Die „schlaffe Brüste“ Bewegung

Feminismus ist einer sich immer wieder bestätigenden Theorie nach letztendlich der Versuch intrasexuelle Konkurrenz unter Frauen auszuschalten oder zu vermindern. Das zeigt die „Saggyboobsmatter“-Bewegung:

Flacher Bauch, knackiger Po, dellenfreie Oberschenkel: Der Schönheitswahn macht vor so gut wie keinem Teil des weibliches Körpers Halt. Auch für obenrum, also das Dekolleté, gibt es eine Idealvorstellung: Möglichst straff, möglichst fest und möglichst wohlgeformt sollten Brüste demnach sein.

Tatsächlich trifft diese Beschreibung wohl nur auf die wenigsten Frauen zu. Stattdessen sind Brüste oft ungleich groß, weisen Dehnungstreifen auf und verändern sich durch Schwangerschaft, Stillzeit und im Laufe des Lebens.

#saggyboobsmatter

Um Frauen nicht länger das Gefühl zu geben, sie seien mit ihren vermeintlich abnormalen Brüsten allein, hat Fashionbloggerin Chidera Eggerue den Hashtag #saggyboobsmatter („hängende Brüste sind auch etwas wert“) ins Leben gerufen.

Unter dem Schlagwort posten seit einigen Wochen zahlreiche Frauen Bilder ihres Busens. Inzwischen tummeln sich bereits über 6.000 Bilder unter dem Hashtag.

Selbstliebe statt Brust-OP

Mit der Kampagne verarbeitet Eggerue auch ihre eigene Geschichte, wie sie im Interview mit dem Guardianerzählt. Zu ihrem 18. Geburtstag wünschte sich die heute 23-Jährige nichts sehnlicher, als eine Brust-OP. „Ich dachte mir einfach: ‚Ich werde mir die Brüste operieren lassen und dann werde ich nicht mehr traurig wegen ihnen sein'“, erinnert sie sich im Interview.

Zu der Operation sollte es nie kommen. Stattdessen realisierte die gebürtige Londonerin, wie fehlgeleitet ihre Körperwahrnehmung war. Eggerue beschloss, nicht mehr mir ihren „schlaffen“ Brüsten zu hadern und diese auch nicht mehr mittels BH zu verstecken. Anstelle von Anerkennung erntete sie allerdings kritische Kommentare. Man könne ihre Nippel erkennen, ihre Brüste würden sich zu viel bewegen, sie solle sich bedecken, hieß es.

Um sich gegen die permanente Bewertung ihres Äußeren zu wehren, gründete sie den Blog Slumflower, mit dem sich die Britin für einen selbstbewussten und selbstbestimmten Umgang mit Körpern und Körperlichkeit einsetzt – fernab des Mainstreams und gängiger Schönheitsideale.

Natürlich verändert sich das Schönheitsideal damit kein bisschen. Und in der Regel entsteht auch kein neues Selbstbewußtsein. Man liked sicherlich etc, aber auch die dortigen Frauen wissen, dass straffe Busen, die nicht absacken, schöner sind. Ein eventuell aufgebautes anderes Bild zerschellt meist an der einen schnell wieder einholenden Realität.

Man kann weitere Aktionen dieser Art erwarten. Sie werden anführen, dass bestimmte „Schönheitsfehler“ ganz natürlich sind und es damit unfair ist, sie für die Betrachtung der Schönheit heranzuziehen.

Aber das es Schönheitsfehler gibt ist ja gerade zu erwarten, wenn Schönheit üblicherweise ein „Costly Signal“ ist, dass eben nicht leicht erreicht werden kann.

Letztendlich wird das vielleicht auch durch „Agreeableness“ und andere Persönlichkeitsunterschiede begünstigt: Man will hier Streit vermeiden, keine Hierarchien aufbauen, alle sollen irgendwie gleich sein und man selbst an nichts schuld und nicht schlechter.

Männer, die eher in Hierarchien und ihrem Platz darin denken, starten deswegen vielleicht auch keine Hashtags wie „smallMenMatter“ für Männer mit geringer Körpergröße. 0303

95 Gedanken zu “Die „schlaffe Brüste“ Bewegung

  1. Männer starten solche Bewegungen nicht, weil sowieso klar ist das sie dafür ausgelacht werden würden. Das ganze würde medial auch durch einen übermäßigen Gebrauch von Wörtern wie weinen, jammern, heulen und verunsichert beschrieben.

  2. Tscha, wer hätte das auch ahnen können?

    Wenn man alle Geschlechterrollen annihiliert, bleibt nur noch der Körper als Mittel, das andere Geschlecht anzuziehen.

    Dass Prinzen natürlich nur auf Prinzessinnen stehen, wäre eigentlich auch kein Problem; es sei denn für die Dirne, die glaubt, sie hätte einen Prinzen verdient. Aber mindestens.

    Ich frage mich immer häufiger, wie viele Jahrzehnte es noch dauern wird, bis die durchschnittliche Frau kapieren wird, wie tief der Feminismus den weiblichen Karren in den Dreck gefahren hat.

    • Gestern am Lagerfeuer. Neben mir eine u30jährige Tinderella, aufgerüscht bis zum geht nicht mehr, schwadronierte die ganze Zeit darüber: „Männer! Unter 1.80m SEHE ich die doch überhaupt nicht mal!“
      ***

      Mein Mann (drahtige muskulöse 1.75m und damit so groß wie ich) und ich haben oft diesen Dialog:
      „Ach Kerl, ein wahrer Mann beginnt doch erst ab 1.80m…“
      – „Jo. Und eine richtige Frau hat mindestens Körbchengröße B! Aber nun wein‘ mal nicht, wo nix ist, kann nix hängen, gell!“

      • Die machen auf mich den Eindruck, dass sie kein Problem damit hätten, an eine flache Erde zu glauben, wenn das grad politisch korrekt wäre.

        Und das selbst, wenn sie grad von einer Rundreise kommen, die New York, Kalifornien, Hawaii, Australien und Dubai als Etappen hatte. Das würde keinerlei kognitive Dissonanz auslösen.

