Die Hälfte der männlichen Australier findet, dass die Gleichberechtigung Männeranliegen nicht hinreichend berücksichtigt

Über Arne fand ich diesen interessanten Bericht:

Nearly half of all male respondents surveyed agreed with the statement that “gender equality strategies in the workplace do not take men into account”. That feeling was strongest among Millennials but was consistent across men of all ages. Those men also believed that men were increasingly excluded from measures to improve gender equality and four in 10 Australian men say political correctness benefits women in the workplace. Around 30 per cent of men say their jobs have been impacted in some way by their gender; and just over one-third of men believe women are better at household tasks.

Das ist erst einmal ein hohes Unzufriedenheitspotential. Die Reaktion darauf ist dann, das als „Backlash“ einzuordnen, statt als etwas, was man – beispielsweise als Politiker – auch nutzen kann um neue Wähler zu gewinnen.

The report’s authors Professor Mark Evans and Virginia Haussegger from the 50/50 Foundation at the University of Canberra wrote: “The observation that younger generations of men view themselves as outsiders, actively excluded from what is now increasingly one of the key debates in many workplaces indicates that there is no room for complacency if we want to avoid a backlash against workplace interventions to address gender inequality.”

Schon erstaunlich: Da wundert man sich, dass Männer auch gefragt werden wollen, wenn über eine Neuordnung des Geschlechterverhältnisses geredet wird. Dabei sind sie ja ein integraler Bestandteil der Debatte.

Natürlich: Wenn man sie nur als Unterdrücker wahrnimmt, deren Joch die Frauen endlich abschütteln müssen, dann mag einem das als Backlash vorkommen. Die Männer sehen es aber anscheinend anders.

Ms Haussegger says progress towards gender equality in Australia is in trouble.

“The current climate of bias and backlash is proving immune to regulatory control … Australian women and girls are failing to flourish as well as they should, given [Australia’s] decade-long world number one ranking in female education,” she said.

Die Frauen haben also eine entsprechende Förderung, sie haben Wahlrechte etc. Aber sie weigern sich einfach ihr Leben den Vorstellungen der Ideologen anzupassen.

Könnte man da auf die Idee kommen, dass die Ideologen unrecht haben mit ihren Vorstellungen?

Nein, der Grund kann eben nur sein, dass die Unterdrückung immer noch zu stark ist.

But Professor Evans says there is a context to the backlash among Millennials and Gen X men. „It’s a response to their own feelings of economic insecurity,“ he says. „It’s also partly a product of witnessing the difficulties experienced by their parents in dual earner families and consequent rising divorce rates.”

Und das sind eben auch durchaus wichtige Gefühle. Wenn man die Gesellschaft liberaler macht und damit auch die Ehe wesentlich unsicherer, dann muss alles neu ausgehandelt werden. Das ist eigentlich sehr verständlich und natürlich wollen auch Männer die alten Deals hinterfragen.

As one of the respondents to the survey, a Generation X man with moderate political views, said: “Yes sexual discrimination is a problem for Australian women but men are having it tough as well … We all fear being middle aged and unemployed. The expectations on us from our parents, our children and at work are overwhelming.”

Und das kann man eben auch einem Rollenbild zuordnen, welches genauso von der Gesellschaft gefördert wird und an dem auch Frauen ihren Anteil haben.

Stuart Whitman, a self confessed member of Gen X and the project officer for the Australian Labor Party’s new Labor Academy, a training and development organisation for the party, argues his generation’s mindset must change. The academy has been established by the ALP to better prepare members for public office.

„It’s lazy and ill-informed to dismiss expectations of decent behaviour and inclusiveness as ‚political correctness‘, culture change will happen in our parties when they start properly resourcing the education and training of their members and MPs.“

„Wir haben recht, auch wenn es nicht klappt. Die wollen sich nur dem Fortschritt in den Weg stellen, eigene Sorgen von denen akzeptieren wir nicht“.

Eine solche Umfrage in Deutschland wäre auch interessant.

6 Gedanken zu “Die Hälfte der männlichen Australier findet, dass die Gleichberechtigung Männeranliegen nicht hinreichend berücksichtigt

  1. Man könnte es auch so umschreiben, das Feminismus/Gleichberechtigung daran krankt, dass vielen scheinbar ein räumliches und zeitliches Vorstellungsvermögen fehlt.

