Macht die traditionelle Arbeitsteilung glücklicher?

Eine Studie hat die Zufriedenheit bei Männern und Frauen mit verschiedener Arbeitsteilung untersucht:

Eine Studie der Universität Marburg, die der„Zeit“ vorliegt, wagt dies nun zu bezeifeln. Demnach ist besonders eine Gruppe von Vätern zufrieden – und zwar diejenigen Männer, die überdurchschnittlich (50 Stunden pro Woche) viel arbeiten und damit auch über ein klares Rollenbild verfügen.

„Die traditionelle Rolle für Männer ist die des Familienernährers und Vollzeitarbeiters. Männer scheinen sich in dieser Rolle am wohlsten zu fühlen“, so Martin Schröder, Autor der Studie, im Interview mit der Hamburger Wochenzeitung.

Das wiederum habe auch Konsequenzen für die Beziehung des Paares. „Auch bei Müttern steigt die Lebenszufriedenheit mit der Arbeitszeit des Partners“, so Schröder weiter. Erst wenn der Mann mehr als 50 Stunden aus dem Haus sei, würden Frauen mit Kindern merklich unzufriedener. Ebenfalls interessant: Auch die Arbeitszeit, die die Mütter selbst absolvieren (Teil- oder Vollzeit), hat demnach kaum einen Einfluss auf deren Wohlbefindungen.

Zu der Art wie die Daten erhoben worden sind:

Für seine Studie nutzte der Soziologieprofessor die Daten des Sozioökonomischen Panels aus den Jahren 1984 bis 2015. Insgesamt wurden dort 57.627 Personen zwischen 18 und 65 Jahren wiederholt befragt, wie zufrieden sie auf einer Skala von null bis zehn Punkten mit ihrem Leben sind. Je höher die Punktzahl, desto zufriedener waren die Befragten.

Auch die Unzufriedenheit ließ sich so messen. „Für Väter gibt es kaum etwas, das einen so negativen Einfluss auf die Zufriedenheit hat, wie weniger zu arbeiten“, sagt Martin Schröder. So büße ein Vater, der 20 statt 50 Stunden arbeite, fast 0,4 Lebenszufriedenheitspunkte ein.

Natürlich kann man das auf verschiedene Weise auslegen. Ich werfe mal zwei Auslegungen in die Diskussion:

  • die traditionellen Geschlechterrollen haben einen biologischen Unterbau. Deswegen fühlen die Männer sich als Versorger und mit dem Status einer Berufstätigkeit ausgestattet am wohlsten. Dabei ist zu berücksichtigen, dass ein Mann mit einem guten Job sowohl in der intrasexuellen Konkurrenz gut abschneidet als auch wichtige Anforderungen der weiblichen Partnerwahl (gerade Langzeit) bedient, so dass er einen gewissen Platz in der Welt hat. Er ist mit sich zufriedener und seine Partnerin evtl auch.
  • die traditionellen Geschlechterrollen werden durch gesellschaftliche Strukturen erhalten, die das Denken der Menschen formen. Wegen dieser meint ein Mann nur etwas Wert zu sein, wenn er arbeitet, mehr Geld verdient als die Frau und damit die Kontrolle über die Finanzen hat. In einer gerechteren Gesellschaft wäre das nicht so. Das Patriarchat schadet eben auch den Männern. Wir brauchen mehr Feminismus, um die Männer ebenso aus den Geschlechterrollen zu befreien. Genau dieses Denken, der mit dem Mehr an Geld zu sein, trägt dazu bei, dass Frauen nicht nach oben kommen.

Weiter aus dem Bericht über die Studie:

Auch die Unzufriedenheit ließ sich so messen. „Für Väter gibt es kaum etwas, das einen so negativen Einfluss auf die Zufriedenheit hat, wie weniger zu arbeiten“, sagt Martin Schröder. So büße ein Vater, der 20 statt 50 Stunden arbeite, fast 0,4 Lebenszufriedenheitspunkte ein.

Zum Vergleich: Arbeitslosigkeit oder der Verlust des Partners kosten im Schnitt 0,9 Punkte. Seine Ergebnisse, so Schröder, seien unabhängig von sonstigen Einflussfaktoren, etwa Beruf oder Gesundheit. Als Königsweg für glückliche Eltern empfiehlt er deshalb folgendes Modell: „Statistisch gesehen sollte demnach der Vater etwa 80 Prozent der gesamten Arbeitszeit beisteuern und die Mutter ungefähr 20 Prozent“, so Schröder.

Der Mann Vollzeit als Ernährer, die Frau vor allem als Hausfrau und Mutter mit einem Hinzuverdienst – ausgerechnet dieses traditionelle, fast schon als überkommen geltende Familienmodell scheint also aus wissenschaftlicher Sicht das Glück der Familie zu mehren.

Die tatsächliche Studie wäre das wirklich interessant. Gerade die Unabhängigkeit von Beruf und Gesundheit finde ich interessant. Denn das etwa viele Überstunden häufig damit verbunden sind, dass man einen besseren Job hat, ist ja nicht fernliegend: Gerade bei Hochqualifizierten lohnt es sich, sie länger zu beschäftigen und in sehr verantwortungsvollen Jobs ist auch häufig mehr als genug Arbeit für Überstunden dar, die dann mit dem Lohn abgegolten werden.

Und natürlich gilt dann auch „Happy Wife, happy life“. Kann man ein finanziell abgesichertes Leben mit voller Berufstätigkeit führen, dann mag das auch ansonsten eine ruhigere und damit zufriedenere Beziehung geben.

Ich konnte die Studie aber leider nicht finden. Sie ist auch noch nicht auf der Seite von Martin Schröder aufgeführt.

Ein Interview gibt weitere Informationen:

Schröder: Väter sind am zufriedensten, wenn sie 50 Stunden pro Woche arbeiten. Also richtig lange. Die Lebenszufriedenheit von Müttern hängt dahingegen kaum von ihren Arbeitsstunden ab.

Das wäre zB einer dieser Faktoren, die bei den üblichen Daten zum Gender Pay Gap nicht erfasst werden: Haben Männer im Schnitt vielleicht einfach mehr Spass am langen Arbeiten im Büro? Das würde erklären, warum sie eher bereit sind Jobs anzunehmen, die das erfordern oder nach Feierabend noch Zeit in politische Arbeit investieren.

ZEIT: Ist Ihre Untersuchung repräsentativ?

Schröder: Ja. Ich nutze die Daten des Sozioökonomischen Panels aus den Jahren 1984 bis 2015. Insgesamt wurden dazu 57.627 Personen zwischen 18 und 65 wiederholt befragt, wie zufrieden sie auf einer Skala von null bis zehn mit ihrem Leben sind.

ZEIT: Von null – total unzufrieden – bis zehn – superzufrieden?

Schröder: Genau. Die allermeisten Deutschen geben sich ungefähr sieben Punkte. So steht zum Beispiel ein kinderloser Mann, der null Stunden arbeitet, bei etwa 6,6 Punkten Lebenszufriedenheit. Wenn er 48 Stunden arbeitet, ist er bei 7,2 Punkten.

Wäre interessant da die Daten zu sehen, gerade auch mit der zeitlichen Entwicklung. Noch mehr interessieren würde mich eine Aufschlüsselung nach Berufen und Einkommen.

ZEIT: Während Mütter mit ungefähr 30 Stunden Arbeitszeit am zufriedensten sind.

