Selbermach Mittwoch 183 (03.10.2018)

Auch gerne zum Thema Deutsche Einheit, die mir gerade nicht im besten Zustand zu sein scheint

Advertisements

Alessandro Strumia: Diskriminerung oder Bevorzugung von Frauen in der Wissenschaft? (mit Bildern seiner Präsentation)

Ein Wissenschaftler am CERN hat auf einem Workshop „1st Workshop on High Energy Theory and Gender“ einen „Gegenvortrag“ zur allgemeinen Meinung gehalten, der entsprechend kritisch aufgenommen worden ist.

Alessandro Strumiac

Alessandro Strumia

Spiegel titelt sogar, dass er dort Frauen beleidigt haben soll.

Aus einem Bericht:

Gastredner Strumia hatte während seines Vortrags geklagt, dass männliche Wissenschafter aus ideologischen Gründen diskriminiert würden. Seinem zumeist weiblichen Publikum erklärte er, Forscherinnen würden in Italien gegenüber Forschern von kostenloser oder kostengünstigerer Ausbildung profitieren. Und: Die Universität Oxford dehne sogar die Prüfungszeiten aus zugunsten von Frauen.

Gegenüber der britischen Zeitung «Guardian» verteidigte Strumia am Montag seine Aussagen. Er werde nun als Monster dargestellt, das Frauen diskriminiere. Er habe seine «Fakten» jedoch als Antwort auf Vorwürfe präsentiert, dass Männer Frauen diskriminieren würden.

Daten würden zeigen, so Strumia im «Guardian», dass männliche und weibliche Forscher gleicherweise zitiert würden, dass jedoch Frauen bei Anstellungen bevorzugt würden. Zur Untermauerung seiner Thesen zeigte er zahlreiche Diagramme, Tabellen und Grafiken. Die Präsentation war im Anschluss an den Vortrag online verfügbar gewesen, später aber vom Cern entfernt worden.

Den Hintergrund für die professorale Aussage dürfte eine persönliche Erfahrung Strumias bilden. Er war nach eigener Aussage bei einer Bewerbung nicht zum Zuge gekommen, an seiner Stelle wurde eine Frau berücksichtigt. Jeder, der dies thematisiere, werde angegriffen, zensuriert oder riskiere seinen Job, klagte er. Strumia kritisierte die soziale Steuerung, die bestimme, wie viele Männer, Frauen und Kategorien es geben solle.

Ich hoffe ja, dass noch ein Video auftaucht, aus dem man etwas mehr über seinen Vortrag erfahren kann. Ich habe bisher diesen Link auf seine Präsentation gefunden:

Es wäre hier interessant seinen Vortrag zu hören. Denn die Darstellung auf dem Slide als Gleichungen könnte auch bedeuten, dass er den Text eher humorvoll präsentieren wollte. Aber das muss natürlich nicht der Fall sein, hätte aber den entscheidenden Nachteil, dass sich das dann auf dem Weg nicht in den Slides abbildet

Auch hier würde „I have a dream“ eher darauf schließen lassen, dass er es humorvoll versuchen wollte. Er scheint aber ansonsten die Theorie wie sie in den Gender Studies besteht durchaus wiedergegeben zu haben

Hier scheint er ähnlich wie Damore auf unterschiedliche Fähigkeiten und Interessen in einem sehr speziellen Bereich und in dort mit einer Spitzenauslese kombiniert abzustellen. Er betont ausdrücklich, dass die Forschung offen für alle Leute mit allen Hintergründen ist, wenn sie gut sind.

Hier stellt er erst einmal korrekt die beiden daraus gezogenen Schlüsse dar.

Er führt dann an, dass man Daten nutzen kann, die das aufklären könnten

Er führt dann auch durchaus zu recht an, dass viele Frauen sich ganz andere Tätigkeitsbereiche suchen. Eben in der Erziehung und in der Psychologie, aber auch gerade im Bereich des Rechts. Damit wird er anführen wollen, dass Frauen in Studiengängen mit tatsächlicher Macht weitaus häufiger vertreten sind als im Bereich der Naturwissenschaften, in denen man recht wenig Macht hat.

Und er führt auch an, dass Frauen in diesen Bereichen eben auch wesentlich weniger publizieren, was ja auch verständlich ist, wenn weniger Frauen dort vertreten sind.

Er führt zudem an, dass der Anteil von Frauen im CERN in der Verwaltung höher ist als unter den Physikern und den Technikern und geht daher davon aus, dass es erst einmal nicht nach einer Diskriminierung aussieht

Ich kann die Grafik gerade nicht ganz zuordnen, aber sie scheint aus einer Studie wie dieser zu sein

Sie zeigt eben das Gender Equality Paradox auf. Und zu recht verweist er darauf, dass es nur dann eine Paradox ist, wenn man auf die Unterdrückungstheorien abstellt.

