Frauen streben seltener Führungspositionen an

Der Spiegel berichtet über einer Studie, die sich mit Führungspositionen befasst

Gerade einmal 30 Prozent der befragten Frauen streben nach Informationen des SPIEGEL eine Führungsposition an. Dabei halten es auch nur 32 Prozent der befragten Frauen für realistisch, in eine solche befördert zu werden. Bei einer ersten Befragung Anfang 2018 lagen beide Werte noch höher. Damals gaben 37 Prozent der Frauen an, weiter aufsteigen zu wollen; 38 Prozent hielten dieses auch für gut möglich.

Diese Schwankungen scheinen mir erst einmal enorm groß für ein Jahr. Ich kann mir kaum vorstellen, dass sich in einem so kurzen Zeitraum eine Unternehmenskultur wesentlich ändert. Wäre interessant, ob sie die gleichen Personen befragt haben oder da einfach sehr unterschiedliche Gruppen erwischt worden sind

Interessant wäre allenfalls, ob #metoo sich da bemerkbar gemacht haben könnte. Gehen Frauen davon aus, dass man lieber sicherheitshalber keine Frau mehr fördert um sich abzusichern oder haben sie da eine Verschärfung des Klimas bemerkt? Ein anderes Großereignis dazu fällt mir jetzt gerade nicht ein.

Interessant wäre aus meiner Sicht auch eine Aufspaltung nach Alter, gerade bei den Frauen. In jungen Jahren könnte ich mir vorstellen ist die Quote deutlich höher, aber 30 sinkt sie dann vermutlich stark.

Männer sind laut der Studie deutlich optimistischer, was ihre Karriere betrifft: 43 Prozent wollen eine Führungsposition erreichen. 48 Prozent glauben, dass sie ihre beruflichen Ambitionen verwirklichen können. Männer fühlen sich auch deutlich seltener als Frauen aufgrund ihres Geschlechts im Beruf mit Vorurteilen konfrontiert.

Hier wäre es natürlich auch interessant gewesen die Ergebnisse beider Umfragen zu sehen: Hat es sich auch bei den Männern verschlechtert oder schwanken diese nicht so?

Die Ergebnisse sind repräsentativ; für die Studie wurden zweimal circa 5000 Männer und Frauen online befragt – im Januar 2018 und im Sommer 2018. Auch wenn es sich laut der Studienmacher um „Momentaufnahmen“ handelt, verwundert die abnehmende Karrierelust der Frauen dennoch.

In der Tat, eigentlich ist der Abstand viel zu kurz.

Julia Sperling, Partnerin bei der an der Initiative beteiligten Unternehmensberatung McKinsey, führt dies auf einen Frustrationseffekt zurück. Viele Frauen hätten erlebt, dass flexible Arbeitszeitmodelle und andere Maßnahmen zu einer besseren Vereinbarkeit von Job und Familie nur schleppend vorankämen. Der Studie zufolge glaubt weniger als die Hälfte der Frauen, ohne berufliche Nachteile von zu Hause aus arbeiten zu können. „Die Versprechungen der neuen Arbeitswelt haben sich bisher nicht erfüllt. Das scheint bei vielen Frauen zu Ernüchterung geführt zu haben“, sagt Sperling.

Aber dieser Frustationseffekt kann ja eigentlich kaum in dem Zeitraum Januar 2018 bis Sommer 2018 eingetreten sein. Es sind ja nicht gerade in dieser Zeit flexible Modelle gescheitert.

Ich habe die Studie nicht gefunden. Hat jemand vielleicht einen Link zu ihr?

50 Gedanken zu “Frauen streben seltener Führungspositionen an

  1. Interessant wäre auch wie viele Frauen Ambitionen für Führungspositionen hätten, ohne einem Feminismus der ihnen medial vorpredigt das sie dabei immerzu diskriminiert werden, Männer dort Schweine sind und man sie nicht ernst nimmt, weil sie Frauen sind?

  2. Männer fühlen sich auch deutlich seltener als Frauen aufgrund ihres Geschlechts im Beruf mit Vorurteilen konfrontiert.

    Vielleicht sollte man mal die Männer fragen, die besonders große Gefahr laufen, mit Vorurteilen – zumindest hinter vorgehaltener Hand – konfrontiert zu werden.
    Dass Erzieher, also Männer, in Kitas usw. nicht unbedingt den besten Ruf haben, sollte eigentlich klar sein. Nur, wie erwähnt, wird es meist nicht offen ausgesprochen.

    Ich kenne mittlerweile zwei Männer, die direkt davon betroffen sind. Der Eine arbeitet wegen der latenten Vorwürfe dort nicht mehr, der andere hat sich, u.a. nach einer Unterhaltung mit mir, dazu entschlossen, sich in der Kinder- und Jugendarbeit doch eher einem älteren Klientel zuzuwenden.

