„Ich bin eine Frau, habe das Verhalten eines Mannes kopiert und es hat dazu geführt, dass ich gute Resultate erreicht habe“

Eine Frau sieht ein bestimmtes Verhalten bei einem männlichen Coach und plant es zu übernehmen.

Hier ihre Beschreibung des Verhaltens:

Imagine then, my puzzlement watching a leader whose monosyllabic brevity accrues such respect. Paper and pen in hand, I observed Coach Taylor, making note of his phrases. In coaching meetings he would end conversations with the sentence, “We’re not going to do that.” He responded to student concerns with “Nope. Not gonna do it” or “You’re better than this!” “Stay away from dumb, gentlemen,” and “Don’t quit.”

Actors on the receiving end of Coach Taylor’s missives usually respond quite positively and fall in step with him, appreciating his brick wall approach. At home his utterances appear even more brief: to his wife: “don’t ask me that” or “Damn I love you” and to his daughter, “If you’re wondering if he’s thinking about you, he’s not.”

Also kurz angebunden, relativ dominant und mit einer gewissen Autorität und einem hohen Selbstvertrauen.

Ihre Version:

My last name is also Taylor. Sweeping my hair uneasily into a baseball cap, I decided to try to be as “Coach Eric Taylor” as possible for two weeks. I am a five-foot-two white woman with glasses, shoulder-length hair, a wide smile and ready eye contact. I was dubious about this stunt working. Could I truly effect male power?

When students asked for alternatives to the assignment, I swallowed, paused, and said, “Not gonna happen.” They packed up and got the work done as I asked. I met a graduate student who was dragging her feet on her dissertation with, “Do you have what it takes? Then just do it.” She looked dumbfounded but turned a chapter in shortly thereafter. In a faculty meeting, a colleague ventured complex curriculum revision that I would normally have spoken at length against based on my extensive experience as a former associate chair. Instead I let people cast about with questions and concerns and then said, trying not to laugh at its simplicity, “We’re not gonna do it.” The subject was dropped.

Ein anderes Auftreten bringt ihr also auch eine andere Autorität. Was natürlich interessant für viele Fragen ist, etwa Vorhaltungen von Feministinnen, dass Männer eher mit bestimmten Verhalten durchkommen, seltener unterbrochen werden oder was auch immer. Es könnte demnach auch schlicht am Verhalten liegen.

Weiter aus dem Text:

I came to meetings late, and left early. I made jokes. Crucially, I started to meet colleagues for beers more in my faculty association, where I was a member of the council. I was one of the only women, and my status was quickly elevated to one of the power brokers and I joined the executive committee. I believe drinking beer and speaking with more jocularity helped me gain respect. Coach Taylor’s affect was effective for me at work.

Sie lässt sich also auf die anderen ein, gliedert sich ein, wird lockerer und wird akzeptiert. Das kann einen großen Unterschied machen.

Es könnte auch ein Grund sein, warum überzeugte Feministinnen in ihrer Wahrnehmung gestärkt werden, dass Frauen diskriminiert werden. Denn sie sind eben nicht locker, sie vertragen keine Witze, sie sehen in allem einen Angriff auf sich, sie wirken nicht selbstbewußt etc. Wenn sie dann die Ablehnung gegen ihre Person auf ihr Geschlecht beziehen, dann scheint sich ihr Weltbild zu bestätigen.

The same was true at home. I responded to my kids’ entreaties with, “Don’t ask me that.” I opened dinner with, “here’s how it’s gonna go” giving each person a job and no room for argument. Our household is so dialogical, I was afraid no one would fall for it, but they did. Things ran my way.

I noticed many things. I wasn’t co-operating, I was dictating, and I used a lot less energy. No one asked followup questions, there was less negotiation, and I didn’t lose time wondering if everyone was OK with the decisions. Students were more productive, and I was more effective at getting what I wanted. I will never forget that my colleagues, with PhDs and argumentation in their bones, dropped a proposal after I uttered five words. Adopting white male southern swagger was pretty darn effective for getting my way.

Wenn sie jetzt noch darüber hinwegkommt, dass es per se etwas weißes und männliches ist, dann wäre sie einen Schritt weiter. Es hat eher damit zu tun, wie wir auf Autorität reagieren, wie sich Hierarchien bilden etc.

