Warum viele junge Erwachsene noch bei ihren Eltern wohnen, Männer etwas länger als Frauen

Ein Spiegelartikel dazu, dass viele junge Erwachsene noch bei ihren Eltern wohnen, Männer etwas länger als Frauen:

Die Neigung zum Nesthockerdasein hängt dabei auch vom Geschlecht und vom Wohnort ab. So leben Töchter deutlich weniger lange bei den Eltern als Söhne. 2015 wohnten nur 56 Prozent der jungen Frauen zu Hause, aber 68 Prozent ihrer männlichen Altersgenossen zwischen 18 und 24 Jahren. Im Alter von 25 Jahren lebten noch 34 Prozent der männlichen Bevölkerung bei den Eltern. Selbst mit 30 Jahren gehörten noch 12 Prozent und mit 40 Jahren noch vier Prozent der Männer als lediges Kind dem Haushalt der Eltern an.

„Töchter haben oft weniger Freiheiten, das kann die Motivation erhöhen, das Weite zu suchen. Sie helfen häufiger im Haushalt und sind daher selbstständiger“, sagte der Hamburger Kinder- und Jugendpsychologe Michael Thiel jüngst in einem SPIEGEL-Interview. Schuld daran seien auch die Eltern, die, so Thiel, „ihr Kind nicht so erziehen, dass es ohne sie zurechtkommt“.

Lange bei den Eltern zu wohnen, ist auf dem Land verbreiteter als in der Stadt. In Gemeinden unter 10.000 Einwohnern lebten 78 Prozent aller jungen Erwachsenen bei den Eltern, in Großstädten ab 500.000 Einwohnern traf das nur auf 45 Prozent der 18- bis 24-Jährigen zu.

Auch Bento greift die Zahlen dort in einem Artikel aus und schildert die Lage des zu Hause wohnenden wie folgt:

Nicht einmal um den Zahnarzt muss Tom sich kümmern. Seine Mutter macht für die ganze Familie Termine, sein Papa Heinz fährt Tom und seine Brüder hin.“Wir machen das so als Familie, seit ich klein bin“, sagt Tom.
Er hatte noch keine feste Freundin, keine Affären, keine Dates. Während er das erzählt, stochert er in seinem Stück Apfelkuchen herum. „Die Frauen reagieren komisch, wenn ich ihnen erzähle, dass ich noch zu Hause wohne. Sie sind irgendwie abweisender und reden weniger.“Trotzdem glaubt er nicht, dass das der Grund dafür ist, dass er keine Freundin findet.

Seine Brüder haben ebenfalls keine Partnerin. Benedikt brachte mal eine Frau mit nach Hause. „Die Mädels wären bei uns immer willkommen. Nur wenn es jedes Wochenende eine andere Frau wäre, würde ich mal etwas sagen“, sagt Toms Mutter.

Für seine Eltern ist es selbstverständlich, sich um ihre Söhne zu kümmern. Auch, wenn die dafür eigentlich zu alt sind. Als Gisela und Heinz ihren ersten Sohn bekamen, verließen sie ihren Kegelverein, um mehr Zeit für die Familie zu haben. „Bei unseren Eltern war das früher nicht anders“, sagt Heinz.

Heinz will seine Söhne unterstützen, so gut es geht. „Und wenn das heißt, dass meine Frau und ich kochen und putzen, dann ist das so. Toms Arbeit ist etwa 45 Kilometer entfernt, da verstehe ich, dass er abends keine Lust mehr hat, den Haushalt zu machen.“

Braucht er auch nicht. Wenn Tom abends nach Hause kommt, ist nicht nur der Kühlschrank gefüllt, sondern auch sein Kleiderschrank – mit frisch gebügelter Wäsche.

Das Nesthocker-Dasein hat nur Vorteile für Tom, warum also etwas ändern?Zum Beispiel wegen Kleinigkeiten wie dem Sonntagmorgen. Wenn Tom seinen Rausch vom Partyabend einfach gerne ausschlafen würde, zerrt sein Vater ihn um halb zwölf Mittags an den Esstisch. Das wäre anders, würde Tom alleine wohnen. „Dann könnte ich einfach im Bett liegen bleiben und ausnüchtern.“

Manchmal, da fühlt Tom sich unselbstständig. „Ich habe noch nie eine Stromrechnung bezahlt und kann gerade mal ein paar Gerichte kochen“, sagt er.

Seine Eltern sorgen sich um ihn, als wäre er 15, nicht 28. Wenn er am Abend das Haus verlässt, sagen sie „Pass auf dich auf“ und „Trink nicht so viel“.

Während Tom dann mit seinen Kumpels einen Kurzen nach dem anderentrinkt, liegt seine Mutter oft wach im Bett. „Ich höre Autos vorbeifahren und denke: schon wieder vorbeigefahren. Ich hoffe dann einfach, dass es meinen Jungs gut geht“, sagt Gisela. Sie weiß, dass sie sich weniger Sorgen machen würde, wenn ihre Kinder nicht mehr zu Hause wohnen würden. Allein schon, weil sie nicht immer genau wüsste, was sie gerade machen.

Es gibt Gründe für den Auszug. Nur die, die dagegen sprechen, überzeugen Tom eben mehr.

Zum Beispiel das Geld. Leisten könnte sich der ausgelernte Elektriker eine kleine Mietwohnung. Er will nicht. „Ich sehe es nicht ein, mir eine Mietwohnung zu nehmen und für etwas zu zahlen, das nicht mir gehört“, sagt er. Lieber spare er, um damit später ein eigenes Haus zu bauen. Dafür wartet er aber noch auf die richtige Frau. „Nachher gefällt ihr nicht, was ich baue“, sagt Tom.
Toms Freunde sind keine Nesthocker. Bis auf einen Kumpel sind alle ausgezogen, heiraten und bauen Häuser. Wenn die Jungs nach dem Fußballtraining zusammensitzen, wird nur selten über Toms Situation gesprochen. „Ab und zu kommt ein leises ‚Du könntest wohl mal… ‚, das wars dann aber auch“, sagt Tom.Er schäme sich nicht, sagt er. Er genieße die Zeit mit seiner Familie.

In zwei Jahren soll das Leben im Hotel-Mama für Tom vorbei sein. Zumindest, wenn es nach seiner Mutter geht. „Ich habe immer gesagt, dass sie mit 30 langsam mal ausziehen könnten. Damit sie erfahren wie es ist, sich alleine zu kümmern“, sagt Gisela.

Langsam mal. Tom schweigt.

Ein Grund ist denke ich, dass Männer von sich aus mit weniger auskommen, wenn sonst alles bequem ist. Wenn sie ein Zimmer haben und ansonsten alles klappt, sie alles haben, und sie sonst nicht viel machen müssen, dann reicht das einigen vollkommen, solange sie sich auf Hobbys etc konzentrieren können oder Freizeit haben.

Frauen haben denke ich dann häufiger andere Ansprüche an ihr Umgebung, wollen auch früher mehr an ihrer Wohngegend gestalten etc.

Natürlich könnte es auch ein Faktor sein, dass sie eher mit einem Freund zusammenziehen, wenn sie eine Ausbildung gemacht haben und, auch weil sie ältere Freunde haben, das früher geschieht.

Eine andere Erklärung wäre schlicht, dass Frauen auch häufiger studieren und dazu eh häufiger umziehen müssen.

 

Wie würdet ihr den „Umzugsgap“ erklären?.

 

 

84 Gedanken zu “Warum viele junge Erwachsene noch bei ihren Eltern wohnen, Männer etwas länger als Frauen

  1. Ich halte das für sehr vielschichtig und individuell. Der Artikel blendet Wohnumstände, das Umfeld usw. völlig aus. Die Diskrepanz ist auf dem Land tendenziell größer als auf der Stadt und verstärkt sich wiederum in Großstädten mit hohen Mieten. In den Raum, aus dem ich komme, sind Mehrgenerationenhäuser (schöner Modetrend) schon seit mehreren hundert Jahren üblich. Die meisten von mir und meinen Freunden wohnten zusammen mit Eltern und Großeltern unter einem Dach. Der Platz gab das meistens her. Wenn du Wohneigentum hast, dass du irgendwann übernehmen kannst, weil die Großeltern wegsterben zum Beispiel, dann lohnt es sich womöglich nicht auszuziehen.

    In den Großstädten mit hoher Mietteuerung mag es vielleicht auch günstiger sein zu Hause zu bleiben. Die Eltern eines Abiturfreundes hatten ein ausgebautes Dachgeschoss, wo er dann wie in einer Wohnung wohnte, weil die Mieten in Berlin für siene Ausbildung kaum zu stemmen waren ohne massiv Abstriche machen zu müssen.

