Berichte aus dem Patriarchat: Laurene Powell Jobs

Laurene Powell Jobs ist „die reichste Frau in der Technologie Branche, sie und ihre Familie ist auf Platz 44 der reichsten Leute dieser Erde. Wie hat sie nun dieses Vermögen aufgebaut?

Sie ist die Witwe von Steve Jobs:

Steve Jobs galt als Visionär, Workaholic und als ein überaus fordernder Chef. Als Sohn eines Syrers und einer Deutsch-Schweizerin wuchs er bei Adoptiveltern auf, brach dann das Studium ab, schlug sich mit allerlei Jobs durch, wurde aus diversen Firmen auch wieder rausgeschmissen und rappelte sich immer wieder auf, hatte sicherlich auch einiges an Glück und einiges an Abgebrühtheit und war dafür bekannt, dass er alles perfekt haben wollte und seine Mitarbeiter (größtenteils männlich) dazu trieb, immer noch etwas mehr zu geben, ein harter Kurs mit sich selbst und den Mitarbeitern, der aber auch zu sehr gut laufenden Produkten führte und bei dem er sich selbst auch nicht schonte.

Zu Laurene Powell Jobs findet man das Folgende:

Powell Jobs grew up in West Milford, New Jersey.[8] She earned a B.A. in Political Science from the University of Pennsylvania School of Arts and Sciences and a B.S. in Economics from the Wharton School of the University of Pennsylvania in 1985.[4][9][10] She received her M.B.A. from the Stanford Graduate School of Business in 1991.[4][10][11]

In October 1989, Steve Jobs gave a „View from the Top“ lecture at Stanford Business School. Laurene Powell was a new MBA student and snuck to the front of the lecture and started up a conversation with Steve who was seated next to her. They ended up having dinner together that night.[12] A year and a half later on March 18, 1991, they married in a ceremony at the Ahwahnee Hotel in Yosemite National Park.[13] Presiding over the wedding was Kobun Chino Otogawa, a Zen Buddhist monk.[13][14] Their son, Reed, was born September 1991, followed by daughters Erin in 1995 and Eve in 1998.

Powell Jobs co-founded Terravera, a natural foods company that sold to retailers throughout Northern California.[4][5] She also served on the board of directors of Achieva, which created online tools to help students study and be more effective at standardized testing.[5] Before business school, Powell Jobs worked for Merrill Lynch Asset Management and spent three years at Goldman Sachs as a fixed-income trading strategist.[4][5]

Sie hat erst etwas gearbeitet, dann angefangen zu studieren, im Studium ihren Mann kennengelernt und dann nachdem sie einen  Multi-Milliardär geheiratet hat noch ein wenig bei einigen Firmen mitgemacht, sich aber im wesentlichen für wohltätige Zwecke eingesetzt. Aus dem obigen Wikipedialink:

On October 5, 2011, at the age of 56, Steve Jobs, the CEO of Apple, died due to complications from a relapse of his previously treated islet-cell neuroendocrine pancreatic cancer.[17][18] Powell Jobs inherited the Steven P. Jobs Trust, which as of May 2013 had a 7.3% stake in The Walt Disney Company worth approximately $11.1 billion, and 38.5 million shares of Apple Inc.[7][8][10] As of 2016, Powell Jobs and her family are ranked 44th in the Forbes annual list of the world’s billionaires.[19] According to the same list, she is the richest woman in the technology industry.

Das eine Ehe mit dem Tod des meist älteren und kurzlebigeren Mannes zu erheblichen Vermögensübertragungen an die Ehefrau führt ist meiner Meinung nach ein Punkt, der innerhalb der Geschlechterdiskussion häufig zu kurz kommt. Es passt nicht ganz zu den Vorstellungen eines Patriarchats, dass an der Unterdrückung der Frau arbeitet und dabei erhebliche Vermögensteile immer wieder auf die Frauen (Ehefrauen und Töcher) überträgt. Eine patriarchale Ordnung wäre besser bedient eine Vermögensübertragung an den ältesten Sohn vorzunehmen. Was aber natürlich nicht der Fall wäre und ungerecht wäre.

