Was ist eigentlich ein Nazi?

Gerade ist der Ausspruch „Nazis raus“ auf Twitter sehr aktiv. Er vermischt sich mit der Gewalt gegen einen AfD-Abgeordneten und dem allgemeinen Protest gegen die AfD und rechte Gewalttaten. Angeblich soll die ZDF-Moderatorin Nicole Diekmann wegen dieser Äußerung scharf angegriffen worden sein, andere meinen es lag eher daran, dass sie auf Nachfrage, was für sie eigentlich ein Nazi ist geantwortet hat

„Jede/r, der/die nicht die Grünen wählt.“

Das will sie als Scherz verstanden haben, wie sie später auch noch einmal ausdrücklich schreibt:

Dennoch ist die Frage ja durchaus gerechtfertigt. Denn leider wird der Begriff „Nazi“, der eigentlich für Anhänger einer sozialdarwinistischen Ideologie, die eine überlegene arische Rasse annimmt und andere minderwertige Völker auslöschen möchte oder jedenfalls als untergeordnet und Raumwegnehmend ansieht, vorbehalten bleiben sollte, inzwischen in radikalen Kreisen als allgemeiner Vorhalt gegen nichtlinke und konservative genutzt. Wer etwas linkes kritisiert, der kann sehr schnell als Nazi bezeichnet werden.

Zu sozialdarwinistischen  Überlegenheitstheorien zunächst noch der Hinweis auf diese Artikel:

„Nazis raus“ soll die Antwort sein auf „Ausländer raus“. Insofern muss es da natürlich nicht viel Sinn machen, es drückt einfach Ablehnung einer bestimmten Ideologie aus, wenn man es in diesem Kontext benutzt.

Ansonsten macht es aber als Handlungsaufforderung keinen Sinn: Während man Ausländer abschieben kann geht dies eben mit Bürgern eines Landes nicht. Es ist insofern eben nur der Ausdruck einer Ablehnung und wird aber gleichzeitig als „Kampfruf“ genutzt, der auch irgendwie eine aktive Aufforderung enthalten soll, aktiv gegen Nazis zu werden. Damit deckt er alles ab, in radikaleren Kreisen eben auch Gewalt aller Art. Was es wieder zu einer gefährlichen Parole macht, gefährlicher noch, wenn gleichzeitig der Nazibegriff weit von seiner vorherigen Bedeutung ausgeweitet (und damit natürlich auch verharmlost) wird.

Ich halte ihn daher auch für eine wirkliche Auseinandersetzung in politischer Hinsicht wenig geeignet. Denn wer beispielsweise alle AFD-Wähler im Osten zu Nazis erklärt, der bedient genau den „Deplorable Effekt“, der eine Diskussion unmöglich macht: Wenn alle, die etwa die Flüchtlingskrise beenden wolllen, Nazis sind, dann ist Nazi sein nichts schlimmes mehr und die AfD wird normaler und hat einen gemeinsamen Feind. Zudem wird durch radikale Schlachtrufe auch immer der Dialog verhindert, der bezüglich bestimmter Themen eh kaum noch möglich ist, was es radikalen Kräften wie der AfD erlaubt dieses Thema zu besetzen.

Man tut damit der Diskussion keinen Gefallen, weil man sie weiter tabuisiert.

Insofern geht meine Ansicht etwas in die Richtung dieses Tweets:

„Nazis Raus“ ist insofern auch eine klassische Parole, die Diskussionen ersetzt. Man muss sich mit den Gründen, aus denen Leute AfD wählen nicht mehr auseinandersetzen, wenn man sie brüllt. Aber das bewirkt eben nicht, dass Leute die AfD weniger wählen. Es löst überhaupt keine Probleme, eher schafft es durch die Tabuisierung bestimmter Themen weitere. Es bietet keine Lösung, es radikalisiert nur. Und bietet sich an für Virtue Signalling

vgl auch

 

 

96 Gedanken zu “Was ist eigentlich ein Nazi?

  1. Nazi ist Kurzform für Nationalsozialist, also für ein konkretes historisches Phänomen. Damit verbunden sind die oben angeführten ideologischen Merkmale: Nordische (weiße) Herrenrasse, die angeblich allen anderen Rassen überlegen ist, und legitimiert ist, über die minderwertigen Rassen zu herrschen, plus Versuch dies praktisch durchzuführen, also Erringung der Weltherrschaft.

    Ich kenne eigentlich niemanden, der sowas heute ernsthaft vertritt, außer vielleicht ein paar völlig durchgeknallten Neonazis. Selbst die NPD hat meines Wissens die Weltherrschaft der nordischen Rasse nicht in ihrem Programm stehen, von der AfD ganz zu schweigen, die Positionen vertritt, die vor 20 Jahren noch von der CDU vertreten wurden.

    Die Rede von „Nazis raus“ will einfach nur sagen, dass man nur Leute mit der gleichen Gesinnung wie man selber zu akzeptieren gesonnen ist, unter den Abweichlern will man schlicht nicht mehr differenzieren.

    Wer die Juden aus Europa entfernen will, tot oder lebendig, ist ein Nazi.

    Wer die Massenflucht von Afrikanern und Muslimen stoppen will durch gesetzliche, demokratisch legitimierte Maßnahmen, ist auch ein Nazi.

    Gegen beide ist Gewaltanwendung nicht nur legitim, sondern geboten.

    • „Ich kenne eigentlich niemanden, der sowas heute ernsthaft vertritt, außer vielleicht ein paar völlig durchgeknallten Neonazis. Selbst die NPD hat meines Wissens die Weltherrschaft der nordischen Rasse nicht in ihrem Programm stehen, von der AfD ganz zu schweigen, die Positionen vertritt, die vor 20 Jahren noch von der CDU vertreten wurden.“

      Da würden andere natürlich sagen „klar vertreten die das nicht ausdrücklich, aber eigentlich wollen sie es ja doch. Die Mafia schreibt sich ja auch nicht als Unternehmensgegenstand „Verbrechen, Schutzgeld und Erpressungen“ in das Handelsregister, sondern eher „Altmetallverwertung“

      • Dann begeben wir uns in den Bereich der Spekulation. Irgendwelche Absichten oder Hintergedanken kann man immer unterstellen, ohne Belege dafür zu liefern.

        Genau so ist es natürlich auch, die Linken glauben einfach, dass Rechte die KZs wieder eröffenen wollen. Ich sehe aber eigentlich nicht, worauf sich solcher Glaube gründet.

        • „Irgendwelche Absichten oder Hintergedanken kann man immer unterstellen, ohne Belege dafür zu liefern.“

          Richtig. ich hatte schon diverse Unterhaltungen (on- und offline), die sinngemäß so verliefen:
          A.: Natürlich ist die AfD rechtsradikal, schau doch einfach mal in ihr Wahlprogramm.
          Ich: Habe ich. Steht vieles drin, das nicht meiner persönlichen Meinung entspricht, aber rechtsradikal ist nichts davon.
          A: Naja, vielleicht nicht ausdrücklich, aber meinen tun sie…
          An dieser Stelle kann man dann abbrechen, weil die weitere Diskussion erfahrungsgemäß nicht mehr auf irgendeine tatsachenbasierte Grundlage zurückgeleitet werden kann.

  2. Selbstverständlich ist jeder ein Nazi, der nicht grünbraun wählt. Nix Ironie, glatt gelogen!
    Ganz einfach, weil Diekmann und Komplizen keine andere Begründung haben, an deren Geld zu kommen Und anders wollen diese Faschisten ihren ausschließlich parasitären Lebenswandel nunmal nicht finanzieren.
    Und mal ehrlich, wer zahlt der Faschistin Schulze schon freiwillig den Luxusflug nach Brasilien zum Eisfressen? Oder Führer Cem zum Andenwandern? Und was die Maden sonst noch so an dekadenten Kleinigkeiten für nachhaltig, sozial und umweltgerecht halten?

    Oder im Umkehrschluss: Nazi ist heutzutage ein Ehrentitel für alle normalen und anständigen Menschen!

    Ich z.B. bin ein Nazi. Das wurde mir an den Kopf geworfen, natürlich plus Ankündigung mich demnächst aufzuhängen, weil ich bspw. erstens Pazifist bin, zweitens im lokalen Allüsantencontainer gewohnt, mir ein erweitertes Führungszeugnis und einen Vertrag als ehrenamtlicher Betreuer besorgt und Ausländer unterstützt und nebenbei noch Fahrräder für sie Aufgearbeitet und repariert, drittens Terrorismus und Geschlechterkrieg, für falsch erklärt, viertens mich für Gleichberechtigung und Umsetzung der gültigen Kinderrechte eingesetzt habe, etc.pp..

    Ich bin immer noch gern und überzeugter humanitärer Nazi!

    • Unschön.

      Sowohl Ihre Verharmlosung des Nationalsozialismus. Die Bezeichnung von Grünen als Faschisten. Die Entmenschlichung von Menschen anderer politischer Gesinnung als „Maden“.

