Mann, der Kind wickeln will, wird aus Wickelraum geschmissen

Arne hat auch schon darüber berichtet und ich will es auch einmal kurz kommentieren:

Eine Meldung aus Australien erreicht immerhin den Focus: 

Ein Vater wollte in einem Wickelraum für Eltern die Windel seiner Tochter wechseln und wurde von dort anwesenden Frauen rüde rausgeschmissen.  Geschockt von der Reaktion musste er sein Kind im Waschbecken auf der Männertoilette wickeln.

Der frisch gebackene Vater stand unter Schock – denn er wurde von einer Gruppe von Müttern aus dem Eltern-Wickelraum geworfen. Dadurch war er gezwungen, die Windeln seines Babys auf der Männertoilette zu wechseln. Das berichtet die britische Zeitung “Daily Mail”.

Die Meldung klingt etwas reißerisch formuliert und es wäre ja auch schön, wenn es so selten vorkommt, dass uns dafür eine Meldung aus Australien erreichen muss. Ich vermute es kommt durchaus häufiger vor, nur das die wenigsten Männer sich deswegen dann an eine Zeitung wenden und die das dann auch noch zu einer Geschichte machen

Meist wird es ja schon keine Wickelräume geben.

Troy Tinson aus dem australischen Mandurah sei in einen Wickelraum für Eltern in einem örtlichen Einkaufscenter gegangen, um seiner Tochter die Windeln zu wechseln – als sich drei Frauen, die vor den Wickeltischen standen, sagten, er wäre nicht willkommen.

“Sie sagten, dass in diesem Raum Frauen wären, die stillen, und dass er darum nicht gerne gesehen wäre. Er wäre ein Mann und es gäbe schließlich Männertoiletten, in die er gehen könne”, erzählte Troys Frau vergangenen Freitag dem australischen Radiosender ABC Perth.

Jetzt weiß man natürlich nicht, wie konservativ diese Frauen waren, die sich dort extra in einen Raum zurück gezogen hatten, damit sie ihr Kind stillen konnten ohne das sie dabei von anderen gesehen werden.

Natürlich stillen inzwischen in Deutschland auch schon viele Frauen in der Öffentlichkeit und meist ist das vollkommen diskret, so dass man davon nichts sieht, aber das werden wahrscheinlich nicht diejenigen sein, die sich in einen Wickelraum zurückziehen, weil sie meinen, dass sich dort dann eben nur Männer aufhalten.

Ich könnte durchaus verstehen, wenn konservativere Frauen gerne einen entsprechenden Rückzugsraum zum stillen hätten, sagen wir mal jemand wie eine konservative Muslimin oder aus einer anderen konservativen Richtung.

Und natürlich würde so jemand dann den Wickelraum als weibliches Revier ansehen, in dem ein Mann nichts zu suchen hat, während modernere Frauen  dann eben dies weniger einfordern würden und Verständnis dafür hätten, dass auch er mit seinem Kind einen Platz zum wickeln braucht und demnach ein Stilltuch oder ähnliches überlegen würden.

“Er war am Boden zerstört. Er ist ein toller Vater, ein verantwortungsbewusster Vater. Er kümmert sich um unsere Töchter, während ich arbeiten gehe.”

Troy fühlt sich erniedrigt

Troy wechselte die Windel seiner Tochter – im Waschbecken auf der Männertoilette. Terina erzählte, dass er sich von dieser Erfahrung sehr erniedrigt fühle.

Ich habe mal etwas nach den Namen gesucht, in der Hoffnung noch etwas mehr zu finden. Ein anderer Artikel verweist immerhin darauf, dass es noch ähnliche Geschichten gab:

A QLD Dad was called a “sicko” and forced to leave a shopping centre parent’s room while changing his son’s nappy. Read his story here.

Another dad was told he was a ‘dirty old man’ for taking his seven-week-old baby into the parents’ room. Read his story HERE.

Es ist eine interessante Debatte, die natürlich auch zu dem Thema „Transsexuelle auf Frauentoiletten“ passt. Anscheinend verteidigen hier auch Frauen „ihre“ Reviere und finden ein solches Eindringen in ihre Räume nicht gut.

Man könnte von einer systematischen Benachteiligung von Männern sprechen, bei denen die Frauen in dem Bereich mehr Macht haben, aber Frauen können ja als Gruppe überhaupt keine Macht haben. 