    Unabhängig davon ist sich diskriminiert fühlen ohnehin eine ziemlich nichtige Aussage. Die Kriterien dafür sind viel zu schwammig, geben eben keine festen Werte vor, sondern sind immer vom persönlichen Empfinden, der Tagesform und dem Typus des Befragten abhängig.
    Es gibt auch unter Männern kleine Mimosen, die sich bei der kleinsten Kritik schon angegriffen und beleidigt fühlen, während man andere auch gerne mal als Arschloch titulieren darf, woraufhin sie einen dann auslachen.
    Genau empfindet dann auch jeder Mann etwas diskriminierend oder auch eben nicht.
    Zumal die meisten Männer sich der täglichen Benachteiligungen, denen sie ausgesetzt sind, offenbar gar nicht bewusst sind, vielleicht auch nicht bewusst sein wollen.

    • Darüber hinaus stellt sich auch die Frage, inwieweit das „sich Vorurteilen ausgesetzt Sehen“ nicht eher eine sich selbst erfüllende Prophezeiung ist. Wenn dir seit Jahren mit sich ständig steigernder Intensität von allen Medien auf allen Kanälen und selbst von der Politik ständig vorgejammert wird, wie sehr du doch aufgrund deines Geschlechts in der Gesellschaft benachteiligt bist und immer und überall unterdrückt und wie Dreck behandelt wirst, halte ich es für nicht unwahrscheinlich, dass viele Frauen schon alleine durch diesen Frame eine diesbezügliche Überempfindlichkeit entwickeln. Da sehe ich einen ähnlichen Effekt, wie den, den Matze in seinem Kommentar über deinem anspricht.

      Ich habe schon oft in Gesprächen erlebt, dass selbst Frauen, die über Dumpfrallen wie Stokowski und Wizorek die Augen bis zum Hinterkopf verrollen, dennoch diffus von einer grundsätzlichen Schlechterstellung von Frauen in der Gesellschaft ausgehen bzw. überzeugt sind. Da diese Frauen sich aber nicht wirklich damit befassen, können sie es in der Regel, abseits von feministischen Buzzwords, nie benennen, wo sie denn nun aufgrund ihres Geschlechtes benachteiligt werden.

      Sie sind von Feministinnen selber eigentlich genervt, nehmen die von deren Seilschaften in Politik und Medien getragenen Propagandamythen aber nicht als solche wahr, denn dort reden ja nicht die offen bekloppten Twitterfeminstinnen, sondern „seriöse“ Journalisten und Politiker. Und wenn die das alle sagen, muss ja wohl etwas dran sein.

      Das ist ein interessanter, aber alles andere als neuer Effekt in Gesellschaften. Klappt immer wieder. Obwohl die Schlussfolgerung so offen unsinnig ist. Denn nach der Logik müsste wohl auch am internationalen Finanzjudentum, welches die deutsche Gesellschaft bedrohte, was dran gewesen sein. Haben in den Dreißigern in Politik und Medien ja auch alle drüber geredet. Eigentlich erschreckend, wie leicht es ist, zig Millionen Menschen zu manipulieren und von offen kontrafaktischem Blödsinn zu überzeugen.

      • „Eigentlich erschreckend, wie leicht es ist, zig Millionen Menschen zu manipulieren und von offen kontrafaktischem Blödsinn zu überzeugen.“

        Die Erkenntnis ist ernüchternd und auch ein Stückweit entmutigend.

        Nach den exzessiven Hexenjagden des 17. Jahrhunderts sagte man: „Nie wieder!“
        Dann kam das 3. Reich mit dem Holocaust und man sagte danach: „Nie wieder!“

        Gegen wen sich der nächste Pogrom in Mitteleuropa richten wird, ist noch nicht ausgemacht, aber dass er kommt, bezweifelt niemand mehr. Das Undenkbare ist längst akzeptierte Zukunft.

      • Frauen [..] dennoch diffus von einer grundsätzlichen Schlechterstellung von Frauen in der Gesellschaft ausgehen bzw. überzeugt sind. Da diese Frauen sich aber nicht wirklich damit befassen, können sie es in der Regel, abseits von feministischen Buzzwords, nie benennen, wo sie denn nun aufgrund ihres Geschlechtes benachteiligt werden.

        Das stimmt, ging mir bis vor wenigen Jahren genauso.
        Von klein auf kriegt man überall zu hören, dass Frauen benachteiligt seien, bis man es selbst glaubt. Meist gibt es ja gar keinen Anlass, das zu hinterfragen und anzuzweifeln.

