Brexit Abstimmung: England quo vadis?

Diskussionsmöglichkeit zur heutigen Abstimmung in England

Der Spiegel berichtet:

May scheitert krachend mit ihrem Brexit-Deal

Das britische Parlament hat den Brexit-Deal von Premierministerin May abgelehnt. Nur 202 Abgeordnete stimmten dafür – 432 dagegen. Oppositionschef Corbyn fordert ein Misstrauensvotum.

79 Gedanken zu “Brexit Abstimmung: England quo vadis?

  1. Da ich finde, dass die EU viel zu lasch verhandelt hat*, wünsche ich mir natürlich, dass die Briten das Verhandlungsergebnis ablehnen.

    *Admiral Cartwright hat die Situation wunderschön zusammengefasst:

    »The opportunity here is to bring them to their knees. Then, we’ll be in a far better position to dictate terms.«

  2. Ich finde es traurig, dass mit Fake News und Hetze bewiesenermassen Meinungsmanipulation betrieben wurde. Die Galionsfiguren haben sich aus dem Staub gemacht und werden keinerlei Verantwortung übernehmen, was kommt.

    Man muss sich schon Gedanken machen, wieso die Meinungsbildung und Kursrichtung der westlichen Welt Rupert Murdoch und Putins Meinungsbildnern unterliegen soll.

    Bei vielem, was die EU nicht richtig macht, sollte man eins nicht vergessen: Im Kern ist die EU ein Friedensprojekt. Und dieser 70-jährige europäische Friede ist ein hohes, viele Jahrhunderte nicht erreichtes Gut.

    Ein Austritt Großbritanniens aus der EU wäre höchstgradig bedauerlich. Gewinner wären alle ausser den Briten und der EU. Zuallererst Russland, aber auch die USA und China.

    • „Im Kern ist die EU ein Friedensprojekt“

      Is klar, Totalitarismus für den Frieden.
      Und wenn wir dann ein paar Friedensbomben auf den bösen Putin werfen, wird alles ganz toll divers und für immer gut, nä?

      Kann ich auch mal was von dem Kraut kriegen? Muß ’n super Zeug sein ….

      • Nur falls wer nicht kapiert, warum ich bei Flin’s „Friedensgeblubber“ in Sarkasmus verfalle:
        Der „EU-Frieden“ war/ist aktiv im Kosovo, in den Golf-Kriegen, in Afghanistan, im Irak, in Libyen, beim Naziputsch in Kiew und in Syrien beteiligt. Bis auf zwei übrigens Atomkriege, wenn ich mich nicht irre.
        Happy Brrrrtday!

          • Nur das Paradies auf Erden kann man „Frieden“ nennen? Ist die Messlatte da nicht etwas sehr hoch gehängt, Fiete?

          • Frag Flin, nicht mich.
            Oder wolltest Du andeuten, daß „wir“ als imperiale Schergen „das Richtige“ tun, wenn wir den aufmüpfigen Rest der Welt plätten, um dessen Ressourcen zum Treibstoff für Flin’s „Frieden“ zu machen?
            Wäre nicht gerade überraschend.
            Dummerweise wäre es aber mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit anzunehmen, daß dieses Land hier dabei sehr weit oben im Ranking der primären taktischen Gefechtsfelder steht.

          • Fiete: Die Friedensbewegung, der du begrifflich nacheiferst, ist für den Krieg marschiert. Nur für die andere Seite.
            Und das Geschäftsmodell haben sie beibehalten.

          • Auf so’nen flachrabulistischen Blödsinn antworte ich gar nicht. Wovon wollt Ihr beiden eigentlich ablenken?

            Meine Einschätzung zum Brexit hat sich jedenfalls vorläufig bestätigt.
            May unkt, daß sie irgendwas in Planung hat, was ich für glaubwürdig halte, wäre unglaubwürdig, wenn nicht. Was genau – das wird sich zeigen ( siehe oben, schaun mer mal ). Vermutlich ein Angstspiel mit einem „geringeren Übel“, gemischt mit irgendeinem „alternativlos“. Also sehr ähnliche Taktik wie hier auch regelmäßig versucht wird.

          • „Auf so’nen flachrabulistischen Blödsinn“

            Dass die Friedensbewegung erst für den Kommunismus und dann für den Islamofaschismus marschierte, ist natürlich absolut unwahr. lol

          • Woltest Du noch irgendetwas zum Thema äußern, ( falls ja was? ), oder geht es Dir, wie so oft mal wieder, nur um Hirnwichserei via Argumentum ad Trollem?

          • Es ging um deinen pazifistischen Fundamentalismus hier im Faden, wenn du es noch nicht gemerkt haben solltest.

          • Und warum sollte ich DEINE Halluzinationen irgendwie „merken“?
            Zumal diese mehr als reichlich unscharf sind?
            Nur ein willkürlich herausgegriffenes Beispiel: Es gab in den letzten Jahrzehnten allein in D. sicherlich locker ein halbes Dutzend selbsternannte o. dafür gehaltene „Friedensbewegungen“ und etwa genau so viele je „richtige“ o. „falsche“ Seiten auf denen irgendwer „mitmarschieren“ konnte. Für keine davon habe ich mich „ereifert“. Und mit der Marschiererei habe ich es per se nich so.

            Kurz: Du laberst serienweise Unfug, um Dir darauf einen runterzuholen und vom Thema wegzutrollen!

            ( Disclaimer: Dieser Kommentar folgt aus pragmatischen Gründen der praktischen Kurzformel des Ex-Pressesprechers der Hells Angels:
            Benimmst Du Dich wie ein Mann, behandle ich Dich wie einen Mann. Benimmst Du Dich wie ein Arschloch, behandle ich Dich wie ein Arschloch! )

        • Ich muß mich Fiete anschließen (wobei ich keinen mit Kernwaffen ausgetragenen militärischen Konflikt erkennen kann nach Hiroshima und Nagasaki).

          Die EU war sicher als ‚Friedensprojekt‘ geplant (für diejenigen Nationen, die vor dem 1. WK ‚Großmächte‘ waren), und der Wille zum Frieden ist unter den europäischen Nationen sicher echt, aber nicht die EU hat 70 Jahre lang mitlitärische Konflikte zwischen diesen Nationen verhindert, sondern der Zustand ‚kalter Krieg‘. So, und jetzt können die Semantiker sich fragen, ob das mit den 70 Jahre Frieden in Europa nicht doch falsch ist, schließlich gabs ja 45 Jahre kalten Krieg…

          • „wobei ich keinen mit Kernwaffen ausgetragenen militärischen Konflikt erkennen kann“

            Der meint das mit der Uranmunition und bauscht das auf — genau wie die einschlägigen Fiedensbewegten das damals machten.