    Stellen wir uns mal einen „Arbeitnehmerstrom“ vor.
    Wir postulieren Frauen seien benachteiligt gewesen, und deshalb ist dieser Strom flußabwärts so gut wie ausschließlich blau. Daran lässt sich nichts mehr ändern, der wird so ins Meer fließen.
    Die feministische Lösung ist nun dafür zu sorgen, dass an der Quelle nur noch rosa Wasser reinfließt.
    Das nennen sie dann Gleichberechtigung. 😉
    Ich würd’s Umweltvergiftung nennen.

  2. „The current climate of bias and backlash is proving immune to regulatory control …“

    Ja, dann muss man mit Zwang ran, schon klar.

    Chris: „Könnte man da auf die Idee kommen, dass die Ideologen unrecht haben mit ihren Vorstellungen? Nein, der Grund kann eben nur sein, dass die Unterdrückung immer noch zu stark ist.“

    Sie waren doch schon immer überzeugt gegen einen übermächtigen und vollkommen uneinsichtigen Gegner zu kämpfen. Sie haben halt noch nicht die Zwangmittel an der Hand, so dass sie bislang immer so tun müssen, als würden sie nur überzeugen wollen. Hört man genauer hin, dann merkt man aber immer, dass ihre läppischen Umerziehungsversuche nur die fahle Kulisse für ihre künstliche Empörung über das Scheitern an einer bösartigen Unbelehrbarkeit ist, hinter der natürlich der Griff nach Zwangsmassnahmen steht.

    „culture change will happen in our parties when they start properly resourcing the education and training of their members and MPs. ….“

    Ja, die öffentliche Hand muss unbedingt von den wohlwollenden Feministinnen indoktriniert werden! So verdienen sie ihr Geld und verbreiten sich dann wie die Pest (bzw „Scientology“ oder andere Kulte, die auf die Elite abzielen).

    • Sehr lustig, was auch in diesem Artikel geschrieben wird (Übersetzung weitgehend von deepl und Hervorhebung von mir):

      „Diese Gegenreaktion kommt zu einem Zeitpunkt, da sich die Bundespolitik in Australien im Umbruch befindet, unter schweren Anschuldigungen wegen Sexismus und Mobbing. Sowohl die Frauenministerin Kelly O’Dwyer als auch die südaustralische Senatorin Lucy Gichuhi bestätigten diese Woche, dass es im Zuge des spills (Erklärung unten) in der Führungsspitze der Liberalen Partei Fälle von Mobbing gab.“

      „Auf die Frage, wie sie eingeschüchtert worden ist, antwortete sie, durch den Druck der schnellen Ereignisse zwischen dem Herrn Turnbull veranlassten spills am Dienstag und der von Herrn Dutton am Freitag einberufenen Abstimmung.
      „Wir hatten nicht die Zeit, die Dinge zu durchdenken. So geschah alles so schnell“, sagte sie.
      Das selbst ist eine Form der Einschüchterung, weil man innerhalb kürzester Zeit eine sehr wichtige Entscheidung treffen muss.

      Schnelle Entscheidungen treffen zu müssen ist einschüchternd für Frauen, daher sexistisch und eine Form von Mobbing.
      Was soll man dazu noch sagen? Facepalm?
      Merken die eigentlich nicht, wie sie sich selbst ins Knie schießen?
      Die Realität überholt die Satire mit Überschallgeschwindigkeit.

      PS: In Australien ist es möglich, selber zu erklären, dass die Führung einer parlamentarischen Partei unbesetzt und offen für die Wiederwahl ist, wenn ich das richtig verstanden habe.
      D.h. es wäre die folgende Abstimmung eine Probe auf die Mehrheitsverhältnisse in der Partei oder Fraktion, inwiefern diese den Parteichef in seiner Funktion unterstützen oder nicht.

  3. „Wir haben recht, auch wenn es nicht klappt. Die wollen sich nur dem Fortschritt in den Weg stellen, eigene Sorgen von denen akzeptieren wir nicht“.

    Man sieht an derartigen Beispielen sehr schön, wie diese ganze Perspektive, diese ganze Bewertung und Reaktion auf eine einzige Handlungs-Option hinausläuft: Pol Pot.

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