Geschlechterunterschiede in der Persönlichkeit

Eine Studie untersucht anhand eines großen Datensatzes (n=320,128) Unterschiede in der Persönlichkeit zwischen den Geschlechtern:

Highlights

We studied the sex gap in 30 facet traits (IPIP-NEO) in a large US sample (N = 320,128).

Women scored higher (d > 0.50) in Anxiety, Vulnerability, Openness to Emotions, Altruism, and Sympathy.

Men only scored higher (d > 0.20) in Excitement-seeking and Openness to Intellect.

Abstract
The present study reports on the scope and size of sex differences in 30 personality facet traits, using one of the largest US samples to date (N = 320,128). The study was one of the first to utilize the open access version of the Five-Factor Model of personality (IPIP-NEO-120) in the large public. Overall, across age-groups 19–69 years old, women scored notably higher than men in Agreeableness (d = 0.58) and Neuroticism (d = 0.40). Specifically, women scored d > 0.50 in facet traits Anxiety, Vulnerability, Openness to Emotions, Altruism, and Sympathy, while men only scored slightly higher (d > 0.20) than women in facet traits Excitement-seeking and Openness to Intellect. Sex gaps in the five trait domains were fairly constant across all age-groups, with the exception for age-group 19–29 years old. The discussion centers on how to interpret effects sizes in sex differences in personality traits, and tentative consequences.

Quelle: Sex differences in 30 facets of the five factor model of personality in the large public (N = 320,128) (abstract/ Volltext Sci-hub)

Die einzelnen Werte werden hier dargestellt:

 

Unterschiede Persönlichkeit Mann Frau

Unterschiede Persönlichkeit Mann Frau

Wie man hier sieht sind viele der Eigenschaften konstant unterschiedlich über alle Alterstufen, einige verändern sich auch stark mit dem Alter, die Geschlechter kommen zumindest etwas zusammen.

Die Werte im Einzelnen:

Hier sieht man, dass von leichten bis mittleren Unterschieden alles dabei ist. Hohe werte sind zB erreicht bei „Verletzbarkeit“ „Ängstlichkeit“ „Moralität“ „Altruismus“ „Ehrlichkeit“ und „Sympathie“

Aus der Besprechung:

The current study showed that almost 50% of the specific FFM personality trait facets showed above small effects, and almost 25% above medium effects in sex differences. The most notable difference was seen in the trait domains Neuroticism and Agreeableness. Some specific facets, such as Anxiety (N1) and Sympathy (A6), reported mean effects of over d ~ 0.50 (Table 1). Interestingly, Neuroticism was, unlike Agreeableness, not uniformly different between sexes across the age-spans, with the largest gap found in the late teens, narrowing and stabilizing first at around 45 years of age.

According to a broad evolutionary perspective, this trend seems to coincide with female sexual fertility. In this phase of life, females tend to be more vulnerable than males, in regard to the heightened male sexual aggression (Archer, 2004), while simultaneously investing in pregnancy and caring for infants (Wood & Eagly, 2002). Having women more disposed to anxiety (and empathy), while men are more disposed to assertiveness, may have been an optimal strategy for the propagation of the human species. Certainly, part of the sex gap could also be explained by cultural factors, such as young men not admitting to questionnaire-items assessing neuroticism. However, this explanation may not be supported by other-reports and behavioral observation (Vianello et al., 2013).
Differences in the other trait domains in the FFM were smaller (Openness, Extraversion, and Conscientiousness), and tended to be driven by single specific facets, such as Openness to Emotions (d = 0.64), Conscientiousness Achievement (d = 0.25), and Extraversion Activity (d = 0.24). Overall, these sex differences in the present US sample (Table 1) aligned well with the now almost 20-year old landmark findings in the original FFM NEO-PI-R model (Costa Jr et al., 2001). Comparing the sex gap in facet traits in US adults in our present study with Costa Jr et al. (2001) showed no reversed effects, while a few (e.g., Friendliness, Gregariousness, Trust, and Self-efficacy) had dropped to trivial levels. +

However, even more traits showed increased sex gaps, which may be implicated by the thesis that the more progressive a society becomes, the greater the sex differences in personality (Schmitt et al., 2008; Stoet & Geary, 2018).

Wie dort richtig angeführt sagt die Studie erst einmal nur aus, dass es Unterschiede gibt, nicht worauf sie beruhen. Auch interessant ist, dass man wohl feststellt, dass die Unterschiede eher größer werden.

vgl auch:

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15 Gedanken zu “Geschlechterunterschiede in der Persönlichkeit

  1. Man verstehe (Wikipedia):
    Agreeableness is a personality trait manifesting itself in individual behavioral characteristics that are perceived as kind, sympathetic, cooperative, warm, and considerate.[1] In contemporary personality psychology, agreeableness is one of the five major dimensions of personality structure, reflecting individual differences in cooperation and social harmony.[2]

    People who score high on this dimension are empathetic and altruistic, while a low agreeableness score relates to selfish behavior and a lack of empathy. Those who score very low on agreeableness show signs of dark triad behavior such as manipulation and competing with others rather than cooperating.

    M.E. ist eine solche Umfrage, oder ein solcher Test in der Allgemeinbevölkerung nicht anwendbar. Diese Tests sind dazu gedacht Persönlichkeitsstrukturen von Menschen mit psychischen Problemen zu erfassen. Wenn solche Menschen am Ende eines langen Leidensweges angekommen sind, ist es eher wahrscheinlich, dass sie wahre Aussagen machen. In der Allgemeinbevölkerung ist es eine reine Selbstbeweihräucherung.

