„Wenn mehr Frauen in einem bestimmten Bereich arbeiten, dann sinken dort die Löhne“

Aus einer Bericht:

A new study from researchers at Cornell University found that the difference between the occupations and industries in which men and women work has recently become the single largest cause of the gender pay gap, accounting for more than half of it. In fact, another study shows, when women enter fields in greater numbers, pay declines — for the very same jobs that more men were doing before.

Consider the discrepancies in jobs requiring similar education and responsibility, or similar skills, but divided by gender. The median earnings of information technology managers (mostly men) are 27 percent higher than human resources managers (mostly women), according to Bureau of Labor Statistics data. At the other end of the wage spectrum, janitors (usually men) earn 22 percent more than maids and housecleaners (usually women).

Once women start doing a job, “It just doesn’t look like it’s as important to the bottom line or requires as much skill,” said Paula England, a sociology professor at New York University. “Gender bias sneaks into those decisions.”

She is a co-author of one of the most comprehensive studies of the phenomenon, using United States census data from 1950 to 2000, when the share of women increased in many jobs. The study, which she conducted with Asaf Levanon, of the University of Haifa in Israel, and Paul Allison of the University of Pennsylvania, found that when women moved into occupations in large numbers, those jobs began paying less even after controlling for education, work experience, skills, race and geography.

And there was substantial evidence that employers placed a lower value on work done by women. “It’s not that women are always picking lesser things in terms of skill and importance,” Ms. England said. “It’s just that the employers are deciding to pay it less.”

A striking example is to be found in the field of recreation — working in parks or leading camps — which went from predominantly male to female from 1950 to 2000. Median hourly wages in this field declined 57 percentage points, accounting for the change in the value of the dollar, according to a complex formula used by Professor Levanon. The job of ticket agent also went from mainly male to female during this period, and wages dropped 43 percentage points.

The same thing happened when women in large numbers became designers (wages fell 34 percentage points), housekeepers (wages fell 21 percentage points) and biologists (wages fell 18 percentage points). The reverse was true when a job attracted more men. Computer programming, for instance, used to be a relatively menial role done by women. But when male programmers began to outnumber female ones, the job began paying more and gained prestige.

Mir scheint die Schlussfolgerung, dass es schlicht daran liegt, dass man weibliche Arbeit nicht schätzt und meint Frauen schlechter bezahlen zu können, etwas voreilig:

Mir würden beispielsweise folgende Gründe einfallen:

  • Wenn ich lese „when women moved into occupations in large numbers, those jobs began paying less“ dann würde ich erst einmal daran denken, dass es wenig erstaunlich ist, dass die Löhne sinken, wenn eine große Anzahl neuer Arbeitnehmer in diesem Job arbeiten will. Es wäre ein klassischer Fall von Angebot und Nachfrage.
  • und auch „The median earnings of information technology managers (mostly men) are 27 percent higher than human resources managers (mostly women)“ erscheint mir nicht so überraschend, weil technology Bereiche eben eher skalierbar sind und eine andere Form von Wissen benötigen.
  • Bei den Programmieren dürfte sich ebenfalls einiges geändert haben: in den Anfängen war es schlicht eine weniger komplexe Tätigkeit, die leicht erlernbar war, weil man mit Lochkarten arbeitete und komplexe Programme nicht geschrieben werden konnte. Später wurde es eben etwas ganz anderes, was eher Männer als Beruf anzog (wahrscheinlich weil es eher mit Dingen zu tun hatte und Frauen eher mit Leuten arbeiten wollten und zudem auch gleichzeitig ein Aussetzen beim Programmieren wesentlich größere Folgen hatte als in anderen Bereichen mit langsamerer Entwicklung.
  • Interessant wäre natürlich auch die übrigen Faktoren zu überprüfen, etwa Arbeitsstunden, Zeiteinsatz etc. Ebenso der Umstand, wer mehr verlangt hat, weil er eine Familie ernähren musste. Auch ein verändertes Berufsverständnis wäre interessant: War der männliche „Housekeeper“ eine Art Butler oder ein Vorstand der übrigen Dienstdamen, wären die weibliche Hauskeeperin eben eher die tatsächliche Dienstdame war?
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44 Gedanken zu “„Wenn mehr Frauen in einem bestimmten Bereich arbeiten, dann sinken dort die Löhne“

  1. Wo Danisch wohl den Eindruck her hat, dass Soziologen sich ihre Kausalität frei und ungeprüft auswählen, sobald sie eine Korrelation entdeckt haben?

  2. @only_me

    Danisch hat nicht ein einziges Buch über, nicht ein einziges zur Einführung in die Soziologie gelesen. Er schwadroniert.

