Was genau wäre denn Rassismus gegen Weiße bzw keinen Sexismus gegen Männer etc und warum wäre das weniger schlimm?

In der intersektionalen Theorie kann es bekanntlich keine Diskriminierung von Weißen wegen ihrer Hautfarbe und keinen Sexismus gegen Männer geben. Es wird dort jede potentielle Diskriminierungskategorie binär in die Gruppe der Privilegierten und der Marginalisierten eingeteilt.

Gerne wird dann gesagt: Es mag eine Benachteiligung sein, aber eben keine Diskriminierung.

Aber was bedeutet das letztendlich? Auf der Ebene der Gruppen wird dort argumentiert, dass es dann sozusagen Einzelfälle sind oder weniger Handlungsbedarf besteht, weil die Benachteiligung dann eben nicht „institutionalisiert“ ist oder eben weil es nur eine Folge der Privilegien ist, sozusagen deren damit anscheinend unbedeutende dunkle Seite.

Aber auf der Ebene des persönlichen wird derjenige ja dann trotzdem benachteiligt und abgewertet. Zumindest bei direkten Angehen einer Person scheint es mir unverständlich, warum das dann – wie es häufig den Anschein hat – sogar zu rechtfertigen ist.

Dagegen wird dann wiederum gerne angeführt, dass ja viele Beleidigungen nur abstrakt sind. Wenn jemand sagt, dass er alle alten weißen Männer töten will, weil sie die Erde vergiften, dann wäre das ja etwas ganz anders, weil alte weiße Männer eben an der Macht sind. Wer sich nicht so verhält, der sei dann nicht gemeint.

Die Lostrennung von der tatsächlichen Person und diese Ausgliederung aus der Gruppe finde ich immer wiede rmerkwürdig, gerade weil sie bei den „Marginalisierten“ eine absolute Sünde wäre.

Ist da ein logisches System reinzubringen oder ist das schlicht eine Form der Immunisierung vor Kritik, die einem erlaubt so sehr zu hetzen und zu beleidigen, wie man will, solange man nicht zu konkret wird und es gegen die Gruppe richtet?

71 Gedanken zu “Was genau wäre denn Rassismus gegen Weiße bzw keinen Sexismus gegen Männer etc und warum wäre das weniger schlimm?

  1. Das Hauptproblem ist hier, dass die SJWs nicht definieren können oder wollen, was „strukturelle Diskriminierung“ eigentlich sein soll — welche Strukturen, was ist da strukturiert und in welcher Weise?! — oder wie sich ihre Auswirkungen von anderen Formen von Aggressivität unterscheiden.

    Ja: Wenn ich ein dunkelhäutiger Afrikaner wäre, würde ich es mir zweimal überlegen, ob ich eine Wanderung durch brandenburgische Dörfer mache, da die Neonazipopulation dort nach wie vor ungewöhnlich hoch ist. Aber ich bin auch schon als kaukasischer Mensch von Rechtsradikalen wegen meiner Frisur angepöbelt (allerdings nicht physisch attackiert) worden.

    Den SJWs zufolge ist Aggressivität gegenüber Schwarzen „strukturelle Diskriminierung“, gegenüber langhaarigen Weißen aber nicht. Sie würden sich wohl darauf berufen, dass Machtpositionen in Europa und Nordamerika *mehrheitlich* mit weißen Männern besetzt sind, was stimmt — mit bekannten Ausnahmen wie Präsident Obama oder dem neuen Microsoft-Chef https://de.wikipedia.org/wiki/Satya_Nadella –, und dann daraus ableiten, dass Aggressionen von Weißen gegen Farbige prinzipiell anderer Natur seien als von Weißen gegen Weiße oder von Farbigen gegen Weiße oder andere Farbige. Das ist der Knackpunkt, hier kann ich ihnen nicht folgen: Wenn ich verprügelt, beleidigt oder gemobbt werde, ist es egal, ob die, die das tun, zu einer ethnischen Gruppe gehören, die die Mehrzahl der Machthaber stellt. Bei Taten zählen die Auswirkungen, und die Auswirkungen eines Fausthiebs oder einer Injurie sind immer die gleichen.

    Man könnte sich darauf einigen, dass Abwertung eines Menschen wegen seines Aussehens IMMER scheiße ist. Das wäre vernünftig, aber zu einfach, als dass man Soziologie-Masterarbeiten darüber schreiben könnte, weswegen die SJWs sich für diese Option nicht zu erwärmen vermögen. 😉

    • Also wenn in Brandenburg Dir jemand dein Gesicht verbessert, bist DU der Rassist.
      Es ändern weder ein Gauck noch eine Angela Merkel etwas daran, dass Ostdeutschland strukturell diskriminiert ist.

  2. „Aber auf der Ebene des persönlichen wird derjenige ja dann trotzdem benachteiligt und abgewertet.“

    Das ist eben entscheidend. Es gibt nur diese Ebene des persönlichen; diskirminieren können nur reale Menschen, Strukturen handeln nicht selbst. Strukturen sind überhaupt nur Abstraktionen, die nur in den Hirnen bzw. Büchern von Sozialwissenschaftlern existieren.

    Wenn ich in Brasilien unterwegs bin und als erkennbar weißer Fremder drei mal soviel für ein Taxi bezahlen muss wie die dunkelhäutigen Einheimischen, werde ich persönlich von denen diskriminiert, genau wie jemand, der in Deutschland eine Mietwohnung nicht bekommt, weil er einen türkischen Namen hat.

    Nach der sozialwissenschaftlichen Theorie bin ich aber als weißer Europäer für die Armut Brasiliens verantwortlich und es ist nur gerecht, wenn man mich benachteilt.

    Mit welchem Recht man konkrete, individuelle Menschen aus Rache an irgendwelchen Strukturen leiden lässt, für die sie überhaupt nicht verantwortlich sind (welche Verantwortung trage ich als Deutscher des 21. Jahrhunderts für den Kolonialimus der Portugiesen des 16 bis 19 Jahrhunderts?), das wird nie geklärt. Es reicht einfach, dass ich die gleiche Hautfrabe habe wie die Portugiesen.

    • Ist halt Sippenhaft verbunden mit einem Stammbau der mit Wachsmalstiften gemalt wurde.
      Und diese Art von Rechtsform ist da mit Grund drinnen.