            „und jetzt können die Semantiker sich fragen, ob das mit den 70 Jahre Frieden in Europa nicht doch falsch ist, schließlich gabs ja 45 Jahre kalten Krieg…“

            Deinen guten Einwand kann man ganz ethisch-moralisch begründen: dieser Frieden war keiner, da er von Feindseligkeit geprägt war. Woran man der EU allerdings überhaupt keine Schuld geben kann, aber vielleicht würde @Fiete das ja machen.

    • „sollte man eins nicht vergessen: Im Kern ist die EU ein Friedensprojekt.“

      Ein schöner Spruch vom Schlage „früher war alles besser“. Er ist der Blick in den Rückspiegel und die Ursache dafür war das atomare Patt der zwei Blöcke, aber nicht ein Näherrücken in Europa oder gar die EU.
      Für den Blick in die Zukunft halte ich das sogar für einen gefährlichen Spruch, der einen nur EU-nationalistisch besoffen macht.

      • So wie den Herrn Menasse, der vor EU-Begeisterung offenbar etwas den Bezug zur Realität verloren hat. Und anscheinend von einer angeblichen Antrittsrede des ersten EU- (bzw. damals EWG-) Kommissionspräsidenten Hallstein im Jahre 1958 in Auschwitz schwadronert hat. Interessant daran ist, wie wenig die offenkundige Absurdität dieser Fabel auffällt. Nämlich der Umstand, daß Auschwitz im damaligen sowjetischen Machtbereich liegt, und der kalte Krieg in vollem Gange war. Und da hält ein Spitzenfunktionär der einen Kriegspartei eine Antrittsrede inmitten des Territoriums der anderen. Eigenflich hätte Menasse sich mit der Bemerkung herausreden können, daß das offensichtlich eine Fabel ist. Hierzulande braucht man aber inzwischen „Geschichtswissenschaftler“, um herauszufinden, was daran falsch sein könnte. Mir deucht, die grassierende Blödheit ist ein viel größeres Problem als jeder Brexit.

    • Ich finde es traurig, dass mit Fake News und Hetze bewiesenermassen Meinungsmanipulation betrieben wurde.

      So? Wo?

      Die Galionsfiguren haben sich aus dem Staub gemacht und werden keinerlei Verantwortung übernehmen, was kommt.

      Das ist mit den Initiatoren des EU-Projektes auch schon so gewesen, seit wann übernehmen Politiker überhaupt Verantwortung für irgendwas? Oder gar Lügenmedien? Kohl, dessen Verhandlungsgeschick wir den dysfunktionalen Euro verdanken, hat sich längst endgültig aus dem Staub gemacht. Wenn die ganze Sache kollabiert, werden es alle so aussehen lassen, als ob es die Schuld der EU-Gegner war. So wie man jetzt auch der AfD die Spaltung der Gesellschaft in die Schuhe schiebt, statt sie als Folge derselben zu erkennen.

      „Im Kern ist die EU ein Friedensprojekt. Und dieser 70-jährige europäische Friede ist ein hohes, viele Jahrhunderte nicht erreichtes Gut.“

      Nein, ist sie nicht, das ist eine Propagandalüge. Man hat ja vorsorglich nur friedliche und einigermaßen demokratische Länder aufgenommen, nicht etwa die Türkei oder die ex-jugoslawischen Staaten. Demokratie bringt normalerweise Frieden (deshalb mußte Hitler sie auch erst schleifen) und die EU ist im Kern massiv antidemokratisch. Sie soll den USA nachgebildet werden, nachweislich das kriegerischste Land der Welt, zudem zerfressen von inneren Widersprüchen. Schönen Dank auch!

      • Ich finde es traurig, dass mit Fake News und Hetze bewiesenermassen Meinungsmanipulation betrieben wurde.

        So? Wo?

        Nach meiner Erinnerung jedenfalls NACH dem Brexit-Vote ganz unverblümt auf EU-Seite, wohl auch bei den Remainers. Was hat die Presse nicht alles berichtet, was schlimmer wird (für uns und erst recht für die Briten), wenn der Brexit kommt. Leider habe ich die Meldungen nicht aufbewahrt, nichtmal die besten Schoten darunter ;-).

    • “ Im Kern ist die EU ein Friedensprojekt. Und dieser 70-jährige europäische Friede ist ein hohes, viele Jahrhunderte nicht erreichtes Gut.“

      Glaubt eigentlich ernsthaft jemand, dass nach dem Ende der EU der 1. WK 2.0 in Europa ausbricht? 😀

  3. Aus der Tatsache, dass die deutschen Medien quasi eine Einheitsmeinung über die Folgen eines Brexit haben, schließe ich, dass sich diese Einheitsmeinung jedenfalls als falsch herausstellen wird.

    • So geht es mir auch.

      Mag sein, dass der Brexit für GB am Anfang schwierig ist und vielleicht erst einmal auch negative Konsequenzen haben wird. Wenn es sich dann aber eingependelt hat, wird das für GB aber vermutlich viel mehr positive Auswirkungen haben.

      Ansonsten würde die EU und der Mainstream nicht wie eine 3-jährige Heulsuse dauerplärren. Das liegt aber wahrscheinlich daran, dass es nicht selten so ist, dass wenn einer aus einem Umstand (Trennung) Vorteile hat, der andere umgekehrt Nachteile haben wird. Denn die Vorteile des einen ist oft der gespiegelte Nachteil des anderen (z.B. einer zahlt, der andere bekommt Leistungen). Und plärren wird gewöhnlich derjenige, für den ein Umstand weniger vorteilhaft ist.

      Da die Mainstreammedien sich inzwischen als reine meinungsmanipulierende Propagandamedien mit Erziehungsauftrag verstehen und die eigene Glaubwürdigkeit sich stetig limes Null annähert, kann man mittlerweile recht zuverlässig schlussfolgern, dass das Gegenteil wohl überzeugender sein wird, wenn die Mainstreammedien im Chor Ansichten abzuwerten versuchen.

