Der größte Schrecken des Patriarchats (nach Stokowski)

Stokowskis Kolumnen sind eigentlich immer gleich:

Sie beklagt die grauenhafte Unterdrückung der Frau, kündigt die Revolution durch die Frauen an, zitiert noch irgend jemanden, der vage was dazu gesagt hat und das war es.

Im neuesten Artikel gibt sie aber immerhin einen Hinweis auf eine Gefahr für das Patriarchat und weil man nie vorsichtig genug sein kann (es geht ja immerhin um die gesamte Macht und alle Priviligien) schaue ich sie mir mal an:

Frauen, die wissen, was ihre Arbeit wert ist, sind der größte Albtraum des Patriarchats – und des Kapitalismus. Je mehr es von ihnen gibt, desto mehr wird dieser Albtraum zu einem Dauerzustand, aus dem niemand aufwachen kann. Momentan sind wir noch nicht so weit. Also, sagen wir mal so. Ich wär so weit. Und sehr viele andere auch. Aber Frauen sind immer noch zu häufig abgelenkt durch vermeintliche Frauendinge wie Bescheidenheit und Nettsein zu Schweinen.

Frauen, die wissen was ihre Arbeit Wert ist. Und Stokowski ist bereit, auch nach dem Wert ihrer Arbeit bezahlen zu lassen . Der Spiegel sollte sich also darauf einstellen, ihr weniger zahlen zu müssen.

Tatsächlich scheint ihr auch nicht bewusst zu sein, dass Frauen nicht für den gleichen Job schlechter bezahlt werden, sondern in Schnitt schlicht Jobs mit geringen Lohn (dafür aber eben auch oft weniger Arbeitsstunden, näher an Zuhause, in einem Bereich, den sie mögen) ausüben.

Tatsächlich zeigt sich eher das Gegenteil ihrer Revolution:

Um so freier die Gesellschaft wird um so eher zeigen Frauen die klassischen Geschlechterrollen. Das Gender Equality Paradox macht die Revolution von Frau Stokowski leider zunichte.

Und auch der Kapitalismus dürfte davor wenig Angst haben, dass Frauen ihren Wert erkennen. Den der Wert entspricht eben der Gegenleistung. Der Kapitalismus in seiner reinsten Form kennt keinen Sexismus. Wenn Frauen billiger sind, dann wurden sie eingestellt werden. Wenn sie das nicht werden spricht vieles dafür, dass ihre Wertschöpfung nicht hoch genug ist oder die Frauen nicht bereit sind, sich für die Beträge, die Männern geboten werden, zu verkaufen (weil sie beispielsweise die Mehrarbeit als zu große Einschränkung in ihrer Work-Life-Balance sehen und das für sie das Geld nicht aufwiegt)