Auch hier würde der Gender Pay Gap weitere Bereinigungen erfahren können und die Gründe für die Arbeitsteilung deutlicher werden:
Wenn eine Frau genau so glücklich ist, wenn sie 20, 30 oder 40 Stunden arbeitet, der Mann aber unglücklicher in Teilzeit und glücklicher in Vollzeit, dann können sich diese kleinen Unterschiede bereits gewaltig auswirken: Er wäre dann immer eher bereit die Vollzeitarbeit zu übernehmen und würde weniger gern in Teilzeit gehen.

Dazu möchte ich noch einmal auf das Cola-Pepsi Verteilungsproblem Bezug nehmen:

Wenn 51% aller Menschen lieber Cola mögen, und 49% aller Menschen lieber Pepsi, haben wir in etwa einen ausgeglichenen Marktanteil

Wenn aber alle (oder aber die meisten) Cola nur ein kleines bisschen lieber mögen (auch das dürfte dann biologisch bedingt sein), kann Pepsi den Laden dicht machen.
Weil es praktisch niemand mehr kaufen würde.

Wenn eben Männer lieber Vollzeit arbeiten (Cola trinken und Pepsi nicht mögen) und Frauen die Arbeitszeit nicht so wichtig ist (sie etwas lieber Pepsi trinken, aber Cola kurz dahinter kommt) dann bietet sich eine Teilung an, wo die Männer die Cola nehmen und Frauen die Pepsi.

Schröder: Im Grunde ist es fast egal, wie viel Mütter arbeiten. Ihre Lebenszufriedenheit schwankt im Schnitt nur zwischen 7,2 und 7,3 Punkten – ist also unabhängig von der Arbeitszeit recht hoch. Bei Vätern ist es das krasse Gegenteil: Deren Lebenszufriedenheit steigt mit Mehrarbeit extrem. Bei null Arbeitsstunden sind sie ziemlich unglücklich, mit nur 6,5 Punkten. Bei einer Arbeitszeit zwischen 40 und 60 Stunden liegt ihre Zufriedenheit viel höher, über 7,3 Punkten. Diese Abhängigkeit ist schockierend.

Man kann sich auch hier verschiedene Sachen vorstellen:

  • Weg von schreienden Kindern und Babyversorgung ist es angenehmer
  • Die Familie finanziell abzusichern macht glücklich.

Auch interessant ist das natürlich für Fragen des Wechselmodells:

Die Zahlen sprechen dafür, dass viele Männer wenig Interesse daran haben ihre Arbeit einzuschränken um Kinder zu betreuen. Es wäre zu vermuten, dass für sie ein Wechselmodell eher interessant ist, wenn die Kinder schon aus dem gröbsten raus sind und nicht so viel Betreuung brauchen oder wenn sie einen Partner oder Familie haben, der ihnen erlaubt, auch dann Vollzeit zu arbeiten.

In dem Interview war auch noch eine interessante Grafik enthalten, die die Lage etwas genauer darstellt:

Die Zufriedenheit von Männern und Frauen – auf einer Skala von 0 = unzufrieden bis 10 = sehr zufrieden

Quelle: Martin Schröder© ZEIT-Grafik

 

Weiter aus dem Interview:

ZEIT: Teilzeit macht Papa unglücklich?

Schröder: Ja. Ein Vater, der 20 statt 50 Stunden arbeitet, büßt fast 0,4 Lebenszufriedenheitspunkte ein. Zum Vergleich: Wer arbeitslos wird, verliert im Schnitt 0,9 Punkte, in etwa so viel wie beim Verlust des Partners. Für Väter gibt es kaum etwas, das einen so negativen Einfluss auf die Zufriedenheit hat wie weniger zu arbeiten.

ZEIT: Woher wissen Sie denn, dass bei den Vätern mehr Arbeit wirklich zu größerer Zufriedenheit führt?

Schröder: Ich habe mir alle relevanten Faktoren angeschaut, die die Lebenszufriedenheit ansonsten beeinflussen könnten: ob jemand krank ist, Ost- oder Westdeutscher, ob er kreativ arbeitet oder einen Bürojob hat – und sogar, ob er die Arbeitsstunden im selben Job erhöht oder senkt. Das Ergebnis blieb immer gleich: Väter sind zufriedener, wenn sie länger arbeiten.

Da wären aus meiner Sicht noch viele weitere Faktoren interessant, gerade die Art des Jobs und das Gehalt, selbständiger oder nicht, Position etc

ZEIT: Und die Mütter?

Schröder: Auch bei ihnen steigt die Lebenszufriedenheit mit der Arbeitszeit des Partners. Erst wenn der Mann über 50 Stunden arbeitet, sinkt auch wieder die Lebenszufriedenheit der Mütter.

ZEIT: Je länger der Alte aus dem Haus ist, desto besser für die Frauen?

Schröder: Wenn Sie es zuspitzen wollen: ja. Die Lebenszufriedenheit der Männer ist dagegen ziemlich unabhängig davon, wie viel ihre Partnerinnen arbeiten.

Interessant, dass da die Modelle doch ganz gut zusammen passen. 50 Wochenstunden sind in einem etwas herausfordernden Job in gehobener Position auch schnell zusammen,

ZEIT: Könnte das daran liegen, dass Männer mehr verdienen? Mama ist die Arbeit egal, Papa freut sich, dass er mehr arbeiten darf – und alle freuen sich gemeinsam über mehr Geld.

Schröder: Aus der Datenbank wissen wir, dass in 17 Prozent der Haushalte die Frauen pro Stunde mehr verdienen als ihre Männer. Das Komische ist, dass es diesen Effekt – Männer sind zufriedener, wenn sie mehr arbeiten, Frauen nicht – auch in diesen Haushalten gibt. Obwohl das dort ökonomisch völlig irrational ist.

Also nicht nur eine Frage des Geldes. Wahrscheinlich eher eine Frage von Status und Anerkennung und da ist Verdienst und Position für viele Männer eben ein wichtigerer Faktor.

ZEIT: Wie sollten sich denn Eltern die Arbeit aufteilen, damit alle glücklich sind?

Schröder: Statistisch gesehen sollte demnach der Vater etwa 80 Prozent der gesamten Arbeitszeit beisteuern und die Mutter ungefähr 20 Prozent.

ZEIT: Das liegt aber quer zur politischen Debatte. Da geht es meist darum, wie Erwerbsarbeit fairer unter den Partnern aufgeteilt und die Doppelbelastung der Mütter reduziert werden könnte.

Schröder: Es gibt tatsächlich die Theorie, dass es Eltern besser geht, wenn sich beide um Kind und Beruf kümmern. Aber die Daten bestätigen dies nicht. Ich habe Eltern untersucht, deren Situation perfekt ist, um sich Hausarbeit und Erwerbsarbeit fair aufzuteilen: sichere Jobs, sehr gute Kinderbetreuung, keine starke Belastung durch Hausarbeit. Aber bei denen sieht man das Muster noch deutlicher. Die Lebenszufriedenheit dieser Mütter sinkt sogar, wenn sie mehr arbeiten, obwohl sie die perfekten Bedingungen dazu haben. Ich finde das wirklich überraschend.

Ich vermute mal die Studie wird im Feminismus im Ergebnis nicht beliebt sein, weil sie zu viele Angriffspunkte für deren Theorien bietet. Allenfalls bietet sie eben dort Raum für das alte Spiel: „Die Zustände zeigen, dass wir noch mehr Feminismus brauchen, sonst würden die Leute nicht so denken“.

Aber auch im Maskulismus bieten sie Streitpotential: Der Mann im Schnitt scheint sich sehr wohl darin zu fühlen, wenn er viel arbeitet und möchte anscheinend die Kinderbetreuung durchaus an die Frau abgeben.