        • „Das würde keinerlei kognitive Dissonanz auslösen.“

          Natürlich nicht.
          Im Gegenteil: die Behauptung, die Erde sei eine Kugel löst eine kognitive Dissonanz aus.
          Denn nach unserem intuitiven Wissen fällt alles, was auf der Unterseite einer Kugel ist, von dieser ab.
          Und es entspricht vollkommen unserer Alltagserfahrung, dass die Erde eine Scheibe ist. Ich brauch nur aus dem Fenster zu gucken und sehe dies bestätigt.
          Schwierig wurde es auch in der Antike erst, als man feststellte, dass ein Stock in Nordafrika an einem definierten Tag einen kürzeren Schatten wirft, als ein gleichlanger Stock in Europa.
          Aber für eine solche Beobachtung und einer daraus resultierenden Erkenntnis bedarf es eines exzellenten Abstraktionsvermögens, das selbst die wenigsten Männer haben.

    • @lh

      Das sehe ich noch nicht mal als das größte Problem an – Colttaine hat ja bereits berechtigt darauf hingewiesen, die Bewegung gegen „fat shaming“ sollte „fat woman shaming“ heißen, denn genau so sei sie praktisch gemeint.

      Mich stört, dass #saggyboobsmatter mit vollem Bewusstsein auf #blacklivesmatter zurück greift.
      Es kann mir keiner erzählen, der Suffix stehe da aus Versehen.
      Egal, wie man zu der letzteren Bewegung steht, mich stört die konstruierte sprachliche Analogie.

      Als entstünde eine Bedrohungslage durch Hängebrüste und für die Besitzerin dieser eine Gefährdung in der Öffentlichkeit identisch zu einer schwarzen Hautfarbe in den USA.
      Hier wird ein völlig aberwitziger Opfer-Narzissmus zur Schau gestellt und keiner sagt etwas.

      Das hatte mich bereits bei der sehr auffälligen Titulierung „survivor“ für Opfer einer sexuellen Belästigung oder Vergewaltigung gestört.
      Denn ganz offensichtlich entstammte dies dem Begriff „holocaust survivor“.
      Damit andeuten zu wollen, es existierten für Frauen in den USA mit dem Holocaust vergleichbare Zustände finde ich einen Skandal.

      Der Opfer-Narzissmus ist nicht nur eine Geschichtsfälschung, sondern in ihm drückt sich eine komplette Empathielosigkeit aus.
      Es werden andere gesellschaftliche Opfergruppen lediglich als Konkurrenz zum eigenen Anliegen wahrgenommen – ganz offensichtlich existieren „Opfer-Privilegien“, die man den tatsächlichen Opfergruppen missgönnt, sie dann quasi sprachlich enteignet und „Frau“ zuschlägt.

      Das ist m.E. Ausdruck eines völlig verrohten Denkens.

      • „Als entstünde eine Bedrohungslage durch Hängebrüste und für die Besitzerin dieser eine Gefährdung in der Öffentlichkeit identisch zu einer schwarzen Hautfarbe in den USA“

        Straffe Brüste sind eben gegenwärtig privilegiert, schlaffe also marginalisiert. Ich vermute mal „XXXmatters“ kann nach vorstellung vieler für alles marginalisierte Verwendet werden. Die andere Option, #mesaggy oder #saggytoo, passte wahrscheinlich nicht so

      • @crumar,

        deine Kritik setzt voraus, dass diese Menschen überhaupt in der Lage sind, eine andere Perspektive als die eigene einzunehmen.

        Es ist m.E. nicht so, dass sie die Frage „Geht es mir so schlecht wie den Juden im KZ?“ mit „Ja“ beantworten. Es ist vielmehr so, dass diese Frage überhaupt nicht auftaucht.

        Der Gedankengang ist nicht komplexer als „Ich finde etwas an meinen Lebensbedingungen schlecht => Ich bin Opfer ⋀ Welche Phrasen gibt es, um Opfersituationen zu beschreiben? => Diese beschreiben mich“

        Der Vergleich mit anderen findet NICHT statt.

        Wäre es normales menschliches (oder weibliches?) Verhalten, in das Urteil über die eigene Lebenssituation eine objektive Perspektive einzubeziehen, hättte Feminismus niemals einen Fuß auf die Erde gekriegt.

        Insofern ist so ein Denken nicht verroht.
        Sondern nur sehr, sehr blind.
        Es ist nicht mal empathielos.
        Voraussetzung für Empathie ist, dass man den anderen erst mal wahrnimmt. Und dann etwas für seine Lage empfindet.

        • @only_me @mitm

          Mitm schreibt: „Wenn man in dem Verfahren zur Generierung von Rechtsansprüchen, das im vorigen Abschnitt dargestellt wurde, von einigen Details abstrahiert, ist es im Kern eine Logik bzw. politische Doktrin, wonach eine Gruppe, die einen Opferstatus für sich reklamieren kann, deswegen moralisch und diskurstechnisch über der komplementären Gruppe steht, ihr Vorschriften machen kann und von ihr kompensatorische Leistungen verlangen kann.“

          Das ist sicherlich der zentrale Punkt.
          Mir ging es jedoch darum, wie sich ein Opferdasein durch sprachliche Manipulation, bis hin zur offenen Geschichtsfälschung erschlichen wird.
          Was only_me zur Gedankenwelt dieser zu Mitgefühl unfähigen Gaunerinnen ausführt, kann m.E. auch so ausgedrückt werden:

          „Unter dem malignem Narzissmus versteht man eine Steigerung des üblichen Narzissmus hin zum bösartigen und gemeinen Verhalten. Dies kann in Kombination zur narzisstischen Persönlichkeitsstörung, antisozialen Verhalten und paranoider Neigung gesehen werden. Menschen, welche unter dem maligner Narzissmus leiden, möchten die Herrschaft innerhalb einer Gemeinschaft für sich allein haben. Um diese Herrschaft zu erlangen, scheuen sie keinen Weg.
          Sie nehmen keinerlei Rücksicht auf Andere.
          Dadurch ist der Bezug zur Realität total verloren.“
          http://www.narzisstischepersönlichkeitsstörung.de/maligner-narzissmus/

          Ich weiß, es besteht immer die Gefahr, durch solche „Diagnosen“ die Pathologisierung des politischen Gegners zu betreiben.
          Was mich abstößt, ist die Schamlosigkeit, mit der die Leiderfahrung realer Opfergruppen für eigene Zwecke benutzt wird.
          Wie muss man psychisch gelagert sein, die historischen Erfahrungen solcher Opfergruppen quasi auszuweiden, um sich als
          ein solches, nämlich vergleichbares Opfer zu stilisieren?

