„Mütter, die kurze Elternzeit nehmen, werden im Job benachteiligt“

Der Spiegel berichtet über eine Studie:

Frauen, die nach der Geburt nur zwei Monate Elternzeit nehmen, werden dafür im Job abgestraft. Das zeigt eine Studie, die in Kürze das Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung veröffentlichen wird und die dem SPIEGEL vorliegt.

Mütter, die nur kurz Elternzeit nehmen, werden demnach oft als egoistisch und feindselig wahrgenommen. Bei Bewerbungen haben sie auch Jahre später noch schlechtere Chancen als Mütter, die eine längere Babypause gemacht haben. (Lesen Sie hier die ganze Geschichte im neuen SPIEGEL.)

Für die Studie schrieb die Wissenschaftlerin Lena Hipp mehr als 700 fiktive Bewerbungen. Alle Aspiranten bewarben sich scheinbar aus einer festen Anstellung heraus und hatten ein etwa dreijähriges Kind. Der einzige Unterschied: Mal hatten sie für dieses Kind laut Lebenslauf seinerzeit zwei Monate Elternzeit genommen, mal für ein Jahr ausgesetzt.

Das Ergebnis: Die Bewerberinnen, die im Lebenslauf zwölf Monate Elternzeit stehen hatten, erhielten anderthalb Mal so oft eine Einladung zu einem Vorstellungsgespräch wie die mit nur zwei Monaten Elternzeit.

Keine Unterschiede bei Männern

In einem Laborexperiment mit Studenten fand Hipp anschließend heraus: Mütter, die länger Elternzeit nehmen, wurden von den Probanden im Schnitt als intelligenter eingeschätzt, ihnen wurde mehr Führungskompetenz unterstellt – und sie galten als bessere Zuhörerinnen, als warmherziger, gutmütiger, als weniger intrigant und einschüchternd.

Bei Männern spielt die Länge der Elternzeit der Studie zufolge keine Rolle für ihre Bewerbungschancen. Väter, die laut den fiktiven Lebensläufen ein Jahr lang Elternzeit genommen hatten, wurden fast genauso oft zu Vorstellungsgesprächen eingeladen wie Männer mit einer zweimonatigen Auszeit.

Das klingt in der Tat ein wenig nach Dammed if you do, dammed if you don’t. Insofern habe ich mir die Studie mal etwas näher angeschaut:

This study examines how changes in the traditional division of childcare responsibilities affect mothers’ and fathers’ likelihood of getting a job. Can women overcome motherhood penalties by quickly returning to their jobs after childbirth? Do employers discriminate against fathers who take
extended family leave? To answer these questions, I exploit some unique features of the parental leave system and job application process in Germany. The findings from my field experiment show that mothers who take nothing beyond the mandatory leave of two months are 50 percent less likely to be invited to a job interview than mothers who stay home for a year after childbirth. There is, however, no difference between fathers with short vs. long leave. With my laboratory experiment I disentangle the underlying mechanisms for these findings. Employers may value different traits in fathers with short and long family leave, which in sum tend to cancel each other out but discriminate against mothers who “lean in” and “act like men” for violating prevailing gender norms

Quelle: Damned if you do, damned if you don’t? Experimental evidence on hiring discrimination against parents with differing lengths of family leave

 

 

Die Bewerbungen wurden dabei für einen bestimmten Job geschrieben (s. 15):

The application materials used in both studies were designed for one specific occupation. I chose event managers based on several considerations. First, “event manager” is a medium-status occupation in which men and women are fairly similarly represented (Wünsch 2008). This minimizes the risk of occupational gender compositions driving potential differences in discrimination, as several studies of labor market discrimination against women in high status occupations have shown
(e.g. Busch and Holst 2011; Cha 2013; Maume 1999). Likewise, depending on the degree to which jobs are either male- or female-dominated, long family leave—particularly among fathers—may be uncommon and therefore conspicuous (Geisler and Kreyenfeld 2012; Pfahl and Reuyß 2009).

