Niggemeier, Martenstein und „alte weiße heterosexuelle Männer“

Stefan Niggemeier hat Harald Martenstein interviewt und es ging auch um die immer wieder erfolgten Vorhaltungen, dass er eben ein alter heterosexueller weißer Mann sei und damit alles erklärt sei. Die Ausführungen dazu finde ich interessant:

Und ich bin, Moment, jetzt muss ich meinen Zettel rausholen, „mitleiderregend“, „dummstolz“ und natürlich, dies als die Krönung, ein „weißer, heterosexueller, alter Mann“. Da habe ich mich gefragt: Woher will denn der Niggemeier wissen, ob ich heterosexuell bin? Ich kenne diesen Kollegen kaum.

Soll ich mal versuchen zu erklären, was hinter diesem Vorwurf steckt? Das ist ja scheinbar völlig sinnlos oder, wenn man so will, sogar rassistisch.

Rassistisch und sexistisch zugleich. Die Königsdisziplin. Was ist eigentlich so schlimm daran, heterosexuell zu sein?

Nichts.

Es gibt total nette Heterosexuelle da draußen.

Das ist auch nicht die Ebene, auf die dieser Begriff zielt. Er beschreibt Menschen, die außerordentlich privilegiert sind, sich dessen aber nicht bewusst sind.

Heterosexualität ist eine Angewohnheit, kein Privileg.

Aber Sie sind doch privilegiert.

In dieser Gesellschaft, heute?

Ja, aber natürlich!

Ich habe mir das ja nicht ausgesucht.

Der Vorwurf ist nicht, dass Sie sich das ausgesucht oder auf eine ungerechte Art erstritten haben, sondern, dass Sie das nicht erkennen.

Welche Privilegien habe ich genau? Schreiben dürfte ich auch, wenn ich schwarz wäre. Es wäre leichter, einen Job als Kolumnist zu ergattern als junger Mensch. Junge Kolumnisten, die gut sind, werden immer gesucht.

Hinter dem Wort „alt“ steckt der Vorwurf, unbeweglich zu sein; mit Veränderungen nicht mehr umgehen zu können.

Man nennt das “Zuschreibung“, oder? Aber ältere Menschen sind ja tatsächlich oft ein bisschen unwillig, was Veränderung angeht. Das hängt natürlich damit zusammen, dass sie alt sind. Genauso gut können sie einem jungen Menschen vorwerfen, dass er wegen seines Geburtsdatums ein bisschen radikaler ist, was junge Menschen ja häufig sind.

Worauf ich hinauswill: Es wäre völlig absurd, Ihnen vorzuwerfen, alt, weiß, heterosexuell zu sein. Der Vorwurf ist: Sie sind privilegiert, haben aber das Gefühl, benachteiligt zu sein. Sie lehnen Veränderungen ab. Und was das „heterosexuell“ angeht … Homosexuelle sind sicher nicht die besseren Menschen. Sie haben aber eine Gemeinsamkeit: Sie kennen das Gefühl, nicht normal zu sein. Das ist eine besondere Erfahrung, wenn man aufwächst und merkt: Ich bin anders als die anderen, sehe aber zum Beispiel keine schwulen Rollenvorbilder.

Das Gefühl, benachteiligt zu sein, habe ich nun auch wieder nicht. Veränderungen lehne ich nicht pauschal ab, da haben Sie nicht recherchiert. Außerdem: Heute finden Sie schwule Rollenvorbilder. Die Zeiten haben sich gottlob geändert. Und die Erfahrung, anders zu sein, machen Sie auch, wenn Sie als kleiner, dicker Junge mit Brille aufwachsen. Ich frage mich übrigens, wie lange man den Heteros noch ihr Hetentum vorwerfen kann. Würden Sie sagen: In hundert Jahren gibt es diesen Vorwurf immer noch?

Erstens ist das nicht der Vorwurf, und zweitens kommt es darauf an, in was für einer Gesellschaft wir dann leben.

Man muss doch auch irgendwann gut sein lassen und sagen: Du bist hetero, aber trotzdem okay, ich lass dir das durchgehen und letzten Endes weiß ich es ja auch gar nicht so genau, ob du wirklich heterosexuell bist.

Sie ziehen den Vorwurf wieder auf eine wörtliche Ebene. So ist er ja nicht gemeint. Es geht um das Gefühl, „normal“ zu sein, und dadurch blind zu sein für die Erfahrungen von Menschen, die anders sind. Die Begriffe zielen auf eine Geisteshaltung, eine gewisse Blindheit.

Man sollte einen Menschen nicht auf Heterosexualität und Altsein reduzieren, und das ist auch nicht meine Geisteshaltung. Ich mache keine Ideologie daraus. Es ist halt ein Schicksal. Man kann nichts dagegen tun.

Aber man kann versuchen, beweglich zu sein, empathisch …

Das versuche ich die ganze Zeit. Wo bin ich unbeweglich? Physisch vielleicht ein bisschen.

Also Niggemeiers Argument wäre:

Das ist auch nicht die Ebene, auf die dieser Begriff zielt. Er beschreibt Menschen, die außerordentlich privilegiert sind, sich dessen aber nicht bewusst sind.

Der Vorwurf ist: Sie sind privilegiert, haben aber das Gefühl, benachteiligt zu sein. Sie lehnen Veränderungen ab. Und was das „heterosexuell“ angeht … Homosexuelle sind sicher nicht die besseren Menschen. Sie haben aber eine Gemeinsamkeit: Sie kennen das Gefühl, nicht normal zu sein.

Sie ziehen den Vorwurf wieder auf eine wörtliche Ebene. So ist er ja nicht gemeint. Es geht um das Gefühl, „normal“ zu sein, und dadurch blind zu sein für die Erfahrungen von Menschen, die anders sind. Die Begriffe zielen auf eine Geisteshaltung, eine gewisse Blindheit.

Die Argumentation hat aus meiner Sicht viele Schwächen. Denn zum einen behauptet sie Privilegien einer Gruppe, die so erst einmal belegt werden müssten, auch in ihren Auswirkungen, was aber viel wichtiger ist: Die Art, wie es gebraucht wird ist häufig abwertend und es wird dazu gebracht, das was die Person sagt allein aufgrund ihrer Zugehörigkeit zu einer Gruppe abzulehnen.

Auch das Leute nicht das Gefühl kennen, dass sie „nicht normal“ sind ist bei so heterogenen Gruppen eine mutige Aussage. Auch weiße heterosexuelle Männer können das Gefühl haben, etwa weil sie Nerds sind, weil sie sozial nicht gewandt sind, weil sie es nicht schaffen dazu zu gehören. Weil alle eine Freundin haben, nur sie nicht.

Es sind ja nicht umsonst Männer, die die höchste Selbstmordrate haben.

Dagegen wird man sicher anführen, dass all diese Probleme bei den Minderheiten ja noch oben drauf kommen zusätzlich zu den Problemen, die sich aus ihrem Minderheitenstatus ergeben.

Aber zumindest bei Männern und Frauen bin ich mir recht sicher, dass viele Frauen genau wissen, wie es ist, normal zu sein und sich viele Frauen nicht als „das andere“ in ihrem Bereich ansehen.

Was einen natürlich auch an dem Privilegienbegriff stört ist, dass nie wirklich konkretisiert wird, was man dann machen soll. „Seine Privilegien erkennen“ ist unglaublich vage und bewahrt einen auch nicht davor, dass einem allein deswegen eine Meinung abgesprochen wird.

Des weiteren gibt es auch ein „Gruppenwissen“ nur sehr eingeschränkt. Wenn zwei Personen der gleichen Gruppe beträgt werden kann Mann eben vollkommen verschiedene Meinungen hören. Ein Dritter kann auch Probleme besser verstehen als jemand aus der Gruppe, etwa weil er insgesamt zb gesellschaftlich Problems besser versteht oder schlicht weil jemand aus der Gruppe eine Ego schonende Erklärung mit einem Sündenbock lieber glaubt als eine Auflistung von Punkten, die seine eigene Gruppe mühsam abarbeiten muss, um die Lage zu ändern.

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110 Gedanken zu “Niggemeier, Martenstein und „alte weiße heterosexuelle Männer“

  1. Da ist Feministinnen Sprache doch angeblich so wichtig. Man muss Leute sichtbar machen und bestimmte Worte soll man am besten gar nicht mehr verwenden, weil das ja irgendwenn triggern könnte, aber wenn sie sagen das WHMs alle Abfall sind und Aussterben soll, dann wird das nur falsch verstanden.

