Der Weihnachtsmann – Trash und toxische Männlichkeit?

Die wichtigen Fragen um diese Zeit:

Ein paar Antworten:

Es darf ergänzt werden

 

Ein paar Baby-Betrachtungen

Die Kleine ist ja schon eine Weile da, da ist es Zeit für ein paar Betrachtungen:

  • Erst einmal ist sie natürlich das süßeste Kind auf dieser Erde. Aber das ist ja kein Wunder bei den Eltern
  • Stillende Babys am Anfang sind schon ein lustiger Anblick. Sie reizen das Maul am Anfang auf als wollten sie die ganze Brust auf einmal verschlingen. Und wer hätte gedacht, dass Babys stillen auch lernen müssen?  In den ersten Tagen scheinen die der Überzeugung zu sein, dass eine Nabelschnur doch das perfekte System war. Aber da Milch eben die Nahrung ist, dauert es nicht lange, bis sie begriffen hat, dass Brüste großartig sind
  • Wir hatten ein nettes Paar im Krankenhaus im Zimmer, bei dem die Frau gleich abgestillt hat. Das war ganz interessant, weil deren Mann ein Kind aus erster Ehe/Früherer Beziehung hatte und damit wesentlich mehr Erfahrung mit Kindern. Er hat insofern etwas die Führung übernommen, war natürlich auch, weil er Nahrung zubereiten konnte, noch auf eine andere Weise eingebunden als ich. Wäre interessant, ob Flaschenkinder mit sehr aktiven Vater durch die Nahrung auch eine andere Beziehung zum Vater aufbauen.
  • Mit einem schlafenden Baby auf der Brust, einer schlafenden Frau neben sich, ist die Welt eigentlich sehr schön.
  • Es ist witzig zu sehen, wie die Kleine sich schon am Anfang entwickelt.  Von einem kleinen zerbrechlichen Wesen, dass gar nichts kann zu einem Baby, was lächelt und auf die Umwelt noch wesentlich mehr reagiert. Natürlich hat sie noch einen weiten Weg. Aber es macht trotzdem Spass.
  • Es ist auch interessant, was für Töne sie so produziert. Man kann ganz gut erkennen, ob es ein wirkliches heulen ist, ein kleines anfängliches Unwohlsein und die Steigerungen dazwischen.
  • Babys oder zumindest das unsere lieben es durch die Gegend getragen zu werden. Man geht umher und umher und wenn man sich gerade mal hinsetzen will wird sie unzufrieden. Können schon Biester sein.
  • Hebammen sind eine interessante Sache. Die Geburtshebamme fand ich klasse. Am Anfang sehr nett, als es losging dann ein wunderbarer Cheerleader und Motivator.
    Die Hebammen die später ins Haus kommen waren auch für die erste Zeit sehr hilfreich. Es scheint unter Hebammen aber auch einiges an Esoterik oder „alternativer Medizin“ verbreitet zu sein. Bei einigem, was die Hebamme meinte, haben die Ärzte etwas vollkommen anderes gesagt. Sie stand sogar bestimmten Impfungen sehr skeptisch gegenüber, die wir trotzdem machen wollen. Aber sie sind praktisch für verschiedenste Fragen zum praktischen Umgang und geben einem auch etwas Sicherheit, wenn sie einem sagen, dass alles normal ist und sich das Kind gut entwickelt.
  • Babys haben wirklich etwas gegen Sex der Eltern. Nichts lässt sie eher schreien als wenn ihre Eltern mal etwas Zeit für sich wollen. Oder es sind ihre konservativen südländischen Gene.
  • Das Babyschreien ist ohnehin ein interessantes evolutionäres Problem: Was genau macht es vorteilhaft? Immerhin übermüdet es die Eltern schnell, geht allen anderen in einer Gruppe auch auf die Nerven, erfolgt häufig vollkommen sinnlos. Aber es sorgt eben für Aufmerksamkeit und man kann ein Baby nicht einfach ablegen und etwas anders machen, so dass es wahrscheinlich auf diese beschützter und umsorgter war. Es gibt ja die Theorie, dass müde Eltern mit einem bei Sex von ihnen erst recht schreienden Kind eben keinen Nachwuchs zeugen können, was die Ressourcen für das Kind verbessert. Ich finde sie nicht uninteressant
  • Überhaupt finde ich es interessant so ein Baby als Bestandteil seiner Gene zu sehen, die eine möglichst gute Position für es rausholen wollen. Die Gene machen da eine gute Arbeit. So ein Babylächeln des eigenen Babys haut einen um.
  • Brüste mit Milch sind einfach ein schwer zu schlagender Vorteil, wenn es darum geht, ein Baby zu beruhigen.
  • Ich glaube blaue und rosa Kleidung für Mädchen bedient schon deswegen ein Bedürfnis, weil viele Unterschiede bei einem Baby einfach noch nicht zu erkennen sind. Viele werden deswegen auch eher für einen Jungen gehalten und dann muss man erst erklären, dass es ein Mädchen ist, die „farbkodierung“ macht es da schlicht einfacher.
  • Südländerin war eh dafür, alles komplett rosa zu machen, ich konnte sie glücklichweise davon abbringen.