Laut der “Daily Mail” seien die Reaktionen auf diversen Social Media-Plattformen hauptsächlich positive Worte an den Vater gewesen.

“Er kam mit einem Baby, dessen Windeln gewechselt werden müssen. Nicht, weil er stillende Mütter angaffen wollte, er hatte jedes Recht, diese Einrichtung zu benutzen”, habe ein User kommentiert.

“Ich bin selbst Vater von vier Kindern, ich würde auf keinen Fall den Raum verlassen. Ich würde einen Sitzplatz in Anspruch nehmen und warten, bis ein Wickeltisch frei wird. Wenn die Frauen damit ein Problem haben, können sie ja gehen”, habe ein anderer dazu geschrieben.

Um so alltäglicher auch Väter in dem Bereich werden und um so weniger werden sicherlich solche Konfrontationen.

Ist euch so etwas aus Deutschland bekannt? Stillen Frauen da eher in bestimmten Wickelräumen und sehen diese daher eher als ihren Bereich an?

50 Gedanken zu “Mann, der Kind wickeln will, wird aus Wickelraum geschmissen

  1. „Ist euch so etwas aus Deutschland bekannt?“

    Ja, ist es!
    Das war im Jahr 2008 im Berliner Zoo. Ich war mit meinem Sohn dort. Irgendwann hatte der die Hosen voll, und so bin ich mit ihm auf ein Damenklo gegangen. Damals gab es dort (und NUR dort) eine Wickelecke im Vorraum neben den Waschbecken. Dieser Waschbereich war vom eigentlichen Toilettenbereich abgetrennt.
    Als ich so wickelte kam plötzlich eine Frau (optisch ein wandelndes feministisches Klischee) aus dem Toilettenbereich, sah mich, kreischte und pöbelte dann los. Im selben Moment kamen 2 andere (offensichtlich befreundete) Frauen ebenfalls aus dem Toilettenbereich. Die haben mitgekriegt, was da abgeht. Ich habe der Femi-Tante gesagt, sie brauche nicht so kreischen, ich sei schließlich nicht Robbie Williams. Daraufhin kreischte sie nur noch lauter. 😦
    Die beiden anderen Frauen haben mir sofort beigestanden und die Femi-Kreische zur Sau gemacht. Interassant hierbei: Aus deren Verbal-Wrestling konnte ich heraushören, dass sie selbst auch Kinder hatten (die dazugehörigen Männer gab es wohl auch noch), die Femi-Kreische aber nicht (hat mich schon damals nicht gewundert, soooo dunkel kann es nicht mal in einem Darkroom sein) :-).
    Als mein Sohn fertig gewickelt war, bin ich zusammen mit den beiden Frauen rausgegangen, während die Femi-Kreische immernoch mit Schnappatmung im Waschbereich stand. 😀

    Rückblickend hat mich nicht allein das Gepöbel der Femi-Tante überrascht (für die habe ich da ‚Rape-Culture‘ reproduziert, oder so). Auch die Tatsache, dass mir die beiden anderen Frauen beigestanden haben, war nicht der Knackpunkt. Sondern es waren die Geschwindigkeit und vor allem die Radikalität, mit der sich die Fronten zwischen den Frauen gebildet haben. Bei den beiden Müttern steckte da ganz klar mehr hinter als bloße Duldung.

    • Haha! Berlin halt. Auch mir sind in der Zeit die Wickelräume in den Frauentoiletten immer wieder aufgefallen. Wie die Fußgängerschilder, wo eine Frau (Ohne Not als Frau gezeichnet) mit Kind abgebildet ist, während der Aufkreisch sich um Ampelweibchen dreht. Es ist an solchen Alltagsbeispielen völlig klar, um Gleichberechtigung geht es denen nicht.

      Ich war nie gerne in den Frauenklos und habe mich da immer vorsichtig reinbewegt, aber alle Frauen (und insb. Mütter) waren da nicht nur sehr verständnisvoll, sondern auch etwas gerührt ob des possierlichen Männchens bei der Brutpflege. Wenn ich laut gesagt hätte ich kann das nicht (Männer können alles!), hätte ich auch eine gefunden, die das für mich gemacht hätte. Stillende Mütter habe ich da nicht gesehen,warum sollte man auch im Klo herumstehen, wenn man sich unauffällig mit einem Tuch auf eine Parkbank setzen kann.