Männern mag dies im Schnitt leichter fallen, aber es wird nicht akzeptiert, weil es männlich ist, sondern weil Hierarchien zu erkennen und zu befolgen (aber auch: unsichere Hierarchien und solche, die keinen Gehalt haben zu erkennen und weniger ernst zu nehmen) eben Teil unserer Natur ist.

So why am I not delivering TED Talks on how women can gain power by imitating white male football coaches on TV? Because this was an experiment in affect, language, demeanour and gender, and one I found deeply saddening. Being a good partner, mother, professor and citizen to me has always meant being deferential, inclusive, transparent about what I am thinking, as concrete and thoughtful as possible in explaining my decisions, and collaborative with students, family and colleagues. But these features are not often respected as signs of good leadership, and they are exhausting to perform. I won’t promote getting one’s way by force and intimidation. I won’t promote the silencing of dissent through verbal muscularity.

Aber natürlich ist es doch wieder toxische Männlichkeit. Das viele Menschen, nicht nur Männer, verschiedene Gesprächsstile erfolgreich kombinieren, Autorität wenn es sinnvoll ist, aber auch kritische Stimmen zulassen und Leute andere Meinungen haben lassen, wenn eine Frage ausdiskutiert werden muss, darauf scheint sie gar nicht zu kommen. Auch hier wird der Mittelweg oder eher das gezielte Einsetzen beider Strategien häufig der beste Weg sein.

Natürlich ist es auch okay, wenn sie sich so nicht wohlfühlt ihren eigenen Stil zu praktizieren.

Interessant ist aber, dass sie da auch zugesteht, dass so vieles produktiver war als bei ihrem Führungsstil.

Wobei es eben in dem Bereich sehr viele Führungsstile gibt: Von Autoritär und diktatorisch bis zu väterlich betreuend. Es ist schade, dass sie es so wenig von dem Geschlecht trennen kann.

27 Gedanken zu “„Ich bin eine Frau, habe das Verhalten eines Mannes kopiert und es hat dazu geführt, dass ich gute Resultate erreicht habe“

  1. Den Schluss kann sie nicht ziehen. Für sie ist es natürlich, dass es ein männliches Verhalten ist, weil Männer sich öfter so verhalten. Das Männer das aber vermutlich nur tun, weil Ihnen das in der Partnerwahl under intrasexuellen Konkurrenz einen Platz verschafft und nicht zwangsläufig, weil es die männliche Natur ist, das ist ein bogen, den sie erst ziehen könnte, wenn sie sich zB mit Beobachtungen bei Primaten beschäftigt.

      • Ich habe grade nach möglichen Versuchsaufbauen überlegt. WIthin-subject-Design eines isolierten Männchens in reinen Weibchen-, und Männchengruppen mit einer ausreichenden Zahl Stichproben könnte wohl Interessante Beobachtungen liefern. Wenn es am Ende nur der intrasexuellen Konkurrenz dient , oder ob dominantes Verhalten auch in reinen Weibchengruppen beibehalten wird. Ich würde davon ausgehen, dass das dominante Verhalten umso offensichtlicher wird, je mehr Männchen im Verhältnis zu Weibchen eingeführt werden. Ist natürlich nur eine Erwartung. Falls Jemand was weiß 😛

        • Und wozu soll das gut sein?
          Man kann Hamstern auch je ein Holzbein an vier verschiedenen Stellen anschrauben und „interessante Beobachtungen“ machen.

          Es gibt dazu einen schönen alten Kinderwitz aus dem letzten Millennium:
          Hypothese: Spinnen haben die Ohren an den Beinen!
          Versuchsaufbau: Man dressiere eine Spinne und bringe ihr bei, auf Kommando einen Schritt vorwärts, rückwärts oder seitwärts zu machen.
          Dann reiße man ihr die Beine aus.
          Es wird reliabel und grundvalide dabei herauskommen, daß die Spinne ohne Beine keine Kommandos mehr befolgt, was, da es ja kaum am mangelnden Willen liegen kann, nur den Schluss zulässt, daß die Spinne nix mehr hört.

          • Na, das sind doch mal „interessante Beobachtungen“, selbst wenn man den Wikibullshit- u. den Inselaffenformalbonus abzieht.

            @Nani: Na, wäre das was für Dich, so als Naturkundeforschungsstation?

        • Komplett überflüssig, da du vorhin schlichtweg Worte umdefiniert hast.