Gibt es eigentlich feministische Texte, die dazu Stellung nehmen?

Viel besser als zu einem Patriarchat passt dies dazu, dass wir nicht in Geschlechtergruppen denken, sondern eher in Verwandtschaftsverhältnissen und Liebesbeziehungen. Die meisten Männer haben ein engeres Verhältnis zu ihrer Ehefrau, Freundin oder ihren Töchtern als zur Gruppe der Männer an sich. Ebenso wie die meisten Frauen ein engeres Verhältnis zu ihren Ehemännern, Freunden und Söhnen haben.  Bereits aus diesen Interessen heraus ist der Geschlechterkrieg nicht mit den klaren Fronten versehen, die hier gerne aufgebaut werden. Wir alle kommen, wie ich irgendwo mal gelesen habe, eben aus „gemischten Familien“, also solchen, die beide „Feindparteien“ enthalten.

Nach der Vorstellung im Feminismus ist sie eine unterdrückte Frau. Sie hat ihre beruflichen Interessen zurückgestellt und Kinder bekommen während ihr Mann sie insoweit ausgebeutet hat.

Bei anderer Betrachtung hat er wie ein Verrückter gearbeitet und sie brauchte es nicht und ist nun trotzdem reich. Nicht, dass er das anders gewollt hätte (also das Arbeiten, nicht das frühe Sterben). Aber es ist ja eine häufige Folge in unserer Gesellschaft: Männer sichern ihre Frauen und Kinder, Tochter und Söhne, möglichst gut ab und lassen sie an den Früchten ihres Erfolges teilhabem.

siehe auch:

20 Gedanken zu “Berichte aus dem Patriarchat: Laurene Powell Jobs

  1. „Eine patriarchale Ordnung wäre besser bedient eine Vermögensübertragung an den ältesten Sohn vorzunehmen“
    Eine patriarchale Ordnung wäre nicht einfach nur besser bedient es so zu machen, sondern ein typisches Patriarchat funktioniert genau so. Wären wir ein Patriarchat wäre es außerdem dazu gekommen, dass der älteste Sohn bzw. der männliche Erbe zum Vormund der Witwe geworden wäre.
    Wenn der wachsende Widerstand gegen die dominierenden feministischen Strömungen anfangen wird sich im öffentlichen Diskurs zu etablieren, wird ihnen diese Verwässerung des Patriarchatsbegriffes nur so um die Ohren die fliegen.

  2. @Christian:

    „Gibt es eigentlich feministische Texte, die dazu Stellung nehmen?“

    Ja, gibt es! Eine von der FU-Berlin hat dazu was ausgeschieden. S. 20/21 behandelt da kurz Albanien.
    WARNUNG: Setzt Dir vorher eine Eishockey-Torwartmaske auf oder lege Dir ein Kissen bereit (wegen Kopf-Tisch, Kopf-Tisch). 😉

    https://www.fu-berlin.de/sites/gpo/soz_eth/Geschlecht_als_Kategorie/Die_soziale_Konstruktion_von_Geschlecht_____Erkenntnisperspektiven_und_gesellschaftstheoretische_Fragen/hanna_meissner.pdf

    Der Text ist in Gänze ein wahres Schmuckstück. 😂

    • Der Text ist in Gänze ein wahres Schmuckstück.

      Wahrlich eine Landschaft voller ungehobener Schätze. So wie dieser hier:

      „Der als dem Zeichen vorgängig gesetzte Körper ist stets als vorgängig gesetzt oder bezeichnet. Diese Bezeichnung vollzieht sich dadurch, dass sie einen Effekt ihres eigenen Verfahrens hervorbringt, nämlich den Körper, und dennoch zugleich behauptet, diesen Körper als das zu entdecken, was jeder Bezeichnung vorhergeht“
      (Judith Butler 1993).

      • @ Kardamon Nach dem, was ich von ihr kenne, ist die Passage typisch für Butler. Was sie aussagt, ist gar nicht mal blöd, allerdings stammt es auch nicht von ihr – sowohl in pragmatistischen als auch in konstruktivistischen Theorien würden sich die Vorbilder leicht finden lassen.