      Die EU hat fertig und entwickelt sich mehr und mehr zu einem diktatorischen Regime, welches Freiheiten beseitigt und ideologisch vollkommen verblendet ist. Und da Schwachsinn inhaltlich bzw. argumentativ nicht überzeugen kann und unterlegen wäre, kann man Schwachsinn halt nur über Zwang, Missbrauch von Macht, Propaganda, Verbreitung von Angst über Antifa, Gesinnungsstrafrecht, Verächtlichmachung von Gegenansichten, … durchsetzen.

      Wer daher solchen offen ideolgisch verseuchten Gemeinschaften entflieht, um wieder selbstbestimmt sein Leben regeln zu wollen, wird auf Dauer ziemlich sicher im Gesamtsaldo die Vorteile haben.

      Der Euro und die EU werden ohnehin irgendwann knallen bzw. ganz übel enden, da Gemeinschaften selten funktionieren, wenn diese nur noch unter Missbrauch von Macht zusammengehalten werden können.

      Wer es daher schafft, den Knall nur noch von außen betrachten zu brauchen und nicht mehr von innen heraus miterleben zu müssen, wird dafür noch ziemlich dankbar sein.

  4. Es war schon wenige Tage nach dem Brexit-Referendum in allen MS-Medien eindeutig zu sehen, mit was für Verhöhnungen, Drohungen, Beschimpfungen und Lächerlichmachungen die EU-Diktatoren ihren Plan propagieren wollen.
    May hat diesen Mist übernommen und will das als „Abkommen“ durchsetzen.
    Das macht die Briten verständlicherweise stinksauer.
    May hat fertig.

    Schaun mer mal, was die alternativen Medien in den nächsten Tagen dazu an Nachrichten bringen.

  5. Der Brexit ist ein non event. Nur von symbolischer Bedeutung. Das UK hat immer nur halbherzig mitgemacht und daher war es nie wirklich in der EU.
    Und das ist das grösste Problem: die EU ist kein organischer Zusammenschluss gemeinsamer Interessen. Überdies haben die EUler auch nachhaltig dafür gesorgt, dass keine organische Einheit entsteht, vor allem durch die Weigerung einen Finanzausgleich zu schaffen. Die Entscheidung um Griechenland hat die EU gekillt, seitdem treibt die EU tot im Wasser.
    Die EU ist ein Koloss auf erdenen Füssen, die Erde ist nicht mal zu Ton gebrannt. Die EU wird daher schneller und abrupter zerfallen als die Sowjetunion.

    • „Die EU wird daher schneller und abrupter zerfallen als die Sowjetunion.“

      Ich wünschte es wäre so, allerdings wird die EU von extrem starken wirtschaftlichen Interessen (besonders deutschen) getragen, was in der Regel ausreicht, um jede positive Entwicklung mindestens zu verzögern.

      Auch die Politiker lecken sich ihre feisten Finger nach den bequemen und gut bezahlten europäischen Pöstchen.

      Zudem wurde die Ideologie über Jahrzehnte eingeimpft, ich wahrsage mal ins Blaue hinein: die EU wird erst fallen, wenn die deutschen Relotiusmedien am Ende sind (und die sind zwangsfinanziert). Es wird also eher ein langes schmerzhaftes Siechtum werden. Nur abkürzbar, falls es eine Katastrophe, einen großen Crash o.ä. gibt.

      • Genau die Wirtschaftsinteressen sind entscheidend. Die EU hat sich mit ihrer Währung selbst kastriert und wird schon jetzt nicht mehr in der Lage sein eine Rezession aufzufangen. „Europa“ wird an seiner eigenen Währung scheitern.
        Wenn die Deutschen mutig wären, dann würden sie jetzt das Scheckheft ziehen. Aber das wollen sie nicht, sie sind absolut davon überzeugt das richtige zu machen, eine „seriöse Geldpolitik“.

        • „und wird schon jetzt nicht mehr in der Lage sein eine Rezession aufzufangen“

          In Deutschland hat sie genau das geschafft, mit Hilfe der Geldpresse zwar und mit Hilfe euphemistischer Inflationsberechnung, aber sie hat es geschafft. Die kleinen bzw. wirtschaftsschwachen Länder sind den meisten Deutschen, erst Recht deren Industrie, vollkommen egal, die werden halt geopfert und sollen sich halt wettbewerbsfähiger machen. Die Linken wollen dagegen gleich eine europaweite Umverteilung (aber nur deshalb so regional, weil die weltweite Verteilung unseres Wohlstandes noch nicht ausreichend organisiert ist) und halten deshalb am Euro fest.

          „Wenn die Deutschen mutig wären, dann würden sie jetzt das Scheckheft ziehen.“

          Tun sie doch, sie zahlen über die Inflation. Für ein offenes Vorgehen würde Merkel abgestraft, die Währungszusammenhänge kapieren die 0815-Bürger aber nicht. Bisher scheint das Vorgehen aber nicht so recht zu helfen, warum, weiß ich nicht. Die Verwerfungen sind scheinbar einfach zu groß und das Geld kommt nicht dort an, wo es gebraucht würde.

          Wieso die Deutschen den Karren aus dem Dreck ziehen sollen, ist ohnehin nicht einzusehen. Der Mittelstand wird jetzt schon bis aufs Blut gemolken und an die anderen kommt man Dank Kapitalfreizügigkeit nicht heran.

          • „In Deutschland hat sie genau das geschafft, mit Hilfe der Geldpresse zwar“

            Eben nicht. Geldschöpfung durch Staatsausgaben gibt es im Euroraum nicht und die Schöpfung durch Bankkredite ist mehr als mau. Deutschland zieht als Magnet das Geld der anderen EU-Staaten an und daher scheint es – in Verbindung mit dem Export in den bösen USD-Raum – Deutschland noch recht gut zu gehen. „Bilanztechnisch“ vor allem, jo.

            „„Wenn die Deutschen mutig wären, dann würden sie jetzt das Scheckheft ziehen.“

            Tun sie doch, sie zahlen über die Inflation. …. Bisher scheint das Vorgehen aber nicht so recht zu helfen, warum, weiß ich nicht.“

            Es gibt eben keine nennenswerte Inflation! Die grosse Kostenexplosionen (regelmässig 10, 20, 30 %+ auf so Vieles Staatliches, Kommunales, etc) sind der Explosion der Kosten im Sozialstaatsbereich zu verdanken.

