Berichte aus dem Patriarchat: Mackenzie Bezos, Frau von Amazon Gründer Jeff Bezos, könnte durch Scheidung die reichste Frau der Welt werden

Anscheinend haben sich Jeff Bezos und seine Frau, MacKenzie Bezos, getrennt, nachdem sie sich wohl schon länger auseinandergelebt haben. Jeff Bezos ist der Gründe von Amazon und damit mit einem geschätzten Vermögen von 120-150 Milliarden Dollar der geschätzt reichste Mann der Welt.

Die FAZ schreibt:

Jeff Bezos ist dem Magazin Forbes zufolge der reichste Mensch der Welt. Sein Vermögen wurde zuletzt auf etwa 120 Milliarden Euro geschätzt. Die Nachrichtenagentur Bloomberg berichtet, bei der Scheidung greife das Recht des Bundesstaats Washington. Dort werde das gesamte während einer Ehe erwirtschaftete Vermögen gleichmäßig auf das Paar verteilt, wenn es sich nicht anderweitig einigen könne. Jeff Bezos könnte damit den Titel als reichster Mensch der Welt verlieren, während seine Frau die reichste Frau der Welt werden könnte.

Das Patriarchat ist wirklich grausam. Kein Ausgleich für ihre CareArbeit außer eben ca. 60-75 Milliarden Dollar.

Wir hatten bereits von ähnlich grausamen Fällen berichtet:

Aus einem anderen Bericht:

MacKenzie, 48, would become the world’s richest woman if she receives half the Bezos fortune. That title, according to Bloomberg estimates, is currently held by the L’Oréal heiress Françoise Bettencourt Meyers, whose net worth is estimated at $45.6bn.

Frau Bettencourt Meyers ist ein Enkelkind des Gründer von  L’Oreal. Sie ist Autorin von Bibelkommentaren und Arbeiten über jüdisch-christliche Beziehungen.

MacKenzie Bezos, an acclaimed novelist who has four children with Jeff, met her future husband while interviewing for a research position at the Manhattan hedge fund where Jeff Bezos dreamed up Amazon.com.

In interviews, MacKenzie Bezos described theirs as an unusual match. Then 23, she was a reserved, aspiring writer working in finance to pay the bills. He was a gregarious guy six years her senior in the office next door.

“Through the walls I would hear him laughing that giant laugh,” MacKenzie Bezos told Charlie Rose. “All day long. And it was, it was totally love at first listen.”

They married six months later, and, shortly thereafter, headed west to follow Jeff’s passion project, launching an online bookstore.

“To me, you know, watching your spouse, somebody that you love have an adventure, what is better than that and being part of that? Couldn’t wait to hop in the car,” she said in that 2013 interview promoting her second novel, Traps.

MacKenzie was a key player in Amazon.com’s early days in a suburban Seattle garage; according to a 1999 Wired report, she negotiated the company’s first freight contracts from a Starbucks attached to a Barnes & Noble near their home. She described the experience while offering a scathing review – on Amazon.com, expectedly – of Brad Stone’s The Everything Store: Jeff Bezos and the Age of Amazon.

“I worked for Jeff at DE Shaw, I was there when he wrote the business plan, and I worked with him and many others … in the converted garage, the basement warehouse closet, the barbecue-scented offices, the Christmas-rush distribution centers, and the door-desk filled conference rooms in the early years of Amazon’s history,” she wrote.

While parenting their young family, MacKenzie Bezos continued exercising her passion: writing. A San Francisco native, she studied under Toni Morrison while earning her bachelor’s degree at Princeton. MacKenzie Bezos has described Morrison as an attentive mentor who continued to support her during the decade she spent writing her first novel, The Testing of Luther Albright, which won an American Book Award in 2006.

Sie scheint mir dort mitgearbeitet zu haben, aber eine tragende Rolle scheint etwas übertrieben. Sie scheint sich dann auf ihre Leidenschaft, das Schreiben, aus dem ein Buch hervorging und die Erziehung der Kinder konzentriert zu haben.

Hat irgend wer so etwas gelesen wie: „Das kann doch nicht gerecht sein, wir müssen das Eherecht ändern, wenn eine Frau bei einem solchen Vermögen bei einer Scheidung die Hälfte bekommt?“ Wer würde ernsthaft vertreten wollen, dass sie das verdient hat?

Und wo wäre die Macht des Patriarchats, wenn der reichste Mann der Welt seiner Frau, sofern er keinen Ehevertrag geschlossen hat, von diesem Vermögen die Hälfte abgeben muss?