      Es ist wie immer, Frauen und Männer sind ganz ok, nur eine kreischende Minderheit macht alles kaputt.

      • Ach ja, genauso wie die freundliche Duldung ist es aber auch so, dass Du als Vater nicht als ebenbürtiges Elternteil angesehen wirst, sondern mehr so als Sidekick der Mutter. Das zieht sich durch alles. Institutionen; Behörden, Fremde, Freunde, einfach alles und auf jeder Ebene.

      • Schön, dass es andere Männer gibt, die das Problem kennen. Ich habe nach diesem Erlebnis schon von anderen Vätern gehört, dass da mehr hintersteckt als eine anekdotische Evidenz.

        „Es ist wie immer, Frauen und Männer sind ganz ok, nur eine kreischende Minderheit macht alles kaputt.“

        Aber leider besitzt diese kreischende Minderheit reichlich institutionalisierte Macht und erhebliche finanzielle Ressourcen. Dabei sind solche Ereignisse Musterbeispiele des Scheiterns der kollektivistischen Denkweise im 3./4.-Welle-Feminismus.
        Geschlechter sind eben KEINE gesellschaftliche Klasse und handeln spätestens dann nicht mehr als Gruppe, wenn die Ideologie gegen die Lebenswirklichkeit oder den Lebensentwurf des Individuums verstößt.

  2. > Troy fühlt sich erniedrigt

    Ja kann da irgendwer was dafür als er selber? Siehe Kommentar von SpateHeech66: man könnte den hysterischen Fotzen ja schlicht sagen, sie mögen ihre Fresse halten.

    • Auch dann kann man sich erniedrigt fühlen. Denn man wird ja trotzdem als Mann abgewertet, weil einerseits niedere Motive unterstellt werden, andererseits Männern wieder einmal nicht das selbe Recht zugestanden wird. Hier ging es ja definitiv um einen separaten Wickelraum.

      • Nööö!
        „Was kümmert es eine alte Eiche, wenn die wilde Sau sich an ihr scheuert?“

        Ohne irgendwen beleidigen zu wollen: Gefühlte Erniedrigungen überlassen wir bitte schön den Feministas, Genderistas und andern SJWs.

        • Anscheinend mehr als man zunächst vermuten möchte. 😉

          Ich bin übrigens weder alt, noch besonders holzig. Dementsprechend stört es mich durchaus, wenn Menschen nicht gleich und gerecht behandelt werden. Das lässt sich zwar ohnehin nicht immer gewährleisten, im konkreten Fall aber sicherlich.
          Und natürlich würde ich dementsprechend darauf reagieren.

          • „Sich an etwas stören“ und „sich erniedrigt fühlen“ sind doch zwei komplett unterschiedliche Sachen…

  3. Auf der Toilette stillen? Wie widerlich ist das denn! Essen die auch selbst auf dem Klo?

    Ich kenne es z.B. von meiner Schwester (4 Kinder). Man kann ganz dezent und diskret stillen, ohne dass Außenstehende das überhaupt mitkriegen, indem man sein Oberteil gerade so weit wie nötig hochzieht. Das Kind verdeckt die Sicht.
    Wer dazu ungeeignete Kleidung anzieht, ist selbst schuld.

    • @Anne Nühm:

      „Ich kenne es z.B. von meiner Schwester (4 Kinder). Man kann ganz dezent und diskret stillen, ohne dass Außenstehende das überhaupt mitkriegen, indem man sein Oberteil gerade so weit wie nötig hochzieht. Das Kind verdeckt die Sicht.
      Wer dazu ungeeignete Kleidung anzieht, ist selbst schuld.“

      So isses! Zum Stillen haben sich die Mütter damals meist auf eine Bank im Freien gesetzt. Die waren auch alle passend gekleidet. Und man hat tatsächlich nix gesehen.

