Abrechnungspflicht für Kindesunterhalt?

Auf Twitter gab es eine interessante Forderung zum Kindesunterhalt:

Gegenwärtig wird das Geld zur freien Verwendung der Person gezahlt, bei dem das Kind lebt. Es ist zwar theoretisch ein Unterhaltsanspruch des Kindes, aber ein Rechenschaftsanspruch wie dieses „fremde Geld“ des Kindes ausgegeben wird existiert nicht.

Das frustriert viele Unterhaltszahler, weil sie das Gefühl haben, dass sie eben für die Kinder zahlen wollen, dass Geld diesen aber gar nicht zugute kommt, sondern eher (zumindest anteilig) den Lebensalltag desjenigen finanziert, bei dem die Kinder wohnen. Das natürlich auch gerade bei höheren Beträgen nach der Düsseldorfer Tabelle.

Natürlich würde eine Abrechnungspflicht auch einiges an Ärger bringen, weil es genug Leute geben würden, die darüber dann versuchen würden, den Unterhaltsempfänger zu kontrollieren und sich in deren Vorstellungen von Kindererziehung und Freizeit einzumischen, ganz abgesehen davon, dass man verschiedenstes offen legen müsste, etwa die Miete, den täglichen Einkauf etc. Letztendlich kann man auch nicht genau mitteilen, wie viele Joghurts sich das Kind nun aus dem Kühlschrank genommen hat und wie viel des Mittagsessens es nun gegessen hat. Selbst eine anteilige Zurechnung der Miete und der Nebenkosten wäre schon eine Herausforderung. Geteilt durch die Anzahl der Personen oder die Quadratmeter des Kinderzimmers? Weiter erschwert wird es auch noch, wenn man bedenkt, dass aus dem Kindesunterhalt ja auch Rücklagen für verschiedenste Ausgaben wie Klassenfahrt oder – etwas strittiger bei der Frage, ob vom normalen Unterhalt umfasst – der Zahnspange gebildet werden sollen. Auch hier dürfte es erhebliche Unterschiede in der Auffassung geben, was nun ggfs zurückgelegt wäre (und wie man das dann machen würde).

Eine Abrechnungspflicht lädt dazu ein Streitigkeiten auf der Beziehungsebene fortzuführen.

Interessanter wäre die Idee, dass man einen Verwendungsnachweis erhalten könnte, wenn man einen begründeten Verdacht hat, dass das Kind nicht hinreichend versorgt ist.

Aber das wäre nach geltenden Recht eher eine Frage des Sorgerecht bzw der Kindeswohlgefährdung. Wenn das Kind unterversorgt ist, dann müsste man dies über einen Sorgerechtsantrag angehen, was aber sicherlich auch wieder schwierig ist, weil es etwas mit Kanonen auf Spatzen ist und die Folge ja auch nur sein kann, dass man das Kind zu sich nehmen will, was ein höheres Maß an Verfehlungen erfordert.

Eine andere häufig geäußerte Idee ist, dass der Unterhaltspflichtige bestimmte Sachen nicht in Geld erbringen kann, sondern in Naturalien, also etwa den Preis für neue Schuhe für das Kind abziehen kann.

Dann aber fehlt es häufig an der notwendigen Sicherheit des Geldeinganges, der Unterhaltsberechtigte muss ja einplanen können, dass er am Anfang des Monats die Miete zahlen kann und am Ende des Monats noch das Essen einkaufen kann. Wenn der andere meint, dass das Kind einen hochwertigen Pullover braucht, dann kann das entsprechend subjektiv sein.

Welche Kontrollmöglichkeiten würdet ihr wann für berechtigt halten?