    • Wie so oft handelt es sich hier um eine radikale Umdefinierung, zum Zwecke völlig abseitige Inhalte übergangslos zum Kernthema zu machen.

      Tatsache ist, mindestens im gesamten UN-Bereich sind Diskriminierungen in den Individualrechten definiert und geächtet. Gruppenprivilegien gelten als Rechtsbruch.
      Um also eine gesamte Bevölkerungsgruppe ( vollkommen egal welche ) als solche zu „diskriminieren ohne zu diskriminieren“ muß man zwangsläufig, jegliche Anerkennung der gültigen Menschenrechte beenden.
      Aus deutscher Sichtweise also GG, EMRK UND UN-mrk als grundsätzlich völlig falsch zurechtdefinieren.
      Was bei vorsätzlichen Umsetzungsversuchen üblicherweise mindestens ein Strafverfahren nach sich ziehen müßte, je nach praktischer Versuchsanordnung bspw. wg. Volksverhetzung.

      Kurz: Die Definition „alle Menschen können diskriminiert werden, nur weiße, resp. Männer nicht“, bzw. „alle Menschen dürfen weiße Menschen, resp. Männer, diskriminieren, weiße/Männer aber andere nicht“, ist qua Definitionem rechtsfeindlicher hirnverbrannter Unfug.

      • @El_Mocho
        >Das ist eben entscheidend. Es gibt nur diese Ebene des persönlichen;

        Jein. Wenn bsw. eine Gruppe der Gesellschaft durch Gesetze zur Prüfung auf ihre Verwertbarkeit verpflichtet wird mit der Androhung von Zwangsmaßnahmen, wenn sie sich dieser Verwertbarkeitspürung entziehen wollen, dieser Zwang aber nur für diese Gruppe gilt, dann ist das kein Problem des persönlichen Handelns. Sondern eine Benachteiligung einer Gruppe durch ein Gesetz. Das könnte man als strukturelle Benachteilung bezeichnen.

        Allerdings kann man in diesem Fall das Nebelwort „strukturell“ durch die Angabe von konkreten Gesetzen und Verordnungen präzisieren. Was normalerweise unterbleibt – es wird als diffuses Schlagwort eingesetzt.

  3. Three Asian gang members were jailed for life yesterday for the „savage and barbaric“ racially motivated murder of a schoolboy in Glasgow who had been singled out because he was white.

    https://www.theguardian.com/uk/2006/nov/09/race.ukcrime

    A boy of nine who was found hanged is believed to have killed himself after he was ‘bullied for being white’ by an Asian gang at school.

    Aaron Dugmore – thought to be one of the youngest children in the UK to commit suicide – was discovered in his bedroom after being tormented for months, his parents said.

    They said Aaron was threatened with a plastic knife by one Asian pupil, who warned him: ‘Next time it will be a real one.’

    He was also allegedly told by another pupil that ‘all the white people should be dead’ and he was forced to hide from the bullies in the playground at lunchtime.

    http://www.dailymail.co.uk/news/article-2283777/Boy-9-hanged-bullied-white.html

    Gemäß der intersektionalen Rassisten gibt es ja kein Rassismus gegen Weiße. Niemand passiert etwas schlimmes weil er weiß ist. Listen and believe!

    „eine Form der Immunisierung vor Kritik, die einem erlaubt so sehr zu hetzen und zu beleidigen, wie man will“

    Ich denke ja. Es führt zu einer Entmenschlichung, die in einer erhöhten Akzeptanz von Diskriminierung und Gewalt gegen diese Gruppe resultiert.

  4. Besonders ätzend finde ich Weiße, die den Intersektionalismus fördern. Weiße haben diese „Wissenschaft“ in den Universitäten institutionalisiert. Basismotiv für diese Denke ist der Feminismus mit seinen Ablegern. Ohne Frauen gäbe es diese extreme Form der Ingroup/Outgroup – Perspektive nicht. Kulturmarxismus liefert das theoretische Besteck, auch wenn sich Marxisten gegen diese Interpretation wehren. Ihre Gegenwehr ist nicht stärker als die von Greisen, weil sie sich nicht gegen Mutti wehren können. Praktische Anwendung des Intersektionalismus ist zum Beispiel Südafrika:

    „Mit 34 Morden pro 100.000 Einwohner hat Südafrika ohnehin schon die achthöchste Mordrate der Welt. Laut AfriForum gab es im Jahr 2016 ganze 334 Farm-Überfälle und 64 Farmmorde, in den ersten dre“i Quartalen 2017 stieg die Zahl der Morde gar auf 71. Laut AfriForum beträgt die Mordrate unter weißen Farmern in Südafrika 156 pro 100.000 – viereinhalbmal so viel wie der Durchschnitt in Südafrika. Von etwa 50 Morden am Tag sind etwa 20 der Opfer Weiße (40%), bei einem Bevölkerungsanteil von 9%.“

    Der erste Impuls eines durchschnittlichen weißen Mitteleuropäers beim Lesen solcher Nachrichten ist eine taube Uninteressiertheit, ein dumpfes Wissen, dass das irgendwie nicht ok ist, aber es meldet sich kein Empathieschub, der einen auf die Straße treibt, wie es beim Demonstrieren für Flüchtlinge überall zu beobachten ist. Der Zweck des Intersektionalismus ist die Überwindung weißer Vorherrschaft oder, modern formuliert, der weißen Sicht. Soweit die Möglichkeit gegeben ist, wird die Überwindung in Form der Ausrottung durchgeführt. Vertreter der WHAM – Klasse, die für die Anerkennung der eigenen Privilegien werben, sind nicht böse, sondern korrumpierte Spießer, die bewusst vorhandene Privilegien (in jeder Gesellschaft, egal ob gelb, schwarz oder weiß, gibt es privilegierte Schichten) konsumieren und den eigenen Vorteil mehren. Die publikumswirksame Selbstbezichtigung wird in den wenigsten Fällen ihren Grund in der vorzüglichen Gesinnung haben, sondern eher darin, dass die konsumierten Privilegien im Dunstkreis des Feminismus/ Intersektionalismus entstanden sind. In der Süddeutschen hat ein WHAM vor einigen Tagen den Begriff des WHAM verteidigt. Er war jahrelang Redakteur bei Frauenzeitschriften.

