50 Gedanken zu “Der Brexit kommt immer näher

  1. Der „Brexit“ ist irrelevant. Er ist auf die lange Bank geschoben und das war von Anfang an Tory-Politik. Die einzige wichtige Folge wird sein, dass Labour wieder die Regierung stellen könnte, wegen der Vereinfachung des Politikstils, die dominant geworden ist und für stetige „Überraschungen“ sorgt.

    Brexit war ein politisches Event, es ist allen Beteiligten klar, dass die positiven Seiten des Handels und der allgemeinen Freizügigkeit nicht in Frage stehen. Europa ist grösser als die EU.

    • „Brexit war ein politisches Event, es ist allen Beteiligten klar, dass die positiven Seiten des Handels und der allgemeinen Freizügigkeit nicht in Frage stehen. Europa ist grösser als die EU.“

      Dann müßte ja ein Deal her, der eben gar nicht so einfach ist. ZB wegen dem Irlandproblem. Wie würdest du das lösen?

      • Irland ist doch ideal situiert für den Handel nach GB….

        Allein deshalb kann hier kein echtes „Irlandproblem“ bestehen. Die offene Grenze ist vital für beide Länder und sollte von beiden gewollt sein.

        • Besonders attraktiv könnte auch das für Kanäle in die EU sein, von USA aus.

          Eigentlich müsste jetzt ein Fiananzboom in Irland einsetzen können. Der war ja ohnehin bis zur „Finanzkrise“ dort immer schon stark.

          Sehr wahrscheinlich, dass Europa von der Trennung finanziell profitieren kann.

        • „Allein deshalb kann hier kein echtes „Irlandproblem“ bestehen. Die offene Grenze ist vital für beide Länder und sollte von beiden gewollt sein.“

          Dann können da wegen der Freizügigkeit aber auch alle einreisen, die man sonst fernhalten möchte.
          Hier wird das Problem besprochen:

          • Nur bedingt, denn irgendwelche Zollkontrollen müssen sein. Aber solange keine Brexitabschlüsse bevorstehen, muss das nicht geregelt sein und die Politik von GB wird es sein, alles auf die lange Bank zu schieben und im Zwischenreich zu halten, wie auch die Verschachtelung mit Irland über Nordirland. Das ist nichts Neues und war schon von mehr als 10 Jahren so.
            Das sollte alles kein wirkliches Problem sein.

          • reicht ja, wenn die EU die Grenzen dicht macht. Die EU hat ja durchaus ein gewisses Interesse daran, dass deutlich wird, dass ein Austritt Konsequenzen hat um Nachahmer abzuschrecken. Und immerhin wäre es auch ein Verstoß gegen das Handelsrecht, wenn man ohne Deal den Briten keine Zölle abverlangt. Dann könnten andere Staaten darauf verweisen, dass ihnen die gleichen Konditionen angeboten werden (siehe erstes Video, best Deal Bedingungen)

          • Ich glaube, es wird nicht so ablaufen, wie sich die britische Regierung das vorstellt.
            Ihre Ziele sind leicht durchschaubar und die dahinter stehenden Interessen auch.
            Ganz ehrlich gesagt freue ich mich, wenn GB aus der EU ist – ich war erstens nie der Meinung, dass sie sich zu einem vereinigten Europa bekannt haben, sondern es stand immer die besondere Beziehung zu den USA und zum „Commonwealth“ im Vordergrund.
            Hatte übrigens irgendjemand den Eindruck, ein relevanter Anteil der Engländer würde überhaupt eine europäische Fremdsprache lernen wollen?
            Zweitens bin ich auf einen Schlag meine englische Konkurrenz los. 🙂

          • „Ganz ehrlich gesagt freue ich mich, wenn GB aus der EU ist …“

            Ich auch. Sehr Vieles, was zu Verdruss über die EU geführt hat, begründete sich auf die Bockbeinigkeit gerade der Engländer und ihr Pochen auf Sonderstatuten.

            „– ich war erstens nie der Meinung, dass sie sich zu einem vereinigten Europa bekannt haben, …“

            Das war auch immer mein Eindruck.

