Schwangerschaft und körperliche Einschränkungen

Im Rahmen der Schwangerschaft von Südländerin wird mir auch bewusster wie körperlich einschränkend die Schwangerschaft teilweise ist. Südländerin ist wesentlich schneller aus der Puste, eher müde, mit fortschreitender Schwangerschaft stört die „Kugel“ immer mehr bei so simplen Tätigkeiten wie Schuhe zubinden etc.

Dazu kommt, dass sie häufiger in gewissen Abständer zumindest etwas kleines essen muss, sie merkt es sonst recht deutlich.

Ähnliche Erfahrungen haben mir auch andere Bekannte geschildert. Ein Freund meinte, dass man als Partner einer schwangeren am besten immer irgendeinen Energieriegel oder etwas in der Art dabei hat, dass man dann, wenn sonst nichts in der Nähe ist aus sicherer Entfernung seiner Partnerin zuwirft, wenn sie im „Hungermodus“ ist.

Natürlich haben wir das Glück in einer Gesellschaft zu leben, in der man relativ wenig körperliche Arbeit verrichten muss, wenn man den passenden Beruf hat und in der ausreichend Essen zur Verfügung steht. Wir können es uns erlauben Schwangere sehr stark zu schonen und gehen lieber kein Risiko ein. Beispielsweise gibt es wohl keinen endgültigen Nachweis, dass sich das Tragen schwerer Lasten negativ auswirken muss, aber es ist verständlich, dass man kein Risiko eingeht und eine diesbezügliche Studie auch aus ethischen Gründen schlecht durchzuführen ist.

Sicherlich wird es in weniger fortgeschrittenen Gesellschaften auch viel körperliche Arbeit für Schwangerer gegeben haben,  aber es gibt in vielen Gesellschaften natürlich auch aus diesem Grund kulturelle Regeln, die zu starke Arbeit für Schwangere verhindern sollen.

Diese körperlichen Einschränkungen lassen für mich Theorien, nach denen es in evolutionär relevanten Zeiten keine Arbeitsteilung gab und zB Frauen genauso größere Wild jagten wie Männer sehr unwahrscheinlich werden.

Frauen als Schwangere sind in vielen Bereichen alleine aufgrund der körperlichen Einschränkungen zu evolutionär relevanten Zeiten auf Unterstützung und Schutz angewiesen gewesen. Das diese über lange Zeit bestehende Lage  ohne „evolutionäre Spuren“ geblieben ist, ist schon sehr, sehr unwahrscheinlich. Das würde noch nicht einmal bedeuten, dass es nicht dennoch zb weibliche Stammesanführer gegeben hat oder Frauen wichtige Positionen in der Gesellschaft hatten. Aber gerade da Frauen in früheren Gesellschaften wesentlich häufiger schwanger gewesen sind und damit teilweise stark eingeschränkt waren, ergibt sich automatisch eine ganz andere Selektion, sowohl was den Körper als auch die Anforderungen an einen Partner ergibt.

Beispielsweise lohnen sich starke Muskeln noch weniger, wenn man sie in der Schwangerschaft eh kaum einsetzen kann, weil der Bauch zu stark auf alles drückt und man eh zu schnell außer Atmen ist und sie zudem auch im nicht genutzten Zustand mehr Energie kosten.

Und eine Partnerwahl darauf, dass der Partner einen in der Schwangerschaft unterstützen kann, wird wichtig.

 

 

63 Gedanken zu “Schwangerschaft und körperliche Einschränkungen

  1. „Diese körperlichen Einschränkungen lassen für mich Theorien, nach denen es in evolutionär relevanten Zeiten keine Arbeitsteilung gab und zB Frauen genauso größere Wild jagten wie Männer“

    Ja? Was lassen für Dich diese Theorien?

  2. Schwieriger als die Schwangerschaft dürfte die Stillzeit zu handeln gewesen sein. Frau hat da ja (mit 500-600 Kalorien extra) beinah einen doppelt so hohen, zusätzlichen Energiebedarf als in der Schwangerschaft. Und bei Naturvölkern wird ca. 3 bis 4 Jahre lang gestillt – was sich (nicht rein zufällig) ungefähr mit den normalen Abständen zwischen den Geschwisterkindern deckt.
    Und weil das so eine schwierige Aufgabe ist unter urzeitlichen Bedingungen, haben Frauen sie auch immer schon geteilt. Anzunehmen, dass sie so z.B. sicherstellen konnten, dass wenigstens Einige von ihnen sich auch weiter an der Nahrungssuche (inkl. Jagd) mit-beteiligen konnten.

