Statements zur Männlichkeit

Die Seite Männer.ch will Männer (und Frauen) zur Auseinandersetzung mit Männlichkeitsvorstellungen ermutigen im Rahmen der Kampagne „16 Tage gegen Gewalt an Frauen“. Ich vermute, dass sie damit den Theorien anhängen, dass Männlichkeit jedenfalls toxisch ist und mit der Gewalt zusammenhängt.

Ihr Aufruf:

Mit der Kampagne wollen wir Männer (und Frauen) zur Auseinandersetzung mit Männlichkeitsvorstellungen ermutigen.

Bist du bereit, ein-zwei Statement abzugeben?
Aufzählung von verschiedenen Eigenschaften, die dich ausmachen. Sie müssen nicht direkt mit Männlichkeit zu tun haben. Der Satz lautet: “Ich bin ein Mann – und ich bin … [wild, zärtlich, verspielt, traurig – einfach was für dich passt, soviel du magst]. Das alles ist männlich!”. (Beispiel: https://youtu.be/dOOeMeTXAME)

Warum muss man eigentlich alles unter die Geschlechteridentität drücken? Bestimmte Sachen sind schlicht menschlich. Nur weil man sie als Mann macht werden sie nicht männlich, schlicht weil sie keinen besonderen Zusammenhang mit Männlichkeit haben.

 Natürlich kann es sinnvoll sein zu betonen, dass ein Mann auch ein Mensch ist und insofern auch alles macht, was eben menschlich ist. Aber Zärtlichkeit und Verspieltheit zu nutzen um ein anderes Männerbild zu errichten scheint mir wenig erfolgsversprechend. Eher spricht es dafür, dass man selbst ein sehr fixes Männerbild hat, wenn man meint, diese Begriffe dagegen zu stellen.

Schilderung von zwei Eigenschaften/Tätigkeiten, die eine typisch, die andere untypisch männlich. “Ich fälle gerne Bäume mit der Motorsäge –  und ich liebe es, meiner Tochter die Haare zu kämmen”. “Ich bin Eishockeyprofi und ich nehme meinen Kumpel in die Arme, wenn er traurig ist.” “Ich arbeite im Büro und lackiere mir am Wochenende die Fingernägel.”

„Und weil ich jetzt erkenne, dass ein Mann auch gerne seiner Tochter die Haare kämen kann, schlage ich keine Frauen mehr! Das habe ich bisher nämlich nur gemacht, weil ich ausdrücken wollte, wie männlich ich bin“ oder was sollen diese Statements im Rahmen einer Kampagne bezüglich Gewalt gegen Frauen bewirken?

Auch eine merkwürdige Zusammenstellung: Seiner Tochter die Haare zu kämen würde ich jetzt nicht als unmännlich ansehen. Es ist eben Zeit mit der Tochter verbringen, sich um sie kümmern und auf ihre Weise Teil an ihrer Welt haben. Auch einen Kumpel in den Arm zu nehmen, wenn er Probleme hat, finde ich jetzt nicht dramatisch. Eigentlich sticht da nur das letzte etwas raus: Nagellack bei Männern ist eher ungewöhnlich.

 

 

 

 

54 Gedanken zu “Statements zur Männlichkeit

  1. Abstract
    The paper reports results from analyses of the physical aggression against dating partners by four samples of university students in Ciudad Juarez, Mexico, Mexican Americans and Non-Mexican Whites in El Paso and Lubbock Texas, and New Hampshire (N=1,544). The percent reporting partner violence (PV) was high in all samples, but also differed significantly between samples. The lowest rate was in New Hampshire (29.7%), followed by Texas, Non-Mexican Whites (30.9%), Texas Mexican American (34.2%), and the highest rate was in Juarez (46.1%). When only severe assaults were compared, the differences between samples was similar, i.e., lowest in New Hampshire and highest in Juarez. In all four samples, there was no significant difference between males and females in either the overall prevalence of physical aggression or the prevalence of severe attacks. Among the 553 couples where one or both of the partners were violent, in almost three quarters of the cases (71.2%) there was gender symmetry in the sense that both partners engaged in this type of behavior. When only one partner was violent, this was twice as likely to be the female partner (19.0%) as the male partner (9.8%). Among the 205 couples where there was an act of severe aggression, symmetry was less prevalent (56.6%), but when only one partner was violent, it was again twice as likely to be the female partner (29.8% female only versus 13.7 male partner only). These results are consistent with the gender symmetry in PV found in many studies. They extend those results by showing that gender symmetry prevails in four different cultural contexts. The presence of gender symmetry in these different cultural contexts, combined with studies showing that women are injured more often and more seriously by partner-assaults, and studies showing that women initiate PV as often as men, suggests that programs and policies aimed at primary prevention of PV BY WOMEN are crucial to ending PV and for reducing the victimization of men and women.