Interessant wäre, ob sie auch für einen Verlust nach dem Eherecht gehaftet hätte, wenn sein Geschäft nicht ein riesen Erfolg, sondern ein Reinfall gewesen wäre.

Immerhin: Sie scheinen sich sehr einig zu sein und zumindest nach außen keine Schlammschlacht zu führen:

„Wir hatten ein so großartiges Leben zusammen als verheiratetes Paar und wir freuen uns auf eine wundervolle Zukunft als Eltern, Freunde, Partner in Unternehmen und Projekten“, hieß es in dem Statement, das auf eine einvernehmliche Trennung hindeutet. Hätten sie damals gewusst, dass sie sich nach 25 Jahren trennen, würden sie alles nochmal genauso machen, schreiben sie. „Wir bleiben eine Familie und wir bleiben geschätzte Freunde.“ Dem Statement zufolge wussten Freunde und Familie schon länger von der Scheidung.

Das klingt nach einer guten Trennung und ich will mit diesen Artikel auch nichts gegen MacKenzie Bezos als Person sagen. Vielleicht hat sie noch nicht einmal auf das Geld in dieser Höhe bestanden oder einem nachträglichen Ehevertrag zugestimmt oder tatsächlich einen größeren Anteil am Erfolg. Das alles ist mir unbekannt.

Dennoch ist es aus meiner Sicht eine nicht zu rechtfertigende Regel. Sie spricht deutlich gegen ein Patriarchat.

 

36 Gedanken zu “Berichte aus dem Patriarchat: Mackenzie Bezos, Frau von Amazon Gründer Jeff Bezos, könnte durch Scheidung die reichste Frau der Welt werden

  1. Es gibt ja auch schon Fälle bei denen die Frau dem Mann Geld geben muss. Die Medien schaffen es so gut wie nie darüber genauso so zu berichten z.B. bei diesem Fall. Da ist das dann nichts tolles und niemand freut für den Mann.

  2. Übertragen auf die „normale“ Welt finde ich das aber trotzdem berechtigt. Auch als unmittelbar selbst Betroffener habe ich kein Problem damit, dass meine (Noch-) Ehefrau die Hälfte des in der Ehe erwirtschafteten Vermögens bekommt. Wir hatten uns schließlich als erwachsene und mündige Menschen so entschieden und es spielt auch keine Rolle, wie wir uns in der Zeit die Erwerbs- und Hausarbeit sowie die Kindererziehung aufgeteilt haben.

    Ich kriege nur einen dicken Hals mit Blick auf all die Ausnahmetatbestände, mit denen durch die Hintertür doch wieder dem Ehepartner mit dem höheren Einkommen (fast immer der Mann) nacheheliche Unterhaltszahlungen reingedrückt werden. Highlights sind m.E. der „ehebedingte Nachteilsausgleich“ (JEDE Frau hätte schließlich ganz sicher eine brillante Karriere hingelegt, wenn der Mann sie nicht an den Herd gekettet hätte) und die in der Rechtsprechung entwickelte „nacheheliche Solidariät“. Letztere fußt schlicht auf dem Tatbestand, dass man lange verheiratet war. Das greift sogar, wenn die Frau sich getrennt hat und das finde ich echt eine Frechheit.

    • Nacheheliche Solidarität wäre ja noch halbwegs fair, wenn sie auch weiterhin verpflichtet ist, ihm den Haushalt zu führen. Das gehört aber nicht dazu, oder?

    • „Highlights sind m.E. der „ehebedingte Nachteilsausgleich“ (JEDE Frau hätte schließlich ganz sicher eine brillante Karriere hingelegt, wenn der Mann sie nicht an den Herd gekettet hätte“

      Das allerdings muss die Frau darstellen und durch entsprechende Anhaltspunkte dafür belegen. Und das ist gar nicht so einfach.

      • In meinem Fall würde ihr das nicht gelingen, da ich belegen kann, dass ich ihr berufliches Fortkommen erheblich gefördert habe. Mal ganz abgesehen davon, dass wir immer noch einen sachlichen und vernünftigen Umgang pflegen und weiterhin an einer einvernehmlichen Lösung arbeiten. Wir wollen nämlich beide nicht das Geld für Anwälte zum Fenster rauswerfen.

        Außerdem: Sowohl sie als auch ich mussten in unserer Kindheit weitgehend ohne Vater auskommen und sind daher der felsenfesten Überzeugung, dass ich auch nach der Trennung eine wichtige Rolle im Leben der Kinder spielen soll. Klappt auch nach sechs Monaten noch sehr ordentlich.