      Typisches Internetgetrampel, wenig zielführend, und vor allem schlechte Laune erzeugend. Auch und gerade bei Ihnen selbst.

      • Okay, wenn Du das meinst.
        Also wir hatten hier ja den Punkt mit der Weltherrschaft. Laut Schulze Parteiprogramm (sinngemäß: „WIR wollen die ganze Welt ‚verbessern‘, weil andere können das nicht“. Nix anderes wollte der Adolf und der war Nazi).
        Sie sind Antidemokraten. Führer Göring kriegt den Job ohne Wahl.
        Sie entziehen der Hälfte der Bevölkerung das Wahl- u. Vertretungsrecht mittels gesetzlicher Quote u. Frauenbeauftragten.
        Sie beteiligen sich an einer Blockade einer Konkurenzparteiversammlung zum Zwecke einer BASISDEMOKRATISCHEN Abstimmung, um eben jene zu verhindern.
        Sie danken ganz offiziell der Schwarzblock-SA ( ganz eindeutig eine Nazisturmtruppe, die von ihnen mitfinanziert und logistisch supportet wird) für deren Terrortaten ( z.B. Angriffe mit Schusswaffen auf Polizisten und Brandsätzen in Wohnhäuser ). Exakt wie die NSDAP das im letzten Jahrhundert gemacht hat.
        Sie akzeptieren die Familie nicht und wollen der Kinden- u. Sorgehandel ausweiten.
        U.s.w.u.s.f.
        Okay, Teile der Partei „die Linke“ und der SPD tun das auch, dadurch werden die grünbraunen Faschisten aber nicht reingewaschen.
        Ich setze Faschisten und Nazis immer noch synonym. Du nicht?
        Merke: Nazis sind solange Nazis, bis sie sich offiziell und öffentlich davon lossagen und sich nicht mehr faschistisch verhalten.
        Zumindest war das zwischen 1945 u. ungefähr 49 so.

        Übrigens: Warum siezt Du mich? Zeichen der Verachtung? Kein Respekt?

        • In einem Punkt hast Du übrigens Recht, @Flin:
          „Maden“ war unschön, da nicht alle Maden parasitär leben.
          Ich bitte hiermit die friedlichen Maden um Entschuldigung und ersetze sie durch PARASITEN.

  3. Sie behauptet, „Mein Tweet war die Reaktion auf eine Fangfrage.“

    Laut https://de.wikipedia.org/wiki/Fangfrage

    „Eine Fangfrage ist die Sonderform einer rhetorischen Frage, eine mehr oder weniger geistreich, aber auch verfänglich gestellte Frage an eine Person, die eine den Tatsachen entsprechende Antwort geben soll. Allerdings erfordert diese Erwiderung, erhebliche reale äußere oder innere logische Widersprüche zu überwinden. Diese Schwierigkeiten können z. B. auf erheblich widersprüchliche Voraussetzungen in der gestellten Frage zurückgehen. Die Auflösung und Überwindung dieser Widersprüche erfordert einen starken emotionalen Einsatz der Gesprächspartner. Innere Quelle zur Überwindung widersprüchlicher Situationen ist der (z. B. auf Charakterstärke aufbauende) Humor.“

    Wenn die Frage „Was ist denn ein Nazi“ für sie also eine Fangfrage darstellt (kann man so sehen), also erfordert, „erhebliche reale äußere oder innere logische Widersprüche zu überwinden“, dann sagt das mehr über sie aus als über den Fragesteller.
    Die angenommenen „erheblich widersprüchliche Voraussetzungen in der gestellten Frage“, auf die diese Schwierigkeiten zurückgehen sollen, liegen mMn jedenfalls nicht in der Frage an sich begründet, die in sich frei von Vorraussetzungen ist, sondern in den unausgegorerenen implikationen ihrer ursprünglichen Aussage – völlig zurecht wird sie mit der Frage darauf aufmerksam gemacht.
    Dies erfordert natürlich durchaus „einen starken emotionalen Einsatz der Gesprächspartner“. Weil es sie mit ihren eigenen kognitiven dissonanzen konfrontieren würde. Ist immer unangenehm, sowas.
    „Innere Quelle zur Überwindung widersprüchlicher Situationen ist der (z. B. auf Charakterstärke aufbauende) Humor.“ mag richtig sein, soweit es sich um echte Fangfragen handelt. In dem Fall handelt es sich eher um ein Ausweichen vor eigenen kognitiven Dissonanzen, und das hat nichts mit Charakterstärke zu tun, sondern mit Vermeidung und Ausflüchten.

    • @maddes

      Sie kontert die Frage letztendlich mit einer Übertreibung bzw mit „Agree and amplify“, was auch deutlich gewesen wäre, wenn sie im schriftlichen entsprechende Marker gesetzt hätte, die man sonst in der Betonung deutlich macht, wie etwa „Jede/r, der/die nicht die Grünen wählt!!!1elf“
      Und das ist ja durchaus nicht dumm, denn eine Definition zu liefern dürfte überaus schwierig sein und einen angreifbar machen

      • Richtig, es ist auf gewisse Art „agree and amplify“.
        Wobei das bereits voraussetzt, dass der Fragesteller dabei unterstellt, sie würde den begriff Nazi ungerechtfertigt ausweiten. Was zwar zwefellos zutrifft – aber: Wenn sie das erkennt, ist ihre erste Reaktion darauf das ??

        „Und das ist ja durchaus nicht dumm, denn eine Definition zu liefern dürfte überaus schwierig sein und einen angreifbar machen“

        Was sie da macht ist Eristik. Agree and amplify mag als flirt-tip gegen shittests berechtigt sein, in einer politischen Diskussion ist das ein taktisches Ausweichmanöver zur Beendigung von Diskussion.
        Ich bin durchaus der Meinung, dass es NICHT all zu schwierig ist, eine solide Definition von „Nazi“ aufzustellen. Die muss nicht mal ganz so eng sein wie z.B. die von El Mocho – ich würde z.B. die „Erringung der Weltherrschaft“ durchaus draußen lassen.

        Eine Definition zu finden, die einen Björn (Bernd? wie nochmal?) äh Höcke mit seinem Geschwurbel von 1000 Jahren Deutschland etc. durchaus einschließt, ist nicht schwierig und durchaus nah an der von El Mocho. mMn fällt Höcke darunter, wenn man die „Weltherrschaft“ streicht.

        Aber Höcke ist nicht die ganze AFD – auch wenn das festhalten bzw. nicht-ausschließen dieses Nazis durchaus etwas ausdrückt. (Es gab auch in der CDU und der CSU durchaus Akteure, auf die eine solche Definition zugetroffen hat und die dennoch nicht ausgeschlossen wurden. Und ein Hans Martin Schleyer wird heute bis weit in linke Kreise nur mit Ehrfurcht genannt. Dabei ist der das Paradebeispiel des Stehaufmännchens, der trotz Nazivergangenheit und ohne jegliche Anzeichen von Reue fast bruchlos seine Karriere fortgesetzt hat. Allein dass er von anderen Ganoven umgebracht wurde macht ihn noch lange nicht zu einem anständigen Menschen.)

        Das Problem ist also durchaus nicht, dass eine Definition sie angreifbar machen würde – das Problem ist, dass diese Definition nicht all das einschließt, was sie gerne alles damit belegen möchte, und dass DIE Definition, die sie DANN liefern müsste, sie „angreifbar“ macht – weil sie so weit und diffus ist und vollkommen zurecht anzugreifen ist.

        P.S. bleibt die zweite berechtigte Rückfrage zu „Nazis raus“: Wohin „raus“?
        Wohin Höcke abschieben?
        Raus aus Thüringen zurück in sein Geburts-Bundesland NRW?

        • Jupp, eine Definition verhindert gefühlte Wahrheiten. Deswegen gibt es auch keine Definition von „Patriarchat“, „Rape Culture“ und all den anderen emotional aufgeladenen Begriffen.

          „Raus“ kann – ohne ganz ganz dumm zu sein – nicht geografisch gemeint sein. Dann bleibt nur „Raus aus der Gemeinschaft“, was auf das gleiche hinausläuft, wie Nazis zu Vogelfreien zu erklären.

          Vergiss das mit dem Rechtsstaat und der Aufklärung, das haben wir so gut wie hinter uns gelassen.

          • „das haben wir so gut wie hinter uns gelassen“

            Ganz so weit sehe ich uns dann doch nicht – und wenn, dann wäre es angemessen, wieder darum zu kämpfen.

            Auch wenn ich selbst die AFD gar nicht mag und niemals wählen werde, so sehe ich im Umgang mit ihr schon die Nagelprobe im Demokratieverständnis.
            Dass man der AFD weiterhin den Bundestagsfizepräsidenten vorenthält, ist nicht in Ordnung – das geht allerdings auf individuelle Wahlentscheidungen von Abgeordneten zurück und lässt sich schwer erzwingen.
            So lange die AFD aber ihre Rechte als stärkste Oppositionspartei behält, weiter im Rahmen dieser Rechte reden und anträge stellen kann , darüber auch berichtet wird, so dass die Wähler sich ein Bild machen können, sehe ich nicht, dass wir das „hinter uns gelassen“ hätten.