    Gerade Frauen können ein Argument sein. Den Bau eines Hauses stemmt man einfacher mit noch einem arbeitenden Partner, vor allem lohnt sich ein Haus auch mehr, wenn man eben nicht allein ist, eine Frau hat und vielleicht schon Kinder unterwegs oder in Planung sind. Und das wird regional gesehen auch immer schwieriger. Es ist nachweislich, dass sich in ländlichen Regionen insbesondere in Ostdeutschland ein wachsender Männerüberschuss abzeichnet, da die Frauen weit aus mobiler sind, was Ausbildung und Arbeit angeht als die Männer, die scheinbar stärker an die Scholle gebunden sind. Betrifft insbesondere aus meiner Generation (praktisch aber auch die Generationen vor und nach uns) stark, wo zwar auch für die Ausbildung viele rausgegangen sind, aber von meinen männlichen Freunden sind viel mehr zurückkehrt und arbeiten nötigenfalls als Leih- oder Zeitarbeiter dann als Wochenpendler. Von weiblichen Bekannten ist kaum eine zurückgekommen. Neben Arbeit dürften wohhl auch Beziehungen in der Ferne dann eine Rolle dafür gespielt haben. Dieses Ungleichgewicht in der GEschlechterverteilung und der schrumpfende Pool, der auch die Zahl passender Partner reduziert, führt natürlich dazu, dass der Hauptgrund für Selbstständigkeit (ungestörtes Beziehungsleben) ins Wanken gerät und das für jede Generation mehr, denn die älteren Männer konkurrieren mit jüngeren dann um die Mädchen, die noch nicht weg sind.

    Die hier vom SPIEGEL angesprochene Selbstständigkeit ist zudem eine Illusion. Zu dieser Art von Freizügigkeit kann auch der Penner unter der Brücke in seinem Pappkarton gehören. Afaik ist das finanzielle nicht zu unterschätzen. Bei uns in der Region sind Ausbildungsentgelte, die Miete + Lebenshaltungskosten wenn überhaupt geradeso decken relativ üblich. Das ist Lebensminimum ohne Lebensqualität, wenn es dafür überhaupt reicht. Die Tatsache das zur Miete wohnen eigentlich Geld verbrennen ist, klammere ich mal aus, denn zwangsläufig kommt man nicht unbedingt drum rum.

    Ich als Student habe zwar eine eigene Wohnung aber lebe auch mit eInschränkungen und hätte nicht die Option bei meinen Eltern unterzuschlüpfen, ersteres ist aber durchaus auch ein Blocker um Frauen kennen zulernen, man ist in seiner Bewegungsfreiheit dann doch limitiert. Freunde, die bereits durch sind mit dem Studium wiederum haben Probleme Arbeit zu finden, manch einen zieht es dann auch erstmal (übergangsweise wie man beteuert) zurück nach Hause.

    Wenn man eine generelle Thesis aufstellen wollte: Es scheint zumindest, wenn ich mir das Beispiel meiner Heimatstadt anschaue, eine bei Männern stärker ausgeprägte Bindung an die eigene Scholle oder eine Art von Verantwortung zu geben, zumindest im länldichen Bereich, wo dieses Bewusstsein ausgeprägter sein dürfte als in der kurzlebigen stadtgesellschaft. Frauen haben offenbar andere Prioritäten.

    • „Die Tatsache das zur Miete wohnen eigentlich Geld verbrennen ist, klammere ich mal aus,“
      Da wird dir jeder mit auch nur einem Funken ökonom. Sachverstand erheblich widersprechen. Die derzeitige Schieflage im Mietpreissektor ist lediglich auf eine gewaltige Betonbubble zurückzuführen, die in absehbarer Zeit etliche ins Verderben reißen wird, wofür dann wieder die Sozialgemeinschaft aufkommen darf. Das eine stagnierende Lohnentwicklung langfristig keine horrend steigenden Mieten gegenüber stehen kann, sollte wohl man eigentlich annehmen. Leider hilft diese Tatsache denen, welche heute eine Wohnung brauchen natürlich gar nichts.

      • Ich spreche nicht von den Mietpreisen und auch nicht ihrer Teuerung. Zur Miete wohnen bietet gewisse Vorteile, auch wegen Verantwortlichkeit, Reperaturen usw., die man auslagert, letztlich ist aber Miete Geld das nicht in den eigenen Vermögensaufbau oder den eigenen festen Besitzstand fließt, sondern aus dem Haushalt ab- und dem Vermieter zufließt.

        Jeder Cent, den ich in eigenen Wohneigentum investiere ist letztlich Geld, das für mich selbst einen halbwegs dauerhaften Gegenwert erzeugt, seien es Investitionen in eine neue Heizung, neue Fenster oder eine Reperatur am Dach. Und ich habe die Gewissheit, solange ich mein Eigentum erhalte, habe ich diesen Gegenwert auch noch. Ob bei einem Vermieter das Geld, das ich ihm überweise tatsächlich zu meinen Gunsten investiert wird, ist ebenso fraglich, wie die Frage danach, ob ich zum „Dank“ dann nicht noch ne steigende Miete bekomme oder ob ich nicht irgendwann aus der Wohnung hinausgedrängt werde. Also spielt auch der Faktor Unabhängigkeit ein Stück mit.

        Wenn ich sage zur Miete wohnen ist Geld verbrennen, meine ich, dass es sich dabei um Geld handelt, dass effektiv nicht für einen selbst arbeitet oder halt nur minimal.

        • „dass es sich dabei um Geld handelt, dass effektiv nicht für einen selbst arbeitet oder halt nur minimal.“

          Du musst es andersherum sehen: der Mieter nutzt ein Wirtschaftsgut und muss daher alle Kosten und einen „Mietzins“ zahlen. Und der ist natürlich ganz vom Wert abhängig. Ein 100.000.- Objekt kostet bei einer bescheidenen Rendite von 1% schon 1000.- pro Jahr. Bei 2 % 2000.-.
          Mieten ist halt teuer. Das Eigentum allerdings ist noch viel teurer….

          • Ich habe gesagt, dass zur Miete zu wohnen gewisse Vorteile bietet, wenn man aber auf Wohneigentum aus ist, ist zur Miete zu wohnen ein Übel, das man ggf. der Lebensumstände hinnehmen muss, aber es würde hier im vorgestellten Beispiel dafür sorgen, dass besagter Tom weniger Kapital für einen Eigenheimbau zur Seite legen kann. Unabhängig von den Mietpreisen geht ein Großteil des Verdienstes in Deutschland für Mietkosten drauf, die sich am Ende eben nicht in mehr Unabhängigkeit auszahlen. Letztlich geht es nicht um die reinen Kosten sondern das Ergebnis, das man am Ende herausbekommt.

            Wenn jemand keine andere Wahl als Miete hat wegen der Lebensumstände oder keine Ambitionen für Wohneigentum hat, ist das völlig in Ordnung.

          • Hi @Seldis, ich denke ja auch, dass sich „zur Miete“ nach wie vor eher lohnt und es tendenziell bescheuert ist, sich die Verpflichtungen des Eigentümers aufzuladen. Die Preise sind im Territorium der blutenden Nasen und Kredite brandgefährlich, durch die Unbedingtheit des Ausgeliefertseins an einseitig Kreditgeber begünstigende Bedingungen (de facto Vorrangigkeit, etc).
            Dass diese ungesunden Verhältnisse dann auch bei den Mietpreisen ankommen, ist nur eine nachgeordnete Folge.

            „dass besagter Tom weniger Kapital für einen Eigenheimbau zur Seite legen kann“

            Tom lebt zunehmends von der Hand in den Mund, dafür sorgt die bevormundene Sozialstaatsvollkasko-Mentalität mit ihren irrsinnigen Steuern und Sozialabgaben.

            „Unabhängig von den Mietpreisen geht ein Großteil des Verdienstes in Deutschland für Mietkosten drauf,“

            Natürlich geht ein grosser Anteil drauf. Volkswirtschaftlich ist es der Preis für die Nullzinspolitik! Damit zB die ganzen Immobilienkredite nicht wertlos werden! Kann man in Ländern wie Dänemark, Schweden und auch Schweiz noch viel besser sehen als bei uns!

            Jeder, der diesen extrem wichtigen Grundzusammenhang von niedrigen Zinsen und hohen Preisen im hier und Jetzt nicht sehen kann oder will, tappt vollkommen im Dunklen. Der Euro ist ursächlich schuld an den hohen Mieten. Und er garantiert, dass diese bald noch viel stärker steigen werden als vorher. Bisher sind Länder mit souveräner Währung vorangegangen (die genannten! Und GB), aber das kommt jetzt auch zu uns mit Verzögerung.