    • „Auch als unmittelbar selbst Betroffener habe ich kein Problem damit, dass meine (Noch-) Ehefrau die Hälfte des in der Ehe erwirtschafteten Vermögens bekommt.“

      Warum? Meiner Meinung nach wird der Mann in seiner Rolle als Ernährer gefangen gehalten. Und das auch noch, ohne dafür eine Gegenleistung zu erhalten.

  3. die beiden haben geheiratet bevor irgendwelches vermögen da war, sie hat offentsichtlich dazu beigetragen familie und firma zum erfolg zu führen. für genauso fälle wie diesen ist doch dieses vermögenssplitting gedacht. finde das absolut in ordnung bei ihr.

    wenn ein schon reicher mann, junge 20 jährige heiratet und die nach einem jahr die scheidung einreicht und alles will, wär das natürlich ne andere sache.

    • „die beiden haben geheiratet bevor irgendwelches vermögen da war, sie hat offentsichtlich dazu beigetragen familie und firma zum erfolg zu führen.“

      Was hat sie denn gemacht über ihre Tätigkeit als Angestellte hinaus? Da ist es etwas schwer etwas zu finden

      • @ Christian

        „Dennoch ist es aus meiner Sicht eine nicht zu rechtfertigende Regel“

        Welche Regel wäre denn aus deiner Sicht gerechter?

        • Zumindest mal einen Zugewinn, hier findet ja sogar eine Aufteilung von vor der Ehe erworbenen Vermögen statt. Das wäre hier kein großer Unterschied, aber es erscheint so doch sehr ungerecht.

          Ansonsten würde ich eine Verhältnismäßigkeitsklausel interessant finden:
          Etwa:
          Mehr als das doppelte des bei ihrem Verdienst und Ausbildungsstand zu erwartenden Vermögens soll nicht als Ausgleich zu zahlen sein, wenn sie nicht nachweist, dass sie einen Anteil an dem Vermögensaufbau hat

          oder:
          Beruht das Vermögen ausdrücklich auf einer besonderen Leistung des einen Ehegatten und wäre nicht davon auszugehen, dass der andere dies eben so hätte erzielen können, so ist der Ausgleich auf einen verhältnismäßigen Bruchteil herabzusetzen.

          Muss man natürlich noch besser formulieren.

          Selbst wenn sie hier dann nur eine Milliarde bekommen hätte, hätte sie ja vollkommen ausgesorgt (+ Unterhalt)

          • In dem Benzos Fall ist es doch vollkommen egal wie das Geld verteilt wird, jeder wird davon bis an sein Lebensende davon gut leben können.

            Problematischer sind doch die ganz normalen Menschen, wo das getrennte Vermögen für einen würdevollen Lebensabend nicht reicht.
            Wo fiktive Wertzuwächse auszugleichen sind die real nicht erzielt werden können.
            Wo einer halbtags oder gar nicht und der andere Vollzeit mit Überstunden seine Lebenszeit auf dem Markt verhökert hat.

            Lebenszeit ist das einzige Gut das uns jeden Tag durch die Finger gleitet von dem wir nicht wissen wieviel wie noch haben und das wir für kein Geld der Welt kaufen können.

      • Zudem wird die Frau vermutlich auch während der Ehe schon gut dafür entlohnt worden sein bzw. gelebt haben und wird nur das gemacht haben, was sie als Lebensverwirklichung ohnehin tun wollte. Während der Ehe wurde sie vielmehr für ihre Hobbies unterhalten.

        Es dürfte jedenfalls bei derart reichen Menschen sehr wahrscheinlich sein, dass die Frau ohne Probleme alles hätte machen können, was sie selber wollte. Hätte sie selber beruflich voran kommen wollen, dann wären sicher Leute angestellt worden, die den Haushalt und Kinderbetreuung übernehmen (wenn diese nicht auch jetzt schon vorhanden gewesen sind).

        Aber gut, das Eherecht kann letztlich nur den gewöhnlichen Regelfall vernünftig regeln und nicht den Spezialfall, wo sich die Leute auch vollkommen unproblematisch Bedienstete leisten könnten, wenn sie andere Lebensziele als den behüteten safe-space zu Hause bzw. die Lebensverwirklichung über Haushalt und Kinder haben.