  2. Wenn also die Norm das Kriterium für Privilegierung sein soll, dann gibt es aber vermutlich hunderte von Normabweichungen. Weil Norm meint eben nicht nur eine normative Norm, sondern auch eine statistische Norm
    Ich verweise mal auf das Konzept von Normalismus von Jürgen Link:
    „Normalität ist zu unterscheiden von Normativität, die Werte, Normen und Paradigmata präskriptiv setzt. Die Vorstellung von Normalität beruht hingegen darauf, dass mittels Statistik, Durchschnittsanalysen und -abschätzungen etc. das „Normale“ erst im Nachhinein aus einer Gesamtschau des betreffenden Feldes konstituiert wird.“

    Somit gibt es dann eben hunderte von Normabweichen:
    Alter, Gewicht, Körpergrösse, Hautfarbe, Schulnoten, sportliche Leistungen, Introvertiertheit vs. Extravertiertheit, Stottern, Dialekte, Wohnort, alle psychischen und körperlichen Erkrankungen, Nationalität, soziales Kapital, ökonomisches Kapital, symbolisches Kapital, politisches Kapital etc., alleinerziehend, Haarfarbe,
    Im Prinzip kann jedes Verhalten, jede Tätigkeit, jedes Aussehen, jede Äusserung, jede Einstellung, jedes biologische unveränderliche Merkmal normabweichend sein.
    Wenn man nun quasi alles auf Hautfarbe, sexuelle Präferenzen und Alter reduziert, dann ist das natürlich völlig einseitig.
    Dazu kommt noch: Dass unterschiedliche Menschen eine objektive Abweichung von der Norm subjektiv anders verarbeiten. Man könnte dann auch sagen: Neben einer objektiven Abweichung kommt eine relative und subjektive Abweichung hinzu. Also: Wenn man sich nur auf Alter, Hautfarbe und sexuelle Präferenzen stützt, hat das nicht viel mit der Realität zu tun, aber viel mit den aktuellen politischen Präferenzen von gewissen Linken.

    • @Mark

      Es hat mit den politischen Präferenzen der Pseudo-Linken in den USA und Deutschland ausschließlich zu tun.

      Als 1968 ff. in sexueller und politischer Hinsicht „abweichend“ – in dieser Kombination – automatisch auf die Linke verwies, die als Emanzipationsbewegung schlechthin galt, hat sich dieses Junktim „fest verdrahtet“.
      Als wäre eine abweichende sexuelle Orientierung per se Ausweis einer bestimmten politischen. Das ist schon lange vorbei und es ist an der Zeit, dies zur Kenntnis zu nehmen.
      Beispiele: Wowereit (SPD), Westerwelle (FDP), von Beust (CDU), Weidel (AfD).

      Weder stand deren politischer Karriere ihre abweichende sexuelle Orientierung im Weg, noch erfolgte diese ausschließlich in dem Lager, für das die Pseudo-Linke sie normativ vorgesehen hatte.
      Der gesellschaftliche Erfolg der linken Emanzipationsbewegung in Sachen abweichender sexueller Orientierung besteht eben darin, sich als Individuum nicht mehr auf ein bestimmtes politisches Spektrum beschränken zu müssen.
      Erstens demnach mission accomplished, zweitens: Eine sexuelle Orientierung ist sexuelle Orientierung, ist eine sexuelle Orientierung.

      Diese Erfolgsgeschichte hat in den USA jedoch nicht stattgefunden und die deutsche Pseudo-Linke halluziniert ständig US-amerikanische Verhältnisse, um die hiesigen nicht zur Kenntnis nehmen zu müssen.

      Deine Ausführungen zu Normalität und Normativität kann in diesem Kontext auch ergänzt werden: Ohne sich reproduzierende heterosexuelle Paare gäbe es weder Schwule, noch Lesben, Transsexuelle, Intersexuelle usw.
      Selbst wenn lesbische Paare Kinder bekommen, sind diese mit über 90% Wahrscheinlichkeit heterosexuell.
      Das ist tatsächlich ein Problem, denn es gibt daher keine innerfamiliäre Tradierung, d.h. der Umgang mit der eigenen abweichenden sexuellen Orientierung muss immer wieder neu außerhalb dieser Familie gelernt werden.
      Die Idee, eine sexuelle Orientierung verdanke sich lediglich gesellschaftlichen Zwängen und sei bei ausbleiben dieser reversibel, ist identisch das Argument der katholischen Kirche und der Rechten.
      Letztere sieht in der „Verschwulung“ diesen gesellschaftlichen Zwang und erstere ist der Meinung, Homosexualität sei eine heilbare Krankheit.

      • Irgendwie steht dahinter ja auch immer der Gedanke, das müsse alles nicht so sein und die Uotpie könnte Wirklichkeit werden, wenn die bösen weißen Männer sich nicht dagegen stemmen würden. Sprich: wenn sexuelle Orientierung nichts mit Biologie zu tun hat sondern nur durch die heteronomative Matrix bestimmt wird, wäre irgenwann ein Zustand erreichbar, in dem Homosexualität genauso normal wäre wie Heterosexualität; dann würden sie sich nicht mehr diskriminiert fühlen. Daher nicht zuletzt die ganze Biophobie.

        Für die Hautfarbe gilt das so natürlich nicht, die ist evident keine soziale Konstruktion, weshalb man dann die Menschheit aufspaltet in sie bösen Weißen und die guten PoC (alle die keine Weißen sind), bzw. immer mehr Diversität fordert, bis irgendwann mal alle Unterschiede beseitigt sind und es nur noch eine hellbraune Einheistrasse gibt. Natürlich eine völlig illusorische Vorstellung.

          • Tatsächlich vermute ich schon länger, dass es sich um ein eugenisches Projekt handelt welches zum Ziel hat die afrikanischen und die europäischen Menschen zu einer Einheitsrasse zu verschmelzen. Vielleicht hoffen die Eliten damit einen besseren Zugang zu Afrika (Schwarze können ja Schwarze gar nicht unterdrücken nicht wahr) oder es hat irgendeinen anderen Grund. Ich bin ziemlich sicher, dass die Nazis die Blaupause für dieses Projekt geliefert haben (wenn es das denn wirklich gibt).

          • @PfefferundSalz

            Tatsächlich vermute ich schon länger, dass es sich um ein eugenisches Projekt handelt welches zum Ziel hat die afrikanischen und die europäischen Menschen zu einer Einheitsrasse zu verschmelzen.

            Das halte ich für unwahrscheinlich (auch wenn es in rechten Kreisen gern propagiert wird). Der Grund ist einfach: selbstständige Vermischung ist extrem zäh (siehe USA), da Ethnien gern unter sich bleiben. Die Wahrscheinlichkeit steigt erst bei vollkommener Assimilation (die schwierig und teuer zu erreichen ist). Eine Vermischung weniger assimilierter Personen bleibt aber nahezu ohne Auswirkung, da sich das neue Erbgut im riesigen vorhandenen Pool schlicht verliert. Viele Personen gleichzeitig zu assimilieren, ist aber ungleich schwieriger, als nur eine handvoll, weitgehend isolierte, Einzelpersonen.

            Ich kann mir nicht vorstellen, dass das den eigentlich planenden „Eliten“ entgangen ist. Entweder der Punkt ist ihnen egal oder sie streben ein ganz anderes Ziel an, was ich für wahrscheinlicher halte.

        • @El_Mocho

          „Irgendwie steht dahinter ja auch immer der Gedanke, das müsse alles nicht so sein und die Utopie könnte Wirklichkeit werden, wenn die bösen weißen Männer sich nicht dagegen stemmen würden.“
          PLUS „Natürlich eine völlig illusorische Vorstellung.“
          Korrekt in meinen Augen.

          Deshalb die mentale Volte: Wenn die weißen Männer mit ihrer Objektivität, Vernunft, Rationalität, ihrer Wissenschaftlichkeit nicht mehr darauf hinweisen (können), dass es sich um eine Illusion handelt, dann ist es keine, sondern die Utopie könnte Wirklichkeit werden.
          „Weiße Männer“ sind aber nur die Verkörperung dieser Prinzipien und das ist schon komisch genug.
          Merken die eigentlich, sie reproduzieren damit feinsäuberlich alle Dichotomien (Subjektivität vs. Objektivität usw.) nach Geschlecht, die sie vorgeblich überwinden wollen?
          Aber deshalb müssen wir halt weg – nur verschwindet die objektive Realität nicht, wenn wir verschwunden sind.
          Die Personalisierung hat m.E. die Funktion, sie daran zu hindern einzusehen, ihre Utopie ist eine Illusion – so lange unsere Existenz sie an der Realisierung hindert, gibt es aber einen scheinbar „objektiven Grund“, warum sie sich nicht realisieren lässt.
          Unsere Existenz ist mit einer Art Angstlust verbunden; wir sind als „weiße Männer“ wie eine psychische (Ab-) Sicherung gegen das Scheitern bei der Umsetzung der Utopie in die Praxis.

          Ein wenig Küchenpsychologie aus einem Verdacht heraus: Könnte die „vaterlose Gesellschaft“ und der Mangel an der (Funktions-) Rolle des Vaters nicht vorhersagbar zu einem solchen Zustand führen?
          In der Pubertät gibt es eine Rebellion der Heranwachsenden gegen die Eltern, deren Wertesystem usw. Angesichts der Horde alleinerziehender Mütter findet ergo keinen Aufstand gegen väterliche Autorität und vor allem gegen das väterliche, bzw. väterlich verkörperte Realitätsprinzip statt.

          Könnte es demzufolge sein, dass der Utopismus, seine Frontstellung gegen den „weißen, alten Mann“ ein „antiautoritärer“, nachholend pubertärer Aufstand gegen den abwesenden Vater ist?
          Weil er jedoch nicht existiert hat, weitet sich die Anklage aus gegen alle, die – aus der Ideologie heraus – abstrakt Autorität und das Realitätsprinzip verkörpern.

          • Ist die Väterentsorgung denn dergestallt gelagert, dass sie mehrheitlich im Milleu der utopistischen Spinner passiert ist?

