Feministische Fantasien von Männern, die ohne sie hilflos sind

Ein Theaterstück übt „Rache für 5000 Jahre Patriarchat“:

Am Ende kriegen sie, was sie verdienen. Der Finanzanalyst, der nach Puffbesuchen regelmäßig seine Frau verprügelt hat. Der Polizist, der bei Notrufen wegen häuslicher Gewalt wegschaut und seine eigene Schwiegertochter vergewaltigt. Der Sohn des Polizisten, der seinen Vergewaltiger-Vater in Schutz nimmt. Der selbstmitleidige Sexshop-Betreiber, der gerne seine Kassiererinnen befummelt. Der Arzt, der für In-vitro-Fertilisationen großzügig den eigenen Samen verwendet hat. Sie alle sind zu kümmerlichen Männchen geschrumpft, nachdem ihre Frauen, Töchter, Mütter sie verlassen haben.

Weil wir im Theater sind, wird das Problem nicht von Familientherapeuten, Staatsanwälten oder einem Scheidungsrichter gelöst, sondern mit einem knalligen Showdown und jeder Menge Kunstblut. Die Problemmänner machen den Fehler, noch einmal leicht wimmernd Kontakt zu ihren Frauen zu suchen, die inzwischen in einer feministischen Landkommune zusammenleben. Das bekommt den erschöpften Herren der Schöpfung nicht gut, sie werden in einem Akt der Befreiung fachgerecht massakriert – sozusagen Rache für 5000 Jahre Patriarchat.

Die idyllische Landkommune und der empowernde Mord an den schwachen Männern, die auch noch an allem Schuld sind, weil sie eben selbst Schweine sind.

Selbst die besseren Jobs der Männer sind da die Bösen, die man lieber nicht übernimmt, sondern ganz matriarchisch in eine landwirtschaftliche Selbstversorgung eintritt.

Aber umbringen muss man die Männer natürlich trotzdem. Gute Männer gibt es nicht. Frauen bleiben unter sich und leben das gute Leben, im Einklang mit der Natur.