          Wie gesagt, wenn du nicht verstehst, dass wir bei „männlicher Natur“ vom Menschen reden, dann haben wir ein Konvetionsproblem, und dann können wir nicht miteinander reden.

    • „weil Ihnen das in der Partnerwahl under intrasexuellen Konkurrenz einen Platz verschafft und nicht zwangsläufig, weil es die männliche Natur ist“

      Etwas, das in der (männlichen) Partnerwahl und der intrasexuellen Konkurrenz einen besseren Platz verschafft, soll auf irgend eine magische Weise NICHT eingang in die „mänliche natur“ finden?
      Wie soll das gehen?
      Wenn es IRGENDETWAS gibt, das eine „männliche Natur“ überhaupt erzeugen könnte, dann sind das alle Formen, die männer bei der sexuelen selektion bevorzugen.

    • Erfolg bei Frauen ist eine Ableitung von Erfolg allgemein.
      Oder zumindest von potenziellem Erfolg allgemein, ich empfinde den weiblichen Selektionsprozess als recht clever konstruiert. Der scheint zumindest halbwegs brauchbare Prognosen des zukünftigen Erfolgs eines Mannes abgeben zu können.

      Das ist mir vor allem persönlich aufgefallen, als ich angefangen habe Pickup-Verhaltensweisen in mein eigenes Verhalten zu integrieren. Es ist stark aufgefallen, dass mir die Verhaltensweisen im Job sehr weitergeholfen haben (ja sicher, das ganze direkte Game musst du natürlich rausnehmen. Gibt bestimmt irgendjemand, der das nicht verstehen würde, wenn ich das nicht betone. Es geht allgemein um Verhalten).

      Mir ist allerdings auch nicht klar warum du unbedingt zu den Primaten gehen musst, um „männliche Natur“ zu definieren.
      Du weißt das wir „menschlich-männliche Natur“ meinen, wenn wir „männliche Natur“ sagen oder?

      Ich muss von einem gewissen Mindestmaß an Konventionsaktzeptanz erwarten, sonst kann ich nicht mit dir reden.

  2. Wer bestimmt, hat Verantwortung.

    Der kann sich, wenns schief geht, nicht mit „Wir waren doch alle einer Meinung! Ihr habt doch zugestimmt!!“ rausreden.

    Das ist so furchterregend, dass sie das noch nicht mal klar denken kann.

    • Das ist der Punkt, an dem sie nach 2 Wochen Versuch noch nicht angekommen ist:
      Für etwas Verantwortung übernehmen zu müssen, das dann mal nicht so gut lief.

    • Wer bestimmt, hat Verantwortung.
      hmm. deswegen wollen Alpha Männer ganz nach oben ? um zur Verantwortung gezogen zu werden ?
      Ich glaube die Realität sieht dann doch etwas anders aus.
      Das Attraktive an sehr hohen Stellen ist es ja, das man Verantwortung und entsprechendes Anrecht auf Vergütung beansprucht, im Zweifelsfalle aber keine Verantwortung (eigentlich ein völlig hohles sinnleeres Wort) tragen muss. Wie gesagt ein abstraktes Wort, dass sich in der Realität ja nur mit persönlichen materiellen Konsequenzen in angemessener Relation materialisieren ließe.
      Jemand der Konsequenzen eigener Fehler tragen muss/trägt ist aus Sicht des im Dauerbalzmoduns verharrenden Menschen beiderlei Geschlechtes schlicht ein Loser, tut er es freiwillig ein Idiot.

        • Die Umkehr von „die Ausnahme bestätigt die Regel“. Heutzutage ein besonders beliebtes, aber komplett absurdes Argument.

          Deswegen kommen die Leute auch immer mit Anekdoten, wenn sie versuchen allgemeine Aussagen zu widerlegen.

          Bsp: Ich hab einem Bekannten klarmachen wollen, dass Männer biologisch stärker sind als Frauen. Hat schlichtweg was mit den Bauplänen zu tun.

          Er meinte das widerlegen zu können mit dem Satz „Ich hab gegen meine Freundin im Armdrücken verloren“.

          Ahja, und deswegen heben wir jetzt die Geschlechtertrennung im Profisport auf, oder was?