            „Hatte übrigens irgendjemand den Eindruck, ein relevanter Anteil der Engländer würde überhaupt eine europäische Fremdsprache lernen wollen?“

            Nein, ganz sicher nicht. Aber da können sie sich mit den Franzosen die Hand reichen. Eigentlich würde ich gern Frankreich öfter bereisen, die haben traumhaft schöne Ecken, aber ich sprech leider überhaupt kein Französisch und die Franzosen sprechen KEIN deutsch und noch weniger englisch.

          • @Carnofis @Christian

            „Sehr Vieles, was zu Verdruss über die EU geführt hat, begründete sich auf die Bockbeinigkeit gerade der Engländer und ihr Pochen auf Sonderstatuten.“

            Sehe ich ebenso – seit Thatcher und ihrem berühmten: „I want my money back!“

            Dann noch etwas zu den Videos und allgemein zur Presse in GB: Ich habe noch nie eine solche Menge irrationalen Quarks gesehen, wie zur Berichterstattung während und nach der Brexit-Kampagne.
            Es wurde ja geradezu so getan, als hätte es niemals UK-Bürokraten in Brüssel gegeben, die über die Regularien der EU entschieden haben, wie alle anderen auch.

            Das „othering“ der EU funktionierte, weil so getan wurde, als wäre UK nie an den Entscheidungen der EU beteiligt gewesen.
            Auch Sargon of Akkad lieferte Analysen auf Ballermann-Niveau über die „Souveränität“ Englands ab – ihm ist der neoliberale Ausverkauf des eigenen Lands die Jahrzehnte davor komplett entgangen.

            Auf dieser Quark-Ebene bewegen sich übrigens auch die Videos, die haben auffällige Auslassungen.

            Der entscheidende Punkt der Auslassung zum Chequers-Plan hier mit Herv. von mir: „Was sie vorschlagen, steht in einer dreiseitigen Zusammenfassung, die seit der Einigung von Chequers kursiert: Großbritannien will raus aus dem Europäischen Binnenmarkt. Stattdessen wünscht sich London einen gemeinsamen Markt für Industriegüter und Agrarprodukte, flankiert von einem neu zu verhandelnden Regelwerk. Den freien Verkehr von Dienstleistungen, Personen und Kapital will die britische Regierung beenden. Das dürfte in Brüssel auf wenig Zustimmung stoßen. „Die britische Regierung tut so, als würde sie sich mit einem Viertel des Europäischen Binnenmarktes zufrieden geben“, sagt Elmar Brok, CDU-Europaparlamentarier und Mitglied im Brexit-Lenkungsausschuss des Europäischen Parlaments. „In Wirklichkeit bekäme Großbritannien Zugang zum dem Teil, der ihm genehm ist, während es die anderen Teile los wird. Das ist ein Meisterstück an Rosinenpickerei.“
            https://www.zdf.de/nachrichten/heute/analyse-zu-neuen-britischen-brexit-plaenen-100.html

            Das ist natürlich im Interesse der britischen Finanzindustrie, die europäische Konkurrenz loszuwerden und im Sinne der britischen Industrie, weiterhin ungestört in die EU exportieren zu können.

          • @crumar
            Niemand bekennt sich zu einem vereinten Europa.
            Die einzigen, die das tun, sind deutsche Linksliberale mit Nazi-Trauma.
            Alle anderen sehen die EU pragmatisch als Instrument zur Durchsetzung ihrer Interessen.
            Und niemand, außer den Deutschen, hat ein Interesse daran, seine nationale Souveränität an die Junta in Brüssel abzugeben.

      • Zur Schweiz besteht auch keine Freizügigkeit. Trotzdem kommt der Personenverkehr an der Grenze ohne langwierige Kontrollen aus. Der einzige Unterschied zu heute wäre: Grenzposten werden wieder besetzt und die Autos fahren Schrittgeschwindigkeit über die Grenze … und GB könnte die Grenzen dicht machen, wenn sich die Handhabung als zu freizügig erweist.

  2. Jeder Staat sollte sich das genau anschauen und die Konsequenzen aus dem Affentheater ziehen.

    Die EU war ein riesiger Fehler und ich hoffe ihren Untergang noch zu erleben.

