Bento: sind Linke naiv?

Bento stellt eine interessante Frage, beantwortet sie aber eher nicht.

Sind linke naiver aus Rechte?

In dem Artikel wird dann folgendes angeführt,:

  • Wissenschaftler haben auch untersucht, was Menschen mit verschiedenen politischen Einstellungen für eine bestimmte Summe Geld tun würden. Heraus kam, dass linksgerichtete Studienteilnehmer nicht einmal für eine Million Dollar Lebewesen schaden oder unfair handeln würden. Das liege daran, dass sie laut Forschern zwei Werte besonders hoch halten: Schwache schützen und Gerechtigkeit, worunter sie gleiche Verteilung verstehen. Konservativen sei Gerechtigkeit auch wichtig, allerdings verstünden sie darunter etwas anderes: Sie fänden es fair, wenn nach Leistung belohnt werde. Das könnte ein Grund sein, aus dem Konservative Linke als naiver wahrnehmen.  (Scientific American).
  • Wenn es um die Persönlichkeit geht, sind links orientierte Menschen grundsätzlich sehr offen, legen viel Wert auf Selbstverwirklichung, erfüllende Beziehungen und darauf, dass es Menschen gut geht – auch wenn sie ihnen nicht besonders nahestehen. Wer politisch konservativer ist, hält Gewissenhaftigkeit für besonders wichtig. Außerdem haben diese Personen ein stärkeres Bedürfnis, klar zwischen „richtig“ und „falsch“ zu unterscheiden. (bpb)

Interessant ist eben, dass beide Seiten anfällig für Fehler und Übertreibungen sind.

Und das die Frage, was naiv ist, letztendlich davon abhängt, wie realistisch der eigene Polen ist, was natürlich eine starke subjektive Komponente haben kann.

Wenn man beispielsweise dazu neigt bestimmte von einem als benachteiligt angesehene Gruppen pauschal als „gut“ wahrzunehmen, dann ist das sicherlich naiv, auch wenn man ihnen helfen will.

Was wäre das negative Gegenteil? Hartherzigkeit? Weil man etwa meint, dass eine Gruppe einen nichts bringt und sie ihre Probleme  eben alleine lösen soll oder jedenfalls nicht zu einem tragen soll ?

Ein konservative würde da vielleicht sagen, dass es utopisch ist allen zu helfen, weil damit beispielweise ein Sozialsystem zusammenbricht, welches auch bestimmten Leuten hilft.

Ich finde dazu immer noch diese Abgrenzung ganz interessant:

The good right defends hierarchies based on INDIVIDUAL merit. The bad right defends hierarchies based on GROUP merit.  

The good left defends disadvantaged INDIVIDUALS. The bad left defends disadvantaged GROUPS.

Die Linke wäre dann naiv, weil die bestimmte Gruppen als gut und pauschal ansieht, aber auch weil sie die zu großen Folgen einer zu umfassenden Förderung nicht einplant.

Die Konservativen wären hartherzig, wo sie einer Gruppe einen Wert absprechen und sie nicht unterstützt, obwohl die Folgen vertretbar wären.

Beides unterliegt einer Wertung

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32 Gedanken zu “Bento: sind Linke naiv?

      • Nein, auch „dumm“ ist vermutlich gleichmäßig über das poitische Spektrum verteilt.

        Es gibt angeblich eine leichte Korrelation zwischen IQ und Trait Openness und definitiv eine Korrelation zwischen Openness und links. Aber ob das messbare Auswirkungen hat, weiß ich nicht.

  1. Entweder wurden die „Studien”-Ergebnisse schlecht übersetzt oder die Macher (♀♂) dieser „Studie” sollten erst noch ein bißchen üben: »… dass linksgerichtete Studienteilnehmer nicht einmal für eine Million Dollar Lebewesen schaden oder unfair handeln würden”«. Allerdings gibt es eine gewisse Restwahrscheinlichkeit, daß so mancher Befragte für weit weniger als eine Mio. Dollores eine Mücke erschlagen oder ein Blatt ab- oder die ganze Pflanze herausgerissen, dem Lebewesen also Schaden zugeführt hat

    • „Heraus kam, dass linksgerichtete Studienteilnehmer nicht einmal für eine Million Dollar Lebewesen schaden oder unfair handeln würden.“

      Beleg?
      Bspw., daß ein Transatlantikfaschist ( empfindet sich als ultralinke Speerspitze, so oberlinks, daß er schon wieder Rechte überholt ) keinen einzigen Reichsbürger zusammenschlagen und dessen Familie niemals anzünden würde.
      Oder ist da die Million Dollar die Bezugsgröße?
      Also, daß sie nur nur für eine Million US-amerikanischer Grünlappen die Familie nicht anzünden?