        Das, was wir als EIGENTLICHES, irgendwie AUTHENTISCHES, vorsprachliches Dasein verstehen, können wir ja nur verstehen, weil wir sprachliche Konstruktionen benutzen, um es zu beschreiben. Authentizität ist gewissermaßen immer konstruiert. Das ist, soweit erstmal, nicht bescheuert, aber auch keine unendlich tiefe Weisheit.

        Butler bedient sich konsequent aus philosophischen Traditionen, bringt sie aber in Zusammenhänge, in denen sie überhaupt nicht mehr plausibel sind – und, vor allem: Sie formuliert in einer Sprache, die hermetisch ist und die permanent eine geheimnisvolle intellektuelle Anstrengung plus Erleuchtung vorspiegelt, die Butler in der Substanz ihrer Texte überhaupt nicht liefert. Es ist die Sprache eines typisch akademischen Wagenburgbaus, mit dem – besonders in den Sozial- und Geisteswissenschaften – Menschen abgeschreckt werden, die nicht immer schon seit ihrer Kindheit an akademische Milieus gewöhnt sind.

        Es ist also ein schlechter Witz, dass ausgerechnet Butler als Musterexemplar akademischer Machtspiele per Sprache zum Fixpunkt einer Gender-Theorie wurde, die vorgibt, allüberall Machtstrukturen (und insbesondere sprachliche Machtstrukturen) zu analysieren.

        • Geht mir genauso. Ich kann keinen Zusammenhang zwischen dem, was die Butlerin und dem was Schoppe geschrieben hat, erkennen.

          • Ich versuch’s mal:

            Ein Baum ist ein Baum. Gleichzeitig ist aber „Baum“ nur die Bezeichnung für einen Baum. Und weil der Mensch hingeht und diesem Ding, das da im Wald rumsteht, die Bezeichnung „Baum“ gibt, macht er ihn eigentlich erst zu einem „Baum“. Er „konstruiert“ ihn damit gleichsam. Ohne diese Bezeichnung „Baum“ wäre das Ding bedeutungslos. Und – auf der anderen Seite – hätte der Mensch dieses Ding niemals eine Bezeichnung wie beispielsweise „Baum“ gegeben, wenn dieses Ding für den Menschen keine Bedeutung hätte.

            Die „feministische“ Moral ist nun:
            Ist es diesem Ding überhaupt recht, als „Baum“ bezeichnet zu werden?
            Schränken wir dieses Ding damit ein, in dem wir als „Baum“ bezeichnen und berauben wir es vielleicht damit, seiner Möglichkeiten, etwas anderes zu sein (oder zu werden)?
            Kann der Baum nun überhaupt noch etwas anderes werden, weil er sich so sehr mit der Bezeichnung identifiziert, dass er sich nix anderes mehr vorstellen kann, als Baum zu sein?

            Sind „Bäume“ somit nur eine sprachliche Konstruktion (und weil Sprache was soziales ist, somit eine „soziale Konstruktion“)?

            Und ist Kardamom, da er so abfällig darüber schreibt, nun ein Baum-Hasser, ein Mysoarborist?

          • „Ist es diesem Ding überhaupt recht, als „Baum“ bezeichnet zu werden?
            Schränken wir dieses Ding damit ein, in dem wir als „Baum“ bezeichnen und berauben wir es vielleicht damit, seiner Möglichkeiten, etwas anderes zu sein (oder zu werden)?“