      „Dass die Niederungen des Feminismus mich immer noch überraschen können ..
      Aber kein Niveau ist wohl zu niedrig, um nicht noch unterboten werden zu können.“

      Ich bin seit einigen Jahren auf YT und kann Dir sagen: Du wärst noch überraschter wenn Du feststellst, dass ‚auf Klo‘ es tatsächlich fertig bringt, sich mit JEDEM neuen Video SELBST zu unterbieten. 🙂

      @derdiebuchstabenzaehlt:

      „Auch Dein Geld ermöglicht diesen Unsinn.“

      Wenn es mal nur Unsinn wäre. Unglücklicherweise ist das lupenreine SJW-Propaganda, die wir da finanzieren müssen. Und sowas ist in weiten Teilen der Gesellschaft (Schulen, Behörden etc.) Staatsdoktrin. Mein Jüngster hat mit seiner Oberstufenklasse noch Glück gehabt. SEIN Klassenlehrer steht der Sache auch kritisch bis ablehnend gegenüber. Aber in seinen Parallelklassen: Frag nicht nach Sonnenschein.

    • @Anne Wer lesen kann….! Im Artikel ging es um einen Wickelraum, welcher offensichtlich als Stillzimmer genutzt wird. In DE ist das nicht üblich Wickelräume sind hier oft in Damen-WCs oder, inzwischen imho wesentlich häufiger, im Behinderten-WC.
      Was den Wickeltisch im Damen-WC angeht, sehe ich da eigentlich kein Problem. Die Toiletten-Kabinen sind in DE ja i.d.R. abgetrennt und nicht einsehbar.

      • Und selbst wenn es „ein Problem“ wäre, ist die Frage mit dem Betreiber zu klären, nicht mit mir. Ich nutze nur den Wickelraum. Muss sie wissen, ob sie da pinkeln kann oder nicht.

  4. Wie ist das denn überhaupt mit Wickelräumen? Sind die geschlechtsneutral gebaut? Sind das extra Räume oder in die jeweiligen Toiletten integriert?
    Laut „Focus“ war das in Australien ein Wickelraum für Eltern. Offenbar sehen dortige Mütter Väter nicht als Eltern an.

    • Häufig ist das ein Vorraum der Damentoilette. Ich habe darin (wenn auch nur sehr selten) durchaus schon Männer ihre Babys oder Kleinkinder wickeln sehen, ohne dass sich irgendjemand darüber aufgeregt hätte.
      Manchmal gibt es auch separate Wickelräume. Ich nehme an, dass dort Männer genauso willkommen sind wie Frauen, wenn ein Windelwechsel nötig ist.

    • So wie es halt gerade paßt. Manchmal nur ein fieser Plasitkklapptisch. Umso mehr Bedarf, umso mehr und bessere und eher separate Wickelräume. Gibt ja keine DIN-Norm, die befolgt werden muss.

    • @Adrian:

      „Wie ist das denn überhaupt mit Wickelräumen? Sind die geschlechtsneutral gebaut? Sind das extra Räume oder in die jeweiligen Toiletten integriert?“

      Wie das in Australien abläuft, weiß ich nicht. Im Berliner Zoo war es jedenfalls damals so, dass es die Wickeltische nur auf einigen Damenklos gab. Wenn Du in durch die Eingangstür gegangen bist, waren links die Waschbecken und rechts der Wickeltisch samt Hygienebehälter. Die eigentlichen Toilettenräume waren seperat hinter einer weiteren Wand mit einer Schwenktür in der Mitte. War also alles so konstruiert, dass man den Damen der Schöpfung nix abgucken konnte.

      @Anne Nühm:

      „Ich habe darin (wenn auch nur sehr selten) durchaus schon Männer ihre Babys oder Kleinkinder wickeln sehen, ohne dass sich irgendjemand darüber aufgeregt hätte.“

      Ich habe seit meinem oben geschilderten Erlebnis schon mehrere Väter gehört, denen ähnliche Sachen wie mir damals passiert sind (leider auch heute noch).
      Schön war, dass ich die Femi-Kreische später nochmal wiedergesehen habe. Bezeichnenderweise bei den Nachtaffen. Warum bin ich bis heute der Überzeugung, dass unsere nachtaktiven Primaten und die Femi-‚Lady‘ auf der jeweils falschen Seite der Glasscheibe im Nachttierhaus standen? 😂

  5. „Um so alltäglicher auch Väter in dem Bereich werden und um so weniger werden sicherlich solche Konfrontationen.“
    Vielleicht, vielleicht nimmt die Häufigkeit auch zu…

  6. Es gibt zwei Modelle: den Wickelraum als eigenständigen Raum und die Wickelgelegenheit in einem Toilettenbereich integriert.
    Letzteres gibt es manchmal NUR auf dem Damenklo.
    Gibt es einen separaten Wickelraum, so gibt es innerhalb dieses Raumes auch oft eine Stillecke. Findet man z. B. in jedem Ikea.
    Im Ikea ist die Stillecke dann aber oft mit einem Vorhang abtrennbar.