    Zurück zum Thema: Der hier von Christian besprochene Artikel ist ein weiterer Bestandteil der nächsten Runde feministischer Propaganda mit einem durchgehenden Grundmotiv. Soweit ich mich erinnern kann, habe ich das hier ebenfalls seit Jahren angesprochen.

    Es geht um die legendäre „Wertschätzung“ von weiblicher Arbeit. Allein der Begriff macht schon klar, es handelt sich um eine Subjektivierung der Frage, wie viel eine bestimmte Arbeit wert ist, weil und insofern sie einen Wert produziert.
    Der moralinsaure, vorwurfsvolle Unterton macht ebenfalls klar, es handelt sich um die Unterstellung, eine bestimmte Tätigkeit werde nur deshalb schlechter bezahlt (oder gar nicht -> „unbezahlte“ Hausarbeit), weil sie von Frauen verrichtet werden.
    Es soll sich – wie von selbst – der Eindruck einstellen, dies sei unfair und diskriminierend.

    Selbstverständlich ist die „Kausalität“ DAHER ein schlechter Witz.
    Es ist KEINE Wissenschaft, es ist Propaganda.

    Christian hat es am Beispiel der Informationstechnik bereits gezeigt. Wobei selbst die Verwendung des Begriffs das Anliegen der Propaganda unterstützt.
    Sicher waren Frauen in den 50ern und 60ern in der „IT“ prozentual besser vertreten. Das war jedoch, bevor es überhaupt ein Studium der Informatik gab.

    Der nächste richtige Punkt ist, Frauen meiden solche Studiengänge und Berufsbilder, deren Wissen sich durch eine Erwerbsunterbrechung entwertet, weil sie einem stetigen Wandel unterliegen. Die eigenständige Weiterbildung, um auf dem Stand der Technik zu bleiben, wird jedoch in das Gehalt „eingepreist“. Demzufolge kann eine Frau durchaus Mathe studiert haben und wird weniger gut entlohnt werden – wenn sie nämlich daraufhin Mathe in der Schule unterrichtet. Der zu vermittelnde Stoff wird sich über ihr Berufsleben hinweg kaum verändern.

    Die Verwendung von Begriffen und Qualifikationen, die eine bestimmte historische Bedeutung haben und einem Wandel unterliegen – bei gleichzeitiger Unterschlagung dieses Wandels – ist eine feministische Kernkompetenz.

    Beispiel: Der (Privat-) Sekretär des 18. und 19. Jahrhunderts hat nichts mit der Sekretärin des 20. Jahrhunderts zu tun, weil die Qualifikationen und Berufsbilder überhaupt nicht vergleichbar sind.

    Man kann locker aufzeigen, dass die weibliche Apothekerin in den USA gegenüber dem männlichen diskriminiert wird, weil sie weniger verdient. Hakim hat sich diese Verhältnisse genauer angeschaut und festgestellt, dass erstere eben vorwiegend als Angestellte (gerne in Teilzeit) arbeiten und letztere selbstständig sind.

    Es wird mit Grandezza eine gleiche Arbeit oder Qualifikation präsentiert, die bei genauer Betrachtung ungleich ist.

    Wenn man das Publikum aufklärt, dann fliegt auch der Schwindel auf.
    Noch einmal: Das ist keine Wissenschaft, es ist Propaganda.
    Vor der Untersuchung stehen die politisch nützlichen Ergebnisse bereits fest und die Zahlen werden so frisiert, dass diese zum gewünschten Resultat passen.
    Das ist die einzige Kausalität, die wirklich existiert /sarcasm off

    • @crumar

      dass Danisch kein einziges Soziologie Buch gelesen hat, würde ich nicht mal bestreiten.

      Bei Frauen akzeptieren wir alle den Satz: „Hör nicht, was sie sagen. Schau nur, was sie tun“. Sollte der nicht auch für Soziologen gelten? Soziologie ist, was Soziologen tun, nicht wahr?

      Zwei der Autoren dieser Studie:

      Soziologen aus der obersten Spitze des Elfenbeinturms.

      Diese Studie ist das, was Soziologie derzeit tut und damit, was Soziologie derzeit ist.

      Auch wenn du zum x-ten Mal NASALT oder „keine echten™“ schreibst.

      • @only_me:

        »Soziologie ist, was Soziologen tun, nicht wahr?«

        Das ist ja richtig – aber wie willst Du das, was Soziologie tut, kritisch bewerten, wenn Du es nicht mit dem kontrastierst, was Soziologie kann? Erst dann ergibt sich ja ein begründeter Unterschied zwischen schlechter und guter Soziologie bzw. schlechter und guter Wissenschaft.