  5. Etwas off topic, aber vielleicht nicht nur für mich hilfreich: Kann mir jemand kurz erklären, ob ich den Unterschied zwischen Identitätspolitik und Intersektionalismus/Intersektionalität richtig sehe? Laut Wikipedia ist Intersektionalität die „Überschneidung von verschiedenen Diskriminierungsformen in einer Person“. Wäre Identitätspolitik also die Feststellung einer Diskriminierung aufgrund EINES Gruppenmerkmals, z.B. Dunkelhäutigkeit (PoC)? Und Intersektionalität dann die „Steigerung“, wenn man mehrere Diskriminierungsmerkmale aufweist z.B. dunkelhäutig und Frau ist?

    • Identitätspolitik ist eher die politische Ideologie und Praxis, die auf der intersektionellen Theorie basiert. In IdPol werden alle Menschen nach ihrem Unterdrückungsgrad geordnet und werden hauptsächlich danach ausgewählt. Je höher auf der Opferleiter desto weniger angreifbar ist man.
      Lesbische, schwarze Behinderte können wohl doch nicht ätzend sein.

      • Wenn es denn so wäre …
        Aber dem ist ja nicht so.
        Fährt die AfD eine Lesbe auf, mit ausländerischer Lebensgefährtin, dann veröffentlicht die intersektional verseuchte Presse die Anschrift des Kindergartens in welchen die Kleinen der beiden spazieren.
        Schicken die Mercers einen schwulen und BBC süchtigen Milo für Trump ins Rennen, dann wird daraus am Ende des Tages eine Pedojagt.

  6. Meiner Meinung nach schwächen sich Rassismus und Diskriminierung nicht wenn siem gegen reale oder vermeintliche machtkonstellationen verlaufen.
    Was sich ändert sind Verantwortung und Verantwortlichkeit. Extremfall: Ein rassistisch Verfolgter muss z.B gegen seine Verfolgergruppe diskrimieren, die Verantwortung tragen aber die Verfolger.
    Wer die Meinung vertritt als Marginalisierter könne er die Mehrheitsgruppe beleidigen und verhetzen spricht sich von der Verantwortung frei wie ein Kind oder Narr am Hofe

    • Hengameh Y sieht das offenbar ähnlich. PoC tragen soviel Verantwortung wie (weißen) Kinder. Kann man so sehen, nur einen Anspruch auf Teilhabe kann man auf der Basis nicht stellen

      • In diesem Vergleich sind Weisse die Erwachsenen und POC Kinder. Wie dämlich ist das denn. Mit dieser Anschauung können sich sogar „white supremacist“ anfreunden, lässt sich doch daraus unmittelbar das Recht auf Bevormundung ableiten.

        • Dass PoC grundsätzlich nicht ind er Lage sind, ihr Leben selber in die Hand zu nehmen und darauf warten müssen, bis Weiße alles für sie erledigen, ist letzten Endes Konsequenz dieser Denkweise.
          Da zaigt isch auch wieder, was für ein akademisches Elitenphänomen dieses ganze gerede ist.

          Schwarze aus der Arbeiterklasse sehen das ganz anders.

      • Komisch, dafür das die soviel Verantwortung tragen kommen weiße Jungs aber mit einem erheblichen Kolonialkreuz auf die Welt, ungeachtet dessen, wessen Leibeigene deren Ahnen wohl waren.

    • Wie immer gilt: Manche sind gleicher als andere.
      Die neue Definition von Gleichheit läuft immer darauf hinaus, dass MINDESTENS 50% auf der unterdrückten Seite landet, und MAXIMAL 50% auf der Unterdrückerseite. Deswegen ist 100% Frauenanteil gut und divers, während 51% Männeranteil zu viel ist.

    • http://www.danisch.de/blog/2018/08/07/ich-hab-den-beruf-verfehlt-203/

      Chefin einer Behindertenwerkstatt hätt ich werden sollen. Am besten in Duisburg.

      Jahresgehalt zwischen 350.000 und 380.000 Euro. Weil sie das für ihre Leistung für angemessen hält. Und ich dachte immer, da arbeiten die Behinderten.

      Frau im Dunstkreis des öffentlichen Dienstes hätte ich werden sollen. Da kann man fett zugreifen.

      Wie viele mit so 36.000€ im Monat müssen sich eigentlich krum buckeln, damit man eine so eine Helferin durchfüttern kann? =)

    • Nun, man muss dabei bedenken, dass die Gender-Studierten das Rückgrat der Volkswirtschaften bilden und ein Mangel an solch Ausgebildeten schweren ökonomischen Schaden verursachen würde. Muss man wissen!

  7. Es geht ja bei den Theorien (fast) immer um „struktureller Rassismus“ die rede. Ergo nicht individualistisch.

    „Als institutioneller Rassismus (auch: struktureller Rassismus) werden Rassismen bezeichnet, die von Institutionen der Gesellschaft, von ihren Gesetzen, Normen und ihrer internen Logik ausgehen, unabhängig davon, inwiefern Akteure innerhalb der Institutionen absichtsvoll handeln oder nicht. Er kann als ein Gegensatz zum personellen Rassismus verstanden werden, der sich beispielsweise im alltäglichen Rassismus und im Rechtsextremismus in Vorurteilen oder Gewalt ausdrückt.“
    https://de.wikipedia.org/wiki/Institutioneller_Rassismus

    Unter der Prämisse die Strukturen sind auf die Norm sprich Weiße Menschen ausgelegt kann dies natürlich nicht auf Weiße zutreffen. Individueller Rassismus ist aber weiterhin möglich. Außer man klammert individuellen Rassismus komplett aus.

    Um strukturellen Rassismus zu zeigen werden (wie auch beim Feminismus) Gaps genannt, wie zB.:

    „Wissenschaftliche Studien zeigten auf das Schwarze oder People of color deutlich mehr von deutschen Polizeibehörden kontrollierten wurden als weiße Menschen und weiße Deutsche, dies sei auch ein Anzeichen für institutionellen Rassismus. “ https://de.wikipedia.org/wiki/Institutioneller_Rassismus#Deutschland

    Hier bleibt jedoch die Frage inwiefern dies nicht auf eine größere Wahrscheinlichkeit beruht, dass PoC am Bahnhof zB. mehr STraftaten begehen und daher ein sachlich angemessenes Vorgehen. Warum sollte man. Es wäre nicht effizient genausoviele ältere weiße Damen zu kontrollieren wie junge PoC Männer. Außer einem ist es soviel Wert, dass die effizients der Polizeiarbeit leidet.