Im Interview heißt es weiter:

Schröder: Am besten passt das Erklärungsmuster der traditionellen Rollentheorie. Die argumentiert, dass die traditionelle Rolle für Männer die des Familienernährers und Vollzeitarbeiters ist. Männer scheinen sich in dieser Rolle am wohlsten zu fühlen. Das heißt aber nicht, dass es direkt die Arbeitsstunden sind, die Männer zufrieden machen.

ZEIT: Sondern?

Schröder: Deutschland ist ein Land, in dem es immer noch normal ist, dass Väter Vollzeit arbeiten und Mütter nicht. Vielleicht ist es einfacher, so zu leben wie alle. Dann muss man sich nicht gegenüber Bekannten, Freunden, Eltern erklären. Sich gegen stereotype Rollenbilder zu stemmen kostet viele Menschen möglicherweise Lebenszufriedenheit. Das bedeutet nicht, dass wir diese traditionellen Rollenbilder super finden, doch wir haben sie anscheinend in uns.

Das geht etwas in die Richtung des oben bereits angedachten. Und natürlich kann man auch bei einer biologischen Begründung teilweise so sein, etwa indem man zwar die langen Bürozeiten nicht schön findet, aber nur so den Job haben kann, der einem mit glücklich machenden Status versorgt und das man diese dafür in Kauf nimmt, auch wenn man lieber den Status mit weniger Stunden hätte.

ZEIT: Heißt das nicht trotzdem, dass die Gleichstellungspolitik mit Elternzeit und all den anderen Maßnahmen an den Bedürfnissen der Menschen vorbeigeht?

Schröder: Nein. Wir reden hier ja nur über statistische Durchschnittswerte. Es wird eine ganze Menge Väter geben, die sagen: „Das ist ja schön und gut, dass es dem durchschnittlichen Deutschen so geht, mir ist es aber wichtig, Zeit mit meinen Kindern zu verbringen.“

Auch das ist wieder wichtig zu unterscheiden: Der Durchschnitt heißt nicht, dass es nicht Leute gibt, für die andere Konzepte genau richtig sind. Insofern können entsprechende Konzepte Wahlmöglichkeiten bereitstellen.
Es geht dann eher darum, dass man sich nicht wundern soll, wenn diese Wahlmöglichkeiten nur sehr eingeschränkt angenommen werden.

ZEIT: Was wäre Ihre Empfehlung an die Politik?

Schröder: Zunächst einmal sollte sie Männer nicht aus dem Arbeitsmarkt drängen. Ein Beispiel: Viele hoch bezahlte oder prestigeträchtige Jobs sind stärker mit Männern besetzt. Sollte man das per Gesetz ändern? Diese Stellen gehen in der Regel mit einer hohen Zahl an Arbeitsstunden einher. Wer Männer aus diesen Jobs drängt, produziert Unzufriedenheit, gerade bei Vätern. Auch andere empirische Untersuchungen zeigen, dass Frauen in Managementpositionen weniger zufrieden als Männer sind. Und umgekehrt sind die Männer unzufriedener, wenn sie kürzer arbeiten und zu Hause bei ihren Kindern bleiben.

ZEIT: Die Frauenquote macht Väter unzufrieden?

Schröder: Es wäre nach diesen Ergebnissen sinnvoller, den Menschen Wahlmöglichkeiten zu eröffnen, auch die Chance, länger zu Hause zu bleiben. Dann würden sich vielleicht auch die traditionellen Rollenbilder ändern – und damit das Empfinden dessen, was uns glücklich macht.

Die Studie ist in der Tat ein gutes Argument gegen Quote und kann der Bereinigung des Gender Pay Gaps dienen.

ZEIT: Es wirft kein gutes Licht auf deutsche Väter, wenn sie die Arbeit als beglückender empfinden als das eigene Kind.

Schröder: Das ist nicht schön. Stimmt. Aber wir können uns leider keine anderen Väter herbeizaubern. Und empirische Forschung zeigt uns die Welt, wie sie ist, nicht wie wir sie gerne hätten.

Auch interessant, dass die Zeit meint, dass erst einmal für eine Väterabwertung nutzen zu müssen. Man könnte genauso anführen, dass es kein gutes Licht auf Frauen in der Arbeitswelt wirft. Und natürlich können die Väter dennoch gute Väter sein.

Ich glaube eine solche Äußerung über eine Karrierefrau (Sie: Ich bin gerne im Büro, da lebe ich richtig auf und stelle mich den Herausforderungen des Geschäftslebens. Ich bin eben eine Karrierefrau und mein Mann betreut die Kinder“ Interviewer: „Das wirft aber ein schlechtes Bild auf sie als Mutter, wenn sie die Arbeit beglückender empfinden als das eigene Kind“) wäre ein sofortiger Entlassungsgrund. Aber das er auch damit, mit der Abwertung, ein Geschlechterbild bestätigt, merkt er wahrscheinlich nicht.

 

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79 Gedanken zu “Macht die traditionelle Arbeitsteilung glücklicher?

  1. Memo an mich selbst: Meinen Mann wieder mehr arbeiten lassen, wenn das zu seiner Zufriedenheit beiträgt, und nicht mehr auf Arbeitszeitreduzierung drängen.

    Und aus reiner Neugier:
    Wie zufrieden (auf der Skala von 0 bis 10) seid ihr mit eurem (aktuellen) Leben?
    Ich würde mich durchaus bei 8 bis 9 sehen.

    • Ich arbeite 26 Stunden die Woche, meine Freundin arbeitet mehr und verdient mehr als ich, hat einen höheren beruflichen Status und ich bin trotzdem bei „8“. 🙂

      • Ich arbeite 26 Stunden die Woche, meine Freundin arbeitet mehr und verdient mehr als ich

        —Alles richtig gemacht 🙂

    • Anne ich denke viele sind dann glücklicher weil Frau es so will. Aber nicht aus auch selbst. Wenn du ihn lieb hast wen weniger arbeitet und daher weniger verdient, findet er es sicher toll.
      Ich wollte immer eine Partnerschaft von der Frau, wo ich irgendwo ein gleichwertiger Partner bin.
      Würde umgekehrt auch nicht wollen, dass Frau soviel arbeitet, man luet die Freundin doch.

      • Bei uns ist die Situation etwas anders.
        Als ich meinen Mann kennengelernt habe, war es für ihn ganz normal, 70 bis 80 Stunden/Woche zu arbeiten – auch mal noch mehr, wenn es sich ergab.
        Ich habe ihn später heruntergebremst auf 50 bis 60 (ausgemacht waren eigentlich 40, aber das ist wohl illusorisch), auch indem ich ihm etliche Aufgaben abgenommen, und ihn so entlastet habe. Dabei belasse ich es jetzt. In einigen Jahren will er sich (das behauptet er zumindest derzeit) eh aus dem Geschäft zurückziehen.
        Und ich mag auch nicht dauernd deswegen herumnörgeln.

        • In einigen Jahren will er sich (das behauptet er zumindest derzeit) eh aus dem Geschäft zurückziehen.

          Oh je, oh je, wenn das nicht wie bei „Pappa Ante Portas“ endet 🙂

          • Ja, an den Pappa-Ante-Portas-Effekt hatte ich auch schon gedacht.
            Aber wenn alles so abläuft, wie (momentan) geplant, kann ich mich dann ja ins Büro zurückziehen und dort mehr Zeit verbringen, während er daheim vor sich hin wurschteln kann.
            Er wird schon eine sinnvolle Beschäftigung finden. Hoffentlich!