    https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/17593556

    Vielleicht ist ja eine Weiblichkeitsforschung viel effektiver zum bekämpfen von häuslicher Gewalt?

  2. Ich vermute, die Intention von männer.ch geht ja auch Richtung Gewaltprävention. Sie denken, dass die vorherrschenden Männlichkeitsnormen, der Männlichkeitshabitus bzw. die männliche Sozialisation Gewalt fördert. Man kann das natürlich machen, nur denke ich mir, zielt es eben nur auf eine Dimension und das ist das Geschlecht. Obwohl wir aus der Kriminologie wissen, dass gerade Alter, Wohnort, soziale Schicht, teilweise kultureller Hintergrund, soziale und relative Deprivation, familien- und gruppenspezifische Konstellationen, Gelegenheitsstrukturen, Persönlichkeitsstrukturen etc. auch grossen Einfluss haben, ob jemand gewalttätig wird oder eben nicht. Und das ist leider heutzutage das Problem: Dass zumindest im öffentlichen, medialen und politischen Diskurs Gewalt und insbesondere Häusliche Gewalt alleine unter dem Aspekt Geschlecht und Macht abgehandelt wird, obwohl eben viele andere Einflussfaktoren Einfluss auf gewalttätiges Verhalten haben.

    • Einen Aspekt, in dem man da das Thema Geschlecht mal – aus zur Abwechslung mal berechtigten Gründen – anbringen kann, wäre vielmehr das Tabu-Thema: Inwiefern ist das Verhalten der Mutter in den Biografien von Gewalttätern von Belang für deren zerstörerischen Entwicklungsweg.

      Es gibt so viele Hinweise aus den Patientengeschichten von Leuten mit tiefergehenden psychischen Problemen, die alle in die selbe Richtung deuten „bist du bei einer herzlosen/sadistischen/überforderten/charakterlich schwachen/emotional kalten/stark vereinnahmenden/gluckenhaften Mutter aufgewachsen, bist du am Arsch, was eine gesunde psychische Entwicklung angeht“. Und das sogar nicht ausschließlich bei Gewalttätern.

      Gerade auch bei erwachsenen Frauen, die später in ihrem Leben fortdauernd mit diversen mentalen Problemen zu kämpfen haben, in deren Biografien ist das nicht einfach bloß auf deren Väter zurückzuführen, sondern vielmehr ist auch die Rolle der Mutter in diesem Gefüge entscheidend für diese Entwicklung, die wahlweise (sogar) als Haupttäter, Mittäter oder wenigstens in der Rolle des „innocent bystander“ in diesen Geschichten auftauchen.
      Und selbst diese Mütter haben das häufig auch nur aus ihren eigenen Familen, sprich: von ihren eigenen Müttern, schon übernommen.

      Es täte der Sache mal ganz gut, wenn man sich auch mal darüber unterhalten würde…

      • „Es täte der Sache mal ganz gut, wenn man sich auch mal darüber unterhalten würde…“

        Ach Gottchen, das wird doch nun schon seit über 20 Jahren getan.
        Und es zeigt in der Szene nahezu Null Resonanz. Immer noch wird unverdrossen dieselbe Mär von den Männern verbreitet, die ihre Frauen verprügeln („Häusliche Gewalt ist männlich“), ihre Töchter sexuell missbrauchen („Jedes dritte Mädchen wurde vom Vater sexuell missbraucht“) und von den 22% GPG.
        Eigentlich sollte man meinen, dass die erdrückend, das Gegenteil belegende, Beweislage längst einen Stimmungswandel erzeugen hätte müssen.
        Aber die letzten Tage zeigen, dass unverdrossen immer noch derselbe Schrott verbreitet wird.