      • Aus mehreren Gründen:

        1) bedingungsloser Freihandel und Kapitalfreizügigkeit: wer seinen Marktzugang und die Kapitalflüsse nicht mehr kontrollieren kann, macht sich zum Büttel des Wanderkapitals

        2) Demokratie: je heterogener ein Gebilde ist, desto unbefriedigender werden Kompromisse und desto weiter ist die Regierung vom Volk entfernt

        3) Militär: je größer/stärker ein Gebilde, desto eher übt es Gewalt nach außen und innen aus

        4) Gleichschaltung: die Stärke von Europa und seine Schönheit liegt in der Unterschiedlichkeit der Kulturen, die man versucht abzuschaffen, insbesondere die Sprachen, die bei der Gleichschaltung nur stören, eine Abschaffung und Ausdünnung ergibt sich aber faktisch schon durch die Migrationsbewegungen (AN-Freizügigkeit) in die wirtschaftsstarken Länder, bei gleichzeitiger Ausdünnung und Überalterung schwächerer Regionen

        5) der Euro: eine ökonomische Falle für schwächere Länder, weil sie ihre Währung nicht mehr abwerten können

        6) Kontrollverlust, statt national müssen nun 20+x Staaten zu einer Übereinkunft gebracht werden, was selbst einfache Lösungen unglaublich in die Länge zieht

        Wenn ich nachdenke, fällt mir sicher noch mehr ein.

        Sie hat sicher auch einige positive Seiten, aber die wiegen nie und nimmer die negativen auf.

        • „1) bedingungsloser Freihandel und Kapitalfreizügigkeit: wer seinen Marktzugang und die Kapitalflüsse nicht mehr kontrollieren kann, macht sich zum Büttel des Wanderkapitals

          Die EU kontrolliert sehr genau ihre Marktzugänge, wie man in Afrika bitter feststellt.
          Allerdings müssten die ungehemmten Kapitalflüsse deutlich stärker geregelt werden. Aber das hat erst seit dem Brexit Aussicht auf Erfolg. Den Abbau sämtlicher Hemmnisse haben die Geldhaie den Briten zu verdanken.

          zu 3): es gibt kein „europäisches Militär“, schon gar kein gewalttätiges großes Gebilde.
          Das Militär macht mir im Rahmen der EU am wenigsten Sorge. Es spielt dort faktisch keine Rolle.

          zu 4): „die Stärke von Europa und seine Schönheit liegt in der Unterschiedlichkeit der Kulturen, die man versucht abzuschaffen, insbesondere die Sprachen, die bei der Gleichschaltung nur stören, …“

          Ich kann auch hier nicht mal in Ansätzen Bemühungen in Richtung einer Gleichschaltung sehen, weder kulturell, noch sprachlich. Wahrscheinlich würde nicht einmal eine hermetische Grenzabschließung endemische Sprachen und Dialekte retten, es sei denn, selbst die Migration von Holstein nach Hamburg z.B. würde verboten.
          Ich liebe das Holsteiner Platt, aber solche Sprachen konnten sich nur unter den Bedingungen bis zum 19. Jahrhundert entwickeln und halten. Da werden wir bei aller Romantik nicht wieder hinkommen.

          zu 5): In den schwächeren – südlichen – Ländern ist nicht die harte Euro-Währung das Problem, sondern die Korruption.
          Es gab schwächere Länder, besonders im Osten und Nordosten der EU, die ihre Hausaufgaben aber gemacht haben und durch den Euro besser stehen, als je zuvor.

          zu 6): einer der größten Streithammel scheidet ja jetzt aus. Das dürfte die Prozesse deutlich beschleunigen.

          Deine Argumente überzeugen nicht, wie Du siehst.

          • „Vor allem fällt mit GB der zweitgrößte Nettozahler in der EU aus.“

            Vor allem wohl eher der zweitgrößte „Schein“-Nettozahler der EU.
            Die Briten haben Zahlungen an die EU als verbucht gewertet, die sie nie geleistet haben.
            Und so sind inzwischen über 60 Mrd. € an Schulden Londons an die EU aufgelaufen.

          • Die EU kontrolliert sehr genau ihre Marktzugänge, wie man in Afrika bitter feststellt.

            Die EU schon, aber die Nationalstaaten umso weniger (diese wurden damit in einem Maße politisch entmachtet, welches die EU noch längst nicht ausgleicht). Die Verlagerung von Fertigungskapazitäten nach Osteuropa spricht ja ihre eigene Sprache, sie wird nur noch von der Verlagerung nach China übertroffen. Keine Ahnung, wie die Chinesen das hinbekommen haben (im Ggs. zu den Afrikanern) aber vermutlich hängt es mit der Mitgliedschaft in der WTO zusammen.