    • @Semikolon

      Das ist eine interessante Theorie und ich fand es zunächst irrational, dass bspw. junge Frauen im Alter von 13-16 – vor ihrer ersten Schwangerschaft – nicht mit auf die Jagd gehen sollten.
      Die körperliche Voraussetzungen wären gegeben.

      Nun könnte man argumentieren, das urzeitliche Patriarchat habe Jagd eben „männlich konnotiert“ (wegen „Privilegien“ oder „Prestige“) und dann durchgesetzt, nur Männer könnten daran teilnehmen.
      Bezogen auf das überleben der Gruppe macht eine solche Erklärung jedoch keinen Sinn.

      Bei einer Treibjagd bspw. ist nicht einmal Zielsicherheit der Treiber gefordert, sondern es ist deren Anzahl wichtig, denn hier gibt es eine Arbeitsteilung zwischen Treibern und Jägern.
      Aus dieser Perspektive ist es unwahrscheinlich, dass der Ausschluss von Frauen im männlichen Interesse ist, denn das würde die Chance auf den Jagderfolg mindern.

      Setzt man aber die feministische Brille ab, dann ist eine andere Erklärung naheliegender, die auf intrasexueller Konkurrenz basiert.
      Diese jungen Frauen sind erstens (altersmäßig) die sexuell attraktivsten, die zweitens als einzige aus einer Frauengruppe sich in einer Männergruppe außerhalb der Sphäre der Siedlung befänden – jenseits der sozialen Kontrolle durch die anderen Frauen.
      Aus einer weiblichen Perspektive hätten diese jungen Frauen also einen doppelten Wettbewerbsvorteil gegenüber denjenigen Frauen, die in der Siedlung verbleiben.

      Es ist aus dieser Sicht im ureigensten Interesse der Frauen, dass eine Geschlechtersegregation existiert und die Jagd rein männlich ist.

      • „dass bspw. junge Frauen im Alter von 13-16 – vor ihrer ersten Schwangerschaft – nicht mit auf die Jagd gehen sollten.“

        Es ist anzunehmen, dass die meisten Frauen bereits recht kurz nach ihrer ersten Periode schwanger geworden sind.

        „Bei einer Treibjagd bspw. ist nicht einmal Zielsicherheit der Treiber gefordert, sondern es ist deren Anzahl wichtig, denn hier gibt es eine Arbeitsteilung zwischen Treibern und Jägern.
        Aus dieser Perspektive ist es unwahrscheinlich, dass der Ausschluss von Frauen im männlichen Interesse ist, denn das würde die Chance auf den Jagderfolg mindern.“

        Klar gibt es Formen der Jagd, wo man alle mobilisiert. Aber selbst innerhalb dieser Jagden gibt es ja dann Arbeitsteilungen zwischen Treibern und den eigentlichen Jägern.

        • Ich habe neulich einen sehr schönen Roman gelesen, der im Mesolithikum spielt. Ich weiß natürlich nicht, wie gut der recherchiert ist, aber die Autorin hat sehr anschaulich dargestellt, wie es gewesen sein könnte. Fernab von der grade so hippen „aber Frauen konnten doch genauso gut“-Jagdtheorie.
          Die Menschen waren natürlich aus bitterer Not heraus auch irgendwo Pragmatiker, d.h. eine junge kräftige Frau, die noch nicht geschwängert war, hätte rein theoretisch mit zur Jagd gekonnt, aber wenn, dann höchstwahrscheinlich nur mit Vater und Brüdern. Sie in Männergruppen mitlaufen zu lassen, mit denen sie nicht direkt verwandt ist, wäre doch sehr gefährlich gewesen für sie, hm?
          Wie genau die Familienstrukturen damals waren, ist natürlich spekulativ, aber ich kann mir nicht vorstellen, dass der frühe Mensch derart dumpf gegenüber biologischen Prozessen war.
          Und ein weiterer Aspekt spielt noch mit rein. Die Jagd war eine hochpräzise Angelegenheit, die sehr sehr viel Erfahrung benötigte und nicht selten mit Momenten der Schande für Jungmänner einherging. Unbedachte Lautäußerungen, Fehltritte etc waren existenziell bedrohlich für die gesamte Gruppe, wenn das Wild dadurch verschreckte.
          Wie effizient war es dann, eine unerfahrene Frau in Zeiten der Not auf Großjagd mitzuschleppen?