    Ganz allgemein gibt es natürlich Strukturen die sich herausgebildet haben, die sich nach einer Norm richten. Wenn man 2,1 meter groß ist…ist es schwieriger/teurer Klamotten, Betten, etc. zu finden. Wenn man einen für die Region ungewöhnlichen Haartyp hat…ist es schwieriger/teurer shampoo zu finden etc. Dies beruht aber ehr auf ökonomischen Gründen als auf langen rassistischen oder anti große Menschen strukturen.

    Daher wird das sicher auch gern mit einer antikapitalistischen Denken gepaart. Wobei auch in anderen Wirtschaftsformen Prinzipien wie „Economic of scale“ gilt. Aber vielleicht sollen jetzt ja die 1,80 m Menschen die 2,10 m Menschen subventionieren. Das wäre dann wieder ein Werturteil…wobei man auch die umverteilungskoste etc. mit berücksichtigen sollte…

    • „Als institutioneller Rassismus (auch: struktureller Rassismus) werden Rassismen bezeichnet, die von Institutionen der Gesellschaft, von ihren Gesetzen, Normen und ihrer internen Logik ausgehen, unabhängig davon, inwiefern Akteure innerhalb der Institutionen absichtsvoll handeln oder nicht.“

      Ja da haben wir es wieder; struktureller Rassismus ist empirisch nicht nachweisbar. Welche Normen oder welche „interne Logik“ hat eine Institution? Wo kann man das nachlesen?

      Gesetze sind etwas anderes, aber durch das Diskriminierungsverbot des GG kann man natürlich gegen rassistische Gesetze schnell und wirkungsvoll vorgehen; mir sind auch keine bekannt; es sei denn, man will bestimmte nur Staatsbürgern vorbehaltene Rechte (etwa Wahlrecht oder Auslieferungsverbot) als rassistisch gegenüber Nichtstaatsbürgern einstufen.

      Mein Gott, interne Logik, was für eine verschwurbelte Sozialwissenschaftlersprache.

      • @El_Mocho

        Wir haben nicht nur das GG, sondern vor allem das Allgemeines Gleichbehandlungsgesetz (AGG) seit 2006, welches genau diesen „strukturellen Rassismus“ verhindern soll.
        https://www.gesetze-im-internet.de/agg/BJNR189710006.html

        㤠1 Ziel des Gesetzes
        Ziel des Gesetzes ist, Benachteiligungen aus Gründen der Rasse oder wegen der ethnischen Herkunft, des Geschlechts, der Religion oder Weltanschauung, einer Behinderung, des Alters oder der sexuellen Identität zu verhindern oder zu beseitigen.“

        D.h. Wikipedia arbeitet wieder einmal propagandistisch:
        „Der UN-Sonderberichterstattung kritisierte zudem, dass Migranten im öffentlichen Leben nicht ausreichend repräsentiert seien. Auch ihre politische Teilhabe reiche nicht aus. Als eine Gegenmaßnahme forderte Muigai die Einführung des kommunalen Ausländerwahlrechts.“
        Das ist ein Zitat der natürlich irre neutralen „taz“.

        Was 1:1 die Idiotie des „Migrationshintergrunds“ widerspiegelt, der so verbreitet ist, dass die vielen Migranten einfach nicht ordentlich „repräsentiert“ werden.

        Weißt du, wie der Schwachsinn verbreitet wird?
        Durch die Bundeszentrale für politische Bildung (Hervorhebung von mir):
        „Im Jahr 2016 hatten 18,6 Millionen der insgesamt 82,4 Millionen Einwohner in Deutschland einen Migrationshintergrund (Zugewanderte und ihre Nachkommen). Von diesen 18,6 Millionen Personen waren 9,6 Millionen Deutsche und 9,0 Millionen Ausländer (51,8 bzw. 48,2 Prozent).“

        Zunächst ist die Frage naheliegend: Wie können Deutsche denn nach Deutschland „migrieren“?
        Ganz einfach: „Im Mikrozensus 2016 gaben 3,2 Millionen zugewanderte Deutsche (einschließlich zeitgleich eingereister Ehegatten und Kinder) an, mit dem Aussiedler- bzw. Spätaussiedlerstatus nach Deutschland eingereist zu sein.“
        http://www.bpb.de/nachschlagen/zahlen-und-fakten/soziale-situation-in-deutschland/61646/migrationshintergrund-i

        Nach der ius sanguinis sind Spätaussiedler zwar Deutsche und eben dies verleiht ihnen den Status, nach Deutschland zurück kommen zu können. Weil man aber politisch eine große Anzahl „Migranten“ braucht, sind deutsche Staatsbürger, die im Ausland geboren sind dann irgendwie doch Ausländer.
        Das wird mit dem Begriff „Migrant“ nämlich nahe gelegt.

        Zur Definition:
        „Nach der Definition des Statistischen Bundesamtes hat eine Person einen Migrationshintergrund, wenn sie selbst oder mindestens ein Elternteil nicht mit deutscher Staatsangehörigkeit geboren ist.“
        Wenn also ein Kind mit einem solchen „Migrationshintergrund“ erwachsen wird und heiratet, entsteht ein Haushalt mit „Migrationshintergrund“, produziert dieser zwei Kinder, haben wir eine Familie mit „Migrationshintergrund“. Aus einer Person mit „Migrationshintergrund“ werden vier – so vervielfältigen sich die „Migrationshintergründe“ der Bevölkerung wenig magisch.

        Das zeigt sich dann in der Darstellung der BdP so:
        „Deutsche mit eigener Migrationserfahrung 5.144 6,2%
        Deutsche ohne eigene Migrationserfahrung 4.471 5,4%“
        Demnach: Deutsche mit Migrationshintergrund ohne eigene Migrationserfahrung.
        Möchte noch jemand ein Fass Schlangenöl kaufen?