            Würden wir den Afrikanern freien Zugang gewähren, würde das „die Weißen beuten Afrika aus“-Genöle der Linksextremen noch viel lauter werden.

            Allerdings müssten die ungehemmten Kapitalflüsse deutlich stärker geregelt werden. Aber das hat erst seit dem Brexit Aussicht auf Erfolg.

            Nicht die Bohne. Die Banken kontrollieren die Regierungen, nicht umgedreht.

            Den Abbau sämtlicher Hemmnisse haben die Geldhaie den Briten zu verdanken.

            Halb zogen sie, halb sank die EU dahin. Bleiben wir ehrlich: die Folgen die es haben würde, wenn ein Sonderwirtschaftsgebiet wie die City of London in die EU kommt oder die steuerbefreiten Kronkolonien, waren für jeden Politiker hundertprozentig absehbar…

            zu 3): es gibt kein „europäisches Militär“, schon gar kein gewalttätiges großes Gebilde.
            Das Militär macht mir im Rahmen der EU am wenigsten Sorge. Es spielt dort faktisch keine Rolle.

            Ja, noch nicht. Ich habe das Argument gebracht, weil es ein erklärtes Ziel ist, mehr militärischen Einfluß in der Welt zu bekommen. Auch eine EU-Armee ist erklärtes Ziel. Zum Glück gibt es noch keine, denn sonst wäre die Sache mit dem Brexit längst mit Gewalt lösbar, ebenso wie man einen Orban einfach einen Kopf kürzer machen würde.

            Ich wollte im Kern darauf hinweisen. dass das EU-Friedensprojekt eine Lüge ist!

            Ich kann auch hier nicht mal in Ansätzen Bemühungen in Richtung einer Gleichschaltung sehen

            Sie ergibt sich zwangsläufig, du kannst Sprachräume nicht in offenen Märkten erhalten. Es gibt viele Firmen in denen fast nur noch oder sogar explizit englisch gesprochen wird (auch meine kippt zunehmend um). Oder nimm die europäischen Amtssprachen. Die Umfrage zur Zeitumstellung war z.B. nur auf englisch, zumindest habe ich keine deutsche gefunden. Der implizite Zwang wird nicht thematisiert, ebensowenig wie man Sprachen überhaupt zum Thema gemacht wissen will. Die wissen genau, in welche Richtung der Hase läuft.

            Die Gleichschaltung ergibt sich auch schlicht dadurch, dass sich die Platzhirsche der Wirtschaft nicht mehr nur in einem Land durchsetzen, sondern überall. Man mittlerweile in Portugal in Aldis einkaufen gehen kann etc. schon die immer selbe Währung ist ein Teil dieser Gleichschaltung. Genau das wird uns ja sogar als Vorteil verkauft, mich ödet es hingegen nur an.

            Izu 5): In den schwächeren – südlichen – Ländern ist nicht die harte Euro-Währung das Problem, sondern die Korruption. Es gab schwächere Länder, besonders im Osten und Nordosten der EU, die ihre Hausaufgaben aber gemacht haben und durch den Euro besser stehen, als je zuvor.

            *lol* ja, da spricht die Gehirnwäsche durch dich

            „Hausaufgaben machen“ heißt ja nichts weiter, als dem neoliberalen Wirtschaftskurs Deutschlands hinterherrennen. Solange jeder Staat seine eigene Steuerpolitik fährt, ist das aber ein Abwärtskreislauf. In einem Wettbewerb gibt es nämlich immer und ausnahmslos Gewinner und Verlierer. Was aber macht man mit einer Verliererwirtschaft? So einfach abwickeln, wie eine bankrotte Firma, geht nicht. Da der Euro aber sakrosankt ist und Deutschland nicht unendlich belastbar, schlachtet man sie (mit fatalen Folgen und Abwanderung) aus, wie Griechenland. Mach die Augen auf, Junge! Ist das das tolle Zukunftsprojekt, von dem immer alle reden? Nein! Es ist vollkommen asozial!

            Dass die Zusammenhänge so sind, haben die etwas schlaueren Politiker (viele gibts davon ja nicht) schon bemerkt und wollen deshalb eine „Fiskalunion“ oder „Wirtschaftsregierung“. Gnade uns Gott, wenn das kommt! Dann können wir nichtmal mehr versteuern, wie wir wollen.

            zu 6): einer der größten Streithammel scheidet ja jetzt aus. Das dürfte die Prozesse deutlich beschleunigen.