          • Das hier finde ich schön gesagt: „Wie genau die Familienstrukturen damals waren, ist natürlich spekulativ“, weil es zwei Tendenzen gibt, die mir beide nicht passen.
            Nämlich 1. die heutigen Familienstrukturen in die Vergangenheit zu spiegeln, also so zu tun, als wäre die Kleinfamilie der Urzustand gewesen.
            2. Die noch existierenden Urvölker als Abbild dieser Verhältnisse in der Vergangenheit anzusehen. Was unterstellt, sie hätten sich während dieser Zeit nicht geändert.

        • „Es ist anzunehmen, dass die meisten Frauen bereits recht kurz nach ihrer ersten Periode schwanger geworden sind. “

          Es ist nicht anzunehmen, dass sie da viel jünger als 16, 17 Jahre waren.
          Auch nur eine Frage der Ernährungslage, letztlich.

          • „Es ist nicht anzunehmen, dass sie da viel jünger als 16, 17 Jahre waren.
            Auch nur eine Frage der Ernährungslage, letztlich.“

            Ah jetz ja, …
            Verlink doch mal den dafür gültigen Geokalender, Inkubatorchen.
            Zu welcher Zeit in welcher Periode war denn in welchen Jahren in welcher Saison die Ernährungslage wie? An welchen Orten und bei welchem Stand der Waffentechnik?
            Am besten gleich mit hübschem Zweiachsdiagramm ( gern auch mehrere ) damit wir das jeweilige Geburtsreifealter auf ein paar Monate genau dem jeweiligen Klima der Saison des betreffenden Zeitalters zuordnen können.

            Hey, Jungs, wir können was lernen von unserem Brutmaschinchen …..

          • Ich dachte das die Kinder immer früher geschlechtsreif werden, ist ein Phänomen der jüngeren Vergangenheit?

        • Man kann allerdings davon ausgehen, dass Frauen damals erst mit ca 16-18 Jahren empfängnisbereit waren. Die schlechte Nährstoffversorgung hat die Menarche verzögert. Ein Effekt, der auch in der Neuzeit immer wieder zu beobachten war/ist.

          Als Treiber u.ä, kamen die Mädchen damals bestimmt zum Einsatz. Sammlerin (Feuerholz, Wildfrüchte etc.) sowieso.

          Den Luxus, Frauen als heilige Kühe zu betrachten muss sich eine Gesellschaft erstmal leisten können…

          • „Als Treiber u.ä, kamen die Mädchen damals bestimmt zum Einsatz. Sammlerin (Feuerholz, Wildfrüchte etc.) sowieso.
            Den Luxus, Frauen als heilige Kühe zu betrachten muss sich eine Gesellschaft erstmal leisten können…“

            Ich sagte doch ausdrücklich Jagd auf Großwild.
            Mir geht es nicht darum, dass Frauen evtl bestimmte Arbeiten in Zusammenhang mit Jagd übernommen haben oder kleinere Tiere mit Fallen etc gejagt haben. Mir geht es um unterschiedliche Tätigkeiten. Treiber benötigen eben keine besonderen Fähigkeiten, wer einen Stoßspeer in einen Mammut treiben will, der wird allerdings eher eine Selektion auf Kraft, geringe Anfälligkeit gegen Verletzungen etc hinter sich haben. Erst recht dann, wenn er diese Tätigkeiten auch in der intrasexuellen Konkurrenz benötigt bzw wenn Frauen Männer, die eher mal einen Mammut mit ihrer Gruppe erlegen, interessanter finden.
            Und alles Großwild ist dort, wo der Mensch auftauchte recht bald ausgestorben.

            Ob Frauen Treiber waren ist evolutionär vollkommen unbeachtlich.

          • Moderne (trainierte) Frauen sind noch immer (leicht) besser geeignet für Ausdauerbelastungen, weil sie einen anderen Fettstoffwechsel haben als Männer. Das wird im (angenommen) evolutionär relevanten Zeithorizont wahrscheinlich noch ausgeprägter so gewesen sein.

          • @Freya
            Das ist ein faszinierendes Thema.
            Ich habe selbst einmal vor vielen Jahren ein Buch darüber gelesen. Darin ging es auch z.B. über Mehrlingshäufigkeiten oder ob Parthenogenese beim Menschen möglich sein könnte.