            Das geistige Gift wird ja am effektivsten über den Universitätsbetrieb versprüht und da auch am stärksten in Fächern, die Menschen mit echter Benachteiligung wie Vaterlosigkeit eher selten studieren.

          • @PDLC

            Ich glaube, es ist ganz ähnlich wie beim Feminismus auch, dem der Gynozentrismus voraus ging.

            Wenn man sich darauf einigen kann, es gibt psychologische Gründe für den Utopismus, dann wäre es in der Tat eine spannende Frage, ob die in diesem Universitätsbetrieb Lehrenden oder Studierenden die Erfahrung der Vaterlosigkeit gemacht haben.

            Ich finde es dessen ungeachtet bezeichnend, dass eine Vaterfigur (für Jungs!) wie Jordan Peterson mit Vorschlägen aufwartet, die genau das oben gesagte beinhalten, nämlich väterliche Autorität und Realitätsprinzip.

          • „Ist die Väterentsorgung denn dergestallt gelagert, dass sie mehrheitlich im Milleu der utopistischen Spinner passiert ist?“

            Würde ich so nicht sagen, aber solche Spinner profitieren extrem davon, weshalb sie sich gern und oft daran beteiligen. Als Jugendamtsmitarbeiter, Verfahrensbeistand, Richter oder „sonstige Drittleister“ ( z.B. dKSB, Frauenhäusler, Wildwasser, … ).

      • „Die Idee, eine sexuelle Orientierung verdanke sich lediglich gesellschaftlichen Zwängen und sei bei ausbleiben dieser reversibel, …“

        … ist Moneyismus pur!

    • Absolut, das ist uralter Marxismus, man hat nur die Grundbesitzer mit Rassen ausgetauscht.
      Klar, den alten Arbeiterkampf kann man auch niemandem verkaufen, da viele gesehen haben das es ihnen unter dem Kapitalismus besser geht.

        • Das ist keine Spinnerei, sondern brandgefährlicher echter Rassismus gegen eine Gruppe, die, wir leben ja in einer globalisierten Welt, eine ca 7% Minderheit darstellt.
          Und gegen die wird in der globalen Lingua Franca auf allen Kanälen 24/7/365 gehetzt.

        • So zumindest die Theorie, zumindest vordergründig. Ich denke aber dass da oftmals ganz banale und primitive Motive dahinter stecken. Man sieht halt den erfolgreichen weißen Mann und ist frustriert ob der eigenen Unfähigkeit, weil man im Leben nichts erreicht hat, es nur für einen Bachelor in Genderstudies und Lateinamerikanischer Literatur gereicht hat und sucht dann eben Verantwortliche dafür. Man selbst kann ja nicht verantwortlich sein (so ist beispielsweise die Geschichte des Feminismus eine Geschichte der Schuldzuweisung) und überträgt dann seinen Frust auf andere. Der weiße alte Mann ist dann lediglich ein beliebtes Hassobjekt. .

  3. Ein Privileg haben weiße heterosexuelle Männer jedenfalls nicht: Nur aufgrund ihrer Hautfarbe oder sexuellen Orientierung unqualifizierte moralische Verurteilungen über alle Welt vom Stapel zu lassen und damit auch noch Gehör zu finden.

  4. Ein paar Kommentare weiter unten erklärt Niggi (auch den habe ich mal sehr geschätzt, es macht einen fertig, wie sich intelligente Menschen rassistischer Ressentiments bedienen), was er genau meint. Es wird nur nicht besser, nur halbgarer.

    • Darf ich fragen warum?
      Bzw vermuten, das die Wertschätzung kam, da der Feind meines Feindes mein Freund ist und es bei uns nunmal chic ist, die BILD blöd zu finden?

  5. „Die Argumentation hat aus meiner Sicht viele Schwächen.“

    Benennen wir sie doch einfach mal konkret:
    Was Niggemeier da rumsülzt ist kreiselschlüssig und selbstwidersprüchlich zugleich und somit schlicht schwachsinnig.
    Er sagt sinngemäß:
    Es ist so besonders normal zu sein, daß es ein Privileg ( also etwas besonderes ) ist, welches Schuld daran ist, daß man privilegiert und deshalb normal, also etwas besonderes ( weil normal ) ist. Und „begründet“ das mit WHOM zu sein ist gar nicht der Vorwurf, sondern böse, weil man dann normal ist, deshalb die Besonderheit des Privilegs Normalseins nicht erkennen kann, was ein Nachteil ist, aber besonders für andere die nicht normal sind, weshalb einem das als Schuld vorzuwerfen ist, was aber gar nicht der Vorwurf ist, u.s.w.u.s.f….

    Bekloppter kann man gar nicht argumentieren.
    Übrigens ist das ein stehender Treppenwitz, der wohl das älteste ist, was es an an absurden Sprüchen überhaupt gibt.
    Schon meine Mutter „lernte“ von ihren Großeltern das „Kernelement“: „Wer heutzutage nicht verrückt ist, ist nicht normal“.
    Grinterhund:
    Menschen sind Individuen, was bedeutet, jeder kann in jeder Situation von jedem als irgendwie anders und somit nicht normal bezeichnet werden, DAS ist ewige NORMALITÄT.
    Noch anders: Jeder gehört jederzeit irgendeiner Gruppe an und Gruppen bestehen nunmal aus Individuen.

    Spezielle Abwandlungen dieses Witzes sind bspw.:
    Bäcker backen Backwaren, also sind sie Schuld, daß Menschen Backwaren essen.

    Oder:
    Wußten Sie, daß 20% aller tödlichen Verkehrsunfälle von betrunkenen Autofahrern verursacht werden?
    Ja können diese 80% nüchterner Idioten nicht zuhause bleiben?

    Das üble daran ist, daß Niggemeier u.w. dissozial Merkbefreite offenbar solchen Scheiß ernst meinen und zu DEM WELTPROBLEM und gleichzeitig ( per Umkehrung ) zu dessen UNIVERSELLER LÖSUNG erklären.

    Würde man danach verfahren, müßte jeder Mensch mit spätestens 30 Jahren Suizid begehen um die Welt zu retten.
    Kann der Niggemeier ja gerrn mit anfangen, wenn ihm das hilft.
    Überflüssig genug ist er jedenfalls.

    • „Es ist so besonders normal zu sein, daß es ein Privileg ( also etwas besonderes ) ist, welches Schuld daran ist, daß man privilegiert und deshalb normal, also etwas besonderes ( weil normal ) ist.“

      yupp.

      Ideologie schaltet Kopf aus.

  6. Viele Kommentare unter dem verlinktem Niggemeiertext drehen sich völlig ernsthaft um Toiletten! Sind Scheißhäuser heutzutage so wichtig für Feministinnen und Linke? Das sehen die als wichtige Weltprobleme an? :-))

    • Die haben diesen geistigen Lag beim Kopieren von US Diskussionen.
      Vermutlich stehen Transoiletten also bald als Thema an.

    • Solange diese Idioten nur den Mist, der oben rauskommt, im Internet abladen können, müssen sie für den unteren Mist eben noch Toiletten benutzen. Das Dumme ist nur, dass der geistige Stuhlgang für alle sichtbar liegen bleibt.

  7. Wenn mit „alter weißer heterosexueller Mann“ eigentlich „störrischer privilegierter Mann“ (bzw. Mensch, korrekt gegendert) gemeint ist, warum schreibt man dann nicht das, was gemeint ist?

    Wobei ich hier wohl die falschen Frage.

    • @ Tinni:
      Weil „man“ ( „korrekt“ gegendert „mensch“ ) sich ansonsten offen als rassistischer Sexist outen würde. Also wird bis zu absoluten Absurdität verschwurbelt. Feige Ratten halt …..

      • @Fiete Verstehe die Argumentation nicht. Weil man sich nicht als Rassist outen mag, sagt man „weiß“ anstatt „privilegiert“?

        Es geht mir um das Argument von Herrn Niggemeier:
        „Das ist auch nicht die Ebene, auf die dieser Begriff zielt. Er beschreibt Menschen, die außerordentlich privilegiert sind, sich dessen aber nicht bewusst sind.“
        bzw. danach sagt er nochmal das gleiche:
        „Sie ziehen den Vorwurf wieder auf eine wörtliche Ebene. So ist er ja nicht gemeint.“

        Warum wird ein neues Synonym eingeführt, wenn er „unbewusst privilegiert“ meint?
        Und warum wird gerade die Hautfarbe als Synonym benutzt?

        Vor allem vor dem Hintergrund, dass die Leute dort, glaube ich, sich selbst so definieren würden, dass sie aus dem 2.WK gelernt haben. Also so einen Unsinn wie das damalige Konzept des „jüdische Verhaltens“ (was ja auch „nie so gemeint“ war, sondern z.B. Gier und Hinterhältigkeit bedeutete und auch Nicht-Juden konnten solch ein Verhalten aufweisen) bekämpfen wollen.

        Ich denke schon, dass sie diesen „Kampf gegen Rassismus“ ehrlich meinen und nicht als ein Versteck für ihren „lang geheimgehaltenen“ Rassismus benutzen.
        Fehlende Intelligenz mag ich ihnen auch nicht vorwerfen.

        Was gibt es also noch für Begründungen „weiß“ statt „privilegiert“ o.ä. benutzen?