        • @ Carnofis

          Du, darüber wird auch außerhalb solcher Extremisten-Szenen nicht geredet.
          Allgemein hat „die Mutter“ im gesellschaftlichen Kontext noch den Status einer heiligen Kuh inne, obwohl mindestens ein guter Teil der politisch unaktiven Menschen irgendein Exemplar selbst mal kennengelernt hat, die das absolute Gegenteil von „eine Mutter, die ihr kind über alles liebt“ ist.
          Zusammen fällt das mit dem allgemeinen verklärenden Bullshit „Eltern wollen doch nur das Beste!“, der gern immer wieder ausblendet, dass es auch beschissene Eltern gibt, die sich nicht die Bohne für ihre Kinder interessieren, oder die schlichtweg zu viele eigene Probleme gehabt hätten um dafür Eltern zu werden.

          • „Allgemein hat „die Mutter“ im gesellschaftlichen Kontext noch den Status einer heiligen Kuh inne, …“

            Den darf sie meinetwegen auch behalten und sich entsprechend feiern lassen. Da kann ich mit leben und will ich gar nicht dran rütteln.
            Was ich aber nicht akzeptieren kann und will ist die soziale Demontage der Männer allgemein und der Väter im Besonderen.

            Wenn der ÖR – wie der WDR gerade vor ner halben Stunde – die Tatsache skandalisiert, dass nur 30 – 45% aller Führungsstellen in den Rundfunkanstalten weiblich sind, wird das wohl stimmen, weil es leicht verifizierbar ist.
            Wenn aber dieselben Sender suggerieren, dass jede 3. Frau von ihrem Mann zusammengeschlagen wird, dann ist das bewusste Verbreitung von Unwahrheiten. Das gleiche gilt für die 21% GPG. Das ist kein seriöser Journalismus mehr, sondern Politagitation.

          • @ Carnofis

            Oh, dann sind wir beide aber auf unterschiedlichen Wegen unterwegs…
            Bei mir gibt es keine Heiligen.
            Bei mir dürfen gern alle die irdischen Wesen bleiben, die sie sind – und wer meint, das mir in Schlaraffenland-Kulissen zu malen, der erntet Widerstand.

          • „Bei mir gibt es keine Heiligen.“

            Bei mir auch nicht. 🙂

            „Bei mir dürfen gern alle die irdischen Wesen bleiben, die sie sind – und wer meint, das mir in Schlaraffenland-Kulissen zu malen, der erntet Widerstand.“

            Dazu ist es mir nicht wichtig genug, wie andere Frauen (ihre Frauen) sehen. Ich verfolge meine Ziele, die der anderen interessieren mich nur dann, wenn sie Einfluss auf meine haben 😉 .

          • @ Carnofis

            Um’s „so sehen oder so sehen“ geht es gar nicht mal so sehr…

            Was meinst du, was es für eine Entlastung es ist, von jemand anderem eine Erfahrung oder ganz einfach Gedanken geschildert zu kriegen, welche allgemein ziemlich tabuisiert sind – mit anderen Worten: eines von diesen bösen Dingen, die man nicht aussprechen darf, sonst gibt’s von allen Seiten Schelte und Schläge – und das ist etwas, was man im eigenen Erfahrungsstamm auch so wieder findet? Wofür man sich aber vorher fertig gemacht und sich gesagt hat „nein, das ist böse, so darf ich gar nicht denken…“.
            Was meinst du, was für eine Entlastung es ist, dieses Gefühl „ich bin echt nicht der Einzige, der so denkt“ oder „…dem das passiert ist“, wenn man vorher dachte, man sei tatsächlich das eine unwürdige schwarze Schaf, was sich solche verwerflichen Gedanken leistet…
            Das hilft bei manch einem auch schon, etwas in Gang zu setzen.
            Allein und selbstunsicher kämpft es sich schließlich schlecht…

        • Aber die letzten Tage zeigen, dass unverdrossen immer noch derselbe Schrott verbreitet wird.