            IIRC tritt (in unserem Kulturkreis der Gegenwart) die Menarche in den allermeisten Fällen bei einer Körpermasse von etwa 45 Kilogramm ein (oder waren es 48kg ?).
            Leider habe ich später nie mehr Quellen dazu gefunden, und habe auch sonst keine Daten darüber.
            Bei mir selbst hat es allerdings ungefähr gestimmt.

          • @semikolon
            Nein, Frauen schneiden in der Ausdauer schlechter ab als Männer. Deshalb spielen Tennispielerinnen auch nur zwei Gewinnsätze, deshalb ist Frauenfussball langsamer etc pp.

        • Hm, das ist natürlich schwer zu beurteilen, weil 1. die Quellenlage dünn ist und 2. „Früher“ ja nun auch ein sehr, sehr weit gefasster Begriff ist. Ich habe irgendwo mal gelesen (Quelle wird nachgereicht), das unsere Überzeugung an das sehr junge Verheiraten von Mädchen (11-13 Jahre) im europäischen Mittelalter verzerrt ist, weil dass im Adel so üblich war – vor allem aus politischen Gründen – und das natürlich am Besten dokumentiert ist. Im gemeinen Volk wurden die Mädchen deutlich später verheiratet.

          Zumal auch dazu kommt, dass die Geschlechtsreife von Frauen heutzutage durch die ständige Hormonbelastung sowie bessere Ernährung früher einsetzt als selbst noch vor 100 Jahren (http://www.spiegel.de/lebenundlernen/schule/neue-studie-jugend-immer-frueher-geschlechtsreif-a-418064.html).
          Andererseits hälte eine spätere Geschlechtsreife natürlich die zwangsläufig eine sehr junge Heirat ab. Wann die Ehe dann wirklich vollzogen wurde, wissen wir ja noch viel weniger.

      • „Setzt man aber die feministische Brille ab, dann ist eine andere Erklärung naheliegender, die auf intrasexueller Konkurrenz basiert.
        Diese jungen Frauen sind erstens (altersmäßig) die sexuell attraktivsten, die zweitens als einzige aus einer Frauengruppe sich in einer Männergruppe außerhalb der Sphäre der Siedlung befänden – jenseits der sozialen Kontrolle durch die anderen Frauen.
        Aus einer weiblichen Perspektive hätten diese jungen Frauen also einen doppelten Wettbewerbsvorteil gegenüber denjenigen Frauen, die in der Siedlung verbleiben.“

        In der Tat. Mate Guarding kann eben auch über Geschlechtertrennung erfolgen. Und es sind ja nicht nur die Frauen der anderen Jäger, die ein Interesse haben. Auch die Familie der jungen Frauen möchte evtl kontrollieren, mit wem sie sich einlässt. Und natürlich würde eine Jagdveranstaltung mit Frauen schnell zu einer Flirtveranstaltung. Was die Jagd erheblich beeinträchtigen würde.

        • Sicher, der Jagderfolg könnte auch beeinträchtigt werden.

          Aber du hast ja noch einen zweiten Grund genannt, das Motiv der sozialen Kontrolle in den Vordergrund zu stellen, der sich hinter der Geschlechtertrennung verbirgt.
          Wir hätten hier also primär eine Interessenkoalition aus Frauen und – nun ja – Frauen (denn Frauen sind 50% von „Familie“) vorliegen.
          Diese Erklärung käme ganz ohne die magischen Wirkkräfte des Patriarchats aus.

          Wenig verwunderlich.
          Der zentrale Punkt ist m.E., entgegen der feministischen Ideologie unterstellen wir beide Frauen, schon immer Wesen mit eigenen Interessen gewesen zu sein, die sehr wahrscheinlich Strategien entwickelt haben werden, diese durchzusetzen.

          Die feministische – wenn man so will – Mythologie hingegen hat ein bezaubernd religiöses Verhältnis zur Geschichte: erst gab es die totale Unterdrückung und Knechtung der Frau an sich seit Anbeginn aller Zeiten.
          Dann kam der Feminismus – quasi als Erlöser und Erretter.

          Ich habe das Gefühl, die tatsächliche Geschichte war dann doch ein wenig komplexer.