        Das Ärgerliche an Danisch ist halt, dass er nicht den Eindruck erweckt, auch nur ansatzweise zu wissen, was Soziologie kann. Ich gehe ja auch nicht her und erkläre die Informatik für Unfug, bloß weil ich in meiner Berufspraxis immer wieder auf schlampig programmierte Software stoße. Aber Danisch tut genau dies mit der Soziologie.

        • Die Sache ist doch viel einfacher. Danisch verkürzt ghettomäßig heftig. Er setzt voraus, daß der gefällige Mitleser den Gesamtzusammenhang selbst zu erkennen in der Lage ist. Er weist selbst immer wieder darauf hin, daß er abends nach Arbeit, Einkaufen, Haushalt etc. mal eben seine Meinung in die Tasten rotzt und dabei nicht allzuviel Wert auf umfassend korrekte Darstellung legt, schon aus Faulheit und alltagssprachlichen Gründen.

          Beispiel Soziologen. Auch hier ist ja wohlbekannt, daß Soziologie in Studium und Praxis von Femis ziemlich überlaufen ist. Und die suchen sich in der Tat überwiegend Korrelationen und Kausalitätsrichtungen je nach Ziel und Rhetorik/Rabulistik aus, ohne sich dabei mit so patriarchalmännlichen Hindernissen wie z.B. Logik, Sinn, Regeln o.ä. zu belasten. Wird hier ja auch mindestens wöchentlich erwähnt.
          Da die Medien ebenfalls feministisch verstrahlt sind, schlägt das auf deren Ausflüsse nieder, besonders wenn mal wieder Agit-Prop-Soziologen wie z.B. der kurz vor der Verrentung stehende Dauerstudent Kemper-Andi als „Experten“ herangezogen werden.
          So entsteht bei sehr vielen Leuten der Eindruck, daß die akademischen Sozies, weil feministisch hochgradig durchseucht, bei Zusammenhängen und Zufällen einfach das voraussetzen, was ihnen gerade Spaß macht. Was zu einem gewissen Anteil ja auch stimmt, nur eben als generalisierter Gesamtschluss Mumpitz ist ( analog zu: “ Die Frauen sind Parasiten“ ).
          Und exakt das spiegelt der Danisch, wenn er, statt in der Kneipe am Stammtisch herumzuschwadronieren, dafür seinen Blog benutzt.

          That’s all!

          So alle paar Monate bis Jahre legt er das auch selbst ungefähr so dar und erwartet dann, da sein Weblog ja ein klassisches Internettagebuch ist ( was er, laut Eigendarstellung, immer noch so wie vor locker zwei Jahrzehnten wörtlich nimmt ), daß der geneigte Mitleser das entweder schon weiß, oder sich bei Bedarf schlau macht. Oder ihn am Arsch lecken kann.
          In dem Punkte ist er schlichtweg ein Fossil aus den letzten Tagen des letzten Jahrtausends.
          Und Katzenbilder oder esotherische Kochrezepte sind nunmal nicht so sein Ding.

          Und wer seinen Grinterhund kennen lernen will, muß halt mindestens „Adele …“ lesen.

          Kurz: Man kann ihn zwar als eine Art Nachrichtenmedium betrachten ( ich mache das, schon weil er sehr viele und schnelle Zulieferer hat und ich immer wieder herzlich über seine Art&Weise schmunzeln kann), wenn man Infos und Gegrantel auseinanderhält, aber mehr auch nicht. Wer korrekt aufgearbeitete, repräsentative und detailliert ausgewogene Aufklärung von ihm erwartet, sollte besser auf die Sportseiten der BILD-Zeitung umsteigen, da gibt es korrekte Torverhältnistabellen, habe ich mal gehört.

          Das manche hier auf AE gelegentlich mindestens ähnlich wie Danisch herumschwadronieren, ist nicht sein Verdienst, zeigt aber, daß es erstens manchmal Spaß macht ( oder als Überdruckventil dient ), und zweitens, daß das eine weit verbreitete menschliche Eigenschaft ist ( „och Mönsch, is doch wahr, nä?“ ).

          So what?

        • Ich habe volles Verständnis dafür, dass ein guter Soziologe Danisch ärgerlich findet.

          Ich habe genauso Verständnis dafür, dass Danisch, der an Soziologie nur solche Beispiele wie die heutige Studie kennt (dafür aber sehr viele von der Sorte), keinen Ehrgeiz entwickelt, genauer hinzuschauen.