    • „Im Ikea ist die Stillecke dann aber oft mit einem Vorhang abtrennbar.“

      Und im ganz großen Verzweiflungsfall kann mutter sich dann notfalls auch ab- und dem vermeintlichen Gaffer den Rücken zuwenden.
      Dann kann er garantiert nix mehr abgucken.

  7. Die Thematik „Väter und Damentoiletten“ betrifft ja nicht nur den Wickelraum.

    Ausgangssituation: 90er Jahre, meine Ex zieht mit der gemeinsamen Tochter 600 km weg, ich kann die Kleine alle 3 Wochen für ein Wochenende besuchen, muss also Samstag und Sonntag „irgendwie“ in der neuen Heimat der Tochter organisieren.

    Die Zoologischen Gärten des Ruhrgebiets werden quasi zu unserem neuen Wohnzimmer.
    Die Kleine ist mittlerweile aus dem Windel-Alter heraus, braucht aber immer noch Begleitung beim Gang aufs Klo. Sei es den Hintern abwischen, sei es Strumpfhose korrekt wider hochziehen oder Latzhose aus- uns wieder anziehen.

    Sie weiß mittlerweile genau, dass dass Symbol mit der Frau zu „ihrer“ Toilette hinweist. Denn wenn sie mit Mama unterwegs ist, gehen sie ja auch nicht durch die Tür mit dem Männer-Symbol. Auf Deutsch: „Männerklo geht gar nicht!“

    Okay, gehst Du halt mit ihr auf die Damentoilette.

    Stehst da rum, bis sie ruft: „Papi, bin fertig, abputzen!“

    Während dessen stehst du da wartend rum, andere Frauen kommen rein…

    Kinder-Rucksack etc. in meiner Hand deutet zumindest an, dass ich nicht allein hier im Damenklo bin…

    Die meisten Frauen haben nix gesagt, bei zweifelnden Blicken zeigte ich dann auf die Klotür und sagte achselzuckend: „Meine Tochter…“

    In zwei oder drei Fällen von den hundert Gelegenheiten gab es Frauen, die meinten, ich hätte hier nichts zu suchen. Wenn ich ihnen dann sagte, das sei kein Problem, ich würde schon gehen, aber sie mögen dann doch bitte meiner Tochter den Arsch sauber machen, wenn sie ruft – dann war das Thema erledigt. Die haben dann etwas angepisst geguckt und gemacht, dass sie wieder wegkamen.

    Mein Resümee: Haltung zeigen, sich nicht abweisen lassen und im „Ernstfall“ die väterlichen Aufgaben an die reklamierenden Frauen delegieren. Im Worst-Case hätte nämlich meine Tochter protestiert: „Ich will, dass mein Papa das macht!“

  8. Ich (Mann, Vater von drei Kindern) finde das gar nicht so dramatisch und der Artikel oben geht das Thema ja auch gut runterkochend an. Ich will mir auch nicht das borderline-artige ständige Aufschreien und Jammern der heutigen PC-Bewegung zueigen machen.

    Die Gründe sind oben genannt. Wer zugeknöpft bleiben will, soll das dürfen, genau wie ich meinen FKK-Strand behalten will. Die Gründe zu beseitigen, wäre dagegen ein ganz anderes Thema, das ich aber in dieser Situation gar nicht lösen könnte.

    Kurz:

    Ich trenne gerne zwischen (politischem) Wollen, das sich auf die Zukunft richtet, und dem pragmatischen Hier und Jetzt.

  9. Triggerwarnung: Jetzt folgt „Victim Blaming“!

    …dass er sich von dieser Erfahrung sehr erniedrigt fühle.

    Grundsätzlich: Zum Erniedrigen gehören immer zwei!

    Die Partei, die erniedrigen will, die andere Partei, die sich erniedrigen lässt.

    Und wenn sich dieser Troy Tinson erniedrigen lässt, dann ist er meines Erachtens verdammt noch mal selbst schuld!