Second, event managers are hired in various sectors (e.g., hospitality, banking, insurance, leisure, public service, etc.) and by organizations of different sizes. This increases the likelihood that the findings of this study will be more generalizable than if the chosen occupation was concentrated in a few economic sectors or types of organizations.

Third, the tasks and activities that event managers perform are similar across different sectors and types of organizations (e.g., they all include planning, organizing, and putting on events). This makes it easier to produce application materials that are suitable for different types of job
advertisements. Materials do not have to be tailored to particular job requirements, which helps streamlining the data collection and maximizes the number of applications that can be sent out.

Die Ergebnisse:

Bewerbungen Männer Frauen Elternzeit

Bewerbungen Männer Frauen Elternzeit

Interessanterweise wurden beide Geschlechter genau 47 mal eingeladen, die Frauen also ein kleines bisschen weniger, weil 360 Bewerbungen verschickt worden sind statt 358 wie bei den Vätern.

Ich würde ja gern die Bewerbungen und den Lebenslauf sehen. Interessant wäre ja schon, was dort genau angegeben worden ist, etwa zur Rückkehr in den Job oder ob es eine Bewerbung direkt aus der Elternzeit war, was ja erhebliche Unsicherheit mit sich bringen würde, ob es klappt, gerade dann, wenn man meint, dass derjenige sich eher verkalkuliert hat und dann wieder abbrechen muss.

Aber auch eine anderer Punkt scheint mir hinterfragbar: Wie sind die Anforderungen an einen Eventmanager und an den Job? Soweit ich weiß ist Eventmanager ein Job, der auch mit einer Ausbildung absolviert werden kann und er kann ganz verschiedene Inhalte haben. Er kann bei Großevents oder eher kleinen Events ausgeübt werden.

Zum Berufsbild das Folgende:

Eventmanager und Eventmanagerinnen sorgen für den reibungslosen Ablauf eines Events, etwa bei Sportveranstaltungen, Hochzeiten, Galaabenden, Konzerten oder Partys. Dafür arbeiten sie auch schon mal am Wochenende oder mitten in der Nacht. Sie kalkulieren das Budget, suchen die passende Location aus, managen die Öffentlichkeitsarbeit und akquirieren Sponsoren. Außerdem kümmern sie sich um die Veranstaltungstechnik und das Catering, verhandeln mit Geschäftspartnern und schließen Versicherungen ab. Während der Veranstaltung überwachen sie das Geschehen, kümmern sich um auftretende Probleme und stehen Kunden, Gästen und Geschäftspartnern als Ansprechpartner zur Seite. Nach dem Event erstellen sie Rechnungen und verfassen einen Abschlussbericht.

Jetzt ist immer die Frage, was man sucht. Ist man eine kleine Eventagentur, die einen Arbeiter braucht, der Leute anruft, zu festen Zeiten Fragen beantwortet, etc dann ist es etwas ganz anderes als jemand, der vor Ort unterwegs ist und auch mal um Mitternach oder am Wochenende einspringt.

Bei einem „ruhigen Bürojob“ in einer kleinen Kanzlei wird man vielleicht sogar jemanden haben wollen, der nicht zu ambitioniert ist und nicht zu sehr Karriere machen will. Den der springt einem dann relativ schnell wieder ab oder will mehr Verantwortung und mehr Lohn. Für solche Jobs sind Mütter mit älteren Kindern gar nicht mal unbeliebt. Sie machen ihren Job, sie fallen nicht mehr aus wie jüngere Frauen, sie sind relativ anspruchslos und haben auch keine besonderen Karriereaussichten. Das kann der perfekte Kandidat für so etwas sein, gerade mit vorheriger Berufserfahrung.

Bei einem „Tag und Nacht Einsatzbereit“ Job will man dann eher jemanden mit älteren Kindern, der diese nicht betreuen muss oder dies von vorneherein an einen Partner abgegeben hat. Da kann eine junge Mutter hoch gefährlich sein, weil es ihr zu stressig wird.