        Mir fällt da nur noch ein, dass es einfacher zu beweisen ist und evtl. noch gut in ein Weltbild des „Kämpfers der besseren Gesellschaft/Revolutionär“ passt, der umringt ist von Weißen/Schwarzen/Kapitalisten/Kommunisten/Ungläubigen/Juden/Muslimen/Männer/Frauen/Geizhälsen/Arschlöchern/X-Menschen… mit ihrem schäbigem Verhalten.
        Der Revolutionär kämpft eben für eine bessere Gesellschaft und wird dieses Verhalten mit Stumpf, Stiel und Stil ausrotten. Wenn diese X-Menschen sich nicht ändern, dann ist eben für sie auf der zukünftigen, fairen, gerechten Welt kein Platz mehr. Der Revolutionär findet das zwar schade, aber sie hatten ihre faire Chance mit der kulturellen Evolution/Revolution mitzugehen.

        Und weil es zum Weltbild passt, mag man es vielleicht nicht so sehr hinterfragen.
        Ich persönlich finde dennoch die Begründung für zu schwach.

        • @Tinni:
          „Verstehe die Argumentation nicht. Weil man sich nicht als Rassist outen mag, sagt man „weiß“ anstatt „privilegiert“?“

          Jo! Und das ist auch schon der ganze Grund, denn wie sollte man sich sonst gleichzeitig als „Antirassist“ bezeichnen können?
          Übrigens ist es umgekehrt, er sagt hier „privilegiert“ statt „weiß“.
          Gemeint ist aber einfach nur „dummes Arschloch“.

          Nigge:
          „„Sie ziehen den Vorwurf wieder auf eine wörtliche Ebene. So ist er ja nicht gemeint.““

          Heißt:
          „Saudummes, unbelehrbares Arschloch“
          Kann man natürlich auch nicht offen so sagen, muß also ebenfalls bis zur Unkenntlichkeit umverpackt werden.

          Nigge:
          „„Das ist auch nicht die Ebene, auf die dieser Begriff zielt. Er beschreibt Menschen, die außerordentlich privilegiert sind, sich dessen aber nicht bewusst sind.““

          Hätte er statt dessen „saudumme Judenarschlöcher“ gesagt, wäre er morgen wech vom Fenster. Ergo wird kaskadierend weitergeschwurbelt.

          „Warum wird ein neues Synonym eingeführt, wenn er „unbewusst privilegiert“ meint?
          Und warum wird gerade die Hautfarbe als Synonym benutzt?“

          Umgekehrt, ein Synonym für die Hautfarbe, das Alter und die erotischen Vorlieben wird gesetzt. Er meint eben nicht „unbewußt privilegiert“, sondern immer noch: „Saudummes Judenarschloch“.
          Aber solche Blödfloskeln nutzen sich extrem schnell ab, weshalb sie in Rekordgeschwindigkeit weitergetarnt und noch mehrfach übertüncht werden müssen, da die Kritiker sie immer schneller erkennen und aufdecken.

          „Also so einen Unsinn wie das damalige Konzept des „jüdische Verhaltens“ (was ja auch „nie so gemeint“ war, sondern z.B. Gier und Hinterhältigkeit bedeutete und auch Nicht-Juden konnten solch ein Verhalten aufweisen) bekämpfen wollen.“

          Eben, so einfach ist das.

          „Ich denke schon, dass sie diesen „Kampf gegen Rassismus“ ehrlich meinen und nicht als ein Versteck für ihren „lang geheimgehaltenen“ Rassismus benutzen.“

          Warum sollten Rassisten/Sexisten plötzlich „ehrlich“ werden? Das würde sie perfekt outen. Eher schon tun sie so, als könnten sie sich sogar erfolgreich selbst belügen, das lässt eine Hintertür zur Flucht in den Irrationalismus offen.

          „Fehlende Intelligenz mag ich ihnen auch nicht vorwerfen.“

          Ich auch nicht, Du tust es aber implizit im nächsten Zitat, nämlich:
          „Was gibt es also noch für Begründungen „weiß“ statt „privilegiert“ o.ä. benutzen?“
          Keine! Und übrigens ist es wieder umgekehrt, er benutzt „privilegiert“ um seine Weißendiffamierung zu verstecken. Und das gewiss nicht aus reiner Dummheit. Sondern weil er ganz genau weiß, daß sich „saudummes Judenarschloch“ nunmal nicht soo gut macht. Das ist dermaßen allgemeinbekannt, daß der sich da eben gerade nicht auf galoppierenden Schwachsinn herausreden könnte, immerhin hat er ja einen Namen, als ( hust ) „Journalist“.

          „Mir fällt da nur noch ein, dass es einfacher zu beweisen ist und evtl. noch gut in ein Weltbild des „Kämpfers der besseren Gesellschaft/Revolutionär“ passt, der umringt ist von Weißen/Schwarzen/Kapitalisten/Kommunisten/Ungläubigen/Juden/Muslimen/Männer/Frauen/Geizhälsen/Arschlöchern/X-Menschen… mit ihrem schäbigem Verhalten.“

          Richtisch, er möchte als „einer von den guten Nazis“ geachtet und respektiert werden. Zu „beweisen“ gibt es da nix ( außer eben sein faschistoid unterstellendes taktisches Vorgehen, aber das will er ja nun gerade NICHT outen ), auch das weiß er ganz genau.

          „Und weil es zum Weltbild passt, mag man es vielleicht nicht so sehr hinterfragen.“

          Das ist seine ganze Hoffnung, mehr steckt da nicht hinter. Er verkauft also gleichzeit seine eigene Zielgruppe für saudumm ( leider in vielen Fällen offenbar zu Recht ).

          „Ich persönlich finde dennoch die Begründung für zu schwach.“

          Begründung? Was für ’ne Begründung? Habe ich was übersehen?

          • @ Chrissy:
            „Dein Kommentar muss noch freigeschaltet werden.“
            Was hast Du denn jetzt schon wieder für ein Problem?
            Mach das doch wenigstens offen und gib irgendeinen Grund an, das nervt.

          • Du meinst du hast keine Idee, warum WordPress dich bei einem Kommentar, der wiederholt die Phrase „saudumme Judenarschlöcher“ enthält auf „bitte manuell entscheiden, ob der Kommentar erscheinen soll“ setzt?

          • Okay, ich rudere zurück. Sorry, ich wußte nicht, daß WP heute schon solche Filter aktiv einsetzt.
            Asche auf mein Haupt.
            Btw.: Danke für den Hinweis, interessante Erkenntnis.

        • Fehlende Intelligenz mag ich ihnen auch nicht vorwerfen.

          Wenn deren Anwürfe nicht dumm und widersprüchlich sind, dann frage ich mich, ab wann du fehlende Intelligenz zu sehen bereit bist.

          Diese Leute sind dumm! Man muss das ganz klar so sagen. Sie sind unfähig die Konsequenzen ihrer Handlungen und Forderungen zu antizipieren, wenn das keine fehlende Intelligenz ist, was dann?

          • Fehlende Intelligenz wäre es für mich, wenn sie nicht in der Lage wären, die Konzepte, die sie anweden, zu erkennen.

            Beispielsweise wurde Herr Niggemeier glaube auch auf diesem Blog zitiert, über die Frage ob die Emma „rechts“ ist. Hierbei stützte sich Herr Niggemeier auf die Argumentation, dass ca 15% der Twitter Follower (oder Leser?, weiß nicht mehr genau) dem rechten Spektrum zugeordnet werden kann. Daraus schlussfolgerte er, dass die Emma „rechts“ ist, was zugegebenermaßen, nicht sonderlich schlau ist und an die Intelligenz zweifeln lässt.

            Jedoch erkannte Herr Niggemeier die Schwäche solch einer Argumentation früher (steht zumindest in den Kommentaren, meist von enttäuschten Lesern, ich persönlich verfolge ihn nicht).
            Er hat also das Wissen und kann es auch anwenden (ergo, er hat die Intelligenz/das Potential), nur in diesem Fall nicht. Was hindert ihn oder warum ignoriert er es? (Wir können nur spekulieren)
            Leider sind seine Begründungen sehr dürftig.

          • Ich denke, da gilt es auch zwischen formaler Intelligenz und (mangelndem ) Intellekt zu differenzieren.
            Wie die alte Weisheit so sagt: Der dümmste Bauer erntet die dicksten Kartoffeln.

          • @Fiete
            Da gebe ich dir recht, zwischen formaler Intelligenz und mangelndem Intellekt muss man differenzieren, zumal auch Personen mit mangelndem Intellekt eine formale Intelligenz (z.B. Uni-Abschlüsse) erhalten können. z.B. kann ein Grundschulkind die Grundschule überstehen und die Mathematik auswendig lernen, aber nie die Methoden dahinter. Er gibt dir die Antwort auf 1+1, weil er sie auswendig kann, er kann dir die Antwort aber nicht für jede mögliche Variation liefern, z.B. 1+2, weil er die Methodik dahinter nicht versteht.