      • Ich habe mich offenbar unklar ausgedrückt, ich meinte schon, dass die Mütter das Stillen auch in grauer Vorzeit bereits teilten, u.a. damit auch Einige von ihnen sich an der Nahrungsbeschaffung (besser) beteiligen konnten. Zugestanden: die einzigen (naturnah lebenden) Frauen, die messbar Überschüsse einfahren (die sie dann anderen schenken), sind menopausal.

    • Die Kinder kamen nicht zwischen 3-4 Jahren Abstand, sondern pro Jahr ein Kind wie in einigen nicht wenigen Ländern jetzt auch. Gestillt wird von der Mama oder eine andere Frau, die selber grad stillt, springt ein.

      • Das kann ich mir nicht vorstellen, aus meiner Berufserfahrung heraus ist es eher so, dass es ganz individuell ist. Es gibt Frauen, die menstruieren bereits 6-8 Wochen postpartum wieder (wenige), unabhängig vom Stillen, der Großteil beginnt aber erst im 2. Lebensjahr, sobald die Kinder nur noch morgens und abends stillen.
        Frauen, die jedes Jahr(!) gebären, machen ziemlich schnell die Grätsche, würde ich sagen, außer sie haben eine überragende körperliche Konstitution. Die gibt’s auch, klar.
        Meine arabischen Frauen, mit schnellen Schwangerschaftsfolgen und hoher Kinderzahl, haben zwar flotte Geburten, aber massive Folgeprobleme wie Nachblutungen durch müde Gebärmütter, gestörte Rückbildungsprozesse, Senkung des Beckenbodens, oft auch Pueperalfieber im Wochenbett etc.

      • Dieser geringe Geburtenabstand ist mir vorallem von einer Sub-Population (als kennzeichnendes Merkmal) bekannt, nämlich dem europäischen Adelsstand (speziell vergangener Jahrhunderte).

  3. Woran außerdem sehr selten gedacht wird: Der durchschnittliche Größenunterschied zwischen Frauen und Männern war früher deutlich augeprägter als heute. Bezieht man das noch in seine Gedankengänge mit ein, merkt man schnell dass dann die klassische Arbeitsteilung gerade in früheren Naturvölkern noch sinvoller erscheint.

    • „Der durchschnittliche Größenunterschied zwischen Frauen und Männern war früher deutlich augeprägter als heute“

      Hast du da eine Quelle zu?

      „Bezieht man das noch in seine Gedankengänge mit ein, merkt man schnell dass dann die klassische Arbeitsteilung gerade in früheren Naturvölkern noch sinvoller erscheint.“

      Zumal die Körpergröße ja selbst wiederum eine Folge einer unterschiedlichen Selektion ist

      • Dazu noch eine andere Frage.
        Warum fahren Männer so auf schwangere Frauen ab? Diesmal fällt mir das besonders auf.
        Evolutionsbiologisch gesehen macht das doch überhaupt keinen Sinn? Ich meine, dass mich mein eigener Mann grad total toll findet, weil ich hochschwanger mit seinem dritten Kind und erstem Sohn bin, kann ich ja noch verstehen, aber das offensive Anflirten anderer Männer raff‘ ich nicht. Ich dachte, Frauen fallen dann aus einem Schema raus und werden gar nicht mehr gesehen.
        Manchmal sogar dann, wenn ich meine beiden Töchtern an der Hand unterwegs bin. Und ich bin maximal eine – wenn auch sehr feminine- 7er Frau mit sehr langen Haaren. Ich glaube kaum, dass es meine watschelige Hilflosigkeit ist, die anziehend macht.
        Oder triggert da einfach das Urweibliche?

        • „Warum fahren Männer so auf schwangere Frauen ab? Diesmal fällt mir das besonders auf.“

          Fahren sie nicht. Sicherlich gibt es da einzelne Fetische, aber ansonsten wird ein Mann bei eineigen Zwillingen, die sich ihm beide für Sex anbieten, und eine ist schwanger, mit sehr hoher Wahrhscheinlichkeit die nichtschwangere nehmen.
          Und ich vermute auch ansonsten geht er gern ein paar Punkte runter für die Nichtschwangere was schönheit angeht.

          „Evolutionsbiologisch gesehen macht das doch überhaupt keinen Sinn?“

          Was Sinn machen kann ist eine schwangere ohne partner für sich zu erobern um dann das nächste Kind mit ihr zu machen, ist aber evolutionär eher eine Strategie für Männer, die sonst keine Abbekommen.