Der Punkt, dass hier gerade Mütter mit langem Aussetzen eher eingeladen worden sind und Männer mit langem aussetzen ebenfalls keinen Nachteil hatten könnte dafür sprechen, dass es eher ruhigere Jobs waren.

Insofern fand ich die Studie jetzt nicht so gelungen oder aussagekräftig. Ich habe etwas nach dem Zusatzmaterial gesucht, es aber nicht gefunden. Wer etwas hat, der kann es bitte verlinken.

Interessanter würde ich eine solche Studie eher zu Führungspositionen finden oder als Frage, bei welchen Jobs die eine oder die andere Weise Vorteile bietet.

 

33 Gedanken zu “„Mütter, die kurze Elternzeit nehmen, werden im Job benachteiligt“

  1. „Für die Studie schrieb die Wissenschaftlerin Lena Hipp mehr als 700 fiktive Bewerbungen.“

    Aber schön, dass sie 700 mal Personalern ungefragt die Zeit raubte und dadurch evtl. dafür sorgte, dass 700 mal echte Bewerber vielleicht nicht oder weniger genau in Betracht gezogen wurden.

        • Richtig so…
          Auch wenn das Ganze als Skandal um eine Lappalie aufgeblasen wurde, ist das Vertrauensverhältnis selbst bei so einer geringwertigen Unterschlagung gestört.
          Insofern hat der Arbeitgeber durchaus korrekt gehandelt, indem er die Kündigung aussprach.
          Ach tschuldigung, das böse Patriarchat wieder. Die Firma ist zum Glück weiblich. 😉

      • Ich habe nur mal kurz in die Studie geschaut.
        Auf Seite 14: „By the time the fictitious candidates applied for a new job, it had been approximately three years since they had taken family leave. This, in turn, meant that they might have a second child in the near future, given the average age difference between siblings in Germany, and that they hence would soon take leave again.“

        Das wurde im Text auf Spon aber erstens nicht deutlich gemacht und ist schlecht für die Studie.
        In dem Fall ginge es bei den Vorbehalten der potenziellen Arbeitgeber also gar nicht um die Elternzeit, die ausgeschöpft worden ist oder nicht, sondern um die Wahrscheinlichkeit, dass ein zweites Kind in die Welt gesetzt wird.
        D.h. sie hätten damit zwar einen bias gegen junge Mütter getestet, aber den falschen.

        • Fällt mir gerade als Verbesserungsvorschlag ein: Um das auszuschließen hätte man in der Studie das zweite Kind als geboren voraussetzen können.
          Dann hätte man vier Gruppen: Väter Elternzeit lang/kurz, Mütter Elternzeit lang/kurz und könnte wirklich den Einfluss der Elternzeit auf die Wahrscheinlichkeit einer Einladung zum Bewerbungsgespräch testen.

          Ich habe aber zu wenig Ahnung von der gesamten Branche. Kann mir schwer vorstellen, dass ein Qualifikationsprofil auf 100 Unternehmen passt. Was meint ihr?

          • Sicher nicht, ich habe als Eventmanager gearbeitet. Unregelmäßige Arbeitszeiten, dafür aber auch mal ein paar Tage frei, weil man sich das Wochenende um die Ohren geschlagen hat, dafür viel von zu Hause arbeiten. Viele Frauen, mit denen ich gearbeitet habe, sind durch Kinder ausgestiegen, weil man zwar viel von zu Hause arbeitet, aber eben gleichzeitig auch nachts und an Wochenenden unterwegs sein muss. Zum Eventmanager gehört nicht nur, Events zu managen sondern auch ganz wichtig Netzwerke zu pflegen und Präsenz zu zeigen. Jedenfalls in der Brange wo ich tätig war, Konzerte und Clubs. Für Eventmanager für Hochzeiten oder Firmenevents mag das allerdings komplett anders sein.