Selbermach Samstag 219 (22.12.2018)

Welche Themen interessieren euch, welche Studien fandet ihr besonders interessant in der Woche, welche Neuigkeiten gibt es, die interessant für eine Diskussion wären und was beschäftigt euch gerade?

Welche interessanten Artikel gibt es auf euren Blogs? (Schamlose Eigenwerbung ist gerne gesehen!)

Welche Artikel fandet ihr in anderen Blogs besonders lesenswert?

Welches Thema sollte noch im Blog diskutiert werden?

Für das Flüchtlingsthema gibt es andere Blogs

Ich erinnere auch noch mal an Alles Evolution auf Twitter und auf Facebook.

Es wäre nett, wenn ihr Artikel auf den sozialen Netzwerken verbreiten würdet.

Wer mal einen Gastartikel schreiben möchte, der ist dazu herzlich eingeladen

Many Shades of Gender – Ein FAQ zu den Gender Studies: Sind Geschlechtsunterschiede nicht angeboren? (1)

Paula-Irene Villa, Genderprofessorin, hat ein FAQ zu Mythen über die Gender Studies erstellt. Ich wollte sie nach und nach hier besprechen:

Heute:

Sind Geschlechtsunterschiede nicht angeboren?

Das ist eine wichtige und interessante Frage. Sie wird in vielen Disziplinen gestellt und beschäftigt Natur- wie Sozialwissenschaften seit Jahrzehnten. Sie ist allerdings auch kaum in der Eindeutigkeit beantwortbar und daher womöglich falsch gestellt. Das liegt daran, dass Menschen biosoziale Lebewesen sind. Es gehört zur sozialen Natur des Menschen, die Welt (die natürliche Mitwelt, die physikalische Umwelt, die symbolische Welt der Zeichen und Sprache usw.) wie auch sich selber – ausdrücklich einschließlich auch den eigenen Körper – zu gestalten. In diesem Lichte sind Sozialität und Natürlichkeit tatsächlich immer miteinander verschränkt. Das bedeutet, dass sich Soziales nie unabhängig vom Biologisch-Materiellen realisiert (kein Denken, Sprechen, Lieben usw. ohne Gehirn, keine Praxis ohne Nerven und Muskeln, keine Partnerschaft oder Familie ohne physiologische Erregungen usw.), wie auch dass das Biologisch-Materielle immer auch sozial geprägt ist (wie aktuell etwa Epigenetik, Hormon- und Stoffwechsel, Adipositas usw. zeigen). Das konkretisiert sich nicht zuletzt ja darin, dass die körperliche Natur des Menschen zwar nicht beliebig oder unendlich, aber doch ganz wesentlich plastisch ist.

Das ist einer der klassischen Punkte, mit denen sich Gender Studies rausreden, wenn es um angeborene Unterschiede gibt: Sie erklären, dass es diese geben mag, aber das eben alles plastisch ist und damit letztendlich die biologischen Unterschiede keine Rolle spielen.

Ein Text, der diese Plastizität dann einmal tatsächlich mit Argumenten und Studien belegt fehlt üblicherweise.

