Das „Patriarchat“ und die Fremdbestimmtheit vs. Eigene Entscheidung: Was bestimmt unser Leben mehr?

Zum Weltmädchentag schrieb ich:

Finde ich eine positive Nachricht, die weit eher praktisch ist als diese ganze Panikmache. Und natürlich wird eine Bauingenieuerin auch besser verdienen als jemand der soziale Arbeit macht, selbst wenn man von einem Gender Pay Gap ausgehen würde, der ja aber stark bereinigt werden kann.

Insgesamt wurde es, wenn auch vielleicht eher aus meiner Blase, positiv aufgenommen, wenn es auch Widerspruch gab:

oder:

Daraus ergaben sich einige Diskussionen, bei denen die Leute, ganz im Einklang mit vielen anderen Tweets an dem Tag unter dem Hashtag, die auf Diskriminierung abstellten, anscheinend davon ausgehen, dass Frauen bzw Mädchen geradezu fremdbestimmt sind.

ich finde das immer wieder erstaunlich, denn natürlich können Frauen sehr viel machen um gut zu verdienen und eher hochstehende Jobs zu erhalten. Wer aber nicht versucht, wer sich abschrecken lässt, der verliert ja in jedem Fall.

Das individuelle Element zu betonen, die eigene Verantwortung anzuerkennen und bewußte Entscheidungen zu treffen, dass scheint für einige schon geradezu ein Verstoß gegen die Opferhaltung zu sein, eine Verantwortungsverschiebung wird als Angriff empfunden.

Das ist aus meiner Sicht wirklich traurig.

35 Gedanken zu “Das „Patriarchat“ und die Fremdbestimmtheit vs. Eigene Entscheidung: Was bestimmt unser Leben mehr?

  1. Wirklich schön auf den Punkt gebracht, im Kern dreht sich in meinen Augen alles um die fehlende Bereitschaft Verantwortung zu übernehmen. Diese zunehmende Verantwortungslosigkeit tragen natürlich (junge) Männer und (junge) Frauen gleichermaßen in sich. Doch zumindest bei Frauen scheint das Gefühl: „es steht mir doch zu“, nach meiner subjektiven Beurteilung deutlich ausgeprägter zu sein!

    Frauen im Prinzessinnen Modus – so viele träumen davon – model, youtuberin oder influencerin zu werden – reich und berühmt zu sein. Grundsätzlich ist das ja in Ordnung, zu träumen ist menschlich und wichtig. Aber irgendwann muss doch auch lilifee begreifen, dass dem „Erfolg“ eine Anstrengung voraus geht?!

    Wer oder Was legt diese Anspruchshaltung in diesen jungen Seelen an? Oder ist es das menschliche Streben anstrengungslos zum free lunch zu kommen?

    • Dass es bei Frauen ausgeprägter ist, liegt einerseits an ihrer gesellschaftlichen Privilegierung und Verhätschelung, andererseits an der weiblicher Biologie. Female Choice gilt auch beim Menschen, Frauen sind darauf selektiert, den besten Paarungspartner zu wählen ohne sich dafür großartig zu präsentieren oder beweisen zu müssen. Dieser Instinkt hat Folgen für das Bewusstsein in der Gesellschaft. Frauen sind demnach der Ansicht, man müsste ihnen alles alles auf dem Silbertablett servieren, so dass sie nur auswählen müssen.

  2. Nimm mal die Perspektive von jemandem ein der den gleichen hohen sexuellen Marktwert von einem Porschefahrer in den 50ern hat, schon mit 18 und für’s Nichtstun.
    Aus der Perspektive ist die Welt vermutlich extrem ungerecht.

  3. Der verlinkte Zeit-Artikel ist ja ein „tolles“ Beispiel…
    Da geht es um gefühlte(!) Diskriminierung in höchsten Ebenen, während Chris eher an den Karrierestart denkt…

    • Schön wäre zudem gewesen, auf „Clickbaiting“ zu verzichten.
      Wäre der Link im Klartext gepostet worden und nicht gekürzt, hätte ich ihn nicht angeklickt. Insbesondere aber auch dann nicht, wenn mir vorher erklärt worden wäre, um welchen Artikel es sich handelt.
      So hat Die Zeit jetzt einen sinnfreien Zugriff mehr, mit dem sie Werbung teuer verkaufen kann.
      Gut, die Werbung sehe ich immerhin nicht, weil ich einen funktionierenden Adblocker habe. 😉

  4. Bei 55 % Steuern und Sozialabgaben sind sowohl Männer als auch Frauen total fremdbestimmt. Schutzgeldeintreiber: Finanzamt: IHK, Krankenkasse, GEMA, GEZ, Rentenversicherung, uvm. Die Diskussion um angebliche Unterdrückung durch den Mann, Genderpaygap oder was auch immer geht völlig an den wahren Problemen der meisten Leute vorbei.