        • bei mir sind es vielleicht 50-60 Stunden oder mehr, es ist egal, weil die Arbeit zum großen teil mein Hobby ist. Mir ist aber klar, daß das ein Privileg ist, das nur wenige Männer erreichen. Die meisten malochen fürs Geld und Karriere.
          Oder aber, die Hobby-Arbeit wird zur Fron, weil sie im Karriere-Denken befangen sind, dann landen sie auch da wo die Masse ist.
          Ein weiteres Privileg ist, keine klassische Frau oder Freundin zu haben, die jederzeit von einer Hilfe im Leben zur Sklaventreiberin umschalten kann.

  2. “ Ja. Ich nutze die Daten des Sozioökonomischen Panels aus den Jahren 1984 bis 2015. Insgesamt wurden dazu 57.627 Personen zwischen 18 und 65 wiederholt befragt, …“

    Die 18 jährigen des Jahres 2015 wurden ab 1984 befragt?

  3. Bezeichnend an dem Interview fand ich wieder einmal, dass selbstverständlich nur das Verhalten des Mannes hinterfragt und kritisiert wird. Wie immer halt.
    Und klar, dass Arbeitslosigkeit die Männer in ein bodenloses Loch stürzen lässt. Sie sind ja dann nichts mehr wert. Und ausgerechnet dieses immens wichtige Problemfeld hat die heutige sogenannte „Linke“ komplett aufgegeben oder – noch schlimmer – maßgeblich verursacht.

    • >>Verhalten des Mannes hinterfragt und kritisiert wird<<

      Ja klar , nach moderner Auffassung, die sich auf das evolutionär entstandene Rollenmuster stützen kann, das ist ja das Fatale, sind Frauen bzw. deren Erwartungen der Maßstab. Sie können also gar nicht weiter hinterfragt werden, sondern alles hat sich an diesem Maßstab zu messen lassen.

  4. Was Arbeitszeit des Mannes im Zusammenhang mit dadurch erhöhtem Einkommen angeht, meine ich, bei Frauen eine starke Zeitpräferenz (https://de.wikipedia.org/wiki/Zeitpr%C3%A4ferenz) beobachtet zu haben. Wenn er unbezahlt länger arbeitet, um irgendwann Karriere zu machen: nicht so toll. Wenn die Überstunden (gut) bezahlt werden: ziemlich toll. Die Grundlage für diesen Eindruck ist allerdings dürftig, ein paar anekdotische Beobachtungen. Irre ich mich?

    • Im Polizeidienst wird jede Überstunde abgegolten inklusive Zulagen.

      Und doch spaßt man intern gerne über die Frau des Kollegen und nennt sie „die Ex“ oder „Freundin“, obwohl man NOCH mit ihr verheiratet ist, einfach weil die Scheidungsrate relativ hoch ist.

      Es kann gut sein, dass du dich irrst.

      • Ja bei einem Bekannten von mir ging die Ehe in die Brüche bei einer Intensiven Arbeitsphase (Mordkommission) im Gegensatz zum Krimi geht es bis zur Lösung oft nicht um ein paar Tage, die sich auf 1,5 h komprimieren lassen, sondern um Viele Monate intensiver Arbeit
        Seine Ex hatte da 0 Verständnis.

  5. Pingback: Presseschätzchen des Tages 21.6.2018 | narrenspeise

  6. Die Zufriedenheit eines Mannes in einer heterosexuellen Beziehung liegt allein an der Frau. Die emotional-intellektuelle Inkompatibilität von Mann und Frau reduziert jedwede derartige Paarbeziehung auf die Volksweisheit „Happy Wife, happy life“.
    Ich vermute einfach mal, dass Frauen nicht damit zufrieden sind, wenn ihr Mann Teilzeit arbeitete. Er ist ihnen dann nicht männlich genut und Frau lässt ihn das implizit spüren.
    Im Übrigen sind Vollzeit arbeitenden Männer auch deshalb glücklicher, weil sie dann länger Ruhe vor ihren Frauen haben.

    • Man stelle sich einen Teilzeit arbeitenden Mann vor, der sich intensiv um sein eigenens KInd kümmert. Ich kann mir durchaus vorstellen, dass ihm das Freude macht. Aber es ist halt wie, wenn der Mann die Hausarbeit macht. Frau ist damit nicht zufrieden. Ich wette mit Euch, dass die Frau hier das Problem ist. Sie wird alle Nase lang den Mann kritisieren: Er mache dies und das nicht richtig. Kein Wunder, dass er dann lieber zur Arbeit geht, wo er seine Ruhe hat. Arbeit ist für den Mann auch eine Ruheraum vor der Familie.

        • Was macht das japanische Familienleben so anstrengend? An erster und zweiter Stelle für die familiären Probleme nannten die Befragten eine Ehefrau, deren Forderungen und Launen bei ihren Männern Erschöpfungszustände verursachen oder zumindest solche verstärken würden. Diese Gründe erschienen weit wichtiger als die nachfolgenden Begründungen wie Beziehungen ohne Sex, fehlende Freizeit, finanzielle Probleme oder Einmischungen von Seiten der Schwiegereltern.

          Die Ehefrau sei unfähig, ihrem Mann zu gefallen, war eine häufige Antwort der befragen Männer. Wenn man nach einem harten Arbeitstag mit 12 bis 14 Arbeitsstunden nach Hause komme, werde man oftmals in einem Ton empfangen, der eher an einen Vorgesetzten erinnere, als an eine zärtliche liebenswerte Lebensgefährtin. Wenn man ihr dann nicht bei der Hausarbeit helfe, sei man ein Versager und wenn man helfe, dann werde man als Stümper bezeichnet.

          http://www.heise.de/tp/artikel/45/45858/1.html

        • nicht nur Japan. Ein Kollege von mir gibt ganz offen zu, daß er sich auf Arbeit erholt. Er nutzt extra eine umständliche Zugverbindung um früher raus zu sein und später zurück zu Hause. Seine Frau ist zu Hause die Herrscherin, die ihm jeden Tag den Arbeitsplan vorlegt, der sich aus ihren Wünschen speist.

      • „Ich wette mit Euch, dass die Frau hier das Problem ist. Sie wird alle Nase lang den Mann kritisieren: Er mache dies und das nicht richtig. Kein Wunder, dass er dann lieber zur Arbeit geht, wo er seine Ruhe hat. Arbeit ist für den Mann auch eine Ruheraum vor der Familie.“

        Auch wenn Du auf diesem Gebiet keine Ahnung hast, triffst Du den Nagel ziemlich genau auf den Kopf 🙂 .
        Die Mutter meiner Kinder hieß „Unzufriedenheit“ mit zweitem Namen.
        Sie nörgelte, wenn ich mich um die Kinder kümmerte und nicht um den Haushalt – und sie nörgelte, wenn ich mich um den Haushalt kümmerte und nicht um die KInder.
        Sie nörgelte, weil sie Nur-Hausfrau war, hatte aber auch keinen Bock, sich eine bezahlte Arbeit zu suchen.
        Und mit der Klischeerolle „Mutter“ war sie sowieso unzufrieden.
        Es war eine schreckliche Zeit.

        Insofern war sie eine Bilderbuchfrau 😀

        • „Auch wenn Du auf diesem Gebiet keine Ahnung hast, triffst Du den Nagel ziemlich genau auf den Kopf 🙂 .“

          Muss man ein Elefant sein, um sich mit Elefanten auszukennen?

    • Du sagst es, Frauen sind nie zufrieden. Immer Genöle und Gemeckere. Da bin ich lieber 60 Stunden im Büro und hab meine Ruhe. War in der Ehe auch so, unzufriedene Frau, unordentliche Wohnung, brüllende Kinder. Die Hölle. Der Job im Ausland mit 60 Stunden in der Woche war da die reinste Erholung, die Wochenenden Stress pur. Im nächsten Leben werde ich schwul.
      Eigentlich kann man die Weiber nur für Sex gebrauchen, denn selbst kochen können die heute nicht mehr. Ohne Männer würden die verhungern und trotzdem beschweren sie sich nur. Ist wohl ne andere Spezies…..