            Das ist mir schon zu esoterisch.
            Ich versuch es anhand Deines Baumes mit einem eigenen Ansatz:
            Sprache transportiert Bilder. Wenn ich von einem Baum rede, imaginierst Du eine Pflanze mit einem hohen hölzernen Stamm, von dem Äste abgehen, an denen – nach weiterer Verzweigung – Blätter hängen.
            Es gibt aber auch Bäume mit mehreren Stämmen und Nadeln oder Schuppen statt Blättern.
            Von Schlagbäumen, Stammbäumen und Mastbäumen gar nicht zu reden.
            Diese Möglichkeiten werden aber von einer – notwendigerweise immer – simplifizierenden Sprache nicht transportiert.
            Ganz schwierig wird es, wenn der zu beschreibende Gegenstand überhaupt keine Entsprechung im Wortschatz hat, wie z.B. die ersten Segelschiffe der Europäer, derer die Südseeinsulaner im Pazifikraum ansichtig wurden. Von Weitem waren sie noch als Wolken erklärbar, näher als Bäume, in denen Wolken hingen, noch näher als Kanus oder Inseln.
            Keine der Beschreibungen hätte beim Zuhörer auch nur ansatzweise so etwas wie ein Schiff imaginiert.
            Sprache schränkt also die Möglichkeiten der Beschreibung ein, soweit hat Butler recht.
            Aber schon die Frage, ob und in welchem Umfang das im Alltag überhaupt von Relevanz ist, darf man mit gutem Recht mit „Nein!“ beantworten.
            Die Diskussion ist also rein akademischer Natur und hat auf der Straße nichts zu suchen.

            Die Feministinnen dagegen erklären sie zum fundamentalen Problem menschlichem Miteinanders, ohne deren Klärung die Menschheit zugrunde gehen würde.
            Tatsächlich zersetzen sie mit der Diskussion dieses fein austarierte Miteinander und destabilisieren die Gesellschaften, die sie fortzuentwickeln vorgeben.

          • „Und ist Kardamom, da er so abfällig darüber schreibt, nun ein Baum-Hasser, ein Mysoarborist?“

            Manchmal denke ich , ich verplempere hier meine Zeit. Wenn ich dann ab und zu solche Sätze lese und mir die Tränen vor Lachen aus den Augen wische, dann denke ich, eigentlich ist es ganz OK 😉

        • @Anne:
          Ich denke, der wichtigste Teil in Schoppe’s Kommentar ist der hier:

          „Butler bedient sich konsequent aus philosophischen Traditionen, bringt sie aber in Zusammenhänge, in denen sie überhaupt nicht mehr plausibel sind [Anmerkung von mir: So isses. Fast alles was Butler schreibt, scheitert mit schöner Regelmäßigkeit – unabhängig von der philosophischen Tradition – an der Realität] – und, vor allem: Sie formuliert in einer Sprache, die hermetisch ist und die permanent eine geheimnisvolle intellektuelle Anstrengung plus Erleuchtung vorspiegelt, die Butler in der Substanz ihrer Texte überhaupt nicht liefert.“ [Anmerkung von mir: Sie schreibt pseudoreligiöses Kauderwelsch, welches bei ihren Zuhörern und Lesern den Eindruck erweckt, dass es da noch ‚etwas Anderes, Größeres‘ gibt. So entstehen Verschwörungstheorien! -> „listen and believe“] 😉

          @Schoppe:
          Liege ich in etwa richtig?

      • Schon alleine die Einleitung:

        „Gegenüber dieser gesellschaftlich verankerten Selbst-
        verständlichkeit einer natürlichen Geschlechterdiffe-
        renz ist es ist eine wichtige Errungenschaft der femini-
        stischen Debatte, die Kategorie Geschlecht als
        soziales Phänomen zu fassen.“

        ‚wichtige Errungenschaft‘ 😂

        „Dass Geschlecht sozial konstruiert ist, kann in der
        feministischen Debatte mittlerweile fast als Platti-
        tüde gelten.“

        Die Worte ‚feministisch‘ und ‚Debatte‘ in irgendeinen Zusammenhang zu setzen, ist mMn schon sehr gewagt.

        „Die generelle Auffassung, dass Geschlecht eine sozi-
        ale Konstruktion ist, stellt derzeit in großen Teilen der
        Frauen- und Geschlechterforschung eine Art Minimalkon-
        sens dar.“

        ‚Minimalkonsenz‘? Sakrosante Staatsdoktrin würde besser passen. Listen and believe, sonst: Masku-Nazi!