        Tatsächlich: „Die meisten der 18,6 Millionen Personen mit Migrationshintergrund stammten im Jahr 2016 aus der Türkei (15,1 Prozent), gefolgt von Polen (10,1 Prozent), Russland (6,6 Prozent) und Italien (4,6 Prozent).“
        Und aus welchen Ländern kommen die deutschen Spätaussiedler?
        Es wird sich sich wohl vor allem um die Länder Polen und die der Ex-Sowjetunion handeln.
        All die Aussiedler und Spätaussiedler sind vor allem eins nicht, nämlich „POC“ – wann immer von „Migrationshintergrund“ geredet wird, verdunkelt sich virtuell die Hautfarbe und das ist schlicht gelogen.

        Von der Gruppe der Ausländer mit Migrationshintergrund stellen die Türken 2,8 Millionen Menschen und nicht 5, wie aus Propagandazwecken gerne behauptet wird.
        Hingegen: „Europa ist für die Migration in Deutschland besonders bedeutsam: 35,5 Prozent der 18,6 Millionen Personen mit Migrationshintergrund stammten 2016 aus einem der 27 anderen Mitgliedstaaten der Europäischen Union.“
        Satte 6,6 Millionen der Gruppe der Ausländer stammen also aus der EU und für die gilt ohnehin die EU-Freizügigkeit.

        Nun wäre die spannende Frage, wie viele von den EU-Bürgern sich aus wirtschaftlichen Gründen (ich kenne sehr viele Griechen und in Berlin gibt es unglaublich viele Spanier, also Herkunft die europäischen Krisenregionen) temporär hier aufhalten oder ob sie planen, in Deutschland zu bleiben.

        Aber ich schweife ab! Mir geht diese Volksverarsche „Migrationshintergrund“ auf die Nerven, deshlab hier so ausführlich.

    • „Es wäre nicht effizient genausoviele ältere weiße Damen zu kontrollieren wie junge PoC Männer. Außer einem ist es soviel Wert, dass die effizients der Polizeiarbeit leidet.“

      Genau das hat mir im selben Wortlaut ein Einsatztrainer auf meine Frage, wie man gesellschaftlich förderlichen Erkennungs- und Ermittlungsdienst leisten kann ohne in böses racial profiling zu fallen, geantwortet.

      Es ist irgendwo Fakt, dass bestimmte ethnische Gruppen zu einer bestimmten Zeit an einem bestimmten Ort eher für Probleme sorgen als andere. Ich werde bei Gefahr in Verzug mich anhand der wahrscheinlichsten Variablen orientieren, und nicht anhand der unwahrscheinlichen. Besteht kein GiV, so kann man viel mehr Variablen miteinfließen lassen, sprich der Gang, das allgemeine Verhalten, die Kleidung, die Sprache, etc.

      Das ist alles wieder das Spiel mit den im Schnitt zutreffenden Stereotypen.

  8. Erinnert ihr euch an den SeaTac Mitarbeiter in Seattle?

    War ja ein talentierter Pilot.
    Air Control bot ihm im Scherz noch einen Job an, falls er gefallen am Fliegen findet.

    „Nah, they wouldn’t do that. I’m white“

    War seine Antwort.
    Weniger später landete er das Flugzeug, nachdem er mit Air Control geklärt hatte niemanden gefährden zu wollen, in ein Feld.

    Bei Air Control sollte es auch klingeln, denn auch die wird aufgebraunt.

  9. Intersektionalismus ist die Methode anhand von Kriterien (z. Zt. zwischen 4 und 17) an einer konkreten Person das Maß ihrer Diskriminierung festzustellen. Diese Kriterien sind im Hinblick auf eine mögliche Diskriminierung gewählt. Das Kriterium „Humanismus“ an einem Menschen festzustellen, führt nicht zur Feststellung, dass diese Person aufgrund dieser Eigenschaft diskriminiert wird, daher gehört dieses Kriterium nicht zu den Kriterien, anhand derer die Intersektionalitätsforschung die Diskriminierung einer Person misst.
    Eine Person intersektionalistisch zu untersuchen, heißt, anhand einer Handvoll Kriterien, das Maß ihrer Diskriminierung feststellen. Die Person wird einem Bündel von Ausprägungen der Werte dieser Kriterien zugeordnet. Die Person und dieses Bündel sind eine 1:1 Abbildung. Lann Hornscheidt fordert (konsequent) unendlich viele Kriterien, um ein gültige Zuordnung vorzunehmen. Sie wurde verrückt an dieser Frage.

    Aufgrund der intellektuellen Beschränkung der intersektional Forschenden werden die Kriterien auf 2 nach unten gerundet (Frau, POC).

    Identitätspolitik meint das Identifizieren von Personen, die eine gleiche 1:1 Zuordnung zu einem Bündel von Ausprägungen der Werte ausgewählter Diskriminierungskriterien besitzen, verbunden mit dem politischen Bestreben, affirmative Aktionen speziell für diese Gruppen zu entwickeln, indem entweder die Voraussetzungen für die spezifischen Ausprägungen der Werte spezifischer Diskriminierungskriterien eliminiert werden (z.B. beim Kriterium Geschlecht -> Kastration) oder indem die gesellschaftliche Akzeptanz für die Ausprägungen gefördert werden (Promoten von Transgender in der Öffentlichkeit) oder indem die Sicht, die diskriminiert, eliminiert oder abgewertet wird.

    Intersektionalität schafft die Voraussetzung für das Identifizieren von Gruppen , Identitätspolitik gibt diesen Gruppen einen Namen und macht Interessenpolitik für diese Gruppen.

    In der Praxis gibt es 2 relevante Kriterien für Intersektionalität und Identitätspolitik: Geschlecht und Hautfarbe

    Da der ganze Scheiß im wesentlichen Feminismus ist, wurde das Kriterium der Macht als Voraussetzung für Diskriminierung in das System eingeführt. Das führt dazu, dass die einzigen, die diskriminieren, WHM sind. Schwarze Männer konnten so vom Feminismus erfolgreich in die feministische Theorie integriert werden, was vorher nicht ging und man dadurch zum absurden Schluss kam, weiße Frauen seien von männlichen POC unterdrückt. Nun ist aber alles in bester Ordnung. Frauen können weiterhin Opfer sein. POC und Frau werden von WHM unterdrückt und dies ist per Intersektionalismusforschung bewiesen. WHM diskriminiert und kann per definitionem nicht diskriminiert werden. Gibt es hier Gegenrede, schränkt man WHM auf WHAM ein und meint damit die Babyboomer mit Ressourcen. Werden obdachlose WHAM als Gegenbeispiel eingeführt, wird WHAM als nur symbolisch gemeint verkauft: WHAM sei ein Symbol der dominierenden Sicht, des dominierenden Diskurses.