          Ein merkwürdiger Zufall, dass diese Franziska-Giffey-Medien-Orgie zum diesjährigen Männertag orchestriert wurde

      • Ich hatte mal auf amerikanischen Seiten gelesen, dass insbesondere Kinder von alleinerziehenden Müttern weit überproportionale Probleme bereiten (werden also z.B. überproportional häufiger Gewalttäter, drogensüchtig, Suizide, arbeitslos,…).

        https://www.fathermag.com/news/2778-stats.shtml

        Und, wenn schaut man sich mal so die stark sozialen Problemfälle wie Breivik, Hitler, Charles Manson, Stalin, Chérif und Saïd Kouachi (Charlie Hebdo), … an, stammen diese tatsächlich (zumindest gefühlt) nicht selten von alleinerziehenden Müttern bzw. haben in jungen Jahren ihren Vater verloren.

        • Das hängt mit sehr vielem zusammen.
          Einerseits – der frühe Verlust (egal nun, wer von beiden es wäre).
          Dann der zweite Faktor: Nur eine häusliche Haupt-Bezugsperson da (nehme man mal den Fall „alleinerziehend“), d. h. sowohl ein Ausliefert-sein gegenüber dieser und ihren Launen und Marotten, als auch „man bekommt nur ein Modell Menschsein“ vorgelebt. Gerade dafür, ein vielseitiger Charakter zu werden (auch anders als der noch übrige Elternteil zu werden), ist das von Bedeutung, mehr als nur ein Konzept erlebt zu haben.
          Dritter Faktor ist dann das nicht vorhandene Beispiel für Männlichkeit/Weiblichkeit (je nach dem, welcher Elternteil nicht mehr da ist) – Spiegelung der eigenen Gefühle/Ängste, Gedanken ist unter Umständen nicht möglich. Auch kann es sein, dass der Umgang mit dem eigenen und dem Gegengeschlecht darunter leidet, wegen negativer oder gar nicht vorhandener Konnotation (ersteres mehr, wenn beide Elternteile noch da sind, aber einer sich benimmt wie ein Arschloch und den Bedürfnissen des Kindes nicht gerecht wird).
          Vierter Faktor kommt hinzu, wenn es um die Außenwelt geht, speziell wenn es auch um Schule geht: Es ist nur einer da, der einen unterstützen kann – beim Lernen, als auch bei Problemen mit den Mitschülern. Selten geht das wirklich gut… Kaum jemand hat so vielfältige Fähigkeiten, dass er das alles locker abdecken kann. (Auch weil diejenige Person häufig noch viele andere Dinge um die Ohren hat, z. B. Job, Familie allein versorgen, eigene Sorgen&Nöte)
          Fünfter Faktor ist noch eine andere Sache: Vereinnahmung bei Alleinerziehenden. Ja, muss man erwähnen.
          Söhne werden nicht minder häufig von ihren Müttern emotional wie eine Art Ersatzpartner vereinnahmt und teilweise auch so behandelt – wie ein Erwachsener, anstatt wie ein Kind. Das führt dann gut und gern z. B. zu solchen Zuständen, dass jemand übermäßig verwöhnt wird und dann mit der Außenwelt nicht klarkommt, weil diese ihm diese Sonderbehandlung natürlich nicht zukommen lässt…
          Bei Töchtern kann das auch passieren, sieht dann nur anders aus. Wenn es die Mutter ist, dann werden Töchter gern in Beschlag genommen und wie die beste Freundin behandelt – völlig gleich, ob sie charakterlich völlig anders sind, andere Interesse haben als die Mutter usw..
          Bei Vorhandensein von Geschwistern wird die älteste Tochter auch gern darin eingespannt, sich um die jüngeren Geschwister kümmern zu sollen, ob sie das kann, will oder ob nicht. Eben dieses „von sich auf andere übertragen“ – und da überträgt nun einmal eine Frau von sich auf ihr identifiziertes Ebenbild.
          Völlig gleich welche Entwicklung, im Grunde komme da aber ein gemeinsames heraus: In beiden Fällen werden die Kinder nicht wie Kinder, entsprechend ihrem Alter behandelt, sondern „parentifiziert“ und machen nicht die gewöhnliche emotionale Entwicklung durch, die ein Mensch sonst macht.
          Das kommt im Erwachsenenleben irgendwann wieder zum Vorschein…

          Ist jetzt eine kleine Auflistung, die mir spontan dazu einfällt. Es gibt wahrscheinlich noch mehr zu sagen…

      • https://www.merkur.de/kultur/buch-schuldigen-von-hanna-ziegert-darum-werden-meschen-zu-moerdern-8395849.html

        Ist das Böse weiblich?