        • „jeder Cent, den ich in eigenen Wohneigentum investiere ist letztlich Geld, das für mich selbst einen halbwegs dauerhaften Gegenwert erzeugt, seien es Investitionen in eine neue Heizung, neue Fenster oder eine Reperatur am Dach. Und ich habe die Gewissheit, solange ich mein Eigentum erhalte, habe ich diesen Gegenwert auch noch. “
          Und genau das ist der Selbstbetrug.
          Aber bitte, ich will Dir Deine Illusion nicht zerstören. 😉

  2. Ich bin damals vor 30 Jahren im Alter von 21 Jahren ausgezogen, und ich konnte es irgendwann nicht mehr erwarten endlich draussen und eigenständig zu sein. Ich bin in der Zeit zwischen dem Abi und der Nestflucht zunehmend depressiver geworden, und dann endgültig aufgeblüht als ich endlich meine eigene Bude in der Stadt hatte. Bis es endlich soweit war bin ich mir wie ein Volltrottel vorgekommen. War ein Gefühl wie ‚Die Kumpels ziehen in die weite Welt um Heldentaten zu vollbringen und Mädels flachzulegen, und ich Idiot bleibe zurück‘. Verlorene Zeit.

    Von dieser völlig unrepräsentativen Individualerfahrung argumentiert könnte ein Grund die massive Feminisierung der heutigen jungen Männer sein. Ihr ganzes Leben lang von Erzieherinnen und Lehrerinnen auf Feminismus getrimmt, ruhiggestellt, den natürlichen männlichen Tatendrang unterdrückt und als etwas Böses verdammt. Dazu noch, die Aussicht auf Sex mit heissen Frauen war schon immer DER Motivationsfaktor für Männer. Wenn das zunehmend unattraktiver wird weil die Mädels zu arroganten feminismusverseuchten Nervensägen werden und Internetporn viel einfacher zu kriegen ist: Wozu dann in die Welt ziehen und Heldentaten vollbringen? Schon alleine der Satz „Nachher gefällt ihr nicht, was ich baue“ von Tom ist sehr aufschlussreich. Der Mann ist komplett zum rückgratlosen Beta abgerichtet worden.

    • Erwachsen werden bedeutet für einen Mann nichts anderes, als sein Leben in den Dienst für Frau (und Kind) zu stellen.
      Nicht wenige ziehen da das bequeme Leben zu Hause vor und möchten die „Freiheit“ so lange wie möglich hinauszögern.

      • Genau das ist es und darauf haben immer weniger Lust. Das eigene Leben wegzuschmeißen und sich als freiwilliger Sklave der Frau unterzuordnen ist ja auch sooooooooo toll.
        Nein danke, da bleib ich lieber Peter Pan und spiele Fallout 4, da kann man die nervigen Arschlöcher auch einfach umnieten.

          • Wenn man bedenkt, was die Mutter in Hotel Mama so alles für einen tut, ist wohl eher die Frage, ob nicht sie die Sklavin ist.

          • Inwiefern bist du denn der Sklave deiner Mutter? Ich hatte damals nie das Gefühl einer zu sein, bloß bestimmte Regeln haben genervt. Dafür war die Bude immer aufgeräumt und die Wäsche immer gewaschen (nicht dass das heute ein großes Ding bei mir ist).

          • Also Hotel Mama ist bei weitem nicht bei jedem ein all inklusive Hotel. Meine Eltern sagten mir damals deutlich, wenn ich nicht eine Ausbildung oder ein Studium Anfang setzen sie mich vor die Tür und zahlen keinen Unterhalt mehr.
            Meine Eltern räumten meiner Schwester und mir schon seit Jahren nicht mehr hinterher. Selbständigkeit war gefordert.
            Hotel Mama ist für mich schlicht und einfach ein Albtraum, der keine Selbständigkeit zulässt. Jeder der dies der Eigenständigkeit vorzieht sollte mal scharf nachdenken.

        • Wenn du dich in einer Beziehung unterordnest fehlt es eher an Rückgrat als an einer eigenen Wohnung. Weniger heulen, mehr für die eigenen Interessen eintreten. Das würde der Welt echt helfen.

          • Ich habe bisher keinen Mann kennengelernt der sich nicht irgendwann seiner Alten untergeordnet hat, egal ob Alpha, Beta oder Sonstwer. egal Deutscher, Russe oder Araber. Die sind alle als Tiger gestartet und als Bettvorleger gelandet.
            Weiber nerven so lange bis man nachgibt, das ist das Problem. Deswegen vermeide ich die Nerverei, mache mein eigenes Ding und lache über die rückgratigen Typen die noch nicht bemerkt haben, dass sie nach der Pfeife der Frau tanzen.
            Die Welt ist mir übrigens egal, die kann gerne verbrennen.

          • @Henrik
            „Hast du das aus dem Tumblr Profil eines 15 jährigem Nihilisten abgeschrieben?“
            Intelligenter Kommentar. Nimmt dich deine Alte eigentlich immer noch regelmäßig mit dem Strapon?
            Cucks wie du sind echt lustig.

      • Werter Adrian, na, immer noch nicht „erwachsen“? Oder wie sieht bei Ihnen im Leben das Äquivalent zum „Dienst für Frau (und Kind)“ aus? Oder sieht die „heteronormative Mehrheitsgesellschaft“ das so?
        Können wir mal bitte von diesen Klischees wegkommen, wir leben immerhin im 21.Jahrhundert;-)

    • Ich bin damals vor 30 Jahren im Alter von 21 Jahren ausgezogen, und ich konnte es irgendwann nicht mehr erwarten endlich draussen und eigenständig zu sein. Ich bin in der Zeit zwischen dem Abi und der Nestflucht zunehmend depressiver geworden, und dann endgültig aufgeblüht als ich endlich meine eigene Bude in der Stadt hatte.

      Ging mir ähnlich. Allerdings war mir der Grund nicht so richtig bewusst. Erst mit dem Zivildienst, wurde mir klar, dass ich danach nicht mehr zu Hause einziehen würde. Egal was es kostet.

  3. 68% zu 56% ist kein allzu großer Unterschied.

    Man müsste die Frage anders herum stellen: Warum zieht es die chronisch einkommensschwache Gruppe der jungen Leute aus dem Nest, wenn sie doch dort alles haben dabei auch noch Geld sparen? Oft ist es ja auch so, dass sie noch im Studium stecken und das Einkommen der Eltern nicht ausreicht, um ihnen eine eigene Wohnung zu finanzieren.

    Ein möglicherweise gewichtiger Faktor wäre, dass Frauen in dieser Altersgruppe viel leichter einen festen Beziehungspartner finden, der dann oft etwas älter ist und bereits genug eigenes Geld verdient.

      • Richtig. Frappierend wie das natürlich im Artikel als Selbständigkeit gedeutet wird, dabei ist es genau andersrum. Ein Mann, der bei den Eltern auszieht, ist dann selbständig und muss sein Leben alleine Stemmen. Frauen ziehen eher zu irgendeinem Typen, der dann die Versorgung übernimmt.

        Über die letzten 15 Jahre habe ich das schön bei Freunden beobachten können: Alleinstehende Typen haben eine schön eingerichtete Wohnung mit genug Platz. Kommt eine Freundin dazu, zieht sie bei ihm ein. Klar suchen sie sich irgendwann was gemeinsames, aber erstmal reicht seine Wohnung auch für 2.

        Alleinstehende Frauen wohnen in WGs oder in 1-Zimmer-Löchern im Dachgeschoss oder Keller eines Hauses, und das erste, was passiert, wenn sie einen Typen am Start haben, ist dass sie zu ihm ziehen und die eigene „Wohnung“ auflösen.

        Bei zwei Freundinnen ist das ein Zyklus von ca. 1 bis 2 Jahren Länge den sie jetzt schon mehrfach durchlaufen haben. Immer abwechselnd „Suche *dringend* 1 Zimmer-Wohnung ab sofort“ und dann nach einer Weile werden die Billigmöbel verscherbelt, weil der Typ eine so schön eingerichtete Wohnung hat, dass ihr Crap nicht zu gebrauchen ist.

        (Alter der beteiligten Personen zwischen 25 und 39.)

    • Da geb ich dir recht. Wenn man die % Zahlen weiter aufschlüsselt (Hauptverdiener, Zuverdiener, Hausbesetzer ohne eigenes Einkommen) wäre das sicher sehr erhellend.