Sie gehen nicht auf die vielen Punkte ein, die dagegen sprechen, dass dort eine hohe Plastizität vorliegt, etwa Transsexuelle, CAH, CAIS, cloacal exstrophy oder der Umstand, dass die Geschlechterunterschiede weltweit beobachtet werden können.

Es gibt zwischen Menschen auf der biologischen Ebene durchaus Unterschiede, die durchaus ‘so gegeben sind’ und als geschlechtlich gelten: Etwa chromosomale Ausstattung oder die reproduktiven Organe wie Gebärmutter oder Hodensäcke. Derartige Organe, Körperformen, deren Funktionen erkennen die Gender Studies selbstverständlich an.

Das ist dann die zweite Ausflucht: Wir erkennen ja Unterschiede an (aber wir werden niemals Unterschiede im Gehirn zugeben, die nicht plastisch sind und sich auf Verhalten und Interessen auswirken)

Allerdings weisen die Gender Studies die alltagsweltliche und auch historisch oft zu Unrecht formulierte Annahme zurück, dass sich aus Chromosomen, Gebärmutter oder möglichen Hirndifferenzen ganze ‘Geschlechtlichkeiten’ kausal ergeben. Das heißt, die Gender Studies fragen – möglichst offen – danach, was sich aus ‘angeborenen’ Qualitäten ergibt, und auch: was nicht. Vielfach haben die Gender Studies in diesem Sinne aufklären und zeigen können, dass auch die modernen naturwissenschaftlichen Tatsachen und dass so manche alltägliche Vorstellung davon, was an Geschlecht angeboren und was erlernt oder auch nur vermeintlich geschlechtlich ist, doch ziemlich vorurteilsbehaftet ist.

Haben sie eben nicht. Sie haben es allenfalls wenn man unter „aufklären“ versteht, dass man alle entgegenstehenden biologischen Fälle ignoriert und bestimmte Unterschiede absolut setzt, auch wenn sie in einem ganz anderen Kontext bestehen bleiben (etwa: früher haben adelige Hochhackige Schuhe und Seidenstrumpfhosen getragen, heute machen das Männer nicht mehr und es gilt als weiblich als Nachweis, dass alles plastisch ist. Tatsächlich ist es schlicht so, dass Adelige damit ganz andere Sachen ausdrücken wollten und damals auch konnten, etwa dass sie reich waren, dass sie unpraktische Kleidung tragen konnten, weil sie ja nicht arbeiten mussten etc)

Wir wissen heute, auch den Gender Studies sei dank, dass es nicht angeboren ist, dass nur Männer Flugzeuge fliegen oder nur Frauen sich um kleine Kinder kümmern können.

Das „Nur“ macht da schon den Strohmann deutlich. Tatsächlich wäre ja die wissenschaftliche Feststellung eher, dass

  • räumliches Denken beim Fliegen wichtig ist und dies in enger Verbindung mit (pränatalen) Testosteron steht und Pilot sein zum einem eher Leute anspricht die sich für Dinge interessieren und zum anderen mit einem Familienleben schwer zu vereinbaren ist, weil man auf vielen Flügen irgendwo in Hotels übernachten muss
  • Frauen wesentlich stärker auf das Kindchenschema reagieren und sich um Kinder kümmern häufig auch wesentlich interessanter finden, weil es auch eine helfende Tätigkeit mit Menschen ist. Männer hingegen haben das Problem, dass für sie Statusaufbau über Kinderbetreuung wesentlich schwieriger ist als über den Beruf. Und in all diese Punkte spielt die Biologie mit hinein

Wir wissen heute, dass das was zunächst als angeboren gilt, sich bisweilen als (auch) sozial geprägt und sozial wandelbar erweist. Wir wissen heute ebenso, dass es Körperlichkeiten, Materialitäten, biologische Tatsachen gibt, die Geschlechtlichkeit mit-prägen. Die Forschung dazu hält an, und auch wenn die Dualität von ‘angeboren’ vs. ‘anerzogen’ bzw. ‘nature’ vs. ‘nurture’ letztlich weder sozial- noch biowissenschaftlich sinnvoll ist, so ist doch die Suche nach unterschiedlichen Ontologien des Geschlechts hoch produktiv und auch relevant. Es kommt schließlich noch hinzu, dass auch die wesentlich angeborenen oder gegebenen Aspekte von Geschlecht hoch komplex und dynamisch sind.