          • Es mag, vor allem unter den geistigen Rädelsführern, durchaus die von dir beschriebenen malignen Narzistinnen geben.

            Bei der Wald und Wiesen Feministin – also quasi allen, die da oben ihre Hässlichkeit zur Schau stellen – halte ich Hanlon’s Razor für nicht vernachlässigbar.

            Ich war mal Zeuge in einer Runde, wo der Vater einer Anwesenden kürzlich verstorben war. Eine andere kuckte sie mitfühlend an und sagte: „Ich weiß, wie du dich fühlst. Mein Kaninchen ist auch vor kurzem gestorben.“
            Das war eine ganz normale, nicht psychopathische Frau.

            Der durchschittliche egozentrische Mensch hat keine Maßstäbe. Es bringt nichts, das als Bosheit auszulegen.

            Dass für diejenigen, die diese Sprechweisen etablieren, also zum Beispiel jene, die damit angefangen haben, von „Rape-Survivors“ zu reden, andere Urteilsmaßstäbe gelten (i.e. dass das vermutlich Monster sind), streite ich keineswegs ab.

          • „Was mich abstößt, ist die Schamlosigkeit, mit der die Leiderfahrung realer Opfergruppen für eigene Zwecke benutzt wird.“

            Betroffene von sexueller Gewalt haben nun aber real (min.) eine Opfer-Erfahrung machen müssen.
            Manche wollen mit dem oben kritisierten Terminus „rape survivor“ nur den Fokus verschieben, gerade die Ohnmachts-Stellung („für immer Opfer“) abschütteln.

            Da Du das wissen müsstest, bleibt die Frage: ist Deine „Diagnose“ vielleicht doch pure Projektion?

          • @Semikolon

            „Betroffene von sexueller Gewalt haben nun aber real (min.) eine Opfer-Erfahrung machen müssen.
            Manche wollen mit dem oben kritisierten Terminus „rape survivor“ nur den Fokus verschieben“

            Um was mit diesem Fokus zu tun?
            Sprachlich verweist nun einmal „Überlebende/r“ auf einen vorheriges Ereignis, in dem man mit hoher Wahrscheinlichkeit hätte sterben oder ermordet werden können.

            Überlebender eines Flugzeugabsturzes macht sprachlich Sinn, Überlebender einer Vergewaltigung nur, wenn mit der Vergewaltigungs- auch eine Tötungsabsicht des Vergewaltigers einherging.
            Fehlte die Absicht, kann von „überleben“ keine Rede sein, denn ein Mordopfer – im Gegensatz zum Vergewaltigungsopfer – kann die Straftat, der es zum Opfer gefallen ist nicht bezeugen.
            Dabei will ich weder die Opfererfahrung bei einer Vergewaltigung negieren, noch psychische Schäden abstreiten, sondern klarmachen, dass hier zwei Verbrechen in eins gesetzt werden, die es nicht sind.

            Bezeichnend finde ich, dass der Begriff survivor nun auch für sexuelle Belästigung verwendet wird und daher: Überlebender eines Konzentrationslagers objektiv sinnvoll, Überlebende eines Busengrapschers objektiv sinnlos.

            Gerade diese Gegenüberstellung und die von holocaust survivor und rape survivor sollte dir klar machen, wie dreist diese Gleichsetzung ist.
            Die damit mitschwingende Behauptung, Frauen befänden sich heute in einer mit Juden bis 1945 vergleichbaren Situation ist besonders schäbig.

          • @Crumar Mach ihr doch nicht auch noch ein feuchtes Höschen.

            Meine Vermutung? Der geht einer ab, je schäbiger sie sich hier äussert, und wenn ihr drauf eingeht.

          • Also ich gehe ja davon aus, daß Überlebende Angehörige einer Bevölkerungsgruppe sind. Nach dem Motto: „Die Juden haben den Holocaust überlebt“ ( objektiv nachprüfbar ).
            Und sicherlich ist deshalb anzunehmen, daß dat Inkubatorchen auch mal wen kannte, die mal in einem Gendertraining, oder auf uTube, oder soweat, von jefraudem gehört hat, welche eine Cousine hatte, deren Tante mütterlicherseits schon mal in einer U-Bahn, auf einem Konzert, oder in einer Kneipe das Gefühl hatte, es hätte sie jemand möglw. irgendwie begehrlich angucken können. Und dieses Opfer war ganz bestimmt eine Frau.

            Somit ist es eine Frage weiblicher Solidarität, daß der Brutkasten selbst ein Überlebender ( weil Frau ) sein MUSS!

          • @Fiete @PDLC

            Ich finde nicht Semikolon schäbig, sondern die Gleichsetzung von rape und holocaust survivor.
            Wieso seid ihr beide eigentlich so ausgesucht fies zu ihr?
            Habe ich irgendwas verpasst?
            Gab es einen Anlass?

          • @ Crumar Mich „triggert“ das Thema in dem Fall einfach ganz speziell.
            Eine meiner ersten Erinnerungen an die schier grenzenlose Widerwärtigkeit des Feminimus ist, als die Lesben sich ins Holocaustmahnmal in Berlin einschlichen.
            Und der Rape Survivor schlägt, wie so oft, in die selbe Kerbe.