          • „Unregelmäßige Arbeitszeiten, dafür aber auch mal ein paar Tage frei, weil man sich das Wochenende um die Ohren geschlagen hat, dafür viel von zu Hause arbeiten. Viele Frauen, mit denen ich gearbeitet habe, sind durch Kinder ausgestiegen,“ – was ich ebenfalls gemutmaßt habe.

            Es könnte ja sein, dass die Organisation von Kongressen oder Messen mit anderen Arbeitszeiten versehen ist, aber auch das ist eine reine Spekulation von mir.

            Ich habe ohnehin den Eindruck, es gibt zwei wichtige Präferenzen von Frauen bei der Berufswahl, nämlich geregelte Arbeitszeiten (inkl. keine Schicht- und Wochenendarbeit) und eine Branche, bei der das gelernte Wissen sich nicht schnell entwertet.

          • Aus Sicht von Frauen hat der Eventmanager-Job Vor- und Nachteile.

            Pro: Mit Menschen arbeiten, soziale „soft skills“ erforderlich, organisieren, zwischen Veranstalter, Künstler (mit Allüren), Eigentümer der Location, Versorger und Wünsche der Gäste (mit Allüren) vermitteln, ggf künstlerische Gestaltung, Schaffung des richtigen Raumklimas usw. überall stehen die Eventmanager dabei.

            Kontra: Unregelmäßige Arbeitszeiten, während des Events teilweise extremer Stress, Lärm, Wochenendsarbeiten, Nachtarbeiten, Überstunden und bei all dem ist man für die ganze VA verantwortlich und wird verantwortlich gemacht, wenn die Orga nicht läuft wie geschmiert.

            Besonders das Kontra kollidiert relativ intensiv mit Familienleben, wenn dann die Kinder da sind. Das gilt vor allem für Frauen. Insofern ist es eigentlich sogar verwunderlich, dass die Ablehnungsrate in der Studie nur bei etwa 50/50 liegt.

          • Absolut!
            Nur spricht gegen das Einverständnis mit diesen Verhältnissen die Verweildauer in diesen Berufen:
            „So verwundert es nicht, dass die Verweil­dauer im Beruf in der Alten­pflege mit 8,4 Jahren und in der Kranken­pflege mit 7,5 Jahren äußerst niedrig liegt.“
            http://www.dbfk.de/manifest/der-hintergrund/

            Jetzt rechne mal Eintrittsalter plus Verweildauer und siehe da: „2010 waren die Mütter beim ersten Kind mit durchschnittlich 29,2 Jahren (biologische Geburtenfolge) fünf Jahre älter als vierzig Jahre zuvor.“
            http://www.bpb.de/nachschlagen/zahlen-und-fakten/soziale-situation-in-deutschland/61556/alter-der-muetter

            Die Frage ist, ob nach dem ersten Kind überhaupt noch eine Rückkehr in den erlernten Beruf stattfindet.

            Im Text weiter: „Beim zweiten Kind lag das durchschnittliche Alter der Mütter im Jahr 2010 bei 31,5 Jahren“ – die in der Studie selber geäußerte Vermutung wäre also durchaus richtig und kein Vorurteil der potentiellen Arbeitgeber.

          • Spaß am Rande! Hier über Arne gerade hereingekommen:

            „Die Pussy Church of Modern Witchcraft (PCMW) im [US-Bundesstaat] Maryland wurde gerade von der Steuerbehörde als ein legitimer Ort der Anbetung oder besser gesagt als ein „Ort des lesbischen Glaubens“ anerkannt.“

            Wenn Realität und Satire so schwer auseinander zu halten sind, wird es irgendwie unheimlich.