            *lol*

            1) solltest du dich darüber nicht freuen, du wirst nicht davon profitieren
            2) hat man mit der Migrationsfrage ja schon einen riesigen Keil eingetrieben
            3) ist das Zerwürfnis zwischen den Süd- und Nordländern auch nicht verschwunden

            Deine Argumente überzeugen nicht, wie Du siehst.

            Auch darüber solltest du dich nicht freuen, denn auch davon wirst du nicht profitieren. Die Demokratiefrage hältst du ja offenbar ohnehin für verzichtbar, nun gut. Ist auch egal, ich bin zuversichtlich, dass sich die EU selbst erledigt, mit Leuten wie dir, dauert es nur länger und wird schmerzhafter. Jahrzehntelange Gehirnwäsche verschwindet halt nicht über Nacht.

            Die EU war als großer Schritt Richtung NWO und hin zum eine-Welt-Staat geplant, der auch nur in billigen SciFi-Romanen seinen Reiz hat, bei Licht betrachtet aber ein Alptraum werden würde. Aber das ist nochmal ein anderes Thema.

  3. Von der Ferne betrachtet vermute ich, die EU wird den Brexit scheitern lassen, weil sie ein abschreckendes Beispiel braucht. Wenn GB austräte und es ginge dem Land nach dem Austritt besser, welche Wirkung hätte das wohl auf andere Wackelkandidaten? Nein, die EU muss das größtmögliche Desaster für GB anstreben.

    • „Von der Ferne betrachtet vermute ich, die EU wird den Brexit scheitern lassen, …“

      Und das tut sie wie?

      Die Briten haben beschlossen, die EU zu verlassen. Soll die EU sie mit Waffengewalt daran hindern?

      • Bist du blind? Sie wird die Hürde so hoch wie möglich setzen, um einen möglichst großen (und absolut unnötigen) Schaden zu erreichen (oder die Briten wenigstens umzustimmen). Es ist eine Machtdemonstration.

        Die meisten Länder sind nicht (wie die blöden Deutschen) in der EU, weil sie das für so ein tolles Friedens-Blabla und Zukunftsprojekt halten, sondern weil sie eine Schei**-Angst davor haben, wirtschaftlich abgehängt und zum Außenseiter zu werden. Die wirtschaftlichen Argumente sind in jeder Beitrittsdiskussion die primären gewesen! Schon bei dem ganzen Konvergenzgetue in der EG ging es primär darum, mit Deutschland mithalten zu können, es im Zaum zu halten. DAS ist die Triebkraft hinter der EU! Reine Angst! Den Deutschen kann man das natürlich nicht so aufs Brot schmieren, aber die tun sich mit idealistischen Zielen ohnehin leichter… naiv wie sie sind.

      • > Die Briten haben beschlossen, die EU zu verlassen. Soll die EU sie mit Waffengewalt daran hindern?

        Und aus diesem Grund braucht man eine schlagkräftige Armee. Alles Palaver ist nichts wert, wenn man dann seine Interessen nicht mit Gewalt durchsetzen kann.

  4. Die finsteren Aussichten für GB sind völliger Humbug. Es wird so getan, als gäbe es nur die EU. Dabei gibt es eine Fülle von Ländern, die nicht in der EU sind und dennoch sehr gut klar kommen:
    USA, Australien, Kanada, Neuseeland, Schweiz, Norwegen, Japan, Südkorea…

      • Die Schweiz ist ja nicht Teil der EU, aber sie hat auch weitgehende Verpflichtungen übernommen

        Vor allem nutzt die EU ihre Marktmacht hemmungslos. Im Verhältnis zur Schweiz wird durchgesetzt, dass ganze Bündel von Handelsregularien übernommen werden müssen. Die Herauslösung auch nur eines kleinen Teils wird nicht akzeptiert. Mit der wirtschaftlichen Abhängigkeit der Schweiz von der EU geht mit der Zeit auch die direkte Demokratie flöten, weil durch die sogenannte Guillotine-Klausel die Modifikation auch nur eines kleinen Teils der Handelsbeziehungen das gesamte Paket der bilateralen Verträge killt.