          • Das macht Sinn!
            Ich plädiere dafür, daß die Bedingung „Juden Abschlachten“ wegen Unsinnigkeit gestrichen wird.
            Begründung:
            A – ALLE Menschen sind Menschen, KEINER ist auch nur einen Deut lebens- resp. tötenswerter!
            B – JEDE Form des Abschlachtens, Abschlachtenwollens, oder ernstgemeinter Drohung damit sind m.E. faschistisch.

            Auch die Urfaschisten im alten Rom werden nicht über das Abschlachten von Juden definiert, sondern schon aufgrund der ernstgemeinten Bedrohung mit kaum versteckten Tatwaffen in den Liktorenbündeln.
            Pinochet war kein spezieller Judenschlächter.
            Idi Amin, soweit ich weiß, auch nicht.
            Pol Pot auch nicht.
            Stalin auch nicht.
            Reza Pahlewi auch nicht.
            Syngman Rhee auch nicht.
            Poroschenko ist es heute noch nicht.
            Etc.pp.

          • Da muß ich widersprechen, @Maddes.
            Ein Rechtsstaat definiert sich über die Umsetzung und Einhaltung der basalen Rechte. Also z.B. Recht auf ein faires Verfahren, Recht auf Wohnung und Familie, Recht auf die eigenen Eltern.
            All das ist hier außer Kraft.
            @Only hat Recht, den 6-Punkte-Staat gibt es hier nicht.

          • „Auch die Urfaschisten im alten Rom werden nicht über das Abschlachten von Juden definiert“

            Was aber passen würde, btw. Denn: wer hat denn die Juden in die Diaspora geschickt, ihr Land dem Erdboden gleichgemacht und zur Provinz „Palästina“ gemacht?!

          • Das mag ja sein, @Alex, ist hier aber insofern nebensächlich, daß es hier ja explizit um die Definition geht. Und da scheinen mir die Historiker einig zu sein.
            Faschist ist abgeleitet von Fasces und steht in keinem unmittelbaren Zusammenhang mit Juden, da die Bedrohung auch ( und grundsätzlich ) auf andere Bevölkerungsgruppen gerichtet war.

  4. Den Satz hier: „Denn leider wird der Begriff „Nazi“ der eigentlich für Anhänger einer sozialdarwinistischen Ideologie, die eine überlegene arische Rasse annimmt und andere minderwertige Völker auslöschen möchte oder jedenfalls als untergeordnet und Raumwegnehmend ansieht vorbehalten bleiben, dient aber inzwischen in radikalen Kreisen als allgemeiner Vorhalt gegen nichtlinke und konservative.“ würde ich nochmal überdenken 🙂

  5. Das ist natürlich ein ganz fundamentale Methode aller totalitären Systeme.

    Man behauptet, es sei ja klar, wer Nazi ist. Siehe die nachfolgende Twitter-Diskussion. Da gibt es reichlich Tweets in die Richtung, dass die Nachfrage ja reichlich dämlich sei, dass die Ironie der Antwort eben der Dummheit der Frage geschuldet sei.

    Mit anderen Worten: Es ist schon irgendwie klar, wer hier als Nazi zu gelten hat.

    Das ist so ähnlich, wie wenn Femininistinnen behauptenen, dass doch immer irgendwie klar sei, wann bei einem Flirt die Grenze zur Übergriffigkeit übertreten ist. Das würden die Beteiligten doch genau spüren.

    In Wirklichkeit ist das natürlich nicht so. Aber es ist auch nicht gewollt, dass man genau weiß, wo die Grenze zum Fehlverhalten ist.

    Es wäre aus Sicht der autoritären Linken kontraproduktiv, zu sagen, wer Nazi ist und wer nicht. Diekmann bezeichnet das sogar als Fangfrage (!). Eine Frage also, die auf ungute Absichten schließen lässt. Wahrscheinlich weil sie die Macht der autoritären Linken untergräbt, Andersdenkende beliebig mit dem Nazifluch belegen zu können.

    Das ist wie unter Stalin, wo jeder jederzeit fürchten musste, in der Nacht abgeholt zu werden. Wenn niemand weiß, was erlaubt ist und was nicht, wenn Gesinnung strafwürdig und Strafen exorbitant hoch sind, versucht sich jeder maximal unauffällig zu verhalten. Eine effizientere Repression ist kaum möglich.

    Auch bei fundamentalistischen Religionen gibt es diese Mechanismen. Disziplinierung durch Fear, Uncertainty and Doubt, auch in den eigenen Reihen. Vielleicht sind Religionen einst so entstanden wie heute politische Ideologien.

    Mein Eindruck ist auch, dass das alles mentale Vorbereitungen für handgreifliche Auseinandersetzungen sind. Diese SJWs sind ja in einer erstaunlichen Kampfstimmung. Es sind auch die SJWs, die einen Systemwechsel wollen (Abschaffung der Arbeit, der Meritokratie, der Heteronormativität, der Nationalstaaten), nicht die AfDler.

  6. Mein Stiefopa war ein Nazi. Der hätte niemals einem Nichtarier die Hand gegeben. Immerhin wollte er keine Juden vergasen, er meinte, Deportation nach Israel wäre ausreichend. Die AFD hätte er als milde Kommunisten durchgehen lassen.
    Die Grünen hätten seine Sympatie gehabt. Stramme Verbote und Hetze gegen andere Meinungen, das wäre seine Partei……er ist lange tot. Aber durch ihn habe ich gelernt, Nazis zu erkennen. Es sind Grüne und Genderisten.

    • Auch Sie verharmlosen Nazis, wenn Sie meinen, Grüne seien Nazis.

      Das industrielle Abschlachten von Juden, Behinderten und Schwulen, dazu die Errichtung einer Gewaltherrschaft mit Willkür, Folter, Diebstahl, Einsperren und Mord politischer Gegner und gipfelnd in einem Angriffskrieg gegen 3/4 Europas ist eine ganz andere Nummer als alles, was die Grünen betreiben, selbst auf extremen Gender-Irrwegen.

      • Es fängt immer harmlos an. Natürlich bringen die Grünen noch keine Menschen um, so weit sind die noch nicht, wenn man von Abtreibung mal absieht. Aber sie diffamieren kräftig. Gegen angebliche Nazis, gegen Fleischesser, gegen Autofahrer, gegen Atomkraft usw….. Sie haben Ausländer, Frauen, Homosexuelle usw zu den neuen Ariern erhoben und bekämpfen Abweichler zunächst mit Worten und mit Hilfe der Antifa. Aber wehe, wenn sie mächtiger werden. Es wird zu Morden kommen, im Namen der Moral, ganz wie bei Adolf. Aber es wird subtil kommen.

      • @_Flin_
        Auch Sie verharmlosen Nazis, wenn Sie sie auf die wenigen gestörten Gewalttäter reduzieren.

        Gefährlich sind die vielen Mitläufer – die Gutmenschen, die ihre Augen verschließen.

      • @Flin verharmlost Nazis, indem er es noch nicht mal ansatzweise kritisiert, daß grünbraune Faschisten, jeden, der ihrer Ideologie nicht folgt als Nazis titulieren und mit direkter Gewalt überziehen wollen. Ich habe oben ein paar der Punkte aufgezählt, wegen der ich von ( grünbraunen und Genderfemi-)Faschisten zum Nazi erklärt und mit Tod durch Aufhängen bedroht wurde.
        Das stört den Naziverteidiger aber offenbar überhaupt nicht.
        Die vier Mordversuche nach der Hogesa1-Demo sind für ihn nicht faschistisch. Die Messerattacke auf einen Wahlkämpfer vor ein paar Jahren? Egal.
        Der Versuch eine Frauendemo schariaartig zu steinigen? Kein Problem, wie?

        Besteht da eine Verbindung, Flin?
        Stehst Du auf Gewaltverherrlichung, Mord, Totschlag u.ä.?

      • „Das industrielle Abschlachten von Juden, Behinderten und Schwulen, dazu die Errichtung einer Gewaltherrschaft mit Willkür, Folter, Diebstahl, Einsperren und Mord politischer Gegner und gipfelnd in einem Angriffskrieg gegen 3/4 Europas“

        Wenn man glaubt, dass man von Nazis erst reden darf, wenn mindestens all das verwirklicht ist, der verharmlost den Begriff zwar nicht – aber entwertet ihn fast ebenso wie der, der ihn für alles ihm unliebsame anwendet.
        Dann gab es bis 1933 keine Nazis. Und selbst danach – das volle Ausmaß gibts erst ab der Wannseekonferenz?

        Es muss durchaus um die totalitären Geisteshaltungen gehen, die zu solchem Irrsinn hinführen.
        Und während ich bei einem Björn Höcke durchaus den Verdacht einer solchen Geisteshaltung sehe, finde ich die beim überwiegenden Teil der AFD bundestagsabgeordneten eben nicht.

