7 Gedanken zu “Glaubensbasierte Wissenschaft

  1. Irgendwie erscheint mir das Geschwafel von Degen so dämlich, dass mir dazu eigentlich kein passender Kommentar einfällt. Den meisten anderen hier vermutlich auch nicht. 😉

    Bleibt eigentlich nur zu sagen: Wenn Wissenschaft etwas mit Glauben zu tun hätte, hieße es Glaubenschaft.

  2. Ein schlechter und schlampig recherchierter Text, von einem Wirtschaftswissenschaftler, der offensichtlich niemals ein Soziologie-Lehrbuch auch nur aus der Nähe gesehen hat und zusätzlich dazu auch noch die unterschiedlichsten linken Theorie-Traditionen ohne jegliche Kenntnisse ihrer tatsächlichen Inhalte, ihrer theoretischen Grundlagen und ideengeschichtlichen Linien und ihrer disziplinären Verortung wild durcheinanderwirft.

    Der Text ist aber nicht von Rolf Degen – von dem ich zwei sehr lesenswerte Bücher zu psychologischen und biologischen Themen kenne – der aber von den oben genannten Themen offenkundig ebenfalls keine Ahnung hat und daher auf diesen Blödsinn hinweist.

    Das aus so etwas auf „Alles Evolution“ ein Artikel gemacht wird, kann wohl als Hinweis darauf gelten, dass Christian – vermutlich unter dem Einfluss von Jordan Peterson – Kriterien wahrheitsorientierter Kritik inzwischen weitgehend aufgegeben hat.

    Die zentralen Kriterien wahrheitsorientierten Kritisierens seien an dieser Stelle noch einmal wiederholt. Ein Artikel zu diesen Kriterien von mir folgt voraussichtlich im nächsten Jahr (wahrscheinlich auf Man Tau).
    Wahrheitsorientierung bei Kritik beinhaltet m.E. folgende vier Aspekte:

    1. Bereitschaft zu ausreichender Recherche.

    2. Bereitschaft die kritisierte Position zu verstehen und inhaltlich zutreffend darzustellen.

    3. Bereitschaft Kritik an die richtige Adresse zu liefern und nicht an die falsche, (das wäre nämlich Verleumdung und Falschbeschuldigung). Hierbei ist die Berücksichtigung von Strömungsdifferenzierungen oft wichtig.

    4. Die Bereitschaft zur Selbstkorrektur, wenn man sich mal geirrt hat.

    • Und ich dachte der Text müsste dir gefallen, hat er doch > 50 Referenzen im Literaturverzeichnis… 😉

      Spaß beiseite, ich habe den Artikel nur oberflächlich überflogen, bin kein Experte in diesem Gebiete und kann daher nicht beurteilen ob deine Kritik gerechtfertigt ist. Mir scheint aber, es wäre interessant wenn du deine 4 Kriterien wahrheitsorientierten Kritisierens auf deine eigene Kritik anwenden würdest.

      Ein schlechter und schlampig recherchierter Text, von einem Wirtschaftswissenschaftler

      Die Behauptung schlechter und schlampiger Recherche müsste lt. deinem Punkt 1 etwas ausführlicher dargestellt werden. Und inwiefern hat die Tatsache dass der Autor Wirtschaftswissenschaftler ist irgendetwas mit der Validität der Kritik zu tun? Ich dachte es kommt darauf an was gesagt wird, nicht wer etwas sagt.

      der offensichtlich niemals ein Soziologie-Lehrbuch auch nur aus der Nähe gesehen hat

      Aus dem Literaturverzeichnis:
      1. Berger, P. Invitation to Sociology. New York: Anchor Books, 1963.
      2. Bottomore, T. Sociology: A Guide to Problems and Literature, (Boston: Allen & Unwin, 1962, 1971, 1987.
      3. Bronner, S.E. Critical Theory: A Very Short Introduction. Oxford: Oxford University Press, 2011.
      6. Burawoy, M. and J. VanAntwerpen. “Berkeley Sociology: Past, Present and Future,” 2001. Accessed from Berkeley Sociology Department Website: http://burawoy.berkeley.edu/PS/Berkeley%20Sociology.pdf
      10. Collins, P.H. and Bilge, S., Intersectionality. Cambridge: Polity Press, 2016.
      1992.
      23. Horkheimer, M. “Traditional and Critical Theory.” In Critical Theory: Selected Essays. New York: Continuum, 1937, 1995.
      24. Horowitz, I.L. The Decomposition of Sociology. Oxford: Oxford University Press, 1994.
      44. Popper, K. in Lakatos, I. The methodology of scientific reseach programmes. Cambridge: Cambridge University Press, 1978, 1984.
      45. Popper, K. Conjectures and Refutations. New York: Basic Books, 1962.
      46. Popper, K. The Logic of Scientific Discovery. New York: Basic Books, 1959.

      Ich kenne diese Buücher/Artikel nicht und kann nicht beurteilen ob sie repräsentativ für das Fachgebiet Soziologie sind, aber der Vorwurf der Autor hätte noch nie ein Soziologie Lehrbuch aus der Nähe gesehen lässt sich m.M.n. schwer halten. Ich denke das hat auch etwas mit deinem Punkt 2 zu tun…

    • Korrektur:
      Wahrheitsorientierung bei Kritik beinhaltet nach Leszek folgende vier Aspekte:
      1. Nur Leszek hat Recht, alle anderen sind per Definition dumm.
      2. Wer Leszek nicht versteht oder ihm widerspricht, hat eine beliebige Anzahl obskurer Buecher entweder nicht gelesen, oder ist zu dumm sie so zu verstehen, wie Leszek das tut.
      3. Das „cleansing fire“ abbrennender Strohmaenner macht Leszek gluecklich, weshalb er diese immer wieder muehsam baut.
      4. Kritische Theorie und Marxismus nach Leszeks Interpretation, sind unantastbare Heiligtuemer. Wer dagegen argumentiert ist ein Rechter, ein Nazi, ein Faschist etc.pp.

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