auf Straffreiheit habe, wenn sie dem Gericht jaulend vorgauckelt, wie verzeifelt sie sich gefühlt hatte.

      Verfassungsrechtlich ist § 218a StGB nicht einmal ansatzweise vernünftig nachvollziehbar zu begründen. Denn eigentlich hat der Staat einen besonderen Schutzauftrag im Hinblick auf das Leben. Das menschliche Leben wird als eines der höchsten Schutzgüter in diesem Staat angesehen, so dass es normalerweise einer besonders harten Rechtsgüterabwägung bedarf, um rechtsgutvernichtende Eingriffe in das menschliche Leben verfassungsrechtlich zu rechtfertigen. Und hier wären eben das Recht auf Leben des Ungeborenen und die Rechte der Frau abzuwägen. Würde man nicht Frauen pampern wollen, dann würde man sagen, dass auf der einen Seite die völlige Vernichtung der Rechte des Kindes stehen würden und auf der anderen Seite lediglich nur vorübergehende Einschränkungen der Rechte der Frau. Man würde zudem vorbringen, dass das Kind völlig unverschuldet in die Situation gelangt ist, während die Frau (in den meisten Fällen) völlig eigenverantwortlich in die Situation geraten ist. Und normalerweise wird jemand als erheblich weniger schutzwürdig betrachtet, der sich selber durch eigenes eigenverantwortliches Verhalten erst in die Entscheidungssituation gebracht hat. So begründet man ja auch die Unterhaltsverpflichtung, weil man ja auch auf den Sex hätte verzichten oder besser verhüten können, wenn man die Eingriffe in sein Geld (Unterhalt) nicht erleben möchte. Und da Frauen auch nach der Geburt das Kind noch zur Adoption freigeben oder in einer Babyklappe fachgerecht entsorgen könnten und somit eine Frau lediglich wenige Monate Einschränkungen hinnehmen bzw. die Verantwortung für ihr eigenes vorheriges Verhalten (Sex) übernehmen bräuchte, während die Rechte des Kindes nicht nur geringfügig oder vorrübergehend, sondern maximal endgültig nachhaltig vernichtet werden, fällt mir eigentlich kein einziger auch nur im geringsten ansatzweise nachvollziehbarer Grund ein, wie man das Abtreibungsrecht verfassungsrechtlich und einer seriösen Rechtsgüterabwägung überzeugend begründen können möchte.

      Begründen kann man das eigentlich nur noch damit, dass man der Frau einen Gottstatus zugesteht und ihr quasi eine verfassungsrechtliche Jokerkarte gibt, wonach ihre Wehwehchen (egal wie selbstverschuldet) immer höher zu gewichten sind als alle Rechte aller anderen. Und Götter können nun einmal darüber entscheiden, wessen Leben schützenswert ist bzw. worauf sie keinen Bock haben, weil es nicht farblich zur Handtasche passt.

      Ich persönlich weiß im Übrigen selber nicht, was ich für richtig und falsch halte. Grundsätzlich halte ich ein Abtreibungsrecht (ähnlich wie § 218a StGB) durchaus für sinnvoll, wobei ich dann aber der Meinung bin, dass verantwortlich für das Kind dann nur noch derjenige ist, der sich für das Kind entschieden hat. Wenn man nämlich vertreten will, dass das Ungeborene ab der Empfängnis noch nur ein nicht schützenswerter Zellhaufen der Frau ist und daher ohne besondere Voraussetzungen auch wieder von der Frau entsorgt werden kann, dann gibt es keinen Grund, weshalb die Frau über die Verpflichtungen des Mannes entscheiden darf. Wenn man der Frau daher ein Abtreibungsrecht zugestehen will, weil das Ungeborene wertlos ist und ihr Körper ihr gehöre, dann haben auch die Männer weiterhin das Recht zu sagen, dass dessen Körper auch ihnen gehöre und sie auch weiterhin entscheiden können, ob sie mit ihrem Körper Verantwortung übernehmen und mit ihrem Körper Unterhalt für die Schwangere und das Kind übernehmen wollen. Dann müsste man das genauso akzeptieren und nur denjenigen die Verantwortung für das Kind tragen lassen, der sich für die Geburt entscheidet.

      Wenn man hingegen das Ungeborene bereits für „mehr“ als nur einen bloßen wertlosen Zellhaufen hält, welches bereits Grundrechte auf Gesundheit und Leben zuzugestehen sei und welches zudem ein Recht darauf hat, dass die Verantwortlichen auch Verantwortung zu übernehmen haben, dann wäre ein Abtreibungsrecht nicht einmal ansatzweise verfassungsrechtlich zu rechtfertigen, da es zur völligen Totalvernichtung sämtlicher Rechte des Ungeborenen führt, ohne dass auch nur ansatzweise vergleichbare Rechte Anderer überwiegen würden. Die Vernichtung aller Rechte würde in keinem angemessenen Verhältnis mehr zu bloßen Beeinträchtigungen der Erzeuger stehen.

  12. Wenn ich Feminismus als Maßstab für Frauen nehme, dann frage ich mich langsam, ob die holde Weiblichkeit geistig bei Grimms Märchen hängen geblieben ist.

  13. Mal abgesehen davon dass es mal wieder eine “BWÄÄÄÄH MÄNNER BWÄÄÄH” Argumentation ist… die man ja grundsätzlich garnicht erst beachten sollte… so ist die Arguemnation komplett falsch.

    Missy, ein Gesetz das in die Körper der Männer eingreift… ist die Wehrpflicht. Ja das Gesetz gibt es immernoch, es wird Mauer momentan nicht angewendet.

    Und wenn du mir erzählst “wir verschleppen dich zum Zwangsdienst, bei dem auf dich geschossen wird” wäre kein “eingriff in den männlichen Körper”, dann brauchen wir garnicht weiterreden.

    Aber wie gesagt, das Argumentationsmuster ist das eines Kleinkindes. “Aber Fritz hat auch bwääääh”.

    Sowas sollte man bestrafen, und nicht honorieren.

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