      • Bzw. die Paarung mit einem einkommensstärkeren Partner wird auch gern unterschlagen. Eine weitere von den Debatten wo Männer allgemein dumm angemacht werden.

    • Das mag durchaus ein Faktor sein, doch ich glaube er erklärt nicht alle Fälle. Grob überschlagen sind für eingenständiges Leben im Studium rund 700€ notwendig. Man kann auch etwas tiefer gehen, aber dann wird es in manchen Städten schon eng.
      Das dürfte für die meisten Haushalte stemmbar sein, zumal der Staat ja noch weiter Kindergeld zahlt. Wenn man natürlich 2-3 Kinder durchs Studium bringen muss, sieht die Rechnung dann auch schonmal anders aus.

  4. „Töchter haben oft weniger Freiheiten, das kann die Motivation erhöhen, das Weite zu suchen. Sie helfen häufiger im Haushalt und sind daher selbstständiger“,

    Ja, ja, die Frau als ewiges Opfer und zugleich überlegenes Wesen. Wie könnte es auch anders sein.

  5. Ich habe den Eindruck, dass Mütter ihren Töchtern gegenüber kritischer sind als ihren Söhnen gegenüber. Und das deshalb die Töchter eher das „Weite suchen“ als die Söhne.

    Möglicherweise auch vice versa, also dass Töchter ihren Müttern gegenüber kritischer sind, als das die Söhne gegenüber ihren Müttern sind.

    „Intrasexuelle Konkurrenz“ auch innerhalb der Mutter-Tochter-Beziehung als Vorbereitung für das spätere Leben…

    Weiterer Erklärung: Die Abwesenheit der Väter, respektive die Bedeutungslosigkeit der Väter innerhalb der Familie. Ich kann mich an die Streitereien zwischen mir und meinem Vater erinnern, die mich (mit 19 Jahren) auch dazu bewogen, mir einen eigene Bleibe zu suchen. Schaue ich mir Familien in meinem Umfeld an mit Söhnen zwischen 18 und 25 Jahren Jahren, so sehe ich in erster Linie (falls noch vorhanden) Väter, die mehr oder weniger nichts mehr zu sagen haben…

    • Diesen Eindruck habe ich bei manchen Familien im Bekanntenkreis auch. Der Sohn wechselt fünf mal die Ausbildung/Studienfach und kümmert sich eigentlich um gar nichts. Warum auch? Mutter übernimmt es ja.
      Die Tochter wechselt einmal das Studienfach und hat sich sonst um alles selber gekümmert und trotzdem wird gemotzt.
      Das ist natürlich keine repräsentative Erhebung.

      • „Der Sohn wechselt fünf mal die Ausbildung/Studienfach und kümmert sich eigentlich um gar nichts. Warum auch? Mutter übernimmt es ja.
        Die Tochter wechselt einmal das Studienfach und hat sich sonst um alles selber gekümmert und trotzdem wird gemotzt.“

        Da kann ich das exakte Gegenbeispiel liefern.
        Unser jüngeres Mädchen hat das 4. Studienfach angefangen (lebt zuhause, vermüllt) und weiß immer noch nicht, ob es das richtige ist, während mein jüngerer Sohn zielstrebig sein Studium (in einer WG) zu Ende führt.

        • Wie hießt es so schön: Ausnahmen bestätigen die Regeln.

          Das müsste man wenn man statistisch untersuchen, wobei ich so meine Zweifel hab ob man dort überhaupt verlässliche Zahlen bilden kann. Schließlich sind das doch ziemlich subjektive Kriterien.

          Und lass mich raten: Sie studiert irgendwas mit Medien?

  6. Wenn ich mal so zurück denke, könnte ich nicht sagen, dass es bei den Gründen Schule, Studium oder Ausbildung einen auffälligen Unterschied gegeben hätte. Kaum jemand wäre damals ohne Notwendigkeit ausgezogen.

    Allerdings kann ich mich auch erinnern, dass viele der Mädels damals noch während ihrer Ausbildung in die Wohnung ihres Freundes oder mit diesem zusammen in eine eigene Wohnung gezogen sind. Umgekehrt würde mir kein einziger Fall einfallen, bei dem einer der Jungs in die Wohnung der Freundin gezogen wäre.

    Die erste eigene Singlewohnung kam bei den „Nesthockern“ in der Regel erst nach der Ausbildung, wenn das Geld dann auch dafür gereicht hatte. Und nicht selten ist dann kurze Zeit später bei den Jungs auch eine, gerne auch jüngere Freundin mit eingezogen.

    • Kaum jemand wäre damals ohne Notwendigkeit ausgezogen.

      Wann war dieses „damals“?

      Mir scheint, dass dieser „Solange du deine Füsse unter meinen Tisch streckst…“-Spruch ausgestorben ist. Von uns gegangen, ohne „Tschüss!“ zu sagen…

    • „Allerdings kann ich mich auch erinnern, dass viele der Mädels damals noch während ihrer Ausbildung in die Wohnung ihres Freundes oder mit diesem zusammen in eine eigene Wohnung gezogen sind. Umgekehrt würde mir kein einziger Fall einfallen, bei dem einer der Jungs in die Wohnung der Freundin gezogen wäre.“

      Dieser Umstand alleine könnte einen beträchtlichen Teil der Lücke erklären.

      Ausziehen bedeutet ziemlich oft nicht, alleine zu wohnen, sondern mit jmd zusammen.
      Und weil im Mittel eher Frauen (etwas) ältere Männer und Männer jüngere Frauen bevorzugen, spiegelt sich das auch in dieser Alterslücke wieder.

  7. „Töchter haben oft weniger Freiheiten, das kann die Motivation erhöhen, das Weite zu suchen. Sie helfen häufiger im Haushalt und sind daher selbstständiger“, sagte der Hamburger Kinder- und Jugendpsychologe Michael Thiel jüngst in einem SPIEGEL-Interview.
    Na da soll der Herr Psychologe mal ein paar Quellen liefern.

    Ich kann nur sagen, wenn ich mir meine ehemalige Grundschulklasse so anschaue, da sind fast alle die weiter weg gezogen sind Frauen. Die Männer bleiben hingegen meist in der näheren Umgebung. Der im Artikel angesprochene Effekt spiegelt sich also hier auch in der Distanz wieder.

    Dafür gibt es sicherlich viele Gründe. Einer davon ist denke ich herkömmlich – die Frauen wurden früher sonstwohin verheiratet, während Söhne den elterlichen Bauernhof/Betrieb oder das Haus weiterzuführen hatten.

    • Andere Spekulation:

      Es ist der heutigen (jungen) Frau zutiefst zu eigen, quasi alle anwesenden Männer als unter ihrer Liga anzusehen.

      Da ist die Vermutung naheliegend, dass man einfach Pech mit der Region hat und woanders die Männerauswahl besser sein müsste. Vorzugsweise in der Stadt, wo ja ganz viele rumlaufen.

      Nachdem ich beim Schreiben so weit war, dachte ich „Google doch mal“ und fand u.a. das hier:

      “I’ve been on a date with everyone in this city,” my friend—let’s call her Liz—lamented one overcast afternoon. “I think I need to move.”

      Paired with a perfect poker face, it was unclear if she said this in jest or if she was completely resigned, as if moving were the next, albeit inconvenient, step in the long quest in finding requited romance

      Es ist schon hart, wenn man 461 KO-Kriterien bei der Partnerauswahl hat 😀

  8. Das Gap kommt wahrscheinlich daher, dass viele Frauen nahtlos von den Eltern zum Freund ziehen, der dafür vorzugsweise schon etwas weiter, älter und mit eigener Wohnung sein sollte.

  9. Das ist wieder so ein Paradebeispiel, wie man ein Thema wie es einem gefäält ideologisiert.

    Die Jungen kommen einfach nicht mehr raus, *weil es keine Jobs gibt*. Der Arbeitsmarkt ist extrem eng geworden und Aufstieg sehr schwierig. Zeitverträge, miese Jobs, etc, Planungsunsicherheit.

    Eine eigene Bleibe (Haus und Wohnung) ist illusorisch und nicht mehr zu bezahlen! Daher bleibt man bei den Eltern.

    Die sozialen Beziehungen sind fragwürdig geworden, rücksichtsloser Egoismus ist Trumpf (Feminismus ua), das befördert auch das Bleiben bei den Eltern.

    Der Spiegel will aber nur sein sexistisches Süppchen auf den schwierigen gesellschaftlichen Verhältnissen kochen, ohne diese verstehen zu wollen. Das ist ja das, was man heute für „Journalismus“ hält, jedenfalls beim Spiegel und Konsorten.