        Daran, dass Gesetze letztlich auf den Normalfall ausgerichtet sind, gibt es grundsätzlich auch nicht wirklich etwas zu meckern. Denn das Eherecht dient ja eigentlich auch nur als „Backup“, weil die Menschen bei der Ehe gewöhnlich zu dumm bzw. gefühlsbesoffen sind, um rational zu handeln und sich vorher über die möglichen Folgen zu informieren und das Handeln darauf auszurichten. Die Ehe ist letztlich auch nur ein Vertrag und wer Verträge mehr oder minder blind abschließt, weil das ansonsten zu unromantisch ist, ist normalerweise im normalen Leben selber schuld, weil das Gesetz im Normalfall davon ausgeht, dass Erwachsene eigenverantwortlich die Folgen ihres Tuns zu tragen habe.

        Da aber der Gesetzgeber bzw. die Gesellschaften Frauen gewöhnlich für beschränkt Geschäftsfähige halten, die geistig kaum in der Lage sind, eigenverantwortlich die Folgen ihres Tuns zu tragen, ist der Gesetzgeber – wie auch bei sonstigen Minderjährigen – stets bemüht, Frauen vor sich selber zu beschützen. Grundsätzlich ist daran auch nichts einzuwenden, dass der Gesetzgeber für den Fall, dass Menschen liebesblind eine Ehe abschließen, Regeln bereit stellt, die die meisten Eheleute wohl auch ähnlich vereinbart hätten, wenn diese nicht liebesblind und naiv vor dem Eheschluss auf die Aushandlung einvernehmlicher Regeln verzichtet hätten, wie es ansonsten bei nahezu allen sonstigen Verträgen im Geschäftsverkehr üblich wäre.

        Daran ist eigentlich auch nicht viel auszusetzen, solange die Parteien auch weiterhin vorher die Vertragsausgestaltung der Ehe auch anders regeln können. Denn auch das wäre eine Form der Eigenverantwortung, dass man die Regeln des Gesetzgebers ja nicht nutzen braucht, wenn man sich vor dem Vertragsschluss (Ehe) hinsetzt und einvernehmlich die Vertragsbedingungen aushandelt. Denn es begegnen sich ja wie im sonstigen Rechtsverkehr zwei gleichberechtigte erwachsene Vertragspartner, die zur Eigenverantwortung in der Lage sein sollten und vor der Ehe gewöhnlich auch noch nicht in einer völlig unfairen Verhandlungssituation oder Monopolsituation stecken, wo eine Partei der anderen Partei alles gegen ihren Willen aufdrücken kann.

        Eigenverantwortung bedeutet daher auch hier, dass es jeder Partei weiterhin frei steht, sich vor dem Eheschluss über die möglichen Folgen zu informieren und es halt nun VORHER anders vereinbarungsgemäß zu vereinbaren oder aber den Vertrag nicht abzuschließen, wenn man nicht zu einvernehmlichen Regelungen gelangen kann. Jedem Mann steht es daher grundsätzlich frei, ob er blind einen für ihn ungünstigen Vertrag abschließen will und die Folgen einfach riskieren möchte oder aber den Vertrag (Ehe) nicht abschließt, wenn er mit den Vertragsbedingungen nicht einverstanden ist.

        Grundsätzlich braucht man daher mit keinem Mitleid zu haben, wenn dieser nach der Scheidung vom Partner ausgenommen und abgezogen wird.

        Zu kritisieren ist hier vielmehr nur, dass das Eherecht oft eine Mogelpackung ist bzw. der Staat schon fast wie kriminelle Gebrauchtwagenverkäufer agieren. Auf der einen Seite wird den Vertragsparteien
        (Ehepartnern) vorgegauckelt, dass sie ja den Vertrag auch durch Eheverträge selber ausgestalten können, aber auf der anderen Seite scheitert dieses dann doch oft, weil die Gerichte die vereinbarten Regelungen dann am Ende doch wieder für unwirksam erklären. Und hier kommt dann sehr oft auch wieder zum Vorschein, dass der Staat nur Männer für fähig hält, Eigenverantwortung übernehmen zu können und Frauen für beschränkt geschäftsfähig betrachtet. Männer müssen daher immer damit rechnen, dass einvernehmlich vorher ausgehandelte Regelungen im Ehevertrag von den Gerichten wieder für unwirksam erklärt werden, wenn die Frau besser stünde, wenn das Gesetz Anwendung finden würde. Da sind Gerichte wie die normale Gesellschaft darauf fixiert, Frauen helfen zu wollen. Und die Interessen von Männern interessieren nun einmal keinen.

