„Mein Freund verbietet mir mit meinen männlichen Bekannten zu sprechen“

Wieder einmal wurde eine interessante Frage aus den Suchbegriffen an mich heran getragen, die ich noch etwas geschlechterneutraler umformuliere:

Mein Freund/meine Freundin verbietet mir mit meinen männlichen/weiblichen Bekannten zu sprechen

Das soll gar nicht so selten vorkommen. Es wäre letztendlich eine klassische Form des „Mateguarding“, also des Versuches die Partnerschaft gegen gleichgeschlechtliche Rivalen abzusichern.

Das Motto ist: Jeder längere Kontakt begründet eine Gefahr und muss unterbunden werden.

Letztendlich ist es damit gleichzeitig ein Zeichen von Unsicherheit: Man vertraut nicht darauf gut genug zu sein sondern befürchtet ersetzt zu werden. Oder zumindest hält man ein Betrügen für möglich.

Ich muss sagen, dass ich kein Problem damit habe, wenn die Partnerin auch mal mit einem Freund redet. Ich treffe mich auch schon mal mit weiblichen Bekannten, ohne das das Probleme verursacht.

Natürlich: Es ist gar nicht so häufig der Fall und wenn mir Südländerin jetzt erzählen würde, dass sie sich regelmäßig alleine mit einem Typen trifft, dann würde ich das auch merkwürdig finden und sie wahrscheinlich auch, wenn ich immer wieder eine Frau alleine treffen würde.

Schlimm finde ich es, wenn jemand so mißtrauisch ist, dass man sich auch nicht in Gruppen treffen kann, in denen Leute des anderen Geschlechts vorhanden sind und derjenige dann eifersüchtig wird, wenn der Partner innerhalb der Gruppe mit einem aus dem anderen Geschlecht redet.

Ausnahme natürlich: Derjenige hat Anlass zu dem Mißtrauen gegeben. Allerdings: Wenn man deswegen so mißtrauisch ist, dann ist die Beziehung eigentlich auch schon unrettbar verloren.

Wie man damit umgeht? Wahrscheinlich ansprechen. Deutlich machen, dass der andere übertreibt. Sich durchsetzen bis er es es einsieht.

Bei Frauen: Es als Shittest behandeln.

Insgesamt: Die Beziehung überdenken

 

31 Gedanken zu “„Mein Freund verbietet mir mit meinen männlichen Bekannten zu sprechen“

  1. Begierde und den Wunsch nach Besitz mit Liebe zu verwechseln ist eine menschliche Schwäche.
    Aber Liebe ist was anderes. Zum Beispiel vertrauen. Oder auch das Glück des Anderen so hoch zu schätzen, dass es dessen Partnerwahl ist, nicht die eigene, die ihn glücklich macht.

    Aber auch da sind Menschen Individuen. Die eine erwartet eine gewisse Eifersucht als Zeichen der Liebe. Die Andere fühlt dich schon kontrolliert und eingesperrt, wenn man fragt, was sie den lieben langen Tag so gemacht hat.

  2. Mir ist das Thema schon bei den Müttergruppen aufgefallen und würde es gerne mal allgemeiner und umfassender diskutieren: „Treue“. Meist auf sexuelle Treue reduziert, war es ursprünglich ein Instrument zur Sicherung der Vaterschaft (und in patrilinearen Kulturen zur Sicherung der Erbfolge), somit vorrangig auf promiskuitive Ambitionen von Frauen eingerichtet (Keuschheitsgürtel). Bei Eheleuten und auch anderen heterosexuellen Beziehungen wird sie meist unausgesprochen vorausgesetzt und eingefordert. In Zeiten der verbesserten Empfängnisverhütung und zuverlässigen Vaterschaftstests könnte sie eigentlich ihre Bedeutung verlieren und die polygame menschliche Natur von der Schimpansen Kultur zur Bonobo Kultur emanzipieren.
    Stattdessen ist heute das „Fremdgehen“ immer noch die härteste moralische Keule im Geschlechterkampf und insbesondere bei Frauen die größte denkbare narzisstische Kränkung, der Beziehungs-GAU.
    Hat der sich für fortschrittlich und emanzipatorisch haltende Feminismus dazu eine Meinung und was denkt ihr /m./w./div. darüber?
    Ich halte sexuelle Treue für überbewertet, lustfeindlich und sozialschädlich.