      M

      • Eigentlich kann man die Weiber nur für Sex gebrauchen, denn selbst kochen können die heute nicht mehr.

        Seit meinen Erfahrungen mit der sogenannten „käuflichen Liebe“ habe ich so meine Zweifel mit der „Brauchbarkeit der Weiber für den Sex“…

        …von Ausnahmen mal abgesehen…

        • Ach geh, es gibt schon tolle Feger unter den Weibern, da macht es in der Kiste echt Spass. Wenn nur der Rest nicht wäre. Ich will leben und Genuss ist für mich wichtig. Das können die nicht. Noch nie hatte ich eine Frau, die einen richtig guten Wein erkennen konnte. Oder ein Stück echt gutes Fleisch von glücklichen Schweinen….Nee, Madame frisst Pute und Salat, als ob das Essen wäre…..

          Aber Nutten? Nee danke, das sind die miesesten im Bett, hörte ich jedenfalls, ich hatte nie eine….

          M

          • hörte ich jedenfalls

            Du hast gehört und nie eine gehabt, ich hab getestet…

            Und klar, gibt es schon tolle Feger unter den Weibern. Aber meine Erfahrung nach sind die in der Minderheit…

            Bei den Professionellen hab ich durch die Bank sehr gute Erfahrungen gemacht.

          • Ich zahle nicht für Sex – ist ein Prinzip. Ich koche wie ein Gott, das muss reichen, um die Frau zu erobern……ist zwar auch ne Gegenleistung, aber ich fühle mich besser dabei. Und wenn mn die Mauerblümchen richtig ran nimmt, hat man auch Spass……:-)

            Was zahlst du so für ne richtig Gute?

            M

          • Was zahlst du so für ne richtig Gute?

            250 – 300 CHF / Stunde

            Zur Relation: Mindestlohn „Putzfrau“ oder „Spitalexterne Pflege“ hier in der Stadt: 25 CHF die Stunde.
            Nu kannst du das auf bundesdeutsche Verhältnisse umrechnen. Offizieller Wechselkurs taugt nicht als Maßstab.

            Zu „Kochen als Gegenleistung“:

            Richtig gut gekocht incl. Einkauf etc. braucht bei mir etwas mehr als 2 Stunden.

            Würde ich diese 2 Stunden mit meinem Honorar als IT-Selbstständiger verrechnen, käme ich in etwa auf den selben Aufwand wie bei der Professionellen (zählt man nur die Zeit der sexuellen Aktivität).

          • Ich hab mal in Zürich gearbeitet, ich kenne dir Löhne dort….

            1 Stunde Einkauf

            200 Euronen für Lebensmittel und Weine….

            2 Stunden kochen

            1 Stunde Küche putzen…..

            Ist kein gutes Geschäft, aber für mich alleine würde ich das ja auch machen, also keine Mehrkosten und ein gutes Gefühl….

            Und die Dame bleibt die ganze Nacht……mein Kaffee ist nämlich auch nicht übel….

            M

    • „Im Übrigen sind Vollzeit arbeitenden Männer auch deshalb glücklicher, weil sie dann länger Ruhe vor ihren Frauen haben.“

      Das stimmt so nur dann, wenn die Frau gar nicht arbeitet. Was aber ja keinen Sinn macht. Normalerweise arbeiten beide Teilzeit und sehen sich genauso wenig, wie wenn nur er Vollzeit arbeiten würde.

      Aber ich gebe zu, dass der Stressfaktor am größten ist, wenn alle zu Hause sind. Dabei ist meine Frau kein Jammerexemplar (sie hat aber auch nicht den geringsten Grund dafür 🙂 Allein die Rücksichtnahme ist schon anstrengend, aber bei jeder Paarbeziehung halt unvermeidlich, außer vielleicht, man wohnt in einer 500qm-Villa und kann sich nach Belieben aus dem Weg gehen…

      .

      • Der Herr Nietzsche vor 140 Jahren:

        Die Einheit des Ortes und das Drama. — Wenn die Ehegatten nicht beisammen lebten, würden die guten Ehen häufiger sein.

        Aus „Menschliches, Allzumenschliches“

        • Wo er recht hat, hat er recht 🙂

          Wobei es natürlich auch schöne Stunden gibt. Für Männer ist das immer schwierig, zumindest ich neige dazu, mich abzukapseln. Ich habe (dank Wegzug aus meiner Heimat)) auch keine nennenswerten sozialen Kontakte mehr, außerhalb meiner Familie. Ich bin sozusagen auf Gedeih und Verderb diesem Verbund ausgeliefert, denn Einsamkeit mag ich auch nicht. Zumindest nicht über längere Zeit. Da eine stabile Balance zu finden, ist schwierig für mich.

  7. Einmal:
    Zeit = konservatives Spektrum
    Was werden die da wohl für Berichte und Studien veröffentlichen?

    Und: Irgendwie wird man auch den Eindruck nicht los, als wenn bei der Auswertung nicht mehr als 3 Quoten-Ossis hineingezählt wurden, damit man sagen kann „wir haben’s ja gemacht“.
    Denn, geh‘ mit diesen Ergebnissen nach Ost-Deutschland an verschiedene Orte, es dürfte überall nicht schwer fallen, auf der Straße Leute zu finden, die dir bei dem Ergebnis, was angeblich der Durchschnitt sein soll, den Vogel zeigen werden.
    Das Zufriedenheitsempfinden dürfte sich definitiv nicht mit der Realität dieser Leute decken.

    • Die „ZEIT“ ist „konservatives Spektrum“? Ich hatte die mal abonniert, schon damals war die in übelster Weise linksliberal und das ist keinesfalls besser geworden.

      Die Studie kommt mir auch komisch vor, aber das könnte auch ein BIAS sein, man untersucht Männer die glücklich Vollzeit arbeiten und welche, die weniger glücklich in Teilzeit sind. Vielleicht sind letztere ja in Teilzeit sogar zufriedener, als wenn sie Vollzeit arbeiten würden, einfach weil sie halt Schei**-Jobs haben?

      Ich finde meinen Job nicht schlecht, aber nicht halb so anregend, wie die Abwechslung in Teilzeit. Wirklich glücklich bin ich mit beidem nicht, weil ich einfach zuviele Interessen habe, für die ich Dank Kindern und Job keine Zeit mehr finde. Aber ich weiß auch: ohne Kinder wäre ich ebenfalls unglücklich. Zwei, auch was drei oder mehr, Herzen schlagen, ach, in meiner Brust. Ich bin halt einfach nicht dazu geboren glücklich zu sein.

      • Seit dem ich mit Medien zu tun habe, ist noch nie ernsthaft was fortschrittliches von Blättern wie diesem gekommen.
        Gehört zur Systempresse, kannst du daher allgemein als „konservativ“ verbuchen (denn die wollen nie, dass irgendwas anderes als Stillstand oder „mehr für die da oben“ herrscht).