            Nicht das ich da keinen Sinn für Humor hätte. 🙂

          • @ Crumar:
            Wieso „ausgesucht fies“? Ich bemühe mich lediglich, ihr Kommunikationslevel anzuerkennen und zu beachten. Den Laberstil kann ich nich ( pseudoakademisches Gefurze hab ich nie gelernt ), aber inhaltlich isses gar nich so schwer, einfach Begriffsfindung und argumentative „Logik“ 1:1 übernehmen.
            Beispiel: Väter=Erzeuger, somit Satzzeichenwesen = Brutkasten etc.pp.
            „Logik“ bedeutet in dem Zusammenhang logischerweise „alles, was man am Abschlepphaken irgendwie herbeizerren kann“.

            Wir wollen uns doch gleichgestellt und unter gerechten Bedingungen miteinander austauschen, oder?
            Alles eine Frage der Akzeptanz!

          • @PDLC

            „Eine meiner ersten Erinnerungen an die schier grenzenlose Widerwärtigkeit des Feminimus ist, als die Lesben sich ins Holocaustmahnmal in Berlin einschlichen.“

            Ok, dann kann ich das nachvollziehen.
            Das war allerdings Abschaum vom allerfeinsten.
            Es war „so-viel-kann-ich-gar-nicht-essen-wie-ich-auskotzen-könnte“ auf einem völlig neuen Level.

            Und was mit dem Video von Colttaine der „weiblichen Fantasie von Macht“ auch wirklich zu tun hat.
            Sie sind mit ihrer abartigen Geschichtsfälschung durch gekommen.
            Das war damals schon der Test „Wie weit komme ich beim Versuch die Geschichte zu fälschen und mir das Opfer-Dasein zu erschleichen, obwohl ich niemals Opfer war?“
            Die feigen und halbherzigen Proteste der VVN!
            Holy shit, was ein Trauerspiel.

            Es war der Tag, ab dem uns eine Geschichte verkauft worden ist, die nie stattgefunden hat und auf dieser Lüge wurde dann die nächste Lüge aufgebaut.

          • Lesben sind sehr wohl in KZs gelandet, auch mit ihnen wurden die dortigen Bordelle bestückt.

            Wenn ich bei Google „I survived“ eingebe, lautet die erste Ergänzungsoption übrigens „another meeting that should’ve been an email“, es gibt aber literally tausende Möglichkeiten, wie diese Phrase gebraucht werden kann, nicht zuletzt kennt jeder von uns min. zwei (Herzschmerz-)Popsongs, die sich dieses Motivs bedienen.

            Wie willst Du beweisen, dass Deine Deutung zutrifft?

      • „Das ist m.E. Ausdruck eines völlig verrohten Denkens.“ Schön gesehen. Und dieser Bewegung inhärent. Ich werde auf diese Opferstatusaneignung durch Worte jetzt auch mehr achten.

      • „Der Opfer-Narzissmus ist nicht nur eine Geschichtsfälschung, sondern in ihm drückt sich eine komplette Empathielosigkeit aus.“

        Mehr als das, @Crumar. Es ist Hass!
        Genau wie bei allem Femischeiß, soll auch mit dieser Kampagne das Opferheldentum zum unbedingten PC-Ideal hochstilisiert werden, um so ästhetisch ansprechende Frauen über Bande als „mindestens völlig wertlos“ zu diffamieren und aus der intrasexuellen Hierarchie auszugrenzen.
        Was dann sicherlich wieder den Männern in die Schuhe geschoben wird, nach der Methode: „Männer wollen halt nur devote, dumme Kochsklavinnen mit Barbiefigur“, oder so ähnlich.
        Nix is mit weibliche Solidarität, im Gegenteil. Wer nicht erzhäßlich, schräge gepierced, mit widerlich lilagrüner Strubbelfrisur ( gern mit einrasierten Hakenkreuzen ) auftritt und die Ohren in den Hosentaschen hängen hat, ist mindestens Maskunazikollaborateuse ….

        ( Hatte nicht mal wer hier ein paar Vorher-Nachher-Fotos von feministischen Verwandlungen verlinkt? )

      • Ich glaube es ist noch viel schlimmer: Den meisten dieser Frauen dürfte es nur darum gehen, Ihre sekundären Geschlechtsmerkmale in exhibitionistischer Weise herumzuzeigen. Nur interessiert sich abseits eines solchen pseudo-politischen Framings eben niemand für diese Körper.

        • So kann man es eben noch interessant machen 😦 und medial vermarkten, als ironisches Anti-Marketing. Der Feminismus ist insofern auf fortgeschrittenen Wegen des Kapitalismus 😀

      • „Das ist m.E. Ausdruck eines völlig verrohten Denkens.“

        Da muss ich Dir leider widersprechen.
        Es ist noch viel schlimmer – es ist die Abwesenheit jeglichen Denkens.

      • Da stellt sich die Frage, wie das gekontert werden könnte. Es ist doch so, dass Hodensäcke nur sehr selten gezeigt werden, ganz im Gegensatz zu weiblichen Brüsten und Vaginen,die man an jedem Zeitschriftenstand bewundern darf. Für diese Körperteile werden sogar kosmetische Optimierungen angeboten. Für Hodensäcke gibt es so etwas nicht. Der Hodensack, obwohl ein wahrer Lebensspender, wird als hässlich und unscheinbar gelesen. Um diese Marginalisierung des Hodensacks zu beenden schlage ich den Hashtag „Eggstwo“ vor. Ergibt zwar keinen Sinn aber was solls.

      • „Opfer-Narzissmus … Opfer-Privilegien“, die man [anderen] Opfergruppen missgönnt,“

        Das sind mMn die entscheidenden Schlagworte. Die dahinter stehende Logik ist hier und bei zahlosen ähnlichen Fällen die Opferstatus-Doktrin, wonach sich Gruppen mit genug Meinungsmacht zu Opfern stilisieren können. Die Konkurrenz zwischen den Opfergruppen ist eine Konsequenz daraus, daß man sehr viel Macht oder sogar Ressourcen mittels der Opferstatus-Doktrin erreichen kann. Generell muß man diese Doktrin angreifen, dann kommt es auch nicht mehr zu solchen mentalen Folgeschäden wie „Opferstatus durch Hängebrust“.