        Und formen Mütter den Charakter zukünftiger Verbrecher? Diese Fragen diskutiert Hanna Ziegert (64) in ihrem neuen Buch „Die Schuldigen“. Darin sucht die Gerichtsgutachterin nach Gründen, warum Menschen zu Mördern werden. Es sind spannende Thesen und erschütternde Fälle, die Ziegert nach 35 Jahren als forensische Psychiaterin in München aufgeschrieben hat – gemeinsam mit ihrer Tochter Nora (30), die Juristin ist.

        Warum glauben Sie, dass der Charakter der Mutter so einen großen Einfluss darauf hat, wer zum Verbrecher wird?

        Hanna Ziegert: Weil die Mutter den Grundstein für die Beziehungsfähigkeit eines Menschen legt.

        Ich hab das Buch gelesen, es ist ein gutes Buch, es ist ein erschütterndes Buch.

        • Persönliche Meinung wäre: Weil Frauen dir Gnadenlosigkeit beibringen können.
          Das aber nur am Rande…

          Die Aussage ist aber auch wahr.
          (Ich glaube, das konnte damit zusammenhängen, weil Kinder (meist) zur Mutter zuerst ihren Bindungsstil zeigen, mit ca. 1 bis 1 1/2 Jahren oder wann das war…).
          Dieser zeigt sich im Grundschema über das ganze weitere Leben.
          Wenn da also irgendwas schon in der Basis schon ungesund bzw. ernsthaft ungesund läuft (insbesondere desorganisiert/desorientierten Bindungstyp), bei weiteren ungünstigen Faktoren wird da wahrscheinlich ein sehr dysfunktioneller Mensch bei herauskommen (wie auch immer diese „Dysfunktion“ dann aussehen mag.)

          • Persönliche Meinung wäre: Weil Frauen dir Gnadenlosigkeit beibringen können.
            Das aber nur am Rande…

            Meine persönliche Meinung: Wer nie fair behandelt wurde, kann auch keine Fairness erlernen.
            Und i.d.R. werden kleine (und große) Mädchen nie fair behandelt – sie werden i.d.R. immer bevorzugt.
            Das aber nur am Rande…

          • Das meinte ich gar nicht mal.
            Frauen können da so eine seltsame Art an sich haben, ich weiß nicht wie ich’s beschreiben soll…
            Während ein Mann manchmal noch anhält, weil er merkt, es verfehlt sein Ziel, wenn er dich brutal behandelt, tun Frauen das nicht. Die können dich auch umbringen, auch wenn das gar nicht ihr Ziel war. Weil da irgendsoein Fünkchen Mangel an „gelernter Bremse“ fehlt – was ich mit der meist weniger körperlich geprägten Art aufzuwachsen verbinde…
            Wer tobt, der weiß auch über die Zerstörungskraft seines Körpers, als auch über dessen Vergänglichkeit, und die Schmerzen, die mit Verletzungen kommen.
            Wer das nicht lernt, der denkt z. B. noch, dass es gesundheitsfördernd ist, jemanden gegen den Kopf zu treten usw. …

            Anderweitig haben Frauen es auch irgendwie etwas besser drauf, Spitzfindigkeiten zu entdecken. D. h. nicht bloß draufzuschlagen, sondern dir auf die empfindlichste Körperstelle zu hauen, dir das Liebste unmittelbar vor der Nase kaputt zu machen – kurzum, dich, zusätzlich zur eigentlichen Pein, noch richtig zu quälen, dass es (auch emotional) richtig weh tut.

            Ich würde meinen, das dürfte auch kulturübergreifend unterschwellig so sein. (Was nicht heißen soll, dass in anderen Kulturen und Ländern die männlichen Folterknechte weniger geschickt dabei sind, Spitzfindigkeiten auszumachen, mit denen sie dir mehr Schmerz zufügen können als wenn sie dich gleich deiner Endbestimmung zuführen würden.)

  3. Die Feministinnen züchten sich geradezu die Sorte Männer heran, von denen potenziell Gefahr ausgeht. Wer sich seiner Identität und seiner Sexualität sicher ist, hat es nicht nötig, gewalttätig zu werden und versteht einen Korb auch nicht als Angriff auf seine Person. Das Fehlen positiver Männerbilder ist toxisch, nicht die Männer an sich.