    Übrigens hat unser Lezek früher mal die Untersuchung der Diskriminierung von Männern mittels Intersektionalismus befürwortet.

    • @ quellwerk

      „Übrigens hat unser Lezek früher mal die Untersuchung der Diskriminierung von Männern mittels Intersektionalismus befürwortet.“

      Auch heute noch. Allerdings hast du vergessen zu erwähnen, dass die von mir befürwortete Weiterentwicklung von Intersektionalität keine dogmatische Schließung zu einer Seite hin kennt – sie ist also integral-antisexistisch und bezieht potentiell alle Menschengruppen ein, ist also politisch unkorrekt im besten, d.h. humanistischen Sinne . 🙂

      Zur Ideengeschichte von Intersektionalität und ihren aktuellen Beschränktheiten:

      https://geschlechterallerlei.wordpress.com/2016/12/19/gastartikel-leszek-ueber-intersektionalitaet/

      Wie eine tatsächlich wissenschaftliche Ungleichheits- und Diskriminierungsforschung aussehen könnte:

      https://geschlechterallerlei.wordpress.com/2016/12/23/gastartikel-leszek-darueber-wie-eine-echte-ungleichheits-und-diskriminierungsforschung-aussehen-kann/

      • Ein klassisch-marxistisches Hauptwiderspruchs/Nebenwiderspruchsmodell, welches ökonomische Klassenkonflikte als Hauptwiderspruch deutete und alle anderen Formen von Unterdrückung/Diskriminierung als Nebenwidersprüche verstand

        So ist es. Alles andere ist Beilage – where is the beef?

      • Ich finde bei diesem Thema sollte man sich die anschauen, die die Intersektionalismusforschung konsequent zu Ende denken und bei denen schauen, wo die gelandet sind, nämlich bei der Forderung, eine unendliche Zahl von Kriterien einzuführen, was notwendig zur Irrationalität führt.

        Wenn man so konsequent nicht sein will, dann müssen Kriterien gewählt und gewichtet werden. Welches Metakriterium wird hierfür verwendet? Anschließend muss ein spezifische Ausprägung eines Kriterienbündels zur Identifikation mit einer Gruppe führen, womit wir bei einem essentialistischen Ansatz landen, nämlich der Behauptung, eine diskriminierte Gruppe sei im wesentlichen dieses Bündel an Ausprägungen. Identifikation und Identität mittels Diskriminierung. Würde man keine Identifikation durchführen, hätte man keinen Gegenstand.

        Ein Metakriterium muss zu einem Bündel von Diskriminierungskriterien führen mit der eine Gruppe identifiziert wird. Wenn man die Diskriminierungskriterien hat, dann hat man vorher implizit einen diskriminierenden Standpunkt eingenommen, weil man z.B. sagen muss: weiblich ist weniger wert, als männlich, d.h., man muss methodisch ein Rassist sein, um Rassismusforschung betreiben zu können, weil man nicht daran glaubt, dass es keinen strukturellen Rassismus gäbe.

        In deinem Beitrag erwähnst du die Benachteiligung von Jungen im Schulsystem. Später im Berufsleben werden die zu Männern gewordenen Jungen den Hauptanteil der Vorstandsposten in Unternehmen bekleiden. Offenbar ist nur ein Teil der Gruppe männliche Schüler Opfer der Diskriminierung. Intersektionalismusforschung benötigt aber essentielle Gruppen, um affimative actions starten zu können. Gruppen, die nur einen begrenzten Zeitraum diskriminiert werden, bilden keine essentielle Einheiten.

        Würde man den Essentialismus aufgeben, dann hätte man einfach nur einen empirischen Befund, der dem Prinzip der Chancengleichheit widerspricht. Eine nachgängige Analyse würde verschiedene Einflussfaktoren offenlegen. Für diese Grundtätigkeit des Denkens (Analyse) benötigt man keinen Intersektionalismus, der a. die Binsenweisheit ausspricht, dass es Interdepenzen und mehrere Einflussfaktoren gibt und b. (das ist das wesentliche) die These formuliert, dass die Überschneidungspunkte der Einflüsse die Identität der Person und Gruppe bilden. Ohne b. hast du keine Intersektionalität, sondern einfache nur Analyse. Mit b. hast du das ganze theoretische Gepäck des Feminismus auf dem Rücken.

  10. „Was genau wäre denn Rassismus gegen Weiße?“

    Nach der Theorie wäre es wohl Rassismus gegen Weiße, wenn Landwirtschaft nicht im fruchtbaren Hlabmond Mesopotamiens und dann weiter nördlich entwickelt worden wäre, sondern in Afrika von Schwarzen, und sich die folgende Geschichte eben nicht in Europa sondern in Afrka abgespielt hätte.
    Dann hätte die ganze Kulturentwicklung dazu geführt, dass Schwarze Wissenschaft und Technik entwickelt und erfolgreich die übrige Welt kolonialisiert hätten, und Europa wäre über Jahrhunderte von Afrikaner beherrscht und ausgebeutet worden.