    Wenn ich lese Altruismus sei bei Frauen starker ausgeprägt, dann sollten diese Leute einmal genau nachschauen was Altruismus bedeutet. Es ist nicht diese „oh das arme kleine Ding“ oder ein Weinkrampf im Kino, sondern es bedeutet, dass man sich altruistisch verhält. Wenn z.B. ein Kind in den Fluss fällt oder ein Kind aus einem brennenden Haus gerettet werden muss, sind es meist nicht die Frauen die das Kind retten, dieses arme kleine Ding, weil es nicht ihr eigenes Kind ist (siehe auch Esther Vilar zu dem Thema).

    Und zum Thema „social harmony“ sollte doch einmal Frauen im Beruf beobachten.

    • „Es ist nicht diese „oh das arme kleine Ding“ oder ein Weinkrampf im Kino, sondern es bedeutet, dass man sich altruistisch verhält.“

      Das Eine widerspricht dem Anderen nicht. Frauen können mehr durch Altruismus auffallen, als Männer, gleichzeitig aber auch durch mehr Egoismus.
      Es ist wie mit der Intelligenz. Wenn man sagt, dass Männer intelligenter als Frauen sind, dann kann das statistisch richtig und zugleich falsch sein. Unter den Hochintelligenten gibt es mehr Männer – Statistik also richtig. Dass unter den Idioten gleichermaßen die Männer vorherrschen, lassen wir mal beiseite.

    • Ja, es sind „Sympathieaberntemaschinen“ die zu einer das soziale Gefüge zersetzten disallokation unserer Empathie zuungunsten aller führen in einer Welt voller politischer Werbung und „Produktinformation“ allerorten.

      • „Ja, es sind „Sympathieaberntemaschinen“ die zu einer das soziale Gefüge zersetzten disallokation unserer Empathie zuungunsten aller führen …“

        Nein, überhaupt nicht!
        Du wirfst die Feld-Wald-Wiesen-Frau mit der Radikalfeministin in einen Topf.
        Selbst wenn ich den Begriff „Sympathieaberntemaschinen“ akzeptiere, muss ich u.U. doch auch akzeptieren, dass Frauen damit einem archaischen Muster folgen. Menschliche Kinder brauchen im Vergleich zu allen anderen Tieren die längste Zeit Hilfe und Unterstützung. Das kann eine Mutter allein über die Zeit nicht leisten. Sie muss also ein vitales Interesse an Unterstützung haben – und Ruhe im Clan. Weiblicher Altruismus ist also rein egoistisch.
        Auf der anderen Seite profitiert der gesamte Clan von diesen Eigenschaften, wenn Unruhestifter eingehegt oder letztlich ausgegrenzt werden.

        Die Menschheit ist so weit gekommen, WEIL Männer und Frauen sind, wie sie sind. Weibliche UND männliche Eigenschaften tragen zu einem Gewinn für alle bei.

  2. Wie sehr unterscheidet sich wohl der Alturismus zwischen denjenigen die 50h pro Woche arbeiten und denen die 25 h schaffen und zwischen denjenigen die dafür ihr selbst verdientes Geld verwenden müssen und denen die dafür das Geld was jemand anderes verdient hat ausgeben können?

    • Im ersten Moment wollte ich Dir beipflichten, aber danach fragte ich mich, ob Altruismus überhaupt von der Frage abhängt, wessen Geld ich z.B. verteile.
      Wer Geld, das er für sich selbst verwenden könnte, an andere abgibt, handelt mMn altruistisch. Man mag über den Grad an Altruismus diskutieren, aber die Tendenz ist eindeutig.

  3. Ein Hammer-Video zu dem Thema auch hier:

    Der norwegische Komiker Harald Eia macht sich bei Gendas und echten Forschern auf die Suche nach Antworten auf die Frage, ob es Unterschiede zwischen Männern und Frauen gibt.

      • „Harald Eia ist nicht nur Komiker, sondern auch promovierter Soziologe.“

        Ah, wusste ich nicht. Ich war gar nicht auf die Idee gekommen, bei WIKIPEDIA zu recherchieren.

        Die These bei WIKIPEDIA, er habe „norwegische Sozialwissenschaftler als eingeschränkt, voreingenommen und ideologisiert“ beschrieben, ist zumindest in der obigen Doku nicht richtig. Vielmehr wendet er mit grandiosem Erfolg fernöstliche Kampftechniken auf die norwegische Soziologie an, indem er seine Gesprächspartner dazu bringt, sich selbst der absoluten Lächerlichkeit preis zu geben. Er widerspricht ihren Thesen eben nicht, sondern stellt sie unkommentiert den Thesen der anderen Wissenschaftlern gegenüber. Gerade DAS offenbart die ganze Absurdität der Gendas.

        Das ist die mit Abstand überzeugendste Doku, die ich bisher zu dem Thema „Gender-Wissenschaften“ gesehen habe. Wäre schön, wenn die hier im TV auch mal liefe.

  4. Beim Thema „angeblich mehr Altruismus bei Frauen“ fiel mir direkt ein Artikel eines feministischen Allys ein. Der beschrieb seine Frau auch als ganz besonders einfühlsam und hilfsbereit, weil sie bei einer Doku über verhungernde Eisbären in Tränen ausbrach und als Konsequenz jetzt Stoffbeutel beim Einkaufen verwendet.

    „Harte“ Analysen dagegen zeigen, dass sich z.B. hierzulande Männer im Schnitt mehr in Ehrenämtern engagieren.

  5. Pingback: Menschen mit hohen Werten in Unverträglichkeit | Alles Evolution

  6. Pingback: Anforderungen an Führungspersonen, hier beim Spiegel, und Agreeableness | Alles Evolution

  7. Pingback: Weitere Studie bestätigt: Persönlichkeitsunterschiede zwischen den Geschlechtern sind im Schnitt in Ländern mit mehr Gleichberechtigung größer | Alles Evolution

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