    • Würde es noch etwas anders formulieren: Die Feministen züchten sich die Sorte Männer heran, von denen potentiell eine Gefahr ausgeht, weil sie meterdick das Thema Weiblichkeit betonen und alles bestärken, was in diese Richtung geht, und den Männern wollen sie, auf Gedeih und Verderb ihre Männlichkeit wegnehmen, weil in ihren Augen alles männliche mit dem Beelzebub gleichzusetzen ist.
      Hat einer eine Vorstellung davon, wie instinktiv wütend und angepisst jemand ist, dem man beständig die Identität streitig macht, sie permanent abwertet und behandelt wie einen Straßenköter in Osteuropa…?
      Das muss schief gehen! Kann gar nicht anders enden…
      Da sind Jungs auch nicht anders wie Mädchen, die schon als Kind gesagt bekommen „du bist scheiße, du bist nichts, ich wollte gerne einen Sohn/keine Kinder! hach, hätte nur die Treppe ‚runterfallen geklappt!“.

  4. Es wäre mir eigentlich völlig egal, was für ein Männerbild von Feministinnen propagiert wird.

    Das eigentlich toxische (HA!) am Feminismus ist, dass das Hinterfragen des Frauenbilds als heilige Unschuld effektiv tabuisiert wird.

    Wäre der Zeitgeist: „Menschen sind scheiße. Männer sind auf diese Weise scheiße, Frauen sind auf jene Weise scheiße“, dann könnte man sich damit arrangieren und Männer und Frauen könnten Wege finden, miteinander produktiv umzugehen.
    Da von dieser Einstellung heutzutage nur „…Männer sind auf diese Weise scheiße…“ übrig bleibt (und „diese Weise“ auch noch empirisch unterbelichtet ist), wird Verständigung immer schwieriger.

  5. männer.ch ist de facto zum „Zentralkomitee der lila Pudel in der Schweiz“ verkommen. Selbst ihre „männerzeitung“ haben sie in Anlehnung an die unsägliche Schwarzersche „Emma“ in „Ernst“ umbenannt.

    Als ehemaliger und langjähriger Abonnent dieser Zeitung kann ich als einzig positives konstatieren:

    männer.ch kann für einen Mann ein Zwischen-Schritt sein, um irgendwann bei der Männerrechtsbewegung zu landen.
    Etwa so, wie „Baileys Original Irish Cream“ der Weg zu einem Single Malt sein kann…

  6. Eher spricht es dafür, dass man selbst ein sehr fixes Männerbild hat, wenn man meint, diese Begriffe dagegen zu stellen.
    In der Tat.
    Die vorherrschende feministische Vorstellung dessen, was angeblich für „die Gesellschaft“ Männlichkeit bedeutet ist derart grob geschnitzt und an jeglicher Lebenswirklichkeit vorbei, dass man, ob dieser maßlos narzisstischen Selbstüberhöhung, vor Fremdscham im Boden versinken möchte.

    Seiner Tochter die Haare kämmen – oh, welch gesellschaftstransformierender, ja geradezu revolutionärer Tabubruch!! In den 1950ern hätte ein Vater doch niemals gewagt, auch nur ein freundliches Wort für die eigene Tochter übrig zu haben!!!

    Die vorherrschende Männlichkeit als gewalttätiges Monster, welches erst und alleine durch feministische Läuterung _Ansätze_ von Menschlichkeit entwickeln kann..

    “Ich spiele gerne mit meinen schwarzen Kumpels Fußball – und helfe alten Damen über die Straße“

      • Tokenism
        Ich hätte schreiben sollen: „Ich bin schwarz und spiele gerne mit meinen schwarzen Kumpels Fußball – und helfe alten Damen über die Straße“

        Das bin ich zwar nicht, aber es ging mir darum herauszustellen, dass die Verknüpfung nur dann Sinn macht, wenn man meint, dass es etwas ganz toll außergewöhnliches wäre, wenn Schwarze mal zivilisatorische Regungen zeigen.