    Jared Diamond deutet ja sowas an, wenn er sagt: Hätte man vor 10.000 Jahren die Bevölkerungen Australiens und Europas ausgetauscht, würden heute Aborigines die Welt beherrschen und wenige Europäer in Reservationen dahinvegetieren.

    ist aber bekanntlich nicht so gekommen, und zwar nicht wegen der Hautfarbe der Europäer oder ihrer besonderen Bösartigkeit, sondern wegen besonders günstiger geographischer und biologischer Bedingungen in Europa.

    https://de.wikipedia.org/wiki/Arm_und_Reich_(Diamond)

    • Die Frage ist aber: Wäre Kolonialismus und Ausbeutung immer zwingend von einem Volk entwickelt worden? Wenn ich da nach Europa schaue, dann wurde doch (fast?) alles, was man Weißen in der Geschichte so vorwirft – vor allem Kriege und Ausbeutung großer Teile der Bevölkerung, später auch unter dem Vorschub rassistischer Überlegenheit – nur von einem sehr kleinen, herrschenden Teil der Bevölkerung entschieden und durchgesetzt. Demokratie gab es ja den größten Teil der Geschichte gar nicht in Europa. Der größte Teil der heute lebenden Weißen dürfte doch auch von Menschen abstammen, die ein machtloses, ausgebeutetes Leben (vor allem als Bauern, eventuell als etwas priviligierte Handwerker etc.) gelebt haben. Die hatten doch null Entscheidung über Kolonialisierung oder Ausbeutung anderer Völker oder Menschen im Land. Sicher, sie haben (teilweise, später) davon profitiert. Im Mittelalter aber meines Wissens noch nicht (da konnte Seide und Gewürze aus dem Ausland kommen, der durchschnittliche Bauer durfte ja noch nicht mal von seinen eigenen Eträgen viel oder überhaupt etwas essen – Fleisch z.B.). Wie kann man den und seine Nachkommen überhaupt verantwortlich machen?

  11. Es ist schlichtweg special pleading, da sie sonst ihren Rassismus/Sexismus nicht so offen ausleben könnten.

    Daher weise ich auch immer darauf hin, dass Feministen sehr genau wissen wie rassistisch und sexistisch sie sind. Und weil sie das wissen müssen sie einen Special Case entwickeln, in dem sie nicht unter diese Begriffe fallen.

  12. Wer Menschen primär nach rassischen Merkmalen kategorisiert und daraus gemeinsame Gruppeninteressen ableitet und behauptet, der muss rassistisch argumentieren.
    Nun haben die selbsternannten grössten Antirassisten aller Zeiten dadurch ein Problem. Also definieren sie Rassismus so um, dass ihr Rassismus nicht mehr unter diese Definition fällt. Darin widerspiegelt sich ihre radikalkonstruktivistische Anschauung, dass sich durch die Änderung des Sprachgebrauchs die Wirklichkeit ändert. Du hast einen schlechten Wein zu Hause? Nimm das Etikett ab und klebe das Etikett eines Spitzenweines an die Flasche und verkaufe den Wein als Spitzenwein. Man nennt es Betrug.

    • „Wer Menschen primär nach rassischen Merkmalen kategorisiert und daraus gemeinsame Gruppeninteressen ableitet und behauptet, der muss rassistisch argumentieren.“

      Korrekt. Hört sich erst einmal spitzfindig an, ist aber absolut gültig. Durch die Entscheidung, mittels rassistischen Kategorien zu argumentieren, hat man vorher die Entscheidung getroffen, dass Rassismus der größte Einflussfaktor sei, was wiederum nicht beweisbar ist und damit ein Werturteil darstellt, welches notwendig auf eine rassistische Prämisse aufbaut, nämlich POC sei minderwertig. Das Argument, diese Überzeugung sei nur das Aussprechen eines empirischen Befundes, würde nach dem empirischen Befund gefragt. Zur Beibringung des Beweises des Rassismus ggü den POC benötigt man eine Wissenschaft (Intersektionalismus), die den Gegenstand (POC) konstruiert und zwar mit Kritierien, die den POC notwendig, implizit und analytisch, als Diskriminierungsopfer definiert. Die analytisch enthaltenen Kriterien werden dann empirisch gemessen und „beweisen“ notwendig (weil implizit enthalten) den Rassismus ggü. POC.

  13. Was aber passiert, wenn junge Leute Intersektionalität studieren, wie das heute in vielen Fächern Usus ist? Da geht es nicht nur um das Verhältnis von privilegierten Weissen und unterdrückten Schwarzen, privilegierten Männern und benachteiligten Frauen; es geht um Heterosexualität gegen andere sexuelle Orientierungen, gesund gegen behindert, jung gegen alt, attraktiv gegen unattraktiv, sogar fruchtbar gegen unfruchtbar. Was immer eine Gruppe an Gutem oder Wertvollem besitzt, wird als eine Art Privileg betrachtet, das automatisch als Unterdrückungsfaktor gegen all jene wirkt, die diese Sache nicht haben. Wenn man nun den tribalen Primaten in uns mit solchen binären Vorstellungen füttert, wo immer eine Seite gut und die andere böse ist, dann versetzt man ihn fast automatisch in Kampfmodus.

    Dazu kommt der strategisch brillante Schachzug der Intersektionalität: All diese binären Unterdrückungsszenarien, so heisst es, hängen zusammen und überlappen sich. So wird Amerika zu einer gigantischen Matrix der Repression, und deren Opfer können nicht allein für ihre Sache antreten. Sie müssen alle zusammen ihren gemeinsamen Feind bekämpfen, die Gruppe, die zuoberst auf der Unterdrückungspyramide sitzt: die heterosexuellen, weissen, weder geschlechtlich noch körperlich von der etablierten Norm abweichenden, christlichen, jüdischen oder vielleicht atheistischen Männer.

    (…) Das bedeutet, dass die Universitäten, die sich auf die Lehre der Intersektionalität verlegt haben, ewige Konfliktzonen bleiben werden; denn auf keinem Campus können alle Kränkungen, alle Mikroaggressionen und alle Missverständnisse aus dem Weg geräumt werden. Aus diesem Grund kommt es gerade an unseren progressivsten Hochschulen und in den fortschrittlichsten Regionen Amerikas besonders häufig vor, dass Leute niedergeschrien, eingeschüchtert und sogar tätlich angegriffen werden, wenn sie Ideen vertreten, die den diversen Interessengruppen nicht genehm sind.

    (…) Noch ein weiterer interessanter Zug lässt sich bei der heutigen Identitätspolitik ausmachen: Sie lehrt Studenten in einer Weise zu denken, die den Zielsetzungen einer liberalen humanistischen Bildung diametral entgegengesetzt ist. Als ich in den 1980er Jahren in Yale studierte, wurden mir die unterschiedlichsten Instrumente an die Hand gegeben, um die Welt zu verstehen. Ich konnte sie als Utilitarier oder als Kantianer betrachten, als Freudianer oder als Behaviorist, als Informatiker oder als Humanwissenschafter. Jeden Sachverhalt konnte ich durch vielerlei Linsen in den Blick nehmen.