    • Prinzipiell nicht ganz falsch, und so einiges grade an den Formulierungen deutet darauf hin, dass du eher Recht hast.
      Es kommt allerdings schon darauf an, wie aggressiv die Damen dabei vorgegangen sind.
      I.d.R hast Du Recht, mit entsprechend selbstbewusster Standhaftigkeit wäre er möglicherweise nicht hinausgeworfen worden.
      Wen man aber bedenkt, dass es durchaus Gegebenheiten gibt wie die, dass ein indischer Mann von aufgebrachten indischen Frauen aus einem fahrenden Zug geworfen wurd und dabei ums Leben kam, weil er sich erdreistet hatte, sich in den einzigen nicht-überfülten Berich zu wagen, der eben dummerweise ein Frauenbereich war – dann sollte zumindest klar sein, dass solche Furien durchaus auch richtig handgreiflich werden können, und ein bisschen „selbstbewusstsein“ bei weitem nicht ausreicht.

      In dem Fall wär dann der direkte Gang zur Polizei oder auch dei Presse auch wirklich der angemessene Schritt.

      • …wie aggressiv die Damen dabei vorgegangen sind.

        In diesem speziellen Wickelraum-Fall hatte er jedoch ein Faustpfand dabei, das er leider nicht als solches erkannt hatte.

        Das Baby! Keine Frau richtet ihre Aggressivität auf ein Baby. Also nimm dein Kind und halte es zwischen Dich und die Furien. So einfach.

        Wie auch immer. Nimm das verkotete Kind und drück es der Furie in die Hände. Gehe allein hinaus mit dem Worten: „Mach du es! – Ich warte draussen.“

        Nebenbei: Jener indische Mann wurde nicht erniedrigt. Er wurde getötet. Das sich schon zwei Paar Schuhe.
        Und: Ich kann auch überwältigt werden – ohne mich dabei erniedrigt zu fühlen. Für das Erniedrigt-Fühlen bin immer noch ich selbst zuständig.

        Victor Jara sang einmal: „Ein Mann ist ein Mann, wenn er aufrecht gehen kann“. „El hombre puede ser hombre cuando camina derecho.“

    • @kardamom:

      MMn wieder sehr gute Ausführungen von Dir. Im Kern beschreibst Du hier ein Szenario, das viele Väter kennen. Im Grunde genommen argumentierst Du hier ähnlich wie Warren Farrell, als er vom Feministen zum Männerrechtler wurde. Seine ‚Funktion‘ als Vater (und später Stiefvater) war zumindest ein wesentlicher Punkt für seinen Frontenwechsel.

      • Seine ‚Funktion‘ als Vater (und später Stiefvater) war zumindest ein wesentlicher Punkt für seinen Frontenwechsel.

        Ja, hat was. Zumal ich in den 70er/80er Jahren ja eindeutig zum Feministen sozialisiert wurde.

        Und als noch nicht familiär eingebundener konnte ich mit feministischem Gedankengut bei den Mädchen/Frauen immer gut punkten und mich als „weißer Ritter“ auch noch selbst loben.

        Mit der ersten gescheiterten Ehe und allen üblen Folgen sah ich mich ja immer noch als „unglücklichen Einzelfall“. Mit der zweiten gescheiterten Ehe meinte ich dann eine „Methode“ hinter dem Verhalten dieser Frauen zu entdecken.

        Und weiteres Nachforschen hat meinen Verdacht einer „Methode“ dann bestätigt.

        Eigentlich fand ich ja nix schlimmes dabei, wenn Feministinnen uns Männer aufforderten, unsere Stereotypen zu überdenken.

        Schlimm finde ich aber, dass Feministinnen nie darauf hinwirkten, dass Frauen ihre eigenen Stereotypen überdenken müssen.

        Unfairness, Verrat, Egoismus, Übervorteilung erachte ich mittlerweile als typisch weibliche Stereotypen.
        Wenn diese durch eine Art „gesellschaftliche Übereinkunft“ in Schach gehalten werden, ist das okay. Wenn die aber frei rotieren, weil der Feminismus den Frauen mitgibt „Du darfst alles machen, wie es dir beliebt“, dann ist für mich Schluss mit Wohlwollen.