    • WIKIPEDIA ZU Göttner-Abendroth:
      „Sowohl die Wissenschaftlichkeit der Arbeit von Göttner-Abendroth[7][8] als auch die Strukturen innerhalb von „Hagia“ werden in Frage gestellt.[9] Die Vorstellungen Göttner-Abendroths beruhten auf Ansichten zu frühgeschichtlichen Zuständen, die in der Wissenschaft längst überholt seien. Die von ihr gemachten Aussagen über das Matriarchat seien zudem nicht falsifizierbar und damit wissenschaftlichen Zugriffen entzogen. Sie seien laut dem Schweizer Religionswissenschaftler Christoph Uehlinger[10], „in gewisser Weise vergleichbar mit Positionen der Anthropo- und der Theosophie und anderer neureligiöser Bewegungen, die Neo-Mythologie mit wissenschaftlichem Anspruch verbinden“.“

      • Genau mein Eindruck, irgendwo zwischen Zeugen Jehovas und Mutterkreuzkult.
        Sie kennt noch nicht mal den Unterschied zwischen Matriarchat und Matrilinearität.
        Nach ihrer Definition wäre das Judentum ein Matriarchat …

        • „Nach ihrer Definition wäre das Judentum ein Matriarchat“

          Das war auch spontan mein Gedanke.
          Außerdem beschreibt sie bei den Interaktionen der einzelnen Bevölkerungsgruppen nichts anderes, als das, was auch in den elenden Patriarchaten praktiziert wird.
          Also viel heiße Luft, der die Reporterin gläubigen Staunens aufgesessen ist.

  5. Vor allem tun die feministischen Fürsprecher ja auch alles, um diese Angst bei den kleinen Mädchen wach zu halten, um den Opferstatus zu zementieren und eine selbsterfüllende Prophezeiung zu erschaffen. Statt auf alle jene Frau zu schauen die es schaffen und diese als Rollenvorbild hinzustellen, wird auf jene geschaut, die es nicht schaffen, ohne zu fragen warum sie es nicht schaffen. Wozu nach Gründen suchen, wenn wir doch die schönste Verschwörungstheorie schon haben „Das Patriarchat“.

  6. Jetzt versuchen sie zwanghaft ihr perfides Hänschenprinzip zu pushen.
    Da sollte man sich noch einmal des Hanses im Glücke erinnern.
    Vom Kopfarbeiter in der Muttis Schoß in sieben Schritten.

  7. Eigentlich ist es doch sehr einfach zu verstehen (für irgendwelche voreingenommenen einseitigen Sofaheldeninnen und -helden natürlich unbegreiflich): Folge dem Geld und du weißt, wo deine Diskiminierung herkommt.

    Einen (Mann) vom Pöbel lässt man auch nicht in die obersten Geschäftsetagen, selbst wenn er intelligent ist und seine Leistung bringt.

    Es scheidet sich allein schon daran, dass, wenn man im nobelsten Schuppen der Stadt ein Geschäftsessen abhält, der Proband nicht weiß wie man mit reichlich vornehmem Habitus mit Messer und Gabel isst.
    Noch dazu könnte derjenige, wenn es mal wieder daran geht, die nächsten 10.000 Leute zu entlassen, eventuell Skrupel kriegen, weil er weiß, was das für die Betroffenen bedeutet.
    Ergo: Darum lässt man solche in die Chefetage nicht hinein. Oder nur, wenn man irgendein Vorzeige-Prestige-Projekt am Laufen hat.
    Der Mann würde nämlich nicht nach den gewünschten ausbeuterischen Mustern funktionieren.

    So viel zur „Klasse unter sich“.
    Die lassen auch so keine Fremden bei sich rein – oder Leute aus einer fremden Filterblase.