      Erscheint mir alles etwas waghalsig interpretiert, nachdem man bei den G20-Krawallen ein paar Cops die Standardmunition von lautlosen Schusswaffen ( 8mm Stahlkugeln ) aus Schulter und Bein rausoperieren mußte. Oder die Branntsätze in Treppenhäuser von Wohnblöcken.
      Oder die vier Mordversuche nach dem HoGeSa-Kessel.

      Aber die Bentos sind ja noch jung, können das mit der Recherche ( VOR Studien ) ja noch ein paar Jahrzehnte üben, nä?
      Von wegen Toleranz einer gewissen Toleranzbandbreite und sooo …

  2. Was für ein Bullshit! Bei einer theoretischen Frage kann man ja locker die sozial erwünschte Antwort geben. Bekämen die ach so guten Studienteilnehmer den Packen Scheine unter die Nase gehalten, sähe die Realität schon anders aus.

    Was kommt als nächstes? Frauen werden gefragt, ob sie für eine Millionen Euro mit einem wildfremden Mann die Nacht verbringen würden.

    • Interessant wäre natürlich das gegenstück, mit dem sich die rape Culture nachweisen ließe:
      Frage Männer, ob sie für eine million ene Frau vergewaltigen würden. Oder für eine Million bereit wären, einer Frau, die vergewaltigt wird, trotz einer gewissen Gefahr zu helfen.

      Wie?
      Es zeigt sich gar nicht, dass Vergewaltigung ein „sozial akzeptables verhalten“ sei?

      Was man mit einem Preis von einer million doch alles erreichen kann…

    • Aus diesem Experiment ergibt sich eine einfache überprüfbare Hypothese: Bundesländer (oder Städte) in denen Linke eine Mehrheit haben sollten auch eine solidarischere Politik betreiben. Und das nicht nur beim Ausgeben von Geldern (anderer), sondern auch bei anderen Projekten, wie z.B. Sozialer Wohnungsbau in Ballungsgebieten.

      • „Und das nicht nur beim Ausgeben von Geldern (anderer), sondern auch bei anderen Projekten, wie z.B. Sozialer Wohnungsbau in Ballungsgebieten.“

        Ja, DAS wäre doch mal ’ne interessante Fragen gewesen:
        Würden Linke ( egal ob, rechte, ultrarechte oder „irgendwie linke“ Linke ) für eine Million Dollars auch Steine auf ’ner 10-stöckigen Sozialbaustelle hochvögeln?
        Oder würden die auf €uros bestehen?
        ( Würde ich machen, aber nur in kleinen Scheinen )

    • Da hast Du natürlich vollkommen recht, werter rano64. Antworten auf hypothetische Fragen sind weitgehend wertlos. Allein das tatsächliche Handeln in der Realität ist der wahre Prüfstein. Natürlich gefallen sich die befragten Linken in der Attitüde des gewaltfreien Gutmenschen. Die Realität sieht in der Regel anders aus: Wenn es beispielsweise gegen Rechte geht (oder auch nur gegen jene, die man für Rechte hält), dann hört jegliche Gewaltfreiheit auf. Da muss man denen nicht mal eine Million bieten. Es kommt halt immer auf die Bezugsgruppe an.

      Im übrigen erinnere ich hier einfach an das berüchtigte Milgram-Experiment, wo brave, biedere Leute bereit waren, irgendwelche Leute mit elektrischen Schlägen zu foltern, wenn ihnen sogenannte Experten versicherten, es schade den Gefolterten nicht wirklich. Denen musste man keinerlei Geld dafür bieten.

      Niedertracht, Bosheit und Gewaltbereitschaft sind dem Menschen inhärent. Ich glaube zwar nicht, dass Linke niederträchtiger, boshafter oder gewaltbereiter sind als Rechte; aber sie halten sich in ihrem Dünkel anderen für moralisch überlegen und posaunen das auch permanent in die Welt hinaus.

