Jung und naiv: Svenja Flaßpöhler über Sexualität und Feminismus

 

Aus den Kommentaren:

Sie gehört sicherlich zu den wenigen Feministinnen unserer Zeit, die sich noch den Zielen der ersten und zweiten Generation verbunden fühlen. Leider ist die dritte Welle der Frauenbewegung im Grunde gar nicht mehr feministisch, sondern vielmehr an der Implementierung und Durchsetzung totalitärer und antidemokratischer Praktiken interessiert. Der Verrat an den ursprünglichen Werten der Frauenbewegung wird insbesondere durch einen neuen Puritanismus deutlich, der weibliche sowie männliche Potenz grundsätzlich in Frage stellt und mit Skepsis betrachtet. Sexualität soll nach deren Meinung im öffentlichen Raum wieder stärker tabuisiert werden, gerade weil sie nicht beabsichtigen sich zu ermächtigen und im öffentlichen Raum potent zu agieren, sondern das Sexuelle als Gefahr für ihre Identität wahrnehmen, die wiederum so wesentlich durch die Gesellschaft geprägt werden würde, dass sich in ihrem Sinne die gesamte Gesellschaft an ihre Befindlichkeiten anzupassen habe. Sie versuchen also aus einer Opferperspektive die Gesellschaft zu verändern, was in Anbetracht unserer eigenen Vergangenheit nachdenklich stimmen sollte. Eine Gesellschaft die auf solchen Mythen aufbaut kann ihre fehlende Authentizität nur durch das immer stärkere Fokussieren auf vermeintliche Tätergruppen ausgleichen, was Ressentiments und gesellschaftliche Ausgrenzung befeuert. Ein unheilvoller Weg.

Oder:

Der Feminismus ist (man bezeichnet ihn ja nicht umsonst als -ismus, was immer etwas Einseitiges, Tendenziöses bezeichnet) eine Ideologie, die auf dem Opfer-Narrativ beruht. Ohne das Narrativ, dass Frauen Opfer seien, kein Feminismus. Daher müssen die Feministinnen, auch wenn Gleichberechtigung schon längst da ist oder sogar in manchen Bereichen Frauenbevorzugung, immer neue Opfernarrative aus der Tasche ziehen bzw. hergebrachte aufrechterhalten, da sonst der Feminismus beendet wäre. Verständlich, dass vor diesem Hintergrund eine Philosophin, die (obwohl sie in vielem noch feministischen Glaubenssätzen verhaftet ist) sagt, dass Frauen eben nicht Opfer sind, sondern genauso „agency“ haben wie Männer, als Verräterin zerrissen wird.

17 Gedanken zu “Jung und naiv: Svenja Flaßpöhler über Sexualität und Feminismus

    • @Mika

      Wie wäre es damit, Arne Hoffmann zwei Stunden zu interviewen?
      Schau mal hin, ein Interviewer, ein Kameramann, Sofa.

      Was ich damit sagen will ist, natürlich können wir ein solches Video auch aus unserer Perspektive erstellen und auf youtube anbieten.
      Es muss nur irgendwer machen.

      Flaßpöhler ist eine intelligente Frau und spätestens, wenn du ihr Streitgespräch mit Stokowski anschaust wirst du bemerken, was für ein Stachel im Fleisch des Opferfeminismus sie ist und was für ein weinerlicher Jammerlappen Stokowski im direkten Vergleich.

      Ihr Plädoyer für eine „potente Frau“ ist zwar nur ein Essay, deckt aber – mit Blick auf die Absatzzahlen – ein existentes Interesse an ihren Thesen auf; an einer Position jenseits des Opferfeminismus, unter Anerkennung u.a. schlichter biologischer Tatsachen, d.h. jenseits des poststrukturalistischen, konstruktivistischen, subjektivistischen Feminismus.

      Flaßpöhler ist als mediale Figur nicht vom Himmel gefallen, sondern drückt ein Unbehagen am Verlauf der #metoo-Debatte aus, das es aber schon lange vor der Bewegung gegeben haben muss.

  1. Ich habe mich gewundert, wieso ein mediales Kaliber wie Flaßpöhler zu einem solchen sehr langen und sehr persönlichen Interview bereit ist und sich die Zeit dafür nimmt. Aber anscheinend ist dieser Tilo Jung, den ich vorher nicht kannte, ein ähnliches Kaliber. Mit aktuell 32k Zugriffen profifiert sie durchaus davon und macht sich Kreisen bekannt, die sie sonst nie erreichen würde.