          • @Crumar:
            „Ich ging zum Bewerbungsformular und kam auf die Frage: „Akzeptierst du die Grundsätze unseres Glaubens, wie sie in Sister Outsider von Audre Lorde, The Lesbian Heresy von Sheila Jeffreys und Gyn/Ecology von Mary Daly dargelegt wurden? Eine erfrischende Abwechslung zum alten Testament, dem Koran oder dem Talmud, nehme ich an, aber wirklich? Würden ein paar Kriminalromane von Martina Cole, die ich viel eher lese als eine schwere feministische Theorie, das nicht tun? Und wie sonst sollen wir als authentische Lesben getestet werden, abgesehen davon, dass wir „konsequent“ waren? Plakate von Martina Navratilova an unseren Schlafzimmerwänden? Quittungen von Baumärkten, zusammen mit Fotos von uns selbst, die einen Werkzeuggürtel tragen?“

            Übersetzt mit http://www.DeepL.com/Translator aus Bindel’s Artikel dazu.

            Daly als Teilbedingung für Konvertitt.I.nnen, keine weiteren Fragen!

        • „This, in turn, meant that they might have a second child in the near future, given the average age difference between siblings in Germany, and that they hence would soon take leave again.“

          Dennoch wurden mehr Frauen mit längerer Auszeit eingeladen. Trotz des Risikos, daß sie bald wieder schwanger werden und also längere Auszeit nehmen.
          Die Studie zeigt also: Längere Eltern-Auszeit ist kein (!) beruflicher Nachteil!

          Danke, Frau Hipp.

          • Weiters:

            Männer mit einjähriger Auszeit werden nur zu 5,56% zum Interview eingeladen.
            Frauen mit einjähriger Auszeit werden zu 12,22% zum Interview eingeladen.

            Die Studie zeigt also:
            Männer, die Elternauszeit nehmen werden gegenüber Frauen signifikant benachteiligt.
            Elternauszeit ist für Männer ein berufliches Risiko, für Frauen nicht.

            Danke, Frau Hipp.

          • Und vor allem: eine grobe, verfälschende und manipulative statistische Falschaussage.
            Siehe die von Christian zitierte „Table 1: Interview invitations…“

            Sie gibt an N=718
            Also die statistische Anzahl der Befragungen wäre 718.

            Das ist falsch. Denn die Tabelle (und die Studie) will Auskunft darüber geben, wie Firmen auf verschiedene Bewerbungen reagieren.
            Es wurden nicht 718 Firmen empirisch getestet, sondern nur 180.
            N ist also 180, nicht 718.

            N=718 ist empirisch schon relativ relevant. (Ich glaube dort sind ca. ±2% Genauigkeit angenommen.)
            N=180 ist empirisch Junk-Science.

            Vielleicht wurde der Fehler bewußt gemacht, eine Schummelei, um die Studie statistisch (also wissenschaftlich) relevanter erscheinen zu lassen.
            Oder die Sozialwissenschaftlerin hat grobe Lücken im Verständnis von Statistik. Was in einer vor allem empirische Wissenschaft nicht gerade ein Ausweis hoher Kompetenz ist.

          • @Christian

            Kostya hat recht – schlag die Seite 18 auf und unter der Tabelle steht:

            „Note: a total of 358 job applications were sent out to 179 job openings for fathers and 360 applications were sent out to 180 openings for mothers.“

          • Mag sich einer den Spaß machen zu testen ob die Information im SPON Forum wegen Hatespeech zensiert würde?

            (Das die von hier Klicks und somit Geld bekommen ist schon schwer asi)

          • In der Conclusion auf S. 30 wird das politische Ziel auch klar, welches sozusagen die Studie motivierte und leitete:

            „Fathers’ labor market chances, measured by how they are evaluated as job candidates and
            their likelihood of being invited to a job interview, do not seem to be affected by whether they take
            two months of family leave, which has become increasingly typical for fathers in Germany, or a year,
            as women typically do.