        • „Meist gibt es ja gar keinen Anlass, das zu hinterfragen und anzuzweifeln.“

          Deckt sich komplett mit den Verhältnissen bei mir im Haushalt.
          Drei Frauen, zwei im MINT-Bereich, keine hat eine Führungsfunktion und strebt auch keine an, dennoch sind alle drei überzeugt, dass Frauen (nur sie selbst nicht) auf der Karriereleiter benachteiligt würden.

          • @ Anne

            Und da liegt vielleicht der einzige Vorteil im Berufsleben, ein Mann zu sein.
            Wir brauchen uns über den Punkt nie Gedanken zu machen.
            Die Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen und stressresistent zu sein, wird schlicht vorausgesetzt.
            Danach wird man(n) im Vorstellungsgespräch gar nicht gefragt.

    • Zumal die meisten Männer sich der täglichen Benachteiligungen, denen sie ausgesetzt sind, offenbar gar nicht bewusst sind, vielleicht auch nicht bewusst sein wollen.

      Bingo !!!

  3. Mir ist übrigens deutlich aufgefallen, dass auch Männer deutlich ungerner Führungspositionen anstreben. Der Tausch der kompletten Lebenszeit gegen viel Geld einzugehen, scheint unattraktiver geworden zu sein. Ich sehe das als gute Entwicklung, sollen doch Frauen sich totarbeiten.

    • Das kann ich bestätigen. Scheint zunehmend mehr Männern zu dämmern, dass sich das einfach nicht lohnt. Auch da ein Hoch auf die Feministinnen. Einseitig den ungeschriebenen Pakt aufkündigen, sich von allen Pflichten zu emanzipieren und alle Bequemlichkeiten und Rechte behalten zu wollen klappt nun mal nicht.

      • Ja, aber das dämmert den Feministen noch nicht. Frauen können nur in „guten“ Zeiten etwas reißen. Wenn die Zeiten mal stürmisch werden (und ich rede da nicht von so einer süßen Flüchtlings“krise“), dann werden sie wieder wollen, dass die Männer das Ruder übernehmen.
        Im Moment sind die Zeiten traumhaft aber was passiert wenn es auch in Westeuropa zu echten Kriegen kommt oder z.B. Terror allgegenwärtig wird? Was machen wir wenn es zu einer Katastrophe wie Tschernobyl kommt oder zu einem Ausbruch von einer Epidemie wie z.B. der spanischen Grippe? Was wenn es zu einer echten Wirtschaftskrise kommt?
        Dann werden die Männer fehlen, im Mittelbau, in der Führung und überall sonst auch.
        Leider werden auch dann die Männer wieder so blöd sein und den Frauen helfen nur um dann, wenn es wieder besser ist genauso dazustehen wie jetzt.
        Frauen sind dumm aber Männer sind noch vieeeeel dümmer.

    • Mmhh, ich weiss nicht. Es waren ja doch schon auch immer eher wenige Männer mit sehr hohem Antrieb, die wie Duracell-Hasen >60 Stunden die Woche am ackern.
      Ich denke eher, dass sich dieses Phänomen eher bei dem Durschschnittsmann mit Durchschnittsjob manifestiert und da viele mehr Dienst nach Vorschrift machen, anstatt auch mal die eine Extraüberstunde zu machen.
      Zu den Gründen dazu stimme ich rano umfassend zu.

    • ja das sehe ich in meinem Umfeld auch (beruflichen Umfeld, mein persönliches Umfeld ist eh nicht mit Mainstream zu vergleichen)
      Ein erfreuliche Entwicklung männlicher Emanzipation, dank an dieser Stelle auch noch mal an die Frauen/Feministen die den Bogen überspannt haben, und so den Männer ihre Trottelrolle bewusst werden lassen.

  4. Führungsposition ist ja nicht nur der Vorstandschef.
    Auch ein Abteilungsleiter ist eine Führungsposition.

    Dass Frauen sich vor Führungsverantwortung geradezu drücken, sieht man recht deutlich an Schulen, die Rektoren suchen.
    Der Frauenüberhang geht mittlerweile bis weit in die Gymnasien.
    Weniger deutlich als in den Grundschulen, aber dennoch mit deutlichem überhang.

    Ist aber der Rektor neu zu besetzen, findet sich niemand außer einem Mann.
    Führt dann zu Situationen, wo ein in einem fast vollständig weiblichen Kollegium ein Mann für ein, zwei Jahre kommissarisch die Rektorentätigkeit übernimmt, sich auf den Posten auch bewirbt – aber das Oberschulamt gerne eine Frau auf dem Posten hätte. Deshalb zieht sich die Entscheidung, weil sich partout keine finden lässt. Irgendwann gibt es dann eine externe, die den Job übernehmen will, obwohl das gesamte Kollegium und die Elternschaft den Kollegen befürwortet hätte.