    • Der „Gap“ kommt einfach von den alten Geschlechterrollen. Und da ein Job heute besonders mies ist, sind die werdenen Familienväter natürlich besonders benachteiligt.

      Also macht man das heute so: man hat Kinder mit irgendwelchen Freundinnen, die dann vollsozialstaatsfinanziert („Unterhaltsvorschuss“, „alleinerziehend“ etc) sich dem staatlichen Job der Reproduktion des Volkskörpers annehmen, während die Männer sich so la-la über Wasser halten. Natürlich sinkt die Motivation aus dieser Sozialstaatsfalle rauszukommen mit der Anzahl der Kinder.

    • Also bei mir in der Region (Oberfranken) hat nahezu jeder einer Job gefunden, der einen Job gesucht hatte. Gerade das Handwerk ist leergefegt. Da waren auch Leute dabei, die ich jetzt nicht als die produktivsten und schlausten eingestuft hätte. Aber vielleicht ist das auf dem Land noch etwas anders, da dort das Handwerk tiefer verwurzelt ist und nicht (bzw. nicht so sehr) als unattraktiv angesehen wird.

      Wenn man sich die Zahlen bundesweit anschaut gibt es deine Aussage schlicht nicht her. Sicher, der Arbeitsmarkt ist nicht perfekt und nicht jeder landet sofort im Traumjob, aber das ist trotzdem jammern auf sehr hohen Niveau. Wer ernsthaft sucht, findet in aller Regel auch etwas.

      Ob man von der 400€/Monat Ausbildungsvergütung eine eigene Wohnung finanzieren kann, bleibt mal dahingestellt.

      • „Wenn man sich die Zahlen bundesweit anschaut gibt es deine Aussage schlicht nicht her.“

        Ist mir klar. Du weisst, was ein „steady-state“, ein Fliessgleichgewicht, ist? Dieses kann schnell eine Stabilität vorgaukeln, wo keine ist. Die Leute, die keinen adäquaten Job finden, die parken in Fortbildungen und sonstwo, sind also alle untergebracht.

        Lehre will keiner machen, weil das mit dem Meistertum der reine Feudalismus ist und sie Aufstiegschance gering. Immerhin finden viele Betriebe dann letztlich doch wieder Leute, nämlich die eigenen Kinder, zum Weitermachen.
        Das ist kein „Klagen auf hohem Niveau“, sondern eher ein Mitmachen, auch wenn es an allen Ecken und Enden hapert.
        Viel krasser ist es übrigens schon bei den Italienern, die sind wie ein Vergrösserungsglas der Situation in D.

        • „Lehre will keiner machen, weil das mit dem Meistertum der reine Feudalismus ist und sie Aufstiegschance gering.“
          Ich weiß nicht in welchen Paralleluniversum du so lebst. In der realen Welt machen gute Handwerker im Moment einen richtigen Reibach. Die können sich vor Aufträgen gar nicht mehr retten.

          • @Henrik, hä? Weisst Du dass man „Handwerker“ nur dann ist, wenn man „Meister“ ist?

            Ja, dass wer als Meister seine Gesellen so richtig rumscheucht, guten Reibach machen kann, ist mir auch schon aufgefallen. Aber meist klappt das System nicht so gut. Denn wer nur so lala bezahlt wird, der arbeitet nur so lala.
            Neulich musste ich mir zB von einem netten Betrieb verwundert anhören, dass er keine Dacharbeiten mehr ausführen wolle, da kein Mitarbeiter bereit sei, auf ein Dach zu steigen. Ich schätze mal, dass dies nicht besonders geschäftsfördernd ist.

            Und keine Sorge, ich lebe in keinem Paralleluniversum, sondern so ziemlich in der normalsten deutschen Welt mit der ganzen Pracht seiner Widersprüche 😀

            Viele Aufträge werden auch einfach aus Terminmangel abgesagt und verschleppt, weil sie nicht lukrativ genug sind und der Auftragnehmer das nicht zugeben will und kann! Ich vermute, dass dies ein Hauptgrund für die angespannte Auftragslage ist. Wenn du klarmachst, dass du Premium zahlst und keine Schwierigkeiten machst, haben die Leute sofort Zeit. Die Zahlungsmoral der Kundschaft ist nämlich auch schon längst nicht mehr das, was sie vielleicht früher mal war! Muss man fairerweise auch bedenken!

          • „, hä? Weisst Du dass man „Handwerker“ nur dann ist, wenn man „Meister“ ist?“
            Wo hast du denn diesen Blödsinn her? Ist ein Geselle etwa kein Handwerker?

          • Ist in Berlin auch so aber bei den Mitarbeitern kommt trotzdem nur ein Stundenlohn von 11,50 an. Selbst in Branchen die extrem boomen wie Gas-Wasser Scheiße.
            Den Reibach machen die Meister. Allerdings kriege ich auch mit, dass viele der jüngeren Gesellen inzwischen Singles sind. Entweder die finden keine Frau mehr (Hypergamie) oder die verzichten von sich aus auf Frauen.

  10. „Wie würdet ihr den „Umzugsgap“ erklären?“

    In einem Haushalt kann es nur EINE Königin geben.
    Werden die Töchter erwachsen, gibt es immer mehr Reibereien untereinander und mit der Mutter, die zu einem beschleunigten Auszug führen.
    Zwischen Söhnen und ihren Eltern gibt es solche Kämpfe in aller Regel nicht.

    Dass die Quote der Nesthocker insgesamt steigt, könnte auch daran liegen, dass die elterlichen Wohnungen/Häuser heute deutlich größer sind, als noch vor 30 Jahren. Da hängt man sich weniger eng auf der Pelle und die auseinandertreibenden Kräfte bleiben geringer.

    • Auch vielleicht ein Aspekt: Die Frau ist unter höheren Zeitdruck auf eigene Beine zu kommen und eine Familie zu gründen. Der Mann kann das auch ohne Probleme in die vierziger und fünfziger schieben. Da ist die Motivation Anfang zwanzig mal richtig loszulegen einfach nicht so groß.

      • „Die Frau ist unter höheren Zeitdruck auf eigene Beine zu kommen und eine Familie zu gründen. “
        Keine Ahnung wo du her kommst, in Berlin gehts den Frauen eher darum die Beine breit zu machen als um Familie gründen. Stört mich übrigens kein Stück, ich find das gut.

  11. Wer seine Kinder liebt, nötigt sie auszuziehen, sobald sie ein Einkommen haben. Je früher sie auf eigenen Füßen stehen, desto wahrscheinlicher gibt es irgendwann Enkel 🙂

    • Meinen Mann habe ich direkt vom Hotel Mama abgeholt, mit 23, noch studierend, ich mit 19 Azubine im Schichtdienst, mein Lohn hat uns die erste Bude finanziert.
      Also eher ungewöhnlich.
      Jetzt ist es andersherum, ich die strenge Hausmuddi, die von ihren Töchter ein gewisses Maß an Ordnung und Selbstorganisation verlangt. (Sie sind aber noch so klein, dass sie eh niiiiie weg wollen von Papa. :D)
      Und bald kommt der Prinz, da bin ich eh mal gespannt, ob mein Mutterherz da zum Verhätscheln neigt. Da sein Vater aber ein nimmermüdes Stehaufmännchen ist, der keinem Müßiggang kennt und sehr fordert, stehen die Chancen auf Gammeldasein schlecht.

  12. Bin 24 und noch bei meinen Eltern, auch wenn ich die Möglichkeit dazu hätte ohne Probleme zusammenzuziehen.

    Gründe sind die folgenden: Man spart sich Geld. Sehr viel Geld. Bis auf die Handyrechnung und das Internet stehen keine Kosten an. Selbst lebe ich auch sehr sparsam, bescheiden. Radle sehr viel durch Wien, benutze das Auto kaum. Somit Kosten gleich Null. 90% des Gehalts werden brav eingespart damit man sich in den kommenden Jahren was leisten kann, eine Genossenschaftswohnung mit Kaufoption wäre hervorragend.

    Meine Eltern haben kein Problem damit. Erstens ist es im südosteuropäischem normal, dass man bis zur Heirat im Elternhaus bleibt und daher nichts verpöntes.

    Ich sehe es nicht tragisch, hab ein gutes Verhältnis zu den Eltern, helfe zuhause aus wo ich kann. Klar, etwas Probleme gibt’s wenn man Weiber hambringen will, aber dafür gehts auch im Hotel in der Nähe gut.