        • Besonders lustig, da es ja anders herum durchaus sinnvoll und hilfreich wäre.
          Omas spielen scheusslich Fußball und Schwarze haben große Verständnisprobleme, wenn es um Verkehrsregeln geht.
          (Stichwort Jaywalking, ich denk mir den Kram nicht aus)

  7. Die kommen natürlich nicht aus ihrem Klischeedenken heraus, denn das hat früher extrem gut funktioniert. Mittlerweile sieht man sie ja im Allgemeinen als Spinner an.

    Männlichkeit definiert eigentlich schlichtweg „Aktivität“. Heißt Männer sind „Human doings“. Sie tun alles, Gutes wie Schlechtes. Das Gute wird nur permanent unter den Teppich gekehrt, da man sonst keine Gender-Spalterei betreiben kann. Wäre ja blöd wenn die Mädels auf einmal feststellen, das ihr Überleben an den Männern hängt. Wie soll man denn dann gegen die Männer hetzen, das geht doch nicht.

    (Nein Mädels, ihr seid so dermaßen passiv, dass es mich manchmal aufregt. Ich denke sogar das ihr noch passiver seid als in früheren Jahren)

    Jetzt verstehe ich auch warum wir die letzten Tage mit „alle 3 Tage erschlägt ein Partner seine Frau“ zugespammt werden. Ich wusste doch dass das ne Kampagne ist.

    • „alle 3 Tage erschlägt ein Partner seine Frau“

      …würd‘ ja bedeuten, dass ich 120 Partnerinnen pro Jahr hätte…
      Ich sach ma so: Dat kommt nich hin!

      • Dieser Gedenktag geht zurück auf den Tod der drei Schwestern Mirabal, die am 25. November 1960 in der Dominikanischen Republik vom militärischen Geheimdienst gefoltert, vergewaltigt und ermordet wurden. Sie waren im Untergrund tätig und beteiligten sich an Aktivitäten gegen den Diktator Trujillo.
        Lateinamerikanische und karibische Frauen haben deshalb 1981 den 25. November als internationalen Gedenktag für die Opfer von Gewalt an Frauen und Mädchen ausgerufen. 1999 übernahmen die Vereinten Nationen offiziell den Protesttag.

        Männliche Dissidenten haben die Geheimdienste von Diktatoren nie misshandelt und ermordet, oder? Falls doch, welchen Gedenktag haben die Vereinten Nationen für männliche Gewaltopfer?

          • Das ist etablierte Erziehungstechnik: positive Verstärkung.

            Wenn der andere ein Verhalten zeigt, das du gut findest, musst du es positiv verstärken.

            Man hat mit Frauen halt die Hoffnung noch nicht aufgegeben, dass die doch irgendwann so produktiv werden wie Männer und verstärkt und verstärkt und verstärkt.

            Dass positive Verstärkung für so-gut-wie-nichts-Tun den gegenteiligen Effekt hat, das ist für Durchschnittspädagogen allerdings schon zu kompliziert.

  8. Sonntagspapies lieben das Kämmen.
    Die die es nie unter der Woche morgens machen, wenn’s stressig ist und Knoten brutal rausgekämmt werden müssen..

    Da erkenne ich in der Aussage dann wirklich einen miesen Sexisten und Frauenfeind, der noch viele tausend Schritte Richtung „Progress“ zu gehen hat, wenn man als Maßstab an die Aussage mal die Selbstwahrnehmung des Umfelds als angeblich Tonanstimmende moderne schweizer Männer anlegt.

    • Wer kämmt denn Knoten brutal raus? Die schönen Haare!
      Entfizzeln macht hier mein Mann. Der hat da mehr Geduld und die bessere Technik.
      Erfahrene Väter flechten ihren Langhaarmädchen abends einen Schlafzopf. Dann flutscht es morgens.

  9. Habe diese Aufforderung ebenfalls in meiner Mailbox vorgefunden. Die Organiation maenner.ch ist in der Schweiz in etwa das Pendant zum deutschen Bundesforum Männer: der staatsfeministische Versuch, die Männer mit politischen Aktionen zu ködern, welche vordergründig Männer zugute kommen sollen, um sie in Wirklichkeit für den Staatsfeminismus einzuspannen. In der diesbezüglichen Mail sind denn auch mehrere Aktionen verlinkt, die direkt auf eine Aktionsseite von ‚cfd – Die feministische Friedensorganisation‘ führt. Unter anderem sollen Männer dort 5 Versprechen abgeben:

    1. Frauen zuhören, Männer sollen Frauen ausreden lassen
    2. Selbstreflektion, Männer sollen darüber sinnieren, dass sie Teil einer sexistischen Gesellschaft seien, die Frauen weniger Rechte und weniger Macht zugestehe
    3. austauschen, Männer sollen mit anderen Männern über Männlichkeitsvorstellung reden und wie diese verändert werden können
    4. einschreiten, Männer sollen bei respektlosen oder übergriffigen Aussagen und Verhalten zugunsten der Frauen eingreifen
    5. aktiv werden, Männer sollen sich für eine geschlechtergerechte und gewaltfreie Gesellschaft einsetzen, sich mit Frauenanliegen solidarisieren, an Frauendemos teilnehmen, die Istanbul Konvention unterstützen und Frauen in politische Ämter wählen

    Alle 5 Versprechen sind natürlich sexistisch-frauenbevorzugend gehalten, was sich mit dem Ideal einer nichtsexistischen Gesellschaft beisst. Es muss jeder Mann selbst wissen, ob er diese sexistisch-männerfeindlichen Versprechen abgeben will. Dass aber eine Männerorganisation auf solche offensichtlich feministische Aktionen verlinkt, spricht für sich. Hier werden Männer schlichtweg für dumm verkauft.

    Auch ansonsten ist auf maenner.ch der übliche Gleichstellungs-Unsinn nachzulesen. Das Dogma, dass die Geschlechter absolut gleich seien und jegliche feststellbare Ungleichheit somit als Diskriminierung und nicht etwa als Ausfluss individuell unterschiedlich erwählter Lebensweisen interpretiert werden müsse, wird dort betont. Zwar behaupten diese feministischen Männeraktivisten, dass jeder das Recht haben solle, nach seiner eigenen Fasson zu leben. Aber das darf eben keinesfalls zu irgendwelchen statistischen Unterschieden zwischen den Geschlechtern führen; da muss dann halt trotzdem der Staat eingreifen und die selbstbestimmten Individuen wieder auf den rechten dogmatischen (=staatsfeministischen) Lebensweg bringen. Die wackeren Feministen von maenner.ch in ihrem männerpolitischen Schafspelz widersprechen sich also selbst; aber wahrscheinlich merken sie das gar nicht – sofern sie überhaupt noch irgendwas merken…

    Die Mail-Message, die ohnehin in meinem Spamordner gelandet ist, habe ich ziemlich schnell gelöscht. Schon möglich, dass sie einige nützliche Idioten für feministische Anliegen acquirieren können; aber ich gehöre bestimmt nicht zu denen. Über unübliche Männlichkeitsvorstellungen habe ich längst nachgedacht und bin zum Schluss gekommen, dass MGTOW das Richtige für mich ist. Insofern habe das dritte der obigen Versprechen zumindest für mich selbst bereits erfüllt. Aber halt nicht im Sinne des Staatsfeminismus, welcher bloss Männer für den Staat aber auch für dessen weibliche Günstlinge nutzbar machen will.

  10. …Ist das Böse weiblich? … eindeutig ja.

    Es ist so schwer erkennbar, da es oft nicht offen auftritt, sondern eher wie ein Pilzmyzel alles durchzieht und durchwuchert und vergiftet.

    FAST alles Böse männliche ist lediglich Folge davon.

    Es ist die Angst vor dem Blick in den Spiegel, die eigenen Abgründe, der Feministen/Frauen, diese hysterischen Kampagnen über das angeblich böse männliche führen lässt.

  11. Ich finde den Gedanken, dass es eine Vielfalt von Männlichkeiten gibt, gut. Dürfte in der Soziologie schon länger eine Theorie sein (Stichwort „Masculinities“). Gut zusammengefasst hat das auch Peter Jedlicka in seinem Buch „Männercoaching“ (Kapitel „Das Ende der Männlichkeit“ – womit er wohl meint „der EINEN Männlichkeit“ …).

    Jürgen

  12. „– womit er wohl meint „der EINEN Männlichkeit“ …).“

    Dann sollte er es auch besser so schreiben. So allgemein vom „Ende der Männlichkeit“ zu schreiben, hat das ein sehr strengen Geruch nach feministischem lila Pudel.

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