          Du hast Soziologie studiert, oder?
          Ich hab Informatik studiert. Ich hätte kein Problem damit, wenn du Informatik (bis auf wenige Bereiche wie Krypto) den Status als Wissenschaft absprichst. Gerade ein Programmierer hat mehr Verwandtschaft mit einem mittelalterlichen Steinmetz als mit einem Atomphysiker.

          • Das Kern-Argument von Danisch (nach meiner Leseart) – dem ich mich auch anschließe – ist, dass die Güte einer Wissenschaft durch den ‚dicken‘ Bodensatz (die 5-10% schlechtesten) bestimmt wird.

            D.h.
            Solange „die guten soziologen“ nicht in der Lage sind, ihren Saustall auszukehren, ist die Soziologie einfach nicht ernst zu nehmen.

            Und obiger ist nicht der weit schlechteste Artikel, sondern Standard.

      • @only_me

        „Bei Frauen akzeptieren wir alle den Satz: „Hör nicht, was sie sagen. Schau nur, was sie tun“. Sollte der nicht auch für Soziologen gelten? Soziologie ist, was Soziologen tun, nicht wahr?“

        Das Problem ist, weder bin ich qualifiziert für „die Soziologie“ zu sprechen, noch diskutieren wir überhaupt soziologische Erkenntnisse aus dem deutschsprachigen Raum.

        Der Großteil der Texte, den Christian hier präsentiert und seziert sind solche aus a. dem angelsächsischen Sprachraum und dann immer die mit den b. wunderlichsten Qualitäten zum Thema c. Geschlecht.

        Wobei – nach meiner Erfahrung – a. und c. sehr viel mit b. zu tun haben.
        Feministische Studien aus GB bspw. sind so schlecht, selbst die Fälschungen so durchschaubar, dass ich verleitet bin zu fragen, wie die überhaupt veröffentlicht werden konnten.

        Ich habe nach den Diskussionen auf youtube den Eindruck gewonnen, dass klimatisch im angelsächsischen Sprachraum für das Ausbleiben von Kritik gesorgt wird. Die lieben Kollegen und Kolleginnen wissen demnach, es handelt sich um unwissenschaftlichen Blödsinn, es traut sich nur niemand, das zu sagen.

        Den Eindruck, im deutschsprachigen Raum verhalte es sich genauso, habe ich aber nicht. Wenn LoMi noch hier kommentieren würde, könnte er diese Vermutung stützen oder widerlegen.
        Aber tatsächlich gibt es so viele „Bindestrich-Soziologien“ (Familien-, Jugend- etc.), dass ich glaube, die meisten interessieren sich nicht wirklich für das Thema Geschlecht.
        Es sind ja nur Feministinnen, die die Omnirelevanz dieses Themas behaupten und deren Agenda bekannt sein dürfte.

        • @crumar,

          durchaus, adressiert aber nicht wirklich die danische „Looks like a duck, walks like a duck, sounds like a duck…“ Perspektive.
          Er redet offensichtlich, wenn er „Soziologe“ sagt, nicht von dem, was Soziologie sein könnte oder sollte oder ursprünglich war, sondern von dem, was viele voll-akkreditierte Soziologen ohne sichtbare Kritik von sich geben.
          In seiner Schlussfolgerung ist er nicht sehr weit entfernt von den ScienceFiles Betreibern, die sicherlich eine große Anzahl von solziologischen Büchern gelesen haben. Daran ändert auch nichts, dass sein sprachlicher Ausdruck regelmäßig unter aller Sau ist.

          Lenz und Rosenbrock und Helbig und Konsorten kann man auch nicht auf den angelsächsischen Bereich schieben.

    • Danisch hat nicht ein einziges Buch über, nicht ein einziges zur Einführung in die Soziologie gelesen. Er schwadroniert.

      Ja, das scheint manchmal bzw. bei manchen Themen zu stimmen.
      Darf er denn, nur weil er kein Buch zur Soziologie gelesen hat, keine Meinung zu Behauptungen haben, die Soziologen aufstellen? Insbesondere dann, wenn sie widersprüchlich (zur Realität) sind und/oder aber Kausalität da herstellen wollen, wo nur eine Korrelation besteht.
      Zumal du hier seine Meinung ja unterstützt.

      • @Mario

        „Darf er denn, nur weil er kein Buch zur Soziologie gelesen hat, keine Meinung zu Behauptungen haben, die Soziologen aufstellen?“

        Der radikale Subjektivismus greift leider immer mehr um sich…

        Wenn Danisch eine Meinung äußert, dann ist es eine Meinung, die ebenso Berechtigung hat, wie jede beliebige andere Meinung auch.
        Es wäre für einen Generalangriff auf eine komplette Wissenschaft angebracht, diese Meinung mit Texten aus dieser Wissenschaft zu fundieren.
        Er müsste eine Hypothese aufstellen und diese mit Fakten belegen.
        Wenn du eine Meinung zur Informatik hast auf der Basis der Tatsache, dass Danisch – ein Informatiker – ein idiotische Meinung geäußert hat, macht das dann Danisch oder die Informatik zu einem Idioten?