        Wie Mika sagt:
        „Die Grünen hätten seine Sympatie gehabt. Stramme Verbote und Hetze gegen andere Meinungen, das wäre seine Partei“ – da ist numal was dran. Trifft nicht auf alle Grünen zu, aber in der tendenz.
        Wer mal wieder einen richtig faschistischen Text lesen möchte, lese das Frauenstatut der Grünen.
        Ersetze Frauen durch Arier und Männer durch Juden, könnte direkt von der NSDAP in ihren besten Zeiten stammen..

        • Vor allem die Betonung des industriellen ist immer wieder verschärft … mit früherer Industrialisierung wären die Nazis da halt eben nicht die ersten gewesen.

        • Falls wer das grüne Sexistenstatut noch nicht kennt, verweise ich hier mal ergänzend auf eine Seite, wo es verlinkt ist und vom Betreiber mit Bemerkungen ( z.B. warum er das en Detail nicht akzeptiert ) versehen wurde:
          http://renephoenix.de/frauenstatut

          Wie Maddes schon sagte, einfach Frauen und Männer durch „Juden/Arier“ o. „Neger/Weiße“ ersetzen.
          Übrigens hat genau das vor einigen Jahren mal wer getan und auf seinem Blog eingestellt. Daraufhin wurde er von GRÜNEN Netzaktivisten wegen Naziverherrlichung o.ä. angezeigt und vor den Kadi geschleppt. Die Anzeige wurde dann allerdings zurückgezogen, als er zum Beweis das Original vorlegte 🙂

          • „Daraufhin wurde er von GRÜNEN Netzaktivisten wegen Naziverherrlichung“

            Das war auch so eine beliebte Nazitaktik aus der frühen Bundesrepublik. Da wurden Zitate, die die Schrecklichkeit und den verbrecherischen Charakter der Nazis unterstrichen auch auf diese Weise unterdrückt.

            Grüne und Nazis teilen übrigens die gleichen Grundlagen der Philosophie: der geistige Anti-Christum&Judaismus (daher auch das Feindbild „Patriarchat“ im Feminsimus) und Liebe zu allem Irrationalen, hauptsache nicht das Erstere. Die „völkische Bewegung“ war damals auch ein Hort der Vegetarier, Fleischverachter, Quacksalber („Naturheilkunde“/“Heilkunde“) und spiritistischen Spinner, ganz wie die Ökologiebewegung, die in direkter Tradition damit steht. Man muss natürlich aber sagen, dass diese Bewegungen unendlich mehr zu bieten hatten als die Nazis (vor allem auch gerne „pazifistisch“ uä waren) und daher ist den Leuten das heute auch überhaupt nicht mehr klar. Es wäre sehr unfair und unangebracht, die Nazis mit den Grünen zu vergleichen. Aber die Grünen haben eine missionarisch-irrationale Weltanschauung, aus der einst eben auch die Nazis entstanden

      • „Gefährlich sind die vielen Mitläufer – die Gutmenschen, die ihre Augen verschließen.“

        Bei den Mitläufern gibt’s unterschiedliche abstufungen -die, die „ihre Augen verschließen“ sind dabei noch die harmloseren.

        Der bereits erwähnte Schleyer war z.B. kein „Mitläufer“, sondern Erznazi, der sogar 1933 noch dafür aus seiner Studentenverbindung rausgeflogen war, weil man sich dort noch nicht seinen Nazi-forderungen nach rausschmiss aller Juden aus der Verbindung anschließen wollte. Für seine Nazi-Einstellungen hat er also sogar noch etwas riskiert.
        Filbinger (später CDU-Ministerpräsident BaWü) dagegen war „nur“ Mitläufer. Aber einer der übelsten Sorte: Ein Profiteur des Systems. Einer, der sich in vorauseilendem Gehorsam als hilfreicher kooperateur angedient hat, um davon profitieren zu können.
        Dennoch sind von Filbinger seine Todesurteile und seine Schuld am Tod von Menschen aktenkundig, bei Schleyer ist das nicht so. Ist Filbinger damit schuldbelasteter als Schleyer? (Was Schleyer als SS-Führer in Prag gemacht hat, bleibt im dunkeln – aber als ausgewisener Antisemit in Prag 1944 – 45 gabs sicher Betätigungsfelder. Dass er Leute direkt auf dem Gewissen hat, lässt sich nicht nachweisen, aber ALS SS-FÜHRER IN PRAG 1944-45 gehört eigentlich mehr Fantasie dazu, das glaubhaft zu bestreiten, als es anzunehmen)

        Typ Filbinger ist das legale ausgrenzen und delegitimieren von Menschen aufgrund selbst vorangetriebener Rechtslage.Niemals selbst an illegalem partizipieren, aber an der Ausweitung der Rechtslage arbeiten, und dabei vom Druck der Schlägertrupps profitieren, die die drecksarbeit erledigen.
        Und sich dabei vom „Zeitgeist“ gedeckt und getragen wissen.

        Muss ich noch erwähnen, dass ich beim Gedanken an Filbinger das kalte Kotzen kriege?

        Also, vom Typ Filbinger, Mitläufer und Profiteur, ist auch die gegenwärtige Geisteshaltung vieler Grünen.
        „Nazis“ sind das nicht unbedingt.
        Aber auch nicht nur einfach „Mitläufer- die ihre Augen verschließen.“

      • @_Flin_
        wie mein Großmutter, Gott hab sie seelig, immer gesagt hat. „hätte Hitler das mit den Juden nicht gemacht, dann….“
        worauf ich ihr immer in’s Wort gefallen bin. dann wäre er auch nicht anders als Franco, Mussolini, Lenin, Stalin, Pol Pot, Mao, Castro und die ganzen anderen Diktatoren gewesen.

  7. Interessanter als solche Figuren wie Diekmann sind eigentlich die ganzen Mitläufer, die an sich moderate Ansichten vertreten, aber solche Leute gewähren lassen. Vom ZDF erwarte ich jedefalls keine Distanzierung.

    Deshalb gibt es auch keine Positionierung aus der Mitte gegen diesen Radikalismus. Und folglich auch keine Partei der Mitte, die wählbar ist.

  8. Manierliche Zusammenfassung, eine ganze Bedeutungsdimension fehlt aber noch vollständig, das möchte ich hier nachholen — und zwar welche Bedeutung „Nazi“ in der sich rapide ausbreitenden progressiven neuen Weltanschauung hat.

    Die progressive Ideologie, eigentlich nur ein neuer Rassismus, der seinen biologistischen Ursprung mehr kaschiert als hervorgeht, geht davon aus, dass „Rassen“ „sozial konstruiert“ wären und die „Weisse Rasse“ eine natürliche Herrenmenschenrasse ist, der es in der Natur liegen würde, alle anderen – die Schwarzen – zu unterdrücken. Als perfekter Ausdruck dieser „Weissen Rasse“ werden die geschichtlichen Nazis angesehen, natürlich weil sie die prototypischen Sozialdarwinisten sind, so wie Christian das ja auch ja richtig hervorgekehrt hat. Da diese „Weisse Unkultur“ den „Weissen“ im Blut, bzw in ihrer „sozialen Konstruierheit“ liegen würde, sind das alles tendenziell Nazis! Nur wer sich auf das allerschärfste und radikalste davon distanziert, der entgeht dem progressiven Ergebnishorizont ein wahrer Weisser, ein Nazi, zu sein.

    Die politische Kraft, in Deutschland, die diese progressive Ideologie am längsten und am tiefsten verinnerlicht hat, das sind die Grünen. Nur Deutschland hat eine länger existierende Partei, die ausschliesslich der progressiven Agenda gewidmet ist. Die „Medienschaffenden“ sympathisieren überwiegend mit grünen Politzielen und ihrer Ideologie, voran Spiegel, Zeit, DLF. Hier sind die Quoten der „Grünen“ gegenüber der Bevölkerung extrem erhöht, von hier aus wird eine quasi-religiöse, an fatal an christliche Weltuntergangssekten gepredigt. Apostaten und Ungläubige trifft der Bannstrahl des performativen Verdammungsurteils „Nazi“.

    Genau das hat auch diese Dieckmann neulich gemacht, als sie Nazis als diejenigen definierte, die nicht „grün“ sind. Wie man es von den Progressiven bestens kennt, haben sie, wie Dieckmann hier auch, alsgleich die Ausrede parat, irgendwie „ironisch“ gewesen zu sein — wobei ihr Begriff der „Ironie“ nichts mit der üblichen Bedeutung dieses Begriffs zu tun hat.

    Wie pathologisch und regelrecht verrückt das Ganze ist, sieht man schon an der Dieckmann, die sich als Widerstandskämpferin gegen die neuen Nazis generiert, dann aber den antisemitischen Narrativen des ÖR als „Journalistin“ dient. Für die Progressiven selbst ist das natürlich nur logisch, denn für diese sind die Juden die schlimmsten Vertreter der „Weissen Rasse“, ganz besonders der Staat Israel.