    • „Noch dazu könnte derjenige, wenn es mal wieder daran geht, die nächsten 10.000 Leute zu entlassen, eventuell Skrupel kriegen,“

      Blödsinn, gerade die Leute die von ganz Unten kommen haben die wenigsten Skrupel. Das sind ja halt auch genau die, die ihre Ellenbogen am heftigsten eingesetzt haben und nie nach rechts oder links geschaut haben, sonst wären sie niemals nach oben gekommen.

      • Ich hab gestern noch einem jungen Immobilienhai zugehört, der sich offenkundig als krass-erfolgreiche Unternehmerpersönlichkeit fühlt, weil er in wenigen Jahren sein Portfolio von 0 Eigentum auf mehr als 150 Wohneinheiten erhöhte (sein Geschäftsmodell besteht natürlich darin die weithin beklagte Gentrifizierung zu befördern).

        Nicht nur, dass er keinerlei schlechtes Gewissen zu haben scheint – er stellte es auch noch so dar, als könne im Prinzip jeder das Erreichen, was man ihm hier zu haben erlaubt hat…

        Ach ja: Abi, Ausbildung und/oder Studium erscheinen ihm überflüssig um in dieser Gesellschaft zum Multi-Millionär zu werden. Eine kaufmännische Berufsausbildung hat er zwar gemacht (weil seine Mutter das für nötig hielt), aber damit seine Zeit verschwendet zu haben ist auch das Einzige, was er in seinem Leben bisher wirklich bereut.

        • Und weißt du was? Im Prinzip hat er recht. Es kann jeder erreichen. Aber nicht alle.
          Ideologische Verbohrtheit bringt dich hier nicht weiter.

          • Das sollte aber niemand erreichen dürfen.
            (Bezahlbarer) Wohnraum ist eine begrenzte und für jeden überlebenswichtige Ressource; der politische Wille, ihren Erwerb zu begrenzen, muss zukünftig klar vorhanden sein.

          • Und geschafft hätte er es selbstverständlich auch nicht ohne einen stinkreichen väterlichen Freund, der Mitleid mit seiner Geschichte gehabt haben dürfte, sein leibliche Vater ist nämlich spurlos verschwunden.
            Aber trotzdem ist er self made für sein Verständnis, is klar….

    • “ der Proband nicht weiß wie man mit reichlich vornehmem Habitus mit Messer und Gabel isst.“
      Das Ziel kann ja auch nciht sein, unfähige Barbaren in chef-etagen zuhiefen.
      (Ein fähiger Barbar wird dafür sorgen, zu lernen, kein Barbar zu sein – nennt man Knigge Kurs.)

      • Ich hoffe, das ankam, was gemeint war.

        Irgendsoeine Phrase wird doch heute Kohl nachgesagt über Merkel, als Sinnbild warum er auf sie zum Schluss auch nicht mehr so gut zu sprechen war, wenn ich mich nicht falsch erinnere?

        Eliten bleiben gern unter ihresgleichen.
        Und da kommt auch kein Bauerntölpel dazwischen, der aus diesen Reihen schon von vorn herein mit Verachtung betrachtet wird. Die bilden nämlich immer ein gewisses Restrisiko, etwas entscheidend falsch zu machen, auf Grund ihrer Herkunft und ihrer Sozialisation (oder weil sie größenwahnsinnig werden und dann Fehler begehen), und sie sind ein Risiko darin, sich doch zu erinnern, „wo sie herkommen“.
        Wer schon von Kindes Beinen an mit dem Selbstverständnis aufwächst, dass er etwas besseres als alle anderen ist, der begibt sich erwartungsgemäß nie auf die Ebene des Normalbürgers herab – der lebt sein Leben, als wären die da unten nur Opfergaben für irgendeinen obskuren Kult, die man getrost verschmerzen kann. Betitelbar auch mit dem Begriff „Kollateralschaden“.
        Nur er und seinesgleichen sind wichtig (wenn übehaupt irgendwelche anderen Menschen).

        Nicht viel besser wie die Befürchtungen der Partei, einem Nicht-Mitglied etwas verantwortungsvolles anzuvertrauen. Ein Nicht-Gesinnungs-Erprobter könnte ja immer auch vom Weg abweichen (in eine Richtung, die man nicht will)…

  8. „… eine Verantwortungsverschiebung wird als Angriff empfunden.“

    Ich würde noch stärker formulieren: Der Hinweis auf Eigenverantwortung der Mädchen und Frauen wird als blanker Hohn empfunden.