        Er stellt eine Hypothese auf (ohne sie Hypothese zu nennen) und behandelt sie nachfolgend, als wäre diese eine Theorie.
        Ohne sie überhaupt in irgendeiner Form belegen zu können.

        Wenn ich diese Vorgehensweise kritisiere, dann – das habe ich schon öfter erlebt – springt irgendjemand auf und ist empört: „Er wird doch noch seine Meinung äußern können!“
        Sicher, es steht jeden frei, seine Meinung zu äußern.

        Das Problem am subjektiven meinen ist jedoch, die subjektive Meinung beansprucht eine objektive Berechtigung, die sie (u.a. im Falle von Danisch) nicht hat.
        Er ist objektiv gar nicht in der Lage, belegbar die Inkompetenz „der“ Soziologie nachzuweisen, weil er objektiv keinerlei Ahnung von dieser Wissenschaft hat.

        • Einen objektiven Nachweis ihrer Nützlichkeit, abseits vom Soziologengehalt, welches sie freilich ihm selbst nützlich macht, und geliefert wie bestellter Junkscience, wäre bestimmt hilfreich bei der Meinungsbildung.

        • Er ist objektiv gar nicht in der Lage, belegbar die Inkompetenz „der“ Soziologie nachzuweisen, weil er objektiv keinerlei Ahnung von dieser Wissenschaft hat.

          Aber zumindest kann er anhand diverser Fallbeispiele belegbar nachweisen, dass manche Soziologen dummes Zeug schwafeln.
          Was man ihm ankreiden kann und muss, ist die Verallgemeinerung. Aber damit ist er ja in guter „soziologischer“ Gesellschaft. 😉

    • „Allein der Begriff macht schon klar, es handelt sich um eine Subjektivierung der Frage, wie viel eine bestimmte Arbeit wert ist, weil und insofern sie einen Wert produziert.“

      Das ist doch linke Tradition. Schon Marx hat mit seiner Arbeitswerttheorie Preisbildung, Profit und Gehalt subjektiviert.

      • @Adrian

        Auch für dich gilt, wenn du Marx kritisieren willst, solltest du ihn wenigstens gelesen haben. Die Aussage, „Arbeitswerttheorie Preisbildung, Profit und Gehalt“ seien „subjektiviert“ ist so umfassender Käse, dass ich noch nicht einmal Lust habe, näher darauf einzugehen.

    • Danisch äußert sich selbst zu soziologischen Themen und stimmt auch den ein oder anderen Soziologen, Politikern, Juristen oder Journalisten zu.

      Wenn er scharfe Kritik äußert, dann in der Regel auch mit konkretem Bezug auf Argumentstionsfehler oder rhetorisch verbrämte Inhaltslosigkeit.

      Und über sein eigenes Fach zieht er auch her.

  3. Ich wette drauf, dass der nächste „Frauenberuf“ mit garantiert sinkenden Löhnen das Veterinärwesen sein wird. Auch da werden die meisten Absolventinnen eher die Selbstständigkeit meiden und erst recht wird kaum eine sich den harten Job mit einer Großtierpraxis antun.

  4. Die Beschäftigung der „Linken“ mit „Geschlechterklassenkampf“ lässt kapitalistische Interessen außen vor, in der Folge wird die Kampfkraft von Gewerkschaften und auch Parteien untergraben, man wird weiblicher bzw. man ist weiblicher geworden. Der Blick vom Wesentlichen wird systematisch abgelenkt, die echten Probleme werden mit Denk- und Sprechverboten umsponnen. Man landet konsquent und berechtigterweise unter 10% (z.B. in Bayern). Wo Frauen sind wird kaum gekämpft und wo gekämpft wird sind kaum Frauen. Und deshalb werden auch Berufsgruppen, die feministisch geentert wurden relativ rasch schlechter bezahlt sein und das wird auch die paar Männer betreffen, die dort dann noch arbeiten (damit nicht erneut pay gab herbeigeschwafelt wird). Abgesehen davon, dass Berufsbilder die dies heute schon betrifft erheblich an Qualität verlieren. Die Verstuhlkreisung unserer Republik hat auch mit dem Personal unserer Schulen zu tun (teilverzeitete Suhlkreiszobies mit ungenügender Bereitschaft Verantwortung zu übernehmen, weshalb z.B. allerorten Schulleiter fehlen).

