Anzahl der männlicher Toten zu weiblichen Toten über die verschiedenen Lebensalter

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Was hat #metoo bewirkt?

Ein Spiegelartikel versucht zu ermitteln, was #Metoo gebracht hat:

Eine Stimme:

„In meinem Berufsfeld, der Geisteswissenschaft, hat sich durch #MeToo wenig verändert“, berichtet die Leserin. Sexismus, vor allem das Abstreiten intellektueller Kompetenz von Frauen, komme weiterhin häufig vor. „Das passiert vor allem unter Kolleginnen und Kollegen auf derselben Karrierestufe, nicht zuletzt aufgrund der hohen Konkurrenz auf dem wissenschaftlichen Arbeitsmarkt.“

Hatte #Metoo überhaupt etwas damit zu tun, dass es um das Abstreiten intellektueller Konkurrenz ging? Ich dachte es geht um sexuelle Belästigung.

„Insbesondere Männer in Führungsposition verhalten sich erkennbar anders“, meint der Leser, Chef einer Unternehmensberatung. „Einzelgespräche mit einer Frau werden gemieden oder finden grundsätzlich in verglasten Räumen statt.“ Er selbst behandle Frauen im Beruf „stets distanziert als Neutrum“. Persönliche Komplimente an Frauen leiste sich in seinem Umfeld keine Führungskraft unter 60 Jahren.

Was natürlich auch bedeutet, dass man eine Frau nicht mehr auf gleiche Weise coachen kann wie einen Mann. Letztendlich nicht sehr positiv für Frauen.

Für gut die Hälfte der Befragten hat die #MeToo-Debatte keine konkreten Verbesserungen bewirkt. Und das, obwohl zwei Drittel der Deutschen die Diskussionen an sich als positiv empfunden haben, wie eine andere SPIEGEL-Umfrage gezeigt hat.

Das ist vielleicht auch etwas, was Politiker mehr zur Kenntnis nehmen sollten, die meinen, damit Wähler zu erobern: Meine Vermutung wäre, dass es für die wenigsten vorher ein großes Problem war, eher ging es um das Fehlverhalten Einzelner. Wer aber nicht betroffen ist, der findet auch den Kampf dagegen weit aus weniger wichtig als radikale Feministinnen.

Die wenigsten sehen eine deutliche Verbesserung, einige vermuten sie, die meisten sehen keine, ein großer Teil ist sich da ziemlich sicher.

Es wäre interessant gewesen, wenn gefragt worden wäre, ob sie selbst jetzt weniger Belästigungen erfahren, inbesondere wenn man die Antwort „Wurde vorher nicht belästigt und werde auch jetzt nicht belästigt“ mit auf genommen hätte

 

Das ist ja relativ interessant. Die jüngeren Frauen bis 30 scheinen am wenigsten Nutzen zu sehen. Sogar noch weniger als die Frauen ab 65. Insgesamt eine sehr geringe Ausbeute. Und eben teilweise schlicht auch Spekulation. „Eher Ja“ kann man ja auch meinen, wenn man glaubt, dass es irgendwo, in anderen Firmen, schon was gebracht haben wird.

Auch hier sind gerade die jungen Leute eher Skeptisch.