  3. Wundert mich nicht. Der normale Kommunkationsstil von Frauen ziehlt auf soziale Harmonie ab, der von Männern auf das Lösen von Problemen. Ersteres ist gut in der Familie, aber ziemlich nutzlos im geschäftlichen Umfeld. Mit männlicher Kommunikation kommt man da viel weiter. Man muss aber auch Verantwortung übernehmen und Widerspruch aushalten.
    Ein guter Youtube Kanal, der immer wieder über diese Themen spricht, ist Coach Red Pill:
    https://www.youtube.com/channel/UC5tEELgWBfKbA9fVPRzBzPQ/featured

  4. Was ein rassistischer Text …. wie kann man da eigentlich das southern überlesen?
    Davon abgesehen, wer hätte gedacht eine konkrete Ansage hilft mehr als sich drei Stunden zu erklären, warum man jemanden den Müll runter bringen lässt.

    Wieder so ein fake TED talk?

  5. Okay, eine Hitleristin bastelt einen Fakeaufsatz, um sich als Oberdurchblicker zu tarnen und arme Dummbratzen zu Nazis zu erziehen.
    Aber es geht geht noch schlimmer: Diese Tröte ist offensichtlich nicht nur so unreif, daß man ihr eigentlich wg. Fremdgefährdung das Wahlrecht entziehen und sie in beschützende Werkstätten einweisen müßte, nein, sie ist offenbar im Ausbildungsbetrieb einer Uni angestellt und betreut Doktoranden!
    Solche „Profs“ sollen ja selbst im 9-jährigen Reich eine seltene Ausnahme gewesen sein, sagen Leute, die derzeit gelebt haben.

    Nur zur Erinnerung: Es gab da schon mal einen der so erfolgreich geglaubt hat, er wäre der größte Führer aller Zeiten, daß er sich vor Enttäuschung umbrachte, nicht ohne noch zu granteln, daß der Rest der Welt versagt hätte, als dieser nicht restlos begeistert von ihm und seiner Karnevalsmaske war.

    Konkret:
    „Also kurz angebunden, relativ dominant und mit einer gewissen Autorität und einem hohen Selbstvertrauen.“
    Quatsch! Erklärungsunfähig, diktatorisch und mit einem Teakholzbrett vor’m Kopf erlangt man mit so einem Autoritarismus niemals Autorität, sondern produziert Dummgläubige und Feiglinge, sonst nix!

    „Ein anderes Auftreten bringt ihr also auch eine andere Autorität.“
    Nein! Gar keine ( s.o. )!

    Der Denkfehler sollte klar sein: Verzerrte Terminologie, auch begriffliche Vollignoranz genannt.

    Die Dame kennt den kleinen, aber feinen Unterschied zwischen Autorität und Autoritarismus nicht.
    Und das ganz sicher, weil ihr niemand den Unterschied zwischen Stereotyp und Vorurteil erklärt hat.
    Kurz:
    Autorität ( ein dynamisch interaktiver Prozess ) kann Stereotypen auslösen, Autoritarismus ( ein starres Zwangsverhalten ) prügelt IMMER Vorurteile mit der diktatorischen Brechstange durch!

    „Das Gleiche galt zu Hause. Ich antwortete auf die Bitten meiner Kinder mit: „Frag mich das nicht.“ Ich eröffnete das Abendessen mit „so wird es laufen“, indem ich jeder Person einen Job und keinen Platz für Streit gab. Unser Haushalt ist so dialogisch, ich hatte Angst, dass niemand darauf reinfallen würde, aber sie taten es. Die Dinge liefen mir durch den Kopf.“

    Die ist dermaßen unfähig, daß sie sogar ihre eigene Familie zu Labormäusen abqualifiziert, nur um sich ihren Wahn zu bestätigen ( Plausibilisierung im modernen, negativen Sinne ). Anstatt es mal mit ein wenig selbstkritischer Reflektion zu versuchen.

    Nach der Methode: Wenn ich im Achter mit Steuermann einen Ruderer durch einen zweiten Flüstertütenbrüller ersetze, hauen die restlichen Sieben den Riemen schneller in das Wasser, ergo sind sieben Schlagmänner und ein Puller die beste Lösung.

    Kleine Denksportaufgabe: Was wäre die Folge, wenn alle leitenden Funktionen von solchen Schranzen besetzt wären, die nix anderes können, als irgendwelche Befehle willkürlich herumzuquaaken?