  5. Was viele Soziologen nicht zu kapieren scheinen, ist, dass man Gegebenheiten auf dem Arbeitsmarkt in den seltensten Fällen soziologisch, viel eher dafür ökonomisch erklären muss.
    Den Preis für die Arbeitskraft bestimmt ja nicht das Geschlecht des Beschäftigten, sondern Angebot und Nachfrage. Wenn Frauen bei gleicher Leistung 20% billiger wären, würden alle Unternehmen nur noch Frauen einstellen.
    Wenn ein Tätigkeitsprofil im Lauf der Zeit weniger anspruchsvoll wird, steigt das Angebot an Arbeitskräften und der Lohn sinkt. Männer wandern ab, weil sie sich seltener mit geringen Löhnen zufrieden geben (können), und Frauen zu, weil sich einfachere Tätigkeiten leichter mit Teilzeit usw. vereinbaren lassen.

    • @ronin

      Das hat nichts mit der Wissenschaft, sondern alles mit dem Personal und seinem Selbstverständnis zu tun.
      Selbstverständlich gibt es auch eine feministische Soziologie und nicht alle Personen in dieser sind eifrige Ideologinnen.

      Wenn aber das Grundverständnis ist, Frauen als generell benachteiligte und diskriminierte „Klasse“ zu sehen, dann wird man natürlich alle Sachverhalten auf Benachteiligungen und Diskriminierungen hin untersuchen.
      Und versucht sein, selbst Privilegien als Diskriminierungen zu empfinden.

      Natürlich kann man den Fakt, dass Frauen keinen Wehrdienst leisten müssen auch so verstehen, Frauen würden von einer Karriere in der Bundeswehr ausgeschlossen. Prompt wird aus einem Privileg eine Benachteiligung.

      Gleicher Sachverhalt, komplett unterschiedliche Sichtweisen.
      Wir würden sagen: 15 (oder mehr) Monate gesellschaftlich nützlicher Tätigkeit, die ausschließlich Männer verrichten müssen. Feministinnen würden dann auf die Karrieremöglichkeiten verweisen und auf das Geschlecht der Generäle.
      Kann man so sehen, obwohl es eine sehr einseitige Sicht der Dinge ist.

      Wo es zu einer Ideologie wird, ist z.B. in der Frage der care-Arbeit nach Geschlecht. Denn beim feministischen Gejammer wird gerne „vergessen“, dass bspw. Zivildienst leistende junge Männer in Vorleistung gegangen sind.
      Würde man seinen Zivildienst lebensgeschichtlich gegen eine identisch alte Frau in Stellung bringen, dann startet diese Frau mit einem erheblichen Defizit.

      Da überlappen sich m.E. die „blind spots“ einer einseitigen Sichtweise mit der ideologischen Nützlichkeit dieser Sichtweise.

      • Dass das mit der Wissenschaft an sich etwas zu tun hätte, habe ich auch nie behauptet.
        Was man der Soziologie als universitärer Disziplin vorwerfen kann, ist allenfalls eine mangelhafte interdisziplinäre Ausbildung.
        Es ist schon tragisch genug, dass der Normalbürger die einfachsten ökonomischen Zusammenhänge wie Angebot und Nachfrage nicht versteht (wie sollte man sonst erklären, dass die meisten Leute eine gesetzliche Mietpreisbremse für eine gute Idee halten?).
        Dass das aber auch auf studierte Leute zutrifft, die vorgeben, gesellschaftliche Zusammenhänge zu erforschen und die einen erheblichen Einfluss auf die Politik haben, ist fatal.
        Ökonomische Wechselwirkungen, die die untersuchten Phänomene erklären könnten, werden dann gar nicht in Betracht gezogen, da unbekannt.
        Wenn das einzige, was man hat, ein Hammer ist, sieht eben alles irgendwie wie ein Nagel aus.

        • @ronin

          Zu deren Ausbildung kann ich nichts sagen, ich habe in meiner Studienzeit aber die Statistikklausuren mit den Soziologen geschrieben und die waren hart.
          Ich weiß weiterhin, es wurde viel mit dem sozio-ökonomischen Panel gearbeitet – vorstellen, sie hätten keine Ahnung von ökonomischen und statistischen Zusammenhängen kann ich mir daher nicht.
          Es kann aber erstens sein, dass jede Uni andere Anforderungen hat.
          Das weiß ich nicht.

          Zweitens kann es wirklich eine ideologische Fixierung (Hammer, Nagel) sein und wenn die gesamte Berufskarriere darauf basiert, wird es schwer (oder sogar schädlich) in Betracht zu ziehen, es wären erheblich mehr Faktoren wirksam und letztlich ausschlaggebend.
          Da – besonders in den USA – eine politische Filterblase an den Unis existiert, wird es wohl ebenfalls einen ausgeprägten confirmation bias geben.