            Dies trifft aber im uns vorliegenden Fall nicht zu. Es wurden doch gewisse Konzepte, wie Sippenhaft oder Rassismus, vorher richtig erkannt (oder es wurde abgeschrieben?), aber dann will man sie absolut nicht einsehen und das ohne Begründung wie z.B. das klassische: „Reverse Rassism existiert nicht wegen fehlender Macht“.
            Hier wird eben etwas dummes gemacht von Leuten, die zumindest das Potential haben, es besser zu machen und es auch machen müssten um mM. Konsistent zu sein mit dem, was sie von sich geben.
            Wobei ich noch keine Begründung gesehen habe, außer, dass Herr Martenstein das alles doch nur missversteht und mit „weißer Hautfarbe“ gar nicht „weiße Hautfarbe“ sondern was anderes gemeint ist, was aber irgendwie mit Hautfarbe zu tun hat, aber nicht die Hautfarbe meint.
            Krieg ist schließlich auch Frieden. Dies wird Herr Martenstein vermutlich auch irgendwann mal missverstehen und er wird nicht einsehen, das dies so ist (dabei hat doch Krieg was mit Frieden zu tun)

            Mit „nicht fehlender Intelligenz“ meinte ich also eher etwas, dass die Intelligenz, die „Denkmethodiken“ da sind, aber nicht gut genutzt werden.

  8. Das „Gruppenwissen“ bezieht sich ja auch ehr auf subjektive konkret gemachte Erfahrungen zB. von Rassismus. Wie dieser Rassismus konkret gegen Schwarze sich zeigt, welche Gesten und Worte verwendet werden etc. damit hat ein Schwarzer sicher mehr Erfahrungen. Welche Gefühle sowas erzeugen kann, kann aber im Prinzip jeder nachvollziehen (zumindest die Menschen die Gefühle empfinden können, also fast alle) weil die Grundgefühle (Angst, TRauer, Freude etc.) bei allen Menschen gleich sind. Aber wenn dem dauernd ausgesetzt ist, mag dies auf dauer sich verstärken und diese Erfarung haben nicht soviele Menschen gemacht.

    Aber in vielen Diskussionen geht es doch ehr abstarktere Diskussionen und ob es Rassismus gibt und in welcher Dimension etc. Das sind DIskussionen die auf objektiven Zahlen/Erhebnungen beruhen bei dem jeder mitdiskutieren kann. Auch über die Methoden die zur Messung von Rassismus verwendet werden und auch wie man eine Situation verbessern könnte. Unabhängig ob man Erfahrungen in einem konkreten Bereich gemacht hat.

    Damit schrumpft dieses „Gruppenwissen“ zu einem recht kleinen Anteil wenn überhaupt noch relevant wenn man sich über dieses „Gruppenwissen“ mal etwas informiert hat.

    • „Das „Gruppenwissen“ bezieht sich ja auch ehr auf subjektive konkret gemachte Erfahrungen zB. von Rassismus“

      Auch diese Erfahrungen haben eine hohe subjektiven Charakter.

      Ein Beispiel wäre ja schon der typische SJW „mit migrationshintergrund“:
      „Alle behandeln mich schlecht bei ich nichtweiß bin“
      Nein, alle behandeln dich schlecht, weil du ein arrogantes Arschloch bist, dass meint allen moralisch überlegen zu sein, dass Leuten meinungen vorschreibt, dass alles als Rassismus oder Sexismus falsch versteht und meint alle würden dir etwas schulden

      • Man sollte Migrationshintergründlern und derlei immer mal wieder mit der Frage konfrontieren, wie sie denn innerhalb ‚ihrer‘ Gruppe Konflikte lösen, wo da doch der magische Rassismusvorwurf fehlt und ob sie sich vorstellen können, der Outgroup auch soviel Menschlichkeit zugestehen zu können, dass es auch dort die selben vielfältigen Gründe, statt der ‚antirassistischen‘ Einfalt geben mag.

        • Diese Geisteshaltung ist in den USA und GB ja sogar schon in Gesetze gegossen worden: die berühmten „Hate Crimes“. Im Prinzip führen diese Gesetze in ihrer Anwendung zu nichts anderem, als dass eine Straftat beinahe automatisch anders (härter) angegangen wird, wenn z. B. ein Weißer einem Schwarzen „eine aufs Maul haut“.

          Für mich vollzieht sich da eine klare Abkehr von jeder Rechtsstaatlichkeit, wenn bei bestimmten Konstellationen der Gruppenzugehörigkeiten des Beklagten und des Geschädigten ersterem pauschal und ohne jede Sachverhaltsprüfung immer schon mal mindestens ein Motiv unterstellt wird: Hass auf eine bestimmte Gruppe.

          In einer älteren South Park Episode wurde das Thema mal durch den Kakao gezogen. Die Jungs haben sich über Cartman lustig gemacht, bis der, weitgehend ziellos einen Stein schmiss und damit Token (einen Schwarzen) am Kopf traf. Deswegen wurde er als „Hassverbrecher“ in den Jugendknast gesteckt. Die Folge kulminierte in der deutlich artikulierten Absurdität dieser Art von Gesetzgebung, als bei Cartmans Entlassung ein Beamter ihm in ernstem Ton mit auf den Weg gab: „Und wenn du das nächste Mal jemandem einen Stein an den Kopf wirfst, achte darauf, dass er dieselbe Hautfarbe hat wie du!“

          • Da muss man die Schwarzen auch mal loben, die knallen in absoluten Zahlen mehr Schwarze ab.
            In relativen Zahlen natürlich nicht mehr, aber ich muss halt auch tricksen, wenn ich was Nettes schreiben will.

        • wo da doch der magische Rassismusvorwurf fehlt

          Das erinnert mich an einen Krankenhausaufenthalt. Einer meiner Mitpatienten hatte es geschafft, sich bei praktisch jedem unbeliebt zu machen, und zwar weil er ein asoziales Ar*****h war. Seine Erklärung dazu: „Ihr seid alle Nazis!!!“. Er war Türke, und darauf hat er alles reduziert.

      • Übrigens ist Gruppenwissen überwiegend fiktiv. Ist eine traurige Einsicht der Gruppenpsychologie.

        Z. B. gibt es bei den Überlebenden des Bombenangriffs auf Dresden im 2. Weltkrieg das kollektive Wissen, daß nach den Bombenabwürfen kleine Flieger der Alliierten in den einzelnen Straßenzügen der brennenden Stadt Jagd auf überlebende Zivilisten gemacht haben. Daran konnten sich ganz viele der Überlebenden von damals intensiv erinnern.

        Natürlich weiß die Geschichtsschreibung, daß es derartige Attacken nie gegeben hat, die Physik kann uns beweisen, daß derartige Attacken in einer brennenden Stadt unmöglich sind. Egal: die Überlebenden erinnern sich daran – „als wäre es gestern gewesen“. So geht Gruppenwissen.

        • Diese Story zu Dresden kannte ich gar nicht, dass sich solche Mythen etablieren ist aber nachvollziehbar und hat auch nicht unbedingt mit spezifisch nur den Schwächen von Gruppengedächtnis zu tun. Da dürfte wohl eine Schwäche in der Art, wie unser Gehirn mit Daten umgeht, vorliegen, die sich auch sehr individuell ausdrücken kann.

          Es ist meines Wissens recht unstrittig, dass man Menschen Erinnerungen „implementieren“ kann. Besonders leicht geht das noch bei Kindern. Zu erleben immer wieder, wenn Eltern in Hysterie verfallen, weil ihre Kinder angeblich in Tagesstätten massenhaft missbraucht würden, die Kinder dann mit suggestiven Fragen löchern, bis diese nachgeben und Zugeständnisse aus der reinen Phantasie heraus machen. Und sehr schnell übernehmen Kinder dann das, was sie sich unter elterlicher Beeinflussung ausgedacht haben, rückblickend als tatsächlich erlebte Erinnerung. Die Kinder lügen dann bei behördlichen Vernehmungen ohne rot zu werden, weil sie sich zum Teil der eigenen Lüge gar nicht mehr bewusst sind.

          Bei einem so einschneidenden Gruppenerlebnis wie der Zerstörung Dresdens ist es leicht nachvollziehbar, wie sich schnell zu den Fakten hinzugedichtete Mythen auch bei Erwachsenen als vermeintliche Erinnerungen verfestigen können. Man hört das, was andere erzählen, meint zwar, das so nicht selbst gesehen zu haben, könne es sich aber gut vorstellen. Und diese Bilder die man sich dazu eben „vorgestellt“ hat, gerinnen über die Jahrzehnte zu vermeintlicher Erinnerung, weil man in Wahrheit vergessen hat, dass diese Bilder nur aufgrund äußerer Beeinflussung im eigenen Kopf entstanden und nie durch tatsächliches Erleben dort hinterlegt wurden.

        • Gilt generell für Aussagen, weil jeder andere Filter hat. Zeugenaussagen sind daher auch nicht das beste Beweismittel. Daher hat man ja auch Methoden entwickelt (scientific Method), die eine Sache möglichst getrennt vom Beobachter beurteilen kann und im Prinzip jedem zugänglich ist.