Nur findet die tatsächlich interessante Forschung dazu nicht in den Gender Studies dar, die diese Punkte schlicht schnell bei Seite schieben will, weil sie nicht in die eigenen Theorien passen. Dort findet insofern eher „Antiforschung“ dazu statt, so wie bei Theologen, die bei der Erforschung zu Naturwissenschaften immer nur daran interessiert sind, dass sie eine noch nicht erklärte Lücke finden und schützen können, in der sie einen Gott verorten können.

Kurzum: Geschlechtsunterschiede, die sozial, ökonomisch, kulturell, psychologisch und individuell relevant sind, basieren auf angeborenen Materialitäten (Gene, Muskeln, Gehirne, Hormone usw.), die allesamt beim Menschen hoch plastisch und so unausweichlich auch sozial geprägt sind. Was dies genau bedeutet, dazu forschen auch die Gender Studies.

Leider eben nicht. All diese Punkte spielen in den Theorien der Gender Studies keinerlei Rolle und die dazu bestehende Forschung wird eben gerade nicht aufgegriffen

Zum Weiterlesen:

Faszinierend zu lesende Links, die alle eins gemein haben: Sie erwähnen zwar teilweise bestimmte Konstellationen wie CAH aber sie drücken sich darum, deren Auswirkungen auf das Verhalten darzustellen.
Ein Beispiel aus dem ersten Beitrag:

In congenital adrenal hyperplasia (CAH), a female fetus (XX) is exposed to high levels of adrenal hormone and is born looking like a boy. In androgen insensitivity syndrome (AIS), a male fetus is unresponsive to androgens and is born looking like a girl. In 5-alpha reductase deficiency (5-ARD), androgen levels are normal but an enzyme necessary for male genital development is missing; these individuals may appear to be female and may be raised as girls, but at puberty they develop masculine secondary sex characteristics.

CAH Mädchen sehen eben gerade nicht wie Jungen aus, sondern wie Mädchen. Aber sie Verhalten sich wie Jungen. Und bei 5-Alpha reductaase deficiency zeigt sich eigentlich das Folgende:

Gender development and 5a-reductase-2 deficiency (5a-RD-2) and 17bhydroxysteroid dehydrogenase-3 deficiency (17b-HSD-3) Children with 5α-RD-2 have an enzyme defect that prenatally blocks the conversion of testosterone into dihydrotestosterone. Consequently they are born with external genitals that are female in appearance. They are usually raised as girls and seem to have a female gender identity, but, if the condition is not discovered in childhood, these children develop male sex characteristics in puberty: growth of their “clitoris” and scrotum, lowering of the voice, beard growth, masculine muscle development, and masculine body fat distribution. After puberty, many of these youngsters start living as males and develop a sexual attraction toward females. These transitions have been primarily documented in non-Western cultures. When raised as boys, these children have a male identity and behave like boys.

Also auch ein Verhalten, welches nicht zu der Erziehung und den prägenden Geschlechterrollen passt.

Insofern ein sehr schwacher Artikel, der den wesentlichen Problemen aus dem Weg geht

Gewaltstudie -NRW will die Dunkelziffer aufklären und meint, dass Gewalt gegen Männer damit deutlicher werden könnte

Die Welt berichtet:

Erst wer Licht in dieses Dunkelfeld bringe, werde fundierte Aussagen treffen können – zu Ausmaß, Tätern oder Opfertypen. Davon sind die Fachleute in NRW überzeugt. Weshalb Frauenministerin Ina Scharrenbach und Innenminister Herbert Reul (beide CDU) Anfang Januar die bundesweit erste repräsentative und alle Opfertypen umfassende Dunkelfeldstudie zum Thema starten werden, wie WELT vorab erfuhr. Die Untersuchung soll Opfer männlichen Geschlechts ebenso in den Blick nehmen wie solche aus schwulen oder lesbischen Beziehungen. Denn bei diesen Opfergruppen vermuten deren Vertreter eine besonders ausgeprägte Scheu, Leiderfahrungen bekannt zu machen, also ins Hellfeld zu treten. Außerdem möchte das Land sicherstellen, dass auch Migrantengruppen ihrem Bevölkerungsanteil entsprechend unter den Befragten zu finden sind, damit auch über Menschen mit Zuwanderungsgeschichte als Opfer und Täter verlässliche Aussagen möglich werden.