      • „Dass Geschlecht sozial konstruiert ist, kann in der
        feministischen Debatte mittlerweile fast als Platti-
        tüde gelten.“

        Es ist so unendlich ermüdend und charakteristisch für Feminismus und Genderismus: Begriffe werden willkürlich umgedeutet und mit der Umdeutung wird die Wahrnehmung verändert – für den Radikalkonstruktivisten ist das gleichbedeutend mit der Veränderung der Realität.
        Geschlecht ist ein Begriff aus der Biologie, der sich direkt von der Funktion in der Fortpflanzung ableitet – eigentlich eine Binsenweisheit. Die Erwartungshaltung, mit denen die beiden Geschlechter konfrontiert werden sind selbstverständlich nicht konstitutiv für die Geschlechter. Genau das wurde als Gender bezeichnet. Es ist den Feministen und Gederisten tatsächlich gelungen, Gender und Geschlecht als Synonyme im Sprachgebrauch zu etablieren, was letztendlich bedeuten würde, das Geschlecht sei frei wählbar.

        • @Pjotr:
          „Es ist so unendlich ermüdend und charakteristisch für Feminismus und Genderismus: Begriffe werden willkürlich umgedeutet und mit der Umdeutung wird die Wahrnehmung verändert“

          Genau WEIL das gesamte Machwerk so charakteristisch dafür ist, kann ich Dir bei EINEM Begriff NICHT zustimmen. „ermüdend“
          Ich hab jedenfalls beim Lesen Tränen gelacht.

  3. „Nach der Vorstellung im Feminismus ist sie eine unterdrückte Frau. Sie hat ihre beruflichen Interessen zurückgestellt und Kinder bekommen während ihr Mann sie insoweit ausgebeutet hat.“ Die Vorstellung einer Unterdrückung DER Frau ist eben so unspezifisch, dass faktisch jeder beliebige soziale Sachverhalt als beleg dieser Unterdrückung interpretiert werden kann. Mit der Vorstellung einer Unterdrückung DES Mannes würde das auch funktionieren, nur ist das Interesse eben wesentlich geringer, solch eine Vorstellung zu pflegen und zu verbreiten.

    Ich hatte gerade im Blog auch etwas zu dem Thema, was in den Zusammenhang m.E. gut passt. Es ging darum, dass beliebige soziale Daten – und jeweils auch ihr Gegenteil – problemlos als Beleg eines „Patriarchats“ zu interpretieren sind, eben gerade weil der Begriff selbst so beliebig ist.

    „Dass Männer das Gros der Führungspositionen besetzen, lässt sich leicht als Beleg für patriarchale Strukturen deuten. Dass etwa 99% der Männer keine Führungspositionen innehaben, ist dann leicht zu assimilieren – etwa in Connells Rede von der „patriarchalen Dividende“, von der angeblich alle Männer profitieren würden.

    Würden hingegen die meisten Führungspositionen durch Frauen besetzt, ließe sich auch das als Beleg für ein Patriarchat werten. Wir könnten dann argumentieren, dass Frauen zwar Geld und Einfluss besäßen, aber dafür auch ungeheuer viel arbeiten müssten – die Ehemänner dieser Frauen hingegen würden von Geld und Einfluss etwa im selben Maße profitieren, müssten aber die Arbeit nicht leisten. Selbst die mächtigsten Frauen arbeiteten noch für Männer – könnte es einen deutlicheren Beleg für ein Patriarchat geben?

    Der Begriff „Patriarchat“ bezieht sich also überhaupt nicht auf die soziale Wirklichkeit, weil er durch soziale Daten gar nicht widerlegbar ist. Er signalisiert eine Selbstauskunft: Wer vom „Patriarchat“ redet, signalisiert, dass er gewillt ist, soziale Daten grundsätzlich als Hinweis auf eine Unterdrückung von Frauen durch Männer zu deuten. Tatsächlich kennzeichnet der Begriff damit auch eine Gruppenzugehörigkeit – und wer den Begriff kritisiert, signalisiert damit, zur Gegengruppe zu gehören.“

    https://man-tau.com/2018/06/04/patriarchat-hohe-luft/

    • @Lucas Schoppe:
      An Deiner Definition sieht man sehr schön, dass es sich bei dem Begriff „Patriarchat“ um eine klassische Verschwörungstheorie handelt.
      Gerade durch das Negieren der ökonomischen Gesetzmäßigkeiten und sozialen Realitäten wird das deutlich.
      Beispiel: Wären 100% aller Vorstandsposten mit Frauen besetzt, würde immernoch 1% der Menschen die anderen 99% ausbeuten. Nur dass dieses eine Prozent eben weiblich wäre.
      Für jedes Scheitern einer Vorstands-Frau würde der Feminismus aber trotzdem ‚das Patriarchat‘ verantwortlich machen. Wegen ‚von Männern gewaltsam erzwungener und vorgegenbener Strukturen‘, oder so.