  3. Dazu ein Vortrag von Daniel Sznycer mit empirischen Daten.

    Gerechtigkeit (fairness) spielt bei den Umverteilung-Entscheidungen so gut wie keine Rolle, egal ob sie auf linke oder rechte Weise interpretiert wird. Die staerkste Motivation fuer Umverteilung ist Mitleid, dann Neid, dann Eigeninteresse.

  4. „Wenn es um die Persönlichkeit geht, sind links orientierte Menschen grundsätzlich sehr offen, legen viel Wert auf Selbstverwirklichung, erfüllende Beziehungen und darauf, dass es Menschen gut geht – auch wenn sie ihnen nicht besonders nahestehen.“

    Opfer. Werbesloganopfer.

  5. Ich denke, linke sind eher mal scheinheilig und erzählen gerne das, was man sagen muss, um sich moralisch toll fühlen zu können. Aber es ist halt nur gesagt.

    Solange die Million nur fiktiv und nicht wirklich angeboten wird, kann man ja auch die moralisch schönsten Antworten geben. Ich würde aber wetten, wenn man tatsächlich vor der Entscheidung stünde, dann würden sehr viel Menschen für sehr viel weniger Geld die erstaunlichsten Dinge tun. Ich bin jedenfalls immer wieder erstaunlich, was Menschen für wenige tausend Euro Versicherungsbetrug alles machen (z.B. selbst sich Gliedmaßen zu amputieren, sich vom Auto überrollen lassen, …).

    Und in meinem Bekanntenkreis sind aus auch eher die Linken, die überhaupt kein Problem haben, Fliegen oder Mücken an die Wand zu klatschen, aber den Weltverbesserer spielen, wenn es um die Aufstellung von Forderung gegen die Gesellschaft im Hinblick auf Tierschutz oder die Umwelt geht.

    Vor ein paar Tagen habe ich irgendwo mal gelesen, dass die Grünen-Wähler am häufigsten mit dem Flugzeug fliegen. Sie werden einem aber trotzdem die moralisch tollen Sätze erklären, wie wichtig Umweltschutz ist und was alle anderen für die Umwelt tun müssten.

    In der Zeit habe ich gelesen, dass man beim Rauchen einer einzigen Zigarette ungefähr soviel Feinstaub produziert, wie ein Dieselmotor in 90 Minuten. Wer 16 Zigaretten am Tag raucht würde demnach ungefähr so viel Feinstaub veraursachen, wie ein Dieselmotor, der den ganzen Tag (24h) läuft. Vielleicht ist es nicht repräsentativ, aber zumindest in meinem Freundeskreis sind es insbesondere die sehr Linken, die rauchen. Und auch in der Politik kommt es mir zumindest so vor, als sei z.B. Haschischrauchen vor allen Dingen den Linken eine Herzensangelegenheit.

    Selbsteinschätzungen sind daher immer so eine Sache!

      • Heutzutage auch des Abgases. Text des modernen Abgasbriefes:
        Der €uro in der Kasse klingt
        Huii!
        Das Abgas in den Himmel stinkt.

        Is praktisch, kann man „CO2“ ( was das dann so komisch einfärbt und seltsam müffelt, sagen die natürlich nich ) mit verkaufen, sogar mehrfach, mal als Klimagas, mal für Treibhäuser, oder soo, nä?

  6. Linke haben halt die Haltung einer moralischen Überlegenheit, während Rechte eher zynisch oder realistisch argumentieren. Im linken Weltbild gibt es Gute und Böse, Unterdrücker und Unterdrückte, während im rechten Weltbild eher nur unterschiedliche Interessen gibt, von denen nicht eines dem anderen von vornherein über- oder unterlegen ist. Wer sagt: Mein Volk und meine Nation sind mir wichtiger als alle anderen, sagt ja nicht, dass diese anderen schlechter sind, sondern sie sind nur anders.

    Ich muss sagen, je älter ich werde, desto mehr nähere ich mich dem rechten Weltbild an.

  7. @ Chrissy:
    „Weil man etwa meint, dass eine Gruppe einen nichts bringt und sie ihre Probleme nicht zu eigen tragen sollte?“

    Nächstes mal aber erst zuende tippen, dann erst die pöse Lunte anstecken, nä?