Das man bewusst nicht auf den Mann als Täter und die Frau als Opfer fixiert ist, ist natürlich ein Vorteil. Allerdings ist die Dunkelziffer natürlich auch sehr schwer aufzuschlüsseln und noch viel mehr Arbeit würde es sein, da wirklich belastbare Informationen zu erhalten.

Wer nur fragt „Wurden sie geschlagen“ der erfährt eben nichts zu den Hintergründen der Tat, ob dem eine starke Provokation vorausgegangen ist und ob der andere evtl sogar vorher zugeschlagen hat.

Ministerin Scharrenbach sagte zu WELT, „nach den widerlichen Übergriffen in der Kölner Silvesternacht 2015/16“ sei es ihr ein persönliches Anliegen gewesen, „dass die Landesregierung mit ihrer Arbeit dazu beiträgt, das Dunkelfeld zu erhellen“. So unvorhersehbar die Ergebnisse dieser Untersuchung auch sind, eines ist klar: Mit großer Wahrscheinlichkeit werden sie belegen, dass das Bundesfamilienministerium die Ausmaße der Beziehungsgewalt viel zu niedrig beziffert hat. Es ist zwar richtig, dass bundesweit nur rund 140.000 Opfer in der Polizeistatistik registriert sind, wie vom Bundesministerium vermeldet wurde. Falsch dürfte aber Giffeys Einschätzung sein, es gebe darüber hinaus vermutlich Hunderttausende nicht gemeldete Fälle.

Im NRW-Frauenministerium hält man diese Zahl für viel zu niedrig. Und verweist auf die bislang einzige, allerdings nicht repräsentative Dunkelfeldstudie zum Thema aus Niedersachsen. Dort wurde eine ganz andere Größenordnung erkennbar. Vom Land beauftragte Forscher kamen dort 2014 zu dem Ergebnis, in 7,8 Prozent aller Partnerschaften sei es 2012 zu Gewalt gekommen. Rechnete man diesen Prozentsatz auch nur auf die fast 21 Millionen registrierten Ehen und Lebensgemeinschaften in der Bundesrepublik hoch, wären das grob gerechnet 1,6 Millionen Menschen – nicht nur Hunderttausende.

Bei einer hinreichenden Aufweichung des Gewaltbegriffs dürften es etwa 84 Millionen sein. Damit kann man dann beliebige Programme rechtfertigen.

Ein anderes Ziel der Studie ist dagegen unstrittig: Der Anteil männlicher Opfer soll verlässlicher erforscht werden. FDP-Politikerin Schneider sagte dieser Zeitung, man müsse hier von einem besonders hohen Dunkelfeld ausgehen, weil alles darauf hindeute, „dass Männer sich besonders schämen, als Opfer einer Frau zu gelten“. Dass laut der von Giffey zitierten Kriminalstatistik nur 18 Prozent der Opfer männlich seien, gebe nicht die tatsächlichen Ausmaße wider, so Schneider.

Dem stimmt auch Arne Hoffmann vom Männerrechtsverband MANNdat zu. WELT sagte er, die öffentliche und politische Unterstützung für männliche Opfer sei deutschlandweit unterentwickelt. Umso löblicher, dass sich dies in NRW nun erstmals ändere. Giffey hingegen hatte jüngst gesagt, Männer stellten nur eine eher kleine Opfergruppe dar, deshalb werde die vom Bund unterstützte Telefon-Hotline für Opfer häuslicher Gewalt auch weiterhin unter dem Titel „Gewalt gegen Frauen“ firmieren.

Hier freut mich die Erwähnung von Arne.  Und das macht die Studie sicherlich auch für Männerrechtler interessant: Würde dort herauskommen, dass Männer und Frauen in der Dunkelziffer gleich stark betroffen sind, Männer aber eigentlich mehr Hilfe brauchen, weil sie sich schämen, dann wäre das ein Ergebnis, was die Politik zu entsprechenden Schritten auch für Männer veranlassen könnte.