    Ich habe bis jetzt „nur“ die ersten 62 Minuten gesehen, da war inhaltlich, was ihre Standpunkte betrifft, nichts neues dabei, d.h. ich würde die (vergleichsweise milde) maskulistische Kritik, die ich schon hier zusammengestellt hatte, bisher bestätigt sehen.

    Andererseits begeistert mich diese Frau immer wieder in bestimmten Punkten. Hier: ihre Emanzipationsleistung. Das wird erst durch die detaillierte Schilderung ihrer Biographie klar, daß sie ziemlich unter dem Einfluß feministischer Desinformation stand (und dazu zähle ich jetz einmal ganz provokativ Butler), bis hin zu ihrem Selbstexperiment, versuchsweise lesbisch zu sein.

    Von genau diesem autoritären Einfluß ihrer feministischen Umwelt hat sie sich freigemacht, also emanzipiert, Als sie meinte, das sei so richtig passiert, als sie der erste Kind bekam, mußte ich lachen und an das berühmte Pinker-Zitat über childless feminist people denken. Es wird auch halbwegs klar, an welchen Stellen bei ihr der Widerspruch zwischen feministischer Theorie und selber erlebter Realität zu groß wurde.

    • Nachtrag: ich kannte den YT-kanal Jung & Naiv vorher gar nicht, ebenfalls diesen Tilo Jung.
      Während des Interviews ist mit ein paar Mal aufgefallen, daß er versucht, sich als Oberfeminist bei Flaßpöhler beliebt zu machen oder ihr feministische Bekenntnisse zu entölocken, sie reagiert eher zurückhaltend darauf.
      Woher der Wind weht, ist mit jetzt bei folgendem Tweet von Jung klargeworden:

      Haltungsjournalismus at its finest, Anja Reschke wird applaudieren.

  2. @all

    Jetzt sind sie wohl hinter Shlomo Finkelstein (Youtuber) her.

    Großer Aufmacher bei Rotelius aktuell:
    „YouTube-Kanal „Die Vulgäre Analyse“
    Die Hetzer hinter dem Hacker
    Der 20-Jährige, der Daten von rund 1000 Prominenten und Politikern veröffentlichte, radikalisierte sich offenbar durch rechtsextreme Videos des YouTube-Kanals „Die Vulgäre Analyse“. Wer sind die Macher?“

    Was ihn zum Label „rechtsextrem“ qualifiziert, wird natürlich nicht verraten – es wird einfach behauptet.

    Zuerst hergestellt hatte diesen Zusammenhang bereits gestern eine gewisse Lina Morgenstern auf „Belltower“: DER HACKER „0RBIT“ UND DIE ROLLE DES HASS-YOUTUBERS „SHLOMO FINKELSTEIN“

    Die guilt by assoziation-Maschine läuft auf Hochtouren, denn die Argumentation geht so: „Schaut man sich die Accounts der Youtuber*innen an, die in den vergangenen Jahren von „0rbit“ oder „Nullr0uter“ gedoxt wurden, stößt man auf eine Auffälligkeit: Viele von ihnen haben sich kurz vor dem Dox kritisch mit dem islamfeindlichen und menschenverachtenden Youtube-Account „Die vulgäre Analyse“ auseinandergesetzt.“

    Eine kritische Auseinandersetzung mit einem „islamfeindlichen und menschenverachtenden“ Account führt zwangsläufig zur Übernahme von Islamfeindlichkeit und Menschenverachtung und Kannibalismus.
    Das ist selbstredend klar.

    Allerdings stellt sich der Zusammenhang zum doxing von Personen nicht unbedingt her, er muss daher einfach nur behauptet werden.
    „Listen and believe!“
    Dazu muss man wissen: „Die Amadeu Antonio Stiftung ist die Träger-Organisation von http://www.belltower.news

    Hier laufen anscheinend die Propagandastrippen zusammen, denn die Argumentationsmuster ähneln sich auffallend und mit Definitionen haben sie es selbstverständlich nicht so.

    Hate speech: „Hassrede ist deutsch für „Hate Speech“. Hate Speech bedeutet: gewalttätige Sprache, i.d.R. im Internet.“
    Der Begriff der „gewalttätigen Sprache“ existiert nur für diejenigen, die meinen aggressive Sprache führe (automatisch) zum gewalttätigen Handeln.