        Ich gehe weiterhin Beziehungen mit Frauen ein. Aber sie stehen bei mir alle, samt und sonders, unter Vorbehalt, unter Generalverdacht. Wenn sich auch nur im Kleinsten eines aus dem Konvolut „Unfairness, Verrat, Egoismus, Übervorteilung“ abzeichnet, interveniere ich in aller Schärfe. Schlimmstenfalls mit Beenden der Beziehung. Hat sich bewährt.

        • @kardamom:

          „Ja, hat was. Zumal ich in den 70er/80er Jahren ja eindeutig zum Feministen sozialisiert wurde.“

          Bei mir waren es die späten 60er/die kompletten 70er und frühen 80er. ANSONSTEN=dto.!

          „Und als noch nicht familiär eingebundener konnte ich mit feministischem Gedankengut bei den Mädchen/Frauen immer gut punkten und mich als „weißer Ritter“ auch noch selbst loben.

          Das kenne ich alles nicht. Ich hab zwischen 1986 und 1997 in einer Rockband gespielt. Die Sache mit den Mädels lief damals von ganz alleine. :-p

          „Mit der ersten gescheiterten Ehe und allen üblen Folgen sah ich mich ja immer noch als „unglücklichen Einzelfall“. Mit der zweiten gescheiterten Ehe meinte ich dann eine „Methode“ hinter dem Verhalten dieser Frauen zu entdecken.
          Und weiteres Nachforschen hat meinen Verdacht einer „Methode“ dann bestätigt.“

          Da habe ich dann wohl mit meiner Frau sowas wie einen ‚golden nugget‘ erwischt. 😉

          „Eigentlich fand ich ja nix schlimmes dabei, wenn Feministinnen uns Männer aufforderten, unsere Stereotypen zu überdenken.“

          Ich auch nicht. Aber was ist seitdem passiert? Wir HABEN unsere Stereotypen überdacht.

          „Schlimm finde ich aber, dass Feministinnen nie darauf hinwirkten, dass Frauen ihre eigenen Stereotypen überdenken müssen.“

          Das liegt daran, dass Feministinnen der falschen Überzeugung sind, dass sie für ‚alle Frauen‘ sprechen.

    • Schrieb ich weiter oben bereits.
      Man kann sich auch erniedrigt fühlen, obwohl man sich gewehrt hat.

      Wr hätte sich aber natürlich nicht aus dem Wickelraum vertreiben lassen sollen.

  10. Vielleicht sehen das manche Frauen als sowas wie ihre Domäne, also das Kinderpflegen/versorgen, in welcher ein Mann eingedrungen ist.

    Ist aber ein interessantes Beispiel, wie auch Frauen Geschlechtsstereotypen verteidigen. Etwas, was im Feminismus so gut wie gar nicht debattiert wird, denn in der feministischen Ideologie sind Männer (aka Patriarchat) die alleinigen Konstrukteure, Erhalter und Profiteure von Geschlechtsstereotypen.

    • Vielleicht sehen das manche Frauen als sowas wie ihre Domäne, also das Kinderpflegen/versorgen, in welcher ein Mann eingedrungen ist.

      Da ist zuweilen auch ein gerüttelt Maß an Neid dabei.

      Als 12jähriger bekam ich einen kleinen Bruder. Und ich lernte Baby wickeln, Fläschchen zubereiten etc. etc.

      Wie Fahrradfahren – verlernt man nicht.

      Sowohl die Mutter meiner Tochter als auch später die Mutter meines Sohns waren Erstgebärende und hatten keine jüngeren Geschwister. Und beide waren angepisst über die Routine und Selbstverständlichkeit, mit der ich den jeweiligen Säugling wickelte, wusch, fütterte, in den Schlaf wiegte, etc etc etc.

  11. Mal einen sehr bösen Gedanken dazu: Können denn auch Frauen mal an etwas anderes denken als Sex? Diese andauernde sexuelle gedankliche Belegung der weiblichen Brust – was glauben die, was ein Mann wohl denken wird, wenn er eine stillende Frau sieht? „Geil, da häng ich mich gleich mal mit ran! Die knete ich durch!“?!
    Irgendwann ist es auch mal von der eigenen Seite genug. Das ist ja schon mehr an Sex denken, als es jeder Mann tatsächlich tut.

    • Können denn auch Frauen mal an etwas anderes denken als Sex?