          „Ich meine, dass mich mein eigener Mann grad total toll findet, weil ich hochschwanger mit seinem dritten Kind und erstem Sohn bin, kann ich ja noch verstehen, aber das offensive Anflirten anderer Männer raff‘ ich nicht. Ich dachte, Frauen fallen dann aus einem Schema raus und werden gar nicht mehr gesehen“

          Ich bezweifele, dass Schwangere an sich so stark angeflirtet werden.

          „Manchmal sogar dann, wenn ich meine beiden Töchtern an der Hand unterwegs bin. Und ich bin maximal eine – wenn auch sehr feminine- 7er Frau mit sehr langen Haaren. Ich glaube kaum, dass es meine watschelige Hilflosigkeit ist, die anziehend macht.
          Oder triggert da einfach das Urweibliche?“

          Scheint mir eher ein Einzelfall zu sein. Vielleicht gibst du dich sexueller?

          • Hat Südländerin eigentlich schon mal beklagt, dass ihr Alle möglichen Leute an den Bauch tatschen wollen, Manche sogar ohne zu fragen direkt die Kugel an-greifen?
            (Könnt natürlich auch sein, dass sie sich bei jüngeren Frauen noch eher dazu hinreißen lassen… je älter, desto mehr Souveränität wird nunmal Dir zugestanden)

          • Haha, Du meinst, es ist eher eine Beta-Schluffi-Strategie? Das könnte sein. Ich beobachte mal.

            Naja, ob das nun explizit an mir liegt und ich mich speziell verhalte, glaube ich fast nicht, schwanger und stillend bin ich immer voll „abgeschaltet“, das flirty-sein kommt erst mit dem normalen Zyklus wieder.

            Ich denke, es ist wohl tatsächlich fehlgeleiteter Beschützerinstinkt.
            Es sind keine Jungmänner, sondern eher „Väter“.
            Also so wie Hugor schreibt.

          • „Ich bezweifele, dass Schwangere an sich so stark angeflirtet werden.“

            Ich glaube auch, dass die Attraktivität Schwangerer weniger sexuell konnotiert ist.
            Man fühlt sich einfach wohl in der Nähe ausgeglichener Menschen.

            Interessant ist, dass ich mich z.B. neben meiner LG damals in präkeren Situationen sicherer fühlte. Schwangere und junge Mütter werden mitsamt ihrer Begleitung z.B. auch von Schlägern respektiert und eigentlich nie angegriffen.

        • „Warum fahren Männer so auf schwangere Frauen ab?…das offensive Anflirten anderer Männer raff‘ ich nicht.“

          Bist du dir sicher, dass es ein sexuell konnotiertes Anflirten ist? Falls ja, würde auch ich das eher für eine Ausnahme halten. Dagegen dürfte es tatsächlich so sein, dass viele Männer Schwangeren und jungen Müttern positive (nicht-sexuelle) Aufmerksamkeit schenken. So etwas verstärkt noch einmal den allgemeinen Beschützerinstinkt der Männer, vor allem, wenn die Frau feminin und recht hübsch ist. Dass da biologisch auch der sexuelle Hintergedanke, dass mann eine offenkundig fruchtbare Frau vor sich hat, die perspektisch eigene Fortpflanzungsmöglichkeiten eröffnen könnte, will ich allerdings nicht ausschließen.

          • Nein, da bin ich mir eben nicht so sicher.
            Es ist eher irgendwie etwas sehr überbetonte wohlwollende Nettigkeit (oft) oder (manchmal) ständiges Nähe-suchen und drumrum-schwarwenzeln. Wisst ihr wie?

        • „Ich glaube kaum, dass es meine watschelige Hilflosigkeit ist, die anziehend macht.“

          Schwangere Frauen sind ausgeglichener und ruhen mehr in sich selbst. Das strahlt auf die Umgebung aus und macht attraktiv.
          Sollte allerdings auf Männer UND Frauen gleichermaßen wirken.

      • Ich muss da jetzt passen: Ich habe die Quelle leider nicht wiedergefunden. Ich weiß allerdings genau, dass ich das mal wo gelesen hatte. Eventuell finde ich es noch.

  4. Das würde noch nicht einmal bedeuten, dass es nicht dennoch zb weibliche Stammesanführer gegeben hat

    Wohl kaum. Die normativen Einschränkungen wären noch einmal deutlich stärker gewesen, als sie es in vormodernen Gesellschaften sowieso schon sind.