        Die Personenfreizügigkeit wurde im Abstimmungskampf von den Befürwortern mit dem Argument geführt, dass die Nettozuwanderung so etwa 10 000 pro Jahr betragen würde. Tatsächlich waren es über die Jahre rund 80 000. Das mag aus deutscher Sicht als wenig erscheinen, muss aber, um auf deutsche Grössenverhältnisse angepasst zu werden mit einem Faktor 10 multipliziert werden.

        • Ja, sich mit dem Teufel einzulassen, endet im Verkauf der Seele.

          Die Schweizer tun mir besonders leid, da sie ja von EU umzingelt sind. Außerdem hatten sie sich explizit gegen die EU ausgesprochen (weise wie sie sind) und werden nun auf diesem perversen Weg doch mit reingezogen. Wie ich das Brüsseler Monster hasse!

          Die Existenz unserer Staaten, Kulturen, unserer Selbstbestimmung und Demokratie, wird davon abhängen, ob wir diese Mißgeburt noch rechtzeitig erledigt bekommen.

          • „Wie ich das Brüsseler Monster hasse!“

            DAS ist das Problem – Dein Problem.
            Deutschland profitierte in der Vergangenheit und bis heute von der EU, wie kaum ein anderes Land.
            Dennoch wird so getan, als sei die EU Deutschlands Untergang, was KEINER objektiven Betrachtung standthält.
            Wie jedes politische System muss sich auch die EU entwickeln und macht dabei viele Fehler.
            Aber sie deshalb als Beißholz für jeden persönlichen Frust zu machen, geht an den Tatsachen weit vorbei.
            Was mich am meisten beunruhigt ist aber, dass diese für mich vollkommen unerklärliche Wut auf die EU und eigentlich die Politik allgemein sich ausgerechnet in einer der längsten Aufschwungsphasen der Nachkriegszeit breitmacht.
            PuS bringt es am besten auf den Punkt, wenn er sich den Weltuntergang herbeisehnt und zieht damit eine Parallele zum Beginn des 20. Jahrhunderts, als es ebenfalls eine lange Phase wirtschaftlichen Wohlstands gab und trotzdem gerade unter den Jüngeren sich eine merkwürdige Sehnsucht, sich gegenseitig auf Schlachtfeldern umzubringen, breitmachte.
            Der 1. WK konnte auch ausbrechen, weil er von zu Vielen herbeigesehnt und der Frieden von zu Wenigen verteidigt wurde.

          • @Carnofis

            DAS ist das Problem – Dein Problem.
            Deutschland profitierte in der Vergangenheit und bis heute von der EU, wie kaum ein anderes Land.
            Dennoch wird so getan, als sei die EU Deutschlands Untergang, was KEINER objektiven Betrachtung standthält.

            *lol*
            Das hängt erkennbar davon ab, was dir wichtig ist. Die „deutschen“ (im Prinzip längst internationalen) Konzerne oder die Selbstbestimmung der Menschen eines Landes.

            Es hängt außerdem davon ab, ob du die Fatalität und Asozialität von LB-Überschüssen begreifst, oder nicht.

            Was mich am meisten beunruhigt ist aber, dass diese für mich vollkommen unerklärliche Wut auf die EU und eigentlich die Politik allgemein sich ausgerechnet in einer der längsten Aufschwungsphasen der Nachkriegszeit breitmacht.

            Du begreifst die Wut nicht, weil du den Charakter der EU nicht begreifst und auch nicht bereit bist, über etwa die demokratischen Konsequenzen dieses Vereins auch nur 5 Minuten nachzudenken.

            PuS bringt es am besten auf den Punkt, wenn er sich den Weltuntergang herbeisehnt und zieht damit eine Parallele zum Beginn des 20. Jahrhunderts, als es ebenfalls eine lange Phase wirtschaftlichen Wohlstands gab und trotzdem gerade unter den Jüngeren sich eine merkwürdige Sehnsucht, sich gegenseitig auf Schlachtfeldern umzubringen, breitmachte. Der 1. WK konnte auch ausbrechen, weil er von zu Vielen herbeigesehnt und der Frieden von zu Wenigen verteidigt wurde.