        • „… in den einzelnen Straßenzügen der brennenden Stadt Jagd auf überlebende Zivilisten gemacht haben.“

          Kann ich mir SO auch nicht vorstellen. Allerdings wurde anscheinend tatsächlich von vereinzelten alliierten Jagdfliegern in der beschriebenen Weise auf Zivilisten geschossen.
          Hintergrund war, dass die Flieger als Schutz der Bomber eine nicht ausreichende Reichweite für Angriffe im Osten Deutschlands hatten und deshalb auf dem Rückflug Ballast abwerfen mussten. Ballast in dem Sinne war unverbrauchte Munition, die dann eben einfach verballert, oder „zweckdienlich“ auf lebende Ziele am Boden verwendet werden konnte.
          Ein Klassenkamerad meines Vaters wurde vor seinen Augen auf diese Weise umgebracht, weshalb mein Vater sein Leben lang einen Hass auf „die Tommies“ hegte.
          Und unsere Köchin (Firma) erzählte, dass sie bei Preetz nach der Kapitulation noch tagelang von englischen Tieffliegern drangsaliert wurden, bis eine betrunkene deutsche Flak-Besatzung dem Treiben ein Ende setzte.

        • Pfff. Klingt nach Siegerpropaganda. Erstens brennt niemals eine ganze Stadt (und im restlichen Stadtgebiet kann man wunderbar „jagen gehen“). Zweitens wurden diese Jagden von ausreichend Leuten beobachtet (und da bewerte ich Augenzeugenaussagen weit höher, als die Aussagen von Kriegsverbrechern). Drittens leugneten die Alliierten bis vor kurzem sogar den Einsatz von Napalm.

      • Ja, wie etwas auf einen wirkt hat sehr viel damit zutun, mit welche Ideologie ich vertrete. Und daher tritt auch hier das Problem des confirmation bias in der Gruppe auf. Daher sind möglichst Objektive Methoden & Definitionen ja wichtig.

        Es geht auch mehr um wenige konkrete Dinge. Wenn man noch nie vom Rassismus gegenüber Schwarzen gehört hätte, kennt man noch nicht die konkrete Dinge wie sich der Rassimus in dem spezifischen Fall zeigen kann zB. Affen laute etc.

      • Christian schrieb:
        ‚Ein Beispiel wäre ja schon der typische SJW „mit migrationshintergrund“:
        „Alle behandeln mich schlecht bei ich nichtweiß bin“
        Nein, alle behandeln dich schlecht, weil du ein arrogantes Arschloch bist,(…)‘

        Tarik Tesfu?

    • Diese Erfahrungen kann jeder machen, du musst nur mal in ein Land reisen, wo du als weißer Europäer total herausstichst und sofort als Fremder erkennbar bist. Du wirst genauso von allen anders behandelt, die Leute drehen sich nach dir um, Kinder zeigen mit dem Finger auf dich, und du musst den Gringo-Preis bezahlen, wesentlich mehr als die Einheimischen z.B. für Taxis.

      • Ja, aber als Schwarzer konkret anders beschimpft (Affen laute) als als Weisser (Weißbrot oder Gringo oder Kartoffel etc.). Das abstrakte Vorgehen ist aber gleich..klar und die Erfahrung kann jeder machen, dass bestreite ich nicht.

  9. Niggemeier ist ein alter Rassist, da er Menschen aufgrund ihrer Hautfarbe einfach einsortiert. „Weiß -> Priviligiert“, „Nicht-Weiß -> Opfer“. Und daraus leitet er implizit einen neuen „white mans burden“ ab, dass man doch bitte den armen Opfern helfen soll, die sind doch unfähig das selbst zu tun.

    Früher ™, im Zeitalter der ersten Inkarnation des „white mans burden“ hat man immerhin noch richtige Schlüsse daraus gezogen: Wir müssen da jetzt kolonisieren, weil die können es ja nicht, das müssen wir denen erst beibrigen.
    Heutzutage fordert man völlig wirr „gib denen deine Privilegien, sonst ist das unfair“.
    Moment, hat man nicht gerade noch behauptet die können das nicht? Das ist doch unverantwortlich denen Macht zu geben, wenn man gerade noch behauptet hat die können das nicht.
    Man gibt ja auch keinem 6 Jährigen die Autoschlüssel, nur weil er „unterpriviligert“ ist.

    Man muss denen das einfach öfter vor die Füße werfen. Nicht drauf eingehen, sondern klar sagen, dass man das für übelsten Rassismus hält. Und zwar der ganz alten Sorte.

  10. Oh, wäre gut gewesen wenn du erwähnt hättest, dass der Text aus 2013 ist. Zu der Zeit konnte man sowas noch vom Stapel lassen, ohne massiver Kritik ausgesetzt zu sein.
    Da wussten die meisten Menschen schlichtweg noch nicht, dass diese Argumentationsweise eine Waffe ist.
    Keine Kritik, nur eine Anmerkung.

  11. Moment, schon gut, ich bin blind, anscheinend hat der dieses Interview schon mal 2013 geführt, und vor kurzem dann halt nochmal.

    Ich habe nichts gesagt, Verzeihung.

  12. „… dies als die Krönung, ein „weißer, heterosexueller, alter Mann“.“

    Was ich schon verblüffend finde: wie selbstverständlich Niggemeier zugibt, daß der Vorwurf des alten weißen heterosexuellen Mannes offenbar etwas völlig anderes meint, als er de facto besagt: der buchstäbliche Sinn des Wortlauts und der eigentliche Vorwurf gehen hier völlig auseinander.

  13. Die Fangemeinde, die sich Niggemeier – der übrigens total überschätzt wird – heran gezüchtet hat und die sich in den Kommentaren artikuliert, der weiss alles, was er über Niggemeier wissen muss. Er ist einer jener austauschbaren Zeitgeistschwätzer, ohne Originalität, ohne eigene Gedanken, das fleischgewordene Echo des Zeitgeistes.

  14. „Das ist auch nicht die Ebene, auf die dieser Begriff zielt. [Der Begriff „heterosexuell“] beschreibt Menschen, die außerordentlich privilegiert sind, sich dessen aber nicht bewusst sind.“

    Und hier dachte ich – und auch der Duden – „heterosexuell“ beschreibe Menschen mit der Vorliebe für das andere Geschlecht. Ich denke, Niggemeiers Aussage zeigt deutlich, wie tief dieser ideologische Sumpf bereits geworden ist.

  15. Wirklich privilegiert sind nur die Bisexuellen. Denn die haben im Gegensatz zu den männlichen und weiblichen Heteros und Heteras eine doppelte Auswahl an Sexualpartnern oder Sexualpartnerinnen.

    • Nicht gleich doppelte Auswahl, die gleichgeschlechtlichen Liebhaber stellen in ihrem Geschlecht ja i.d.R. eine Minderheit dar 😉

  16. „Die Argumentation hat aus meiner Sicht viele Schwächen. Denn zum einen behauptet sie Privilegien einer Gruppe, die so erst einmal belegt werden müssten, auch in ihren Auswirkungen, was aber viel wichtiger ist:…“

    Das Privileg bei heterosexuell, weiss und (in geringerem Umfang) Mann ist, dass diese die (sprachliche) Norm darstellen. Abweichungen davon werden immer sprachlich kenntlich gemacht. Z.B. „die Leser dieses Artikels“ vs. „die dunkelhäutigen homosexuellen Leserinnen dieses Artikels“. Dadurch entsteht der Eindruck von der Norm abzuweichen oder eben nicht „normal“ zu sein aufgrund dieser Eigenschaften. Wenn ich schreibe „die heterosexuellen weissen männlichen Leser dieses Artikels“ zeige ich diesen, wie es ist, als von der Norm abweichend herausgestellt zu werden.

    „… Die Art, wie es gebraucht wird ist häufig abwertend und es wird dazu gebracht, das was die Person sagt allein aufgrund ihrer Zugehörigkeit zu einer Gruppe abzulehnen.“

    und hierdrin dürfte eine weitere Konsequenz des Privilegs der Normgruppe liegen. Sie sind es nicht gewohnt, dass man ihnen allein aufgrund ihrer Zugehörigkeit zu ener Gruppe etwas unterstellt. Deswegen jammern einige rum, wie schlimm so etwas ist, ohne zu merken, dass es anderen Gruppen öfters mal so geht.

    „Was einen natürlich auch an dem Privilegienbegriff stört ist, dass nie wirklich konkretisiert wird, was man dann machen soll. „Seine Privilegien erkennen“ ist unglaublich vage und bewahrt einen auch nicht davor, dass einem allein deswegen eine Meinung abgesprochen wird.“

    Wie wäre es damit: „Erkennen, dass es blöd ist, aufgrund einer Gruppengehörigkeit herausgestellt zu werden“, was dann in der Konsequenz hilft, nicht anderen Menschen aufgrund ihrer Gruppenzugehörigkeit ihre Meinung abzusprechen oder sich nicht darüber zu beschweren, wie schlimm es sei, als weisser, heterosexueller Mann bezeichnet zu werden.