    In der Prähistorie hatten die Menschen noch Gemüter wie Kleinkinder.

  5. „Im Rahmen der Schwangerschaft von Südländerin wird mir auch bewusster wie körperlich einschränkend die Schwangerschaft teilweise ist. Südländerin ist wesentlich schneller aus der Puste, eher müde, mit fortschreitender Schwangerschaft stört die „Kugel“ immer mehr bei so simplen Tätigkeiten wie Schuhe zubinden etc.“

    Sei froh, dass Du die Südländerin hast. Ich kenne Frauen, die waren noch nicht mal ansatzweise schwanger. Bei denen ist das der Normalzustand.

      • @freya
        Sehr gerne. Früher lief die Jagd so ab, das der Mensch hinter dem Wild so lange hinterhergelaufen ist, bis dies vor Erschöpfung nicht mehr konnte. Grund dafür, wieso das so funktioniert, ist die Fähigkeit zu schwitzen, die tiere nicht haben. Deshalb überhitzen diese wesentlich leichter.

        „Eine Reihe anatomischer Anpassungen machte diese unsere Vorfahren zu ernstlichen Konkurrenten der Säbelzahnkatzen und anderer großer Raubtiere der afrikanischen Savannen, die dort bisher unangefochten geherrscht hatten. Zum Beispiel kann ein Mensch auf seinen zwei Beinen im Vergleich zu anderen Raubtieren zwar nicht besonders schnell sprinten – aber das macht er mit seinem hohen Ausdauervermögen wett, das den anderen Arten und oft auch den Beutetieren in der Regel fehlt. Ein Mensch könnte ein Pferd im Marathon schlagen. Ähnliches leistet kein anderer heutiger Primat auch nur annähend. Laut Daniel Lieberman von der Harvard University in Cambridge (Massachusetts) und Dennis Bramble von der University of Utah in Salt Lake City könnten frühe Menschen ihre Beute bis zur völligen Erschöpfung getrieben haben. Fossilien zeigen, dass die hierfür wichtigen anatomischen Voraussetzungen im Körperbau – unter anderem Beine mit kurzen Zehen, großen Gelenkoberflächen und einer langen Achillessehne – bereits vor etwa zwei Millionen Jahren entstanden. Schon damals dürften Menschen immer mehr zu Ausdauerläufern geworden sein.

        Das erforderte auch eine besondere physiologische Ausstattung. Bei andauernder intensiver Bewegung überhitzt der Körper rasch, wenn er die Wärme nicht irgendwie los wird. Uns kühlt stark wasserhaltiger Schweiß, der auf nackter Haut schnell verdunsten kann. Nina Jablonski von der Pennsylvania State University in University Park vermutet, dass der Homo ergaster (auch afrikanischer H. erectus genannt) vor 1,6 Millionen Jahren schon kein Fell mehr besaß, aber eine Menge Schweißdrüsen zum starken Schwitzen.“
        https://www.spektrum.de/news/der-mensch-der-geborene-jaeger/1312935