    Die grosse „Pointe“ ist, dass der Progressivismus von heute im Kern, strukuturell und notwendigerweise antisemitisch ist und zwar auf eine Weise, die stark an den Wahn der Nazis erinnert. Oder eben an den, der in der islamischen Welt herrscht (der zum Teil auch direkt von den Nazis inspiriert ist).

    Es wäre unklug auf den Begriff „Nazi“ zu verzichten, um gegen die Progressiven zu kämpfen. Eben weil diese Neorassisten, Sexisten und Antisemiten von heute daran wesentlich mehr erinnern als ihnen lieb sein kann.

    • Das hier ist geistige Brandstiftung allererster Güte, nein geradezu „geistiger Selbstmordterrorismus“, der berüchtigten @SophiePassmann, unfassbar:

      Es ist nur die logische Konsequenz aus dem, was ich oben geschrieben habe, au point, wie man es von twitter kennt, aporistisch und direkt.

      • Das ist natürlich nicht „die“ berüchtigte Passman, die natürlich einen blauen Haken hat, sondern ein Fake. Vielleicht sogar wirklich aus rechtsextremen Ecke. Die sind ja Spezialisten darin, sich als die obersten Opfer aufzuspielen, genauso wie die Progressiven.

        • Oder doch? Die Adresse ist die gleiche, der blaue Haken könnte neu sein – aber man kann in der „timeline“ bei twitter auch nicht mehr nach Dez 2017 kommen.

          Wie dem auch sei, solche zutiefst infamen Verdrehereien sind das Kerngeschäft der Progressiven.

    • dann wäre dieser Humor aber unmöglich….

      Ehrlich gesagt, allein deshalb darf das nicht gestrichen werden. Sonst gibt es bald womöglich gar keinen Humor mehr!

  9. Diese „Zeit“-„Journalistin“ tut noch so, als sei ihr „Nazis Raus“ eine Minderheitenmeinung:

    Na, klar, die Deutschen (->“mein Land“) alles Nazis, ausser sie und ihre ideologischen Schwestern und Brüder von der „Zeit“ usw.

    Erdogan ist bestimmt für sie kein Nazi, sondern ein Demokrat, könnt ich unbesehen wetten 🙂

  10. Da war es ja mal innovativer, den Refrain von Slipknots Song „Surfacing“ regelmäßig in die Umgebung zu gröhlen. Wenigstens ging es da nicht um eine bestimmte Fraktion, sondern um ALLE, die’s gibt.
    „Nazis raus“ ist doch heutzutage nur noch ein hipper Marketing-Spruch, der keine richtige Bedeutung mehr hat, und deswegen machen ihn auch alle mit…

  11. Erinnern wir uns doch an den „Anfang“ der Krise, da war jeder ein Nazi, der Hilfe vor Ort der Hilfe in Europa vorgezogen hat.

  12. Und Landnahme per Bauch ist eine Realität.
    Das Gedicht muss man ja nicht posten.
    Insofern bedeutet Nazis raus eine Enttürkisierung.

  13. So wird das Ganze dann weiter aufgeheizt. indem die püolitische Kampfzone vage erweitert wird („und diverse Kommentatoren“). Als Beweis muss immer die anonyme Masse, der dunke Plebs, die Nazis, hinhalten.

    • Tja.

      Und das ist die tatsächliche Twitterseite von Frank Magnitz.

      Kann mir jemand auf die Sprünge helfen, wo ich dort diese Tweets finden soll? Die es dort angeblich massenhaft geben soll?

      Kann man nicht mal angesichts eines solchen gewalttätigen Überfalls auf Verleumdung des betroffenen verzichten?

      • „tatsächliche Twitterseite von Frank Magnitz“

        Gensing schreibt: „auch auf Seiten von #Magnitz“, was sich – streng genommen – auf das, was unter diesem Hashtag zu finden ist, beziehen müsste und daher gar nicht in Verbindung mit dem tatsächlichen Magnitz stehen muss.
        Ausserdem weiss jeder, der schon mal ein Trump-Posting von nahem gesehen hat, dass exrem viel totaler Müll vom Schlage wie oben geziegt drunter klebt. Niemand käme auf die Idee, das dem Trump anzuhängen, was unter seinen Posts, etc hängt.
        Es ist offensichtliche Stimmungsmache, die dieser „Journalist“ hier betreibt.
        Übrigens habe ich das beim Grünen Islamistenversteher mit kritischem Anspruch, bei Volker Beck, gefunden.

        • Darf man jetzt darauf hinweisen, dass sich diese Bilder auf seinem Account – also dem von Patrick Gensing – finden?
          Dass er sowas postet?

          • Was soll das? Diesen Krempel kann man mühelos zusammensuchen. Der wird bei jeder Gelegenheit geposted. Nur mit wirklicher Quelle ist das interessant.

          • Das war Sarkasmus;
            Es folgt der selben Logik wie
            „was sich – streng genommen – auf das, was unter diesem Hashtag zu finden ist,“
            Mit dem unterschied, dass er diese bilchen tatsächlich selbst repostet hat.

  14. „Was ist eigentlich ein Nazi?“

    Sozi = Mitglied der SPD
    Nazi = Mitglied der NSDAP
    Neo Nazi = Anhänger der NSDAP Ideologie welcher aber Aufgrund seines Alters bzw. des Verbots der NSDAP nie Mitglied dieser Partei war.

  15. Nicht zu vergessen, anders als der islamophile und frauenverachtende DfB, lassen die Handballer Frauen schon seit … (fast) immer gleichberechtigt im Bund vertreten sein.

    • „Weniger staatstragend, aber ebenso richtig hat @SophiePassmann formuliert: „Handball ist maximalbrutale Direktdemokratie, fordert dafür aber von den Schwachen Fleiß und von den Starken Bescheidenheit.““

      People wanna know:
      Hat Passmann das Zeug zu einer neuen postmodernen Leni Riefenstahl?

  16. Zur White Supremacy genügt eigentlich auch der kurze Hinweis darauf, dass der Ösi-Katholik Hitler da nie reingelassen worde wäre.
    Abropohs Katholisch … wo sind die ganzen Stämme aus der Bibel nur hin, wer hat da zugelangt? 🙂

  17. „Nazi“ wäre natürlich als Beleidigung justiziabel. Ob das aber ein Novum wäre, dass sowas vor´s Gericht geht?

    Das kann man auch als ein Disziplinieren hin zu einem zivileren Umgang ansehen, was natürlich ein interessanter Ansatz ist.

    Ich bin mir leider aber zu sicher, dass die „Nazi“-Waffe von solch grosser strategisch-ideologischer Bedeutung ist, als dass ich denke, dass der Verwendung dieses Begriffs Einhalt geboten werden kann. Besser wäre es, den demagogischen Charakter davon offenzulegen und das nicht als Auswüchse infantilen Gehabes abzutun.

  18. Das ist das sympathische Integrationsgesicht der SPD. Wo gehobelt wird fallen Späne und dss Primat „Nazis Raus“ darf auch durch Mitleid nicht aufgeweicht werden:

    „Auch heute und jeden Tag gilt: #NazisRaus!“

    Diese Frau ist immer an vorderster Front dabei, wenn es um´s Aufwiegeln, Schüren und Aufwiegeln geht. Sollte man ihr keinen Vorwurf machen, sie ist ne Apparatschickse der SPD.

  19. Der Begriff „Nazi“ wird heute praktisch jedem an den Kopf geknallt. Es reicht vermutlich bald aus, braune Augen zu haben, um als „Nazi“ eingestuft zu werden.

    Eigentlich sind Nazis ja Leute, die Lebensraum im Osten erobern wollen, Juden hassen und ermorden wollen, Menschen in hochwertig und minderwertig einteilen anhand von Hautfarbe, ethnischer und religiöser Identität, Behinderte euthanasieren wollen, die Demokratie ablehnen, Hitler verehren usw.

    Was ist heute ein Nazi? Es reicht schon, nicht zu hüpfen:

    Oder der Zweigeschlechtlichkeit zuzustimmen:

    „Bis in die 1920er Jahre sprach man von ­Geschlechtervielfalt. Mit den Nazis kam die Theorie einer weitgehend klaren biologi­schen Zweiteilung, die auch immer noch im Biologiestudium vermittelt wird, obwohl die aktuelle Forschung längst weiter ist.“

    Quelle: https://chrismon.evangelisch.de/artikel/2013/weder-mann-noch-frau-19543

    • das ist natürlich eine echte Perle der Genderidioten: dass die Nazis die Zweigeschlechtlichkeit erfunden hätten.

      Dass ihr Held und Vorläufer Hirschfeld selbst ein Nazi war, das wollen sie aber nicht wissen!