            1) zum ersten WK kann ich nicht viel sagen, weil ich damals noch nicht lebte, aber die Gründe dafür sind nicht ganz so einfach, wie vielfach vermittelt, es sei die Einkreisungsproblematik erwähnt:
            https://de.wikipedia.org/wiki/Wilhelm_II._(Deutsches_Reich)#Wende_in_den_Reichskanzlerberufungen_und_au%C3%9Fenpolitische_Dauerprobleme_(Einkreisungspolitik)

            Wie ich schon im Blog erwähnte, war die „Reichseinigung“ das Urproblem Deutschlands und ist in der Folge auch das Urproblem der EU. Wir sind einfach zu stark und machen dadurch den anderen Angst, gleichzeitig sind wir unwillig und unfähig die dadurch erwachsende „Führungsrolle“ anzunehmen, Hitler hat es versucht und gründlich versaut, Merkel folgt seinen Spuren…

            2) gibt es m.W. auch Studien darüber, dass durchaus nur ein Teil des Volkes und zwar vor allem der städtisch-bürgerliche einen Krieg herbeisehnte (u.a. wegen der entsprechenden Propaganda) und dieser Punkt ist eher eine erstaunliche Parallele zur EU, denn gerade städtische Bürgerliche sind oft unfähig ihre eigene Kultur zu erkennen und leiden unter Entfremdung mit ihrem Land, merke: nationale Kultur ist primär ländlich, internationale ist urban

    • „Dabei gibt es eine Fülle von Ländern, die nicht in der EU sind und dennoch sehr gut klar kommen:
      USA, Australien, Kanada, Neuseeland, Schweiz, Norwegen, Japan, Südkorea…“

      „… Dom Rep, Liberia, Bangla Desh, Eritrea, …“

      Die EU ist auch ein Schutz vor den immer mächtiger werdenden Finanzspekulanten. Gerade GB sollte sich dessen bewusst sein, war es doch schon 1992 Opfer einer Finanzwette einer Gruppe von Milliardären (ich glaub, Soros war auch ganz maßgeblich beteiligt), die gegen das britische Pfund gewettet und seine Abwertung erzwungen hatten.
      Die Einzelwährungen jedes einzelnen Staates wären irgendwann zu schwach gewesen, sich gegen solche Wetten zu schützen, während der €-Happen dann doch noch eine Nummer zu groß ist.

      • Der Bösewicht war damals nicht Soros, sondern das übliche Ungleichgewicht aufgrund des deutschen Exportfetischismus in Kombination mit der Weigerung der Bundesbank, das damalige EWS (Vorläufer des Euro) zu stützen.

      • Du glaubst wirklich jeden Unsinn!

        Die EU ist auch ein Schutz vor den immer mächtiger werdenden Finanzspekulanten.

        Die Tatsache, dass wir nach 2008 keine Bankenregulierung bekommen haben, verdanken wir wem? Den Briten? Irgendeinem anderen teuflischen Staat? Oder schlicht der Tatsache, dass wir die Macht darüber an die zerstrittene EU ausgelagert haben? In der naiven Hoffnung, dass es schon funktioniert, wenn man, analog zu globalen Konzernen und Banken, auch die Regierungen globalisiert?

        Dass die EU niemals zur Regulation gedacht war, sondern im Kern ein Freizügigkeitsprojekt war, fällt uns jetzt auf die Füße. Die Staaten innerhalb der EU sind allein nicht mehr handlungsfähig, untereinander aber zu zerstritten um einen sinnvolle gemeinschaftliche Lösung zu finden. Der letzte Schritt (der von Globalisierungsfanatikern daher immer angemahnt wird) ist der Mehrheitsentscheid, der letztlich der Auflösung nationaler Souveränität gleich käme. Abgesehen von den dummen Deutschen, wollen die meisten Länder diesen Schritt aber nicht gehen.

        Du kannst (um auf den technischen Aspekt einzugehen) ohnehin nur gegen Länder spekulieren, deren Währung zu hoch bewertet ist. Das liegt einfach daran, dass die Sachwerte/Devisen, mit denen ein Staat Währung zurückkaufen kann (um ihren Wert zu erhalten), begrenzt sind und der Schaden bei plötzlichem Währungsverfall hoch. Genauso war es auch 1992:
        https://www.godmode-trader.de/artikel/so-knackte-george-soros-die-bank-of-england,4740359

        Ein Land mit ausgeglichener Leistungsbilanz, also entsprechend ausgeglichener Währung oder sogar zu gering bewerteter Währung, kann auf diesem Weg nicht effektiv angegriffen werden. Zumindest ist mir kein Fall bekannt, bei dem das mit Erfolg probiert worden wäre.