  4. Wenn ein Baum im Wald umfällt, und niemand ist da, der es hören kann, ist es wirklich passiert?

    „Und weil der Mensch hingeht und diesem Ding, das da im Wald rumsteht, die Bezeichnung „Baum“ gibt, macht er ihn eigentlich erst zu einem „Baum“. Er „konstruiert“ ihn damit gleichsam. Ohne diese Bezeichnung „Baum“ wäre das Ding bedeutungslos.“

    Typisch menschliche Wichtigtuerei/ Hochnäsigkeit … dem Baum ist es egal, ob er als „Baum“ oder „Tree“ oder als „Mhmpfrtszuit“ bezeichnet wird.
    Er ist ein lebender Organismus, der (der Biologie nach) nur ein Ziel kennt: zu Leben und Nachkommen zu zeugen.
    Und das tut er, egal ob irgendein Clown ihm einen Namen gibt oder nicht.

    Dem Baum – und seiner Bedeutung – sind Menschen völlig egal.

    „Sprache transportiert Bilder. “

    Ja, aber nur Bilder, um innerhalb der sprechenden Gruppe bei gleichen Wörtern gleiche Assoziationen zu erzeugen. Viele Menschen werden – wenn man ihnen in ihrer Sprache das Wort „Baum“ entgegenhält, eine im wesentliche gleiche Vorstellung haben.
    Davon abweichen gibt es soziale Gruppen, die – bedingt durch ihre Umwelt – andere Vorstellungen haben.

    Z.B. Inuit – haben die überhaupt ein Wort für Baum?

    Und was ist mit Seeleuten? In ihrem Sprachgebrauch/Denken wird unter einem Baum etwas wesentlich anderes verstanden, als bei einem Landwirt.

    • Auch wenns kleinlich klingt: Ein Bildertransport findet nicht statt. Worte adressieren lediglich bestimmte bestehende Gedankeninhalte. Ähnlich einer Variablen in einem Computerprogramm. Das Wort „Baum“ verweist auf die früheren Erfahrung(en) von „Baum“ desjenigen, der/die das Wort hört oder denkt. Menschen im gleichen Kulturkreis haben idealer Weise im Wesentlichen gleiche Vorstellungen von „Baum“ und nur der Detailgrad variiert. Während du an einen Laubbaum denkst, während du „Baum“ hörst, denke ich an eine Tanne und habe ihren Geruch und die picksenden Nadeln „vor Augen“. Aber ich übermittle dir nicht mein „Baumbild“, wenn ich dir das Wort zurufe.

  5. „Die meisten Männer haben ein engeres Verhältnis zu ihrer Ehefrau, Freundin oder ihren Töchtern als zur Gruppe der Männer an sich. Ebenso wie die meisten Frauen ein engeres Verhältnis zu ihren Ehemännern, Freunden und Söhnen haben.“

    So ist es. Mit dieser einfachen Alltagserfahrung von so ziemlich jedem Menschen kann man die Theorien, denen gerade soviel Aufmerksamkeit geschenkt wird, widerlegen. Dass sie trotzdem entstehen und so energisch vertreten werden, deutet darauf hin, wieviel im Privatleben derjenigen schief läuft, die sie aufstellen. Vielleicht haben diese erbitterten Geschlechterkrieger (ob RadFem oder kämpferischer MGTOW) schlicht niemanden, der ihnen nahe steht, so dass sie davon ausgehen, niemand würde etwas für andere Menschen empfinden.
    Wir lassen unsere Sozialanalyse quasi von Soziopathen bestimmen.

  6. Pingback: Berichte aus dem Patriarchat: Mackenzie Bezos, Frau von Amazon Gründer Jeff Bezos, könnte durch Scheidung die reichste Frau der Welt werden | Alles Evolution

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