Bei einer Heirat wählen die Eheleute meist den Namen des Mannes als Ehenamen

Eine interessante Statistik zur Wahl des Ehenamens:

1976 wurde das Eherecht reformiert. Bis dahin wurde der Familienname des Mannes standardmäßig zum Ehenamen. Kurz nach der Gesetzesänderung entschieden sich die Paare noch zu 98 Prozent für den Nachnamen des Mannes. Im Vergleich zu damals ist die Zahl der Fälle, in denen der Familienname des Mannes übernommen wird also um knapp 25 Prozent zurückgegangen.

Warum sich nach wie vor die meisten Paare für den Familiennamen des Mannes entscheiden? Die GfdS nennt mögliche Gründe:

  • Der Wunsch, einen gemeinsamen Familiennamen und keinen Doppelnamen zu führen, beeinflusse die Entscheidung, vor allem, wenn Kinder geplant sind.
  • Tradition sei noch immer stark in den Köpfen der Menschen verankert.
  • Männer würden es mitunter als Schwäche auslegen, den Namen der Frau anzunehmen.

Der GfdS-Studie zufolge gibt es aber auch sprachästetische Beweggründe bei der Namenswahl, zum Beispiel, welcher Name als schöner empfunden wird – oder als weniger unangenehm.

Für die Studie hat die GfdS Daten von 174 deutschen Standesämtern aus den Jahren 1976, 1986, 1996, 2006 und 2016 untersucht. Pro Jahrgang wurden im Schnitt 20 000 Eheschließungen erfasst.

Ich hatte dazu schon über Grunde nachgedacht:

Ich würde hier die folgenden Gründe sehen:

  •  zum einen hat die Tradition sicherlich einen patriarchischen Hintergrund. Frauen galten über lange Zeit als Besitz des Mannes und über den Namenswechsel gingen sie aus der Verantwortung des Vaters in die Verantwortung des Ehemannes über. Es markierte insofern schon einen Besitz und diente innerhalb der intrasexuellen Konkurrenz unter Männern auch als entsprechende Abschreckung.
  • beim Menschen verliess nach archäologischen befunden  eher die Frau ihre Familie (virilokal), Die Frau dann der bereits vorhandenen Familie zuzuordnen erleichert sicherlich ein In-Grouping
  • Die Zuordnung zum Mann betont die Zusammengehörigkeit und seine Verantwortung für Kinder und Familie.
  • Ruhm und Status ist für Männer ein klassisches Attraktivitätsmerkmal. Die Beibebehaltung seines Names erlaubt eine kontinuierlichere Betrachtung dieses Mannes und ist insofern für ihn und Leute, die ihn bewerten wollen, wichtiger.
  • Männerbeziehungen sind häufiger auf eine große Gruppe ausgerichtet, Frauenbeziehungen eher persönlicher. In einer großen Gruppe sind Zugehörigkeiten wichtiger und es ist bedeutsamer solche Informationen zu erlangen als in persönlicheren Beziehungen, die eher auch nur über einen Vornahmen laufen können.

Ein weiterer Grund könnte sein, dass es eben nicht nur Männer als Schwäche auslegen, sondern auch Frauen. Wenn Status und „Männlichkeit“ ein Attraktivitätsmerkmal ist, dann bringt es der Frau genau so wenig, wenn sie sich durchsetzt und der Mann den Namen annimmt. Sie hat dann erst einmal einen „schlechteren“ Partner, der auch in der intrasexuellen Konkurrenz weniger wert ist.

13 Gedanken zu “Bei einer Heirat wählen die Eheleute meist den Namen des Mannes als Ehenamen

  1. höher gestellte Frauen bevorzugen dann Doppelnamen:

    Kramp Karrenbauer,
    das ist wie nicht etwa, wie der Uneingeweihte vermuten könnte, der Lockruf der Nebelkrähe, sondern der Name unserer nächsten Päpstin, schon mal vormerken.
    Aber nicht laut aussprechen ! Nicht das man dann doch von einer liebestollen Krähe verfolgt wird.

  2. Der entscheidende Grund dürfte der der Vaterschaftsicherheit sein. Der Nachname des Mannes symbolisiert, dass nur er das Recht hat, sich mit dieser Frau fortzupflanzen bzw. dass all ihre Kinder auch seine sind.

  3. Die Frauen sollten hier das größere Problem sein.
    Die meisten Verhaltensweisen der Männer sind ja auf Bewertung der Frauen ausgelegt.
    In meiner alten Firma hatte ich einen Vorgänger. Der hatte den Namen seiner Frau an genommen. Die Frauen sahen ihn durchweg als völligen Loser an.

        • Inwiefern Androsh?
          Könnte mir jetzt nicht vorstellen, wie ein Mann finanziell profitieren könnte.
          Hallte mich da mit Detlef Bräunig. In der Ehe hat der Mann immer weniger als Hartz 4.

      • ja klar, irgend jemand hatte es mal so formuliert:

        Wenn sich so ein Blümchen mal richtig hübsch macht, was man aber von Feministinnen nicht erwarten braucht, dann kann man sich schon daran erfreuen, warum auch nicht. Sollte man sich aber in die Schlangengrube des Wahnsinns ihrer Gedankenwelt begeben und sich darauf einlassen , dann ist alles zu spät.?

  4. Bei uns hat jeder seinen Nachnamen behalten, erstens aus pragmatischen Gründen, zweitens weil ihr Nachname für einen Mann komisch klingt, ihr meiner aber zu 0815 war (Androsch Kubi ist nur ein Alias und hat mit meinem wirklichen Namen nichts gemein). Die Kinder haben ihren Nachnamen, was für mich in Ordnung, ist, Namen sind eh nur Schall und Rauch.

  5. Vielleicht ein weiterer Grund: Der Mensch ist gemäßigt polygam mit einem Mann und einer bis mehreren Frauen. Umgekehrt wüsste ich auf Anhieb nichts, was tatsächlich gut belegt ist.
    Eigene Bildungslücke: Wie ist das eigentlich bei den Juden, wo die Linie entang der Mütter gezogen wird? Soweit ich weiß mit der Begründung, dass die Mutter immer eindeutig klar ist, der Vater aber nicht (sicher).

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