#Relotius

Hautfarben und Abstammungen sowie Vermischungen und rechter und linker Rassismus

In diesem Video erfuhr eine Frau, die eine starke Identität als „African-American“ aufgebaut hatte, dass sie der mütterlichen Seite ebenfalls eine  europäische und damit weiße Abstammung hat. Mütterlicherseits ist sie sozusagen erst seit 4 Generationen schwarz.

(video ohne Kommentar hier)

Dass das für jemanden, der darauf seine Identität aufgebaut hat, sicherlich auch eine sehr unerwartete Nachricht.

Sie scheint mir ansonsten nichts negatives über Weiße gesagt zu haben, jedenfalls habe ich nichts auf ihrem Channel gesehen, aber dennoch machte es einen starken Teil ihres Selbst aus, bewirkte eine gewisse Gruppenzugehörigkeit. Vielleicht ist es etwas damit zu vergleichen, dass ein Kind herausfindet, dass es adoptiert ist.

Es ist aber auch ein Video, dass sich jeder anschauen sollte, der einen absoluten Rassenunterschied vertreten möchte oder meint, die Fähigkeiten von Leuten nach ihrem Aussehen bestimmen zu können.

Jemand, der ansonsten ganz so aussieht als würde er einer bestimmten Ethnie zugehören, kann dennoch Gene einer ganz anderen Ethnie in sich tragen. Was bereits einen Rassismus auf der Grundlage des Aussehens bei der heutigen Gesellschaft eine weitere Grundlage raubt.

Natürlich ist es ebenso geeignet die intersektionalen Theorien angreifbar zu machen. Für eine intersektionale Black Live Matters Aktivistin wäre es sicherlich ebenso ein Schock, wenn sie „Weiße Gene“ hat wie es für einen Nazi ein Schock wäre, wenn er „schwarze Gene“ hat.

Verwandte des „Black Life Matter“ Aktivisten, der allen Weißen vorhält, dass ihre Vorfahren von der Sklaverei profitiert haben, könnte damit selbst zB einen Sklavenhalter in seiner Abstammung haben. Und irgendwie wäre ein Teil von ihm dann auch böse. Gut bei einer sozialen Konstruktion, die eine systematische Privilegierung bzw Diskriminierung nach Hautfarbe bewirkt, würde er dann von den Privilegien nichts direkt abbekommen, wenn er schwarz wäre. Aber er müsste dennoch seine Familiengeschichte hinterfragen, ob er nicht selbst noch von Spätfolgen profitiert. Was gleichzeitig ja in der sehr binären Sicht des intersektionalen Feminismus eigentlich nicht gehen dürfte.

Dass das Aussehen täuschen kann machen auch diese (zweieiigen) Zwillinge sehr deutlich:

Lucy und Maria Aylmer haben die gleichen Eltern, haben aber bezüglich des Aussehens recht verschiedene Gene abbekommen. Wie es bei Genen aussieht, die nicht das Aussehen betreffen kann man insofern auch nicht sagen.

 

 

Gender Gap Report: Gleichberechtigung in Deutschland stagniert

Der Spiegel berichtet:

Das WEF untersuchte für den Bericht in 149 Staaten, wie gut die Gleichberechtigung in vier Bereichen vollzogen wurde. Als Vergleichswert wird berechnet, wie stark die Gerechtigkeitslücke zwischen Männern und Frauen bereits geschlossen ist.

  • Wirtschaft: Faktoren sind beispielsweise die Gehälter von Frauen und ihre Chancen auf Führungspositionen. Hier bescheinigt der Bericht, die Geschlechterlücke in Deutschland sei zu 73 Prozent geschlossen – Platz 36 im Ranking.
  • Beim Zugang zu Bildung sieht es besser aus: Hier attestieren die Autoren der Bundesrepublik, die Gerechtigkeitslücke zu fast 98 Prozent geschlossen zu haben. Zahlreiche andere Staaten kommen hier allerdings auf noch bessere Werte, so dass Deutschland in diesem Feld nur auf Platz 97 des Rankings landet.
  • Bei den politischen Mitwirkungsmöglichkeiten kommt Deutschland mit einem Wert von knapp 42 Prozent im weltweiten Vergleich immerhin auf Platz 12.
  • Im Feld Gesundheit wird etwa die Lebenserwartung gewertet. Die Lücke sei zu 97 Prozent geschlossen, schreiben die Autoren – trotzdem reicht es international nur zu Platz 85.