    • „Klar, etwas Probleme gibt’s wenn man Weiber hambringen will, aber dafür gehts auch im Hotel in der Nähe gut.“

      Welche Frau macht sowas mit?

      in den kommenden Jahren was leisten kann, eine Genossenschaftswohnung mit Kaufoption wäre hervorragend

      Ja, Wien ist bestimmt auch teuer. Aber warum nicht gleich eine Wohnung abzahlen und dann verkaufen, wenn es nicht mehr passt? Auch eine Form zu sparen, nur dass man dann halt schon separat wohnt und außerdem die Inflation nicht so durchschlägt. Haben meine Frau und ich damals mit Erfolg gemacht.

      • „Welche Frau macht sowas mit?“

        Natürlich waren damit nur die einmaligen Gschichten nachm Fortgehen gemeint oder die einzelnen Fickfreundschaften :^)

        „Ja, Wien ist bestimmt auch teuer. “

        Wien wird leider aufgrund von Wohnungsmangel immer teuerer, zumindest je weiter es Richtung innere Bezirke geht.

        „Aber warum nicht gleich eine Wohnung abzahlen und dann verkaufen, wenn es nicht mehr passt?“

        Das wäre auch eine gute Möglichkeit mit der ich mich noch nicht so richtig auseinandergesetzt habe. Müsste ich mal abklären inwiefern man da was konkretes finden kann.

  13. Mit 18 habe ich damals (nun gut ist auch erst 3 Jahre her) ein Studium in der nächst größsten Stadt angefangen. Eine eigene Wohnung hätte eigentlich keine Not getan, ich hätte auch ohne Probleme Pendeln können. Aber ich wollte dennoch so schnell wie möglich ausziehen.

    Zum einen kommt es im Elternhaus trotzdem immer zu Reibereien und Meinungsverschiedenheiten. Das eigene Leben so leben, wie man es selber leben will ist dort nur eingeschränkt möglich. Desweiteren hatte ich bereits damals schon einen längeren Auslandsaufenthalt in Spanien eingeplant. Da erschien es mir eine gute Idee erst einmal in Deutschland eine Weile alleinezuleben statt gleich direkt in Spanien in das kalte Wasser zu springen.

    Diese Entscheidung habe ich nie bereut. Ich ziehe auf Dauer eine eigene Wohnung dem Familienheim immer vor.

  14. Hängt auch mit der starken Präsenz der Mütter und dem zu wenig vorhandenden aktiven Engagement in der Erziehung zusammen.
    Mütter halten es weniger aus, wenn das gleichgeschlechtliche Ebenbild in Form der Tochter ein Lotterleben führt; auch werden an die Töchter wesentlich höhere Ansprüche gestellt bezüglich „was sie alles zu meistern haben„. Kurz gesagt Die Töchter werden eher dazu herangezogen, Aufgaben von Erwachsenen zu übernehmen und zu erlernen als die Söhne.
    Bei den Söhnen verschiebt man es gern auf denk Sankt-Nimmerleins-Tag oder registriert nicht, wie die Jahre vergehen und sie älter werden und den Anforderungen an einen Erwachsenen immer noch nicht gewachsen sind, obwohl sie intellektuell dazu in der Lage wären, wenn man dies nur stimuliert, anregt.
    Sie bleiben so etwas wie das „ewige Kind“ der Eltern. Ob 15 oder 30, sie bleiben immer noch in der selben Rolle für Eltern, es sei denn, wenn irgendwelche äußeren Gründe dagegen sprechen (z. B. Krankheit der Eltern, Selbstständigkeitsbemühungen des Kindes von allein, Berufsausbildung in einer fernen Stadt, oder völlig inkompatible Lebensstile).
    Warum das seltsamerweise bei den Töchtern wieder anders läuft, das frage einen einer zu viel.
    Grob gesagt, wirkt diese Form der Ungleichbehandlung wie missbrauchende Strukturen in Familien. Wie wenn Eltern das Kind mehr brauchen als umgekehrt – bzw. vielleicht auch nur ein Elternteil (hier explizit: die Mütter).
    Warum? Konsequentes, nicht emotional missbrauchendes Verhalten, würde nämlich, erstens, ein gleichmäßiges Einbringen von beiden in der Praxis (worauf ein Gleichklang bezüglich „Verwöhnen“ bei einem bestimmten Kind nicht wirklich hinweist), und zweitens würde es darauf hinauslaufen, die Kinder soweit zur Selbstständigkeit zu erziehen, ihnen auch die technischen Fähigkeiten dafür mitzugeben, dass sie sich freiwillig irgendwann von allein abnabeln ohne dass man es ihnen explizit sagen muss. Dass sie es, auf gut Deutsch gesagt, „peinlich fänden“, mit 25 immer noch bei den Eltern zu Hause zu wohnen. Weil niemand mit 25 mehr Reden von seinen Eltern ertragen will, was er in seiner Freizeit alles (in ihren Augen) unpassendes oder unverständliches anstellt. Man möchte es ganz einfach, dass die nicht einmal mehr was davon mitkriegen, um diese Diskussion nicht zu haben.
    Wenn das also nicht stattfindet, eine dauerhafte Bindung an die Eltern bis ins Erwachsenenalter hinein verfestigt wird, sollte man sich fragen: Wer hat dem das angewöhnt?
    Da zwei Personen (wenn sie denn präsent sind) sehr unwahrscheinlich genau den gleichen Erziehungs-/Prägungsstil haben, und Väter nicht gerade dazu neigen, ihre Kinder bis zum Sterbebett an sich zu binden und versorgen zu wollen, sieht das eher nach einem Ungleichgewicht zu Gunsten der Mutter aus. Mütter können auch, wenn sie Deutungshoheit in diesen Fragen in der Familie haben, sehr wohl auch Väter in diesen Stil einbinden, dass sie diesen mitmachen. Gerade bei nicht so charakterlich ausdrucksstarken Vätern kann das der Fall werden (oder wenn diese gar nicht vorhanden sind, siehe Alleinerziehende).

    Das soll jetzt kein Verdammen der Mütter werden (so etwas könnte man ja leicht unterstellen), es ist eine Feststellung, die sehr viel auf die Entstehung von ernsthaften psychischen Krankheiten basiert.
    In diesen spielt Fehlverhalten der Mutter und speziell eine Überpräsenz dieser häufig eine Rolle – und es muss nicht immer die schwerwiegende Störung sein, die entsteht, es reichen auch wesentlich subtilere dysfunktionale Muster aus, die verfestigt werden, die den betreffenden Kindern im späteren Leben Probleme bereiten.
    Und da gerade in dieser Zeit immer die Tendenz dahin geht, lediglich weiblichen Personen die Erziehung zu überlassen (ob Mütter, Erzieherinnen, Lehrerinnen), auch dass die Väter und andere Männer, die einen Beitrag leisten könnten, sich immer mehr daraus zurückziehen (teilweise, weil sie es selbst nicht anders gelernt haben – auch nur rein von Frauen aufgezogen wurden), sollte man über diesen Aspekt, für den die Wissenschaft bereits jetzt schon Beweise, respektive Indikatoren, seit Jahrzehnten hat, mal geredet haben.

    Hinweisend auf einen solchen Sachverhalt ist es explizit in diesen Nesthocker-Fällen auch, dass männliche Individuen davon weit häufiger betroffen sind als weibliche, da Frauen, wenn sie eine ungesunde Neigung haben, sich einen Ersatzpartner in den Kindern zu suchen, nicht gerade eine Tendenz zum eigenen Geschlecht haben. Die Suche nach so etwas bezieht sich immer auf das bevorzugte Geschlecht, welches sie bei der gewöhnlichen Partnerwahl auch bevorzugen würden. (Wenn Väter also das Gleiche tun würden, würden sie eher die Töchter für diese Rolle bevorzugen.)
    Wenn Töchter bei den Müttern in so etwas einbezogen werden, dann sind sie eher in einer „beste Freundin“-Positon anzutreffen, bei welchen die betroffenen ausführenden Mütter durchschnittlich aber weniger Probleme haben, welche in ihrem eigenen Alter zu halten (darum kommt es zahlenmäßig nicht so häufig vor, auch sind dann die Rollenansprüche anders gesteckt – beste Freundin darf z. B. auch alleine wohnen). Mit Partnern im sexuellen Sinne treten da wesentlich mehr Probleme auf (und diese werden auch anders, weitaus fester an einen gebunden; mit ihnen wohnt man z. B. in der Regel zusammen).

    Also, wenn man meine Meinung nehmen will – ich denke, man muss sich dann in dem Zusammenhang mit dem „Ersatzpartner“-Thema aus der Psychologie beschäftigen.