        • „Die Tatsache, dass wir nach 2008 keine Bankenregulierung bekommen haben, verdanken wir wem? Den Briten?“

          Ja.
          Die Briten wollten nach 2008 am liebsten gar keine Regulierung, daher ist so ein fauler Kompromiss auf kleinstem Nenner herausgekommen.

          „Du kannst (um auf den technischen Aspekt einzugehen) ohnehin nur gegen Länder spekulieren, deren Währung zu hoch bewertet ist.“

          Nein.
          Du kannst auf alles spekulieren, wenn Du nur genug Finanzmacht hast.
          Vor einigen Jahren gab es einen sehr interessanten Spekulationsfall, der schiefgegangen ist und einigen Spekulanten ausnahmsweise mal richtig wehgetan hatte.
          Damals hatten sich – das war eine neue Form superschnellen Reichtums – einige sehr reiche Typen zusammengetan, sich einen erkläcklichen Haufen VW-Aktien von den Eigentümern geliehen(!) und auf dem Markt sehr schnell und komplett verkauft. Die Aktien wurden irgendwo bei 100 € gewertet.
          Durch das frühmorgendliche Erscheinen großer Mengen von VW-Aktien und der damit ausgelösten Nervosität anderer Eigentümer sollte deren Verkaufswert sinken, so dass man sie am Nachmittag günstiger zurückkaufen und den eigentlichen Eigentümern nach Einstreichen der Spekulationsgewinne zurückgeben konnte.
          Dummerweise wurden die Aktien vom Markt sofort aufgesogen, der Kurssturz blieb aus. Jetzt passierte genau das Gegenteil des Plans. Die Spekulanten standen in der Pflicht, die Aktien zurückzugeben, was sie nicht konnten, weil die verkauften Aktien vom Markt verschwunden waren. Die selbst erzeugte Nachfrage trieb dann die VW-Aktie – so ich mich recht entsinnne – zeitweise auf über 700 €, was erstmal ziemliches Staunen in der Finanzwelt auslöste, bis man die Hintergründe erfuhr.

          Fazit: die reale Entwicklung einer Firma/eines Staates schützt nicht vor Spekulationen.

          • Die Briten wollten nach 2008 am liebsten gar keine Regulierung, daher ist so ein fauler Kompromiss auf kleinstem Nenner herausgekommen.

            Du hast mein Argument nicht begriffen! Lies nochmal meinen Kommentar! Ohne EU könnten uns die Briten nämlich vollkommen wurscht sein!

            Damals hatten sich – das war eine neue Form superschnellen Reichtums – einige sehr reiche Typen zusammengetan, sich einen erkläcklichen Haufen VW-Aktien von den Eigentümern geliehen(!) und auf dem Markt sehr schnell und komplett verkauft.

            1) Aktienspekulationen gefährden keine Volkswirtschaft (nur Währungssepkulationen)

            2) widerlegst du dich damit selbst, weil die Sache fehlschlug

            Ich will dir aber gern erklären, warum Spekulationen mit Währungen nicht funktionieren, wenn eine Währung fair oder unterbewertet ist. In so einem Falle beginnen nämlich andere Investoren die Währung aufzukaufen (statt nur die nationale Notenbank mit ihren Devisenreserven), sobald sie unter einen bestimmten Wert sinkt.

            Sollte der Angriff dahin gehen, die Währung überzubewerten (um etwa Exporte zu erschweren), kann hingegen die nationale Notenbank einfach Geld drucken.

            Du bist auf typische EU-Propaganda der unterbelichteten MSM-Medien hereingefallen! Hinsichtlich Währungsspekulationen bietet die EU keinen besseren Schutz, als beliebige Nationalstaaten. Der einzige Grund, warum gegen den Euro nicht nennenswert spekuliert werden kann, ist die Tatsache, dass die LB-Bilanz der EU m.W. relativ ausgeglichen ist (dafür die Bilanzungleichgewichte der Nationalstaaten in der EU, katastrophale Folgen haben).

  5. Glücklicherweise vernichtet sich die EU durch links-grüne Gesellschaftspolitik mittelfristig selbst. Der Islam und die folgenden Bürgerkriege werden ihr den Rest geben.

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