          • @crumar: Bin mit allem inhaltlich einverstanden. Ich neige allerdings dazu, um das gedanklich besser sortieren zu können, zwei Aspekte zu trennen:

            1. die Bereitschaft einer Gesellschaft, Gruppen, die einem Opferstatus haben oder für sich proklamieren, auf dieser Basis (i.w. ohne kritische Prüfung) Privilegien zu gewähren. Das ist primär eine Eigenschaft des Wertesystems und der Ideologie einer ganzen Gesellschaft, das ist die eigentliche Opferstatus-Doktrin. Ggf. zahlt nur ein Teil der Gesellschaft die Zeche für die Privilegien der „Opfer“. Schwer zu sagen ist, warum sich „die Gesellschaft“ so leicht übers Ohr hauen läßt, zumal sie sich dadurch sozusagen mitschuldig macht und im Endeffekt reale soziale Notstände mit frei erfundenen in einen Topf wirft. Anders gesehen bedeutet die Opferstatus-Doktrin, daß eine Gesellschaft selbst offensichtlichen Pseudo-Opfern alle Vergünstigungen des Opferstatus einräumt.

            2. der Wille bzw. die effektiven Handlungen bestimmter Interessengruppen bzw. Aktivisten, die Opferkarte zu spielen, also die genannte Schwäche der Gesellschaft auszunutzen. Die Aktivisten setzen dabei diverse, oft unseriöse Methoden ein und sind durch diverse Antriebskräfte motiviert. Maligner Narzissmus oder Gehirnwäsche sind Beispiele, die in der Persönlichkeitsstruktur liegen, es kann aber auch eiskaltes politisches Profitum sein.

            Entscheidend aus meiner Sicht ist die Schwäche der Gesellschaft, die Opferstatus-Doktrin nicht als antidemokratisch zu durchschauen und sich an der Nase herumführen zu lassen. Deswegen muß man mMn in erster Linie die Opferstatus-Doktrin als solche bekämpfen, indem man ihre Logik bewußt macht.

          • @mitm

            Ok, die „Bereitschaft einer Gesellschaft, Gruppen, die einem Opferstatus haben oder für sich proklamieren, auf dieser Basis Privilegien zu gewähren“ ist demnach analog zum Willen „die Opferkarte zu spielen, also die genannte Schwäche der Gesellschaft auszunutzen.“

            Aber was mich immer noch umtreibt ist der magische Punkt, an dem der (sozialdemokratische) Weg der Teilhabe an der Gesellschaft durch einen sozialen Aufstieg (durch Bildung) gekippt ist.

            Dieser verheißt dir einen konkreten Gewinn, der andere Weg ist die Publikation von Verlusten.
            Sie sind wie die Bettler, die dir Armstümpfe entgegen strecken.
            Es ist alles auf Mitleid aus, es geht gar nicht mehr um die Selbstverständlichkeit der gesellschaftlichen Teilhabe, sondern das ist ein Bewusstsein, was auf Almosen abzielt.

            Aus dem spricht kein Selbstbewusstsein, das ist eine in Zuckerwatte verpackte Ideologie der Ohnmacht.
            Und ich bin noch viel ohnmächtiger als wie du! 😉

          • @mitm
            „Deswegen muß man mMn in erster Linie die Opferstatus-Doktrin als solche bekämpfen, indem man ihre Logik bewußt macht.“

            Volle geballte Feuerkraft! Richtig so.

  3. Männer starten solche Hashtags nicht, weil ihnen im Schnitt der Gedanke, dass sie solidarisch mit anderen Leuten sein müssen, nur weil die auch einen Penis haben, schlicht fremd ist. Aber vielleicht würde ihnen das mal ganz gut tun, denn ich vermute, dass so ziemlich alle Heteromänner Pimmel nur aus Pornos kennen. Sprechen wir mal über unrealistische Ideale. 🙂

    Ich kann Instagramm nicht so recht beurteilen, aber auf Twitter ist nicht viel los. Die Initiatorin pusht das seit einem Jahr. Und auf Instagramm posten vornehmlich Frauen schöne Bilder von sich. Dass hier also Feminismus gegen das Patriarchat und nicht intrasexuelle Konkurrenz (wie Du eingangs erwähnst) kämpfen ist ein Witz.

    Noch dämlicher ist nur, dass Frauen bei diesem Hashtag nicht erkennen, wie unfassbar sie als Geschlecht priviligiert sind. BH, OP oder schlicht Bluse zu und das Problem ist gelöst. Dazu Schminke, hohe Absätze und eine irrsinige Vielfalt an Klamotten machen jede hässliche Ente zum schönen Schwan. Männer hingegen? Fehlanzeige, selbst beim Mikropenis und das ist wirklich ein schlimmes Schicksal.

    Und dann kommt die Presse und jazzt jeden erdenklichen Hirnfurz zum feministischen Superthema hoch.

    • „Die Initiatorin pusht das seit einem Jahr. Und auf Instagramm posten vornehmlich Frauen schöne Bilder von sich“

      Es zeigt in der Tat wie jede kleine feministische Aktion in die Presse getragen werden kann.
      Eine Bewegung für schlaffe brüste hat es aber auch zusätzlich schwer, weil eine Frau das ja noch einigermaßen verbergen kann, wenn sie passende Kleidung und BHs trägt. BHs fangen da einiges an intrasexueller Konkurrenz ab.

      • „BHs fangen da einiges an intrasexueller Konkurrenz ab.“
        Nicht nur das… zu einfach!

        Wenn ich mir sowas ausdenken würde… man würde mir raten weniger zu rauchen.

