Intrasexuelle Konkurrenz und Feminismus

Statements zur Männlichkeit

Die Seite Männer.ch will Männer (und Frauen) zur Auseinandersetzung mit Männlichkeitsvorstellungen ermutigen im Rahmen der Kampagne „16 Tage gegen Gewalt an Frauen“. Ich vermute, dass sie damit den Theorien anhängen, dass Männlichkeit jedenfalls toxisch ist und mit der Gewalt zusammenhängt.

Ihr Aufruf:

Mit der Kampagne wollen wir Männer (und Frauen) zur Auseinandersetzung mit Männlichkeitsvorstellungen ermutigen.

Bist du bereit, ein-zwei Statement abzugeben?
Aufzählung von verschiedenen Eigenschaften, die dich ausmachen. Sie müssen nicht direkt mit Männlichkeit zu tun haben. Der Satz lautet: “Ich bin ein Mann – und ich bin … [wild, zärtlich, verspielt, traurig – einfach was für dich passt, soviel du magst]. Das alles ist männlich!”. (Beispiel: https://youtu.be/dOOeMeTXAME)

Warum muss man eigentlich alles unter die Geschlechteridentität drücken? Bestimmte Sachen sind schlicht menschlich. Nur weil man sie als Mann macht werden sie nicht männlich, schlicht weil sie keinen besonderen Zusammenhang mit Männlichkeit haben.

 Natürlich kann es sinnvoll sein zu betonen, dass ein Mann auch ein Mensch ist und insofern auch alles macht, was eben menschlich ist. Aber Zärtlichkeit und Verspieltheit zu nutzen um ein anderes Männerbild zu errichten scheint mir wenig erfolgsversprechend. Eher spricht es dafür, dass man selbst ein sehr fixes Männerbild hat, wenn man meint, diese Begriffe dagegen zu stellen.

Schilderung von zwei Eigenschaften/Tätigkeiten, die eine typisch, die andere untypisch männlich. “Ich fälle gerne Bäume mit der Motorsäge –  und ich liebe es, meiner Tochter die Haare zu kämmen”. “Ich bin Eishockeyprofi und ich nehme meinen Kumpel in die Arme, wenn er traurig ist.” “Ich arbeite im Büro und lackiere mir am Wochenende die Fingernägel.”

„Und weil ich jetzt erkenne, dass ein Mann auch gerne seiner Tochter die Haare kämen kann, schlage ich keine Frauen mehr! Das habe ich bisher nämlich nur gemacht, weil ich ausdrücken wollte, wie männlich ich bin“ oder was sollen diese Statements im Rahmen einer Kampagne bezüglich Gewalt gegen Frauen bewirken?

Auch eine merkwürdige Zusammenstellung: Seiner Tochter die Haare zu kämen würde ich jetzt nicht als unmännlich ansehen. Es ist eben Zeit mit der Tochter verbringen, sich um sie kümmern und auf ihre Weise Teil an ihrer Welt haben. Auch einen Kumpel in den Arm zu nehmen, wenn er Probleme hat, finde ich jetzt nicht dramatisch. Eigentlich sticht da nur das letzte etwas raus: Nagellack bei Männern ist eher ungewöhnlich.