            This finding has encouraging implications: Men can be more courageous
            regarding their involvement in family life. Moreover, my findings suggest that family leave systems
            should incentivize both parents to take leave for their new children. Longer periods of leave do not
            seem to hurt fathers’ professional advancement in Germany and, if shorter leaves for German
            mothers become the norm, women may no longer be judged negatively for returning to the labor
            market quickly.“

            Dagegen – als politisches Ziel – hat ja niemand etwas einzuwenden.
            Aber warum muss man sich dazu „wissenschaftliche Studie“ fabrizieren?
            Auch wenn es „nur“ das übliche „Lügen für die gute Sache“ ist, mir geht es immer mehr auf die Nerven.
            Selbst bei solchen harmlosen Studien – bei sexueller Gewalt natürlich um so mehr – kann man nicht mehr sicher sein beschissen zu werden.
            Es wird der Tag kommen, da wird alleine ein Frauenname als Autorin einer Studie dazu führen, dass man sie nur noch mit Misstrauen lesen wird.
            Das ist das gemeine Resultat.

          • „Es wird der Tag kommen, da wird alleine ein Frauenname als Autorin einer Studie dazu führen, dass man sie nur noch mit Misstrauen lesen wird.“

            Sind wir nicht längst soweit?

            Ich prognostiziere seit Jahren, dass der Feminismus Frauen weit(!!!11!!!) mehr schaden wird, als den Männern. Er ist DER Sündenfall seit Eva und wird – wieder – mit der Vertreibung aus dem Paradies geahndet werden.
            Gleichberechtigung hat es formal schon spätestens seit den 70ern gegeben, real hat sie trotzdem weiter eine Unzahl von Privilegien für Frauen erhalten – die in dem Maße wegfallen MÜSSEN, in dem tatsächlich Frauen im Schweiße ihres Angesichts ihr Brot verdienen und genau wie Männer die Erfahrung machen dürfen, dass die Berufs-Opfas mit ihren lackierten Fingernägeln und einer fundierten Ausbildung in tibetanischer Nesselbatik und Menstruationslyrik sich in der Sänfte an ihnen vorbei an die Konzernspitzen tragen lassen.

            Eigentlich wird es sogar noch viel schlimmer kommen.
            Frauen wird man generell nichts mehr glauben und sie werden für ihr Brot besonders hart arbeiten müssen.

          • Aber Carnofis!
            Ich glaube an das Gute in Eva.
            Besonders wenn es sich dabei um ein ausgesuchtes meiner Körperteile handelt. 🙂

            Außerdem: „Eine fundierte Ausbildung in tibetanischer Nesselbatik und Menstruationslyrik“.
            Prust, darf ich das verwenden?!

          • „Besonders wenn es sich dabei um ein ausgesuchtes meiner Körperteile handelt.“

            Kann ich nachvollziehen. Geht mir nicht anders 😀

            „Außerdem: „Eine fundierte Ausbildung in tibetanischer Nesselbatik und Menstruationslyrik“.
            Prust, darf ich das verwenden?!“

            Klaro.

          • Die Frage ist doch, was man hier genau messen wollte. Wie kam man darauf, dass gerade dieser Effekt auftritt?

            N=180 ist empirisch Junk-Science.

            Nichts ist zu blöd um die Frauen als benachteiligt aussehen zu lassen. Wie sahen die Bewerbungen genau aus. etc…. Du sagst es ist nicht signifikant, wobei dieser Terminus (ich bin kein Statistiker) ja anscheinend auch von Statistikern oft missverständlich angewandt wird. Ich glaube in dieser Studie fehlt es an allem. Wenigstens ein anderer Beruf hätte gewählt werden müssen als Vergleich. Man hätte mit verschiedenartigen Bewerbungen versuchen müssen, mit dem gleichen Inhalt usw…..

            Z.B. aus Wikipedia „Studien mit großer Fallzahl führen aufgrund der hohen Trennschärfe eines Tests (auch Teststärke genannt) oft zu hoch signifikanten Ergebnissen. Solche Studien können trotzdem einen geringen Aussagewert haben, wenn die Größe des beobachteten Effekts oder der gemessene Parameter nicht relevant sind.“

            Die Frage ist doch, was man hier genau messen wollte. Wie kam man auf die Idee, dass gerade dieser Effekt auftritt, mit diesem Gedankengang? Allein die Idee ist abwegig. Sogar wenn der Effekt signifikant wäre, wäre es regelrecht dumm von den Personalchefs diese Frauen nicht einzustellen.