      • „Es zeigt in der Tat wie jede kleine feministische Aktion in die Presse getragen werden kann.“

        Mich beschleicht da in der Tat das Gefühl von geplantem „Product placement“.
        Immer, wenn eine Kampagne ausgelutscht ist, wird die nächste hinterher geschoben.
        So bleibt man im Gespräch – und die Futtertröge gefüllt.

  4. Es hat kaum Sinn, der hochpolitisierten Fraktion irgendetwas zu antworten, aber wen es sachlich interessiert: Ich bin im Rahmen einer Arbeit, bei der es im weitesten Sinn um Sexualität und Brüste ging, darauf gestoßen, dass man zum Ersten (das verwunder nicht) Männer und Frauen getrennt fragen muss, zum Zweiten aber bei Männern zwei Antworten existieren, und zwar je nach dem, ob man die ästhetische Bewertung der weiblichen Brüste erfragt oder die erotische Wirkung. Erfragt man die erotische Wirkung (nicht Werturteil!), dann bekommen Hängebrüste sogar ganz ausgezeichnete Noten von Männern. Ich vermute, Männer sehen vor ihrem inneren Auge in diesem Fall die recht typische Hängebrust schwangerer oder stillender Frauen oder jedenfalls von Frauen, die durch eine zurückliegende erfolgreiche Befruchtung ein starkes Fruchtbarkeitssignal aussenden. Also kein Hinweis auf potentielle Fruchtbarkeit, sondern auf tatsächlich bewiesene. Bei Männern, die selbst Vater sind, mag hinzukommen, dass sie in der Hängebrust (in Schwangerschafrt oder nach Geburt) das Bild zu sehen bekommen, was sie aus ihrer Ehe kennen und mit dem sich Lusterlebnisse verkoppelt haben.
    Ich halte das für einen wichtigen Punkt, denn bisher wurde die Hängebrust gewohnheitsmäßig gerne nur mit Alter und „Verschleiß“ in Verbindung gebracht. Aber sie steht eben auch stark für Frauchtbarkeit und das sollte man in der Literatur auch endlich mal mehr diskutieren.

  5. „Man will hier Streit vermeiden, keine Hierarchien aufbauen, alle sollen irgendwie gleich sein und man selbst an nichts schuld und nicht schlechter.“

    Sie trifft aber doch keine Schuld hier!

    Keine Frau sucht sich das aus, und wieviel Kosmetika, Massagen, Sport, oder (mein Favorit) Elektrostimulation bei Hängebrüsten ihres Schweregrads ausrichten könnten, ist fraglich.

    Man muss halt wirklich sehen, was ihre Optionen waren.

    Eine Schönheits-OP wäre nicht bloß extrem teuer, sondern vorallem auch riskant. Beispielsweise stehen die Chancen gar nicht schlecht, dass die Brüste dadurch für immer ihre FUNKTION einbüßten… und wirklich gut sehen Gemachte leider auch längst nicht immer aus.

    Würde sie machen, was „die Gesellschaft“ von ihr erwartet und ihre Problemzone pushen und großräumig verhüllen, stände zu erwarten, dass erste intime Zusammenkünfte mitunter sehr enttäuschend verliefen. Männer mit kleinem Schwanz können das sicher nachempfinden.

    Also hat sie sich entschieden „to rather own her shit“ und genau damit in die Offensive zu gehen.
    Und das wäre auch weniger beeindruckend, wenn sie nicht erst Anfang 20 wäre.

    Unterm Strich find ich sie übrigens relativ sexy. Überwiegend wegen ihrer Ausstrahlung.

    • „„Man will hier Streit vermeiden, keine Hierarchien aufbauen, alle sollen irgendwie gleich sein und man selbst an nichts schuld und nicht schlechter.“

      Sie trifft aber doch keine Schuld hier! “

      Doch! Selbstverständlich sind von der Natur privilegierte wohlgeformte weibliche Wesen Schuld an der Misere der Hängetittenüberlebenden!
      Das ergibt sich doch schon daraus, daß sie bei Männer i.d.R. optisch gut ankommen.
      Und daß die Männer grundsätzlich an „sowas“ schuldig sind, weil sie einen Schwanz haben, ist ja nunmal DIE heiligste Grundvoraussetzung des Universums.

      Somit ist unzweifelhaft klar, daß zwar alle gleich sind und keine Schuld hat, außer eben die Männers und deren diskriminierend hübsche Maskunazikollaborateusen!

    • Und guckt man mal in den dunkleren Ecken, ML zB., dann findet man dort sogar dreimal so viele Treffer für Saggy wie auf Lamehub. (3k vs 1k)

      https://blog.fefe.de/?q=motherless .-)

      Ganz anders übrigens bei Big Tits, da verhält es sich 76k Treffer auf ML vs 500k Treffer auf Pornhub.

      Was lernen wir daraus?
      All die, die neuerdings merken, dass ihnen die Finanzdienstleister die Konten schließen, die haben immer zu wenige, und vor allem zu harmlose (!), Pornos geschaut, sonst wäre ihnen das Problem wohl schon früher bekannt gewesen.

  6. @crumar

    „Ich finde nicht Semikolon schäbig, sondern die Gleichsetzung von rape und holocaust survivor.
    Wieso seid ihr beide eigentlich so ausgesucht fies zu ihr?
    Habe ich irgendwas verpasst?
    Gab es einen Anlass?“

    Ich vermute, der Anlass ist, dass einige unter uns sich die Kommentarspalte zu Christians Blog so wünschen:

    😉

      • Pfiffig wäre natürlich auch einfach mal zu schauen, ob wir bösen Frauophoben Männlein nicht vielleicht mit den anderen Damen hier ganz normal reden.

        • Ich denke, dat @Curiechen wollte einen Scherz versuchen. Und sein Bild vom neuen Design finde ich eigentlich gar nicht schlecht und denke, @Freya oder @Anne würden sich davon vermutlich nicht abschrecken lassen ( und der Brutkasten is eh merkbefreit ).