    Sie strandet im fatalen Glaubensdogma: „Ich glaube, Bier trinken und mit mehr Heiterkeit sprechen hat mir geholfen, Respekt zu gewinnen. Coach Taylors Einfluss war für mich bei der Arbeit effektiv.“

    Der Begriff Respekt zerlege ich jetzt nicht auch noch ….

    Chrissy meint:
    „Sie lässt sich also auf die anderen ein, gliedert sich ein, wird lockerer und wird akzeptiert. Das kann einen großen Unterschied machen.“

    Fehlschluss: Sie spielt gezielt und vorsätzlich falsch die Integrierte und es fallen zunächst einige Leute darauf herein, mehr nicht. Sie weist sogar jemandem, dessen Hintergrund ihr ganz offenbar nicht bewußt ist, aufgrund von ein paar Extremformulierungen ( für die sie die Basis nicht kennt und denen sie falsche Annahmen zugrunde legt ), eine vermeintliche Autorität zu. W.h.: Sie schließt daraus ( aus ihrem eigenen krausen Kopfmüll! ), daß Speichellecken und Arschkriechen der ultimative Erfolgskurs wäre, was wiederum nix als Autoritarismus in Reinstkultur ist. Wobei sie voraussetzt, daß alle anderen mindestens genau so blöde sind wie sie selbst und es nie merken werden.

    Dazu sagte mal ein US-amerikanischer Präsi:
    Du kannst manche Leute immer täuschen, Du kannst vielleicht auch alle Leute eine Zeitlang täuschen, aber alle Leute immer zu täuschen ist unmöglich.
    Einheimische Beispiele dazu wären die Uschi und die Angela, deren ungefähr analoge Lebenskonzepte ihnen gerade ganz gepflegt um die Ohren fliegen. Und uns gleich mit!

    Sie phantasiert:
    „Ich bemerkte viele Dinge. Ich habe nicht kooperiert, ich habe diktiert, und ich habe viel weniger Energie verbraucht. Niemand stellte Folgefragen, es gab weniger Verhandlungen, und ich verlor keine Zeit, mich zu fragen, ob alle mit den Entscheidungen einverstanden waren. Die Schüler waren produktiver, und ich war effektiver darin, das zu bekommen, was ich wollte. Ich werde nie vergessen, dass meine Kollegen, mit Doktortiteln und Argumentation in den Knochen, einen Vorschlag fallen gelassen haben, nachdem ich fünf Worte gesprochen habe. Die Annahme eines weißen männlichen Südstaaten-Sprungs war ziemlich verflixt effektiv, um meinen Willen durchzusetzen.“

    Ähm, ja, is klar, nä?
    Be a Redneck, spread Terror and everythings gonna be alright.
    Die halluziniert sogar:
    „Die Schüler waren produktiver, und ich war effektiver darin, das zu bekommen, was ich wollte.“
    Jo, der GröFazke hat auch geglaubt, daß seine „Autorität“ Wunderwaffen erschaffen könne, die unbesiegbar seien. Das Ergebnis dieser Weltformel und der folgenden zwangsläufigen Aufschaukelungsprozesse konnte man dann in Dresden und Hamburg, in Auschwitz, in Hiroshima und Nagasaki bewundern. Dafür hatte er ja vor dem Spiegel zuhause Schauspielerei geübt.

    Chrissy meint:
    „Wenn sie jetzt noch darüber hinwegkommt, dass es per se etwas weißes und männliches ist, dann wäre sie einen Schritt weiter. Es hat eher damit zu tun, wie wir auf Autorität reagieren, wie sich Hierarchien bilden etc.“

    Ah jezz ja! Das ist ein echter Klassiker! Ich hoffe mal, daß der erste Satz ironisch gemeint ist, dann wäre der zweite grundsätzlich nicht falsch.

    „Männern mag dies im Schnitt leichter fallen, aber es wird nicht akzeptiert, weil es männlich ist, sondern weil Hierarchien zu erkennen und zu befolgen (aber auch: unsichere Hierarchien und solche, die keinen Gehalt haben zu erkennen und weniger ernst zu nehmen) eben Teil unserer Natur ist.“

    Nee, es fällt Männern nicht per se leichter, das ist ein Wahrnehmungsfehler, Frauen verkleiden entsprechende Verhaltensmuster lediglich etwas anders.
    Und, Hierarchie und Autorität sind grundsätzlich zwei ganz verschiedene Paar Schuhe. Zweiteres ist i.d.R. für Ersteres nützlich, das Dritte – Autoritarismus nämlich – schadet aber praktisch immer allen!