    Aber das wäre ja wieder ein Zeichen für die Herrschaft des Patriarchats gewesen.

    • „Führt dann zu Situationen, wo ein in einem fast vollständig weiblichen Kollegium ein Mann für ein, zwei Jahre kommissarisch die Rektorentätigkeit übernimmt, sich auf den Posten auch bewirbt – aber das Oberschulamt gerne eine Frau auf dem Posten hätte.

      Irgendwann gibt es dann eine externe, die den Job übernehmen will, obwohl das gesamte Kollegium und die Elternschaft den Kollegen befürwortet hätte.“

      Was auch völlig logisch mit weiblicher Gruppendynamik zu erklären ist. Aus den eigenen Reihen würde das weibliche Kollegium kein Mitglied dulden, das aufsteigt. Es würde sehr schnell weggemobbt.
      Eine Externe kommt nicht aus dem eigenen Kreis, hat also weniger mit Aufstiegsneid zu kämpfen.

      Ein Super-Beispiel ist auch die letzte Trainerin der Fußballnationalmannschaft der Frauen, Steffi Jones. Während ihre Vorgängerin Silvia Neid als Autorität anerkannt war, hatte Steffi Jones keine Chance als Trainerin ihrer ehemaligen Sportskameradinnen.

      • Was du da schilderst, bedeutet konsequenterweise, dass eine unter „Männern“ normale Karriere mit gewissem relativem Aufstieg für eine Frau unter anderen Frauen nicht funktionieren kann.
        Höchstens für eine Frau unter Männern.
        (Wobei mindestens letzteres sich mit meinen eigenen Beobachtungen deckt)

        Eine Frau muss dafür „mehr als ein Mann“ die Komfortzone verlassen, nämlich den heimisch gewordenen Arbeitsplatz verlassen und einen neuen suchen.
        Also „mehr leisten“ als ein Mann, wie feminista gerne behaupten. Schuld daran sind allerdings die anderen Frauen – Erklärung somit abgelehnt.

        • „nicht funktionieren kann.“

          Das ist ein Spiel mit Wahrscheinlichkeiten.

          Also nicht „nicht funktionieren kann“, sondern „deutlich geringere Wahrscheinlichkeit hat zu funktionieren.“

          Es ist ja nicht so, dass es keine weiblichen Rektoren gibt.

          – Mehr Verantwortung
          – Mehr-als-40-Stunden Woche
          – Krabbenkorbeffekt

          Das sind alles Faktoren, die es unwahrscheinlicher machen, dass eine Lehrerein Rektorin werden will, aber nicht unmöglich.

          Die Wahrscheinlichkeit wird ja auch nicht so weit gedrückt, dass keine Schule mehr einen Rektor findet, sondern nur eine von zehn Schulen

          • „Die Wahrscheinlichkeit wird ja auch nicht so weit gedrückt, dass keine Schule mehr einen Rektor findet, sondern nur eine von zehn Schulen“

            Widerspruch.
            Welche Quelle hast du?
            Ich nehm mal:
            http://www.spiegel.de/lebenundlernen/schule/schulleiter-erzaehlen-ich-leite-gerade-drei-schulen-a-1177345.html

            Da steht nicht, dass eine von 10 (manche Länder/manche Schularten deutlich mehr – 1 von 10 ist eher die unetergrenze) Schulen keinen Rektor finden im vergleich zu den 90% anderen Schulen, die einen gesucht und dann gefunden hätten.
            Sondern dass dies bereits der Anteil an Schulen ist, die z.T. seit Jahren keinen Schulleiter mehr haben und keinen finden.
            Dass andere Schulen noch einen seit 15, 20 oder 25 Jahren amtierenden, noch nicht pensionierten Alt-Rektor haben, heißt nicht, das die dann einen Nachfolger finden werden, wenn er gebraucht wird.

          • Geschieht mir recht. 🙂

            Wenn ich anderer Haare spalte, dann haben meine Haare das auch verdient.

            Aber nur in Bezug auf die 1/10 Nummer.

            Denn um meine Grundaussage zu widerlegen, müsste man zeigen, dass keine der Rektorinnen vorher in der selben Schule als Lehrerin gearbeitet haben.

          • „Geschieht mir recht. “

            Ich sehe schon, du übst brav das mit der Asche auf dem Haupt. Noch ein paar Jahrzehnte privilegien checken, ab und zu die Büßerpeitsche, da bist du auf einem guten Weg. Aber gedenke der Sünde, dass du das Ziel niemals erreichen kannst. Du wirst immer ein Sünder bleiben.
            Amen.

            „Aber nur in Bezug …“

            Du bist ja schon wieder am rechtfertigen.
            Ts ts

            Bereue.