          • @Alex

            „Eben nicht. Geldschöpfung durch Staatsausgaben gibt es im Euroraum nicht“

            Schwierig einzuschätzen, ich kenne die Statistiken dazu nicht.

            Schwer vorstellbar, dass die EZB für 15, 30 oder 60 Mrd. pro Monat (!) Anleihen aufkaufen kann/konnte, ohne dass irgendwas davon in der Wirtschaft ankommt. Meines Wissens hat sie sogar Unternehmensanleihen aufgekauft.

            https://www.handelsblatt.com/finanzen/geldpolitik/geldpolitik-aktien-anleihen-pfandbriefe-diese-folgen-hat-das-ende-des-kaufprogramms-der-ezb/23140432.html?ticket=ST-48600-EiNiZBmBNJ9RuhlxJGdu-ap3

            Anders ist für mich ein 50 Mrd.-Überschuß im deutschen Staatshaushalt, ein Aktien und Bitcoinboom etc. (trotz Mrd.-Kosten durch Zuwanderung) auch nicht zu erklären. Na gut, die Deutschen investieren beim derzeitigen Zinsniveau natürlich auch, sofern sie können. Die geringere private Überschuldung ist da von Vorteil.

            „Es gibt eben keine nennenswerte Inflation!“

            Ich glaube den offiziellen Statistiken nicht. Schon aufgrund der hedonischen Berechnung:
            http://schliesslich-ist-es-ihr-geld.de/hedonische-inflationsberechnung-wer-nicht-hoeren-will-muss-fuehlen/

            Die grosse Kostenexplosionen (regelmässig 10, 20, 30 %+ auf so Vieles Staatliches, Kommunales, etc) sind der Explosion der Kosten im Sozialstaatsbereich zu verdanken.

            Inflation ist Inflation, wenn beim Staat die Kosten steigen und u.a. bei Immobilien etc. dann muss sich das niederschlagen, falls sie nicht anderswo im selben Maße gesunken sind. Letzteres ist mir zumindest nicht aufgefallen.

          • @Androsch
            „Schwer vorstellbar, dass die EZB für 15, 30 oder 60 Mrd. pro Monat (!) Anleihen aufkaufen kann/konnte, ohne dass irgendwas davon in der Wirtschaft ankommt. “

            Das ist tatsächlich so, da da „kommt nichts an“. Die Anleihen werden ja auch nicht mit „schon existierendem“ Geld erworben, sondern mit frisch geschöpftem Zentralbankgeld. Wenn zurückgekauft, dann ist der Bucheintrag wieder bei 0. Dass das Geld überhaupt benutzt werden kann und sich vermehren (durch Zinsen etwa), dafür müssen die Anleihen von jemandem anderen als der Zentralbank gehalten werden.
            Die Anleihenaufkäfe sind in jeder Hinsicht nur bremsend für die Inflation! Also ganz anders, wie von so vielen Leute dargestellt, es ist das Gegenteil von „Geld drucken“. Das Ganze mit den Anleihenkäufen wird gemacht, um die langfristigen Zinsen zu bestimmen, die Raten so ab 3 Jahre – die kurzfristige Rate wird ja gleich festgesetzt. Der ultimative Sinn dahinter ist, „faule Kredite“ zu decken und nicht ausfallen zu lassen.

            „ein 50 Mrd.-Überschuß im deutschen Staatshaushalt“

            Das ist Geld, welches dem privaten Sektor entzogen wurde. Das bremst jede wirtschaftliche Aktivität und müsste für sich allein schon reichen, um eine herbe Rezession auszulösen. Dieses Geldabgreifen geschah ja in einem „deflationären“ Umfeld, also in einem Umfeld geringer Kredit- und damit Geldausweitung.
            Wie die Kreditmengenausweitungen und -kontraktionen sich in dem Phänomen Inflation niederschlagen, ist ein sehr kompliziertes Thema. Für unsere Gegenwart jetzt ist wichtig, dass die Nullzinsen höhere Preise bedingen – so ist der Preisanstieg insbesondere bei Immobilien zu sehen. Du kannst dir das so denken: auf den eigentlichen Materialwert wird ein gewisser Zins über einen gewisse Zeit (sagen wir mal 5 % auf 30 Jahre) aufgeschlagen, weil es den ja nicht mehr gibt! In einem Nullzinsumfeld steigt der Wert eines Gutes in der Gegenwart. Das ist auch der Grund für die erhöhten Aktienpreise. –> Zahl heute schon den Wert, den ein Produkt in 10 Jahren hat!

  6. und da sollen die britischen Leute traurig sein, wenn sie diesen desolaten Zustand verlassen?

    Sie haben doch ihren eigenen.

  7. Im Endeffekt legt die Diskussion um die Brexit-Folgen für das Königreich und die EU schon heftig den Finger in die Wunde: Im Wesentlichen sind die negativen Auswirkungen wirtschaftlicher Natur. Kaum jemand kann zusätzlich etwas nennen, was die EU sonst noch an deutlich sichtbaren Vorteilen für die Leute gebracht hat.
    Dass die EU ein Friedensprojekt ist – geschenkt, darauf kann man sich nicht ewig ausruhen, und im Wesentlichen hat sie den Frieden zwischen den Mitgliedsstaaten eben auch bloß abgesichert, indem sie es vereinfacht hat, miteinander zu handeln und sich so wirtschaftlich abhängiger voneinander zu machen. Es ist auch schon ein bisschen vermessen, so zu tun, als wäre es ohne die EU zwangsläufig wieder zum Krieg zwischen z. B. Deutschland und Frankreich gekommen, das ist wohl doch eher absurd, nachdem der 2. Weltkrieg die Zerstörung auch mitten in die deutschen Wohnhäuser gebracht hat und den Pazifismus so tief verankert hat, dass die heutigen Bündnispartner schon dran verzweifeln.

