Selbermach Mittwoch 167 (13.06.2018)

Mittwoch der dreizehnte. Es bringt Unglück an solchen Tagen nicht sehr viel zu kommentieren.

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Narzissmus, schlimme Erfahrungen und Berufsfeministen als Aspekte des Feminismus

DjAdmoros schrieb in einem Kommentar

„Das halte ich mittlerweile für die Wesensdefinition des Feminismus. Die Gesellschaft ist ja durchaus als Ganze narzisstisch, aber nur der Feminismus bringt es fertig, für den weiblichen Narzissmus obendrein politische Prämien auszuloben.“

Mein bisheriger Eindruck ist, dass wenn wir eine psychologische Perspektive auf den in westlichen Gesellschaften vorherrschenden radikalen Feminismus anwenden, drei Aspekte berücksichtigt werden sollten:

  • Einmal, wie oben erwähnt, (pathologischer) Narzissmus (der m.E. oft die Form eines Opfernarzissmus und/oder Moralnarzissmus annimmt).
    Mein Eindruck ist übrigens, dass zusätzlich dazu auch histrionische Persönlichkeitstendenzen im vorherrschenden Feminismus überrepräsentiert sind.
  • Zweitens gibt es m.E. aber tatsächlich auch einen erhöhten Anteil von Frauen in den radikalen feministischen Strömungen, die schlimme Erfahrungen gemacht haben und für die der vorherrschende Feminismus als Bewältigungsstrategie fungiert (in Wahrheit natürlich eine falsche und dysfunktionale Bewältigungsstrategie). Zu diesem Thema hatte ich in der Vegangenheit mal einen Beitrag geschrieben.
  • Drittens gibt es noch jene Personen, die z.B. als Gleichstellungsbeauftragte oder Gender Studies-Dozenten tätig sind, diese wollen natürlich ihre Jobs behalten und haben eben schon deshalb in psychologischer Hinsicht eine Motivation, die Gesellschaft so darzustellen, dass es ganz viele Diskriminierungen gibt, von denen Mädchen/Frauen betoffen sind, aber wenig/keine von denen Jungen/Männer betroffen sind.

(Mischformen zwischen den drei genannten Kategorien sind natürlich auch möglich.)

Ich würde noch weitere Typen hinzufügen:

  • Die, die wirklich glauben, dass die Ungerechtigkeiten bestehen, weil sie die Fakten nie hinterfragen und sich nicht aus ihrer Filterblase hinausbewegen.
  • Die, die den Feminismus unterstützen, aber sich auch nie wirklich damit beschäftigt haben, was der gegenwärtige Feminismus vertritt, allenfalls einige Bruchstücke der Theorien gehört haben.

Vielleicht lassen sie sich damit zusammenfassen, dass sie gerne für eine gerechte Sache einsetzen wollen, vielleicht sogar eine gute Sache brauchen, für die sie sich einsetzen können.