            😉

            Nee, mal im Ernst:
            „Denn um meine Grundaussage zu widerlegen“
            Mein Widerspruch richtet sich weniger gegen Deine Grundaussage und die Überlegung zum Krabbenkorbeffekt.

            Der wird schon seine Rolle darin spielen, denke ich mir.
            Erst mal wollte ich durchaus sagen, dass die Situation durchaus dramatischer ist, als du es sagst:
            Nicht nur 10% finden keinen Rektor, (ggü 90%, die demzufolge einen „finden“), sondern bereits 10% haben keinen mehr (ggü 90%, die noch einen haben,und auch zunehmend schwierigkeiten haben werden, den zu ersetzen, wenn er aus altersgründen aufhört)

            Und es zeigt sich grundsätzlich das Problem mit Verantwortungsübernahmen in einer Branche, die in den vergangenen Jahrzehnten von Frauen geflutet worden ist – ähnliche Phänomene sehen wir bei Ärzten, Tierärzten, etc.
            Der Anteil von Frauen steigt, die Bereitschaft, in besonders verantwortlichen Positionen oder unter weniger schönen Bedingungen tätig zu werden sinkt, und solche Stellen können nicht oder nur sehr schwer besetzt werden.

          • „Erst mal wollte ich durchaus sagen, dass die Situation durchaus dramatischer ist, als du es sagst:“

            Hatte ich schon verstanden. Daher das mit der Asche.

            Ich bin gespannt, wie weit es kommen muss, bis mehr als 20% aller Politiker offen sich zu sagen trauen: „Also, das mit der ausschließlichen Frauenförderung… Das war anscheinend eine echte Scheißidee…“

          • „Ich bin gespannt, wie weit es kommen muss, bis mehr als 20% aller Politiker offen sich zu sagen trauen: „Also, das mit der ausschließlichen Frauenförderung… Das war anscheinend eine echte Scheißidee…““

            Dazu wird es niemals kommen.
            Es mag soweit kommen, dass Korrekturen unvermeidlich sind und man die auch irgendwie begründen muss.
            Ist aber doch klar, wie man es begründen muss, wenn Männer wieder verstärkt in die Verantwortung genommen werden müssen, oder?
            Ist doch klar, wer daran schuld gewesen sein wird. Genau deshalb werden sie doch zur Verantwortung gezogen.

            Alles eine Frage der Formulierung und der Gewichtung.
            Irgend was wird sich schon finden, warum Männer schuld sind.


            Wie du siehst, musst du noch weiter üben.
            Mit der Asche und so.
            Du hast die männliche Erbsünde noch nicht genug verinnerlicht.

          • „Du hast die männliche Erbsünde noch nicht genug verinnerlicht.“

            mea maxima culpa

            Das schaff ich in diesem Leben auch nicht mehr.

            ups! Reinkarnation? Gleich die nächste Sünde.

          • Ich füge mal noch eine leicht veränderte Beschreibung des Phänomens an:

            Schule war früher auch mal eine Männerdomäne.
            (Weil halt Berufliche Tätigkeit Männerdomäne war.)

            Dann fangen gradezu explosionsartig Frauen an, auf Lehramt zu studieren.

            Feminismus protestiert:
            Tausende Frauen studieren Lehramt, aber in den Schulen dominieren noch immer die alten Männer.

            Erklärer erklärt: Das dauert halt ein bisschen. Die müssen ja erst mal fertig sein und in den Schuldienst kommen.

            Frauen kommen in den Schuldienst, werden angestellt.

            „aber die gutbezahlten Stellen, die oberstudienräte, die werden alle von Männern besetzt und Frauen haben keine Chance.“

            Nun ja, im Beamtenstatus ist sowas halt v.a. eine Frage von Zeit.
            Das dauert halt.

            Inzwischen sind längst nicht mehr alle ehrer beamtet.
            Aber die Verteilung der Lehrergehalte hat sich soweit normalisiert, dass frauen da nicht weniger verdienen als gleichrangige männliche Lehrer mit gleichem deputat.

            „Aber die Rektorenstellen sind immer noch hauptsächlich von Männern besetzt“.

            Nun ja, das sind aber auch stellen, auf denen öfter die dienstälteren landen. Das dauert.

            inzwischen hat auch das gedauert.
            Rektoren scheiden aus, die nachfolgende Lehrerschaft ist mittlerweile weit überwiegend weiblich.

            Doch die Frauen nehmen diese Positionen nicht an. Rektoren bleiben eher männlich, weil Frauen den Posten offenbar nicht annehmen wollen.

          • „Das schaff ich in diesem Leben auch nicht mehr.“

            Nein, ganz sicher nicht.
            Ist angeboren.