    Heute aber wird zumindest in denjenigen Fächern, die soziale Gerechtigkeit höher werten als eine unvoreingenommene Wahrheitssuche, nur eine einzige Linse – der Machtfaktor – ausgegeben, durch welche die Studierenden alles und jedes betrachten müssen. Es geht nur mehr darum, die Bösen zu identifizieren, die ihre Macht und ihre Privilegien gegen die Guten verteidigen. Das ist keine Bildung. Das ist die Einführung in einen Kult, eine fundamentalistische Religion, eine paranoide Weltsicht, die Angst und Entfremdung sät und die Menschen in die intellektuelle Impotenz treibt.

    https://www.nzz.ch/feuilleton/was-amerikas-einheit-untergraebt-ld.1407532

    • Wer hat eigentlich etwas davon, wenn irgendwann der Großteil der Menschheit (?) sich für bestimmte Tatsachen oder Vorteile schämen würde? Wenn man es als Schande empfinden würde, laufen zu können, sehen zu können, lesen zu können, einen gut bezahlten Job zu haben, begabt oder gebildet zu sein? Wäre das nicht eine absurde Welt, in der jeder versuchen würde, es so schlecht wie möglich zu haben, um besser angesehen zu werden – vielleicht mit der Fogle, sich selbst zurückzuhalten, einen schlechter bezahlten Job anzunehmen oder im Extrem sich selbst zu verstümmeln, um sich nicht mehr so sehr seiner Privilegien schämen zu müssen? Online gab es das Phänomen, dass sich einige Jugendliche als Nicht-Weiße ausgaben, um besser angesehen zu werden in bestimmten Communities. Das wurde natürlich unter anderem als digital blackface bestraft. Aber wenn sich so eine Haltung ausweiten würde, hätte man ganz Bevölkerungsgruppen, und sehr große dazu, die sich bewusst „behindern“ würden, um sich nicht so sehr schämen zu müssen (?!). Vor allem, wenn jedes Privileg eine Schande wäre oder eine Art Sünde etc….

  14. Schutzbehauptung „Aber das ist nur eine Chiffre für …“

    Die Behauptung, WHAM wäre nur eine Chiffre für Menschen ohne „strukturelle“ Diskriminierungserfahrung, kaufe ich nicht. Ich denke dann immer an die Diskriminierungserfahrungen, die ein Mensch mit den im Kürzel WHAM verschlüsselten biologischen Eigenschaften machen muss, wenn er z.B. vor 20 Jahren einer der folgenden Gruppen angehörte: Dicke, Brillenträger, Gut in Mathe, Schlecht in Sport*, Kleine, Interesse an uncoolen Themen (heute: Nerds), Träger billiger Klamotten, …

    Und wenn wir diese Gruppen alle von der Gesamtheit der WHAMs abziehen, dann ist der ursprüngliche Umfang der Gruppe vermutlich schon um 50% reduziert.

    Welchen Grund gäbe es, eine Gruppe mit einem Namen zu versehen, der 100% mehr Mitglieder impliziert, als eigentlich zur Gruppe gehören? Dort wirkt vermutlich die von Christian schon mal ins Feld geführte Apex Fallacy. Dann würde durch die Schutzbehauptung nur offenbar, was wirklich los ist: Eine Horde privilegierter Mittel- und Oberschichtenkinder kann sich nicht vorstellen, dass es andere gibt, die ähnlich aussehen wie sie, denen es aber ganz anders als ihnen geht. Sie schließen schnell von sich auf die Allgemeinheit und fertig ist ein Feindbild.

    Nüchtern betrachtet ist dieses ganze WHAM-Gequatsche vermutlich nichts weiter als der in die Öffentlichkeit getragene Konflikt den einige privilegierte Dauerpupertierenden mit ihren Vätern haben.

    * Ich hoffe, die deprimierende Erfahrung der armen Tropfe, die in jeder Sportstunde als letzte in die Mannschaften gewählt wurden, gehen bei den heutigen Hohenpriestern der Unterdrückung als strukturelle Diskriminierung durch.

    • Verteidigung im nächsten Beleidigungsprozess:

      „Aber Herr Richter, „Neger“ nur eine Chiffre für Menschen mit „struktureller Diskriminierungserfahrung…“

    • @Werlauer:

      „Ich hoffe, die deprimierende Erfahrung der armen Tropfe, die in jeder Sportstunde als letzte in die Mannschaften gewählt wurden, gehen bei den heutigen Hohenpriestern der Unterdrückung als strukturelle Diskriminierung durch.“

      Da brauchst Du nicht viel hoffen. Ich war nämlich einer von denen (inclusive Hobbies, die für Vollnerds reserviert waren). Und jetzt bin ich eine Stütze der Gesellschaft. Mit dem Privileg, Spitzensteuersatz zahlen zu dürfen während ich mir das Geflenne von Sibel Schick, Antje Schrupp und Ilse Lenz anhören darf. Ich kann gar nicht so viel fressen, ….

  15. „Es mag eine Benachteiligung sein, aber eben keine Diskriminierung.“

    Genau DAS ist der entscheidende Punkt!
    Es geht um die willkürliche Verdrehung von „benachteiligt SEIN“ und „diskriminiert WERDEN“.

    Beispiel:
    Ich habe einen Kollegen, der sitzt im Rollstuhl. Er ist aber promovierter Jurist und mMn ein brillianter Kopf.
    Durch die Tatsache, dass er im Rollstuhl sitzt, IST er BENACHTEILIGT. Er muss sogar kraft Gesetz ausdrücklich wie ein Gehbehinderter behandelt werden. Er generiert aufgrund seines Leidens nämlich Rechtsansprüche (Art.3 (3) S.2 GG, § 164 SGB IX usw.).
    Wenn ihm jemand jedoch aufgrund seiner Gehbehinderung die Fähigkeit abspricht Jurist zu sein, dann WIRD er DISKRIMINIERT.

    Und jetzt erklärt das mal einem SJW.

  16. Pingback: Stokowski: „Weiße und Männer können alles haben, aber das nicht“ | Alles Evolution

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