      Die einzige moderne Statue eines Nazi in Deutschland ist die Hirschfelds in Berlin! Kann man sich nicht ausdenken 😀

      • Tja, auf sowas kommt man so leicht nicht. Vor allem: Was ist im Tierrreich? Also wenn man längst einen Stausee spazieren geht und sich die Entenpärchen anguckt, Stockenten jetzt – die sahen vor dem Dritten Reich genauso aus. Das Weibchen in Tarnfarbe, das Männchen bunt. Der Hirsch hatte auch vor Adolf Hitler schon ein Geweih und die Hirschkuh nicht. Usw. …

        …und wie die heute mit dem Begriff „Nazi“ umgehen, ist unerträglich. Hier noch ein Beispiel:

        Wenn „Nazi“ nicht mehr vernichtend genug klingt, heißt es halt „Nazischlampe“. Frau Weidel klagte dagegen und bekam nicht Recht. Ganz gleich, was man von ihr hält und was von der AfD, das sind keine Nazis.

        Wenn man selbst solche Leute als Nazis verzeichnet, dann verharmlost man echte Nazis.

        Vera Lengsfeld wurde auch als „Nazischlampe“ bezeichnet. Von einem jungen Linken. Sie hat – ich drück das jetzt mal so aus – dem frechen Bengel dafür eine geschallert.

        Er zeigte sie daraufhin an wegen Körperverletzung und sie ihn wegen Beleidigung.

        Urteil: 500€ Geldstrafe für die Ohrfeige, keine Strafe für die Beleidigung.

        Quelle: https://www.freiewelt.net/blog/die-saat-permanenter-hetze-geht-auf-10076732/

        Und ja, die Saat permanenter Hetze geht wirklich auf. Was man auch immer von der AfD hält: Die werden regelmäßig zusammengeschlagen, ihr Auto abgefackelt usw. und neulich schmiss einer eine Kugelbombe auf ein AfD-Parteibüro.

        Gastwirte müssen Angst davor haben, sie zu bewirten oder ihnen einen Raum für einen Abend zu vermieten.

        Das ist alles genauso krank wie die Internetzensur. Mein Zitat oben mit der Nazis und der Zweigeschlechtlichkeit wurde auf Facebook zensiert, also meine Kritik an dieser Sichtweise.

        Die Genderei genießt also einen Protektionismus durch Zensur.

        • Die Vorstellung einer Zensur war übrigens auch absolut untrennbar mit „Nazi“ verbunden. Dann kam SPD-Maas und führte in Deutschland die Zensur ein und kein Piep mehr davon. Jetzt ist Zensur Schutz vor „hatespeech“.

  20. „Die Umkehr von Opfer und Täter, wie wir sie derzeit im Falle des Bremer AfD-Politikers Magnitz erleben, der vermutlich so lange gegen eine Wand gelaufen ist, bis er so aussah, als wäre er überfallen worden, ist kein neues Phänomen, sondern deutsche Tradition. …..“

    „…. Das ist die bunte, offene und tolerante deutsche Gesellschaft im Jahre des Herrn 2019.

    „Der neue Faschismus wird nicht sagen: Ich bin der Faschismus. Er wird sagen, ich bin der Antifaschismus.“ Dieser Satz wird dem italienischen Schriftsteller Ignazio Silone zugeschrieben. Egal, vom wem er stammt, Silone, Don Camillo oder Cicciolina, nie war er aktueller und richtiger als heute.“

    https://www.achgut.com/artikel/wer_hass_streut_der_erntet_hass

    Es gibt offenbar keine Alternative für Deutschland. So jedenfalls nicht.

  21. Was ist der Ursprung von „Nazis raus“?

    Aus den 1970ern gab es eine Satire von „Pardon“ (schwer links), ein Cartoon, in dem auf dem linken Bild ein typischer Neonazi mit „Ausländer Raus“ Parole zu sehen ist, dann auf der linken ein Bild mit der Titelblase einer Frau im Bett „Ausländer Rein“, wie sie sich einen elektrifizierten Strich eines Türken mit Fez gönnt. (Das Ganze ist natürlich sehr grotesk überzeichnet)

    Ob zu dieser Zeit schon „Nazis raus“ gab?

    • ja, der scheint es zu wissen:

  22. Ich verwende ein dreidimensionales Politikmodell, weil das Links-Rechts-Schema unpräzise ist, in dem Sinne, dass man sich noch nicht mal einigen kann, ob das Dritte Reich eine links- oder rechtsradikale Diktatur war.

    Mein 3D-Modell nutzt folgende Achsen:
    * platonisch-hobbesianisch: die staatstheoretische Achse. Platoniker fordern, im Sinne von „Politeia“, einen starken, zentralen Staat, der nicht nur Verwaltungsaufgaben übernimmt, sondern die Bürger auch erzieht, formt, anleitet, um eine als ideal angesehene Gemeinschaftsform zu erschaffen — der Staat als Kunstwerk. Hobbesianer sehen die Rolle des Staates primär in der Gewaltvermeidung: der Krieg aller gegen alle soll unterbunden werden, wozu gewisse Eingriffe von oben notwendig sind, ansonsten hält sich die Regierung aber zurück.

    * alttestamentarisch-neutestamentarisch: moralische Achse. Alttestamentarier setzen auf Rache, Bekämpfung von Feinden mit allen Mitteln, Selbstbehauptung statt Empathie, Gewalt ist als Konfliktlösungsweg akzeptiert oder wird sogar gefordert — für Details fragt den Imam eures Vertrauens. 😉 Neutestamentarier leben nach den Werten der Bergpredigt: Verzeihen, „andere Wange hinhalten“, Gnade, Mitleid, Konflikte werden möglichst gewaltfrei gelöst.

    * entrop-ektrop: die Achse „Mensch und Natur“. Der Entropismus fordert Leben „im Einklang mit der Natur“, Technologie ist nur sparsam einzusetzen, die Menschheit soll möglichst wenig Veränderungen auf der Erde verursachen — mithin wird die Menschheit, im Sinn einer ökologischen Erbsünde, als „schuldig“ angesehen, durch Verzicht und Bescheidenheit kann Buße getan werden. Für Ektropisten ist die Menschheit, oder besser die Intelligenz, eine positive Kraft im Universum. Umformungen durch Wissenschaft und Technologie werden begrüßt. Grundgedanke ist, dass die Intelligenz durch ihr Handeln das Universum komplexer macht, dem Zweiten Thermodynamischen Hauptsatz somit (lokal) entgegenwirkt, wodurch die Welt insgesamt interessanter, spannender und schöner wird.
    (Ein Text von mir über den Ektropismus: https://www.curiepolis.de/smi%C2%B2le-philosophie-unbegrenzten-wachstums/)

    Nazis — „nationale Sozialisten“ — sind in diesem Schema platonisch-alttestamentarisch-entrop. Starker, tyrannischer Staat, der die Menschen umerzieht (und unerwünschte Personen vertreibt oder ermordet); auf Kampf und Gnadenlosigkeit beruhende Moral; Forderung eines „einfachen, germanischen Lebens“ des kantigen, blonden Wehrbauern auf seiner Scholle: „Blut und Boden“.

    Heutige Neukonservative (AfD, Trump, u.ä.) dagegen reihen sich ein als hobbesianisch-alttestamentarisch-ektrop. Ein schlankerer Staat wird gefordert („drain the swamp!“), moralisch auf Konflikt bis hin zu „alle gegen alle“ gesetzt, dabei steht man Technologie und Umformung der Welt eher aufgeschlossen gegenüber (allerdings im Fall der AfD nur teilweise: während sie zwar Kerntechnik unterstützt, sondert sie zur Gentechnik die gleiche uninformierte Grütze ab wie die Grünen).

    Das politische Establishment in Deutschland, vor allem aber Linke, SPD und Grüne, kann als platonisch-neutestamentarisch-entrop angesehen werden. Der Staat soll erziehen und formen, insbes. zur „Toleranz“, Friedfertigkeit u.ä., und natürlich muss alles nachhaltig und öko sein. In dieser Ecke wohnen auch die SJWs.

    Die alten Ostblockrepubliken waren platonisch-neutestamentarisch-ektrop — staatstheoretisch und moralisch ähnlich den heutigen Linken, aber für Technologie, Industrie, (angewandte) Wissenschaft. Diese Kombination ist heute selten, sie findet sich im westlichen Politikspektrum am ehesten bei der LaRouche-Bewegung (https://www.bueso.de/).

    Die Kombination hobbesianisch-neutestamentarisch-ektrop ist noch seltener, aber sehr wertvoll. Silicon-Valley-Libertarians wie z. B. Zoltan Istvan sind hier zuhause.

    Anzumerken ist, dass platonische Neutestamentarier sich in vielen Fällen keinesfalls durch Gewaltverzicht und Empathie hervortun. Wenn ihre Versuche, einen idealen Menschen heranzuziehen, scheitern, werden sie oft geradezu tollwütig, lassen die „Missratenen“ einsperren, foltern, sogar umbringen — Stichworte Bautzen, Hoheneck, Torgau, u.v.m.