    Unabhängig davon können auch logistische oder finanzielle Gründe daran beteiligt sein (man bedenke nur die „Stallpflicht“ für erwachsene Kinder von Hartz-IV-Beziehern, die bis 25 gilt, insofern diese nicht auf dem ersten Arbeitsmarkt Fuß fassen und nicht an die Weisungen dieser Form der Grundsicherung mehr gebunden sind; in Ländern wie den USA ohne eine staatlich garantierte Mindestsicherung kann Arbeitslosigkeit allein schon dafür verantwortlich sein, bei Verwandten zu wohnen).
    Das, denke ich, ist aber weniger häufig der Fall, nicht hier in Deutschland.

    • „Wie aus Untersuchungen der OECD hervorgeht, beträgt der Anteil des Mannes am Haushaltseinkommen von Paaren in Deutschland beachtliche 77 Prozent.“

      Daraus KANN man eine erhöhte Selbständigkeit herauslesen, MUSS es aber nicht.
      Es gibt Spitzenverdiener, die nie mehr gelernt haben, als eine Dose Fertigfutter zu öffnen und schon am Frühstücksei scheitern würden.
      Und wie schon herausgearbeitet wurde, lässt sich eine frühe oder hohe Selbständigkeit (junger Frauen) auch nicht aus dem frühen Verlassen des elterlichen Nests herauslesen.

      Rein gefühlsmäßíg neige auch ich dazu, Frauen eher eine geringere Reife beim Verlassen des Elternhauses zu attestieren. Sie konnten sich weit eher darauf verlassen, dass es da irgendwo immer jemanden gibt, der ihnen unter die Arme greift, wenn sie aus eigener Kraft nicht weiterkommen.
      Ich bin in einem Haushalt mit zwei Brüdern und einer Schwester aufgewachsen. Während wir drei Jungs schon in unserer Kindheit (60er Jahre) alle nötigen Handgriffe im Haushalt lernten, blieb meine später geborene Schwester von solchen Aufgaben befreit, bis sie ihren eigenen Haushalt als Twen begründete.
      Und bei den heutigen Twens sehe ich wesentlich(!) mehr selbständige Männer, als Frauen.
      Das kann aber auch einer selektiven Wahrnehmung geschuldet sein.

      • „Es gibt Spitzenverdiener, die nie mehr gelernt haben, als eine Dose Fertigfutter zu öffnen und schon am Frühstücksei scheitern würden.“

        Ich dachte eher an die andere Richtung. Wer sich alles bezahlen lässt, ist nicht selbstständig, den sobald der Geldgeber weg ist, kann man das Leben was man mit ihm zuvor geführt hat nicht mehr so weiterführen.

  15. Mal wieder ein typischer Spiegelartikel, der keine wirklich tiefgehende vergleichende Analyse der verschiedenen Zeiträume zulässt. Mögliche Gründe für die längere Verweilzeit von jungen Menschen im familiären Haushalt könnten sein:
    – vor 40 Jahren hat der Großteil der jungen Männer Wehr-/Zivildienst geleistet. Das war in den meisten Fällen verbunden mit dem Verlassen des Elternhauses. Und wer einmal raus war, kam nur ungern zurück.
    – vor 40 Jahren war möglicherweise der Anteil der Eltern, die ihre Kinder nach Abschluss der Schule loswerden wollten, deutlich höher als heute und haben diese quasi rausgeschmissen.
    – vor 40 Jahren war der Anteil der Eigenheimbesitzer wahrscheinlich noch geringer als heute. Daneben waren die Familien wohl auch größer als heute. Mietwohnungen sind nun mal kleiner als Eigenheime, wodurch die räumliche Enge für junge Erwachsene (Männer wie Frauen) wesentlich eher zu Problemen führt, denen man als junger Erwachsener gerne ausweicht.
    – ob die Mieten damals höher waren als heute, im Verhältnis zu den Durchschnittseinkommen, weiß ich nicht. Der Anteil, derjenigen, die eine berufliche Ausbildung begonnen haben, war aber ganz sicher höher als heute. Und mit den Ausbildungsentgelten konnte man sich (zumindest in einigen Berufen) schon eine Mietwohnung leisten. Spätestens nach Abschluss der Ausbildung und dem ersten Job, war man raus aus der Familie.
    – hat das Sozialamt vor 40 Jahren auch Wohnungen für junge Sozialhilfeempfänger gezahlt?

    Kann jemand noch mehr Spekulationen in die Diskussion einbringen?

  16. „Wie würdet ihr den „Umzugsgap“ erklären?.“

    Sexueller Marktwert. Die Erfahrung von Frauen Anfang 20 ist, dass sich Türen öffnen wo auch immer sie hingehen. Daher ja auch diese immense Reiselust, die nach meiner Erfahrung bei jungen Frauen stärker und früher einsetzt. Als junge Frau auf dem Peak oder kurz vor dem Peak des sexuellen Marktwertes muss sich die Welt wie ein gigantisches Selbstbedienungsbuffet anfühlen. Überall ergeben sich Chancen. Wo man auch hinkommt, man scheint willkommen. Mit einer einzigen cleveren Beziehungsentscheidung kann sie ausgesorgt haben, zumindest ihren Lebensstandard deutlich anheben.

    Gar keine Frage, da will man genug Freiraum haben um sich entsprechend entfalten zu können. In der miefigen Enge des eigenen Elternhauses ist das nicht unbedingt gegeben. Zumal dann wenn (durch die Eltern) höhere Anforderungen an ihr sittliches Leben gestellt werden.

    Junge Männer demgegenüber machen mit Anfang 20 ganz andere Erfahrungen … wozu dann die heimeligen Annehmlichkeiten von Hotel Mama aufgeben?

    Ich bin ja mit 18 ausgezogen … ^^

    • „Junge Männer demgegenüber machen mit Anfang 20 ganz andere Erfahrungen … wozu dann die heimeligen Annehmlichkeiten von Hotel Mama aufgeben?“
      Wenn man schon Abfall ist „#menaretrash“, warum soll man dann Verantwortung für die Arschlöcher übernehmen die einen eh nur beleidigen. Dann lieber ein faules Schwein sein, das macht wenigstens Spaß.

  17. Ich hab meine ersten „Auszugsversuche“ mit 3 unternommen. Der erste, an den ich mich erinnern kann, fand auf Gran Canaria statt — meine Mutter und ich wohnten zu dieser Zeit bei meiner Oma, die auf der Insel ein Haus hatte. Eines abends nahm ich den Zorro, den Cockerspaniel meiner Oma, an die Leine und marschierte los, geradewegs ins Dunkle hinaus, zwischen Palmen und Agaven hindurch.

    Mama und Oma natürlich in hellster Aufregung. Auf Gran Canaria gibt es tiefe Schluchten, die man im Dunkeln kaum sieht, gar nicht zu reden von Schwimmbecken, in die der noch nicht schwimmen könnende Ich hätte purzeln können. Die spanische Polizei bekam es nicht hin, eine Suchaktion zu starten, da sie das Dieselaggregat für die Suchscheinwerfer nicht in Gang bekam. Zu allem Überfluss kam der Zorro plötzlich alleine zurück, die Leine hinter sich her schleifend…

    Eine deutsche Touristin fand mich auf einem Mäuerchen an einem Schwimmbecken sitzend. Ich sang, um die Furcht vor der Dunkelheit zu vertreiben. „Wo wohnst du denn?“ „Meine Oma!“ Es gelang wohl recht rasch, herauszufinden, wo das war.

    Von da an war meiner Mutter bewusst, dass wenn sie fünf Minuten lang wegsah, die Chancen gut standen, dass das Kind über alle Berge war.

    Mit 6 büxte ich meiner Mutter und einem der Heisenberg-Söhne, Wolfgang Heisenberg, bei einem Spaziergang im Marienforst bei Bonn/Bad Godesberg aus. Für mich war das ein phantastisches, magisches Erlebnis. Ich beobachtete Fische, die neben einem Hotel in einem Becken schwammen. Ich spazierte in einen Herrenhof hinein (https://goo.gl/maps/vKU8qACsYqj), dort saßen allerdings irgendwelche Erwachsenen in den Fenstern der zweiten Etage und riefen: „Ksch! Ksch! Ksch! Weg, blödes Kind! Ksch! Ksch! Ksch!“ Daher folgte ich dem Godesberger Bach bis zum Minigolfclub (https://goo.gl/maps/KwMH1bjqFDn).