    Das ist aber das Dilemma dieser Pseudo-Wissenschaft; sie stellen eine Hypothese auf und nun müssten sie überprüfen, ob sich diese Kausalität im realen Leben zeigt.
    An dieser Stelle kneifen sie den Schwanz ein und versuchen, per plumper Wiederholung der These zu behaupten, es handle sich um eine bewiesene und bewährte Theorie.

    Selbstverständlich gilt hate speech nicht für sie selbst, sondern nur für „die Anderen“, die „Falschen“, die „Bösen“, die sich – das wird man doch noch sagen dürfen! – als Müll, Arschlöcher etc. pp. beschimpfen lassen dürfen.

    In ihrer selbst gebastelten Unterdrückungsolympiade stehen sie auf dem Siegertreppchen und von dieser Anhöhe wird immer nur zurück geschossen.
    Blamabel, wie durchsichtig die religiösen Rituale dieser Pseudo-Linken sind, noch blamabler, dass sie nicht bemerken, solche Zensuranstrengungen kann nur unternehmen und durchziehen, wer in einer herrschenden Position ist.

    • @crumar:
      Ich glaube, das hast Du falsch gelesen:

      „Schaut man sich die Accounts der Youtuber*innen an, die in den vergangenen Jahren von „0rbit“ oder „Nullr0uter“ gedoxt wurden, stößt man auf eine Auffälligkeit: Viele von ihnen haben sich kurz vor dem Dox kritisch mit dem islamfeindlichen und menschenverachtenden Youtube-Account „Die vulgäre Analyse“ auseinandergesetzt.“

      Das soll nmA bedeuten, dass nicht der Doxxer sich kritisch mit DVA auseinandergesetzt habe, sondern die Ge-Doxx-ten.

      Ich halte allerdings Doxxing generell und egal von wem an Wem für völlig untragbar. WENN jemand Straftaten begeht, sollte man die Behörden verständigen, nicht den Online-Mob. Und selbst dieses Vorgehen wird inzwischen zu einer Mob-Strategie (‚Swatting‘). IIRC war der erste mir bekannte Doxxing-Fall der von thunderf00t, der von ‚Laughing Witch‘ bei seinem Arbeitgeber als Nazi verleumdet und dessen Entlassung verlangt wurde.

      Kleine Anekdote am Rande: der Youtuber Sargon of Akkad, der (wie viele) ebenfalls der GamerGate-Bewegung entstammt und sicher auch kritische Videos zu den Aussagen von Anita Sarkeesian gemacht hat (als Hauptkritiker habe ich aber thunderf00t in Erinnerung…), hat sich bei der VidCon 2018(?) bei einem von Sarkeesians (hochbezahlten!) Vorträgen in die erste Reihe gesetzt. Daraufhin bezeichnete Sarkeesian ihn vom Podium (einer Position der Macht aus) als ‚garbage human‘ und beklagte sich bitterlich beim Veranstalter, dass sie in einem solchen ‚toxischen‘ Umfeld habe Reden müssen. Der Veranstalter hat sich natürlich ausführlichst entschuldigt. Also, nicht bei Sargon, jetz…

      • @CountZero

        Vielen Dank für den Hinweis, das habe ich wirklich falsch gelesen!
        Was aber am falschen Label „rechtsextrem“ und „Hass-Youtuber“ nichts ändert.

        Ja, die Sachen mit Thunder und Sargon habe ich ebenfalls mitbekommen – auch, dass Sargon aktuell von Patreon entfernt worden ist. Mit einer selten idiotischen Begründung.

  3. Da wären ein paar Links/Zitatmarkierungen mehr ganz hilfreich, @Crumar, ich blick nicht recht durch.

    Hinter DVA-Shlomo sind „sie“ ja schon seit ein paar Jahren her. Das fing an mit dem geplatzten „Gesprächstermin“ mit FUNK, an dem auch der Doktorant und Bleilo ( ? ) sich beteiligen wollten, was aber in die Hose ging, weil Shlomo Anonymität zugesichert haben wollte, was FUNK verweigert hat.
    Seitdem mußte Shlomo diverse Male den Kanal „wechseln“, wh. neue Aufmachen, auf eine andere Plattform wechseln, weil YT ihn immer wieder löschte, was zum lustigen Hase&Igel-Spiel wurde, da seine Fangemeinde im Spiegeln seiner Beiträge auch nicht faul war. Hinderlich war das aber logischerweise schon, da man zuletzt jeden Überblick verlor und nur mittels stundenlangem Suchens noch aktuelles von ihm fand.