    Im Endeffekt verliert man mit dem Königreich auch einen Partner, der vielleicht in seiner Skepsis (so nervig sie oft war und so sehr man sich gerechtfertigterweise auch über die britischen Extrawürste aufregte) in gewisser Weise auch eine Art Korrektiv war für die Abgehobenheit vieler Eurokraten, die es (anders als die meisten Einwohner der EU) gar nicht erwarten können, die Nationalstaaten abzuschaffen. Da haben wir jetzt zwar auch gerade die östlichen Nachbarländer, die genau deswegen der EU beigetreten sind, weil sie ihre Nationen bewahren wollen (insbesondere vor russischem Einfluss, wobei diese Angst natürlich auf historischen Erfahrungen beruht). Dennoch hat es mehr Gewicht, wenn ein Nettozahler diese Rolle innehat. Zu oft hat man den Eindruck, dass (sowohl in der EU-Führung als auch bei deutschen Politikern) der Grundsatz gilt: „Alles für die EU, und wenn die Mitgliedsländer dabei kotzen“, anstatt zweckmäßig zu schauen, dass das Wohlergehen der Einzelstaaten vielleicht für die Gesundheit der EU insgesamt auch wichtig ist und nicht unbedingt für ideologische Fantasien nach hinten gestellt werden sollte.

    • „Im Endeffekt verliert man mit dem Königreich auch einen Partner, der vielleicht in seiner Skepsis (so nervig sie oft war und so sehr man sich gerechtfertigterweise auch über die britischen Extrawürste aufregte) in gewisser Weise auch eine Art Korrektiv war für die Abgehobenheit vieler Eurokraten, die es (anders als die meisten Einwohner der EU) gar nicht erwarten können, die Nationalstaaten abzuschaffen.“

      Im Endeffekt war dies ein Partner, der nicht den fairen Anteil an den Ausgaben übernehmen wollte, aber einen fairen Anteil an EU-Bürokraten, an den sich auf einmal niemand mehr erinnern kann.

      Der per Insel-Tourismus dafür gesorgt hat, dass es Steuerparadiese in der EU gab und seiner Bevölkerung nie zumutete, auch nur eine einzige Fremdsprache zu lernen.

      Dessen Polit-Clowns eine lustige Form von politischer Souveränität beschworen haben, die sie per Ausverkauf bereits zwei Jahrzehnte vorher ökonomisch verloren hatten.

      Der Kampf um die Demokratisierung der EU geht ohne die Briten weiter und ich weine ihnen keine Träne hinterher.
      Flutet den Tunnel, vermint Calais! 🙂

      • Im Endeffekt war dies ein Partner, der nicht den fairen Anteil an den Ausgaben übernehmen wollte

        Ja und die EU-Eliten waren mal wieder so notgeil, dass sie beide Augen zudrückten. Clever verhandelt würde ich sagen. Es sind halt nicht alle so dumm und ehrlich wie die Deutschen.

        Der per Insel-Tourismus dafür gesorgt hat, dass es Steuerparadiese in der EU gab

        Na gut, vielleicht war auch das der Grund für die Aufnahme. Lux-Leaks-drunken-Juncker ist nicht umsonst Präsident der Europäischen Kommission.

        und seiner Bevölkerung nie zumutete, auch nur eine einzige Fremdsprache zu lernen.

        Warum auch? Alle anderen sind ja blöd genug, englisch zu pauken. Seit Jahrzehnten schon, mittlerweile am besten im Kindergarten beginnend.

        Dessen Polit-Clowns eine lustige Form von politischer Souveränität beschworen haben, die sie per Ausverkauf bereits zwei Jahrzehnte vorher ökonomisch verloren hatten.

        Fast alle Völker haben die verloren, deshalb wird sie jetzt zurückerkämpft. Nichts gegen Nigel Farage, ein Mann klarer Worte, ich mochte fast alle seine Reden vor dem EU-Parlament.

        Der Kampf um die Demokratisierung der EU geht ohne die Briten weiter und ich weine ihnen keine Träne hinterher.

        Das erinnert mich an meinen Stabi-Lehrer, der weinte den Westflüchtlingen auch keine Träne nach und rechnete uns vor, wie wenig Anteil die an der Bevölkerung hatten. Das hat den Niedergang auch nicht aufgehalten.

        Und wo bitte siehst du einen „Kampf um Demokratisierung“ in der EU? Die EU wirft die (auch schon schwächlichen) nationalen Bestrebungen sogar um Jahrzehnte zurück (in bin selbst Mitglied bei Mehr Demokratie e.V.).

        Es wird keine Demokratisierung geben, die kannst du knicken, die ersten Abstimmungen würden dafür sorgen, dass die schöne Elitenblase knallend zerbirst.

  8. Ich bin glücklich, dass die Briten die Sache durchziehen und hoffe, dass Deutschland irgendwann folgt. Die AfD scheint ja die Weichen richtig zu stellen.

    Die EU hat sich in die vollkommen falsche Richtung entwickelt und ich halte sie für unreformierbar, man muß sie abwickeln, bevor es etwas Neues geben kann.

    „Der Brexit-Unterhändler wetterte über den EU-Apparat und Angela Merkel als dessen „Anführerin“. Er begann mit seinem Angriff gegen Brüssel und warf der EU vor, während des gesamten Brexit-Prozesses (zu) kompromisslos mit dem Vereinigten Königreich umgegangen zu sein. Die Hauptschuld dafür sah er bei der deutschen Kanzlerin, die anscheinend vorhatte, an Großbritannien ein Exempel zu statuieren. Davis sagte: „Tatsächlich sagte Frau Merkel, wenn ich mich richtig erinnere, sinngemäß, dass Großbritannien auf keinen Fall vom Brexit profitieren dürfe.“
    https://deutsch.rt.com/europa/82526-grossbritannien-darf-nicht-von-brexit-profitieren-merkel/

    Das große NWO-Projekt, von dem die EU ein Teil sein sollte, ist gefährdet. Es ging nie um Menschen, gute Zusammenarbeit oder gar Frieden. Wer abweicht, muss bestraft werden. Bei den Briten hat man zum Glück keinen guten Hebel, Griechenland hätte es mit Sicherheit härter getroffen, als es die Briten jemals treffen kann, dafür sorgt schon das Commonwealth. Die sind auch einfach zu durchtrieben und zu selbstbewusst (das britische Imperium lässt grüßen) und im Zweifelsfall sogar mal demokratisch und lassen abstimmen. Außerdem haben sie noch ihre Steueroasen und Bankenstandorte (Caimans, City of London) in der Hinterhand, die gegen die korrupten europäischen Eliten ein gutes Pfund zum wuchern sind, ebenso wie die Zahlungen, die sie der EU noch schulden und die bei einem harten Brexit einfach wegfielen.