        Der Bericht über diese angebliche „Studie“ entspricht, böse gesprochen, einem regelrechten Paradebild (150% erfüllt), was in der BRD seit frühesten Tagen als Familienbild für gut und richtig befunden wurde – und das war ein Mix aus einer schieren Fortsetzung von der Politik unter Adolf, gepaart mit dem Wunschbild der Kirche. Vater geht arbeiten, Mutter macht die drei K.
        Und dem Osten hat man es zu Zeiten des Kalten Krieges immer vorgehalten, dass sie was ganz anderes gemacht haben als diesen stockkonservativen Muff.
        „Oh, mein Gott! Wie kann man eine Frau nur arbeiten lassen!“ – „Oh, mein Gott! Wie kann man nur, staatlich für alle organisiert und garantiert, Kindergärten betreiben, damit die Mütter ihre Kinder auch mal ein paar Stunden los sind, währenddessen fängt man dort schon mit Frühförderung an anstatt sie dort nur zu parken!“ – „Heilige Scheiße, wie kann man nur eine Blitzscheidung einführen (den Prozess einfach stark erleichtern) und einer Frau aufbürden, dass sie keinen Unterhalt für sich vom Kerl danach bekommt, weil sie zwei gesunde Hände hat!“ – „Und, oh Soddom und Gomorrha, wie kann man Frauen nur für Technikberufe bilden und anwerben! Davon verstehen die doch ihr Lebtag nichts!!“

        Genau diesem konservativen Bild von vor 50 und noch mehr Jahren entspricht diese „Studie“ in den besten Zügen.
        Der Osten wurde so nicht erzogen, und das trägt sich bis heute noch weiter.
        Also kann kaum dieser Teil der Bevölkerung der heutigen Gesamt-BRD mit berücksichtigt sein, denn der ist doch etwas zu groß, um sich nicht niederzuschlagen (die Bevölkerung, die heute noch im Osten lebt + alle die, die sich bis heute in den Westen verstreut haben, damit sie nicht arbeitslos sind).

        Unterm dem Strich bedeutet das: Es wird etwas als „allumfassend“ verkauft, was, höchstens, nur wieder so ein Ding von „im eigenen Saft schmoren“ ist und diesen für gottgegeben hält ( = „war noch nie anders; ist die natürliche Ordnung“).

        Allein, wenn das bisschen Vorwissen bekannt ist, disqualifiziert sich diese „Studie“ schon ziemlich in ihrer Glaubwürdigkeit. Zumindest, wenn sie so tun will, als spräche sie für „Deutschland“ als ganzes.
        (Aber deshab auch „kein Wunder, dass die Zeit sowas verbreitet“.)

        • “ Es wird etwas als „allumfassend“ verkauft, was, höchstens, nur wieder so ein Ding von „im eigenen Saft schmoren“ ist und diesen für gottgegeben hält …“

          So kann man vermuten.
          Andererseits erscheinen mir die „Erkenntnisse“ plausibel. Deutsche Frauen wollen tatsächlich selten mehr als 30 h arbeiten und – da auf ihnen nach der Geburt des 1. Kindes die Haupt- bzw. meist gar die alleinige Last der Familienversorgung liegt – die Männer mindestens 40 h.
          Unglaubwürdig wäre die Studie gewesen, wenn sie festgestellt hätte, dass deutsche Frauen (ich weiß, dass es hier signifikante Unterschiede zwischen Ost und West gibt) ebenfalls gern 40+x h/Woche arbeiten würden.
          Ich habe bei der Studie nur meine Zweifel, ob Männer, genau dasselbe Geschlecht, dem man (Frau) sonst notorische Faulheit nachsagt, tatsächlich „gern“ 50+x h/Woche arbeiten, wenn sie nicht unter dem Zwang der Alleinversorgerrolle stünden.

          • Deutsche Frauen wollen tatsächlich selten mehr als 30 h arbeiten und

            Was stört an diesem Satz?
            Genau das ist mit „im eigenen Saft schmoren“ gemeint.
            Etwas als allgemein gegeben festlegen, was aber besser erst einmal nur als „auf die eigene Umgebung“-bezogen gehen sollte im eigenen Denken.

            Es ist wohl richtig, dass man kaum eine Frau antrifft, die Mutter ist, die liebend gern 50+ Stunden in der Woche arbeitet. Man sollte dabei eines aber nicht vergessen: Wunsch und Realität müssen sich nicht gegenseitig treffen.
            Zusätzlich ist es auch ein vorhandenes Phänomen: Gehst du auf weniger Stunden hinunter, kommst du so schnell nicht mehr wieder zurück auf mehr, weil Arbeitgeber solche freiwilligen Teilzeitkräfte gern schnell los werden wollen, wenn das nicht von vorn herein ihr Konzept ist.
            Das gilt sogar für beide Geschlechter gleichermaßen.
            In der Konstellation geht Frau auch nicht mit den Stunden runter, wenn sie es unbedingt vermeiden kann, da es wohlmöglich auch weiterreichende Konsequenzen noch für sie nach sich ziehen könnte auf lange Sicht.

            Die 50+ Stunden arbeitenden Männer haben genauso mehrere Haken.
            Erstens, und das ist durchaus richtig, dass sie auf das Geld angewiesen sind – sind im Sinne von „es ist Tatsache“.
            Zweitens ist dann schon die Sache mit dem gefühlten Drauf-angewiesen-sein – das typische „Ich möchte meiner Familie was bieten können“. Leute, die sich gern ein dickes Auto und ein Haus als Pflichten aufladen, ja, die müssen nun mal ranschaffen… Irgendwoher will das alles bezahlt werden.
            Lebensnotwendig ist das aber alles nicht zwingend, man kommt auch damit aus, wenn man weniger hat.
            Muss man aber das eigene Ego herunterschrauben und seinen Partnerinnen gleich signalisieren „ich bin keine Geldkuh, die man unendlich melken kann“, nicht die „Ich hol dir die Sterne herunter!“-Nummer abziehen bis man zu alt und zu gebrechlich dafür wird.
            – Was einen dann zum dritten bei den Haken führt: Frage z. B. mal eine Person der Kategorie „50+“. Da wirst du nicht mehr so viele finden, die sich glücklich fühlen bei mehr als 50 Std. Arbeit die Woche – weil sie das gar nicht mehr durchstehen. Allein durch ihre nicht mehr so üppigen körperlichen und mentalen Reserven. In jungen Jahren funktioniert das alles, in der Lebensphase verzeiht einem der Körper eine Menge Raubbau und erholt sich noch schneller.
            Ab 50 ist das aber beim männlichen Geschlecht genauso passé.
            Unter diesen Voraussetzungen verändern sich, bei denjenigen, die diesen Umstand wahrnehmen, genauso die Prioritäten, wenn das nicht vorher schon das Leben erledigt hat (was man noch so als vierten Punkt sehen kann).
            Leute, die vorher viel gearbeitet haben, kommen auch in diesen Lebensabschnitten zu der Einsicht „Geld kann mir keine Zeit mit und Beim-Wachsen-zugucken meiner Kinder erkaufen“.
            Das sieht der eigene Ehrgeiz in jüngeren Jahren häufig nicht bzw. unterschätzt es. Man legt sich Kinder mit einer Partnerin zu – und plötzlich kommt man Heim und merkt „ach du Scheiße, die/der ist schon groß?!“. Ja, Kinder wie die Zeit vergeht… Lässt einen als Elternteil dann nicht mehr ganz so großartig fühlen.

            Lässt daher auch wieder offen „Wessen Daten hat man da eigentlich ausgewertet?“.
            Wenn ich mehrheitlich Daten von Personen nehme, die noch in der Lebensphase sind, dass sie können wie sie wollen, dann ist es kein Wunder, wenn bei meiner Studie herauskommt „Männer lieben es zu schuften wie ein Ochse“ (was, nebenbei bemerkt, aber auch wieder zum allgegenwärtigen Mantra passt „schufte bis du alt und grau bist und schöpfe daraus dein Glücksempfinden“ -> auch wieder konservative Meinungsmache; tief verwurzelte christliche Arbeitsethik, die heute dem wirtschaftlichen Gewinn des Großkapitals dient).