          Aber das trifft eben nicht auf alle zu -> siehe Roy Baumeister als Sozialpsychologe und Murray Straus als Soziologe.

          • Ich werde in den nächsten Wochen ( so nix schiefläuft ) eine frischgebackene Bachelorette in Sozi treffen. Eine Wühlmaus, die eigentlich wohl wenig Lust auf den theoretischen Papierkram hat.
            Die werde ich mal ein wenig löchern, ob und ggf. was sie zu dann zu Statistik und Soz-öko-Panel so sagt.

  6. Wenn man den zitierten Textauszug aufmerksam liest, dann wird einem klar, dass man zu der Schlussfolgerung überredet wird, Frauen würden die Preise verderben — einzig und allein, weil die Geldgeber Frauen verachten:

    „And there was substantial evidence that employers placed a lower value on work done by women.“

    Verstärkt durch ein dementsprechendes direktes Zitat: “It’s just that the employers are deciding to pay it less.”

    Irgendwelche andere Begründung wird nicht gegeben, man baut relotiusmässig darauf, dass die Vorurteile des geneigten Lesers der tendenziösen „Berichterstattung“ entgegenkommt.

    Beim Fall der Programmierung kann man ganz gut sehen, was wirklich passierte. Als dies noch ein Abenteuer war und noch nicht etabliert, hatte dieser Job die grösste Profitabilität, die eben die wenigen Männer kassieren konnten (die übrigblieben, all die gescheiteten fliessen ja sicher nicht in diese Berechnung ein!). Als der Job etabliert war, sank natürlich auch die Profitabilität, wobei aber die Sicherheit des Jobs dementsprechend zunahm — was dann auch die Frauen anzog — was dann zu einer geringeren durchschnittlichen Bezahlung führte.

    Den gleichen Effekt gibt es sicher bei jeder neuen Technik, das hat mit Frauen an sich sicher gar nichts zu tun.

    Das „eindringliche Beispiel“ mit dem Tourismus ist bestimmt ähnlich zu erklären:

    („A striking example is to be found in the field of recreation — working in parks or leading camps ..“)

    Man denke auf der einen Seite an Sherpas in Nepal (sozusagen der Pionierstatus des Tourismus) und an einen Halbtagsjob am Computer im Reisebüro in Paris, Texas. Da kommt dann – normalisiert über Währungen und alles bestimmt auch raus, dass die Sherpas viel mehr verdienen! Das müssen sie ja auch, sonst könnten sie so eine Leistung gar nicht anbieten….

    Bei der New York Times hat man – vor allem in der Soziologieabteilung – absolut kein Verständnis für Wirtschaft und ist stamm antikapitalistisch. Man leht dort „entrepreneurship“ ab und will gar nicht zubilligen, dass diese besonders profitabel sein kann. Das kann nur Schiebung und unfaire Vorteilsgabe einer bösartigen Macht sein, von dem frauenverachtenden Patriarchat etwa, welches auch in diesem Stück in grellen Farben an die Wand gemalt wird! So rechtfertigen sich die kommunistisch anmutenden Versuche, den „Wert der Arbeit“ einfach so festzulegen! Wenn die bösen Patriarchen, äh Kapitalisten, den Wert für Arbeit einfach so festlegen, dann machen wir das auch! Aber gerechter!

    Bei der New York Times glaubt man immer noch an den Kommunismus und das erklärt mühelos solche Machwerke wie das hier.

    • @Alex

      Du tust dann der NYT den Gefallen zu unterschlagen, dass für den Sozialismus „Jedem nach seiner Leistung“ gilt.

      Ganz ernsthaft: Wenn der Spaß des „Comparable Worth“ bei uns beginnen wird, wirst du erstens feststellen, die „unterbezahlten“ Frauenberufe werden durch Staat oder Sozialversicherungssystem alimentiert, die verglichenen „überbezahlten“ Männerberufe in der Privatwirtschaft angesiedelt sein.

      So dass Lohnerhöhungen durch Steuer- oder Beitragserhöhungen kompensiert werden und Lohnsenkungen direkt den Unternehmensgewinnen zugute kommen.
      Zweitens werden solche „Anpassungen“ auch indirekt hergestellt werden, indem es Umgruppierungen in den Tarifverträgen geben wird. Da meine ich speziell die des öffentlichen Dienstes.

      • @crumar
        „Du tust dann der NYT den Gefallen zu unterschlagen, dass für den Sozialismus „Jedem nach seiner Leistung“ gilt.“

        ?
        Bist du sicher „Leistung“ und nicht etwa „Leistungsfähigkeit“?