  6. Warum sollen wir nicht wissen können, wie es früher war? – Erst mal eh überall und zu verscheidenen Zeiten durchaus verschieden. Das darf man nicht vergessen. Es gibt kein absolutes „so war es früher“. Aber es gibt halt Gemeinsamkeiten, und da können wir schauen, was in verschiededenen Zeiten bei fremden Kulturen zu dem Zeitpunkt los war, als sie von den Europäern entdeckt wurden bzw. noch heute bei Kulturen, die sich ihre Tradition weitgehend bewahrt haben. Man hat zum Beispiel die australischen Aboriginies und die südafrikanischen !Kung verglichen, weil die unter sehr ähnlichen Umständen leben. Eine !Kung-Frau legt ihr Kind zum Beispiel selten ab und es kann nahezu jederzeit an der Brust trinken. Folge: Pro !Kung-Frau etwa (nur!) 5-6 Kinder, obwohl es keine Verhütung und keine sexuellen Tabus für Schwangerschaft und Stillzeit gibt. Trotzdem jagen !Kung-Frauen nicht. Sie sammeln ,legen dabei (mit Kind am Körper!) täglich 15 km zurück und sind außerordentlich gute Pflanzenkenner, was in der kargen Umgebung von höchster Bedeutung ist.
    Zu den Aboriginies sagt Sibylle Kästner („Jagende Sammlerinnen und sammelnde Jägerinnen“), dass die Frauen jagen sollen. Mich macht allerdings misstrauisch, dass das Thema idiologisiert behandelt wird und versucht wird, die Begriffe „Jagen“ und „Sammeln“ umzudeuten. Das ist etwas nervend, weil kein vernünftiger Mensch bestreiten wird, dass Frauen auch Kleintiere mittels Fallen o.ä. gefangen haben können, dass es Ausnahmen gibt usw.
    Aboriginies-Frauen jagen zumindest vom Grundsatz her ebenfalls nicht, und das, obwohl sie in der Stillzeit ihre eigenen Kinder durchaus auch an andere Frauen zur Versorgung weitergeben, um auswärtige Erledigungen ohne Kind absolvieren zu können. Die Folge ist deshalb, im Gegensatz zu den !Kung, dass sie schneller wieder schwanger werden und pro Frau viel mehr Kinder zur Welt kommen. Das macht sich in Hungerzeiten sehr bemerkbar und die bei den Aboriginies bekannte Kindstötung als Verzweifllungsakt bei Hunger ist bei den !Kung völlig unbekannt.
    Zur Ergänzung: Dass bestimmte afrikanische Kulturen extrem viele Kinder haben, liegt oft am Aberglauben, dass das Kind an der Brust alleine nicht satt wird. Da die Milchmenge sich aber über die Anforderung reguliert, wird das zur sich selbst erfüllenden Prophezeiung und die verhütende Wirkung des Stillens (Laktationsamenorrhö) ist schon verhältnismäßig kurz nach der Geburt nicht mehr da. Übrigens ein „hübsches“ Beispiel, dass die „Urweisheit der natürlichen blabla“ einen Kehricht taugt und ordentliche Beobachtung nicht aufwiegen kann.
    Ohne künstliche Verhütung ist eine Frau jedenfalls mehr oder weniger immer schwanger und/oder hat ein Kind an der Brust.
    Wann eine Frau erstmals schwanger wird, hängt auch wieder von der Kultur ab und ist nicht überall gleich. Ohne Kontrolle durch Ältere (z.B. Jugendbanden nach Kriegen/Katastrophen) werden Mädchen sehr oft ziemlich sofort in der Pubertät schwanger, ansonbsten würde ich auch hier sagen: Einfach mal nach Afrika, Südamerika, Australien und Ozeanien gucken, wo Stämme noch isoliert von der Industriegesellschaft leben.

    Zu oben: Dass ältere Frauen junge unverheiratete Mädchen nicht unbeaufsichtigt den (jagenden) Männergruppen mitgeben wollen, halte ich für einen interessanten Gedanken, denn konkurrenzbegründete Regeln gibts ja viele…

    • „Mich macht allerdings misstrauisch, dass das Thema idiologisiert behandelt wird …“

      Ist das nicht immer der Fall, sobald das Wort „Frauen“ in irgendeinem Kontext vergleichend genannt wird?
      Der Wunsch, Frauen „besser“ aussehen lassen zu wollen, macht so gut wie jede anthropologische oder soziologische Studie weitgehend wertlos.

      „Wann eine Frau erstmals schwanger wird, hängt auch wieder von der Kultur ab und ist nicht überall gleich.“

      Ich habe ein Buch über die Wikinger (Rudolf Pörtner), in dem z.B. angemerkt wird, dass Frauen dieser nordeuropäischen Kultur nicht vor Mitte der 20er, wenn sie wirtschaftlich und sozial etabliert waren, Kinder kriegen durften.

      „Dass ältere Frauen junge unverheiratete Mädchen nicht unbeaufsichtigt den (jagenden) Männergruppen mitgeben wollen, halte ich für einen interessanten Gedanken, …“

      Der Gedanke hat den Schönheitsfehler, dass er nur in einer partnerschaftlich strukturierten Gesellschaft sinnvoll wäre. In einer Gesellschaft, in der alle Erwachsenen für alle Kinder zuständig sind, kann es den zurückbleibenden Müttern wurscht sein, ob die männlichen Jäger ihre weiblichen Begleiterinnen unterwegs vögeln. Am Ende landet alles im selben Topf.

  7. Ich dachte eher daran, dass das Aggressionspotential in hungrigen (!) Männergruppen sehr unschöne Dynamiken entwickeln kann.

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