        Und da man auch nie weiß, wie absurd der Gesetzgeber die Frauenpamperung noch treiben bzw. künftig ausgestalten wird und die Ehe eines der wenigen Vertragstypen ist, wo Dritte (Gesetzgeber) sich einfach einmischen können bzw. Dritte (Gesetzgeber) dem Vertrag über Gesetzesänderungen einfach einen neuen Vertragsinhalt unterjubeln können, sind Männer selber schuld, wenn diese immer noch naiv darauf vertrauen, dass Männer und Frauen schon gleich und fair behandelt werden würden und bei Streitigkeiten beide für gleich verantwortlich gehalten werden würden.

        Die Gesellschaft wird daher gewöhnlich bei Streitigkeiten zwischen Männern und Frauen in den meisten Fällen sich nicht auf die Seite des Mannes schlagen, sondern davon ausgehen, dass der armen unterdrückten Frau doch geholfen werden muss.

        Wenn eine Frau daher selber das Ziel hatte bzw. die maßgeblich treibende Kraft war, Kinder haben zu wollen und beruflich auszusetzen und ihre Partner sogar danach selektiert bzw. aussortiert hatte, wenn der Partner ihr dieses EIGENE Lebensziel nicht ermöglichen und finanzieren wollte, selbst dann wird der Staat und die Gesellschaft selbstverständlich davon ausgehen, dass die Frau dem Mann selbstaufopfernd den Rücken freihalten würde und daher sein erwirtschaftetes Vermögen quasi faktisch ihr zustehen würde. Und zwar völlig egal, wie sehr der Mann schon während der Ehe dafür zuständig war, die Wünsche, Hobbies und Lebensziele der Frau zu finanzieren.

        Wer daher die Lebensrealität nicht akzeptieren möchte, dass die Gesellschaft bei Streitigkeiten zwischen Männern und Frauen nahezu immer die Fraueninteressen im Focus haben wird und geschaut wird, wie man der Frau helfen kann, sollte sich halt nicht in Lagen begeben, wo man anderen (Gerichte) die Macht gibt, als ritterliche Helfer in Erscheinung treten zu können.

        Wer hingegen weiter an das Märchen glauben möchte, dass Männer und Frauen von der Gesellschaft gleich behandelt werden und Dritte (Gerichte) nur neutral eingreifen würden, der kann selbstverständlich gerne weiterhin über die Ehe die Frau in seine Obhut nehmen und sich verpflichten, Verantwortung im Hinblick auf die Frau zu übernehmen bzw. Frauen damit Ansprüche zu geben, womit man Dritten wieder die Möglichkeit gibt, ritterlich helfend Frauen unterstützen zu können.

        • Wow! Chapeau!
          Ob nun die Standardregelung so okay ist, oder eben nicht, kann man sicherlich lange drüber streiten.
          Der Punkt ist m.E. aber die ideologische ( sonstige gesellschaftliche ) Steuerung der letztendlich exekutiven Kräfte, inkl. Gerichte ( ! ) – und der inhaltlichen Umsetzung, resp. Manipulation o. gar Verkehrung von privaten Abmachungen.

          Sehr schön ausformuliert!

          Unterschreibe ich vollständig.

  4. „Das klingt nach einer guten Trennung ….“

    Oh, eher nicht. Diese Absichtserklärung ist so glattgeschliffen, dass sie eher als veabsichtigter Kitt zu lesen ist, unter dem massive Verwerfungen sind. Irgendwie tuen mir diese Leute leid, ja -alle beide – alles Geld der Welt macht dich leider auch nicht glücklich.

    • Das nicht, aber beide können der Zukunft sehr gelassen entgegen sehen. Selbst wenn er ihr die Hälfte abgeben muss, Ist das doch völlig irrelevant. Selbst bei nur 1% Rendite hätte er dann immer noch 600 Mio. pro Jahr zum Leben.

      Off Topic: Ab einer gewissen Größenordnung sollte die Erbschaftssteuer dann doch wenigstens mal bei 90% liegen (außer man führt das Unternehmen weiter). Solche Beträge sind doch obszön.