    • Es gilt noch immer, dass der Ehemann automatisch als biologischer Vater gesetzt ist und der Mutter glauben muss.
      Auch wenn Vaterschaftstests heute einfacher sind, so ist die Zustimmung der Mutter zwischenzeitlich zwingend notwendig.
      Daran soll sich nichts ändern wir leben ja schließlich in einem Patriarchat, dessen grsammten Gesetze einzig dazu dienen Frauen zu unterdrücken, oder so ähnlich

      • Da verwechselst Du die Begriffe, @Andreas. „biologischer Vater“ und „leiblicher Vater“ ( genau so mit „…Mutter“ o. „…Eltern“ ) sind einfach nur politische Beleidigungsversuche.
        Der Ehegatte gilt als sog. „rechtlicher Vater“, wobei der Zusatz „rechtlich“ bedeutet, daß er eben gerade nicht der Vater ist, sondern lediglich formell zum Surrogat erklärt wird.

        Ansonsten hast Du aber Recht, es ist natürlich eine bodenlose Schweinerei, mittels Beleidigungen und formalen Tricksereien einem Kind den Vater ( oder die Mutter, oder beide Eltern ) zu entziehen.
        Und das Ding mit dem Vaterschaftstest, ist glatter vorsätzlicher Rechtsbruch und somit schwerstkriminell. Bei den hohen Kuckuckskinderraten in D. müßte der Test eigentlich bei jeder Geburt automatisch durchgeführt werden.
        Wenn Du Dich für das Thema interessierst, findest Du bei Max Kuckucksvater jede Menge Infos dazu:
        https://kuckucksvater.wordpress.com/

        • @Fiete: Ich hatte natürlich rechtlicher Vater gemeint.

          Ich weis nicht ob ich mir das noch antun möchte. Wobei ich eigentlich auch dafür plediere , dass direkt bei der Geburt klarzustellen. Das dies die Mütterlobby nicht möchte ist im anbetracht der Zahlen schon klar.

    • Das dir die Frau fremdgeht passiert eigentlich nur wenn du ihr zweite Wahl warst, bzw. bist. Wenn du der echte Catch bist, dann wird sie alles dafür tun, dir nicht zu missfallen.
      Und was ist ein echter Catch? Ein Mann mit dem andere Frauen gerne schlafen würden und andere Männer gerne wären.

      • Bei Frauen die Kinder wollen tickt die biologische Uhr gnadenlos, da ist der auserwählte vielleicht auch nur finanziell Akzeptabel weil der gewünschte Catch nicht mitziehen wollte.
        Wenn ich mit so manche Profile ansehe wo 40+ noch „Kindern irgendwann“ angeben, dann zweifle ich da schon an der geistigen Reife.

        • Die biologische Uhr tickt bei Frauen gar nicht, das ist ein Mythos. Was aber passiert ist, dass sie die Wall immer näher kommen sehen und ihnen mit der Zeit klar wird, dass sie Aussehenstechnisch es immer schwerer haben gegen jüngere Frauen zu bestehen. Deswegen versuchen sie mit einem Kind einen Mann an sich zu binden. Eigentlich ganz einfach. Und sie finden die Alpha Typen immer noch heißer als die finanziell gut dastehenden Betas aber der Magen ist ihnen halt näher als die Muschi. Deswegen sichern sie sich den Beta und gehen ihm dann fremd. Wobei diejenigen welche nicht fremd gehen einfach nicht attraktiv genug sind sich einen Alpha anzulachen.

      • Du unterschätzt die Promiskuität der Frauen.
        Angelina Jolie hat sich auch von Brad Pitt scheiden lassen. Der war mal sexiest man alive.

        Niemand ist sicher.
        Ein Konter ist: Konkurrenz schaffen.

    • Mit Vertrauen hat das ganze nichts zu tun, sondern nur mit sexuellem Marktwert und mit Opportunismus. Der Rest ist wie das geozentrische Weltbild, eine Schmeichelei die aber falsch ist.
      Ich musste in meinen Beziehungen nie Angst haben, da mir (und ihr) klar war, dass ich mir jederzeit eine andere schnappen kann.

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