Ansonsten erklärt es sich schlicht damit, dass Frauen in freieren Gesellschaften eben lieber andere Fächer wählen.

Hier zeigt er auf, dass Vorurteile beim Zitieren von Studien von Frauen nicht bestehen.

In der Tat bedeuten Unterschiede nicht per se, dass Vorurteile bestehen. Sie können auch auf anderen Gründen beruhen.

Er führt des weiteren an, dass Männer eher Key Speaker sind, weil sie auch einen Großteil der Zitierungen produzieren: Man will große Namen auf einer Konferenz, damit Leute kommen und diese sind eben eher männlich

Auch bei den Zitierungen scheinen leicht verschobene Normalverteilungen vorzuliegen:  Viele Männer und viele Frauen werden durchschnittlich zitiert, aber einige Männer werden ganz besonders häufig zitiert, vermutlich, weil sie besonders bedeutendes publiziert haben.

Dann führt er an, dass Frauen eher mit weniger Zitierungen angestellt werden.

Männer werden sogar eher ein Jahr später angestellt als Frauen, wenn man ihre Veröffentlichungsgeschichte sieht.

Und hier ein Vergleich der Zitierungen, die bei einer ersten Anstellung vorlagen.

Wenn man mal die USA herausgreift, dann wäre es schon recht deutlich im Unterschied:

729/119 zu 161/59

In Deutschland wäre die Quote sogar noch etwas schlechter.

Hier vergleicht er sich selbst mit der als Commissarin eingesetzten Frau. Auch hier würde die Art der Präsentation viel ausmachen: Wenn er sich selbst als Witz rein genommen hat ist es etwas ganz anderes als wenn er dabei verbittert geklungen hätte.

Ich habe dazu dies hier gefunden:

Ob er tatsächlich deswegen auf mehr Zitierungen kommt, weil er an Veröffentlichungen mit sehr vielen Autoren beteiligt war, kann ich nicht sagen.

Aber dennoch scheinen ja Männer am CERN insgesamt mehr Veröffentlichungen zu benötigen als die Frauen.

Auch hier würde noch einmal deutlich werden, dass Männer anscheinend mehr Zitierungen aufweisen

Interessanterweise wird meist nur der obere Teil dargestellt. Ich vermute mal, dass er aussagen wollte. dass Männer die wesentlichen Teile der Physik erfunden und aufgebaut haben und es auch für diese keine Einladungen gab. Frauen wie Marie Curie und andere wurden aber willkommen geheißen, wenn sie etwas konnten (und nicht nur eingeladen werden wollten, weil sie Frauen waren) und haben dann auch für ihre konkreten Verdienste hohe Auszeichnungen bekommen.

Hier will er denke ich der behaupteten Benachteiligung für Frauen in den Naturwissenschaften Benachteiligungen gegenüber Männern entgegen stellen.

Er macht deutlich, dass Frauen Vorrechte haben sollen, Männer aber noch nicht einmal diskriminiert werden können. Und das eben Frauenquoten ungerecht sind.

Auch eine klassische Position: Frauen wollen keine Gleichberechtigung in den „Schlechten Bereichen“

Ein Appell, der ja dringend notwendig ist

Auch klassisch: Ein Hinweis auf die unterschiedlichen Interessen von Männer und Frauen.

Und darauf, dass das Problem eher gelöst werden würde, wenn alle Frauen, die Gender Studies studieren statt dessen in den STEM-Bereich gehen. Auch hier sieht man wieder, dass er den Vortrag mit diesem klassischen Bild nicht zu streng halten wollte.

eine Darstellung der Durchschnittlichen Intelligen mit dem Hinweis, dass der Durchschnitt nicht stark von einander abweicht.

Ich vermute mal, dass er danach darauf hingewiesen hat, dass dennoch im Spitzenbereich mehr intelligente Männer vorhanden sein können oder sogar müssen, wenn die Kurve der Frauen schmaller ist.


Auch hier wieder ein eher humorvoller Ansatz

Hier der Hinweis darauf, dass der Feminismus die klassischen Geschlechterrollen bedient: Die Frau als Opfer.

Er weißt auch darauf hin, dass dies weit eher Frauen abschreckt und damit für diese nicht hilfreich ist.

Das Ende hat etwas trauriges, wenn man bedenkt, dass er gleich suspendiert worden ist. Ich hoffe er klagt falls sie dabei bleiben und es entsteht dann eine Diskussion über diese Forschung.