    Richtig sauer wurden die FUNKER wohl dadurch, daß Shlomos Zerlegungen ihrer Beiträge ( bspw. Rayksbürger Anders und seine kleinkindertrotzigen Versuche Shlomo und anderen an’s Bein zu pinkeln ) regelmäßig ein mehrfaches an Zugriffen hatten, als die verwursteten Originale.

    Insofern äußerst schade, daß Bleilo das ganze zuviel wurde und der Doktorant garnix mehr macht.

    • @Fiete:
      Bei dem Trio, welches von FUNK interviewt werden sollte (die Aufforderung war mit einem professionell produzierten Video -von Suzie Grime?- veröffentlicht worden) war nicht Bleilo, sondern ‚Dorian der Übermensch‘ der dritte Angesprochene. Dorian und Imp haben sich ja später tatsächlich einem Interview gestellt, welches – noch schlimmer als erwartet – sinnentstellend gegen beide verwendet wurde. Das hat IIRC dazu geführt, das weder Dorian noch Imp (undogmatische, linke(!!!!) Gamer) mehr politische Kommentarvideos machen.

      Beim DVA-Doktorant-Dorian Interview hätte/wäre
      (1) ein ’neutraler Therapeut‘ dabeisein sollen, der schon im Diskussionsaufforderungsvideo vorgestellt wurde (der sollte wohl den ‚Haß‘ der drei kritischen youtuber verursacht durch die menschenverachtenden Veröffentlichungen der FUNKer heilen…)
      (2) keine eigene Ton- und erst recht keine Bildaufnahme des Interviews durch die Interviewten angefertigt werden dürfen (sonst könnte man ja dokumentieren, was wirklich gesagt wurde…
      (3) Shlomo verweigert worden, mit Gesichtsmaskierung aufzutreten. Zitat: „Wir wollen uns doch bei dem Gespräch in die Augen schauen!“ DAS hätten sie ja tun können, Shlomo hatte einen Niqab als Maskierung angeboten, bei dem man die Augen sehen kann. Es erstaunt mich jedesmal wieder, wie Leute, die Niqab et al. als ‚Befreiung der Frau‘ vehement als ein Recht der Bekleidung verteidigen, einem durch Doxxing erheblich gefährdeten Diskussionsgegner das Tragen eines solchen verweigern mit der Begründung, „man könne nicht diskutieren, ohne sich von Angesicht zu Angesicht sehen zu können.“

      Es ging NIE um ein ‚Gesprächsangebot‘, in dem irgendwelche Argumente ausgetauscht werden sollten und man ein Verständnis füreinander entwickeln wollte, sondern darum, die drei als ‚Hater‘ mit professionellem ‚Moderator‘ vorzuführen. (Die Absicht, Shlomo zu doxxen, will ich tatsächlich nicht unterstellen. Darauf sind die glaubich gar nicht gekommen…..).

      Die Niedertracht in den Motivationen von Suzie Grime, Rayk Anders, Andre Teilzeit und Tarik Tesfu machte mich wirklich sprachlos damals, als die Geschichte sich entspann.

      • Danke für die Korrektur, ich kam einfach nicht mehr drauf, wer da noch bei war ( Scheiß-Demenz ).

        Daß die FUNKER ursprünglich kein Doxxing geplant hatten, glaube ich ja auch, aber nachdem das Thema konkret Gegenstand einiger Mailwechsel u.s.w. war bekam ich dann doch so meine Zweifel. Zumindest hätte man vermutlich drauf abgehoben, mittels dieses „Therapeuten“ allen engagierten FUNKKritikern (unberechtigte ) Paranoia mehr oder weniger offen unterzujubeln.
        Um möglw. auf ganz doll zerknirscht zu machen, wenn es zu irgendwelchen üblen Aktionen nach „Enttarnung“ von Shlomo gekommen wäre.

        Blöde finde ich, daß sie letztendlich Erfolg hatten, die FUNkkanäle sabbern weiter, die Kritik daran ist ziemlich versandet.