            „ups! Reinkarnation? Gleich die nächste Sünde.“

            Die einzig realistische Lösung.
            Du musst als Frau wiedergeboren werden.
            Am besten als lesbische schwarze feministin mit behinderung.
            (das heißt, du wechselst zwar das Geschlecht, darfst deine sexuelle präferenz aber behalten. Vielleicht ist das die Vorgeschichte der ganzen lesbischen feministen aus ihrem früheren Leben? Wer weiß?)

            (darf man vorsichtig fragen, ob feministin nicht hinreichend als behindeerung qualifiziert?
            Au weia, jetzt muss ich selber wieder privilegien-punkte abbüßen. Wo ist die Peitsche..)

          • „Vielleicht ist das die Vorgeschichte der ganzen lesbischen feministen aus ihrem früheren Leben“

            Wiedergeborene InCels, die sich denken „Nu aber!“ ?

            Was für eine Vorstellung.

        • „Eine Frau muss dafür „mehr als ein Mann“ die Komfortzone verlassen, nämlich den heimisch gewordenen Arbeitsplatz verlassen und einen neuen suchen.“

          So ist es.

          „Also „mehr leisten“ als ein Mann, wie feminista gerne behaupten.“

          Nach Faktenlage nein. Es sei denn, man bezeichnet karrierefördernde Jobsuche als Leistung.
          Ansonsten werden inzwischen auch in der Privatwirtschaft Frauen bei – in etwa – gleicher Leistung bevorzugt eingestellt. Teilweise aus den von mir gestern geschilderten Gründen.

          „Schuld daran sind allerdings die anderen Frauen – Erklärung somit abgelehnt.“

          Ich weiß, ich find auch schon gar keine Asche mehr, die ich auf mein Haupt streuen könnte 🙂

          • „Ich weiß, ich find auch schon gar keine Asche mehr, die ich auf mein Haupt streuen könnte “

            Offenbar strengst du dich nicht genug an.
            Eine Runde Privilegien checken.
            Gehe nicht über Los. Ziehe nicht 2000 € ein.

  5. Mir scheint es die Absicht dieser Studie und deren Interpretation zu sein die wahren Gründe für die geringe Zahl der weiblichen Führungskräfte zu verschleiern. Sie gibt den Männern die Schuld, dass sich Frauen frustriert vom Chefsessel abwenden, was implizit noch mehr Frauenförderung erforderlich macht. Das ‚Gender Paradox‘ scheint Frau Sperling nicht zu kennen. Ebenso wird nach den wirklichen Gründen warum Frauen nicht Chef werden wollen nicht gefragt, z.B. work-life-balance, traditionelle Hausfrauen- und Mutterrolle. Insgesamt eine ideologisch verbogene Studie.

    • Ist work-life-balance nicht auch im Grunde so ein Bullshitwort?
      Männlichen Chefs unterstellt man doch ständig, eine ausgezeichnete Gehalteinkassier-Golfplatzzeit-Balance hinzubekommen.

  6. Wenn innerhalb zweier kurz aufeinander folgender Messungen Schwankungen von 7% auftreten, obwohl keine kurzfristigen Schwankungen zu erwarten wären – dann liegt wohl die Genauigkeit der Messungen mit hoher Wahrscheinlichkeit eher bei 10 Prozent als bei 1 Prozent. 10 Prozent – das ist hier in etwa der gemessene Unterschied zwischen Männern und Frauen!

    „Online-Befragung“ und „repräsentativ“.. Man wird wohl seine Gründe haben, die Quelle nicht offen zu legen.

  7. „„Online-Befragung“ und „repräsentativ““

    Grundsätzlich kann online nicht „befragt“ werden, sondern nur „beantwortet“.
    Man kann online keine Leute heraussuchen und die dann „befragen“, was immerhin ermöglichen würde, eine Zahl zu erheben, wie groß der Anteil der Leute war, die eine Beantwortung abgelehnt haben.

    Online antworten immer nur Leute, die in einer bestimmten Situation sich angesprochen oder „berufen“ fühlen, von sich aus die entsprechende Seite auch aufzurufen und die Fragen zu beantworten.
    Die dadurch bewirkte Vorauswahl ist grundsätzlich derart gewichtig, dass das Wort „repräsentativ“ sich verbietet.

    Interessant an solchen Umfragen ist daher immer, aus welchen Gründen Leute eigentlich daran teilnehmen – eigentlich sollte genau eine solche Fragestellung ein Hauptaugenmerk solcher Umfrage sein. Es wäre der einzige Punkt, bei dem valide Aussagen zu erwarten wären.

    Die Frage wäre also tatsächlich:
    Was ist in den wenigen Monaten möglicherweise geschehen, einen größeren Anteil an Frauen zur Teilnahme an einer solchen Umfrage zu bewegen, die selbst keine Führungspositionen anstreben?