    Derweil meine Mutter mit den Nerven völlig am Ende, der Wolfgang kreidebleich, die bonner Polizei in höchster Alarmbereitschaft mit Hundestaffeln und allem drum und dran. Zu allem Überfluss brach auch noch ein Gewitter los. Am Imbisskiosk des Minigolfclubs entdeckte mich ein altes Ehepaar. Die beiden kauften mir einen Eislutscher, einen „Buntstift“ (links unten: https://i.pinimg.com/originals/a4/31/3b/a4313b186f120665158f6cdbbc342c59.jpg). Kurz darauf trabten zwei Grünofanten auf mich zu. „Seid ihr Polizisten?“ „Na, woll’n mer mal schauen!“ Sie setzten mich in ihr Streifenfahrzeug und transportierten mich zurück zum Haus des Wolfgang Heisenberg. Den halbverspeisten „Buntstift“ legte ich auf den Teppichboden des Streifenfahrzeugs. Meine Mutter schloss mich in die Arme. Man konnte den von ihrem Herzen fallenden Felsblock poltern hören.

    Weitere Ausrückaktionen unternahm ich mit 13. Mein Plan war, nach London zu gehen um dort Schriftsteller zu werden. Doch der Versuch, mit meinem Optimisten (ein Boot) den Rhein hinunterzusegeln und dann den Ärmelkanal zu überqueren, scheiterte daran, dass der Rheinfall im Weg war (wir wohnten damals am Bodensee). Am Flughafen Zürich fiel mir keine praktikable Methode ein, mich ohne Bordkarte und Ausweis an Bord einer Maschine zu schleichen. Also legte ich den Plan „Ausreißen in die Freiheit und Schriftsteller sein“ vorerst auf Eis — vorerst: Aufgeschoben ist nicht aufgehoben und jetzt, mit 39, ziehe ich die Sache durch! 🙂

    Meine Mutter hat mich jedesmal, wenn ich als Kind ausgerückt und wieder eingefangen worden war, erleichtert an sich gedrückt. FreyaFrohsinn oder Carnofis wären möglicherweise strenger gewesen und hätten mich bestraft (wobei es bei letzterem afaik biochronologisch sogar prinzipiell denkbar wäre, dass er mein Vater sei, bei Freya nicht so sehr…) — ich glaube aber nicht, dass das einen Unterschied gemacht hätte. Der Drang „Auf zum Horizont!“ war bei mir stets unbesiegbar.

      • Ja, ich bin diese Strecke vor wenigen Jahren nochmal abgelaufen (sogar zweimal). Mit Google Earth konnte ich ziemlich gut lokalisieren, an welchen Orten ich gewesen war:

        Bezüglich des Startpunkts (S), also der Stelle, an der ich aus dem Marienforst herauskam, bin ich mir nicht ganz sicher — ich weiß allerdings genau, dass ich am Grund einer langgestreckten Mulde mit überhängenden Bäumen hangab lief, bei dem Ort, den ich markiert habe, gibt es eine entsprechende Formation.

        Rätselhaft bleibt, wo sich dieses Hotel mit dem Fischbecken befand. Die einzigen Gebäude, die sich heute in dieser Umgebung befinden, sind Scheunen. Kann es sein, dass es in den Achtzigern am Hang zwischen Marienforst und Marienforster Bach ein Hotel gab, das abgerissen — oder in eine Scheune umgewandelt wurde? Liest hier jemand aus Bonn mit, der das eventuell weiß?

        (Oder erinnere ich mich falsch, und es war gar kein Hotel, sondern ein Bauernhaus? Aber Bauernhäuser haben eher selten Fischbecken auf dem Gelände.)

        Der Herrenhof unten am Bach sieht genauso aus, wie ich ihn in Erinnerung hatte. Es scheint sich um eine Kombination aus Bauernhof und Kongresszentrum zu handeln. Auch der Minigolf-Klub scheint im wesentlichen unverändert.

    • „FreyaFrohsinn oder Carnofis wären möglicherweise strenger gewesen und hätten mich bestraft …“

      Nein, solange das Ziel nicht Boshaftigkeit gewesen wäre.

      Mein Großer hatte sich auch mal vom Acker gemacht.
      Wir hatten einen Kleingarten in einem ziemlich verschachtelten Gelände. Als der Kleine mal vor der Gartenpforte ausbüchste und wieder eingefangen werden musste, verabschiedete sich der Große (ca. 4 Jahre alt) mit den Worten: „Ich geh zum Bäcker“ in die andere Richtung.
      Als die Mutter mit dem Kleinen endlich wieder am Garten ankam, war der Große tatsächlich unauffindbar weg.
      Sie eilte daraufhin mit dem Kleinen nach Hause (Handies gab es für Otto Normalverbraucher Ende der 90er kaum), in der Hoffnung, den Großen dort anzutreffen.
      Der aber kam erst einige Zeit später, abgeliefert von der Polizei und stolz wie Lumpi, mal mit dem „Lalü“ mitgefahren zu sein.
      Wie wir dann erfuhren, hatte er tatsächlich den ziemlich langen und verschachtelten Weg zum Bäcker gefunden, auch brav sein Brötchen bestellt, konnte aber mit dem Begriff „Geld“ und „Bezahlen“ nichts anfangen. Auch die Frage nach seiner Mama konnte er nur unbefriedigend beantworten, weshalb die Bäckerfachverkäuferin zuletzt die Polizei rief.
      Alles, was er an „Strafe“ erhielt, war eine Mahnung, nicht einfach auf Gut Glück irgendwohin wegzurennen.

      Ich hab meinen Kindern ausdrücklich einen großen Bewegungsspielraum gelassen, damit sie lernten, sich auch dann sicher zu bewegen, wenn Papa oder Mama nicht mehr sichtbar sind.
      Verbunden mit der vertrauten Gewohnheit, auch große Strecken zu Fuß zurückzulegen, nutzte er nun diese Fähigkeit für seinen Bäckerbesuch. Das konnte ich ihm nicht wirklich vorwerfen 😉

      • 🙂
        Ich bin stets davon ausgegangen, dass andere Eltern strenger reagiert hätten… meine Oma sagte auch zu meiner Mutter (ihrer Tochter), nachdem ich auf Gran Canaria zurückgebracht worden war, „du musst jetzt aber mit dem Kind schimpfen!“ Das tat sie aber nicht, sie war in dieser Hinsicht eher wie Freya oder du.

      • @ Carnofis:
        „Handies gab es für Otto Normalverbraucher Ende der 90er kaum“

        Erste Anzeichen von Demenz?
        Also ich, als derzeit noch Waldbewohner, hatte ein quietschgelbes S6 ( Nick: Fiete’s Telefonzelle ), das gab es sogar für zerlumpte stinkende Penner wie mich beim Priepäidvertrach für Umme dabei …..

  18. Für mich (M 22) und meinen Bekanntenkreis spielt vor allem das Geld eine Rolle beim ausziehen und ganz ehrlich warum sollte man gleich ausziehen? Vor allem wenn der Platz im Haus gegeben ist und das ist zumindest in meinem Bekanntenkreis so gut wie überall der Fall.
    Die Einzigen die ausziehen sind in meiner Umgebung die, die in eine größere Stadt ziehen weil sie dort arbeiten oder die, die sich mit den Eltern zerstritten haben.

    Fazit: Geld spielt die größte Rolle und man hat auf den ersten Blick so gut wie keine Vorteile wenn man früher auszieht.

    • Was ist mit „selbstständig werden“? Ich bin ebenfalls mit 18 ausgezogen, hatte aber noch Unterstützung bis etwa 22, seitdem sorge ich für mich selbst. Gerade aus den Tiefen lernt man sehr gut wie es funktioniert.

      Geld ist ein Faktor, das stimmt schon, allerdings sollte man niemals unterschätzen wie wertvoll selbstgemachte Erfahrungen sind.

  19. Ganz einfach: Frauen suchen sie Männer, die schon eine Wohnung finanzieren und ziehen dann zu diese hin. Auch hier werden die Frauen wieder vom Mann finanziert, was auch nichts anderes ist, als im Hotel Mama zu wohnen. Und Jungs können dies halt nicht, da sie keine Frau finden, die das gleiche für sie machen würde.

  20. Ein weiterer Faktor könnte sein, dass Frauen nur ungern vor den Eltern offen legen, was sie so treiben. D.h. jeden Morgen um 5 erst von der letzten Party nach Hause kommen, wieder mal mit einem anderen Mann im Schlepptau oder erst gar nicht nach Hause kommen.
    So eine eigene Wohnung bietet da schon Schutz davor, dass die geliebte Maske des Unschuldsengels fällt. Es ist so ein kleines eigenes Reich, da kriegen die Alten nicht mit, was man so tut.

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