Sexuelle Belästigung und Gewalt gegen Männer

Die „schlaffe Brüste“ Bewegung

Feminismus ist einer sich immer wieder bestätigenden Theorie nach letztendlich der Versuch intrasexuelle Konkurrenz unter Frauen auszuschalten oder zu vermindern. Das zeigt die „Saggyboobsmatter“-Bewegung:

Flacher Bauch, knackiger Po, dellenfreie Oberschenkel: Der Schönheitswahn macht vor so gut wie keinem Teil des weibliches Körpers Halt. Auch für obenrum, also das Dekolleté, gibt es eine Idealvorstellung: Möglichst straff, möglichst fest und möglichst wohlgeformt sollten Brüste demnach sein.

Tatsächlich trifft diese Beschreibung wohl nur auf die wenigsten Frauen zu. Stattdessen sind Brüste oft ungleich groß, weisen Dehnungstreifen auf und verändern sich durch Schwangerschaft, Stillzeit und im Laufe des Lebens.

#saggyboobsmatter

Um Frauen nicht länger das Gefühl zu geben, sie seien mit ihren vermeintlich abnormalen Brüsten allein, hat Fashionbloggerin Chidera Eggerue den Hashtag #saggyboobsmatter („hängende Brüste sind auch etwas wert“) ins Leben gerufen.

Unter dem Schlagwort posten seit einigen Wochen zahlreiche Frauen Bilder ihres Busens. Inzwischen tummeln sich bereits über 6.000 Bilder unter dem Hashtag.

Selbstliebe statt Brust-OP

Mit der Kampagne verarbeitet Eggerue auch ihre eigene Geschichte, wie sie im Interview mit dem Guardianerzählt. Zu ihrem 18. Geburtstag wünschte sich die heute 23-Jährige nichts sehnlicher, als eine Brust-OP. „Ich dachte mir einfach: ‚Ich werde mir die Brüste operieren lassen und dann werde ich nicht mehr traurig wegen ihnen sein'“, erinnert sie sich im Interview.

Zu der Operation sollte es nie kommen. Stattdessen realisierte die gebürtige Londonerin, wie fehlgeleitet ihre Körperwahrnehmung war. Eggerue beschloss, nicht mehr mir ihren „schlaffen“ Brüsten zu hadern und diese auch nicht mehr mittels BH zu verstecken. Anstelle von Anerkennung erntete sie allerdings kritische Kommentare. Man könne ihre Nippel erkennen, ihre Brüste würden sich zu viel bewegen, sie solle sich bedecken, hieß es.

Um sich gegen die permanente Bewertung ihres Äußeren zu wehren, gründete sie den Blog Slumflower, mit dem sich die Britin für einen selbstbewussten und selbstbestimmten Umgang mit Körpern und Körperlichkeit einsetzt – fernab des Mainstreams und gängiger Schönheitsideale.

Natürlich verändert sich das Schönheitsideal damit kein bisschen. Und in der Regel entsteht auch kein neues Selbstbewußtsein. Man liked sicherlich etc, aber auch die dortigen Frauen wissen, dass straffe Busen, die nicht absacken, schöner sind. Ein eventuell aufgebautes anderes Bild zerschellt meist an der einen schnell wieder einholenden Realität.

Man kann weitere Aktionen dieser Art erwarten. Sie werden anführen, dass bestimmte „Schönheitsfehler“ ganz natürlich sind und es damit unfair ist, sie für die Betrachtung der Schönheit heranzuziehen.

Aber das es Schönheitsfehler gibt ist ja gerade zu erwarten, wenn Schönheit üblicherweise ein „Costly Signal“ ist, dass eben nicht leicht erreicht werden kann.

Letztendlich wird das vielleicht auch durch „Agreeableness“ und andere Persönlichkeitsunterschiede begünstigt: Man will hier Streit vermeiden, keine Hierarchien aufbauen, alle sollen irgendwie gleich sein und man selbst an nichts schuld und nicht schlechter.

Männer, die eher in Hierarchien und ihrem Platz darin denken, starten deswegen vielleicht auch keine Hashtags wie „smallMenMatter“ für Männer mit geringer Körpergröße. 0303