      • BüSo, und überhaupt alle LaRouche-Inhalte, bitte seeehr vorsichtig und mit dem gebotenen Körnchen Salz genießen… das Problem mit diesen Leuten ist, dass sinnvolle oder interessante Aussagen direkt neben bizarren Verschwörungstheorien und abstrusen Auffassungen stehen. Es ist knifflig, da Sinn von Unsinn zu trennen.

        Die „LaRouchies“ haben die Neigung, sich an kernkraftfreundliche Unternehmen und Organisationen dranzuhängen. Ihre Hauszeitschrift „Fusion“ (in der sinnige technische Berichte neben esoterischer Grütze stehen — siehe oben) soll sogar in der Bibliothek des Max-Planck-Instituts für Plasmaphysik im Regal stehen. Auch das Institut für Festkörper-Kernphysik, für das ich mal arbeitete, wurde von ihnen mit Bitten um Kontakt und Interviews beharkt. Besonders ulkig: Der Verein „Nuklearia e.V. — für moderne und sichere Kernenergie“ den ich mitgründete, wird im BüSo-Nachrichtenmagazin quasi als Resultat der Arbeit der BüSo dargestellt: „Das ist sicher auch ein Resultat der breiten Öffentlichkeitskampagne der Bürgerrechtsbewegung Solidarität (BüSo) für Kernenergie und besonders für den Aufbau einer Wirtschaft auf der Grundlage von Kernfusion.“ — was so nicht stimmt. Wie war das nochmal mit „sich mit fremden Federn schmücken“? 😉

        Nebenbei bemerkt ist das von den LaRouchies favorisierte Reaktorsystem — des gasgekühlte Hochtemperaturreaktor — aus mehreren Gründen suboptimal: richtig hohe Temperaturen (e.g. 1000 Grad) schafft er nicht, seine Leistungsdichte ist extrem niedrig (was unnötig große Konstruktionen zur Folge hat), sein hoher Innendruck ist ein gewisses Sicherheitsrisiko, wegen thermischem Neutronenspektrum ist er weder brut- noch Atommüll-Recycling-fähig.
        Besser Schnellspektrum-Flüssigbrennstoffreaktor!

  23. Spätestens nach dem Ende der DDR war ja klar, in Deutschland ist der Wille SEDZIS zu hängen unangemessen unausgeprägt.
    Insofern ist ein Aufjedenfallwieder wie wir’s gerade erleben ja recht vernünftig.

  24. gilt sowas als „Nazi“?

    „Video emerges of Brussels mosque leader, who is soon to be nominated president of the conference of Belgian imams, begging Allah to „ignite a fire that burns [the Zionists] and start a wind that eviscerates them.““

  25. Ganz wichtig: das sind keine Nazis, die Davis und Kohn und deshalb sind sie GUT

    Not only is she an anti-Semite, it’s worth remembering that Davis went to East Germany and hailed Honecker while the Stasi were torturing and executing political prisoners.

  26. Nazis raus

    Krebs verbieten

    Selbstmordattentäter stärker bestrafen

    Wenn ihr mir nicht zustimmt seid ihr für Nazis, für Krebs und für Terrorismus.

  27. Der Slogan ist natürlich unpräzise, ein einfaches virtue signal und kann von Leuten mit totalitärer Gesinnung als Zustimmung gesehen werden, aber ich halte ihn nach wie vor für okay.

    Wie schon weiter oben gesagt – er ist in erster Linie eine Antwort, also gibt kein konkretes Ziel vor, sondern verwahrt sich nur gegen „Ausländer raus“. Man signalisiert damit also, auch welcher grundsätzlichen Seite man steht.

    Ich gebe aber zu, dass er heute nicht mehr ganz so leicht geht, wie zur Zeit seiner Entstehung, da der inflationäre Gebrauch den Begriff Nazi ja aufgeweicht hat bis hin zu „Homosexueller Atheist mit türkischen Wurzeln, der kein Intersektionalist ist“. Und die Befürwortung von undemokratischem, grundrechtsfeindlichem und menschenverachtendem Gedankengut, die sich mit dem Feigenblatt „Ist ja gegen Nazis!“ versteckt, ist auch abscheulich. Ich missgönne ja niemanden seine klammheimliche Freude, wenn einem politischen Feind schlimmes geschieht, aber dass der Unterschied zwischen „Gönne ich ihm“ und „Ist eine richtige Sache, die in unserem demokratischen Rechtsstaat völlig angebracht ist“, verstehen sie nicht. Und das ist mir auch unheimlich.

    Ich zähle mich nach wie vor eher zur Linken, als zur Rechten, aber ich weiß, welche von beiden Seiten mich eher umbringen würde. Und das ist leider mein eigenes Lager. Denn allein dadurch, Gewalt auch abzulehnen, wenn sie „die Bösen“ trifft, bin ich für viele ja schon ein Sympathisant der Bösen. Prinzipientreue und Ideale werden nicht mehr als übergeordnete Werte verstanden, sondern lediglich schicke Schlagworte, mit denen man seinen eigenen Fanatismus verziert. Und während die gleichen Leute, die „Todesstrafe für Kinderschänder!“-Slogans zurecht empört ablehnen argumentieren, Rechte müssten für bloße Meinungen ihrer körperlichen Unversehrtheit enthoben werden, gebe ich die Hoffnung auf, dass da nochmal Sinn, Durchblick und Zivilisiertheit in den Dialog kommt.

    Es bleibt dabei, dass ich mich links sehe; den Slogan „Nazis raus“ unterschreibe ich (trotz seiner Schwammigkeit) weiterhin, aber ich sehe das Problem.

  28. „Von der vor allem bei Verschwörungsideologen zu beobachtenden Attitüde, zu einer unterdrückten Minderheit zu zählen, die sich einer finsteren Übermacht tapfer entgegenstellt, war bei ihnen jedenfalls nicht viel zu spüren. Das vieltausendfach getwitterte „Nazis raus!“ entsprang einer Position der Stärke, mag sich auch der eine oder die andere unangemessen kühn und rebellisch dabei gefühlt haben. Nicole Diekmann ist im Netz in einer koordinierten Aktion wüst angegriffen worden, die Solidarisierung mit ihr ist ebenfalls im Netz und mit den Mitteln des Netzes erfolgt.“

    https://www.salonkolumnisten.com/nazis-raus-die-richtige-reaktion/

    Ganz falsch: das sind die Kohorten der intersektionalen Verschwörungsidioten, deren bekannteste und prominenteste Fraktion, die Feministen, sehr wohl meint – und dies dauernd auch so ausdrückt – unter einer erdrückenden Verschwörung der Frauenfeindlichkeit zu leiden. Ebenso haben die Neorassisten ein Problem mit „Weissen“ und „Deutschland“, die sehen „Nazis“ überall — genau wie dieser Spuch immer auch intendiert war, nämlich die ganze Gesellschaft anzugreifen. Die dritte Fraktion, die der „Antizionisten“, die ist in Deutschland zum Glück noch nicht so arg in Erscheinung getreten, aber im Kielwasser des Feminismus und der Neorassisten wird das sicher schon bald der Fall sein, die Entwicklung der britischen Labour-Partei sollte da als Warnung dienen! Und diesem unappetitlichen „intersektionalen“ Mix redet ausgerechnet Alex Feuerherdt das Wort. So geht das, wenn man unkritisch an blöden Parolen festhalten möchte. Die alles andere als harmlos sind. Das wird auch Alex Feuerherdt erfahren, wenn er wegen seines Israel-Engagement mit „Nazis raus“ bedacht werden wird. Schon jetzt könnte er sehen, dass Dieckmann so ein medialer Anti-Israel-Lautsprecher ist, den er mit dieser Solidaritätsbekundung nur legitimiert.

  29. „Das wäre mal ein echter Fall von #Nazisraus Hat da die berühmte Dokumentation bei @SPIEGEL_alles versagt? Das ist ja grotesk. #Relotius“

    In der linken Szene gab es immer die Auffassung, der Spiegel sei ein Geheimdienstprojekt von ehemaligen SS-Leuten 😀

    -> Willkommen in den Fiebersümpfen und Spiegelsälen des politischen Extremismus!

    Das mit dieser ukrainischen Naziband wusste ich auch noch nicht.