      • Hier erstmal der Link zum von @Crumar zitierten Artikel:
        https://www.belltower.news/die-vulgaere-analyse-der-hacker-0rbit-und-die-rolle-des-hass-youtubers-shlomo-finkelstein-80429/

        Eine ziemlich wilde Räuberpistole, die sich das AAS-Türmchen da zusammenstrickt. Gerüchte, Unterstellungen, dreist konstruierte „Zusammenhänge“ jede Menge. Und dazwischen die übliche Beweihräucherung:
        „Auch Tarik Tesfu, ein YouTuber, der Aufklärungsarbeit in den Bereichen Gleichberechtigung und Sexismus betreibt …“

        Ein gleichberechtigungsfeindlicher rassistischer Sexist, der „Aufklärung“ betreibt. Ja neee, is klar ….

      • @CountZero @Fiete

        Ich habe bewusst diesen Rotz nicht verlinkt.

        „Dorian und Imp haben sich ja später tatsächlich einem Interview gestellt, welches – noch schlimmer als erwartet – sinnentstellend gegen beide verwendet wurde.“

        Es war ja nicht das, sondern sie wurden von Böhmermann im TV als Trolle vorgeführt und als Anlass für sein Maulwurf-Projekt bei den Rechts-Identitären.
        Dabei haben die beiden überhaupt nichts mit dieser politischen Gruppierung zu tun.
        Das war einfach nur der Versuch, sie als solche anzuschmieren.
        Ich bin mir ziemlich sicher, die FUNKER haben sie Böhmermann wahrheitswidrig als solche präsentiert – wenig subtile Form der Rache und der Demonstration ihrer Stärke.
        Was ihren Opfer-Diskurs konterkariert – aber Wahrheit ist eine echte Zumutung.

        In Sachen ’neutralen Therapeuten‘ kann man nur in Hohngelächter ausbrechen.
        Natürlich ging es von vorne herein darum, sie zu pathologisieren.
        Das gelingt um so besser, desto windelweicher die Formulierung dessen ist, was ihnen überhaupt vorgeworfen wird.
        So etwas zu „heilen“, kann dann Aufgabe eines Wünschelrutengängers und sonstiger Scharlatane sein.

        „Blöde finde ich, daß sie letztendlich Erfolg hatten, die FUNkkanäle sabbern weiter, die Kritik daran ist ziemlich versandet.“
        Jap, meine Rede.

        • @crumar:

          Es war ja nicht das, sondern sie wurden von Böhmermann im TV als Trolle vorgeführt und als Anlass für sein Maulwurf-Projekt bei den Rechts-Identitären.

          Da gab’s ja einige verschiedene Ereignisse, die ich nicht mehr in zeitlicher Reihenfolge korrekt zusammenbekomme. Ich meine, sie wäre so gewesen:
          (1) Kai Gniffke, Anja Reschke und Isabel Schayani starten „Sag’s mir in’s Gesicht!“ und geben vor, mit ‚Hatern‘ ins Gespräch kommen zu wollen. Dorian (u.a., z.B. Massengeschmack TV) ruft an und wird von Anja Reschke von oben herab abgekanzelt. Die gesamte Aktion von Gniffke&Co. machte für mich nicht den Eindruck, tatsächlich kommunizieren zu wollen. Vielmehr ging es nach meiner Wahrnehmung darum, den Zuhörern von der Kanzel zu predigen, warum sie Unrecht haben (ähnlich wie Martin Benninghoffs Aktion bei der FAZ).

          (2) Imp und Dorian geben FUNK ein Interview, in dem sie ihre Positionen deutlich machen wollen (die ich selbst übrigens bei weitem nicht alle teile). Daraus werden sinnentstellend Zitate verwendet (‚Es gibt ja Gründe, Leute zu hassen‘ u.ä.) und z.B. Dorian wird wg. eines HKN KRZ T-Shirts und eines ‚Battle Rap‘-Textes als Nazi (‚rechts‘, was ja inzwischen anscheinend synonym ist…) dargestellt.