  8. Letztlich lehrt und das Ganze doch nur, dass jede Schlussfolgerung vom Partiellen auf das Allgemeine unterbleiben sollte.
    Interessant finde ich die Meinung von @El_Mocho2, weil ich in praktisch jedem Punkt das Gegenteil für richtig halte. Je älter ich werde, desto mehr stört mich, wie infantil und unkonstruktiv das rechte Weltbild ist.

    • „Je älter ich werde, desto mehr stört mich, wie infantil und unkonstruktiv das rechte Weltbild ist.“

      Das faszinierende ist ja, dass beide extreme unlogisch sind. Weil sie eben bestimmte Gedanken auf Gruppen beziehen und diese dabei stark vereinfachen. Dabei sind Menschengruppen fast immer stark heterogen. Dabei ist es egal, ob man weiße generell zu Tätern erklärt und meint zB den Islam nicht mehr kritisieren zu können wie die Linke oder ob man Schwarze als unfähig ansieht und jeden Angehörigen des Islam als Gefahr betrachtet.

      Das verallgemeinern über die Gruppe schafft in beiden Fällen die Probleme.

      • „Dabei sind Menschengruppen fast immer stark heterogen. “
        Wie negativ das klingt! Für Christof würde es bestimmt viel sanfter wirken, wenn es hieße:
        „Dabei sind Mxnschengruppen ( das x ist wichtich, wegen de Diskriminierung von Anmerkungssternchen ) fast immer stark und ganz doll DIVERS UND BUNT. „

    • Ich muss bekennen dass ich immer öfter hinter den Äußerungen von Linken persönliche Interessen zu erkennen meine, die man durchzusetzen versucht, indem man sie für moralisch geboten erklärt. Z.B. müssen Frauen das gleiche Verdienen wie Männer, auch wenn sie ganz andere Arbeiten machen wollen, weil Gleichstellung ist moralisch geboten.

      Hingegen sagt Jack Donovan: „There is no “good” or “evil” — only actions and consequences.“

      • Das mit der Moral klemmt bei denen ja sowieso ein wenig.
        Mir fällt da immer der St.Martin’Chulz ein, wie er seiner Tochter per Gesetz verbieten wollte 20% weniger zu verdienen, als sein Sohn.
        Und wenn sie nunmal lieber halbtags Bäckereifachverkäuferin werden will, als Großraumfluchzeuchinschenör im internationalen Außendienst?

        Oder die Schwesig-Manu, mit ihrer hochmoralischen Grundsatzkritik an Mathematik und bösen Zahlen ( und Worten! ) überhaupt ( sinngemäß zitiert ):
        „Ich finde das sooooo ungerecht, daß die Altenpflegerin bei reichlich höherem Einkommen sooooo viel weniger verdient, als ein Automechaniker!“
        Schiet op Rechnen, schiet op Zahlen und schiet op de pöse patriarchale Terminologie ( KFZ-Mechatroniker, so’n Quatsch! Die soll’n Autos heilmachen!)
        Hauptsache Moral, oder Moor-Aal, oder wie das heißen tuuuut!

        Schlag nach bei Schoppe:
        https://man-tau.com/2017/03/30/argumentieren-wie-schwesig/

    • „wie infantil und unkonstruktiv das rechte Weltbild ist.“

      Was ist denn für dich das „rechte Weltbild“, bzw. welches Weltbild vermutest/siehst du hinter denen, die man heutzutage „neurechts“ nennt?

      Das muss ich zuerst mal fragen, weil die meisten Menschen Dank Dauerpropaganda eine sehr seltsame Auffassung von „rechts“ haben, von „links“ mittlerweile auch.

  9. Häh?
    Für mich heißt „naiv“ in erster Linie leichtgläubig. Also, wie leicht jemand irgendwelche Aussagen glaubt, ohne sie zu hinterfragen.

    Leuten keine bösen Absichten zu unterstellen, ist nicht ganz dasselbe. Ich würde das „arglos“ nennen. Oder „in dubio pro reo“, wenn man sich prinzipiell im klaren ist, dass andere Menschen lügen können, aber erstmal nicht davon ausgeht.

    Keine Gewalt einzusetzen, hat mit Naivität nur ganz am Rande zu tun.

    • „Keine Gewalt einzusetzen, hat mit Naivität nur ganz am Rande zu tun.“

      Ja, ist prinzipiell schlüssig.