    Und warum und in welcher Weise „#meetoo“ die in meinen Augen einleuchtende Antwort darauf ist, das wurde mir erst beim schreiben so richtig bewusst:

    Es haben mehr Frauen teilgenommen, die von #MeeToo die Schnauze voll haben.
    #Meetoo lief „Anfang des Jahres“ bereits (oder noch) auf Hochtouren.
    Was viele skeptische Frauen noch durchaus eher mit Achselzucken zur Kenntnis genommen haben.

    Es hängt immer mehr Frauen zum Halse heraus.
    Und da kommt also wieder so eine Umfrage um die Ecke, die so offenkundig auf Opferschema Frau zugeschnitten ist – und so manche Frau, der das vielleicht noch im Frühling egal gewesen sein mag, denkt sich:
    Aha, ihr wollt hören, wie unterdrückt ich bin, weil ich gerne eine Führungsposition haben will und nicht bekomme?
    Ich weiß, was ihr hören wollt, und ich weiß, was ihr daraus machen wollt. Ich will aber gar keine Führungsposition. Und deshalb werde ich mir dafür die Zeit nehmen, das auch mal zu sagen. Ich hab andere Prioritäten, als ihr das unbedingt mit der Brechstange darstellen wollt.“

      • grundsätzlich nicht verkehrt. Verhindert z.B. mehrfachteilnahmen (theoretisch).

        Der Aufwand,den jemand treiben muss, einer „Umfrage“ seine eigene Meinung auch kundzutun, steigt damit – die notwendige Entschlossenheit muss größer sein.

        Ich hätte jetzt wirklich gerne Zugriff auf die Datensätze:

        Wie viele Teilnehmer haben an beiden Umfrage teilgenommen?
        Gibt es unter denjenigen, die an beiden Umfragen teilgenommen haben, eine verschiebung? (Ich rate mal: Nein)
        Gibt es besondere Auffälligkeiten der Antwortverteilungen bei Leuten, die da öfter an Umfragen teilnehemen (für die das also zumindest nicht ihre einzige Umfrage ist), im Vergleich zu Leuten, die sich offenbar extra für die zweite Umfrage angemeldet haben?

        Nach meiner Vermutung würde es bei den Leuten, die sich extra für die Umfrage angemeldet haben, für die es also die erste Umfrage ist, einen noch deutlicheren Peak von Frauen geben, die keine Führungsverantwortung anstreben.

    • „Und da kommt also wieder so eine Umfrage um die Ecke, die so offenkundig auf Opferschema Frau zugeschnitten ist – und so manche Frau, der das vielleicht noch im Frühling egal gewesen sein mag, denkt sich: …“

      So kann man das interpretieren, aber plausibler – finde ich – wird es erst, wenn man exakt den gegenteiligen Gedankengang geht.
      Natürlich wusste jederzeit jede halbwegs intelligente Frau, welcher politische Hintergrund hinter solch einer Befragung steckt.
      Und daher hat sie auf dem Höhepunkt der #MeToo-Kampagne brav geantwortet, dass sie eigentlich eine Karriere angestrebt hatte, aber aufgrund der kürzlichen Veröffentlichungen (und/oder eigenen Erfahrungen) davon Abstand genommen hat.
      Tatsächlich hatte sie nie vor, eine Führungsaufgabe zu übernehmen. Und mit dem Abebben der #MeToo-Kampagne tritt wieder mehr die wahre Motivation, also eine plüschige aber karrierelose Berufslaufbahn in der Behörde als Wunschlebensziel in den Vordergrund.

      Von daher vermute ich, dass die 37% Anfang des Jahres ein einsamer Peak in der Befragungsstatistik darstellt.

        • „Ich glaube eher, dass der Peak dem niedrigem Abstand zwischen Signal und Rauschen bei Civey geschuldet ist.“

          Gut, davon mal abgesehen.

          Seien wir aber mal keine Spielverderber und interpretieren die Zahlen so, als seien sie wirklich belastbar.

      • Civey schreibt selbst:

        Eine Civey-interne Umfrage hat gezeigt: 42,2 Prozent der Civey-Nutzer beteiligen sich vor allem, weil sie ihre Meinung einbringen wollen. Für 26,6 Prozent der Nutzer ist der Zugriff auf die repräsentativen Ergebnisse ausschlaggebend.

        https://civey.com/pro/hilfe/methodik/was-motiviert-die-civey-nutzer-abzustimmen

        Civey gewichtet die Ergebnisse z.B. nach Region, Alter und Geschlecht. Man meint deshalb, die Ergebnisse seien repräsentativ. Wenn aber nur diejenigen teilnehmen, die ein starkes (politisches!) Interesse am Thema haben, dann kann man das Ergebnis wohl kaum repräsentativ nennen. Insbesondere sind nur 20% der Teilnehmer Frauen. Es ist mehr als naheliegend, dass diese eben nicht für die Gruppe der Frauen repräsentativ sind, sondern allenfalls repräsentativ für diejenigen Frauen, die sich für das jeweilige Thema überhaupt interessieren.