    Dann kommt die Wende:
    „Warum also biete ich keine TED-Gespräche darüber an, wie Frauen Macht gewinnen können, indem sie weiße männliche Fußballtrainer im Fernsehen imitieren? Weil dies ein Experiment in Bezug auf Affekt, Sprache, Verhalten und Geschlecht war, das ich zutiefst betrüblich fand. Eine gute Partnerin, Mutter, Professorin und Bürgerin zu sein, bedeutete für mich immer, respektvoll, integrativ, transparent über das, was ich denke, so konkret und nachdenklich wie möglich bei der Erklärung meiner Entscheidungen zu sein und mit Studenten, Familie und Kollegen zusammenzuarbeiten. Aber diese Eigenschaften werden nicht oft als Zeichen guter Führung angesehen, und sie sind anstrengend zu leisten. Ich werde nicht dafür werben, sich mit Gewalt und Einschüchterung durchzusetzen. Ich werde das Schweigen der Meinungsverschiedenheiten nicht durch verbale Muskulosität fördern.“

    Okay, sie hat also nur bis zur völligen Blödsinnigkeit übertrieben, um ihre ansatzweise Einsicht zu oben beschriebenen Prinzipien zu verdeutlichen.
    Glauben wir es mal ( hust ) vorläufig und unter starken Vorbehalten.

    Chrissy resümmiert:
    „Wobei es eben in dem Bereich sehr viele Führungsstile gibt: Von Autoritär und diktatorisch bis zu väterlich betreuend. Es ist schade, dass sie es so wenig von dem Geschlecht trennen kann.“

    Der erste Satz ist eine bestenfalls überflüssige Binse, die noch dazu Autorität und Diktatur implizit zu verknüpfen versucht.
    Und zweiterer eine anhand der Zitate ( ich habe den Originaltext nicht gelesen ) nicht begründbare Spekulation. Denn sie spielt ganz offenbar auf die ebenfalls rein klischeehafte Differenz zwischen Rednecks und Liberals an, nicht auf den Geschlechterunterschied, als solches. Zumindest wenn sie nicht an anderer Stelle im Text voraussetzt, daß alle Männer immer Nazis seien und alle Frauen immer unterdrückte Opfer.

    Nur um mal ein kleines Beispiel dafür zu liefern, daß diese extrem verkürzte Flachdiskussion auch im Amiland nicht gerade neu ( räusper ) ist, wohl aber ein globaler Dauerbrenner, hier eine klassische Belustigung aus den 70ern dazu:

    ( Der vortragende Cowboy ist übrigens Cheyenneindianer und der Teufel kommt stilgerecht aus Deutschland [ Theodore Bikel ] ) 😉

    Kurz gesagt:
    Alles Kinderkacke! ( Originalzitat des Ex-Präsi der hamburger Hells-Angels, zu autoritaristischen Massenverblödungen, i.d.F. dem derzeitigen angebl. „Rockerkrieg“ )

  6. Die Dame redet Unsinn! Ich bin sicher, dass 80% ihrer „Erfahrungen“ pure Erfindung sind.

    Sie arbeitet mit Pädagogen/Lehrern/Dozenten zusammen?
    Ha! Schon hat sie verloren!
    Jeder, der mal Lehrerkonferenzen erlebt hat, weiß: so, wie diese Dozentin das erzählt, läuft das im wahren Lebe unter Lehrern, bzw. Lehrerinnen nicht. Im Gegenteil: Diskussionen, stundenlang, sind in solchen Zusammenhängen un-ver-meid-lich! Ein Muss!
    Wenn da einer der Beteiligten gleich mit Sprüchen wie „Das machen wir nicht!“ kommt – dann gibt’s dutzendfach die Frage: „Wieso eigentlich nicht???? Mit MIR ist das so nicht abgesprochen!“…. Viel Spaß. Das wird ein langer Abend…

    Oder was passiert, wenn in einem Gremium, kann ja durchaus vorkommen, andere Männer sitzen? Männer, die sofort kontern: „Was reden Sie denn da? Und ob wir das machen! Aber so was von!!!“?
    Dann gibt’s Diskussionen. Rhythmisches Geweihklappern von Alpha-Hirschen. Und mittendrin unsere gute Herren-Imitatorin… ihr gegenüber die echten Männer. Die wird auseinandergenommen, wenn sie nicht gute Argumente für ihren Spruch hat. Und die wird sie brauchen…