Insgesamt stagniere die Gleichberechtigung, in einigen Bereichen wachse die Kluft sogar wieder, warnt das WEF. So habe das Gefälle zwischen Männern und Frauen in den Bereichen Gesundheit und Bildung zugenommen. Lediglich bei der wirtschaftlichen Chancengleichheit sei die Kluft verringert worden, allerdings sei der Frauenanteil an der weltweiten Erwerbsbevölkerung zurückgegangen.

Im Vorjahr hatten die Autoren erstmals seit Veröffentlichung der Studie 2006 eine weltweite Vergrößerung der Kluft zwischen Frauen und Männern festgestellt. Vor diesem Hintergrund sei die – wenn auch marginale – Verbesserung in diesem Jahr begrüßenswert. Weltweit ist die Geschlechterkluft demnach zu 68 Prozent geschlossen.

Der Global Gender Gap report ist immer wieder erstaunlich, weil er die Ungleichheit auf eine Art und Weise misst, die augenscheinlich ungerecht ist. Aus der Analyse eines früheren Berichts:

Here’s how they do it. The Report uses four categories to determine the relative gender „equality“ score for particular countries or regions – economic participation and opportunity, educational attainment, political empowerment, and health and survival. Each of those categories is then broken down into subcategories and each subcategory is weighted. For example, the education category has subcategories for percentage of males and females in primary school, secondary school and tertiary school, and literacy among males and females.

Each category is scored on a 0 – 1 basis with ‚0‘ signifying total inequality and ‚1‘ signifying complete equality of the sexes in that category. Categories are then combined to give an overall score for each country. The closer to 1 then, the better, at least according to the authors.

But there’s a slight problem with that (actually there are several). Any score under 1 signifies not simply gender inequality, but specifically anti-female inequality. So obviously, any score over 1 signifies anti-male inequality, right? Wrong. There are no scores over 1. You see, according to the Global Gender Gap Report, any time a nation favors men, it’s called gender inequality, which is bad, and any time a nation favors women it’s called „equality“ which „from a values and social justice perspective… is long overdue.“

In short, anti-male inequality is specifically defined as equality. In the world in which the authors live, there’s anti-female inequality, equality and nothing else. That’s why I used the word ‚Orwellian.

Here’s an example. Turn to page 184 which is where the figures for the United States are to be found. Under „Educational Attainment,“ we see the four subcategories I mentioned previously. Men and women are equal in the literacy subcategory, but in each of the other three – primary, secondary and tertiary education – there is a higher percentage of girls and women than boys and men. So clearly, according to the criteria laid down by the Report, girls and women do better than boys and men in education in the United States. Ergo, the country’s score in this category is 1 which signifies „equality.“ Inequality equals equality. See how it works?

Bei wesentlich mehr studierenden Frauen darf man davon ausgehen, dass die oben angegebenen Zahlen auf ähnliche Weise zusammen kommen.

Und wenn man das hier liest:

  • Im Feld Gesundheit wird etwa die Lebenserwartung gewertet. Die Lücke sei zu 97 Prozent geschlossen, schreiben die Autoren – trotzdem reicht es international nur zu Platz 85

Wir wissen, dass die Lücke nicht geschlossen ist. Männer sterben wesentlich früher.

Hier die Werte für Deutschland:

Auch hier wieder bei der Lebenserwartung eine Übererfüllung, 1.040 Punkte, weil Männer drei Jahre früher sterben

 

Interessante Punkte:

Hold an account at a financial institution
Female: 99.4
Male: 98.0
Score: 1.01
Männer haben seltener ein Konto als Frauen, also Ziel sogar übererreicht.
oder:
Parity of parental rights after divorce: yes
Das dennoch die Rechte praktisch ganz anders ausfallen ist eine andere Sache.