      • Nun, das hab ich schon mal gemacht — ja, naja, wirkte in der Tat ein wenig einsichtsverschlossen… ich dachte, das sei ein Shittest. 🙂

        Vielleicht hat auch einfach geradeeben nur irgendein kleiner Sub-Schaltkreis meines Nervensystems sehnsüchtig auf eine Gelegenheit gewartet, Berenstain-Bear-Bilder zu posten.

        • „Ich habe das jetzt nicht verfolg“

          Es macht Spaß, nur die Antworten auf ; zu lesen. Geht schneller und man kann mutmaßen, was für steile Thesen sie diesmal aufstellt.
          So was wie „Der erste Mensch auf dem Mond war eine Frau, die dann von Neill Armstrong um die Ecke gebracht wurde, was Nixon dann unter den Teppich gekehrt hat., weil das Patriarchat den weiblichen Triumph nicht ertragen konnte“

          Nee, ich schaff ihr Niveau nicht.

        • @ Chrissy: Wie wäre es mal mit respektvoll und auf Augenhöhe, anstatt ( dummschein-)freundlich und ( rein formell ) höflich?
          Nur so aus dem Stehgreif ein ad-hoc-Beispiel:
          Wenn ein Brief mit „sehr geehrter“ anfängt und mit „mfG“ aufhört, mag das den Textbausteingenerator des Verwaltungsangestellten zwar freuen, aber wenn darin steht, daß Du ohne sachliche Begründung Dein auf mündliche Zusage halbfertiggebautes Haus wieder abreißen mußt, wäre ein ehrliches „Du nicht! Arschloch!“ doch gesamtgesellschaftlich sozialadäquater.

          Und ganz ehrlich, was das hüpfende Komma z.T. absondert, ist m.E. als gezielte Provokation zum nachfolgenden „in’s Kissen jammern“ konzipiert. Kurz, die will das so ( warum auch immer, das ist ihr persönliches Ding ) ….

  7. Hm, ich finde diese ganzen Bewegungen, angebliche Schönheitsfehler zu akzeptieren oder den Druck zu mindern, sich in bestimmter Weise präsentieren zu müssen gar nicht schlecht. Man sieht heute z.B. viele jüngere Frauen mit Übergewicht in Leggins und engen Oberteilen. Früher hätten die sich in weiten Oberteilen versteckt und eher nicht geschminkt etc., weil sie sich für ihr Aussehen schämten – während Männer mit Bierbauch eher mit engen Oberteilen herumlaufen konnten, ohne schief angesehen zu werden. Allg. finde ich es begrüßenswert, den Druck von Menschen zu nehmen, sich für ein bestimmtes Aussehen schämen zu müssen oder das eigene Verhalten zu zensieren (Schwimmbad meiden usw.).
    Das Ganze geht aber zu weit, wenn die Bewegung nur noch Menschen mit vermeintlichen Makeln akzeptiert und z.B. Menschen absichtlich immer fetter werden, damit sie dort besonders gut behandelt werden.
    Aber: Schönheitsideale sorgen für viel Stress in unserer Gesellschaft, für sozialen Rückzug einiger „Betroffener“, für unnötige Scham, für die Ansicht, viele Dinge aufgrund des eigenen Körpers nicht machen zu „dürfen“, weil andere dann das Recht hätten, einen zu beleidigen oder auszuschließen. Aktuell habe ich eine Seniorin im Bekanntenkreis, die gern schwimmen gehen würde, sich das aber verbietet, weil sie Falten und Hängebrüste hat. So etwas ist doch traurig und muss nicht sein. Also eine Akzeptanz aller Körper, auch mit „Makeln“ und ein Verurteilen abwertender Kommentare über diese Makel fände ich sehr positiv – nur nicht die Übertreibung, bei der man dann absichtlich Makel herbeiführt, um besser behandelt zu werden. Makel betreffen ja nicht nur Frauen, auch Männer, die z.B. schlechte Zähne, unreine Haut, Glatze etc. haben und meinen, deswegen kein Recht mehr auf bestimmte Aktivitäten oder Chancen (bei der Partnersuche) zu haben.
    Wäre es nicht schön und auch erstrebenswert, wenn man diesen ganzen Stress, das Verstecken, die Ansicht, aufgrund bestimmter Makel hässlich und damit weniger wert zu sein, minimieren oder irgendwann ganz ausrotten könnte? Was wäre daran falsch?
    Ich persönlich hatte jahrelang immer Stress beim Kauf bestimmter Bekleidungsartikel, konnte meine Wünsche gegenüber Verkäufern nicht so deutlich äußern, dass mir geholfen worden wäre und mied jahrelang den Kleidungskauf, so lange es ging. Teilweise trug ich alte, zu kleine Kleidung, die ich etwas „umbaute“, um den Neukauf zu vermeiden. Irgendwann stieß ich online auf Frauen mit dem gleichen Problem, die eine Lösung aufzeigten. Jahrelang hatte ich immer geglaubt, durch einen unzureichenden Körper und unangemessene Wünsche bezüglich der Kleidung irgendwie komisch zu sein, falsche Wünsche zu haben. Kleiderkauf war nur demütigend für mich, teilweise wurde ich offen für bestimmte Wünsche ausgelacht – und stieß dann auf Frauen, die erklärten, warum diese Wünsche mit besitmmten körperlichen Merkmalen sinnvoll wären und wo man entsrpechende Kleidung bekam (online natürlich… obwohl die Zielgruppe groß genug wäre, entsprechende Angebote im stationären Handel zu machen). Das Problem war nur, dass ich in meiner Umgebung niemanden mit den genau gleichen Bedürfnissen fand und daher niemanden, der mich verstehen und mir signalisieren konnte, dass meine Wünsche legitim wären.