    Direktives Sprechen, kurz angebunden, die Diskussion (jede Diskussion) beendend – das kann sich nur jemand leisten, der institutionelle Macht hat: der Lehrer gegenüber den Schülern, der Unteroffizier gegenüber den Rekruten, der Chef gegenüber den Mitarbeitern, der Coach gegenüber seinem Team. Ja, auch die Dozentin gegenüber ihren Studenten…

    In einer Konferenz, als Gleiche unter Gleichen, da kannst Du das nicht bringen. Funktioniert nicht. In einer Lehrerkonferenzen schon gar nicht.

    Die Dame schwatzt Unsinn.

    • Das klingt realistischer. Ich denke auch, die Frau Prof. hat sich ’ne wilde Räuberpistole ausgedacht, weil sie eine Theorie dazu ( irgendwo aufgeschnappt ) hatte. Und weil ihr der Stuss doch ein wenig zu dick aufgeschmiert vorkam, tut sie jetzt so, als ob ihr das gar nicht recht wäre und sie „sowas“ ja nicht wirklich tun würde, sie hätte ja nur mal kurz probiert, ob dieses „wirklich echt wahre“ Muster „tatsächlich“ so billig und erfolgreich wäre.

      Kurz: letzendlich eine leicht schräg verschwurbelte Fassung der üblichen Womenslib-Klischees.

      Da fällt mir Bobby Brown zu ein, so als gutes Vorbild für ihre Story:

  7. „I came to meetings late, and left early. I made jokes. Crucially, I started to meet colleagues for beers more in my faculty association, where I was a member of the council. I was one of the only women, and my status was quickly elevated to one of the power brokers and I joined the executive committee. I believe drinking beer and speaking with more jocularity helped me gain respect. Coach Taylor’s affect was effective for me at work.“

    Soll ihr ernsthaft jemand abenehmen, dass sie innerhalb der an anderer Stelle genannten „two weeks“ vom Außenseiter als „one of the only women“ zum Powerbroker und Vorstandsmitglied wird, nur weil sie ab und an ein Bier trinken geht?

    Meiner Meinung nach haben wir es hier mit einer komplett verzerrten Selbstwahrnehmung zu tun:
    Ich denke, sie hatte die Autorität die ganze Zeit schon (durch Qualifikation und Status) und hat sie nur nie ausgeübt, weil sie sich mit weiblicher Alles-Ausdiskutieren-allen-alles-rechtmachen Logik selbst blockiert hat. Ihr Umfeld wird gottfroh gewesen sein, dass nicht über jede Serviettenbestellung für die Abschlussfeiern jeder seinen Senf dazuzugeben gezwungen wird, sondern einfach mal klare Ansagen bei essentiell unwichtigen Themen gemacht werden. Man kennt’s ja aus dem Büro, manchmal sind die Details egal.

  8. „Das viele Menschen, nicht nur Männer, verschiedene Gesprächsstile erfolgreich kombinieren, Autorität wenn es sinnvoll ist, aber auch kritische Stimmen zulassen und Leute andere Meinungen haben lassen, wenn eine Frage ausdiskutiert werden muss, darauf scheint sie gar nicht zu kommen. Auch hier wird der Mittelweg oder eher das gezielte Einsetzen beider Strategien häufig der beste Weg sein.“

    Autorität und Macht sind nuneinmal nicht dasselbe. Autoritäten unterwirft man sich freiwillig, was nicht für jeden gilt, der Macht ausübt (‚Ich kann Dir weh tun und Du kannst nix dagegen machen!‘ etwa wäre eine solche Situation).

    Autorität beinhaltet Weisheit und Verantwortung(-sübernahme) genauso wie sie eine gewisse Macht beinhaltet. Früher hat das jeder Offizier gelernt.

    Hier noch eine Zeile aus einem bekannten Gedicht der (spät-)viktorianischen Zeit:

    „If – you can keep your head when all about you
    are losing their’s and blaming it on you
    If – you can trust yourself when all men doubt you
    but make allowance for their doubting, too“

    dann (u.a.) bist Du ein tugendhafter Mensch, der Autorität erlangen kann.

  9. Pingback: Transsexuelle zu den Vor- und Nachteilen als Mann in der Gesellschaft (Teil 2) | Alles Evolution

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