    • „Wie wäre es damit: „Erkennen, dass es blöd ist, aufgrund einer Gruppengehörigkeit herausgestellt zu werden“, was dann in der Konsequenz hilft, nicht anderen Menschen aufgrund ihrer Gruppenzugehörigkeit ihre Meinung abzusprechen oder sich nicht darüber zu beschweren, wie schlimm es sei, als weisser, heterosexueller Mann bezeichnet zu werden.“

      Die übertriebene Version davon wäre, wenn ich dich richtig verstehe:

      Feminist: „Weiße Männer vergewaltigen und unterhalten eine Rapeculture, wissen nicht wie schlimm es ist in einer solchen zu leben. Also vergewaltigen wir sie.“

      Gegner: Weder sollte man jemanden auf seine Gruppe reduzieren noch unterhalten Männer eine Rape Culture noch sollte man ein schlechtes Mittel einsetzen dürfen, nur weil man meint, dass Leute aus der anderen Gruppe es auch mahen

      Du: es geht doch nur darum, dass sie erkennen wie blöd es ist wegen seiner Gruppenangehörigkeit vergewaltigt zu werden. Da könnt ihr such doch nicht darüber beschweren, dass man euch das beibringt

      • Du hast für deine Veralgemeinerungen schlechte Beispiele gewählt. Martenstein schreibt polemisch

        „Ich bin, wie gesagt, traumatisiert, vielleicht sogar verbittert durch die Tatsache, dass ich zu keiner einzigen gesellschaftlichen Opfergruppe gehöre und in jeder gottverdammten Debatte immer Teil der Tätergruppen bin, Männer, Deutsche, Weiße, Besserverdiener“

        Niggemeier polemisiert zurück mit den weissen heterosuellen alten Männer

        „Martenstein fühlt sich benachteiligt, weil er keiner benachteiligten Minderheit angehört.

        Er ist damit nicht allein. Er schreibt stellvertretend für die sich für schweigend haltende Mehrheit weißer, heterosexueller, alter Männer, die die Welt nicht mehr verstehen.“

        Vor diesem Hintergrund ist für mich die Begriffserklärung „Er beschreibt Menschen, die außerordentlich privilegiert sind, sich dessen aber nicht bewusst sind“ durchaus auf die Aussagen von Martenstein zutreffend. Es ist jedoch kein Absprechen der Meinung aufgrund der Gruppenzugehörigkeit noch ein aberkennen der Möglichkeit des nicht-normalseins sämtlicher Gruppenmitglieder. Es ist es ein persönlicher Angriff mit Sachbezug und nicht Sippenhaft.

        Ich sehe in der Bezeichnung „weisser heterosexueller Mann“ schliesslich den Versuch direkt Privilegien zu zeigen. Es ist derart ungewöhnlich als solcher nicht einfach als „Mann“ bzw. direkt mit Namen bezeichnet zu werden. Der Ausdruck ist also zumindest situativ geeignet als Mittel. Für mich ist es auch nicht schlimm, wenn man mir weisser heterosexueller Mann sagt. Von daher verstehe ich auch nicht, wie man sich darüber aufregt bzw. aufregen will. Es ist in meiner Erfahrungswelt also auch nicht ein schlimmes Mittel.

        Ich habe aber Mühe damit, wenn erklärt wird „Es geht um das Gefühl, „normal“ zu sein, und dadurch blind zu sein für die Erfahrungen von Menschen, die anders sind. Die Begriffe zielen auf eine Geisteshaltung, eine gewisse Blindheit.“ Mit anderen Worten: Homosexuelle erleben immer wieder, dass sie als nicht normal angesehen werden. Sprich das ihnen nicht ab, nur weil du es in deiner Gruppe nicht erlebst, sondern akzeptiere es.

        Und Gegenaussagen bestehen wie von Martenstein „Ich frage mich übrigens, wie lange man den Heteros noch ihr Hetentum vorwerfen kann.„ – was nicht gemacht wird – oder deine Aussagen im Stil von „Es gibt auch andere Männer, die sich nicht normal fühlen“ „Frauen fühlen sich normal“ „Das Gruppenwissen gibt es nur eingeschränkt.“ welche (zumindest indirekt) infrage stellen, dass Schwule aufgrund ihrer Gruppenzugehörigkeit die Erfahrung machen, sich als nicht normal zu fühlen, bzw. ihnen abspricht, dass sie sich darüber beklagen dürfen.

        • Ich spreche ihnen nicht ab, diese Erfahrung zu machen, ich verlange ihnen lediglich ab, es zu akzeptieren. Schwule z.B. sind nun mal nicht „normal“, deshalb wird man auf sie auch nicht „normal“ reagieren. Um das zu erreichen, wäre nichts weniger als eine totalitäre Gesellschaft notwendig.

          https://uepsilonniks.wordpress.com/2017/12/02/liebe-minderheiten-ihr-seid-minderheiten-kommt-klar-damit/

          p.s.: wenn ich von „normal“ bzw. „nicht normal“ spreche, dann meine ich das weder negativ noch positiv sondern allein wertneutral „(nicht) der Mehrheit entsprechend“.

        • „„Ich frage mich übrigens, wie lange man den Heteros noch ihr Hetentum vorwerfen kann.„ – was nicht gemacht wird – …“

          Natürlich wird das gemacht. „Weiß“ zu sein, ist im feministischen Sprachgebrauch genau wie „heterosexuell“ ein Vorwurf, „männlich“ zu sein schon fast eine Straftat an sich und alles drei zusammen, gebündelt im Kürzel „WHM“, ist DAS Totschlagargument, mit dem gezielt Männer der westlichen Kulturen – nein, nicht zum Nachdenken – zum Schnauzehalten aufgefordert werden.

          Das zu leugnen, grenzt schon schwer an Wirklichkeitsverleugnung.

          • „Natürlich wird das gemacht.“

            Wie vorhin geschrieben, es ist das falsche Beispiel für diese Veralgemeinerungen.

            Martenstein „Was ist eigentlich so schlimm daran, heterosexuell zu sein?„

            Niggemeier „Nichts.“

            Wo jetzt da der Vorwurf des Hetentums sein soll, sehe ich nicht.

            „„Weiß“ zu sein, ist im feministischen Sprachgebrauch genau wie „heterosexuell“ ein Vorwurf, „männlich“ zu sein schon fast eine Straftat an sich und alles drei zusammen, gebündelt im Kürzel „WHM“, ist DAS Totschlagargument, mit dem gezielt Männer der westlichen Kulturen – nein, nicht zum Nachdenken – zum Schnauzehalten aufgefordert werden.“

            Um dem in den Worten vom Beitrag zu antworten: Die Argumentation hat aus meiner Sicht viele Schwächen. Denn zum einen behauptet sie Privilegien einer Gruppe, die so erst einmal belegt werden müssten, auch in ihren Auswirkungen.

            Ich möchte dir ja nicht absprechen, diese Erfahrungen zu machen. Ich mache sie nicht. Da es damit aus meiner Sicht höchsten vereinzelnte Menschen sein können: versuch zu akzeptieren, dass sie ihre Meinung ins Internet herausplärren dürfen. Du könntest sie einfach ignorieren, da weniger als 1% der Menschheit bzw. der Wohnbevölkerung deines demokratischen Landes dies machen.

          • „versuch zu akzeptieren, dass sie ihre Meinung ins Internet herausplärren dürfen. Du könntest sie einfach ignorieren, da weniger als 1% der Menschheit bzw. der Wohnbevölkerung deines demokratischen Landes dies machen.“

            Ich würde sie gern ignorieren, denn sich mit Dummheit abzugeben, ist vergeudete Zeit. Diese Hühner, die ihre Meinung/ihren Frust ins Net plärren, seh ich allenfalls als eine Form des Entertainments an, DIE machen mir keine Sorgen.
            Wenn aber eine Frau Prof. Dr. Maria Wersig, Hochschullehrerin für Recht in der Sozialen Arbeit an der Fachhochschule Dortmund und außerdem Präsidentin des Deutschen Juristinnenbundes e.V. sich im Net zur Hamburger Entscheidung, mehr Männer in Ämter von Staatsanwälten zu berufen, wütend dahingehend äußert, dass Männer qua Geschlecht NIEMALS strukturell benachteiligt werden KÖNNEN und daher auch dann eine Quote nicht gerechtfertigt ist, wenn Frauen den Berufsstand komplett abdecken (meine Interpretation ihrer Äußerung), dann zeigt sich darin die mehr als beunruhigende Einstellung von Funktionsträgern an entscheidenden Stellen, dass ihnen der Rechtsstaat und 200 Jahre Zivilgesellschaft total wumpe sind, wenn es um die Sicherung eigener Pfründe geht.
            Das KANN mir nicht egal sein. Hier wird die Axt an das Grundgesetz gelegt. Und das sollte eigentlich niemandem egal sein.

        • Ne, eigentlich ist das was Niggemeier macht ein neofeudalistisches entschuldigen der Eliten.
          Das Gegenstück ist, wenn man hingeht und einem x-beliebigem Afrikaner die Korruption seiner Eliten vorwirft, denen ja die korrumpierende Kohle mit vermutlich nett vergüldeter Hilfe von Hetzern wie Niggemeier zugeschustert wird.

    • „und hierdrin dürfte eine weitere Konsequenz des Privilegs der Normgruppe liegen. Sie sind es nicht gewohnt, dass man ihnen allein aufgrund ihrer Zugehörigkeit zu ener Gruppe etwas unterstellt.“

      Wobei WER die „Normgruppe“ definiert?
      Das Problem der PoC dürfte hier in D relativ marginal sein und kann nicht 1:1 von den USA kopiert werden.
      Aber als Twen lief ich gefahr, eher in einer Großstadt abends auf meine Personalien kontrolliert zu werden, als Frauen, Ältere – der „Normgruppe“? Als Privileg hatte ich das nicht empfunden – erst recht nicht, als im Rahmen der Ringfahndungen nach Terroristen der RAF ich als Motorradfahrer sogar mit vorgehaltender MP kontrolliert wurde.
      Im Straßenverkehr werden Männer pauschal häufiger und intensiver auf Alkohol kontrolliert, als Frauen. Wer ist hier die „Normgruppe“? Und, wo ist das Privileg?
      Attraktive Frauen seltener und milder für gleiche Straftaten verurteilt, als Männer. Sind sie dann die „Normgruppe“? Kann ja nicht sein, da Frauen in jedem Fall zur Gruppe der Benachteiligten gehören.