          • „Solche Studien können trotzdem einen geringen Aussagewert haben, wenn die Größe des beobachteten Effekts oder der gemessene Parameter nicht relevant sind.“

            S K A N D A L !

            Frauen haben wesentlich häufiger Regelbeschwerden, als Männer!

      • „Forschung ist Forschung.“

        Schon, aber ich habe bisschen Probleme damit, wenn Leute ungefragt zu Versuchskaninchen gemacht werden.

        Ich habe gerade beides erlebt, eine IT-Firma bei Arbeitnehmersuche unterstützt sowie kurz vorher auch selbst gesucht. Besonders in Firmen, in welchen der Chef gleichzeitig der Personaler ist, frisst das Begutachten und Aussieben von Bewerbern durchaus eine signifikante Menge an Zeit. Frage mal Chefs und Personaler, was sie von solchen Fake-Bewerbungen halten.

          • Ja, diese, vom Amt erzwungenen Bewerbungen sind ebenfalls ein Problem. Du kriegst vom Amt Jobvorschläge, trotz umfangreich ausgefülltem Profil, bei denen du schon von vorn herein weißt, dass der Job nicht im entferntesten zu deinem Skillset passt. Wenn du mal als Linuxadmin gearbeitet hast und dann Jobvorschläge bekommst, wo du umfangreiche Exchange- oder SAP-Kenntnisse brauchst (trotz Angabe von „gering“ oder „keine“ Kenntnisse in dem Bereich), als Anwendungsentwickler arbeiten oder mit „deiner Berufserfahrung die DevOps unterstützen“ sollst, dann weißt du von vorn herein, dass du den Personaler nur Zeit raubst. Aber für das Amt hast du halt mal „irgendwas mit Computern“ gemacht, und da du so ein Hacker bist musst du dich da bewerben, sonst gibt es Sanktionen. Ich hatte damals sogar meinen Jobvermittler extra angesprochen, dass die mir doch bitte keine Vorschläge mit komplett abweichendem Profil schicken sollen, seine Antwort war, dass die da nichts machen können, das System schlägt diese Jobs so vor. Das Einzige was da ginge wäre, mich zu bewerben und jede Ablehnung zu melden, damit das System nach und nach gewisse Jobs ausfiltert. Nur leider bekommt man meistens „keine Antwort“ als Antwort, weil die Personaler einfach keine Zeit haben und weil sie sich vor Klagen nach dem AGG schützen wollen.

  2. Zwei Gedanken noch dazu.
    1. Ich würde Elternzeit gar nicht angeben. Da war ich angestellt und gut ist. De facto finde ich es merkwürdig das zu erwähnen.
    2. Ist Eventmanager aus meiner Erfahrung ein typischer Junge Frauen Traumberuf. So wie Medien und sowas. Ich würde erwarten, dass das das Ergebnis beeinflusst. Zum Beispiel indem sich viel mehr Frauen als Männer bewerben.

  3. Wieso erinnert mich diese Geschichte jezz an die beiden „Erhebungen“ vor einigen Monaten, bei denen – Oh Wunder! – planmäßig herauskam, daß Ausländer schwerer Wohnungen finden und Frauen, bei natürlich „quasipraktisch fast so gut wie“ gleicher Bewerbung, nur zu schlechteren Konditionen eingestellt werden, hmmm?

    Und wieso fiel mir das schon beim Überfliegen der von Chrissy zitierten „Begründungen“ auf, wieso eben dieses Ergebnis herauskommen mußte?

    • Ist bstimmt nur Zufall. 😉

      Interessant findeich auch diese Passage.

      …und sie galten als bessere Zuhörerinnen, als warmherziger, gutmütiger, als weniger intrigant und einschüchternd.

      Da hat wohl jemand den Artikel bzw. die Kommentare zum Bully-Sein gelesen.
      Jungs sind das Pack, das sich schlägt und wieder verträgt, Mädchen (Frauen) intrigant und nachtragend.

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