Wehrpflicht

Teile der CDU und anscheinend auch die AfD sind für die Wiedereinführung/das Auflebenlassen der Wehrpflicht.

ich habe dazu schon einiges im Blog:

Was sagt ihr zu der aktuellen Debatte?

Individualismus vs Kollektivismus

Einer der wesentlichen Diskussionen in der Kritik am Feminismus ist die Abgrenzung zwischen den gruppenbezogenen Betrachtungen im Kollektivismus und den auf die einzelne Person bezogenen Betrachtungen im Individualismus.

Individualimus nach der Wikipedia:

Der Individualismus ist ein Gedanken- und Wertesystem, in dem das Individuum im Mittelpunkt der Betrachtung steht. Unter rein theoretisch betrachteten Gesichtspunkten steht der Individualismus im Gegensatz zum Kollektivismus. Individualistische Theorien gibt es in den Kultur- und Geisteswissenschaften, aber auch in der Ökologie.

Mit Individualismus wird auch – besonders im alltagssprachlichen Gebrauch – eine persönliche Geisteshaltung bezeichnet, bei der möglichst eigenständige Entscheidungen und Meinungsbildungen angestrebt werden, gleichgültig ob sie konform zum gesellschaftlichen Kontext sind oder nicht. Gegensatz ist in diesem Fall der Konformismus. Ein Individualist in diesem Sinne muss nicht notgedrungen Individualist im obigen Sinne sein. In einem Kontext, in dem Individualismus als Wertesystem vorherrscht, kann die Abweichung von der Norm, das Individuelle, gerade darin bestehen, ein größeres Maß an Kollektivismus anzustreben (z. B. das Leben in einem Kloster). Besonders Künstler und kreative Menschen gelten oft als Individualisten in diesem Sinne. Darüber hinaus werden den Individualisten dieser Art oft Eigenschaften wie Zivilcourage, eigenständiges und scharfsinniges Denken usw. zugeschrieben, andererseits aber auch Eigensinnigkeit und geringe Teamfähigkeit.

Gerade von Verfechtern der Idee der Selbstverwirklichung wird Individualismus in Abgrenzung zu Konformismus als emanzipatorische und zivilisatorische Weiterentwicklung interpretiert.

Gegner der Idee der Selbstverwirklichung sehen das anders. Sie betonen, dass Selbstverwirklichung gerade in einem Team / Gemeinschaft erst richtig möglich sei. Der Einzelne werde so aufgrund der sozialen Interaktionen zumindest mehr gefordert, was ein Wachsen der Persönlichkeiten mit sich bringen könne.

Kollektivismus in der Wikipedia:

Unter Kollektivismus wird ein System von Werten und Normen verstanden, in dem das Wohlergehen des Kollektivs die höchste Priorität einnimmt. Die Interessen des Individuums werden denen der Gruppe untergeordnet. Der Gegensatz dazu ist der Individualismus.

Das Kollektiv kann eine Klasse, ein Volk, ein Betrieb oder jede andere Art von Gemeinschaft sein. Kollektivistische Normensysteme verlangen Solidarität, „Kameradschaft“, „Volksgemeinschaft“, Gemeinschaftsgefühl oder auch Liebe; letzteres insbesondere in religiösen und familiären Kollektiven.

Mit Aussagen wie Gemeinnutz geht vor Eigennutz oder Eigentum verpflichtet (vgl. Art. 14 GG) wird das Interesse der Gemeinschaft vor das des Einzelnen gestellt, wobei bedacht werden muss, dass die Gemeinschaft ja auch wiederum aus Individuen im Sinne des Utilitarismus besteht. Auch wenn die individuelle Freiheit den Einschränkungen der Gemeinschaft unterliegt (besonders innerhalb der Familie), bedeutet dies nicht, dass das Individuum abgewertet wird. Der Kollektivismus als Wertesystem ist weiterhin durch hohe Loyalität, Verantwortung und Hilfsbereitschaft, aber auch Selbstkontrolle gekennzeichnet. Wie auch der Individualismus ist der Kollektivismus kein starres Konstrukt, d. h. nur weil in einer Gesellschaft überwiegend kollektivistische Werte vorliegen, bedeutet dies nicht, dass in ihr nicht auch individualistische Werte zu finden sein könnten.

Die meisten politischen Systeme und Ideologien stellen sich nicht einseitig auf die Seite von Kollektivismus oder Individualismus, sondern vertreten unterschiedliche gemäßigte Positionen.