          (3) Rayk Anders und Co. recherchieren nach ‚rechtem Haß‘ und ‚Trollen‘ (alles Nazis, versteht sich) im Netz, in einer (ich zitiere Rayk Anders wörtlich) „abgefuckten“, aber coolen verlassenen Fabrikhalle, die sie als Hauptquartier ihrer einjährigen (!) undercover-Enthüllungsjournalistenaktion einrichten. Daraus und aus dem Interview von oben entsteht der Beitrag ‚Lösch Dich! So organisiert ist der Haß im Netz!‘. (‚Lösch Dich!‘ war der Über-Titel einiger Videos von Dorian und Imp.) (Hatte der Böhmermann dabei schon die Finger im Spiel?)

          (4) Böhmermann ‚gründet‘ „Reconquista Internet“, veröffentlicht Blocklisten, auf denen „Nazi-Trolle“ stehen und kündigt „Flauschangriffe“ an. Fotos von Dorian und Imp aus dem Interview werden mit Trollgesichtern übermalt. Assoziation: Dorian und Imp sind ‚rechte Trolle‘. Seine Fangemeinde zieht los auf dem Kreuzzug, mit denen sie ’sich das Internet zurückholen‘ wollen. (Ein Live-Stream, den ich öfters verfolge, hatte eine Weile lang in jedem Stream ein- bis zwei solcher Böhmer-Trolle).

  4. Eigentlich finde ich sie ja ganz interessant sowie gut und nötig für den Diskurs. Auch kann ich ihr Interview beim Schweizer Fernsehen in so’ner 2er-Talkshow namens Sternstunde Philosophie zum Thema Verzeihen/Vergeben empfehlen oder die Diskussionsrunde namens Philosophischen Stammtisch zum Thema MeToo … Aber hier mal meine Kritik zu dem hiesigen Interview (die Zahlen sind die Timestamps des Videos, auf die ich mich dann jew. beziehe):

    55:55 (& 1:20:25) Hier plädiert sie doch dann für genau das, was sie vorher – bezogen auf sexuelle Ausrichtung – kritisiert hat: Privates im Sinne einer politischen/ideologischen Agenda auszurichten. Was ist denn, wenn die Frauen mehrheitlich gar nicht in Führungspositionen wollen, weil sie bspw. gar nicht ganztags „beruflich“ arbeiten wollen (bezogen auf einen Gelderwerbsjob) oder weil sie gar nicht die Verantwortung der Führungsposition übernehmen wollen? Wieso sollten sie denn mehr in diese Positionen gelangen, wenn sie es gar nicht wollten? Und dass Hausfrauen nur im Haus wären und dadurch weniger Teilnahme am „öffentlichen Leben“, wie sie es nennt, hätten, ist ja auch nicht unbedingt richtig. Selbstverständlich sollten sie die Möglichkeit haben, ein Leben außerhalb des Hauses zu führen, wie ich es mal nennen würde; aber dem widersprechende Meinungen konstituieren doch – abgesehen von muslimischen Kreisen – heute keine relevant vertretene Position mehr in unserer Gesellschaft. Außerdem gibt es auch die Möglichkeit des Lebens in größeren Intentional Communities (also größer als Kleinfamilien, bis hin zur größeren Wohn- und Lebensgemeinschaft etc.) mit nah beieinander liegenden Koch-, Werk-, Kunstschaffungs- und Wohnräumlichkeiten, wo die Hausfrauen (und zuhause gelderwerbsmäßig arbeitenden Personen) dann sogar innerhalb des häuslichen Bereichs nicht alleine sind … Das muss doch jeder für sich selbst entscheiden dürfen, ohne dass sich da jemand einmischen zu dürfen meint (seien es Wirtschaftsverbände, institutionale Politiker oder aber Verleger/Redakteure wie Flaßpöhler)! PS: Bei 1:41:30 & 1:43:20 relativiert sie’s teilweise dann noch (oder sie – je nach dem wie man’s sieht – widerspricht ihren vorigen Äußerungen teilweise) … ok, aber das zeigt, dass sie selbst noch nicht potent genug ist, um zu einer eigenen Meinung zu gelangen und dazu zu stehen, sondern immer noch in dem Modus ist, herausfinden zu müssen/sollen, was gerade dasjenige ist, was als „(das) Problem“ erkannt, als normativ richtig/falsch deklariert oder als Lösungsmöglichkeit propagandiert werden müsste/sollte. 😉 Und bei 1:43:40 wird sie dann noch auf diese Widersprüchlichkeit gestoßen, um dazu konkret und klar Stellung zu beziehen. So wie ich es verstanden habe, konnte sie dies aber nicht – m.E. logischerweise.

    #radikalfeminin

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