    Unsere Relotiusmedien bringen, in edler Umerziehungsabsicht (wie immer), ja schon seit der Abstimmung die deutsche Bevölkerung gezielt in Angststarre darüber, was den Briten angeblich dräut, weil sie sich gegen den Globalisierungssachzwang und das verlogene „Friedensprojekt“ EU stellen. Nach dem Motto: „die spinnen die Briten“! Kein Tag in dem z.B. der Propagandasender DLF nicht irgendein künstlerisches Anti-Brexit-Projekt vorstellt… ein Grund mehr genau diesen Weg zu gehen!

    • @Androsch
      „Die AfD scheint ja die Weichen richtig zu stellen.“

      Ja, „super“, wie sie instinktsicher-demagogisch sie das richtige Thema urplötzlich besetzen.

      • Ein bisschen mehr inhaltliche Substanz dürfte dein AfD-Bashing schon haben, wenn du damit überzeugen möchtest.

        Das Thema zu besetzen, ist mutig, denn sie sind die einzige größere Partei, die das bisher tut und allein deshalb eine demokratische Notwendigkeit. Bei der Etablierung des zentralistisch-totalitären EU-Projektes, hat man uns nämlich keine Wahl gelassen.

        Der massive Gegenwind aus den Lügenmedien dürfte der AfD auch weiterhin sicher sein. Außerdem dürften Dexit-Bemühungen bei den meisten gehirngewaschenen Deutschen nicht gut ankommen, von wegen „instinktsicher“, gerade den Parteioberen war die Entscheidung sichtlich unwillkommen.

        Es mag dir nicht schmecken, aber die AfD bleibt die einzige wählbare Alternative zur Zeit.

        • Vor ihrer Totaltransformation war die AfD schonmal EU-Gegner. Das war sogar der Grund für ihr Entstehen. Dann „vergass“ die Partei das auf einmal völlig und jetzt ist es plötzlich wieder das zentrale Thema?!
          Das ist bestenfalls Comedy, aber keine „Alternative“.
          Man kann natürlich auch zynisch sein und die AfD genau deshalb gut finden, dass die ganzen EU-Typen nur ihren Antidemokratismus verraten, wenn sie jetzt die anti-EU-Einstellung als rechtsextrem framen und damit dem allgemeinen Ansehen der EU noch weiter schaden. Man muss sich nur die besonderen Fähigkeiten eines Martin Schulz etwa zu Nutze machen.

          • Eine Alternative bemisst sich nicht darin, ob die Partei total authentisch oder glaubhaft ist (das ist keine Partei), sondern nur, ob sie (für mich) wichtige Themen abdeckt, die die anderen nicht zufriedenstellend behandeln.

            Dann „vergass“ die Partei das auf einmal völlig und jetzt ist es plötzlich wieder das zentrale Thema?!

            Eine junge Partei, die sich immer noch selbst sucht. Eine Partei in der auch noch Umschwünge drin sind, was im restlichen verstockten Parteiregime offensichtlich kaum noch möglich ist. Ich begrüße auch den Rauswurf von Lucke und vor allem den Weggang von Henkel. Gauland ist mir sehr viel sympathischer.

            Warum auch immer du auf Anti-AfD umgeschwenkt bist, deine Argumente überzeugen nicht.

            Was wählst du denn bitte schön in diesem kranken Irrsinnssystem?

          • „Eine junge Partei, die sich immer noch selbst sucht. Eine Partei in der auch noch Umschwünge drin sind, was im restlichen verstockten Parteiregime offensichtlich kaum noch möglich ist.“

            Die sind reif genug, dass diese neuentdeckte EU-Skepsis eben nur noch als das rüberkommt, wie es auch wirkt, als taktisches Manöver.

          • @Alex

            Na wenn du meinst, bei mir kommt das nicht so an.

            Jetzt kenne ich deine Alternative aber immer noch nicht. Erfahre ich sie noch? Oder hast du keine?

  9. Das ist kein „Fehler“, sondern lediglich die Absage an einen bescheuerten Deal Mays: keine Rechte, alle Pflichten.
    Just walk away!

    • @Alex

      Dem „Just walk away!“ liegt der narzisstische Kinderglaube zugrunde, dass man unterschriebene Verträge nach eigenem Gusto einhalten kann.
      Bzw. sich an diese nicht gebunden fühlt, wenn es einem nicht in den Kram passt.

      Es war völlig klar, der Ausstieg aus einer Tonne Vertragswerk würde keine Kleinigkeit werden, zumal GB aus vielen dieser Verträge langfristig Leistungen erhielt und sich auch verpflichtete, für die Leistungen an andere zu zahlen.
      Und das auf Jahre hinaus.

      Die Idee, diesen komplexen Sachverhalt einfach zu ignorieren, bzw. so zu tun, als würde diese Realität gar nicht existieren kannte ich bisher nur vom Feminismus/Genderismus.
      Er ist in GB anscheinend flächendeckend auf alle Parteien durchgeschlagen.

      Es bspw. ist kein „Populismus“ zu ignorieren, dass moderne Formen der Produktion eine just-in-time Lieferung der Bauteile voraussetzen, die eine reibungslose Logistik erfordern, welche durch Zollkontrollen natürlich erschwert werden, sondern es ist Ignoranz.
      Was einfach nur bedeutet, reale Probleme zu ignorieren ist ein Volkssport geworden.

      Statt sich auf die Lösung dieser absehbaren und realen Probleme zu fokussieren, gab es Deutschen-bashing und fahle Propaganda, im Falle eines Scheiterns der Verhandlungen könne man ja einfach gehen.

      Wir sind wieder oben angelangt – und ja, es ist ein Teufelskreis.

      • Man kann Verträge brechen, crumar.

        Vor allem Vertragswerke, die unübersehbar komplex sind, so dass sie de facto gar nicht kündbar sind. Man kann sich ja schliesslich nicht von vorne herein auf alle Eventualitäten bei masslos ausgeuferten Bedingungen abdecken.

        Abreissen und dann neu verhandeln ist dann der Weg.

        Der „Brexit“ ist ohnehin nur das Symptom des bevorstehenden Zusammenbruchs der EU.

        • Alex, „Abreissen und dann neu verhandeln ist dann der Weg.“ ist aber eine lustige Idee, wenn es in reiner Rosinenpickerei ausartet (Quelle unten):

          „Die britische Regierung will auch nach dem Brexit im EU-Binnenmarkt für Güter und Waren bleiben, nicht aber bei Dienstleistungen – dem größten Sektor der britischen Wirtschaft.“

          Was nämlich nicht im Interesse der Londoner City wäre. Angesichts der Tatsache, dass Pi mal Daumen 50% der britischen Exporte von Gütern und Waren in die EU gehen, ist die Idee einer Freihandelszone naheliegend.