  8. Also ich wäre mit einem 20 Stunden Job auch sehr zufrieden wenn ich dabei genug verdiene. Im Gegensatz zu vielen Anderen hab ich jede Menge Hobbies und Interessen wobei ich vermutlich die Hälfte von diesen Hobbies auch monetisieren könnte wenn ich die Zeit hätte.
    Ob die Frau dabei jammert ist mir egal, wenn sie nervt passt sie nicht zu mir und fliegt raus. Ich kann nervige Weiber nicht ausstehen. Aber Madame kann natürlich gerne länger arbeiten wenn sie mag und sie darf auch ihr Geld komplett für sich behalten, einziehen wird sie eh nicht bei mir.

  9. Vielleicht müsste man auch das Alter noch miteinbeziehen – hormonelle Umstellungen dürften diesbezüglich auch noch ihren Effekt leisten, wodurch Männer durchschnittlich bei höherem Alter eher weniger arbeiten und Frauen eher mehr arbeiten wollen – durch eine Art hormonelle Angleichung nach der Menopause. Sei mal als These dahingestellt…

  10. Ich arbeite ca. 50 Stunden in der Woche und bekomme ein Gehalt, das für meine Alters- und Berufsgruppe (Softwareentwickler) gut im Durchschnitt liegt. Meine Frau verdient deutlich weniger, obwohl sie mehr Verantwortung hat und mehr Stunden arbeitet (bevor jemand Pay Gap schreit: Nein, das beruht nicht auf Diskriminierung). Die Hausarbeit ist zwischen uns etwa 50:50 aufgeteilt. Kinder gibt es keine.

    Vor einiger Zeit musste sie mal kranheitsbedingt für mehr als einen Monat aussetzen und ihr Arbeitsplatz war insgesamt bedroht, da das nicht das erste Mal war und ihr Arbeitgeber erkennbar nach Möglichkeiten suchte, sie deshalb loszuwerden.

    Ich musste erstaunt feststellen, dass diese Situation meine Zufriedenheit mit dem Leben tatsächlich erhöht hat. Zum Einen war es natürlich schön, nach Hause zu kommen und jeden Abend selbstgekochtes Essen zu bekommen, das es sonst nur am Wochenende gibt. Und dadurch, dass sie ihren Teil der Hausarbeit schon unter der Woche erledigen konnte, war sie am Wochenende auch entspannter.
    Aber noch wichtiger war die Tatsache, dass mein Verdienst uns die Versorgung gesichert hätte, wenn sie tatsächlich ihren Job verloren hätte; dadurch fühlte ich mich wichtig und gebraucht.

    • dadurch fühlte ich mich wichtig und gebraucht.

      Das halte ich für den wesentlichen Faktor. Und der steht geradezu diametral gegen ein feministisches oder sogar frauenemanzipatorisches Grundanliegen: nämlich wirtschaftliche Abhängigkeiten von Frauen von individuellen Männern möglichst abzuschaffen.

      Ich selbst verstehe sehr gut, warum sich „wichtig und gebraucht“ zu fühlen für Männer keine Kleinigkeit, keine Frage einer einfachen Befindlichkeit ist. Aber mir fehlt noch ein guter Ansatz, wie man das in öffentlichen Diskussionen einfach verständlich machen könnte. Es wird ja immer gerne von Feministinnen behauptet, Männer würden durch all die Frauenförderung nichts verlieren. Aber diese Behauptung ist eben auf ganz vielen Ebenen fürchterlich falsch.

        • Als Mann versteht man das wohl sofort. Aber bei unseren Feministas und ihren Truppen ist das offenbar nicht so. Es gibt da einen echten Interessenkonflikt. Und dann reicht auf Einsicht zu hoffen nicht aus.

          • Als Mann versteht man das wohl sofort. Aber bei unseren Feministas und ihren Truppen ist das offenbar nicht so. Es gibt da einen echten Interessenkonflikt. Und dann reicht auf Einsicht zu hoffen nicht aus.

            Interessanter Ansatz:

            Ich vermute, dass all jene Frauen, die sich im Job „wichtig und gebraucht“ fühlen, verstehen, dass dieses Gefühl auch den Männern wichtig ist.

            Und im Umkehrschluss vermute ich, dass „unseren Feminista und ihre Truppen“ keine Jobs haben, in denen sie sich wirklich „wichtig und gebraucht“ fühlen.

            Und wenn ich mir die Meinungsführerinnen und -führer in der öffentlichen Diskussion so betrachte…

            Schwarzer, KGE, Genderbiologe Voss, Schrupp, #Aufschrei-Wizorek, Kemper, etc etc..

          • „„ den Feministinnen was „verständlich“ machen?“

            Den Feministas nicht. Aber als ad-hominem-Diskussions-Konter empfehlen:

            „Kann es sein, dass du dich in deinem Job nicht wichtig fühlst? Dass du den Eindruck hast, nicht wirklich gebraucht zu werden?“

          • Ich glaube, lh geht es mehr darum, dass Männer das Gefühl brauchen, in der Beziehunggebraucht zu werden, was sich eben am besten als Hauptverdiener realisieren lässt. Und das zu verstehen, dürfte auch Frauen, die Erfüllung im Job suchen und finden, oft schwer fallen.

  11. Ich denke auch, daß die vollständigen Fragen und Rohdaten etc. interessant sein könnten.
    Irgendwie riecht das nach mindestens unvollständig.
    Mal sehen, ob die sciencefilers da noch was zu witzeln.

  12. ZEIT: Es wirft kein gutes Licht auf deutsche Väter, wenn sie die Arbeit als beglückender empfinden als das eigene Kind.

    Auch interessant, dass die Zeit meint, dass erst einmal für eine Väterabwertung nutzen zu müssen. Man könnte genauso anführen, dass es kein gutes Licht auf Frauen in der Arbeitswelt wirft. Und natürlich können die Väter dennoch gute Väter sein.“

    Ich denke, das ist sowohl von der ZEIT, als auch von Dir zu kurz gedacht.
    Ich – selber ja nun mal Vater – hatte gern und (zeitweise beruflich bedingt) viel Zeit mit meinen Kindern verbracht. Aber ich erinnere mich auch an das gute Gefühl, mit meiner Erwerbstätigkeit meinen Zwergen eine sichere und sorgenfreie Kindheit zu verschaffen.
    Die Interpretation, Väter würden die Arbeit als beglückender wahrnehmen, als die eigenen Kinder, ist also falsch.
    Interessant wäre eine Studie, in der Väter gefragt würden, ob sie auch so viel arbeiten und so wenig Zeit mit ihren Kindern verbringen würden, wenn sie das Geld nicht nötig hätten, die Familie also in jedem Fall abgesichert wäre.
    Dann hätten wir zwar immer noch das Status-Problem, aber dennoch bin ich sicher, dass die Antwort anders ausfallen würde.

    • Damals in den 90ern, meine Tochter gerade zur Welt gekommen.

      Zuvor machte die Arbeit zwar Spass, gab gutes Geld und ich konnte mir manch‘ Luxux leisten.

      Mit der Tochter in der Familie gab es zusätzlich zu Spaß, Geld und Luxus aber noch etwas sehr spezielles:

      Meine Arbeit hatte einen zusätzlichen Sinn: Ich konnte damit eine Familie absichern. Meiner Frau finanziell den Rücken freihalten und für meine Tochter an deren sorgenfreier Zukunft bauen. Das war schon ein komplett anderes Gefühl. Und ein gutes Gefühl!