  30. „1/15 Ich finde das ein sehr interessantes Phänomen, wo wir nochmal näher hinsehen sollten. Was genau stört die Mitte an „Nazis raus“, wenn sie selber keine Nazis sind?“

    Habe mal die anderen posts drunter gesammelt, bitte alles lesen, das ist sehr aufschlussreich, mein Kommentar darunter:

    2/15 Nazis grenzen aus und wenden Gewalt an. Deshalb haben Leute offenbar eine Hemmung, ihrerseits Nazis auszugegrenzen oder Gewalt gegen sie anzuwenden, weil sie Angst haben, dann „Nazimethoden anzuwenden“, „selber Nazi“ zu sein. 3/15 Logisch ist das nicht – siehe poppersches Toleranzparadox. Es ist ungefähr so, als habe man Angst, eine Polizei einzurichten, weil diese ja selbst „verbrecherische Methoden“ verwende, wenn sie ihrerseits gegen Verbrecher vorgeht.4/15 Mit dem Gedanken „ich bin so tolerant, dass ich sogar Nazis toleriere“ darf man sich „besser“ fühlen. Man begibt sich in eine vermeintlich unangreifbare Superposition. Das ist sehr bequem, weil man nichts mehr gegen Nazis tun muss, weil die eigene Toleranz es verbietet.5/15 Die Angst, „selber ein Nazi zu sein“, wenn man gegen Nazis auftritt, ist psychologisch sehr interessant. Denn „Nazis“ sind heute eben keine Menschen in SS-Uniform und Hakenkreuzbinde, die ja nun wirklich nicht mehr rumlaufen.6/15 Vielmehr finden sich Bruchstücke und Einzelmotive nazistischer Ideologie bis weit in die Mitte der Gesellschaft. Fast alle hatten zu irgend einem Zeitpunkt ihres Lebens und Persönlichkeitsentwicklung wohl schonmal irgend einen „Nazi-Gedanken“. 7/15 Hier findet eine Form der Verdrängung statt. Stur darauf zu beharren, dass Nazis nur sein kann, wer 1920-1945 ein Parteiabzeichen trug oder heute Hitler geil findet, enthebt von Selbstreflexion: Wieviel diskriminerendes, völkisches, rassistisches usw. Denken steckt in mir? 8/15 Stattdessen werden Defintionskämpfe ausgefochten, was genau denn ein Nazi sei oder wohin die denn bei „Nazis raus“ geschickt werden sollen. Das sind Scheinargumente, die helfen, kleinen Nazi in einem selbst verdrängen zu können. 9/15 Wenn Leute emotional wesentlich mehr Anteil an Gewalt gegen AFD-Politiker nehmen als an Gewalt gegen Flüchtlinge, dann weil es sie stärker betrifft. Der AFD-Politiker ist einer von ihnen, einer von uns. Die Mitte hat Angst, mit ihm verwechselt zu werden. 10/15 Da zeigt sich verkappter, unreflektierter Rassismus und auch das identitäre Denken der Mitte: Er mag AFD sein, das finden wir anrüchig, aber er ist halt auch ein weißer, deutscher Mensch, einer von uns, wir müssen ihn vor Gewalt schützen.11/15 Linke (bzw. das Zerrbild eines molotowwerfenden Vermummten, das die Leute im Begriff „Antifa“ sehen) sind nicht nur für rechts sondern für breite Teile der Mitte eben nicht „einer von uns“. Migranten sowieso nicht. Behinderte auch nicht.12/15 Ganz zu schweigen von Homosexuellen, Inter- und Transsexuellen, Obdachlosen usw. oder wer sonst noch konkret oder Verbal Nazi-Zielscheibe ist. Das sind die „Schwachen“. Der Faschist glaubt an das Recht des Stärkeren und verachtet und bekämpft die „Schwachen“ offensiv.13/15 Die Mitte findet den Faschisten zwar anrüchig, hat aber Angst davor, selber als „schwach“ angesehen zu werden, selber einen Migrationshintergrund zu haben, selber homosexuell zu sein oder oder oder. Deshalb lehnt sie Nazis zwar ab, solange sie so etwas monströses tun, wie14/15 sechs Millionen Juden und andere Minderheiten industriell zu töten, aber regen sich allenfalls geringfügig auf, wenn es heute tagtäglich Übergriffe auf Flüchtlinge usw. gibt. Diesen Mechanismus, diese Verdrängung, diese Angst schwach zu sein können wir in uns allen irgendwo15/15 wiederfinden. Das nützt den Nazis. Auf diese Weise schaffen sie es, dass die Gesellschaft bei ihnen ein Verhalten toleriert bis hin zu einer möglichen Zusammenarbeit und Machtübernahme, die sie bei anderen Gruppen niemals tolerieren würde. ZITAT ENDE

    Alles schön und gut. Enno Park beschreibt mE aber so ungefähr das, was in den Köpfen der *Islamophilen* vorgeht! So eine Sympathie hat niemand mit Nazis, aber mit den Islamisten, PLO ist das ausgeprägt. Es gäbe kiloweise 1a-Beweismaterial der linken „Intellektuellen“ wie sie in X-Aufsätzen 9/11 als „gerechte Strafe“ hinstellten, verherrlichen und sich dann vor eine Religion stellen, die sie von ihrem Selbstverständnis her eigentlich nur hassen können wie die Pest. Auf dem Ticket wanderte dann auch der Antisemitismus ein, bzw wurde der der extremen Linken geradezu mainstreamfähig.

    Als Ausgleich dann wird jeder, der diesen Horrortrip nicht mitmacht in einem Akt der Projektion als „Nazi“ gedacht. Ganz offenbar ist ja die Verbindung „Islamfeind“ und „Rechts/radikal“ usw. Nichts hassen diese Leute dann auch mehr als wenn ihnen gesagt wird, dass ihre geliebte PLO, die sie als „Friedenspartner für Israel“ sehen, eben genau das ist, was sie so verdammen, eine Org in direkter Kontinuität mit dem „3. Reich“ und der „Endlösung“. Symptomatisch dafür ist die Chefediteuse des „Forward“, die Netanjahu bezüglich eines solches Kommentars der allergrössten je passierten Holocaustleugnung zieh (habe ich neulich hier geposted).

    Diese islamlophilen Progressiven sind es dann, die den Gebrauch „Nazi“ als Beschimpfung aller anderen, die ihre Weltsicht nicht teilen so inflationiert haben. In tausend Zeitungsartikeln von der Wash Post über NYT zum Spiegel wurden Trump und seine Anhänger, Akolyten, Sympathisanten als „Nazis“ gebrandmarkt … um nur das allerauffälligste Beispiel zu nennen.

    Wie kann man das einfach nicht berücksichtigen, wenn man über das „Nazis raus“ reflektiert, wie Enno Park?! Der immerhin eine passables Psychogramm entwarf der Leute, die „Nazis raus“ schreien und die aber nur eine ganz andere Gesellschaft wollen und voller Hass und Ressentiment auf den Westen sind, auf die USA und – sie trauen es sich nur noch nicht so recht in D – auf Israel.

    Leute, das wird so weitergehen und sich steigern. Gerade weil es den Kern der progressiven Weltanschauung abdeckt und schützt, das Aussen als nazihaft zu sehen – das ist wie bei jeder echten Sekte, die die Aussenwelt dämonisieren muss, um das eigentlich unerträgliche Innenverhältnis erträglich zu machen.

    • Eben. [Neo-]Nazis sind Menschen mit einer bestimmten Ansicht. Es müsste also, um demokratisch-rechtsstaatlich korrekt zu sein, heißen „Verbrecher raus [aus der Normalgesellschaft, rein in die Knastgesellschaft]!“ o.ä. — denn es sind ja doch bestimmt nicht alle Nazis so … es gibt schließlich überall auch Arschlöcher, wissen wir doch mittlerweile. 😀

  31. dieser kurze Spruch zeigt ganz gut, was so gedacht wird. Von einem kleinen Account 500x verbreitet und tausendfach gemocht:

    „Deutsche haben mehr Verständnis für Nazis als für Paketboten“

    twitter.com/juliebimmelmann/status/1083401948227923970

    Ein dummer Unsinn, der nur das eigene Ressentiment aufzeigt. Der wird nicht mal vom Gedanken gebremst, das könnte an fehlender Zivilcourage liegen, bzw an allgemein menschlicher Feigheit.

    Die Blaupause für diesen Spruch ist sicherlich: „Menschen, die mehr Verständnis für Tiere haben als für Menschen“, das kennt jeder. Ist aber nicht mehr populär, weil man ja nicht als Unmensch gelten will — da rettet einen natürlich dieser Ersatz hier — was seine Popularität erklären könnte!

    Und so haben die charakterschwachen „Deutschen“ keine sentimentale Schwäche für Tiere mehr, sondern für Nazis. Also ist nicht der gute Deutsche (für den sich jeder so hält) gemeint, man selbst, sondern *der andere*.

  32. die kleinen Mädchen aus der Vorstadt tragen heute Nasenringe aus Phosphor …

    Die Bombendrohungen sind angeblich von Kiddies gemacht, niemand anderes könnte „schon lange nicht mehr“ schreiben und dann auf Nazi machen.

    Die Rechnung für alle Einsätze über mehrere 100.000 Euro geht an wen, bitte?

    Das wäre sicher von öffentlichen Interesse in einer Demokratie, wo Rechenschaft gegenüber Ausgaben herrscht?!

  33. You have to wonder if the @womensmarch is psyched about the support/publicity that @LouisFarrakhan’s @TheFinalCall keeps giving them.

    twitter.com/JerylBier/status/1083817653045809152

    LOL, das Mittelalter lebt.

  34. Klarer Fall von #nazisraus

    „At least 20 Palestinian schools in the West Bank and Gaza are named after terrorists, and three after Nazi collaborators,“ British lawmaker Louise Ellman said. „Young Palestinian minds are being poisoned.“

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