      Aber möglw. ist im unitären Präkariat anne Akamie die Differenz zwischen „naiv“ und „nativ“ nicht mehr so richtig geläufig ( Sex Süllwester Genda anne Humbug-Uni, da muß man sowas ja nicht auch noch …. ).
      W.h: Könnte ja sein, daß diese Experten Gewalt keineswegs naiv, sondern eben „ursprünglich“ ( U-sprachlich für „Nativ“ ) finden. Die Neanders mit de Koile, back to the roots und so …

      Würde besser zum aktiv transportierten Außenbild passen.

  10. Das ist so natürlich nicht sauber beantwortbar, weil „links“ nicht genau genug definiert werden kann. Ich halte mich selbst auch für irgendwie links, werde von anderen aber eher als Rechtsradikaler wahrgenommen, während wieder andere in mir einen Konservativen sehen und ich für Dritte gleichzeitig zu progressiv bin.

    Aktuell möchte man die Frage natürlich mit „ja“beantworten, weil von den Medien und der Politik ein als „gesellschaftlich links“ wahrgenommener Kurs gefahren wird, der sogar gefährlich naiv ist. Aber solche Übertreibungen kann es bei „rechts“ selbstverständlich auch geben.

    Man kann das vielleicht grob in Max Webers Verantwortungsethik vs. Gesinnungsethik rastern. Gesinnungsethiker halten sich zwar auch für verantwortlich, ihnen fehlt aber das Erfahrungs- und Menschenwissen, um die Folgen ihrer Handlungen antizipieren zu können. Sie bedenken menschliches Ausweichverhalten nicht, verschätzen sich im Spektrum möglicher menschlicher Antriebe, übersehen wichtige Aspekte, überbewerten ihr Wissen, können leichter manipuliert werden usw. es ist nicht umsonst so, dass man älteren Menschen, die sich im realen Leben (nicht nur in ihrer Partei) durchschlagen mussten, eher zutraut z.B. gute Politiker sein zu können.

    Von daher sehe ich es vor allem als problematisch an, dass mittlerweile Menschen ohne jegliche praktische Lebenserfahrung Politik und Medien dominieren. Selbst mit Lebenserfahrung scheint noch die Ideologie durch und man kann grandiose Nieten erwischen, aber man sieht z.B. an einem Grünen Kretschmann in BaWü, dass das oft erheblich abgemildert ist, er weiß um seine eigene Fehlbarkeit. Bei den Schwaben sagt man auch gerne „mo muss mit de Leute schwätze“, nicht nur über sie, weil man vermutlich schon alles weiß…

      • Ja, wobei ich das halt noch etwas komplexer sehe, denn diejenigen, die ich als Gesinnungsethiker wahrnehme, halten sich selbst vermutlich nicht für welche.

        Der aufrechte „Linke“, der gegen ein „Wiedererstarken faschistischer Tendenzen“ *kämpft*, fühlt sich da sehr verantwortlich und meint natürlich, weit in die Zukunft hinein zu denken. Macht genau damit aber u.U. das stark, was er loswerden möchte. Ihm fehlt halt einfach die Menschenkenntnis.

        „der Gesinnungsethiker nicht fordern kann, dass andere die Kosequuenzen seines Handelns tragen müssen“

        Ja, wobei bei gesellschaftlich-politischer Planung diese Grenze ja immer verwischt ist, in der Demokratie sowieso. Wenn ich ein kostenloses Schulsystem haben möchte, weil ich die Vorteile für die Gesellschaft erkenne, müssen das trotzdem die mitbezahlen, die keine Kinder haben oder in einem anderen Land die Schule besuchten. Letztendlich profitieren sie ja auch von den Vorteilen.

        Wenn heutige „Linke“ also mehr Zuwanderung oder Frauenförderung wollen, dann meinen sie i.d.R. auch, dass die ganze Gesellschaft davon profitiert, an dieser Stelle scheiden sich halt die Geister.

        Die Position ist ja auch erstmal legitim, böse wird die Sache durch die Kreuzung mit dem Vulgärpoststrukturalismus, der versucht, Diskussionen über das Ziel zu unterbinden und negative Tendenzen einer Entwicklung zu verschweigen, mit der Absicht einer Umerziehung. An der Stelle wird es eindeutig undemokratisch, um kein böseres Wort dafür zu benutzen.

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