          „Die anderen drei Freiheiten – Kapital, Arbeitskräfte und Dienstleistungen – sollen aber eingeschränkt werden. So wollen die Briten die ungehinderte Einreise von EU-Bürgerinnen und -Bürgern stoppen und im Dienstleistungssektor eigene Wege gehen.“

          Die nächste Idee (selbe Quelle): „Aus der Europäischen Zollunion will London weiterhin austreten, damit das Land eigene Handelsabkommen mit Drittstaaten wie den USA und China schließen kann.“

          Was auf deutsch heißt: Erstens EU-Konkurrenz für die Finanzindustrie und zweitens polnische Arbeiter loswerden, drittens dafür sorgen, dass die eigene Export-Industrie weiterhin zollfrei in die EU verkaufen kann.
          Wobei viertens die Einnahmen aus den Zöllen der separat abgeschlossenen Handelsabkommen selbstverständlich bei den Briten landen, statt im EU-Haushalt.

          Sicher, die Interessenlage ist eindeutig. Die Frage ist, ob sich die EU darauf einlässt, die Freiheiten einzeln zu verhandeln, zumal das eine entsprechende Signalwirkung hätte.

          Mir ist auch nicht so richtig klar, was sich die Briten davon versprechen, mit jedem Land neu zu verhandeln, mit dem es bisher von EU-Freihandelsabkommen profitierte.
          Bessere Konditionen?
          Wie soll das gehen?

          Das ganze liest sich wie eine unrealistische „Wünsch-dir-was“-Zusammenstellung, die faktisch darauf verzichtet, irgendetwas im Austausch zu bieten, was ich für eine schlechte Verhandlungsposition halte.

          https://www.zeit.de/politik/ausland/2018-07/grossbritannien-regierung-brexit-freihandelszone-binnenmarkt-eu

          • Was man bei dem Ganzen Brexit Thema nicht vergessen darf ist das es durchaus im Interesse der City of London sein könnte die ganze Finanzakrobatik sozusagen vollkommen Offshore betreiben zu können, GB wird kein Interesse haben die City of London mit Compliance Auflagen zu überziehen, solange das Handeln dem eigenen Land nicht schadet.
            Welche Handhabe eine Regulierungsbehörde hat die keinen Zugriff hat auf die Akteure / Datenleitungen hat oder Nötigenfalls nur auf ein paar installierte Stohmänner in schicken Büros zugreifen kann braucht man glaube ich nicht näher darstellen.
            In wie Weit wir hier einfach nur ein nettes Schauspiel um eine Brexitverhandlung aufgeführt wurde wird sich also eben genau da zeigen. Jedenfalls kommt es mir schon seltsam vor wenn zwar ursprünglich von jede Menge Mitarbeiter gesprochen wurde die nach Europa verlagert werden sollte, defakto davon jedoch so gut wie nichts vorbereitet oder erfolgt ist. Einen klassischen Handelssaal stampft man nicht so einfach innerhalb zwei Monaten aus dem Boden und Umzug der Technik wird allein aus Risikobetrachtung nicht in Frage kommen.

      • Ja klar crumar, „werdet eine Provinz des europäischen Empires und gebt all eure Souveränität ab damit just-in-time funktioniert“.

        Sonst noch Wünsche? Es ist ja nicht so als würde schon klar sein dass sowas passiert. Wie machen wir das eigentlich mit den chinesischen Importen? Oder ist China schon Teil der EU? Weiß die CCP darüber schon Bescheid?

        Es gab von Projekt Fear (also deiner Remoaner Fraktion) auch schon die Ansage, dass es keine Flüge mehr in die EU geben würde. Weil? Äh, ja keine Ahnung, ist halt so, ist ja nicht so als gäbe es keine Flüge ausserhalb der EU.

        BTW: Verträge kann man immer kündigen, alles andere ist hoch rechtswidrig, überall.
        Verbreite ruhig weiter Panik, das kauft euch sowieso niemand ab.

    • Im Prinzip ist es schon wahr: Die EU missachtet den demokratischen Willen der Mehrheit der britischen Wähler zu fairen Bedingungen auszutreten. Der mangelnde Respekt bildet den Nährboden für künftige Konflikte

      • Was wären denn diese ominösen nicht gewährten fairen Bedingungen? Die Mitgliedschaft wurde gekündigt, es gibt eine Kündigungsfrist und bestehende Verpflichtungen müssen (von beiden Seiten) abgegolten werden. Wenn sich GB von den „Fesseln“ der EU befreien möchte, dann sollte es auch konsequenterweise auf alle Vorteile des Binnemarktes verzichten. Wenn Fairness ausschließlich über das eigene Wunschdenken definiert ist, dann kann es natürlich nur ungerecht zugegen wenn es sich nicht erfüllt.

        • Nö wieso? Das hängt vom Verhanldungsgeschick ab. Norwegen hat auch Sonderkonditionen, ebenso wie die Schweiz.

          Dein Prinzip beruht nur auf Beleidigtsein, sonst nichts.

          • Das beantwortet meine eigentliche Frage nach den unfairen Bedingen nicht, aber ja, das norwegische/schweizer Model steht den Briten offen. Will man aber nicht, weil man dann wieder EU-Regularien bzgl. Waren/Dienstleistungen/Personen befolgen muss, die von Seiten der Brexit-Befürworter als Eingriff in die staatl. Souverinität betrachtet werden.

      • Den einzigen „Zwang“ den ich sehe, ist die Nordirlandfrage. Und die sollte in GB eigentlich an erster Stelle stehen. Wenn da keine Einsicht zustande kommt, könnte sich wieder eine, im wahrsten Sinn, explosive Situation entwickeln. Und die EU versucht das zu verhindern.

        • Die EU versucht nen Scheiß, die mimt gerade das trotzige Kleinkind.
          Außerdem „Gebt eure Soveränität auf damit es keine Fragen bzgl Nordirland gibt“ ist ein wirklich schwaches Argument. Warum geht euch das nicht in den Schädel: Das UK ist ein unabhängiger Staat, und konnte schon vor der EU 1000 Jahre oder länger existieren. Es wird auch nach der EU existieren.