        „Lohnerhöhungen durch Steuer- oder Beitragserhöhungen“

        Ja, natürlich – die wollen für ihre Klientel ein grösseres Stück vom Kuchen. Kann man ja verstehen. Nicht jedoch, dass man so ein moralisches Ding daraus machen muss. Dummerweise sind die Nettozahler nur recht begrenzt anzapfbar (nicht zuletzt, weil man dem bösen „kapitalistischen“ Wirtschaften überall Steine in den Weg legt), so dass die grosse Umverteilung gar keine echte Option ist.

  7. Gemessen an der Steigerung der Ausfallzeiten und der Arbeitszeitflexibilität steigen die Löhne relativ relativ unangemessen hoch.

    Ist nicht das klassische Beispiel dieses klassischen Themas der Wandel von Friseuren zu Frisösen?

  8. Wo Frauen anfangen, die Mehrheit zu übernehmen, gestalten sie die Arbeitsbedingungen so um, dass sie sich wohler fühlen: Weniger Risiko, bessere Work-Life-Balance, Verteilungsgerechtigkeit statt Leistungsgerechtigkeit beim Lohn, weniger Wettbewerb unter den Kollegen, und und und. Leistungsbereite Männer durchschauen das Spiel, verlassen die Branche oder suchen sich gleich zu Beginn etwas andere. Natürlich sinkt so die Produktivität und die Prestige des Jobs. Und das schlägt sich dann auch beim Gehalt nieder, sofern der Staat nicht die Kräfte des Marktes torpediert.

  9. Sie geben sogar zu, dass sie die Gründe kennen, aber ignorieren sie bei den Schlussfolgerungen:

    »Computer programming, for instance, used to be a relatively menial role done by women.«

    Ist doch klar dass Programmieren schlechter bezahlt wurde, als man noch keinen Skill benötigte.

    • Möglw. werden da auch die ursprünglichen „Computer“ ( Frauen, die Rechenmaschinen bedienen, allerdings nix daran programmieren, siehe „Hidden Figures“ ) mit dem Programmieren heutiger Computer verwechselt. Äppel und Bananen ….

    • Vor allem vergleichen sie Einkommen, also Geldbeträge, ganz verschiedener Zeiten und da ist schon mal klar, dass damals relativ mehr verdient wurde. Das Berücksichtigen der Infaltion verzerrt das Bild noch weiter, so dass am Ende Äpfel mit Birnen verglichen werden.
      Wenn diese Demagogen mal direkt „gleichwertige Arbeit“ auch zum gleichen Zeitpunkt verglichen, würden sie den Unterschied sicher gegen Null schwinden sehen.

  10. Das macht Lindner eben nicht. Im Gegenteil, hier wird „Leistungsgerechtigkeit“ schon orwellsch umgedeuet. Sonst wäre der Gehaltsunterschied eben *kein* Thema für die Liberalen, wie man so schön sagt, wenn etwas keine Substanz hat!

    • Unter dem Tweet von Lindner gefunden:

      „Sollte hinter Ihrem Profil tatsächlich eine Frau stecken, ist das ein Schlag ins Gesicht aller Frauen, die seit Jahrzehnten für Frauenrechte kämpfen.“

      LOL, was für ein Idiot.

    • Auch der Lindner ist ein Schwätzer, der sich wahrscheinlich den Frauen andienen will um Wählerinnen zu gewinnen. Um Leistungsgerechtigkeit herzustellen, müsste man Leistung objektiv messen können. Das ist in einer feinteilig ausdifferenzierten Arbeitswelt meist nicht möglich. Als FDP-Mann hängt er dem Glaubensdogma an, dass der (Arbeits-)Markt für eine leistungsgerechte Entlöhnung sorgt. Das ist ideologischer Quark.

      • Das ist halt die alte gnadenlose Linie der FDP es jedem recht zu machen.
        Und klar: so ein Begriff wie „Leistung“ ist auch hochgradig manipulierbar, wenn man will. Es wäre die logisch nächste Etappe, die nach „Gleichwertigkeit“ zu erobern wäre, um einen stärkeren Stand zu haben: die Frauen liefern ja gleiche *Leistung*, da besonderer Einsatz bei der „emotionalen Arbeit“ oder wegen der Menstruation oder weil die grösse Göttin die Welt geschaffen hat. Und Lindner stellt sich hin und wedelt mit dem Begriff der Leistung und haucht: „dem Meistbietenden“!

  11. “We found that ratings of attractiveness were around 1000 times more sensitive to salary for females rating males, compared to males rating females.”

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