      • Wer weiss, wie dieses Vermögen überhaupt zustandekommt und vieviel eher virtueller Natur sind, wie zB Aktienoptionen. Womöglich auf die nächsten 20 Jahre über einen wie bisher ansteigenden Kurs berechnet 😦

        • @Alex
          Ja, da hast Du jetzt ein Fass aufgemacht. Ich bezweifle, dass Herr Bezos die 120 Milliarden in einem Geldspeicher hortet wie Dagobert Duck. Das weitaus meiste ist zweifellos angelegt: Immobilien, Aktien (insbesondere Amazon-Aktien) oder eben auch Optionen. Der grösste Teil seines Vermögens besteht wahrscheinlich aus einer blossen Bewertung desselben.

          Lustig werden dürfte es, wenn er seine holde Ex auszahlen soll. Wenn er grössere Aktienpakete von Amazon auf den Markt wirft, um diese in Geld umzuwandeln, dürfte ziemlich schnell die US-Börsenaufsicht auf den Plan treten – von wegen Manipulation von Börsenkursen. Aber vielleicht kann er ihr die Optionen direkt andrehen, die können im Wert rasant schnell sinken oder auch steigen. Wie Du richtig sagst, Alex: das sind dann rein virtuelle Werte, weil da eine blosse Wette dahintersteckt.

          • Ich denke halt, dass dieser „networth“ masslos übertrieben sein könnte, der da kursiert: 150 Mia. Wenn es 10 Mia „auf der Kralle“ sind, dann reichts ja auch schon 🙂 Also, mir würde das reichen, ich bin ja auch bescheiden.
            Der Wert von Optionen ändert sich natürlich extrem nach Marktsituation. Und der Wert des Bezuges von Aktien in 2021 kann sehr schnell gegen 0 gehen.

          • Wie Du richtig sagst, Alex: das sind dann rein virtuelle Werte, weil da eine blosse Wette dahintersteckt.

            Das ist bei (Bar)Geld aber auch nicht anders. Wie Pispers so schön sagte. Du kannst morgen zum Bäcker gehen und der will für ein Brötchen nicht mehr dein Geld, sondern deine Uhr.

  5. Ich kann das Problem hier nur schwer erkennen. In einer Ehe ist man nunmal gemeinsam und zusammen. Und man teilt sich die Arbeit auf.

    Sie sind gemeinsam das reichste Ehepaar der Welt geworden. Welche Rolle Ihre Unterstützung, Ratschläge, und ihr Support gespielt haben, kann man aus der Ferne nicht beurteilen.

    Und ob er jetzt 60 Milliarden, 100 Milliarden oder 5 Milliarden hat, ist doch – abgesehen vom Schwanzvergleichsfaktor – vollkommen egal.

  6. Oh nein, hat denn niemand an den Gender Pay Gap gedacht?
    Wenn die gute Frau einfach 60 Mrd. Dollar „verdient“ (Das überwiegende Vermögen ist in Amazon Aktien vorhanden. Die müssen bei einer Scheidung geteilt oder verkauft werden. Beim Verkauf fällt ein riesiger Gewinn an, Jeff Benzos hält garantiert Aktien zum Einstandswert von 18 Dollar.)

    Die 60 Mrd. Dollar senken dann den Gender Pay Gap um 12 Prozentpunkte!! Allen Frauen in den USA wird es besser gehen, da das strukturelle Defizit abgebaut wird.

    Wenn sich noch 10 weitere Milliardäre scheiden lassen, dann haben die USA endlich die Gleichberechtigung erreicht. Ich sehe schon die Zeitungsartikel vor mir, die das Patriachat überwunden sehen, dafür braucht es nur ein paar Scheidungen unter Milliardären.

  7. „Loving exploration“ Unglaublich orwellsche Umschreibung.

    „provides a road map for couples navigating a breakup in the social media era“

    nur keinen Fehler machen, gar keinen, Perfektion.

  8. So Rollenmodelle hätte ich mal gerne.
    Die reichste Goldgräberin der Welt.
    Die jüngste Milliardärin.
    Mutti Angela die Genozidale Allemande.
    Kaylegh Jenner – In nur 7 Monaten zur Frau des Jahres.

      • Da ist die kleine Jenner – die wohl gerade auf Instagram einen Wettkampf gegen ein Ei verliert, noch die mit dem ethischsten Geschäftsmodell.
        Frau sein scheint weitaus schwieriger als man()n sich das allgemein so vorstellt.

        Kleines Funfact.
        Auf der Spieleplattform Steam, die wohl größer als Film und Musik gemeinsam ist, da waren die Spiele das Jahres 2018
        eines in welchem aus Männerhasserinnen Möbelstücke gegerbt werden können und auf Platz zwei landete ein Erotikspiel.

        Da kann man kaum sagen die hätten’s nicht schwer.

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