        Der Peak Anfang 2018 könnte also auch darauf hindeuten, dass sich Anfang 2018 mehr Frauen für das Thema interessiert haben.

        Könnte..

        • Bei genau zwei vorliegenden Zahlen – eine von Januar, eine von Sommer – können wir nicht von einem peak reden. Dazu müsste es vorher und hinterher weitere Zahlen geben.
          Vielleicht ist die zweite Zahl der „peak“ – die Zahl der Frauen, die keine Führung anstreben. Inmitten einer relativ konstanten Zahl von Frauen, die es tun.
          Wissen wir nicht, haben wir keine Zahlen dazu.
          Mit zwei Zahlen ist schwierig Statistik zu treiben.

  8. Der Link in der ersten Zeile des Spiegel-Artikels führt auf
    http://www.spiegel.de/karriere/frauen-bewerben-sich-seltener-auf-spitzenjobs-a-1205550.html
    von April.

    Der beginnt mitfolendem hübschen Absatz:

    „Frauen stellen zwar 45 Prozent der Beschäftigten – aber nur rund 29 Prozent der Führungskräfte. Sie sind an der Spitze deutscher Unternehmen also deutlich unterrepräsentiert, wie eine Auswertung des arbeitgebernahen Instituts der Deutschen Wirtschaft (IW) am Montag noch einmal bestätigte.

    Interessant ist allerdings, dass die Autoren auch die Bewerbungen von Frauen auf Spitzenjobs betrachtet haben. Hier liege der Frauenanteil bei 31,5 Prozent und entspreche somit fast ihrem Anteil an den Führungspositionen, heißt es in dem Bericht.“

    Als subtile Tatsachenverdrehung versucht diese Formulierung dem Leser unterzuscheiebn, dass die Unterdrückung der Frau, saichtbar in einem schlechteren Anstellungsverhältnis, zwar nicht mehr so schlimm wie früher, aber eben auch nicht tot zu kriegen ist.

    Allerdings belegen diese Zahlen gar keine schlechteren Anstellungschancen – mutmaßlich haben sie sogar höhere Anstellungschancen als Männer.
    Denn bekanntlich habe die Frauen in den letzten Jahren aufgeholt – es wurden also bei nachbesetzungen anteilig mehr Frauen eingestellt, die sich in eine Gesamtheit von deutlich mehr Männern hinein beworben haben.
    Auf einen (fast) gleichstand in Bezug auf die Bewerbungszahlen kommt man in einer Zeit, die deutlich kürzer als die übliche Generationsfolge in Spitzenjobs ist, aber nur, indem man Frauen bei Neubesetzungen relativ bevorzugt.

    Die Aussagefähige Größe in bezug auf die Bewerberchancen wäre gewesen zu schreiben, wie viel prozent weiblicher Bewerber neueingestelt wurde im Vergleich zum Anteil der weiblichen Bewerbungen auf diese Stellen.
    Ich gehe davon aus, dass man bewusst diese Größe nicht genannt hat, weil sie dem gewünschten Narrativ der Frauenunterdrückung nicht entsprach, und eine deutliche Bevorzugung von Frauen zeigt.

    Da der Frauenanteil mittlerweile fast dem Anteil an Neubewerbungen entspricht, dürfte er bei der nächsten Runde (bei weiterer bevorzugter Frauenbevorzugung) diesen überholt haben – dann muss man sich was anderes einfallen lassen, um das narrativ aufrecht erhalten zu können. Man wird dann wieder auf den Anteil relativ zur Bevölkerung zurück kommen müssen. Von 50% sind wir ja noch weit entfernt.
    Mehr Gerechtigkeit für Frauen(tm).

  9. „Viele Frauen hätten erlebt, dass flexible Arbeitszeitmodelle und andere Maßnahmen zu einer besseren Vereinbarkeit von Job und Familie nur schleppend vorankämen.“

    Ich bin ja fast geneigt, meine alten SPIEGEL vom Dachboden zu holen. Denn ich glaub, dieselben Phrasen wurden schon unserer Generation zum Berufsbeginn erzählt.
    Wenn sich in 35 Jahren nichts tut, dann scheint der Leidensdruck nicht allzu groß gewesen zu sein.

  10. Pingback: Obdachlose und Chefs ganzheitlich betrachtet | uepsilonniks

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