          Die EU ist nicht euer Fußballclub, das ist ein undemokratischer byzantinischer Bürokratenhaufen, der geschaffen wurde um national unliebsame Gesetze durchzupeitschen.

          Und das fliegt denen gerade um die Ohren.
          Wenn du Stockholmsyndrom hast ist das dein Problem, nicht das Problem der Briten.

          • Ok, sich zu fragen ob in absehbarer Zeit wieder Bomben in London und Belfast hochgehen ist also Stockholm-Syndrom. Nur mal so zu meiner Position; ich habe kein Problem mit einem Hard-Brexit, Reisende soll man nicht aufhalten. Soll nur keiner hinterher sagen man hätte es nicht kommen sehen. Und die EU halte ich für bürogratisch vollkommen überfrachtet und in bestimmten Bereichen für nicht legitimiert. Das heißt aber nicht das ich gegen die Idee und das Bestreben nach einem kooperativen Europa bin.

          • Spannende Frage, allerdings kenne ich da keinen Grinterhund zu. Daher meine Frage:
            Warum sollte nach dem Brexit denn irgendwer ein Interesse haben, in London o. Belfast Bomben zu zünden?

  10. @Fiete: „Spannende Frage, allerdings kenne ich da keinen Grinterhund zu. Daher meine Frage:
    Warum sollte nach dem Brexit denn irgendwer ein Interesse haben, in London o. Belfast Bomben zu „zünden?

    Naja, nach einem ungeregelten („souveränen“) Austritt gibt es ohne Schengen wieder eine feste Grenze zwischen Irland und Nordirland. Was wiederum das große Potential hat die alten Animositäten neu anzufeuern.
    Ich würde mich nicht wundern wenn in den Kreisen von IRA&Co darüber diskutiert wird mit welcher
    Reaktion man sich zurückmeldet wenn es keine Regelung gibt die den heutigen Stand erhält.

    https://de.wikipedia.org/wiki/Schengener_Abkommen
    https://de.wikipedia.org/wiki/Provisional_Irish_Republican_Army
    https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_von_Anschl%C3%A4gen_der_Provisional_Irish_Republican_Army

  11. „Das verlorene Misstrauensvotum ist für den Labour-Chef eine Blamage. Die Angst vor Jeremy Corbyn als Premier ist im Parlament fast so groß wie vor einem harten Brexit.“

    https://www.zeit.de/politik/ausland/2019-01/jeremy-corbyn-brexit-theresa-may-eu-austritt-abkommen-misstrauensvotum/komplettansicht

    „Dass ein Oppositionsführer allerdings ein Misstrauensvotum verliert, selbst wenn die Regierungschefin 24 Stunden vorher die größte bekannte Niederlage eines Premierministers im Unterhaus einstecken musste, ist eine Blamage.“

    Wieso das denn? Die Leute wollten nur das Abkommen nicht, aber nicht gleich die May deswegen versenken. Das bedeutet doch nur: May konnte eben auch nichts Besseres rausholen, wir brauchen die Rosskur „harten Brexit“, lieber „ein Ende mit Schrecken ….“.

    So rational politisert man bei der „Zeit“ natürlich nicht, es geht um Corbyn, dem man in dieser „Analyse“ das Prädikatsabzeichen des tragisch Gescheiterten anheftet, um für ihn Sympathien als underdog zu wecken. Vollends dürfte dem Zeit-Leser warm ums Herz werden, wenn die Zeit behauptet:

    „Corbyn ist kein Sozialdemokrat, er ist ein Sozialist der alten Schule. Verstaatlichung, Geld ausgeben, Umverteilung: Er vertritt Forderungen, die im Einzelnen gerechtfertigt sein mögen, die bei ihm aber einen riskanten Mix einer antiliberalen Wirtschaftspolitik bilden ….“

    Seine Gegner sind vor allem irrational und ängstlich:

    „die Angst vor Corbyn als Premierminister fast genauso groß wie die Angst vor einem harten Brexit.“

    Die zum Schluss offerierte Lösung, „eine parteiübergreifende, parlamentarische Lösung über alle Köpfe hinweg“, ist unrealistisch, da das britische Wahlrecht die Lagerbildung stark begünstigt.

    May muss nachbessern. Kann aber nicht, da sie nicht mehr rausholen kann. Damit muss der Weg eines turbulenten, nicht vorher geplanten Austritts beschritten werden.

  12. Aber sicher! Nur wenn ein Volk mit Sozialismus auf die Verwerfungen des Kapitalismus reagiert, dann leiden am Ende Sozialismus und Wirtschaft nicht…. 😀

  13. „Dieses Regime darf nicht hofiert werden.“

    In seiner bekannten Rede von 2010 ruft Premier Mahathir zum grossen Vernichtungskrieg gegen die Juden auf, ganz offensichlich im Namen der „Religion des Friedens“.

    Es gibt also durchaus ein Problem weit über eine „Regime“ hinaus.

    Gibt also kein „Nazisraus“ für ein solches Regime, sondern nur eine Empfehlung, man solle ihnen nicht so sehr den roten Teppich ausrollen.

    Herr Beck zeigt mal wieder, dass er nur ein Schadensbegrenzer sein will, der die notwenigste Drecksarbeit macht, damit man selbst nicht in den Ruf gerät Antisemitismus zu unterstützen.

    Und nochmal zur Betonung: hier geht es nicht um Cartoons, sondern um tatsächliche, drastische und öffentliche Aufrufe zum Völkermord — Mahatir hielt das vor der Zentralkonferenz islamischer Länder. Es gab standing ovations. Und keine Kritik aus dem Westen dazu.

  14. Schon direkt im Anschluss an die Volksbefragung hab ich gesagt: das wird nicht kommen.
    Denn: Wann immer irgendein Mitgliedsland seinen Bürger ein Referendum antrug, endete das mit – formell – einer Schlappe für die EU. Aber immer war das Letztlich irrelevant. Und da ging es jeweils nur um so gesehen Detailfragen…
    Das Problem aus Politikersicht ist hier halt auch, dass niemand wissen kann, was der Souverän nun eigentlich aussagen/haben wollte.
    Ich hoffe, dieses Trauerspiel findet bald sein offizielles Ende.
    Das (& Trumps Präsidentschaft) hat mir echt mal schwer den Spaß an Politik(Nachrichten) verdorben die letzten Jahre.

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