      Mein sehr spezielles Glück war es dann auch noch, dass ich eigenartige Arbeitsschichten hatte. Dreimal die Woche von 11 h bis 9 h am nächsten Tag ausser Haus und das Wochenpensum war geleistet. Also sehr viel Zeit für die Betreuung der Tochter.

      10 Jahre später; anderer Job, andere Frau, zweites Kind:

      Ja, ich hätte gern weniger gearbeitet und mehr Zeit mit dem Sohn verbracht, wenn die Familie trotz weniger Arbeitspensum finanziell abgesichert gewesen wäre. War aber nicht so.

  13. Ich halte das Resultat für ein Ergebnis unberücksichtigter Variablen, die sowohl Einkommen als auch Arbeitsteilung in der Familie berücksichtigen, allen voran die erzielbaren Arbeitseinkommen auf dem Arbeitsmarkt(Opporunitätskosten). Insofern geben die Aussagen immer nur die Aussage „bedingt auf den Arbeitsmarkt“ wieder. Es liegt hier eine Verzerrung der ergebnisse wegen Störfaktoren (confounded variables) vor.
    Ende der Diskussion.

    • „Es liegt hier eine Verzerrung der ergebnisse wegen Störfaktoren (confounded variables) vor.“

      Es wird der Fehler gemacht, die Ergebnisse als „ist so gewollt“ zu interpretieren, anstatt die überhaupt vorhandenen Alternativen mit einzubeziehen.

      Das ist so, als würde man eine Studie über die Präferenzen bei der Fortbewegung an einer Autobahn durchführen und dann zum Ergebnis kommen, weit über 90% der Verkehrsteilnehmer würden am liebsten Auto fahren.

    • Bevor man eine Debatte kraft intellektueller Überlegenheit beenden will, sollte man wenigstens die Termini richtig verwenden. „Confounded variables“ ist sehr ungebräuchlich, und im Wortsinne falsch. Man sagt „confounder“ oder „confounding variables“, wenn man Störfaktoren meint.
      Im übrigen ist es völlig OK, erstmal nur eine Art likert-Skala abzufragen und dann deren Verteilung über verschiedene Level einer potentiellen erklärenden Variable anzuschauen. Welche anderen Variablen könnten denn durch den Zusammenhang (Zufriedenheit~Arbeitszeit*Familienstand) maskiert werden?

      Der Mann ist übrigens kein typischer Soziologe. Er traut sich auch mal darzulegen, wie Frauen in der Soziologie bevorteilt werden:
      https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S0048733316300129

  14. Das kann man kaum verallgemeinern, ich hatte schon bei 40h-Woche Depressionen, weil das Leben an einem sinnlos vorbeirauscht, man kaum die Zeit hat, das verdiente Geld auch mal auszugeben. Mit Kindern wäre das der Horror, man bekäme kaum was von deren Leben mit, während die Frau die Kleinen verzieht. Das hätte ich nie gewollt.

    Ich vermute die unzufriedenen Männer sind zum Verzicht genötigt worden. Ich vermute die Vielarbeiter lieben ihren Job einfach mehr als ich, können über die Arbeitszeit Einfluss und Befriedigung auf Arbeit erhöhen.

    Ich will nie wieder voll arbeiten, zumindest nicht abhängig, aber gut, dass andere Männer das anders sehen, irgendjemand muss ja die ganze Arbeit machen 🙂

    • Ach ja, auch kulinarisch ist mir das wichtig. Meine Frau kocht zwar, aber immer nur langweiligstes Zeug. Mit den mäkeligen Kindern, ist das eher noch schlimmer geworden. Während ich gern probiere und sehr ausgewählt speise. Entsprechend bin ich genötigt, mir das selbst zuzubereiten und es würde mich nerven, wenn ich das nur am WE könnte, während die Frau sich ausgerechnet für diese Zeit Erholung von den Kindern erhofft oder sowas. Nee, Danke!

  15. Mein Siebzehnkommaeins-Wochenstunden-Arbeitsvertrag welkt seinem Ende entgegen, und je näher wir auf der Zeitachse dem dreißigsten Juni kommen, desto höher klettert mein subjektives Wohlbefinden! 😉

    Ich weiß nicht, ob es nötig ist, nochmal darauf hinzuweisen — meine Erfahrung mit Studenten im Physikpraktikum deutet allerdings darauf hin, dass es durchaus nötig ist — dass Statistiken prinzipbedingt auf riesigen Werteensembles beruhen und deshalb zur Bestimmung von Wahrscheinlichkeiten geeignet sind; Aussagen über den individuellen Messpunkt sind dagegen unmöglich. Niemand weiß, wann ein bestimmter Uran-238-Kern zerfällt, die Halbwertszeit von 4.468 Gigajahren ist jedoch exakt bekannt. Entsprechendes gilt für soziologische und psychologische Erhebungen: Als Achtstunden-Ehemann mit festem Einkommen und geregeltem Tages-, Wochen- und Jahresablauf eigne ich mich in etwa so gut wie eine Elefantenschildkröte als Rennpferd. „Vor dem ersten Babyschreien muss ich mich erstmal selbst befreien“ — ja, das gilt zuweilen auch für Männer!

  16. Ein ganz anderes Beispiel, daß traditionelle Rollenteilung glücklicher machen würde erlebe ich gerade im beruflichen Umfeld. Im REINEN Frauenkollektiv eine neue junge Kollegin.
    Es ist eine Frau vom Typ -eine ganz Liebe- aber etwas schusselig-verpeilt. Da sie den Anforderungen der modernen Leistungsgesellschaft nicht ganz gewachsen ist wird sie zum schwarzen Schaf (menschliche Kollektive können offenbar nicht stabil bestehen ohne ein Opfer auf dem man gemeinsam rummhacken kann), man versucht sie wieder loszuwerden, wird wohl nach Probezeit weg sein.
    Dieses liebe Mädchen, wäre wahrscheinlich eine prima Hausfrau und würde aufblühen, wenn sie einen richtigen Mann an der Seite hätte, und vielleicht irgendwo noch einen kleinen Teilzeitjob ohne Leistungsdruck.
    Tut mir echt leid, wie das läuft, aber als freier MA habe ich da wenig Einfluss und kann mich auch nicht einmischen in innerbetriebliche Abläufe.

  17. Ich denke die Argumentation hier geht in die richtige Richtung. Als ich noch ein Mann war, habe ich das konservative Familienbild als allgemeingültige Konstante erkannt: Wer als Mann keinen Status erwirbt der ihn in ein eindeutige Missverhältnis zur Frau stellt, der ist nicht interessant. Das geht sicher auch Abseits einer sklavischen Erwerbsarbeit, ist dann aber stärker von Glück und persönlichem Können abhängig. Da die meisten Männer die durchgehend verpartnert sind nicht in die Situation kommen sich selbst zu fragen, was Ihnen eigentlich wirklich gefallen würde, sondern stets äußeren Zwängen unterworfen sind, gibt es selten eine Alternative dazu, die Brötchen konservativ-kapitalistisch zu erwerben.

    Auch etwas, das mich extrem abgeschreckt hat. Ich habe bislang keinen Benefit für den Mann erkannt, wenn er als Alleinverdiener und in völliger Dependanz von seinem Arbeitgeber alleinverantwortlich für Gedeih und Verderb für das Wohlergehen der Familie ist, ohne selbst wirklich in den Familienverband eingebunden zu sein. Höchstens, wenn man seine Frau und Kinder nicht mag, aber dann wäre Familiengründung wohl auch wieder nur ein Mittel zur Verhütung von Einsamkeit.

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