    • „Hm, ich finde diese ganzen Bewegungen, angebliche Schönheitsfehler zu akzeptieren oder den Druck zu mindern, sich in bestimmter Weise präsentieren zu müssen gar nicht schlecht.“

      Bewegungen?
      Du meinst, diese adipösen Schlampen (sie bezeichnen sich selbst teilweise so), die unter dem Deckmäntelchen „Feminismus“ fordern, man müsse auch sie mit ihren 140 kg lieben, wie das Model, seien eine „Bewegung“?
      Sind sie nicht, glaub es mir.
      „Schönheit“ ist das Ergebnis jahrtausendelanger Selektion, das kann man nicht per Beschluss aufheben. Wer schön ist, hat einen höheren Marktwert, wird also um nichts in der Welt sich an dieser Akzeptanz-„Bewegung“ beteiligen.
      Mag für die nicht so reichlich beschenkten Frauen bitter sein, ist es aber bei Licht betrachtet weit weniger, als Du glaubst. Die Normen weiblicher Schönheit werden nämlich weit mehr auf dem Wege intrasexueller Konkurrenz von Frauen selbst festgelegt, als von Männern.

      „Früher hätten die sich in weiten Oberteilen versteckt und eher nicht geschminkt etc., weil sie sich für ihr Aussehen schämten – während Männer mit Bierbauch eher mit engen Oberteilen herumlaufen konnten, ohne schief angesehen zu werden.“

      Auch üppige Frauen haben unter Männern eine recht große Fangemeinde, wie wir aus PornHub(?) lernen durften. Und ich als Mann kann das bestätigen. Solange sie nicht gerade vollkommen aus allen Fugen geraten ist, ist mir eine Frau mit weiblichen Rundungen lieber, als ein modelhaftes Klappergestell.
      Für Männer gelten andere Regeln. Frauen mögen vielleicht Bierbäuche nicht reizvoll finden, aber ein pralles Portemonnaie wirkt bei ihnen schon wie eine Antifaltencreme.

      „Das Ganze geht aber zu weit, wenn die Bewegung nur noch Menschen mit vermeintlichen Makeln akzeptiert und z.B. Menschen absichtlich immer fetter werden, damit sie dort besonders gut behandelt werden.“

      Das wird nie passieren, weil – siehe oben (das mit den Jahrtausenden).

      „Aktuell habe ich eine Seniorin im Bekanntenkreis, die gern schwimmen gehen würde, sich das aber verbietet, weil sie Falten und Hängebrüste hat.“

      Haben das nicht fast alle Seniorinnen?
      Und wen juckt das?
      Ne Zeitlang bin ich morgens täglich schwimmen gegangen. Um die Zeit traf ich dort fast nur solche Seniorinnen, wie ich mich erinnere. Ich kann Dir versichern, dass mich ihre körperliche Konstitution nicht die Bohne interessiert hatte. Vielleicht nehmen Männer Frauen nur wahr, wenn sie extrem fett oder köperlich behindert sind. Gut, zugegeben, jede Frau wird in Sekundenbruchteilen auf Eignung als Sexualpartnerin abgecheckt. Wird die Frage aber mit „Nein“ beantwortet, ist die Frau aus dem (UN-)Bewusstsein verschwunden – und kann ganz ungestört auch mit den schlimmsten Hängebrüsten ihre Bahnen ziehen 😉

      „Wäre es nicht schön und auch erstrebenswert, wenn man diesen ganzen Stress, das Verstecken, die Ansicht, aufgrund bestimmter Makel hässlich und damit weniger wert zu sein, minimieren oder irgendwann ganz ausrotten könnte?“

      Nein.

      „Was wäre daran falsch?“

      Schönheit ist bei Frauen Marktwert. Und Männer sind darauf dressiert. Aus dem Partnersuchpool bin ich selbst raus, aber eine hübsche Frau ist auch für mich immer noch eine Augenweide.
      Und in jüngeren Jahren habe ich auch das Spiel, mit den weiblichen Reizen verführt zu werden, genossen. Das Leben wäre ohne dieses Spiel um vieles ärmer.
      Mal davon abgesehen, dass Schönheit letztlich nichts anderes ist, als menschliche Evolution. Trotz aller technischen Fortschritte sichert auch unserer Art in erster Linie natürliche Selektion das Überleben.

      „Ich persönlich hatte jahrelang immer Stress beim Kauf bestimmter Bekleidungsartikel, konnte meine Wünsche gegenüber Verkäufern nicht so deutlich äußern, dass mir geholfen worden wäre und mied jahrelang den Kleidungskauf, so lange es ging. Teilweise trug ich alte, zu kleine Kleidung, die ich etwas „umbaute“, um den Neukauf zu vermeiden.“

      Das klingt mir aber eher nach einem Problem, das Du mit Dir selbst hattest, nicht nach einem, das man Dir von außen machte.

      „Irgendwann stieß ich online auf Frauen mit dem gleichen Problem, die eine Lösung aufzeigten. Jahrelang hatte ich immer geglaubt, durch einen unzureichenden Körper und unangemessene Wünsche bezüglich der Kleidung irgendwie komisch zu sein, falsche Wünsche zu haben.“

      Ein bilderbuchmäßiges Frauenproblem.
      Das ich in einem gewissen Rahmen nachvollziehen kann. Ich hatte das Problem, dass ich extrem untergewichtig war, was dem Wunsch der Frauen nach einem staatlichen Mann leider etwas widersprach. Daher war ich richtig glücklich, als in den 80ern weite Klamotten modern wurden, mit denen ich (erfolgreich 🙂 ) kaschieren konnte, dass hinter der Fassade nicht viel ist.

      „… teilweise wurde ich offen für bestimmte Wünsche ausgelacht – “

      Wirklich?

      „Das Problem war nur, dass ich in meiner Umgebung niemanden mit den genau gleichen Bedürfnissen fand und daher niemanden, der mich verstehen und mir signalisieren konnte, dass meine Wünsche legitim wären.“

      Ich schrieb ja, ein Problem intrasexueller Konkurrenz. Dir war die Meinung anderer FRAUEN wichtig, obwohl Du (vermutlich) auf Männer wirken wolltest.
      Meine erste Freundin fand ihre Brüste zu klein. Meine Meinung dazu war ihr komischerweise relativ wumpe, obwohl sie doch eigentlich nur mir gefallen sollten.

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