    Ich erzähl‘ Euch mal eine Geschichte: in den 1970er Jahren gab es in der Zone einen Regime-Kritiker, der war ein bißchen seltsam. Ich weiß nicht mehr, wie er hieß – aber er hatte eine erstaunliche These: Der Ostblock, jedenfalls die DDR wird sich erst dann zum Besseren wandeln, wenn die Generation jener Leute, die dort die Macht in den Händen hält – auf welcher Ebene auch immer -, wenn diese Generation ausgestorben ist.

    Und so war’s! Gorbatschow gehörte einer deutlich jüngeren Generation an, Jelzin ebenso. Usw.

    Ich fürchte, für uns ist das genauso. Die Klagen über die Unterdrückung und Diskriminierung von Frauen, das Geplapper über Gender Pay Gap und Glas Ceilling, die Forderung nach Quoten, nach aktiver Banchteiligung von Männern usw. usf. werden erst dann aufhören, wenn die Generation der aktuell Mächtigen ausgestorben ist.

    Und die nachfolgende Generation der dann Mächtigen wird den ganzen Gender-Terror nicht etwa deshalb ablehnen, weil sie klüger, liberaler, menschlicher ist – nein, sie wird dieses alte Zeug einfach deshalb über Bord werfen, weil sie es nicht mehr cool findet, sondern im Gegenteil als fast schon stigmatisierend für sich selber einstuft.

    Diese neuen Mächtigen werden nicht irgendwie besser sein – sie werden einfach einem anderen Zeitgeist folgen.

    Egal, die meisten von uns werden diese Zeit nicht mehr erleben.

  9. Zum eigentlichen Thema.
    Jetzt kam in der Zeitung ein Artikel, dass das Werbeverbot für Abtreibungen Frauen „entmündigt“. Mal abgesehen von der Frage, ob die bloße Info, man würde Abtreibungen vornehmen, schon als „Werbung“ gilt – wie kann fehlende Werbung „Entmündigung“ sein?

    Ist in D. in diesem Jahrtausend schon ein Kind auf die Welt gekommen, weil seine Mutter mangels Werbung keine geeignete Praxis gefunden hat?

  10. Sag mal, an diesem Punkt werfen sie nur noch ihre Buzzwords, oder? „Mädchen, ihr könnt alles wenn ihr es wollt“ -> „Ich hoffe mal du hast keine Tochter“

    Wo ist denn da der Zusammenhang? Soll Christian eher sagen „Gebt auf Mädels, ihr habt eh keine Chance“. Würde Christian dann positiven Zuspruch bekommen?

    Und natürlich verlinkt irgendwer „Die Zeit“, Regressiv-Central wie ich sie nenne. DAS Propagandaorgan der regressiven Linken. Was hat die denn erwartet? Natürlich schreit die Zeit Zeter und Mordio, das macht die ständig.

    Die gefallen sich sehr in ihrer Opferrolle, und es ist geradezu ein Angriff wenn man ihnen sagt, das sie keine Opfer sind. Das Wort „Opferolympiade“ ist absolut passend.

    • „Soll Christian eher sagen „Gebt auf Mädels, ihr habt eh keine Chance“. Würde Christian dann positiven Zuspruch bekommen?

      Na aber das sagt er aber doch in letzter Konsequenz!
      Er glaubt ja zu. Bin. nicht, dass jemals eine signifikante Zahl Frauen in heutigen Männerberufen wettbewerbsfähig wäre, ihm ist völlig klar und auch recht, wenn Frauen das Gros der Reproduktion erledigen und deshalb beruflich auf lange Sicht das Nachsehen haben. Er würde keinen Einspruch erheben wollen, wenn seine Tochter sich chemisch kastrieren lässt ab Teeniealter. Dann hat sie zwar pro nmol weniger Testosteron im Körper als jetzt im Uterus, aber egal… es zählt nur, dass sie in der Theorie keine Nachteile hat.

      • Definiere mal wettbewerbsfähig.

        „ihm ist völlig klar und auch recht, wenn Frauen das Gros der Reproduktion erledigen“

        Und wenn sie das wollen?

        „Tochter sich chemisch kastrieren lässt ab Teeniealter“

        Nur weil du das so siehst, ist das nicht die Realität.

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