      Es sind nur die untervögelten Frauen, die dauern an Sex denken müssen.

      Ein Verdurstender denkt ja auch an nix anderes als an Wasser.

      • Hm… Hätte eher auf das Phänomen getippt wie die, die sich am lautesten über Rassismus beschweren, ohne selbst davon in irgendeiner Weise betroffen zu sein: Die, die es selbst am schlimmsten sind, entwickeln die derbsten Fantasien.

        Paranoia ist auch ein guter Berater dabei, sich Dinge zusammenzureimen, die kein gewöhnlicher Mensch auf die Schnelle nachvollziehen kann.

  12. Einmal kam bei einem Restaurantbesuch ein Vater mit seiner kleinen Tochter auf die Männertoilette. Ich habe ihn einfach nur freundlich gegrüßt. Niemals wäre ich auf die Idee gekommen, irgendwie Stress zu schieben weil Mädchen oder so…
    Gut, passt vielleicht nicht ganz, ich finde diesen Vorfall aber trotzdem als beschämend für das weibliche Geschlecht.

  13. Och, mal ehrlich ich finde das jetzt nicht so schlimm.
    Den Zwerg einer der treusorgenden Frauen in die Hand drücken uns sagen “ Mach sauber.
    Wickelräume sind Frauenräume, also mach sauber.“

    Aber Eltern sind schon ein besonderes Thema. Ich liebe Kinder, ihr Art die Welt noch mit Staunen und großen Augen zu sehen.
    Ich hasse Eltern wie die Pest. Da sind mir oft die gröhlenden Mall-Hirnis lieber als Eltern.
    Viele glauben sie hätten wer weiß was für eine Leistung vollbracht und die ganze Welt drehe sich nur um sie und ihren Zwerg.
    Nein wirklich, Eltern sind zum Kotzen.

  14. M.E. lässt sich dieser Vorfall nicht auf unsere Verhältnisse übertragen. In den angelsächsischen Ländern ist die Gesellschaft sehr viel prüder und ich vermute, dass es sehr viele Frauen dort nicht fertig bringen, in der Öffentlichkeit zu stillen (obwohl das völlig normal ist und sich sehr diskret bewältigen lässt).
    Ist Frau verklemmt genug, ist es natürlich ein schrecklicher Gedanke, dass ein fremder Mann vielleicht mal einen Nippel zu sehen bekommt. Daher vermutlich der separate Still- und Wickelraum. Bezeichnend, dass hier zu Lande gerade IKEA solche Räume anbietet.

  15. Kann mir nicht vorstellen, dass sowas in D öfter passiert. Weder haben da die Frauen solche Hemmungen zu stillen, noch stehen die wickelnden Vätern gegenüber mehrheitlich unfreundlich gegenüber. Was es aber m.W. schon gibt, ist die einseitige Verteilung von Wickeltischen in Damentoiletten.

    Ich hätte mich von den Weibern auch nicht rauswerfen lassen.

    • Ich bin aber auch nie auf Damentoiletten zum wickeln gegangen. Wir hatten unterwegs immer ein größeres Handtuch dabei und eine stille Ecke fand sich auch stets.

      Meine Tochter musste auch immer mit auf die Herrentoilette. Kinder sehe ich da eher als Neutrum, die den gesellschaftlichen Zwängen der Erwachsenenwelt nachgeordnet sind.

      • Meine Tochter musste auch immer mit auf die Herrentoilette. Kinder sehe ich da eher als Neutrum, die den gesellschaftlichen Zwängen der Erwachsenenwelt nachgeordnet sind.

        Sind sie aber nicht. Sehr wohl zeigen sich Mädchen durchaus interessiert für die körperlichen Merkmale von Jungen, so wie Jungen durchaus peinlich berührt von dieser fremdgeschlechtlichen Fleischbeschau sind.
        Hatte ich hier bereits zum Thema alltäglicher Regelverletzung gepostet.
        https://uepsilonniks.wordpress.com/2018/06/09/ueber-selbstmord-und-echt-schaebigen-feminismus/#comment-1997
        Toleranz finde ich hier ab einem gewissen Alter unangebracht, zumal dadurch das Klischee Junge = Täter (Spanner) und Mädchen = Engel (oder Opfer) weiter gefestigt wird.

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