      N bisschen unausgegoren, Dein Statement.

      • Quatsch. Das Privileg besteht darin, dass es der Polizei egal ist, wenn sich eine Betrunkene um nen Baum wickelt mim Wagen, aber man das bei Jungs auf Teufel kaum raus verhindern will, denn die Polizei hasst Frauen. 😉

    • Nicht die Herausstellung (die im Übrigen vor allem von den Intersektionalisten praktiziert wird, um die eigene Besonderheit hervorzuheben) ist das Problem, sondern die Behauptung, gerade weißen Heteromännern würde alles in den Schoß fallen. Das ist in mehrfacher Hinsicht totaler Blödsinn.

      Aber ich bin da kompromissbereit, schmeißen wir die ganzen POCs raus, dann wird das Problem inexistent und wir können uns wieder so verhalten, wir vor der Zwangsvermischung, ganz ohne dümmliche Anwürfe. Immerhin ist das hier unser Land.

      Die Homos sind kein Problem, da man die ohnehin nicht von Heteros unterscheiden kann, sofern sie ihre Homosexualität nicht gerade zelebrieren. Transen und Co sind so eine verschwindende Minderheit, denen bezahlen wir eine Geschlechtsumwandlung oder stecken sie in psychotherapeutische Behandlung, wenn sie zu jammern anfangen… und fertig. Habe ich eine klagende Minderheit vergessen? Die Fetten vielleicht? Oder die Kleinwüchsigen? Nein? Gut!

      • Ach doch, Feministinnen. Die bekommen zur Eingliederung eine Immatrikulation für einen Elektrotechnikstudiengang geschenkt.

  17. Das wirkliche Problem der SJW-Argumentation hat Christian schon herausgearbeitet: *Es ergibt sich keinerlei Handlungsanleitung daraus!*

    Das war bei Marxisten, Grünen, Liberalen, überhaupt allen traditionellen politisch-sozialen Bewegungen anders:
    Marxisten — Produktionsmittel vergesellschaften, klassenlose Gesellschaft aufbauen.
    Grüne — Strom sparen, Müll sortieren, Solaranlagen konstruieren…
    Liberale — starke Wirtschaft aufbauen, Wohlstand durch freien Handel erzielen.
    etc.

    Bei den SJWs dagegen bleibt völlig offen, wer was tun soll um ein undefiniertes Ziel zu erreichen. Sollen die „alten weißen Männer“ dreimal am Tag aufsagen: „Ich bin privilegiert, andere sind weniger privilegiert, und das ist ein Zustand, der schleunigst geändert werden muss!“ — ?

    Oder sollen sie freiwillig aus ihren Machtpositionen zurücktreten und den Weg freimachen für eine schwarze Transfrau — unabhängig von Eignung und Ausbildung?!

    Nun ja: Einige Handlungsanweisungen geben sie notabene schon.
    „kaugummis auf stühle von sexistischen mackertypen kleben“
    https://www.xartsplitta.net/category/themensplitta/splittabox-zum-intervenieren/

    Okay. Ich bin dann gerade mal weg, Kaugummis auf Stühle von SJWs kleben.

    (Leider mag ich keinen Kaugummi…)

      • Dabei könnten die ja einfach von ihren afrikanischstämmigen Mitmenschen lernen.
        Wäre ja eine Option, einfach so wie deren Vorfahren PoC einzufangen und in den Mittleren Osten als kastrierbare Arbeitssklaven zu verkaufen.

    • Bei den SJWs dagegen bleibt völlig offen, wer was tun soll um ein undefiniertes Ziel zu erreichen.

      Das ist genau so gewollt. Der Druck auf den Einzelnen wird so erhöht. Stichwort Fear, Uncertainty and Doubt.

      Wenn man nicht mehr weiß, was richtiges Verhalten ist, und die Strafen hoch sind, verhält man sich so zurückhaltend wie möglich.

    • „Oder sollen sie freiwillig aus ihren Machtpositionen zurücktreten und den Weg freimachen für eine schwarze Transfrau — unabhängig von Eignung und Ausbildung?!“

      … und aus welcher Machtposition soll der weiße Obdachlose Hamburgs zurücktreten, um welchen Weg wohin freizumachen?

  18. „„die heterosexuellen weissen männlichen Leser dieses Artikels“ zeige ich diesen, wie es ist, als von der Norm abweichend herausgestellt zu werden.“

    Ich fühle nix.

    „Sie sind es nicht gewohnt, dass man ihnen allein aufgrund ihrer Zugehörigkeit zu ener Gruppe etwas unterstellt. Deswegen jammern einige rum, wie schlimm so etwas ist, ohne zu merken, dass es anderen Gruppen öfters mal so geht.“

    Du willst also auch mal so richtig Rassist sein? Bitte, wenn Du das brauchst. Was ich von Rassisten halte, brauch ich wohl nicht extra zu sagen.

    „was dann in der Konsequenz hilft, nicht anderen Menschen aufgrund ihrer Gruppenzugehörigkeit ihre Meinung abzusprechen “

    Was ja mal gerne Linke und Feministinnen mit Schwulen, Frauen oder Schwarzen machen. Ein David Berger etwa darf als Schwuler nicht konservativ sein, eine Frau Kelle als Frau nicht gegen Feminismus, usw

    • Also ich bekomme Zeit meines Lebens als Teil der Gruppe deutscher Männer eine ganze Menge unterstellt.
      Sogar ins Gesicht gab’s schon.

    • „Ich fühle nix.“ „Du willst also auch mal so richtig Rassist sein? Bitte, wenn Du das brauchst.“

      Das erscheint mir jetzt widersprüchlich.

      • Wenn Du mich neutral als weißer Mann ansprichst, fühle ich nix.

        Wenn Du aber Rassist bist, weil Du glaubst das sein zu müssen, denn es gibt ja schon Rassisten, dann lösen sich bestimmt die Widersprüche auf …

        Du versteht vielleicht, daß rassistische Rache an Nichtrassisten eine ganz dumme Idee ist?

    • Und anders als bei den priviligierten „weißen“ (((Jasfa))) schlägt wohl WP nicht an.
      Ist schon lustig. rn und m sehen auch echt unglücklich gleich aus, oder besser groß geschrieben RN und M.

  19. niggi hat diesen Kommentar leider nicht freigeschaltet:

    „Weisse Männer können keine Minderheitenerfahrungen haben“.
    „Juden können keine Armutserfahrungen haben.“

    Ganz davon ab, daß man als weisser Mann an der Stelle Minderheitenerfahrung sammelt, wenn er nach Tokyo, Peking, oder Lagos zieht (und mindestens in Tokyo auch ordentlich Diskriminierungserfahrungen!), und davon ab, daß man als schwarzer Mann dort Mehrheitserfahrungen sammeln kann, wo schwarze Männer in der Mehrheit sind (in welchen Gesellschaften wird eigentlich mehr auf Minderheiten geachtet? Gibts da Zahlen? Wie steht es um Schwulenrechte in Nigeria?); das Argument vom weissen alten Mann letztlich also reines Dekontextualisieren ist, wo eigentlich Kontextualisieren angezeigt wäre….

    Lassen wir das also erstmal weg.
    Wer aber unterstellt, der alte weisse Mann sei als Gruppe ausreichend homogen, daß man mit dem Kategorisierungsbegriff genug Schuldige treffe, daß Kollateralschäden hinzunehmen sei, der ist entweder nicht schlau oder bösartig. Und man hat eher den Eindruck, die hiesigen Kommentator*innen und Schreibenden sind überdurchschnittlich intelligent. Man ist fast versucht zu glauben, hier würden moralische Rechtfertigungen für den eigenen Rassissmus/Sexismus gesucht. Es urteilt und kämpft sich eben leichter und leidenschaftlicher, wenn man den Feind erkannt hat.

    Manche hier betreiben textbuch gaslighting. Nicht schön.

      • Gaslighting ist eine Methode der psychologischen Zersetzung einer Person oder Personengruppe.
        Geht zurück auf ein Bühnenstück wenn ich es recht erinnere, in welchem der Mann seine Frau sukzessive in den Wahn treibt, indem er ständig heimlich kleinigkeiten im gemeinsamen Wohnraum ändert, ein Möbestück verschieben oder Lebensmittel anders einsortieren, und die Frau davon überzeugt sie würde irren, wenn es ihr auffällt, um sie so am Ende in ihrem eigenen Haus eine Fremde sein zu lassen.

        Auf Völker übertragbar, und dort von der UN als eine Form des Genozids definiert.

    • Ich bleibe dabei: Niggemeier ist einfach ein Zeitgeistschwätzer. Er handelt nicht unbedingt aus Überzeugung, sondern marktkonform. Er ist nun mal der Föööhrrrer einer ansehnlichen Fangemeinde, und der Fööhrrer muss liefern.

    • Niggi hätte es ja einfach mit Zahlen probieren können, wieviel Prozent der Menschheit sind weiß/europäisch und männlich? 3-4%.

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