Als politische Ideologien des Kollektivismus gelten insbesondere KommunismusSozialismusNationalismus und der Nationalsozialismus, deren Verständnis von Kollektivität sich jedoch wesentlich voneinander unterscheidet. Religiös sind es vor allem Klostergemeinschaften. Wenn der Einsatz des Einzelnen für das Kollektiv auf Willensentscheidung gründet, spricht man von Altruismus. Diesen beansprucht auch der Kollektivismus für sich.

In der Analyse kultureller Merkmale ist der Vergleich von Individualismus und Kollektivismus in deren Ausprägung bei Ländern, Unternehmen, sozialen Gruppen, aber auch Einzelpersonen eine von mehreren beurteilbaren, bewussten und teilweise auch sichtbaren Dimensionen.

Die Theorien im intersektionalen Feminismus stellen darauf ab, dass jeder als Teil seine Kollektives zu betrachten ist, wobei zwischen einer Vielzahl von Kollektiven unterschieden wird, es erfolgt eine Einordnung nach Kategorien wie Rasse, Geschlecht, sexueller Orientierung etc, wobei nach diesen Kritierien in Marginalisiserte und Privilegierte aufgeteilt wird (die Guten und die Schlechten letztendlich). Die Betrachtung des Individuums tritt hinter die Gruppen zurück, denen er zugeordnet wird.

In individuellen Betrachtungen hingegen würde man darauf abstellen, wie die jeweilige Person sich verhält   und sie nicht lediglich aufgrund ihrer Gruppenzugehörigkeiten bewerten. Jemand, der als Weißer sich nicht rassistisch verhält müsste sich dann insoweit auch nichts vorhalten lassen, während er in den kollektivistischen Theorien oft eine Form der „Gruppenschuld“ trägt.

Die Einwände gegen (rein) individualistische Betrachtungen ist, dass sie verkennen, dass bestimmte diskriminierende Strukturen bestehen, die sich eben nach diesen Kategorien unterscheiden. Es sei ein Privileg des von den Strukturen nicht beeinträchtigten auf die indivuduelle Betrachtung abzustellen, weil damit eben seine ganzen Vorzüge ausgeblendet werden und er sich nicht ändern muss, seine eigenen Privilegien nicht hinterfragen muss und damit der Status Quo der diskriminierenden Strukturen bestehen bleibt.

Dagegen würde man anführen, dass die kollektivistischen Theorien zu vereinfacht sind und die Realität nicht wiedergeben und zudem der Einzelne auch das Verhalten der Gruppe und schon gar nicht der radikaleren Elemente dieser Gruppe nicht ändern kann. Die Gruppen sind einfach zu heterogen und eine einheitliche Betrachtung nach den schlechtesten Elementen dieser Gruppe, die eben tatsächlich rassistisch oder sexistisch etc sind, ist damit ungerecht. Man wirft dann Leuten etwas vor, was sie nicht machen und für das sie nichts können, was diese dann üblicherweise ungerecht finden. Gerade wenn man es mit vermeintlichen Ansprüchen der marginalisierten Gruppe kombiniert, die diese an die privilegierte Gruppe haben und dann noch mit Theorien, wonach die privilegierte Gruppe gar nicht benachteiligt werden kann und alle „Angriffe“ gegen sie nur gerechtfertigte Verteidigung der marginalisierten Gruppe sind, dann treibt man diejenigen, die bei individualistischer Betrachtung nichts falsch machen, in eine Abwehrhaltung gegen aus ihrer Sicht hochgradig ungerechte Angriffe.

Wer immer wieder damit konfrontiert wird, dass er wegen zB seiner weißen Hautfarbe schlecht ist, dass man ihn deswegen hasst, dass es besser wäre, wenn es keine weißen Menschen geben würde, der ist auch eher versucht, die Verdienste von Menschen mit weißer Haut darzustellen. Er wird aus seiner Sicht indirekt in eine eigene Identitätspolitik getrieben oder diese erscheint ihm weit weniger problematisch, weil er sich selbst als angegriffen ansieht.

Das Risiko eines zu starken Kollektivismus verbunden mit einer Betonung der Schulid einer Gruppe wäre damit, dass man den Konflikt verschärft.

Ein Risiko eines Individualismus wäre, dass man strukturelle Benachteiligungen ausblendet.